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Lesung mit Peter Prokosch: Die Ostatlantische Vogelzugroute
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Lesung mit Peter Prokosch: 

23/24.02.2024

  • Die Ostatlantische Vogelzugroute

Ahrensburg.
Die Ostatlantische Vogelzugroute ist eine der wichtigsten weltweit – und doch weitgehend unbekannt. Peter Prokosch wird das ändern. In seinem 2023 im Aula-Verlag erschienenen Buch gibt er „Spannende Einblicke in die Zugstrategien und den Schutz von Küstenvögeln“. 

Der Autor aus Norwegen ist derzeit auf Lesereise unterwegs und kommt am 29. Februar ins Haus der Natur in Ahrensburg, um den Vogelzug-Korridor, der sich über mehr als 10.000 Kilometer von der Arktis bis ins südliche Afrika erstreckt, einem interessierten Publikum vorzustellen. 

Darunter allen, die das Wattenmeer zwar kennen, denen aber kaum bewusst ist, dass dieser außergewöhnliche Lebensraum ein zentraler Dreh- und Angelpunkt im erdumspannenden System von wandernden Vogelarten ist.
Der Mitbegründer der Aktionsgemeinschaft Nordseewatten, einer Bewegung, die zur Ausweisung des Schleswig-Holsteinischen Wattenmeeres zum Nationalpark führte, war u.a. Direktor des WWF International Arctic Programme in Oslo und Geschäftsführer von WWF Deutschland und hat nun in seinem Buch so gut wie alle maßgeblichen Akteure im Ringen um den Schutz der wichtigsten Gebiete entlang des Vogelzug-Korridors versammelt. 

Das Buch liefert Einblicke in die Erfolge und Probleme des Zugvogelschutzes in Deutschland und weltweit, benennt die künftigen Herausforderungen und vermittelt nicht zuletzt den aktuellen Stand der Wissenschaft zur Forschung an Schlüsselarten für das Watt-Ökosystem wie Ringelgans, Knutt, Pfuhlschnepfe und Löffelstrandläufer. So birgt „Die Ostatlantische Vogelzugroute“ das Potential, Leserinnen wie Zuhörern die globale ökologische Bedeutung von Lebensräumen wie dem Wattenmeer nahe zu bringen.

  • Die Lesung beginnt um 19:30 Uhr im Haus der Natur, Bornkampsweg 35, 22926 Ahrensburg-Wulfsdorf. 

  • Der Eintritt ist kostenfrei. Im Anschluss kann das Buch erworben werden und der Autor ist zum Signieren vorort.

Der Verein Jordsand freut sich auf zahlreiche Gäste!

  • Die Lesung wird zusätzlich als Hybridveranstaltung angeboten und kann auch online verfolgt werden, der Link wird auf der Website des Jordsands zu finden sein.

In der Aufnahme von VEREIN JORDSAND zum Schutz der Seevögel und der Natur e. V.
  • Peter Prokosch

Quelle
VEREIN JORDSAND zum Schutz der Seevögel und der Natur e. V.
Bornkampsweg 35
22926 Ahrensburg

Stand

15.02.2024

Für diese Information trägt ausnahmslos der/die Autor*in/Urheber*in die redaktionelle Verantwortung.Die kommunizierten Informationen geben ausnahmslos die Meinung des Verfassers*in, nicht eine Stellungnahme unserer Organisation wieder.

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Ein Jahr im Zeichen des Eichhörnchens:
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Ein Jahr im Zeichen des Eichhörnchens

22/23.02.2024

  • bürgerwissenschaftliches Projekt sucht bundesweit Naturbeobachter*innen

Berlin - Viele sehen sie fast täglich über Gehwege, durch Gärten und auf Bäume flitzen, doch wie gehen Eichhörnchen mit veränderten Umweltbedingungen um? Um das herauszufinden, führen das Leibniz-Institut für Zoo- und Wildtierforschung (Leibniz-IZW) und der NABU in Kooperation mit nabu-naturgucker.de ein bundesweites bürgerwissenschaftliches Projekt zu Eichhörnchen in Deutschland durch. 

Dafür werden Bürger*innen gesucht, die im besten Falle an einem festen Standort wie dem eigenen Garten oder im Park regelmäßig Eichhörnchen beobachten. Sichtungen können das ganze Jahr über auf einer Web-App gemeldet werden. So tragen die Freiwilligen dazu bei, wertvolle Daten über das Vorkommen und die Lebensweise von Eichhörnchen zu sammeln. Das Projekt startet am 15.02.2024 und läuft bis zum 28.02.2025.
Dieses bürgerwissenschaftliche Projekt soll einerseits das Feldforschungsprojekt des Leibniz-IZW unterstützen, andererseits deutschlandweit zu neuen Erkenntnissen über das Vorkommen und die Lebensweise der Eichhörnchen führen. Das Leibniz-IZW führt seit 2021 ein Forschungsprojekt zur Ökologie Berliner Eichhörnchen durch. In diesem bereits etablierten Feldforschungsprojekt in Berlin werden Eichhörnchen in verschiedenen Gebieten eingehend untersucht. 

Sinah Drenske, Doktorandin im Eichhörnchenprojekt am Leibniz-IZW, erläutert, dass „es uns in unserem Feldprojekt in Berlin zwar möglich ist, Überlebensraten an vereinzelten Standorten zu berechnen, aber es unter Feldbedingungen schwierig ist, die Anzahl der Jungtiere zu bestimmen. Dafür sind wir auf die Informationen vieler Helfer*innen angewiesen. Nur wenn wir Daten zur Anzahl von Nachkommen und zur Häufigkeit von Würfen innerhalb eines Jahres haben, können wir tatsächlich etwas über die Entwicklung des Bestandes der Eichhörnchen aussagen.“ Prof. Dr. Stephanie Kramer-Schadt von der Technischen Universität Berlin und Abteilungsleiterin am Leibniz-IZW, erklärt: „Uns interessiert in dem nun anlaufenden bürgerwissenschaftlichen Projekt vor allem, wie sich Eichhörnchen an die zunehmende Verstädterung anpassen und ob es in Deutschland regionale Unterschiede gibt, zum Beispiel was die Anzahl der Jungtiere oder den Zeitpunkt der Fortpflanzung betrifft“.

Bürger*innen können zur Beantwortung dieser und weiterer Fragen beitragen, indem sie ihre Beobachtungen von Eichhörnchen in der Web-App des Projekts melden und, wenn vorhanden, Fotos der gesichteten Tiere hochladen. „Uns interessieren dabei aber nicht nur Sichtungen von Tieren an einem ausgewählten Standort. Für uns ist es genauso wichtig zu wissen, ob eine Fläche zu einem bestimmten Zeitpunkt kontrolliert, aber kein Eichhörnchen gesichtet wurde“, sagt Dr. Milena Stillfried, Referentin für Citizen Science beim NABU.

 „Diese sogenannten ‚Nicht-Sichtungen‘ sind wichtig, um berechnen zu können, ob es regionale Unterschiede im Vorkommen und in der zeitlichen Aktivität der Tiere gibt. Die Nicht-Sichtungen geben uns wertvolle Hinweise darauf, ob die Eichhörnchen tatsächlich abwesend oder gerade nicht aktiv sind und sind eine notwendige Voraussetzung für die korrekte Analyse und Interpretation der Daten. Daher bitten wir die Teilnehmenden, uns auch zu melden, wenn sie an den von ihnen beobachteten Plätzen oder Wegen keine Eichhörnchen gesehen haben.“ Interessierte Bürger*innen können sich in unterschiedlichem Umfang am Sammeln der Daten beteiligen und ihre Sichtungen oder Nicht-Sichtungen melden: Von einzelnen Beobachtungen, die zufällig entstanden sind (Zufallsbeobachtung), bis hin zu regelmäßigen Beobachtungen an einem ausgewählten Standort (Langzeitbeobachtung), beispielsweise auf dem täglichen Weg zur Arbeit oder in einem Garten. 

Die Teilnehmenden erhalten interessante Einblicke in die Lebensweise der Eichhörnchen und leisten einen wertvollen Beitrag zum Forschungsprojekt und damit zum wissensbasierten Artenschutz. Die Teilnahme am Projekt ist kostenfrei. Die Ergebnisse werden den Teilnehmenden am Ende des Projektes in einer Online-Veranstaltung vorgestellt, auf der sich die Bürger*innen auch mit den Wissenschaftler*innen und anderen Teilnehmenden über ihre Erfahrungen im Projekt austauschen können.

Weiterführende Informationen zum Projekt sowie das Meldeformular für Sichtungen sind auf
www.nabu-naturgucker.de/eichhorn zu finden.


Quelle

NABU (Naturschutzbund Deutschland) e.V.
Charitéstraße 3 
10117 Berlin

Stand
15.02.2024  

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In der Aufnahme von Klaus Sanwald


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Wichtiger Helfer zum Schutz der Böden immer mehr in Gefahr
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Tag des Regenwurms: Wichtiger Helfer zum Schutz der Böden immer mehr in Gefahr

22/23.02.2024

  • Flächenversiegelung, Pestizide und Gülle machen dem Regenwurm zu schaffen.

Bayern muss Flächenverbrauch endlich in den Griff bekommen. Glyphosat besonders schädlich. Regenwurm leiste wichtigen Beitrag für die Qualität der Böden und den Wasserrückhalt in der Fläche.

Zum Tag des Regenwurms am Donnerstag, 15.02.2024 macht der BUND Naturschutz in Bayern darauf aufmerksam, dass der Lebensraum des kleinen Helfers immer mehr eingeschränkt wird. Besonders die in Bayern immer noch fortschreitende Flächenversiegelung ist eine Gefahr für den Regenwurm. 

Der BN-Landesbeauftragte Martin Geilhufe erklärt dazu: „Durch die Flächenversiegelung wird der Lebensraum des Regenwurms meistens für immer vollständig zerstört. Dass die Staatsregierung keine ernsthaften Anstalten macht, den Flächenfraß einzudämmen ist fatal für den Wurm. 

Das bereits im Koalitionsvertrag von 2018 nur sehr vage angepeilte Fernziel von fünf Hektar Flächenverbrauch pro Tag wird im neuen Koalitionsvertrag nun nur noch bis 2030 ‘angestrebt. Jegliche konkreten Maßnahmen oder Instrumente fehlen. Auf diese dramatische Fehlentwicklung für das gesamte Ökosystem muss man immer wieder hinweisen - auch am Tag des Regenwurms!“
Aber nicht nur der Flächenverbrauch ist eine Gefahr für den Regenwurm. Die BN-Artenschutzexpertin Dr. Christine Margraf erklärt: „Auf den landwirtschaftlichen Flächen in Bayern werden nach wie vor hohe Mengen Pestizide eingesetzt, die dem Regenwurm zusetzen und ihn hindern, sich zu vermehren. Besonders schädlich ist Glyphosat. Die Aktivität und Fortpflanzung bei tiefgrabenden Regenwürmern sind bei Anwendung des Totalherbizids viel geringer. Die Zahl der Nachkommen beträgt nur noch die Hälfte im Vergleich zu Flächen ohne Herbizideinsatz. Es ist paradox: Der Regenwurm hilft der Landwirtschaft, indem er die Qualität der Böden verbessert, wird aber durch den Glyphosateinsatz massiv zurückgedrängt.“ Auch zu viel Gülle, wie sie in Gegenden mit zu hohem Tierbestand ausgebracht wird, mag er nicht. Sie verätzt ihn. Und schwere Maschinen sowie intensive Bodenbearbeitung machen ihm ebenfalls zu schaffen.

