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Wenn der Winter alles fordert 02/2026
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Wenn der Winter alles fordert
Wenn der Winter alles fordert
Wenn der Winter alles fordert
03/04.02.2026
Mit der aktuellen, sehr winterlichen Witterung beginnt für sie ein täglicher Kampf – nicht gegen Feinde, sondern gegen Hunger, Kälte und Erschöpfung.
Wo im Sommer und Herbst noch Nahrung im Überfluss vorhanden war, ist jetzt alles verborgen. Gräser, Kräuter und junge Triebe liegen unter einer dicken Schneeschicht. Samen sind unerreichbar, Knospen gefroren. Jeder Schritt durch den Schnee kostet Kraft, jede Bewegung verbraucht wertvolle Energie, die kaum ersetzt werden kann.
Besonders deutlich zeigt sich das Schicksal des Rehwildes. Leise zieht es durch die weiße Landschaft, den Kopf gesenkt, die Ohren aufmerksam. Mit den Läufen scharrt es den Schnee beiseite, immer wieder, immer weiter, auf der Suche nach etwas Essbarem. Oft bleibt nur wenig zurück: ein paar Halme, Rinde, trockene Blätter. Nahrung, die kaum ausreicht, um die eisigen Nächte zu überstehen.
Der Schnee ist tief, die Kälte unerbittlich. Flucht kostet Kraft – Kraft, die im Winter über Leben und Tod entscheidet. Jede Störung, jeder aufgescheuchte Sprint durch den Schnee zehrt an den Reserven. Was für uns nur ein kurzer Moment ist, kann für ein Wildtier den Unterschied zwischen Durchhalten und Zusammenbrechen bedeuten.
Auch kleinere Tiere kämpfen. Feldhasen verharren reglos in ihren Sassen, Mäuse graben verzweifelt Gänge unter der Schneedecke, Vögel suchen in kahlen Sträuchern nach den letzten Samen. Viele von ihnen erreichen den Frühling nur, wenn sie jetzt genug Ruhe finden.
Doch unsere Landschaften machen es ihnen immer schwerer. Hecken, Brachen und strukturreiche Randbereiche fehlen vielerorts. Offene, intensiv genutzte Flächen bieten weder Schutz noch Nahrung. Der Winter trifft Wildtiere heute oft härter als früher – nicht nur wegen der Kälte, sondern weil es immer weniger Orte gibt, an denen sie ihm ausweichen können.
Gerade jetzt zeigt sich, wie wichtig Rücksicht ist. Wer draußen unterwegs ist, sollte sich bewusst machen: Jede Störung zwingt Tiere zur Flucht. Jeder unnötige Energieverlust kann später fehlen. Auf den Wegen bleiben, Hunde anleinen, Rückzugsräume respektieren – kleine Gesten mit großer Wirkung.
Der Winter gehört zur Natur. Wildtiere sind an ihn angepasst. Doch wie gut sie ihn überstehen, hängt auch von uns ab. Wenn wir ihnen Raum lassen, Ruhe gewähren und ihre Lebensräume schützen, geben wir ihnen die Chance, diese schwere Zeit zu überleben.
Damit sie, wenn der Schnee schmilzt und das erste Grün erscheint, noch da sind.
Still, vorsichtig – aber lebendig.
In der Aufnahme von A. Brehm
03/04.02.2026
- Der Winter hat die Landschaft fest im Griff. Schnee liegt schwer auf Feldern und Wäldern, Kälte kriecht in jede Mulde, und selbst am Tag bleibt die Sonne oft blass. Was für uns Menschen eine stille, fast magische Zeit sein kann, ist für viele Wildtiere eine der härtesten Prüfungen ihres Lebens.
Mit der aktuellen, sehr winterlichen Witterung beginnt für sie ein täglicher Kampf – nicht gegen Feinde, sondern gegen Hunger, Kälte und Erschöpfung.
Wo im Sommer und Herbst noch Nahrung im Überfluss vorhanden war, ist jetzt alles verborgen. Gräser, Kräuter und junge Triebe liegen unter einer dicken Schneeschicht. Samen sind unerreichbar, Knospen gefroren. Jeder Schritt durch den Schnee kostet Kraft, jede Bewegung verbraucht wertvolle Energie, die kaum ersetzt werden kann.
Besonders deutlich zeigt sich das Schicksal des Rehwildes. Leise zieht es durch die weiße Landschaft, den Kopf gesenkt, die Ohren aufmerksam. Mit den Läufen scharrt es den Schnee beiseite, immer wieder, immer weiter, auf der Suche nach etwas Essbarem. Oft bleibt nur wenig zurück: ein paar Halme, Rinde, trockene Blätter. Nahrung, die kaum ausreicht, um die eisigen Nächte zu überstehen.
Der Schnee ist tief, die Kälte unerbittlich. Flucht kostet Kraft – Kraft, die im Winter über Leben und Tod entscheidet. Jede Störung, jeder aufgescheuchte Sprint durch den Schnee zehrt an den Reserven. Was für uns nur ein kurzer Moment ist, kann für ein Wildtier den Unterschied zwischen Durchhalten und Zusammenbrechen bedeuten.
Auch kleinere Tiere kämpfen. Feldhasen verharren reglos in ihren Sassen, Mäuse graben verzweifelt Gänge unter der Schneedecke, Vögel suchen in kahlen Sträuchern nach den letzten Samen. Viele von ihnen erreichen den Frühling nur, wenn sie jetzt genug Ruhe finden.
Doch unsere Landschaften machen es ihnen immer schwerer. Hecken, Brachen und strukturreiche Randbereiche fehlen vielerorts. Offene, intensiv genutzte Flächen bieten weder Schutz noch Nahrung. Der Winter trifft Wildtiere heute oft härter als früher – nicht nur wegen der Kälte, sondern weil es immer weniger Orte gibt, an denen sie ihm ausweichen können.
Gerade jetzt zeigt sich, wie wichtig Rücksicht ist. Wer draußen unterwegs ist, sollte sich bewusst machen: Jede Störung zwingt Tiere zur Flucht. Jeder unnötige Energieverlust kann später fehlen. Auf den Wegen bleiben, Hunde anleinen, Rückzugsräume respektieren – kleine Gesten mit großer Wirkung.
Der Winter gehört zur Natur. Wildtiere sind an ihn angepasst. Doch wie gut sie ihn überstehen, hängt auch von uns ab. Wenn wir ihnen Raum lassen, Ruhe gewähren und ihre Lebensräume schützen, geben wir ihnen die Chance, diese schwere Zeit zu überleben.
Damit sie, wenn der Schnee schmilzt und das erste Grün erscheint, noch da sind.
Still, vorsichtig – aber lebendig.
In der Aufnahme von A. Brehm
- Tief muss sich das Rehwild durch den hohen Schnee bis zu einigen Gräsern graben, die eine gewisse Perspektive geben, überleben zu können
Wenn der Winter alles fordert
In der Aufnahme von A. Brehm
- Tief muss sich das Rehwild durch den hohen Schnee bis zu einigen Gräsern graben, die eine gewisse Perspektive geben, überleben zu können
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