Karl Bayer,der Pionier
Karbach
—Heute gibt es wohl nur wenige Menschen in Karbach (Gemeinde
Rauhenebrach), die sich laut und deutlich für einen Nationalpark im Steigerwald
aussprechen. Dabei war das kleine Dorf im Steigerwald Geburtsort eines Mannes,
der wie besessen für einen Nationalpark stritt.
Allerdings
nicht im Steigerwald, sondern im Bayerischen Wald, und nicht in diesen Tagen,
sondern bereits1966. Damals
war der Karbacher Forstmeister Karl Bayer Bürgermeister der Stadt Grafenau im
Bayerischen Wald, Landrat des damaligen Landkreises Grafenau und Abgeordneter
des Landtags.
In
seiner strukturschwachen Region griff er vor 40 Jahren die Idee des Bundes
Naturschutz mit dem damaligen Vorsitzenden Hubert Weinzierl auf, im Bayerischen
Wald einen Nationalpark, den ersten in Deutschland, einzurichten.
Auch
Prof.Dr. Bernhard Grzimek unterstützte die Pläne, die auf erheblichen
Widerstand in
der Bevölkerung und auch in der Politik stießen.
Karl
Bayer organisierte eine Reihe von Demonstrationen unter anderem in der
Landeshauptstadt München, um
für seine Vision zu werben, die am11. Juni 1969, heuer vor genau 40 Jahren
also, Wirklichkeit wurde.
Ein
Herz für die Natur
Und
er setzte sich auch gegenmächtige Stimmen durch, die (ähnlich wie heute im
Steigerwald) die touristischen Aspekte eines Nationalparks in den Vordergrund
stellten. Karl Bayer, der Förster aus dem Steigerwald, war vor 40 Jahren ein
Pionier des Gedankens, dass Ökologie und Naturschutz an sich Werte sind, die
vor den rein wirtschaftlichen Nutzen gestellt werden müssten.
Die
Diskussion imBayerischen Wald schwelt bis heute: Der großflächige Kahlfraß
durch den Borkenkäfer wird
dort in Kauf genommen, umeinen neuen Naturwald entstehen zu lassen – freilich
nicht von heute auf morgen,
sondern auf lange Sicht ganz im Sinne von Karl Bayer.
Der Karbacher wurde am17.
Februar 1925 geboren und starb am16. Juni 1995.
Quellenangabe
Fränkischer Tag HASSGAU, MAINTAL, STEIGERWALD
/ Autor Günter Flegel
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Artenschutz
im Steigerwald