Dabei leistet der Regenwurm durch seine Arbeit im Boden sehr viel für das Ökosystem und die Ernährung der Menschen. Regenwürmer sind zentral für die Bodenfruchtbarkeit: Sie durchmischen und lockern den Boden, zerkleinern Pflanzenmaterial und tragen so entscheidend zur Humusanreicherung bei. Besonders wichtig ist der Regenwurm für den Wasserrückhalt in der Fläche. Ihre Gänge belüften nicht nur den Boden, sie lassen bei Niederschlag vor allem auch das Wasser besser versickern. „Es klingt verrückt, aber der kleine Regenwurm hat eine elementar wichtige Funktion für unseren Wasserhaushalt!“, betont Margraf.
Hintergrundinformationen:

In Deutschland gibt es rund 40 Regenwurmarten, die je nach Art lieber in der Nähe der Bodenoberfläche oder in bis zu drei Metern Tiefe leben. Am bekanntesten sind Tauwurm und Kompostwurm: Der Tauwurm oder Gemeine Regenwurm ist einer der größten und am häufigsten vorkommenden Regenwürmer in Europa, der Kompostwurm ist hauptsächlich dafür verantwortlich, dass im Garten aus Grünschnitt und Küchenabfällen innerhalb kurzer Zeit wieder nährstoffreiche Erde wird.


In der Aufnahme von Heide Frobel
  • Gemeiner Regenwurm

Quelle
BUND NATURSCHUTZ IN BAYERN E.V. (BN)
Dr.-Johann-Maier-Straße 4
93049 Regensburg

Stand
14.02.2024

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LBV kritisiert: Landrat bremst einzigartiges Naturschutzprojekt aus
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LBV kritisiert: Landrat bremst einzigartiges Naturschutzprojekt aus

22/23.02.2024

  • Klares Bekenntnis zu den Chancen für Bauern und Brachvögel im Landkreis Weißenburg-Gunzenhausen gefordert

Der LBV reagiert mit Unverständnis auf die jüngsten Äußerungen des Landrats des Landkreises Weißenburg-Gunzenhausen zum Projekt „chance.natur – Lebensraum Mittelfränkisches Altmühltal. Kurz vor den entscheidenden Sitzungen bezüglich einer Beteiligung des Landkreises an der Projektphase II macht Landrat Manuel Westphal wegen einer angeblich unzureichenden Einbindung wichtiger Interessengruppen weiterhin Stimmung gegen das Projekt. 

Der Landrat verzögert seit Monaten mit nicht nachvollziehbaren Argumenten die Fortführung des Naturschutzprojekts, anstatt die Chancen zu erkennen, die es bietet. Wir erwarten ein klares Bekenntnis von Manuel Westphal zu dem Projekt, das der Region, der Natur und auch der Landwirtschaft vor Ort einmalige Perspektiven eröffnet.
Neben dem Landkreis Weißenburg-Gunzenhausen, dem LBV und dem Landschaftspflegeverband ist auch der Landkreis Ansbach am Projekt beteiligt. Dort stößt dieses auf breite Zustimmung. Der Ansbacher Kreistag hat dem Projekt bereits zugestimmt, auch der Bayerische Bauernverband in Ansbach sieht in dem Projekt viele Chancen und hat Unterstützung signalisiert. All das macht die negative Haltung des Landrates Manuel Westphal im benachbarten Landkreis Weißenburg-Gunzenhausen umso unverständlicher.

Insgesamt 10 Millionen Euro sollten im Rahmen der Projektphase II von „chance.natur – Lebensraum Mittelfränkisches Altmühltal“ in die Region fließen. Das Vorhaben bietet einzigartige Möglichkeiten, nicht nur für den Brachvogel und andere Wiesenbrüter, sondern auch für die Landwirtinnen und Landwirte vor Ort sowie für viele andere Interessensgruppen. Das Projekt zeigt exemplarisch, wie eine zukunftsfähige Landwirtschaft in einem Wiesenbrütergebiet aussehen kann, in der sich die berechtigten ökonomischen Interessen der Landwirtinnen und Landwirte mit den Zielen des Naturschutzes in Einklang bringen lassen. Dabei gilt immer das Prinzip des Miteinanders und der Freiwilligkeit: Niemand in der Landwirtschaft wird gezwungen, gegen seinen Willen Maßnahmen auf eigenen Flächen umzusetzen. Mit seiner Ablehnung des Projektes wird der Landkreis Weißenburg-Gunzenhausen seiner Verantwortung für den Schutz der vielen, teilweise vom Aussterben bedrohten, Wiesenbrüter in der Region nicht gerecht.

Wie inzwischen bekannt wurde beabsichtigt Landrat Manuel Westphal die Entwicklung eines Alternativprogrammes. Wir freuen uns über jede Initiative zum Schutz unserer Natur. Maßnahmen für den Erhalt unserer Wiesenbrüter und ihrer Lebensräume müssen allerdings die speziellen Bedürfnisse dieser Arten berücksichtigen. Wir sehen nicht, wie sich ein sinnvolles Alternativprogramm von den vorliegenden Vorschlägen unterscheiden könnte. Jedes zielgerichtete Wiesenbrüterprojekt wird sich mit Themen wie Wiedervernässung und Mahdregime im Grünland beschäftigen müssen. Sonst ist es wirkungslos. Es klingt banal, ist aber Tatsache: Mit einem Brachvogel kann man nicht verhandeln.
Zum Projekt

Wiesenbrüter, wie die Uferschnepfe, der Großer Brachvogel oder der Kiebitz, prägen die naturräumliche und kulturelle Eigenart des oberen und mittleren Altmühltals. Die Bestände nehmen, trotz vieler Bemühungen, stark ab. Viele Wiesenbrüter sind vom Aussterben bedroht. Die Niederungen der Altmühlaue von Colmberg im Landkreis Ansbach bis Trommetsheim im Landkreis Weißenburg-Gunzenhausen, mit dem zentral gelegenen „Wiesmet“ als Kernzone, sind eines der wichtigsten Brutgebiete für diese Vogelgruppe in ganz Deutschland. 

Angesichts dessen haben die Landkreise Ansbach und Weißenburg-Gunzenhausen, der Landschaftspflegeverband Mittelfranken und der Landesbund für Vogel- und Naturschutz ein Naturschutzprojekt auf den Weg gebracht, um der negativen Entwicklung entgegenzusteuern. Zentrale Arbeitsschwerpunkte in der zurückliegenden Projektphase I war die Erarbeitung eines Konzeptes für nachhaltige extensive Landnutzungsformen sowie die Aufstellung und Abstimmung des Pflege- und Entwicklungsplanes. In Projektphase II soll es nun an die Umsetzung gehen.

In der Aufnahme von © Rosl Rößner
  • Großer Brachvogel


Quelle
LBV - Landesbund für Vogel- und Naturschutz in Bayern e. V.
Eisvogelweg 1 
91161 Hilpoltstein.


Stand
14.02.2024

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Verschollene Bayerische Kurzohrmaus nach 60 Jahren wiederentdeckt
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Sensationsfund: Verschollene Bayerische Kurzohrmaus nach 60 Jahren wiederentdeckt

21/22.02.2024

  • Eine der weltweit seltensten Säugetierarten in Bayern nachgewiesen.

Die seit 1962 verschollene Bayerische Kurzohrmaus Microtus bavaricus wurde durch gezielte Untersuchungen zu Kleinsäugern im Alpenraum wiederentdeckt. Ein aktuelles Vorkommen der Bayerischen Kurzohrmaus nahe Mittenwald konnte nun anhand von DNA-Analysen bestätigt werden. 

Sie wird von der Species Survival Commission der International Union for Conservation of Nature (IUCN) als eine der zehn am stärksten bedrohten Nagetierarten in Europa angesehen.
Kurz nach ihrer Entdeckung im Jahr 1962 bei Garmisch-Partenkirchen galt sie bereits als verschollen und gilt heute als eine der seltensten Säugetierarten weltweit. Die Rede ist von der Bayerischen Kurzohrmaus Microtus bavaricus, von der bis vor kurzem nur noch ein kleines Restvorkommen auf wenigen Hektar Ausdehnung in Tirol, nahe des Achensees, bekannt war. Seit 2011 stellt das Bayerische Landesamt für Umwelt (LfU) intensive Nachforschungen an, um die unterirdisch lebende Wühlmaus auch hierzulande wieder aufzuspüren. Im Rahmen von Workshops mit dem heute 90-jährigen Entdecker der Art, Dr. Claus König, ehemaliger Mitarbeiter der Vogelschutzwarte (1960–62) des LfU und deutschen sowie österreichischen Experten und Expertinnen wurden Nachweismethoden diskutiert und verfeinert. 

Die Wende bei der langjährigen Suche brachten schließlich Wildkameras, die für die Beobachtung von Kleintieren optimiert wurden. In potentiellen Lebensräumen auf den Boden ausgerichtet speichert jedes Gerät tausende Bilder von umherwandernden Nagern. „Mit einer auffallenden Häufung von Aufnahmen potentieller Bayerischer Kurzohrmäuse aus dem Sommer 2023 bei Mittenwald schien die Sensation plötzlich greifbar“, so der koordinierende Biologe des LfU, Dr. Simon Ripperger. In einer direkt anschließenden Untersuchung mittels Lebendfallen konnte in 400 sogenannten Fallennächten eine dieser Kurzohrmäuse gefangen werden. Für die exakte Artbestimmung wurde Kot dieses Tieres gesammelt und die anschließende DNA-Analyse brachte die Bestätigung. Die eingesammelte DNA passt zur DNA eines Exemplars der Bayerischen Kurzohrmaus, das Claus König 1962 in der Bayerischen Staatssammlung hinterlegt hatte.

Die weiteren Untersuchungen konzentrieren sich darauf, die genaue Ausdehnung dieses Vorkommens zu klären, weitere zu entdecken, die Häufigkeit abzuschätzen und mögliche Gefährdungsfaktoren festzustellen. Die intensive Nachsuche wurde von einem Filmteam von ARTE und des Bayerischen Rundfunks begleitet. Die Dokumentation der Suche nach der als verschollen geglaubten Maus wird am 20. Februar auf ARTE ausgestrahlt: https://www.arte.tv/de/videos/110188-000-A/die-bayerische-kurzohrmaus/

Weitere Informationen: www.lfu.bayern.de/natur/kleinsaeuger/untersuchungen/kurzohrmaus/ 

In der Aufnahme von Quelle: David Stille, Stille NATUR
Die gefundene Bayerische Kurzohrmaus belegt ein bestehendes Vorkommen in Bayern

Quelle
Bayerisches Landesamt für Umwelt
Bürgermeister-Ulrich-Straße 160
86179 Augsburg

Stand
14. Februar 2024

Für diese Information trägt ausnahmslos der/die Autor*in/Urheber*in die redaktionelle Verantwortung.Die kommunizierten Informationen geben ausnahmslos die Meinung des Verfassers*in, nicht eine Stellungnahme unserer Organisation wieder.

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Das Wildschwein (Sus scrofa) - sensibler Lebensraumindikator
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Das Wildschwein (Sus scrofa) - sensibler Lebensraumindikator

21/22.02.2024


  • Das Wildschwein (Sus scrofa) spielt tatsächlich eine wichtige Rolle in einem intakten Ökosystem. Hier haben wir einige Gründe, warum Wildschweine für die Umwelt von Bedeutung sind, zusammengeführt:

Ökologische Nische: Wildschweine nehmen eine bestimmte Position innerhalb des Nahrungskreislaufs ein. Als Allesfresser tragen sie zur Regulierung von Insektenpopulationen bei, indem sie Insektenlarven und andere wirbellose Tiere fressen. Gleichzeitig kontrollieren sie auch Pflanzenpopulationen, indem sie Samen verbreiten und Pflanzenwachstum beeinflussen.
Bodenbelüftung und -umwälzung: Das Wühlen von Wildschweinen durch den Boden lockert ihn auf und trägt zur Belüftung bei. Dies kann den Boden für das Wurzelwachstum von Pflanzen verbessern und die Bodenfruchtbarkeit erhöhen. Durch das Umwälzen des Bodens helfen Wildschweine auch dabei, organische Materie zu verteilen und zu zersetzen, was den Nährstoffkreislauf im Ökosystem unterstützt.

