Ein Biber landet in der Staustufe
Der Ausflug des Tiers endete am Herrentag in einem Wasserbecken des Strullendorfer Kraftwerks.
Strullendorf. Ein Wanderer hat am Himmelfahrtstag kurz nach Mittag beobachtet, wie in einem Wasserbecken das Kraftwerks Strullendorf ein Biber hilflos herumpaddelte.
Das Becken ist von hohen Mauern begrenzt, so dass der Biber in der Falle saß und sich aus eigener Kraft nicht mehr befreien konnte.
Der Spaziergänger benachrichtigte die Wasserschutzpolizei, die ihrerseits die Strullendorfer Feuerwehr und die Wasserwacht in Kenntnis setzte.
Mit der Hilfe einer Decke „schöpften“ die Helfer den Biber aus dem Wasser.
Müde wie er war ließ er die Aktion, die insgesamt höchstens zehn Minuten dauerte, widerstandslos über sich ergehen.
Seine Retter trugen den Biber dann an der Flussbett der Regnitz und ließen ihn frei. Das völlig erschöpfte Tier tauchte nur kurz unter, um sich dann auf einem Stein auszuruhen.
Ob es wirklich ein „Herr“ war, der bei seinem Ausflug am „Herrentag“ auf Abwege geraten ist und im Wasserbacken landete entzieht sich der Kenntnis der Redaktion.
Aber eigentlich ist es egal, ob Bibermännchen oder Biberweibchen:
Hauptsache gerettet.
Quellenangabe: fränkischer Tag 19.05.2007 Autor Gertrud Glössner - Möschk
Beckstein soll die Biber schützen
Das Umweltministerium will das Töten der Tiere dort erleichtern, wo sie Schäden anrichten.Der BundNaturschutz sieht darin eine Bedrohung der Nager, die in Bayern schon einmal ausgerottet waren.
München — Die Wiederansiedlung des Bibers in Bayern ist ein Erfolgsstory. Rund hundert Jahre nach seiner Ausrottung machte der Bund Naturschutz in Zusammenarbeit mit dem Landwirtschaftsministerium
– das bayerische Umweltministerium wurde erst 1970 gegründet – den Nager wieder heimisch. Heute leben rund 10 000 Biber in Bayern, vor allem an der Donau und an den Stauseen des Inn, aber auch Oberfranken wird von der Regnitz her und aus der nördlichen Oberpfalz wieder besiedelt.
Auch der Biber selbst, so der Landesvorsitzende des Bundes Naturschutz, Hubert Weiger, ist ein sehr erfolgreiches Tier, „weil er alles umgestalten kann, was ihm nicht passt“.
„Im Sinne der Artenvielfalt lösen“
Den sich daraus zum Beispiel an landwirtschaftlich genutzten Uferflächen und an kommunalen Kläranlagen ergebenden Konflikt soll nun, so jedenfalls Weiger, letztlich Ministerpräsident Günther Beckstein (CSU) lösen.Und zwar lösen im Sinne der Biber und damit entsprechend der Biodiversität, also der Vielfalt
der Arten, zu der sich der Freistaat gerade bekannt hat.
Bereits jetzt ist es so, dass jährlich rund 400 Tiere dann, wenn andere Maßnahmen scheitern, entfernt werden müssen. Diese Entfernung läuft immer öfter auf Tötung hinaus, denn immer mehr andere Länder, in die Bayern bisher seine gefangenen Biber exportieren konnte, winkend dankend ab.
Streitpunkt zwischen den Naturschützern und dem Ministerium ist vielmehr dessen neue Biberverordnung, die nun in die parlamentarische Beratung kommt. Sie sieht im Wesentlichen eine Vereinfachung des Abschusses von Bibern vor. Bisher musste die Tötung der Tiere, die EU-weit geschützt sind, in einem Einzelfallverfahren entschieden werden.
„Entbürokratisierung“
Während das Ministerium darin die Entbürokratisierung eines notwendigen Vorgangs sieht, fürchtet der Bund Naturschutz einen massiven Angriff auf die Bestände. In einem Gespräch mit unserer Zeitung räumte Hubert Weiger ein, dass er die Pläne des Ministeriums nicht rundweg ablehnt. Weiger befürchtet aber, dass
gerade die Agrarlobby im Landwirtschaftsausschuss des Landtags in der Verordnung ein Einfallstorsieht, durch das in vielen Landkreisen der Weg zu einer erneuten Ausrottung der Biber geöffnet würde. Weiger rechnet damit, dass am Ende des Verfahrens ein Kabinettsbeschluss stehen wird, und er nimmt schon
jetzt ausdrücklich Günther Beckstein in die Pflicht: Die Biberverordnung sei „die zentrale
Prüfung“ dafür, ob es die Staatsregierung mit ihrem Bekenntnis zur Artenvielfalt ernst meint.
Gestern hat Bayerns Umweltminister Otmar Bernhard Zustimmung zur Forderung des
BundesNaturschutz signalisiert, der in einem staatlichen Entschädigungsfonds einen Beitrag zur Entschärfung der Konflikte sieht. Auf Anfrage befürwortete dies auch der Umweltreferent des Bayerischen Bauernverbands, Martin Erhardsberger. Er hält den vollen Ausgleich von Schäden für ebenso geboten wie „eine Regulierung des Bestands
Quellenangabe: fränkischer Tag 15.04 200 Autor Thomas Lange
Artenschutz im Steigerwald
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