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Mauerseglercam - Stadt Suhl

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Mauerseglercam - Stadt Suhl
Mauerseglercam


„Türme für die Turmschwalbe“

Ein Gemeinschaftsprojekt von:
Initiative Artenschutz in Franken, Evangelische Hauptkirchengemeinde Suhl,
Veolia Umweltstiftung, Audi Stiftung für Umwelt , Europa Möbel Umweltstiftung, HIT-Umweltstiftung, Naturstiftung David, Stadt Suhl, Vattenfall Umweltstiftung.


Mauerseglerschutz in der Stadt Suhl


Hilfe für Kulturfolger

Von Anfang Mai bis August können wir die Mauersegler (Apus apus) in unseren Städten beobachten. Mit schrillen Rufen jagen sie in der Abenddämmerung oft in Gruppen um die Häuser.
In Vorzeiten war der Mauersegler ein Brutvogel der Felsen und hohen Bäume.
Als echter Kulturfolger nistet er heute fast ausschließlich an Häusern, Brücken und anderen hohen Bauwerken, welche als Ersatzfelsen dienen.
Nach der Rückkehr aus dem Winterquartier stehen die Mauersegler in jüngster Zeit oft vor „verschlossener“ Tür, da durch Modernisierung und Abriss von Gebäuden viele Nistplätze verschwinden.
Da sich ein Paar oft lebenslang an seinen  Brutplatz bindet, trifft dieser Verlust die Vögel besonders stark.

Mauersegler in Suhl

Im Jahr 2003 zum „Vogel des Jahres“ auserkoren, ist  der Mauersegler im Freistaat Thüringen noch als regelmäßiger Brutvogel anzutreffen. Auch die Stadt Suhl beherbergt noch einige Mauersegler-Brutkolonien, so z. B. am Standort des Neuen Rathauses. Da in Suhl besonders die großen Plattenbauten verstärkt saniert oder ganz abgerissen werden, ist der Verlust an Brutplätzen in den letzten Jahren stark angestiegen.


Unser Projekt

Dies war im Jahr 2013 der Anlass für ein Gemeinschaftsprojekt, welches auf Anregung der Initiative Artenschutz in Franken zusammen mit der Stadtverwaltung Suhl und der Evangelischen Kirchengemeinde ins Leben gerufen wurde, um sich aktiv für die Erhaltung dieser seit Jahrhunderten hier existierenden Art zu engagieren.
Dabei stellen wir bewusst die „Türme“ der Stadt Suhl in den Mittelpunkt. Leitet sich doch die kulturhistorische Bezeichnung „Turmschwalbe“ von der Eigenart des Mauerseglers ab, pfeilschnell um die hohen Gebäude unserer Städte und Dörfer zu fliegen und hier seine Brutplätze anzulegen. Beispielhaft wurden auf dem Traufkopf des Stadtverwaltungsgebäudes gezielt auf die Bedürfnisse des Mauerseglers zugeschnittene Spezialnistkästen angebracht. Da es sich um ein denkmalgeschütztes Gebäude handelt, legten wir größten Wert darauf, die Brutplätze so unauffällig wie möglich zu platzieren. Bautenschutz und Artenschutz ergänzen sich so hervorragend.

Konkreter Artenschutz – Schöpfung gemeinsam erhalten

Der Verlust einer Art ist endgültig. Mit ihr verlieren wir einen Baustein der Lebensvielfalt auf unserer Erde. Durchdachte, vorsorgend und langfristig wirkende Projekte leisten einen wertvollen Beitrag zur Erhaltung unserer biologischen Vielfalt. Zugleich sollen sie Anstoß und Beispiel für weitere Aktivitäten und Maßnahmen sein.

Menschenkinder für Vogelkinder

Die Jugend der Evangelischen Kirche übernimmt die Patenschaft über die Rathaus-Mauersegler. Die Nistkästen wurden fantasievoll und individuell gestaltet. Mit der Betreuung des Brutplatzes kann das theoretisch erworbene Wissen in der Praxis angewandt werden. Gleichzeitig wird der Erfolg des Projekts überprüft und dokumentiert.