Habitatverbesserung für andere Arten: Die Aktivitäten von Wildschweinen können die Vielfalt und den Reichtum an Lebensräumen in einem Ökosystem erhöhen. Ihre Wühltätigkeiten schaffen Mikrohabitate, die von anderen Tierarten genutzt werden können, wie z.B. Amphibien, Insekten und Kleinsäugern.

Nahrung für große Beutegreifer:
Wildschweine sind eine wichtige Nahrungsquelle für eine Vielzahl von großen Beutegreifern, einschließlich Wölfen, Bären und großen Katzen. Das Vorhandensein von Wildschweinen trägt daher indirekt zur Aufrechterhaltung des Gleichgewichts in Beutegreiferpopulationen bei.

Erhaltung der genetischen Vielfalt
: Wildschweine tragen zur genetischen Vielfalt innerhalb ihrer Art bei. Eine gesunde Population von Wildschweinen kann genetische Reserven bieten, die wichtig sein können, um sich an veränderte Umweltbedingungen anzupassen.

Insgesamt zeigen diese Punkte, dass Wildschweine eine wichtige Rolle in der Funktionsweise eines Ökosystems spielen. Ihr Einfluss erstreckt sich über verschiedene Aspekte des natürlichen Gleichgewichts und ihrer Interaktionen mit anderen Arten. Daher ist es wichtig, ihre Bedeutung zu erkennen und in Betracht zu ziehen, wenn Maßnahmen zur Erhaltung von Ökosystemen entwickelt werden...





In der Aufnahme von Klaus Sanwald
  • Junge Wildschweine, sogenannte Frischlinge beim Spielen
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Wandernde Tierarten am Abgrund
Bild zum Eintrag (1100420-160)
Wandernde Tierarten am Abgrund

21/22.02.2024

  • Erster UN-Bericht zum Zustand wandernder Tierarten zeichnet schockierendes Bild / WWF fordert grenzüberschreitenden Artenschutz

Zugvögel, Wale und Meeresschildkröten, Elefantenherden
– sie alle legen weite Strecken zurück, um zu fressen oder sich fortzupflanzen. Dabei stoßen sie immer häufiger auf menschengemachte Grenzen und Bedrohungen.

Zum Auftakt der heute gestarteten 14. UN-Konferenz zum Schutz wandernder Tierarten (CoP14 der Convention on the Conservation of Migratory Species of Wild Animals, kurz CMS COP14) in Samarkand, Usbekistan, zeigt ein heute veröffentlichter UN-Bericht, dass grenzüberschreitende Schutzmaßnahmen dringend nötig sind. Jede fünfte der im CMS-Abkommen gelisteten wandernden Arten ist weltweit akut in ihrem Bestand bedroht, bei den gelisteten Fischarten sind es dramatische 97 Prozent. 

Für 44 Prozent der gelisteten Arten gehen die Populationen weltweit zurück. Sieben von zehn wandernden Arten werden durch illegale oder unzureichend regulierte Fischerei oder Jagd zu stark ausgebeutet. „Die Zahlen sind ein alarmierender Weckruf. Wir laufen Gefahr viele Langstreckenkünstler der Tierwelt zu verlieren. Oft legen die Tiere auf ihren Wanderungen Tausende von Kilometern zurück, sie benötigen je nach Jahreszeit oder Lebensphase ganz unterschiedliche Lebensräume und sind zugleich Bindeglieder in verschiedenen Ökosystemen des Planeten“, sagt Dr. Arnulf Köhncke, Leiter Artenschutz beim WWF Deutschland.
Als Gründe für den Rückgang nennt der Bericht die Zerstörung oder Zerschneidung von Lebensräumen, insbesondere entlang der Wanderouten, und die Übernutzung der Tierarten durch uns Menschen. Außerdem spielt weiterer zunehmender Druck durch menschliche Aktivitäten weltweit eine Rolle: „Straßen und Bauwerke wie Dämme oder Kraftwerke versperren den Tieren zunehmend ihre lebensnotwendigen Wanderrouten. Sie erreichen deshalb ihre Brutgebiete, Nahrungsgründe, Rastplätze oder Winterquartiere nicht mehr“, so Arnulf Köhncke. Von der Zusammenkunft der 133 verhandelnden Staaten erhofft sich der WWF eine Ausweitung von wichtigen Schutzgebieten und die Verringerung der Bedrohungen, um sichere Korridore für die Wanderungen der Tiere zu gewährleisten. „Tiere kennen weder Ländergrenzen noch Verkehrsrouten - sie wandern instinktiv seit Jahrmillionen. Der Schutz dieser Arten kann nur durch internationale Zusammenarbeit gelingen, natürlich gepaart mit ambitioniertem Artenschutz direkt vor Ort”.  

Insbesondere für Wanderouten von Meereslebewesen muss der Schutz verbessert werden. Die Bestände vieler Fischarten, besonders von Haien und Rochen, sowie von Meeresschildkröten sind durch Überfischung und Beifang stark zurückgegangen. Rund 90 Millionen Tonnen Fisch werden jährlich aus den Meeren gefischt. Zusätzlich belasten Lebensraumzerstörung, Klimakrise und die Plastikverschmutzung marine Ökosysteme massiv. Der Schiffsverkehr ist außerdem ein tödliches Hindernis für viele Wale. „Die Ozeane werden zu einem tödlichen Labyrinth aus Schiffen, Fangnetzen und Plastikmüll. Um das Verschwinden der Arten zu verhindern, müssen wir sicherstellen, dass es Korridore gibt, durch die die Tiere frei und ungestört wandern können. Das gilt nicht nur im Meer, sondern auch an Land.”

Quelle
WWF

Stand 
12.02.2024


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In der Aufnahme von Klaus Sanwald
  • Mittelmeermöwe


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Gesundes Wald-Mikroklima in Zeiten des Klimawan
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Gesundes Wald-Mikroklima in Zeiten des Klimawandels - Forschungsprojekt „LaubKlima“ gestartet

20/21.02.2024

  • Gesundes Wald-Mikroklima in Zeiten des Klimawandels
  • Forschungsprojekt „LaubKlima“ gestartet

Darmstadt
. – Der Klimawandel und die damit einhergehende Trockenheit in den hessischen Wäldern verändern die Struktur und Artenzusammensetzung des Waldes und die Gemeinschaft der Organismen, die im Waldboden leben. Um die Auswirkungen des Forst- und Naturschutzmanagements sowie des Mikroklimas im Boden auf die aktuellen Veränderungen des Waldes in Hessen zu untersuchen, startete Ende 2023 ein neues Forschungsprojekt der Technischen Universität Darmstadt (TUDa). Das Hessische Landesamt für Naturschutz, Umwelt und Geologie (HLNUG) fördert das Projekt im Rahmen des Lore-Steubing-Instituts für Naturschutz und Biodiversität (LSI).
Nach den überdurchschnittlich warmen und trockenen Sommern 2018 bis 2020 zeigten annähernd ein Drittel aller Bäume in Hessen klimabedingte Kronenauflichtungen, und die Mortalität der Bäume versiebenfachte sich im Vergleich zum langjährigen Mittel von 1984 bis 2020. Steigende Jahresmitteltemperaturen, ausgeprägte Trockenheit insbesondere in der Vegetationsperiode und eine zunehmende Veränderung der Waldstruktur und Totholzdichte beeinflussen auch die Gemeinschaft der Bodenorganismen. Solche Bodenorganismen, wie Hornmilben, Springschwänze, Regenwürmer sowie Nackt- und Gehäuseschnecken, sind wichtig für die Funktion der Wälder. Sie zersetzen totes organisches Material und bringen so Nährstoffe in den Stoffkreislauf zurück. Weiterhin dienen sie als wichtige Nahrungsquelle für andere Organismen.

Das neue Forschungsprojekt „Die Bodenfauna der Laubstreu hessischer Wälder: Forstmanagement und Mikroklima im Wandel“, kurz LaubKlima, schätzt erstmals die Risiken des Klimawandels und zunehmender Trockenheit auf die Bodenfauna ab. Ein weiteres Ziel ist die Untersuchung, inwiefern der Streu-Abbau durch Bodenorganismen von der Zusammensetzung der Laubstreu, dem Mikroklima, der Bodenfeuchte und dem Trockenstress der Böden beeinflusst wird. Das Projekt schließt eine bedeutsame Wissenslücke in Bezug auf Boden-Organismen und deren Reaktion auf die Veränderungen im Ökosystem Wald. Die Kenntnis über den Zustand der Wirbellosen-Gemeinschaft wird dabei helfen, die Reaktion des Ökosystems auf zukünftige Störungen bzw. forstlichen Umbaumaßnahmen zur Klimaresistenz besser beurteilen zu können.

In den kommenden vier Jahren führen die Forschenden der TUDa dafür verschiedene Untersuchungen durch: In einem ersten Schritt erfolgt ein räumliches und zeitliches Monitoring von Hornmilben, Springschwänzen, Regenwürmern sowie Nackt- und Gehäuseschnecken in süd- und mittelhessischen Naturwaldreservaten sowie den dazugehörigen Vergleichsflächen. Untersucht werden hessische Wälder mit einem natürlichen Feuchtigkeitsgradienten. In einem zweiten Schritt wird der Einfluss der Baumartenzusammensetzung auf den Streuabbau und damit den Stoffkreislauf in einem Streu-Abbau-Versuch untersucht. Um die zunehmende Trockenheit zu simulieren, werden einige Standorte mit Dächern überdacht, die Niederschläge abhalten. Zusätzlich werden zweimal jährlich Standortparameter wie Bodenfeuchte und Kronenauflichtung erfasst.

Aus den Untersuchungen werden mögliche Schutzmaßnahmen abgeleitet, die zu einer höheren Resistenz und Resilienz einer artenreichen Bodenfauna beitragen. Im Rahmen von Informationsveranstaltungen und Handreichungen werden konkrete Maßnahmen zur Umsetzung von Schutzmaßnahmen zum Erhalt und zur Förderung der Bodendiversität kommuniziert. Dadurch soll nicht nur den Praxispartnerinnen und -partnern eine Handlungsgrundlage geboten, sondern auch das Verständnis für die Bedeutung und Gefährdung der Bodenfauna in der Öffentlichkeit gefördert werden.

Das Forschungsprojekt wird an der TUDa (Arbeitsgruppe „Evolutionäre Tierökologie“) von Prof. Dr. Michael Heethoff geleitet, von Frau Dr. Katja Wehner koordiniert und von Matteo Trevisan im Rahmen seiner Dissertation durchgeführt. Es startete zum 01.11.2023 und endet am 31.10.2027.

Das im Jahr 2021 gegründete LSI ist das bundesweit erste Institutionen-übergreifende Forschungsinstitut unter direkter Einbindung einer technisch-wissenschaftlichen Umweltbehörde. Das LSI bündelt das ökologische Fachwissen aus den hessischen Forschungseinrichtungen systematisch und institutionell und verknüpft es mit der Naturschutzpraxis. Gemeinsam führen die Partner des LSI angewandte Forschungsprojekte zu relevanten Naturschutz- und Biodiversitätsthemen durch, vermitteln Fachwissen zu Naturschutz und Biodiversität in öffentliche Bereiche Hessens und beraten die Politik. Die Geschäftsstelle des LSI ist beim HLNUG im Zentrum für Artenvielfalt angesiedelt.

