Tagebuch der Amphibienwanderung 2007
23.Februar 2007 - Beginn der Wanderung
28.Februar zögerlicher Fortgang der Wanderung
03.März 2007 - Kaum Bewegung.
09.März 2007 - milde Temperaturen und Schauer verstärken den Wandertrieb der Amphibien.
17/18.März milde Temperaturen mit leichtem Niederschlag führen zur ersten, diesjährigen Massenwanderung.
19.März Heftige Windböhen kündigen einen Temperatursturz an.
22 / 23.März - Der Winter ist zurückgekehrt. 5 cm - 7 cm Neuschnee führte zum Wanderstopp.
24.März - Tauwetter setzt ein, in der kommenden Woche sollte die Wanderung wieder einsetzen.
27.März die Grasfösche haben großteils abgelaicht.
31.März - Die Aktivitäten habe stark zugenommen, nachdem die Grasfösche "fast durch sind", kommen die Erdkröten " in die Gänge".
03.April - Hohe Erdkrötenbestände treffen an den Übergängen ein, was uns ganz schön auf "Trap" hält.
05.April - kalte Nächte um 0 Grad bringen die Wanderung erneut fast zum Erliegen. Nur wenige Einzeltiere treffen wir an.
07.April - an einigen Übergängen beginnt bereits die Rückwanderung der Erdkröten denn auch hier ist die Ablaichung ist bereits erfolgt.
11.April - Nur noch sehr wenige Einzeltiere kommen an den Amphibienübergängen an. Die Zeit der Rückwanderung hat begonnen.
11/12.April plötzliche Zunahme von Laichbereiten Amphibien an einigen Übergängen!
13.April Trotz der erneuten Wanderbereitschaft zeichnet sich derzeit ein extremer Bestandseinbruch, der unter anderem auf die trockenen ( Vor ) - Jahre zurückzuführen sein kann aus!
14.April - warten auf Regen. Noch immer ist keine Wetteränderung angekündigt. Um jedoch eine abschließende Bewertung vornehmen zu können, wäre eine Regenperiode dringend nötig. Denn auch die Schutzzäune können nicht ewig gestellt und betreut werden. Die Betreuung dauert in dieser Periode bereits fast 2. Monate!
21.April - Beendigung der Betreuung wobei das ungute Gefühl verbleibt, das bei einsetzendem Regen nochenmal mit Wanderaktivitäten gerechnet werden kann. Doch die Betreuung kann nicht ewig dauern.
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Nun wandern "sie" wieder.
Fast einen Monat ist es nun vergangen, dass die ersten Steigerwaldamphibien im diesem Jahr auf den nicht ungefährlichen Weg zu ihren Laichgewässern machten.
Grund genug für uns um eine erste Zwischenbilanz zu ziehen.
Dem frühen ( Blitz ) - Start im Februar, folgte in den darauf folgenden Tagen und Wochen ein ständiges auf und ab, wobei wie schon in den vergangenen Tagen neben der milden Temperatur vor allem die ( recht wenigen ) Nässephasen von großem Interesse für die Amphibien waren.
Besonders die Grasfrösche sind bislang recht zahlreich aufgetreten, sie wandern ziemlich kontinuierlich.
Die ersten Erdkröten - Massenwanderungen konnten wir am 13. März und 17/18. März dokumentieren.
Neben dem Straßentod wird sich mutmaßlich auch die zu erwartende Klima Veränderung negativ auf einige der Steigerwald - Amphibienarten auswirken können.
So sind besonders kleine Laichgewässer durch lang anhaltende Trockenphasen stark beeinträchtigt.
Unsere Amphibien sind jedoch gerade auf diese Bereiche angewiesen, da sie hier auf relativ wenig natürliche ( Fische ) Feinde treffen.
Für die kommenden Tage ist nun mit dem Eintritt der angekündigten Kältephase wieder Ruhe an den Übergängen angesagt, bis die darauf folgende warme Witterung unsere Kröten, Frösche und Molche erneut zur Aufnahme ihrer Wanderung animiert.
Zwischenbilanz
3.455 Amphibien
Abschluss der Amphibienwanderung 2007
Nach rund 60tägiger, intensiver Betreuung wurde nun vor wenigen Tagen die Fürsorge der Amphibienübergänge für 2007 beendet.
Nach einem frühen „Amphibien“ Start Mitte Februar und der Hoffnung das die Amphibienwanderung rasch beendet sein würde, machte uns wieder, wie so oft einmal das Wetter einen Strich durch die Rechnung.
Kaum Regen, sommerliche Temperaturen, dabei trotzdem recht kühle Nächte zogen die Amphibienwanderung doch sehr in die Länge.
Die Bilanz fiel an den jeweiligen Übergängen sehr unterschiedlich aus.
Insgesamt konnten in diesem Jahr 10.574 Tiere sicher zu den Laichgewässern und teilweise auch wieder in die Sommerlebensräume zurückgebracht (Betreuung de Rückläufer nach Ablaichung) werden.
Diesem auf dem ersten Blick nicht geringen Ergebnis, steht jedoch ein Rückgang von rund 4.700 Amphibien zu 2006 gegenüber, wobei hier der Rückgang innerhalb der Molchpopulation besonders augenscheinlich war.
Die Hintergründe für die rückläufigen Bestände erscheinen vielschichtig.
Zum einem liegen diese an natürlichen begründeten Zyklen und damit verbunden auch ein ganz normales Auf und Ab.
Daneben spielen aber auch Temperaturschwankungen und Veränderungen eine Rolle. Auszuschließen sind objektiv auffallende negative Veränderungen innerhalb der angestammten Lebensräume.
Dabei darf jedoch nicht außer Acht gelassen werden, sollten mehrere negative Faktoren über längere Zeit zusammentreffen, auch stabile Amphibienpopulationen erlöschen können.
Durch den Einsatz bemühen wir die Amphibienvielfalt in der von uns betreuten Steigerwaldregion bestmöglich zu bewahren.
Wir bitten sie, fahren sie an den Amphibienübergängen besonders vorsichtig, ihnen uns und auch den Amphibien zu liebe.
Neben der regelmäßigen Betreuung der Amphibienübergänge, stehen wir der breiten Bevölkerung bei Fragen zur Artbestimmung etc. gerne zur Verfügung.
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Artenschutz im Steigerwald