Die Kinderstube der Mauersegler

Einblicke in das verborgene Leben der Mauersegler sollen dazu beitragen, die sympathischen Flugkünstler besser kennen zu lernen. Auf diese Weise wird ebenfalls das Interesse und Engagement am Erhalt dieser für unsere Städte typischen Art gefördert. In einem Nistkasten wurde ein für die Vögel nicht wahrnehmbares Kameramodul installiert. Dieses überträgt seine Daten in das Internet. Mehr zum Projekt finden Sie unter www.artenschutz-franken.de





Der Mauersegler stellt sich vor:


Lebensraum
Nach Europa kommen sie nur, um zu brüten und ihre Jungen aufzuziehen. Mauersegler treffen bei uns meist am 1. Mai ein und ziehen um den 1. August  wieder in ihr Winterquartier in Afrika - meist südlich der Sahara.

Leben in der Luft
Nicht nur ihre Nahrung, die aus fliegender Kleininsekten (dem so genannten Luftplankton) besteht, erbeuten die Mauersegler im Flug. Die pfeilschnellen, eleganten Flieger verbringen fast ihr gesamtes Leben in der Luft. Dort schlafen sie, trinken im Gleitflug über dem Wasser und paaren sich sogar im Luftraum. Im Sturzflug können sie Geschwindigkeiten von über 200 km/h erreichen.
Regenreichen Tiefdruckgebieten entziehen sich Mauersegler oft durch sogenannte zyklonale Wetterflüge. Sie schließen sich dabei zu Trupps zusammen und weichen dem nahrungsarmen Regengebiet durch bis zu 2000 km lange Wanderungen aus. Sie kehren immer an ihren Brutplatz zurück.

Flugmanöver
Mit seinen langen sichelförmigen Flügeln und dem kurzen, gegabelten Schwanz kann er lange Strecken zurücklegen, fast schwerelos durch die Luft gleiten oder blitzschnelle Wendungen vollführen.

Nachwuchs
Das Nest wird in Höhlungen und Nischen in Gebäuden, oft unter dem Dach, angelegt. Nur als Jungvögel und in der Zeit der Brut haben Mauersegler festen Boden unter den Füßen. Bei Nahrungsmangel durch feuchte und kalte Witterung können die Jungen in eine Kältestarre (Topor) verfallen. In diesem „Hungerschlaf“ können sie bis zu 2 Wochen überleben.
Meist im Alter von ca. 40 Tagen verlassen die Jungvögel das Nest bevorzugt in der Abenddämmerung. Sie verbringen bereits die erste Nacht im Flug und kehren kaum mehr ins Nest zurück.

Gefahr
Bei sehr großer Hitze oder übermäßigem Parasitenbefall flüchten junge Mauersegler manchmal aus dem Nest, bevor sie richtig fliegen können. Sie sind dann leichte Beute für Räuber oder verhungern, da die Altvögel sie nicht mehr füttern können. Auch flugfähige Mauersegler sind nicht in der Lage, vom Erdboden aufzufliegen, sie brauchen zum Starten immer einen erhöhten Punkt.





Das Wichtigste zum Mauersegler in Kurzform

  • Name: Mauersegler  - (Apus apus)
  • Körperlänge:  ca. 16 Zentimeter
  • Spannweite der Flügel:  rund 40 Zentimeter
  • Gewicht:  30 – 55 Gramm
  • Gefiederfarbe:  dunkles Grundgefieder mit weiter Kehle
  • Ankunft in Deutschland:  Ende April / Anfang Mai
  • Nistzeit:  Mai/Juni – meist nur eine Jahresbrut
  • Nistplatz: Dachstühle/Sparrenfelder – Maueröffnungen/ Spezielle Nistkästen
  • Gelegestärke: 2-3 ovale (reinweiße) Eier
  • Brutdauer:  19-24 (26) Tagen
  • Nestlingszeit:  35 – 56 Tage (je nach Nahrungsangebot/klimatischen Bedingungen)
  • Nahrung:  Kleinlebewesen (Fliegen/Blattläuse …) die im Flug aufgenommen werden.
  • Lebensdauer: bis über ber 20 Jahre
  • Wegzug aus Deutschland:  Anfang August
  • Besonderheiten: Verbringt über 90% seines Lebens im Flug. Lediglich die Fortpflanzung findet „auf dem Erdboden“ statt.







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Letzte Aktualisierung:
26.09.2016 um 10:17 Uhr
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