Weitere Informationen zum Forschungsprojekt erhalten Sie auf der Homepage des LSI:
https://www.hlnug.de/themen/naturschutz/lore-steubing-institut/projekte/laubstreu

Informationen zur Arbeitsgruppe „Evolutionäre Tierökologie“ der TU DA
: https://www.bio.tu-darmstadt.de/forschung/ressearch_groups/Heethoff_Start.en.jsp


Bildunterschrift:

  • Das Forschungsteam bei der Arbeit © Katja Wehner/ TU Darmstadt


Quelle
Hessisches Landesamt für Naturschutz, Umwelt und Geologie
Rheingaustraße 186
D-65203 Wiesbaden

Stand
07.02.2024

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Neue Rote Liste der Brutvögel Hessens erschienen
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Neue Rote Liste der Brutvögel Hessens erschienen - Mehr als 60 Prozent aller Arten bestandsgefährdet

20/21.02.2024

  • Neue Rote Liste der Brutvögel Hessens erschienen
  • Mehr als 60 Prozent aller Arten bestandsgefährdet

Wiesbaden.
Neun Jahre nach Veröffentlichung der letzten Roten Liste hat die Hessische Gesellschaft für Ornithologie und Naturschutz e.V. (HGON) zusammen mit der Staatlichen Vogelschutzwarte Hessen am Hessischen Landesamt für Naturschutz, Umwelt und Geologie (HLNUG) die neue Rote Liste der bestandsgefährdeten Brutvogelarten Hessens (11. Fassung) veröffentlicht.
Im Vergleich zur letzten Roten Liste hat sich der Anteil gefährdeter Vogelarten im Bewertungszeitraum von 2019 bis 2021 auf nun 60 Prozent erhöht. Zu den größten Verlierern zählen Arten der Wiesen und Felder, wie beispielsweise Feldlerche, Wachtel und Kiebitz. Auch Rohrammer und Teichhuhn – die in Feuchtgebieten vorkommen – sind im Bestand zurückgegangen. Eine der wichtigsten Ursachen ist der Klimawandel, der neben Feuchtlebensräumen auch Wälder betrifft. Trockenschäden an den Kronen der Bäume und Borkenkäferausbrüche haben das Bild unserer Wälder in den vergangenen Jahren stark verändert. Durch den flächigen Verlust von Fichtenwäldern finden Vogelarten wie Haubenmeise, Tannenhäher oder Wintergoldhähnchen ebenfalls weniger Lebensraum.

Nach dem Stand der neuen Roten Liste sind nun 29 Arten in Hessen ausgestorben. Das Haselhuhn, die Uferschnepfe und der Flussuferläufer sind einige der Arten, die in den vergangenen Jahren aus Hessen verschwunden sind. Weitere Arten könnte das gleiche Schicksal ereilen, wenn die aktuelle Bestandsentwicklung so weitergeht wie bisher. Insgesamt 75 Arten sind in einem bestandsgefährdeten Status. Die Schleiereule ist eine der Arten, die bereits vom Aussterben bedroht sind. Rebhuhn und Braunkehlchen konnten durch intensive Schutzbemühungen auf einem stabilen Bestand gehalten werden, sie gehören aber weiterhin zu den gefährdeten Arten. Andere Arten wie der Stieglitz und die Stockente gehören mittlerweile zu den gefährdeten Arten. Elf Arten stehen auf der Vorwarnliste. So sind beispielsweise der Feldsperling und der Star nicht weit von der Einstufung in eine Gefährdungskategorie entfernt. Nur noch 75 Arten sind als ungefährdet einzustufen. Eine Bilanz, die deutlich zeigt, wie dramatisch sich die Zustände in unserer Landschaft verschlechtert haben.

Aber es gibt auch gute Nachrichten: Heidelerche und Wendehals kommen wieder häufiger vor, sie profitieren ebenso wie die Zaunammer von der Klimaerwärmung. Arten wie der Eisvogel, der Baumfalke und der Haussperling können von einem Gefährdungsstatus wieder in die Kategorie „ungefährdet“ eingestuft werden. Auch der Grauammer und dem Wachtelkönig geht es wieder besser. Dies kann auf gezielte Schutzprogramme zurückgeführt werden, bei denen Nestschutz und Maßnahmen zur Verbesserung der Lebensräume in Zusammenarbeit von Behörden und Naturschutz umgesetzt wurden. Es gibt also noch Hoffnung für die hessischen Brutvogelarten, denn die intensive Betreuung insbesondere von Hotspots seltener Arten kann etwas bewirken. Bislang können diese Schutzprogramme jedoch noch nicht großflächig genug umgesetzt werden, um den Gefährdungen entgegen zu wirken. Umso wichtiger ist es, sich weiter für die benötigten Schutzmaßnahmen zu engagieren und parallel dazu fundiertes und aktuelles Wissen zur Bestandsentwicklung der Arten im Rahmen der gut etablierten Monitoringprogramme zu generieren.

Wer mehr über die neue Rote Liste erfahren möchte, kann sich zur Veranstaltung „Rote Liste der bestandsgefährdeten Brutvogelarten“ bei der Naturschutzakademie in Wetzlar (NAH) anmelden. Die Veranstaltung wird am 26.02.2024 stattfinden.



Quelle
Hessisches Landesamt für Naturschutz, Umwelt und Geologie
Rheingaustraße 186
D-65203 Wiesbaden

Stand
06.02.2024

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In der Aufnahme von Johannes Rother


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Leibniz-Zentrum für Marine Tropenforschung GmbH
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Leibniz-Zentrum für Marine Tropenforschung GmbH

20/21.02.2024

  • Neue Studie warnt: Klimaerwärmung und invasive Art bedrohen Seegraswiesen im Mittelmeer

Der Anstieg der Meerestemperatur und des Salzgehalts im Mittelmeer sowie die Einwanderung invasiver Arten könnten dort die Struktur und biologische Vielfalt der Seegraswiesen gefährden, die eine wesentliche Funktion für die Meeresumwelt haben. 

Zu diesem Schluss kommt ein internationales Team von Forschenden unter Leitung des Leibniz-Zentrums für Marine Tropenforschung (ZMT) in einer Studie, die kürzlich in der Zeitschrift „Science of The Total Environment“ erschienen ist.
Neue Studie warnt: Klimaerwärmung und invasive Art bedrohen Seegraswiesen im Mittelmeer

Die Klimaerwärmung führt immer deutlicher zu besorgniserregenden Veränderungen in den Ökosystemen der Ozeane. Auch das Mittelmeer bleibt davon nicht verschont. Dort gelten die Seegraswiesen als äußerst wichtige „Ökosystemingenieure“: Sie bieten ökologische Nischen für eine Vielzahl mariner Tierarten und tragen so zur allgemeinen Gesundheit und Artenvielfalt der Küstenökosysteme bei. Zudem haben sie eine wichtige Funktion als CO₂-Senke.

Ein internationales Team von Forschenden unter Leitung des Leibniz-Zentrums für Marine Tropenforschung (ZMT) in Bremen hat nun untersucht, wie sich der kontinuierliche Anstieg der Meeresoberflächentemperatur und des Salzgehalts sowie die ungewöhnlich warmen Sommerereignisse auf die Seegraswiesen im Mittelmeer auswirken könnten. Dabei nahmen sie ein Ereignis besonders ins Visier: in den Unterwasserwiesen macht sich eine invasive Seegrasart breit, Halophila stipulacea, die aus dem Roten Meer eingewandert ist.

Das Mittelmeer beherbergt - zusammen mit der eingewanderten Spezies - fünf Arten von Seegräsern, von denen jede unterschiedliche ökologische Eigenschaften und Umwelttoleranzen hat. Die invasive Halophila ist im Roten Meer, im Persischen Golf und im Indischen Ozean heimisch. Sie migrierte durch den Suezkanal ins Mittelmeer. „Die Einwanderung exotischer tropischer Arten durch den Suezkanal hat dazu beigetragen, dass das Mittelmeer als Hotspot für marine Bioinvasionen gilt“, sagt Pedro Beca-Carretero, Biologe am ZMT und Erstautor der Studie.

In ihrem Projekt verwendeten die Forschenden einen Modellierungsansatz, der sich für die Simulation komplexer räumlicher biologischer und ökologischer Prozesse eignet. Sie entwickelten verschiedene Klimaszenarien, in denen sich entweder nur einheimische mediterrane Arten oder die einheimischen mit der invasiven Art einmal ungestört entwickeln konnten, ein anderes Mal menschlichen Einflüssen ausgesetzt waren.

Die Ergebnisse deuten darauf hin, dass die Auswirkungen des Klimawandels, insbesondere der Anstieg der Meerestemperatur und des Salzgehalts, sowie die Einwanderung invasiver Arten zu einem erheblichen Wandel in der Seegrasgemeinschaft des Mittelmeers führen könnten.

Auswirkungen auf die biologische Vielfalt des Mittelmeers

„Wir erwarten eine Verschiebung von langlebigen, großen Arten, wie der einheimischen Posidonia oceanica, hin zu kleinen und schnell wachsenden Arten wie der invasiven Halophila“, erklärt Beca-Carretero. „Posidonia ist zwar noch die häufigste Seegrasart im Mittelmeer – sie bildet ausgedehnte Unterwasserwiesen entlang der Küste, insbesondere in Gebieten mit flachen und geschützten Meeresbedingungen – doch sie ist wenig ausbreitungsfähig, wächst langsam und ist sehr stressanfällig. Halophila hingegen ist an die Bedingungen im Roten Meer angepasst, das einen hohen Salzgehalt hat und aufgrund seiner eingeschlossenen Lage in tropischen und subtropischen Regionen eines der wärmsten Meere der Welt ist.“

Die Veränderungen könnten sich auf Struktur und Funktion des Lebensraums all jener Tierarten auswirken, die von Seegraswiesen abhängig sind, und somit auf die biologische Vielfalt des Mittelmeers. Denn die Seegraswiesen beherbergen eine Vielzahl an Lebewesen, wie verschiedene Fischarten, Krebse, Garnelen, Mollusken und andere Organismen. Seegraswiesen sind für den Lebenszyklus vieler Arten von entscheidender Bedeutung, da sie ihnen Schutz und Nahrungsgebiete sowie Brutplätze und Kinderstuben bieten.

„Es ist gut möglich, dass dadurch die Gesundheit und Widerstandsfähigkeit der gesamten Küstenumwelt im Mittelmeer beeinträchtigt werden“, so Pedro Beca-Carretero. „Damit sind auch Menschen wie Fischer, Gastronomen und andere betroffen, die auf diesen Küstenlebensraum angewiesen sind.“ Der Forscher plant, die Modelle, die für die Studie entwickelt wurden, auch für andere Meeresregionen und marine Ökosysteme einzusetzen, um die Folgen globaler Umweltveränderungen abzuschätzen.

Bildunterschrift:
  • Die kleinwüchsige invasive Seegrasart Halophila stipulacea vor Eilat in Israel. (Foto: Stephanie Helber, Leibniz-Zentrum für Marine Tropenforschung)

Das Projekt wurde von der Alexander von Humboldt-Stiftung sowie vom Bundesministerium für Bildung und Forschung finanziert.

Publikation

Pedro Beca-Carretero, Gidon Winters, Mirta Teichberg, Gabriele Procaccini, Fabian Schneekloth, Ramon H. Zambrano, Kelcie Chiquillo, Hauke Reuter, Climate change and the presence of invasive species will threaten the persistence of the Mediterranean seagrass community, Science of The Total Environment, Volume 910, 2024, https://doi.org/10.1016/j.scitotenv.2023.168675


Quelle
Leibniz-Zentrum für Marine Tropenforschung (ZMT) GmbH
Fahrenheitstraße 6
28359 Bremen

Stand
06.02.2024

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PowerNet 2024
PowerNet 2024 - Energiewendeminister Tobias Goldschmidt will mit Branche der Erneuerbaren den Turbo einlegen

19/20.02.2024

  • Goldschmidt: "„Schleswig-Holstein wird das Drehkreuz der Erneuerbaren in Deutschland und Europa. Die Zeiten für Investitionen sind richtig gut“"

KIEL/NEUMÜNSTER.
Energiewendeminister Tobias Goldschmidt war heute gemeinsam mit weiteren Vertreterinnen und Vertretern der Wissenschaft, Kommunalpolitik und Erneuerbaren-Branche bei der Eröffnungspressekonferenz zur PowerNet 2024 in Neumünster zu Gast. Neben Goldschmidt sprachen dort die Wirtschaftsweise Veronica Grimm von der Universität Erlangen-Nürnberg; Frank Osterwald, Geschäftsführer der Gesellschaft für Energie und Klimaschutz Schleswig-Holstein; Uta Bielfeldt, Bürgermeisterin Meldorf; und Marcus Hrach, Geschäftsführer des Landesverbands Erneuerbare Energien Schleswig-Holstein.
Auf der zentralen Energiewendekonferenz treffen sich über 500 Akteurinnen und Akteure aus ganz unterschiedlichen Transformationsbereichen, um sich auszutauschen und zu vernetzen. "„Diese Vernetzung ist für die Energiewende enorm wichtig. Die PowerNet ist damit eine wichtige Plattform auf dem Weg Schleswig-Holsteins zum ersten klimaneutralen Industrieland bis 2040. Deswegen unterstützt das Land die PowerNet in diesem und auch in den kommenden Jahren weiterhin finanziell in großem Umfang“", sicherte Goldschmidt zu.

Landesregierung schafft gute Rahmenbedingungen für Erneuerbare

Die Voraussetzungen dafür sind in Schleswig-Holstein hervorragend. Nicht nur die natürlichen klimatischen Bedingungen begünstigen das Land zwischen den Meeren für die Energiewende und vor allem für die Windenergie. Auch die Landesregierung sieht in den Erneuerbaren Energien eine echte Chance für die Zukunft Schleswig-Holsteins und schafft seit vielen Jahren die energiepolitischen Rahmenbedingungen. Das zeigt Wirkung: In keinem Land wird mehr Windenergie zugebaut als hier.

"„Wir wollen Schleswig-Holstein zur Energiedrehscheibe im Herzen Europas entwickeln. Das ist unsere Vision, aber auch unser Anspruch. Wir sind schon jetzt Stromexporteur in andere Bundesländer, weil wir die Erneuerbaren Energien früh ausgebaut haben und beim Netzausbau gut vorangekommen sind“," sagt Goldschmidt. Erneuerbare Energien seien eine entscheidende Voraussetzung für wirtschaftliches Wachstum und steigende industrielle Wertschöpfung. Bestes Beispiel dafür sei die Northvolt-Ansiedlung.

„Wir brauchen jetzt noch mehr Investitionen“

Tobias Goldschmidt weiter: "„Hier in Schleswig-Holstein findet die Erneuerbaren-Branche, was sie braucht. Wir haben ein Ohr für die Erneuerbare-Energien-Industrie und ihre Forderungen. Mit der Netzentgeltreform und anderen Neuerungen haben der Bund und die Bundesnetzagentur zentrale energiewirtschaftliche Reformprojekte endlich angestoßen. Jetzt ist die Zeit, dass die Unternehmen und die Politik gemeinsam voranschreiten. Wir brauchen jetzt noch mehr Investitionen, um unsere klimapolitischen Ziele zu erreichen.“"

Um der zentralen Bedeutung der PowerNet und der Erneuerbaren-Branche für Schleswig-Holstein Ausdruck zu verleihen, hat das Kabinett der Landesregierung von Daniel Günther seine aktuelle Sitzung auf die Veranstaltung verlegt. Es wird am Rande der PowerNet tagen.

Auf der PowerNet nehmen Energiewendeminister Tobias Goldschmidt und Energiestaatssekretär Joschka Knuth an den folgenden Veranstaltungen teil:

  •     In der Podiumsdiskussion „Wir machen Energiewende! Chancen und Herausforderungen der Transformation“ zur Eröffnung erläutert Goldschmidt den Weg, den die Landesregierung verfolgen will, um zum Ziel der Klimaneutralität 2040 zu gelangen. Ein wichtiges Etappenziel ist dabei der Entwurf des Klimaschutzprogramms (KSP) 2030, das jedes Ministerium mit konkreten emissionssenkenden Maßnahmen belegt. Außerdem werden ein Bürgerforum und eine Fachkonferenz für das erste Halbjahr 2024 vorbereitet. Ende 2024 soll das finale KSP beschlossen werden.

  •     In der Session „Transformation der Wärmeversorgung im ländlichen Raum“ informiert Staatssekretär Knuth über die nächsten Schritte zur Wärmewende. Dabei geht es vor allem darum, die neuen gesetzlichen Rahmenbedingungen aus dem Gebäudeenergiegesetz, dem Wärmeplanungsgesetz und dem Energieeffizienzgesetz in Landesrecht zu übertragen – hierfür wird die Novelle des Energiewende- und Klimaschutzgesetz genutzt. Außerdem wird Knuth über öffentliche Förderungen in nachhaltige Wärmeversorgungssysteme informieren.

  •     In der Session „Agri-, BioDiv-, Moor-, Dach- und klassische Freiflächen-PV - worin liegt die Zukunft des Ausbaus in Schleswig-Holstein“ geht es insbesondere um den doppelten Nutzen des Solaranlagenzubaus – für Natur und Klima. Dabei stellt Minister Goldschmidt klar, dass bewusst keine klaren Solar-Ausbauziele definiert werden. Wichtig sei das Gesamtziel und ein flexibler Gesamtrahmen, keine Übersteuerung. Das geplante „Solarpaket“ könne eine gewisse Steuerung für den Zubau und die naturverträgliche Standortauswahl leisten.

  •     Die Session „Dabei sein ist nicht alles: Ländervergleich beim Marathon zum ersten klimaneutralen Industrieland“ nahm Staatssekretär Knuth sportlich und forderte die anderen Bundesländer zu einem gemeinsamen Wettlauf in Sachen Klimaneutralität auf. Schleswig-Holstein werden den Vorsitz der Energieministerkonferenz dafür nutzen, Kooperationen mit anderen Bundesländern und Regionen der Welt dafür aufzubauen und eine der größten Herausforderungen anzugehen: die Finanzierung der Energiewende.

Quelle
Ministerium für Energiewende, Klimaschutz, Umwelt und Natur 
Mercatorstr. 3 
24106 Kiel

Stand
06.02.2024

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Gemeinsam für mehr Kreislaufwirtschaft und Ressourceneffizienz

Gemeinsam für mehr Kreislaufwirtschaft und Ressourceneffizienz

19/20.02.2024

  • Über 300 Teilnehmer bei den Bayerischen Kreislaufwirtschafts- und Ressourceneffizienztagen 2024

„Die Zukunft heißt Kreislaufwirtschaft!“
Mit diesen Worten eröffnete der Bayerische Staatsminister für Umwelt- und Verbraucherschutz, Thorsten Glauber, am 7. Februar 2024 die Bayerischen Kreislaufwirtschafts- und Ressourceneffizienztage (KReTa 2024) in der IHK für München und Oberbayern. 

Über 300 Teilnehmer aus Wirtschaft, Wissenschaft und von Behörden tauschten sich zwei Tage in Präsenz und digital darüber aus, was die Branche bewegt: Klimaschutz, KI und Digitalisierung, Kreislaufwirtschaft der Zukunft, Recycling von Kunststoffen und Recyclingbaustoffe.
Zwei Themen bringen die aktuellen Herausforderungen in der Kreislaufwirtschaft auf den Punkt: Kunststoffe und Baustoffe. Bei den Kunststoffen steigt weltweit das Volumen bei der Herstellung weiterhin stark an und parallel wächst auch bei uns die Menge an Kunststoffabfällen. In Deutschland fielen 2021 circa 5,7 Millionen Tonnen davon an, das entspricht über 220.000 voll beladenen LKWs. Noch deutlicher ins Gewicht fallen Bau- und Abbruchabfälle. Sie stellen den größten Abfallstrom dar: Laut Statistischem Bundesamt mit rund 228 Millionen Tonnen im Jahr 2018 für ganz Deutschland. Das entspricht rund 55 Prozent des Gesamtabfallaufkommens. Allein in Bayern waren es im selben Jahr 53 Millionen Tonnen.

Prognosen der Circular Economy Initiative Deutschland zu Folge könnten durch Maßnahmen wie eine Verlängerung der Nutzungsdauer, eine Nutzungsintensivierung sowie besseres Recycling von Produkten bis 2050 circa 70 % der Ressourcen eingespart werden. Bei den KReTa 2024 präsentierten Unternehmen, die in Bereichen der Ressourceneffizienz bereits erfolgreich sind, ihre Ideen, Produkte und Dienstleistungen in Vorträgen und im Ausstellerbereich, darunter auch die vier Gewinner des Bayerischen Ressourceneffizienzpreises 2023. Die zweitägige Veranstaltung bot außerdem eine Plattform zum Netzwerken sowie zum allgemeinen Austausch und Wissenstransfer rund um die Material- und Rohstoffeffizienz, Klimaschutz und Digitalisierung.

Um das Bewusstsein für eine nachhaltige Baubranche zu stärken und die Potenziale von Recycling-Baustoffen auszuschöpfen, hat die Bayerische Staatsregierung am 29.03.2022 ein Maßnahmenpaket für den verstärkten Einsatz von Recycling-Baustoffen beschlossen: "Mission RC20/25 – Bayern baut auf Umweltschutz!". Ziel ist es, bis 2025 den Anteil des Bauschutts, der in Recyclinganlagen aufbereitet wird, um 20 % zu steigern. Als eine der beschlossenen Maßnahmen hat das Bayerische Staatsministerium für Umwelt und Verbraucherschutz gemeinsam mit dem Bayerischen Staatsministerium für Wohnen, Bau und Verkehr den Bayerischen Ideenwettbewerb für den nachhaltigen Einsatz von Bauteilen und Recyclingmaterialien im Bausektor ausgelobt. Ideen hierfür können beim Ressourceneffizienz-Zentrum Bayern (REZ) eingereicht werden: www.rez.bayern.de/ideenwettbewerb.

Sie interessieren sich dafür, Themen der Material- und Rohstoffeffizienz in Ihrem Unternehmen umzusetzen? Das REZ ist dafür die zentrale Anlaufstelle in Bayern und freut sich darauf, Sie bei Ihren Vorhaben zu unterstützen. Weitere Informationen unter: www.rez.bayern.de.

Quelle
Bayerisches Landesamt für Umwelt
Bürgermeister-Ulrich-Straße 160
86179 Augsburg

Stand
08.02.2024

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Regionale Forst-Holz-Ketten
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Regionale Forst-Holz-Ketten

19/20.02.2024

  • Illustrationen zeigen den Weg vom Baumstamm zum verarbeiteten ProduktZoombild vorhanden

Freising. Regional zu produzieren, ist in aller Munde, auch im Zusammenhang mit Holz und Holzprodukten. Die LWF hat zusammen mit dem Holzforum Allgäu das Thema über drei Jahre näher untersucht und gibt nun in Form eines LWF-Merkblattes Hilfestellungen zum Aufbau und Betrieb regionaler Forst-Holz-Ketten.

 „Jede Region ist zwar anders“, sagt Dr. Peter Pröbstle, Präsident der Bayerischen Landesanstalt, „aber wir hoffen mit unserem Merkblatt den Partnern regionaler Netzwerke im Forst-Holz-Sektor einige allgemeingültige, gute Tipps geben zu können.“

In einem aus dem Waldklimafonds geförderten Projekt untersuchte die LWF mit Holzforum Allgäu verschiedene Aspekte regionaler Forst-Holz-Ketten anhand der Beispielregion Allgäu. Mit einer umfassenden Fragebogenaktion wurden die Ströme des Holzes von den Wäldern über die regionalen Sägewerke, Zimmereien, Schreinereien und sonstigen Betriebe bis zu den Endkunden nachgezeichnet. Befragungen zahlreicher Branchenvertreter zur Einschätzung regionaler Potenziale und Workshops zu möglichen Hindernissen und deren Lösung folgten. Eine Befragung in der Bevölkerung erkundetet die Nachfrage nach Holzprodukten.

Aus den Ergebnissen aller Einzeluntersuchungen wurde das Merkblatt entwickelt. Anhand von zehn Fragen, werden Hilfestellungen zum Aufbau und Betrieb regionaler Forst-Holz-Ketten gegeben. „Zunächst scheint alles ganz einfach: Überall gibt es Wald und überall sind Leute, die Holzprodukte brauchen.“, sagt LWF-Präsident Dr. Pröbstle, „wenn wir dann aber genauer hinschauen, zeigt sich, wie komplex der Forst-Holz-Sektor ist. Unser Ehrgeiz war es, verdichtete Aussagen abzuleiten, die der Komplexität und Vielfalt regionaler Forst-Holz-Ketten gerecht werden.“

Außerdem errechneten die Projektpartner im Rahmen des Projektes „Carboregio“ Ökobilanzen für verschiedene Holzprodukte, um die sehr wohlwollende Haltung der Bevölkerung zur Regionalität mit Zahlen zu untermauern. Insbesondere untersuchten die Experten die Auswirkung der Transportentfernungen und anderer Faktoren auf die Ökobilanzen verschiedener Holzprodukte. Es zeigte sich, dass durch eine regionale Produktion die CO2-Bilanz verbessert wird, mit deutlichen Unterschieden je nach Produkt. Insgesamt hatte außerdem bei fast allen Holzprodukten nicht der Transport, sondern die Herstellung bzw. die Rohholzbereitstellung den größten Anteil an den Treibhausgasemissionen. Es ist daher zu empfehlen, dass für eine Verbesserung der CO2-Bilanz neben den Transport- auch die Produktionslinien optimiert werden sollten.

In der Darstellung von © LWF

  • Veranschaulichung der Definition eines regionalen Holzprodukts im Projekt CarboRegio

Quelle
Bayerische Landesanstalt für Wald und Forstwirtschaft
Hans-Carl-von-Carlowitz-Platz 1
85354 Freising

Stand
30.01.2024


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Nationalpark und Region ziehen positive Bilanz zum Jubiläum
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Nationalpark und Region ziehen positive Bilanz zum Jubiläum

18/19.02.2024

  • Großschutzgebiet im Schwarzwald feiert 10-Jähriges / Wolfgang Schlund: Wir haben schon viel erreicht und noch viel vor

Am 1. Januar 2014 wurde Baden-Württembergs erster und einziger Nationalpark gegründet. In diesem Jahr steht nun das erste große Jubiläum an: 10 Jahre Nationalpark Schwarzwald. 

Für Umweltministerin Thekla Walker auf jeden Fall mehr als ein Grund zum Feiern: „Der Nationalpark sensibilisiert uns für den Natur- und Artenschutz, vermittelt anschaulich den hohen Wert des Prozessschutzes und macht wilder werdende Natur für uns zugänglich und erlebbar. Darüber hinaus ist der Nationalpark wichtiger Impulsgeber für die Region. 

Er regt an, sich auf vielen Ebenen zu vernetzen und große Themen im ländlichen Raum gemeinsam anzugehen – und das mit Erfolg“, sagt sie. Seit Gründung ist dabei die Nationalparkregion Schwarzwald GmbH zentraler Partner im Tourismus.
Für die Natur selbst seien 10 Jahre natürlich ein winziger Zeitraum, sagt Nationalparkleiter Wolfgang Schlund. „Und trotzdem können wir schon viel Positives entdecken und beobachten, wie der Wald ein bisschen wilder wird.“ Gestartet ist der Nationalpark als Entwicklungsnationalpark mit einer Kernzone, die etwas größer als ein Drittel war. Mittlerweile ist sie schon etwas mehr als die Hälfte angewachsen. Bis spätestens 2044 kommt ein weiteres Viertel dazu. „Davon profitieren ganz besonders alle Arten, die auf strukturreiche Wälder und Totholz angewiesen sind und immer weniger Lebensräume finden“, erklärt Schlund.

Der seltene Dreizehenspecht etwa hat seine Population im Nationalpark stabilisiert. Auch Wendehals, Grauschnäpper und Grauspechte finden hier wieder Brutplätze. „Die Zitronengelbe Tramete, eine Pilzart, die als echte Urwaldart gilt, konnten wir mittlerweile schon an vielen Stellen im Nationalpark nachweisen – genauso wie mehr als 440 Käferarten, darunter sehr seltene, die sich auf totes Holz spezialisiert haben“, berichtet der Biologe. Das Großschutzgebiet im Schwarzwald zählt mit seinen knapp 10 000 Hektar zwar weltweit zu den kleinsten Nationalparks. „Und doch tragen wir unseren wichtigen Teil bei. Wir müssen der Natur den Raum geben, eigene Antworten zu finden. Weltweit können nur großflächige Schutzgebiete die vielfältigen, artenreichen Ökosysteme erhalten und stabilisieren, die für eine lebenswerte Zukunft entscheidend sind. Nur gemeinsam können wir für unsere nachfolgenden Generationen die Welt retten“, sagt Schlund.

Neuer Erlebnispfad wird im Mai eröffnet

Die wachsende Wildnis fasziniert auch die Gäste des Nationalparks: „Seit 2019 haben wir jedes Jahr zwischen 700 000 und einer Million Besuche gezählt“, berichtet Charly Ebel, Leiter des Fachbereichs Besucherinformation im Nationalpark. Wer nicht auf eigene Faust durchs Gebiet streifen mag, hat die Wahl zwischen rund 300 Veranstaltungen im Jahresprogramm. Dazu kommen pro Jahr mehr als 500 individuell gebuchte Führungen. „Besonders freuen wir uns im Sinne der Nachhaltigkeit natürlich über die mehr als 600 Besuche von Kindergärten und Schulklassen und die mittlerweile mehr als 100 Juniorangerinnen und Juniorranger, die regelmäßig zu uns kommen – so erreichen wir jährlich rund 10 000 Kinder und Jugendliche“, erzählt Ebel. Großer Magnet ist auch das 2021 eröffnete Nationalparkzentrum am Ruhestein.

Und in diesem Jahr kommen zwei weitere Attraktionen dazu. „Im Mai werden wir den Spechtpfad eröffnen, in unmittelbarer Nachbarschaft zum beliebten Lotharpfad und mit Informationen rund um die Spechte im Nationalpark“, verrät Ebel. Und im Oktober wird dann das zweite kleine Besucherzentrum im nördlichen Parkteil seine Pforten öffnen. „Die Ausstellung im ehemaligen Rossstall in Herrenwies rückt den Mensch und seine Beziehung zum Wald in den Fokus und schlägt so eine schöne Brücke zum großen Zentrum mit der interaktiven Ausstellung zum wilden Wald“, erzählt Charly Ebel.

Wertvolle Zusammenarbeit von Nationalpark und Region

Gute Nachrichten auch für die Region. „Der Nationalpark ist ein echter Besuchermagnet in unserer Mitte, die Nationalparkregion ein absolutes Erfolgsmodell“, sagt Michael Ruf, der als Bürgermeister von Baiersbronn dem Aufsichtsrat der Nationalparkregion vorsteht, zu der sich die 27 umliegenden Gemeinden zusammengeschlossen haben, um sich gemeinsam touristisch zu vermarkten. „Wir sind in einem sehr engen Austausch. Nur wenn sich Angebote ergänzen und aufeinander abgestimmt sind, entsteht für alle ein Mehrwert“, wie Ruf bilanziert. Gemeinsam mit dem Land haben Region und Nationalpark beispielsweise ein sehr aufwändiges Verkehrskonzept auf den Weg gebracht, wodurch Taktung und Routen des öffentlichen Nahverkehrs deutlich ausgebaut wurden. „Zusammen können wir so viel mehr erreichen als eine einzelne Kommune alleine“, lobt auch Myriam Geiser, eine der beiden Geschäftsführerinnen der GmbH die Zusammenarbeit.

Ein gemeinsames Großprojekt ist auch die Umsetzung einer digitalen Besucherlenkung in der Region. Die dazu benötigte Datenbank konnte durch eine Förderung des Verkehrsministeriums entwickelt werden. Künftig sollen Auslastungsdaten in Echtzeit Gästen die Möglichkeit geben, den Aufenthalt in der Region zu planen. Starkbesuchte Ausflugsorte können dadurch entlastet werden. Ein erster digitaler Infopoint am Lotharpfad wurde bereits durch die Gemeinde Baiersbronn umgesetzt, weitere sind in Planung.

10 Jahre Nationalpark Schwarzwald – mehr als ein Grund zu feiern


Das Jubiläum selbst soll natürlich auch gefeiert werden: Am 15. und 16. Juni lädt der Nationalpark zu einem Bürgerfest an den Ruhestein ein. „Wir haben schon viel erreicht und wir haben noch viel vor – das möchten wir gemeinsam mit den Menschen in der Region feiern“, sagt Wolfgang Schlund.

 
Hintergrund

Eine Spur wilder – das darf der Schwarzwald im ersten Nationalpark des Landes Baden-Württemberg wieder sein. Motto: Natur Natur sein lassen. Am 1. Januar 2014 gegründet, zieht sich der 10 000 Hektar große Park zwischen Baden-Baden und Freudenstadt den Höhenrücken des Nordschwarzwalds entlang. Mit Beschluss des Nationalparkrats im Februar 2020 wurden die Kernzonen des Nationalparks, also die „eine Spur wilderen“ Bereiche, von ursprünglichen 32,5 Prozent der Fläche des Nationalparks auf über 50 Prozent erweitert. Bis zum Jahr 2044 soll der Mensch auf 75 Prozent der Gesamtfläche nicht mehr in die natürliche Entwicklung eingreifen.

27 Gemeinden in drei Landkreisen bilden die Nationalparkregion Schwarzwald: der Landkreis Freudenstadt mit Alpirsbach, Bad Rippoldsau-Schapbach, Baiersbronn, Freudenstadt, Loßburg und Pfalzgrafenweiler; der Ortenaukreis mit Achern, Bad Peterstal-Griesbach, Durbach, Kappelrodeck, Lauf, Lautenbach, Oberkirch, Oberwolfach, Ottenhöfen, Ottersweier, Oppenau, Sasbach, Sasbachwalden und Seebach sowie der Landkreis Rastatt mit Bühl, Bühlertal, Forbach, Gaggenau, Gernsbach, Loffenau und Weisenbach. Gemeinsam umschließen sie die mehr als 10.000 Hektar große Fläche des Nationalparks Schwarzwald.

Nationalpark und Nationalparkregion entwickelten gemeinsam ein Tourismuskonzept, das nun Schritt für Schritt umgesetzt wird. Dazu gründete sich 2020 die Nationalparkregion Schwarzwald GmbH. Das erklärte Ziel: die Region um den Nationalpark Schwarzwald als außergewöhnliche Tourismusdestination nachhaltig zu stärken und resilient aufzustellen, um auch zukünftig Einheimische und Touristen von ihrer Vielfalt begeistern zu können. Weitere Informationen zur Nationalparkregion unter www.nationalparkregion-schwarzwald.de.

Mehr zu Naturschutz, Forschung und Angeboten des Nationalpark Schwarzwald unter www.nationalpark-schwarzwald.de. Hier gibt es auch einen eigenen Blog mit aktuellen Nachrichten aus dem Schutzgebiet.

Die Pressemitteilung vom 6. Februar als PDF zum Herunterladen: Zusammenarbeit trägt Früchte: Nationalpark und Region ziehen positive Bilanz zum Jubiläum (PDF, 0.3 MB)

Sollte das PDF nicht mehr an dieser Stelle zum Download zur Verfügung stehen, fragen Sie gerne in unserer Pressestelle nach: pressestelle@nlp.bwl.de

Die Bilder, die Sie unter folgendem Link herunterladen können, dürfen Sie gerne im Rahmen Ihrer Veröffentlichung zum Thema mit Nennung der Bildquelle kostenfrei verwenden:

 In der Aufnahme von © Luis Scheuermann (Nationalpark Schwarzwald)
  •  Spechtpfad 


Quelle
Nationalpark Schwarzwald
Schwarzwaldhochstr.2
77889 Seebach

Stand
06.02.2024

Für diese Information trägt ausnahmslos der/die Autor*in/Urheber*in die redaktionelle Verantwortung.Die kommunizierten Informationen geben ausnahmslos die Meinung des Verfassers*in, nicht eine Stellungnahme unserer Organisation wieder.

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20 Jahre Nationalpark Eifel
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Umweltminister Krischer: 20 Jahre Nationalpark Eifel - ein voller Erfolg für Natur, Mensch und Region

18/19.02.2024

  • Großes Nationalpark-Jubiläumsfest am 10. März 2024 im National-park-Zentrum Eifel – Neue digitale Broschüre

20 Jahre nach seiner Gründung kann der Nationalpark Eifel auf eine beeindruckende Erfolgsgeschichte zurückblicken. Waren anfangs im Schutzgebiet 230 gefährdete Arten bekannt, konnten Forscherinnen und Forscher mittlerweile mehr als 2.600 Rote-Liste-Arten nachweisen, die im Nationalpark wertvollen Lebensraum finden. 

Insgesamt leben in dem Schutzgebiet an der belgischen Grenze sogar mehr als 11.300 Arten. Einen großen Anstieg zeigen auch die Gästezahlen des Schutzgebietes. Seit der ersten Untersuchung im Jahr 2007 (450.000 Gäste) haben sich die Gästezahlen des Nationalparks auf über eine Millionen Gäste pro Jahr mehr als verdoppelt.
„Es ist toll und absolut beeindruckend, was in der Nationalparkregion auf die Beine gestellt wurde. Der Nationalpark Eifel ist ein voller Erfolg für die Natur, die Menschen und die Region. Er ist eine Schatzkammer der Biodiversität, bietet spannende Naturerlebnisse und unterstützt die wirtschaftliche Entwicklung der Region“, so Umweltminister Oliver Krischer.

Großes Jubiläumsfest am 10. März


Anlässlich des 20-jährigen Jubiläums hat die Nationalparkverwaltung eine über das Jahr verteilte öffentliche Veranstaltungsreihe geplant. Den Auftakt macht ein großes Nationalpark-Jubiläumsfest am 10. März im Nationalpark-Zentrum Eifel. An diesem Tag ist nicht nur der Eintritt in die dortige Erlebnisausstellung Wildnis(t)räume frei, sondern es gibt von 10.00 bis 17.00 Uhr auch ein buntes Programm für Jung und Alt.

Dazu zählen unter anderem Kinder-Theater, Poetry-Slam, Rangerführungen, Bastelwerkstatt und die Multimedia-Präsentation „Wildes Namibia“. Ein Höhepunkt ist die Fotoausstellung „Wilde Bilder – 20 Jahre Wildnisentwicklung im Nationalpark Eifel“. Sie zeigt 40 Bildpaare, die spannende Vorher-Nachher-Einblicke in die Entwicklung ausgewählter Naturstandorte in Nordrhein-Westfalens Nationalpark gibt. Weitere Termine für Jubiläumsveranstaltungen werden in Kürze bekanntgegeben.

Wertvoller Lebensraum für die Natur und attraktiver Erlebnisraum für die Menschen


Eingerichtet wurde der 10.800 Hektar große Nationalpark im Jahr 2004 auf Flächen des Landes Nordrhein-Westfalen und des Bundes. Biber, Milane, Mauereidechsen, Wildnarzissen und auch typische Arten für alte Wälder wie der „Urwald-Pilz“ Ästiger Stachelbart nutzen den Nationalpark als Lebensraum. Mit Fotofallen und Baldrianwurzel als Lockstoff konnten Forscher zudem ein bedeutendes Wildkatzen-Vorkommen nachweisen, das aus mehr als 50 Tieren besteht. Auch Schwarzstörche ziehen im Nationalpark regelmäßig ihre Jungen auf. In den Wäldern konnte die Nationalparkverwaltung feststellen, dass vor allem die Rotbuche häufiger wird, was ein Hinweis auf die Abnahme der Einflüsse früherer Nutzungen ist.

Für Besucherinnen und Besucher bietet der Nationalpark ein gut beschildertes Wegenetz mit einer Länge von insgesamt 240 Kilometern, Ausstellungen und vielfältige Umweltbildungs- und Naturerlebnisangebote, die auf die Schutzbestimmungen des Nationalparks abgestimmt sind. Neben den hauptamtlichen Rangern unterstützen mehr als 100 ehrenamtlich tätige Waldführerinnen und Waldführer den Nationalpark und führen Gruppen auf ganz individuellen Touren durch das Schutzgebiet. Auch für Schulen, Kinder- und Jugendgruppen gibt es vielfältige Programme: Von der Junior-Ranger-Schulung über Nationalpark-Schulen und -Kitas bis hin zu den Tages- und Mehrtagesprogrammen der Wildnis-Werkstatt, des Nationalpark-Zentrums und des Jugendwaldheims. Gastronomie- und Übernachtungsbetriebe im Umfeld des Nationalparks Eifel haben zudem an der Zertifizierung zu Nationalpark-Gastgebern teilgenommen. Gemeinsam mit den touristischen Leistungsträgern in der Region entstehen so Programme und Angebote – wie das viertägige Wanderangebot „Wildnis-Trail“, organisierte Wanderungen und spezielle ÖPNV-Angebote.

Eine Studie aus den Jahren 2014/2015 zeigte, dass der Nationalpark mit seinen Angeboten wertvolle Impulse für die wirtschaftliche Regionalentwicklung bietet. So bewirkten die damals 870.000 Besuche pro Jahr einen Bruttoumsatz von über 30 Millionen Euro, was rechnerisch 674 Arbeitsplätzen entspricht.

„In den ersten beiden Jahrzehnten konnten wir viel erreichen: Gemeinsam mit der Region haben wir für Gäste und Anwohnende eine attraktive Erlebnis-Infrastruktur im Nationalpark und seinem Umfeld geschaffen, zudem die ÖPNV-Anbindung optimiert. Nach und nach findet die Natur in ihre eigenen Kreisläufe zurück. In den nächsten Jahren werden wir in einigen Bereichen die notwendigen Renaturierungsmaßnahmen abschließen können, so dass weitere Flächen dem Weg in die Wildnis überlassen werden“, so Michael Lammertz, kommissarischer Leiter der Nationalparkverwaltung.

Da in den ersten Jahrzehnten noch Maßnahmen zur Steigerung der Naturnähe stattfinden – wie die Pflanzung heimischer Baumarten und die Renaturierung von Gewässern – gehört das Schutzgebiet zu den sogenannten Entwicklungsnationalparken. Große Fortschritte konnte die Nationalparkverwaltung dabei gemeinsam mit der Biologischen Station StädteRegion Aachen e.V. im LIFE+ Projekt „Wald – Wasser – Wildnis“ erzielen. Mit Förderung der EU konnten dabei über 500 Einzelmaßnahmen zur Renaturierung von Wald- und Wasserlebensräumen und zur Entwicklung von Offenlandlebensräumen umgesetzt werden. Rund 80 Kilometer Fließgewässer wurden so wieder durchgängig und naturnäher.

Die erfolgreiche Entwicklung im Nationalpark Eifel wurde bereits mehrfach ausgezeichnet – von offiziellen UN-Dekade-Projekten über mehreren Auszeichnungen für barrierefreies Naturerleben, wie im bundesweiter DB-Award „Tourismus für Alle“ bis hin zum Sonderpreis „Biodiversität“ für die Eifel im Bundeswettbewerb „Nachhaltige Tourismusregionen“. Seit 2014 ist der Nationalpark von der International Dark Sky Association zudem als Internationaler Sternenpark anerkannt.

„Die Biodiversitätskrise ist neben der Klimakrise die zweite große ökologische Herausforderung unserer Zeit. Daher möchten wir die Erfolgsgeschichte des Nationalparks fortschreiben und auch anderen Regionen ermöglichen. Hierzu haben wir ein landesweites Verfahren für einen zweiten Nationalpark gestartet, das allen Regionen offensteht. Als Land bringen wir geeignete Flächen ein und unterstützen die Regionen dabei, sich mit dem Thema Nationalpark auseinanderzusetzen und die Möglichkeiten vor Ort zu diskutieren“, so Minister Krischer.

Neue digitale Broschüre über den Nationalpark Eifel

Mit einer interaktiven und multimedialen Broschüre lädt das Umweltministerium Nordrhein-Westfalen dazu ein, den Nationalpark Eifel virtuell zu entdecken. Unter www.nationalpark-digital.nrw bündelt die digitale Broschüre „Nationalpark Eifel - Der Wildnis auf der Spur" vielfältige Informationen und Interaktionen zum Lesen, Stöbern, Klicken, Staunen und Rätseln. Eine Mischung aus Texten, Bildern, aber auch Audios und Filmclips führt durch die Datei. Ein Teil der Broschüre richtet sich dabei speziell an Kinder.

„Der Nationalpark Eifel ist ein Aushängeschild für Nordrhein-Westfalen. Mit der neuen digitalen Broschüre möchten wir zeigen, wie vielfältig und schön der Nationalpark ist und wie wichtig solche Gebiete für die Bewahrung unseres Naturerbes sind. Damit aus dem virtuellen Erlebnis authentische Naturerfahrungen werden, gibt es aber natürlich auch vielfältige Tipps, wie der Nationalpark vor Ort entdeckt werden kann – Natur erleben an 365 Tagen im Jahr“, so Minister Krischer.

In der Aufnahme von Foto: A. Niemeyer-Lüllwitz
  • „Wald-Wasser-Wildnis“ – dieses Jahr feiert der Nationalpark Eifel seinen 20. Geburtstag.


Quelle
Nationalparkforstamt Eifel
Urftseestraße 34
53937 Schleiden-Gemünd

Stand
07.02.2024

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Setting an example - preserving biodiversity - Informationspfad / Steigerwald
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Setting an example - preserving biodiversity  - Informationspfad / Umweltpädagogik Parcours Steigerwald - 2024 bis 2028

  • Flurwege weit mehr als nur landwirtschaftliche Verbindungstrassen zweiten Grades

18/19.02.2024


Steigerwald / Bayern.  Ein innovatives Artenschutz- Umweltbildungsprojekt des Artenschutz in Franken® und Turmstationen Kreis Borken-Coesfeld e.V.

Flurwege spielen eine wichtige ökologische Rolle in ausgeräumten Landschaften, insbesondere in intensiv genutzten land-wirtschaftlichen Gebieten oder urbanisierten Regionen.

Hier stellen wir Ihnen einige ökologische Bedeutungen von Flurwegen vor:

Biotopvernetzung:
Flurwege können als Verbindungselemente dienen und verschiedene Lebensräume miteinander verbinden. Sie schaffen somit eine Biotopvernetzung, die es Pflanzen und Tieren ermöglicht, sich zwischen isolierten Gebieten zu bewegen. Dies fördert den genetischen Austausch und trägt zur Erhaltung der Artenvielfalt bei.
Lebensraum für Pflanzen und Tiere:
Flurwege können eine einzigartige Umgebung bieten, die von bestimmten Pflanzenarten bevorzugt wird. Randbereiche entlang der Wege können als Lebensraum für spezialisierte Flora und Fauna dienen, die in den intensiv genutzten Flächen möglicherweise keine geeigneten Bedingungen finden.

Förderung von Pflanzenvielfalt:
Durch die natürliche Sukzession entlang der Flurwege kann eine vielfältige Pflanzengemeinschaft entstehen. Unterschiedliche Bodenbedingungen und Mikroklimata entlang der Wege können zu einer größeren Vielfalt von Pflanzenarten führen.

Habitat für Insekten:
Flurwege bieten Lebensraum für verschiedene Insekten, darunter Bienen, Schmetterlinge und Käfer. Diese Insekten spielen eine entscheidende Rolle bei der Bestäubung von Pflanzen und der Aufrechterhaltung des ökologischen Gleichgewichts.

Korridor für Wanderungen von Wildtieren:
Wildtiere nutzen Flurwege als Korridore für ihre Wanderungen. Dies erleichtert die Bewegung von Populationen, was wichtig ist, um genetische Vielfalt zu erhalten und das Überleben von Arten in fragmentierten Landschaften zu unterstützen.

Minderung von Erosion:
Gut gestaltete Flurwege können dazu beitragen, die Bodenerosion zu minimieren. Sie können als Barrieren gegen Wasserabfluss wirken und somit dazu beitragen, den Boden und darin enthaltene Nährstoffe zu erhalten.

Es ist wichtig, dass die Pflege und Planung von Flurwegen unter Berücksichtigung ökologischer Gesichtspunkte erfolgt, um ihre positiven Auswirkungen auf die Umwelt zu maximieren und negative Effekte zu minimieren.


Und wie sieht die Realität dieser Bereiche an zahlreichen Standorten in unserem Land aus?

  • Der Begriff "stiefmütterlich behandeln" zeigt sich bezogen auf diese Strukturen häufig noch als recht harmlos denn ...

Niedrige Priorität: Flurwege werden oft als Durchgangsbereiche betrachtet, die primär der Fortbewegung dienen. Die Pflege und Gestaltung solcher Bereiche stehen möglicherweise nicht ganz oben auf der Prioritätenliste, besonders wenn Ressourcen und Aufmerksamkeit auf andere Bereiche wie Hauptwege oder Grünanlagen gerichtet sind.

Funktionale Aspekte: Flurwege sind in erster Linie für den Verkehr gedacht, sei es zu Fuß oder mit Fahrzeugen. Pflanzungen könnten als störend empfunden werden, wenn sie die Sicht behindern, den Verkehrsfluss beeinträchtigen oder zusätzliche Wartung erfordern.

Budgetbeschränkungen: Die Pflege von Grünflächen erfordert Ressourcen wie Arbeitskraft, Wasser und Dünger. In Zeiten begrenzter finanzieller Mittel könnten Flurwegbepflanzungen zugunsten anderer Projekte vernachlässigt werden.

Mangelnde Wertschätzung: Flurwege werden möglicherweise als weniger wichtig oder ästhetisch ansprechend angesehen, was zu einer geringeren Wertschätzung für ihre Gestaltung und Pflege führt.

Unzureichende Planung: In manchen Fällen werden Flurwegbereiche möglicherweise nicht angemessen in die Gesamtplanung von Grünflächen einbezogen. Dies kann dazu führen, dass sie bei der Gestaltung und Pflege übersehen werden.

... ausgestattet mit diesen Inhalten führen diese Bereiche häufig ein jämmerliches Dasein ...


Doch häufig ist es auch einfach Desinteresse oder Mangel an Wissen der zu diesem stark negativen Aspekt beiträgt.

Und so haben wir uns in 2024 aufgemacht ein Projekt zu starten das hier konkret ansetzt und auch den Ansatz einer lebendigen Umweltpädagogik nicht übersieht.



In der Aufnahme
  • Wir entwickeln eigene Kennzeichnungselemente für eine innovative Biotopkenzeichnung
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Fünf Jahre danach – Auftakt zur Zwischenbilanz
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Fünf Jahre danach – Auftakt zur Zwischenbilanz

17/18.02.2024

  • Nach dem historischen Erfolg des Volksbegehrens im Februar 2019 wirft der Trägerkreis einen Blick auf Fortschritte und Defizite bei Blühflächen

Vor fünf Jahren standen tausende von Menschen in Bayern im Schnee vor den Rathäusern an, um für die Rettung der Wildbienen und Insekten zu unterschreiben. Über 1,7 Millionen Bürgerinnen und Bürger wollten damit ein Zeichen gegen das Artensterben setzen. 

Doch was ist seither aus der Umsetzung der neuen Ziele und Gesetze geworden, welche die Staatsregierung angenommen und an einem Runden Tisch teilweise sogar noch weitergefasst hatte? Zum Auftakt einer Zwischenbilanz nach fünf Jahren Volksbegehren Artenvielfalt – „Rettet die Bienen!“ wirft der Trägerkreis aus ÖDP, LBV, Bündnis 90/Die Grünen und Gregor Louisoder Umweltstiftung (GLUS) als ein erstes Beispiel einen Blick auf Fortschritte und Defizite bei Blühflächen und bei der Bewirtschaftung von öffentlichem Grün. 

Als positives Exempel gelten Projekte der Landeshauptstadt München, wo durch die Anlage von Blühflächen und die ökologische Bewirtschaftung öffentlicher Grünflächen Lebensräume in der Stadt geschaffen werden.

Agnes Becker, Beauftragte des Volksbegehrens und ÖDP-Landesvorsitzende:


„Vor fünf Jahren haben 1,7 Millionen Menschen der Bayerischen Staatsregierung den Auftrag gegeben, die Artenvielfalt im Freistaat zu fördern.  Nach dem Erfolg von „Rettet die Bienen!“ waren bayernweit vielerorts mehr Blühstreifen zu sehen. Mehrjährige Blühflächen können insbesondere in der intensiv genutzten Agrarlandschaft einen echten Mehrwert für die Artenvielfalt leisten. Hier bieten sie Nahrung und Lebensraum für Insekten. Unser Monitoringbericht zeigt, dass die verschiedenen Förderprogramme zur Förderung von Blühpflanzen in der Agrarlandschaft in den letzten Jahren sowohl flächenmäßig als auch hinsichtlich der Fördersummen zugenommen haben. Derzeit ist jedoch ein Abflauen des Interesses an Blühflächen spürbar. Die Anreize müssen hier so gut sein, dass die Förderprogramme auch in landwirtschaftlichen Gunstregionen angenommen werden.“

Dr. Norbert Schäffer, LBV-Vorsitzender:

„Das Volksbegehren hat das Gesicht Bayerns in mehrfacher Hinsicht verändert. Ein Symbol für die Erfolgsgeschichte sind mehr Blühflächen im Freistaat. Im Sommer sind sie wertvoll für die Artenvielfalt und dazu noch schön anzusehen. Besonders wichtig ist jedoch, dass die Blühflächen auch den Winter über stehen bleiben und nicht gemäht werden. Gerade im städtischen Bereich mag dies für manchen befremdlich wirken, da solche Flächen scheinbar unordentlich aussehen. Allerdings überwintern Insekten gerne in und an den Stängeln und Blütenständen. Werden diese Flächen vor dem Winter gemäht, werden sie zu einer regelrechten Falle. Ich möchte daher jede und jeden auffordern, ein wenig Unordnung zu ertragen, und auch im eigenen Garten kleine Blühinseln zu schaffen, die den gesamten Winter über stehen bleiben dürfen, ganz im Sinne der Artenvielfalt.“

Ludwig Hartmann, Vizepräsident des Bayerischen Landtags (Die Grünen):

„Wir brauchen endlich einen echten Biotopverbund, der nachvollziehbar und nachprüfbar ist. Er muss auf Karten dargestellt werden und sollte am besten in Regional- und Flächennutzungspläne übernommen werden. Nur so können wir rechtzeitig verhindern, dass durch den weiteren Flächenfraß der Biotopverbund wieder zerstört und wichtige Biotope weiter isoliert werden: Ein Flickenteppich hilft nicht weiter. Wir brauchen für den Biotopverbund keine Resterampe von Flächen, die keiner braucht und nutzt, sondern einen qualitätsvollen Biotopverbund der wertvolle Spenderflächen mit seltenen und gefährdeten Arten mit anderen geeigneten Lebensräumen verbindet. Der Biotopverbund muss geschützt werden und langfristig bestehen, denn eine auf fünf Jahre begrenzte KULAP-Maßnahme ist nur bedingt geeignet eine vom Aussterben bedrohte Population zu erhalten.“

Claus Obermeier, Vorstand der Gregor Louisoder Umweltstiftung:

„Auch Landkreise und Kommunen sind gefordert, ihre kommunalen Grünflächen entsprechend zu bewirtschaften. Einige Städte und Gemeinden gehen mit gutem Beispiel voran und führen Pilotprojekte zur Förderung der Artenvielfalt durch und stellen ihr Pflegemanagement um. Über den Blühpakt Bayern sind hier viele schöne Initiativen entstanden. Das Praxis-Handbuch für Bauhöfe liefert sehr gute Hinweise für eine insektenfreundliche Bewirtschaftung kommunaler Grünflächen. Jetzt kommt es darauf an, diese Maßnahmen in die Breite zu tragen, um einen echten Effekt für die Artenvielfalt zu erzielen.“

Dr.-Ing. Jeanne-Marie Ehbauer, Baureferentin der Landeshauptstadt München

„München ist sich seiner Verantwortung für die Artenvielfalt und des enormen Wertes der Stadt als Flora- und Faunahabitat sehr bewusst. Bei der Planung und Pflege unserer Parks und aller anderen städtischen Grün- und Freiflächen durch die Expert*innen des Baureferats ist es unser Ziel, das Biodiversitätspotenzial bestmöglich auszuschöpfen. Dafür haben wir die Kapazitäten für die differenzierte Ausgleichsflächen- und Biotoppflege erhöht und aktivieren nach zwei erfolgreichen Pilotprojekten nun sukzessive die ökologische Wirksamkeit des stadtweit 490 Hektar umfassenden Straßenbegleitgrüns “
Fünf Jahre Volksbegehren Artenvielfalt:

Seit fünf Jahren ist der Trägerkreis aus ÖDP, LBV, Bündnis 90/Die Grünen und GLUS im Einsatz für das Volksbegehren Artenvielfalt – „Rettet die Bienen!“. Um dem fortschreitenden Artensterben Einhalt zu gebieten, ist eine rasche und kontinuierliche Umsetzung der Volksbegehrensziele notwendig. Ein Pausieren der Bemühungen angesichts anderer drängender Krisen würde uns Jahre zurückwerfen und Probleme verursachen, die wir nicht mehr rückgängig machen können.  Nach dem historischen Erfolg 2019 zieht der Trägerkreis 2024 eine umfassende Bilanz und zum ersten Mal werden alle gesteckten Ziele überprüft. Der LBV beleuchtet darüber hinaus einzelne Beispiele zur Umsetzung der neuen Gesetze. Dabei wird überprüft, wie gut die neuen Gesetze umgesetzt werden, und was sie für die Natur bringen.

In der Aufnahme von LBV - Landesbund für Vogel- und Naturschutz in Bayern e. V.
Der Trägerkreis des Volksbegehrens zieht nach 5 Jahren Bilanz. V.l.n.r: Claus Obermeier, Dr. Norbert Schäffer, Ludwig Hartmann und Agnes Becker

Quelle
LBV - Landesbund für Vogel- und Naturschutz in Bayern e. V.
Eisvogelweg 1 
91161 Hilpoltstein

Stand
09.02.2024

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WWF legt Jahresbericht vor
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WWF legt Jahresbericht vor

17/18.02.2024

  • Einnahmen steigen / Weichenstellung mit neuer Strategie und neuem Vorstand / Rückzug aus Russland

Berlin. In seinem heute veröffentlichten Jahresbericht blickt der WWF Deutschland auf ein erfolg- und ereignisreiches Jahr zurück: Dank steigender Einnahmen von 124,7 Millionen Euro (plus neun Prozent) konnte die Organisation mit dem Panda im Logo ihre Arbeit im Finanzjahr 2022-2023 ausbauen. 

Für die gute Entwicklung sorgten vor allem Zuwächse bei privaten Spenden und Erbschaften sowie institutionelle Zuwendungen. „Für die Unterstützung sind wir sehr dankbar. Nur mit unseren Förderinnen und Förderern, starken Partnern aus der Zivilgesellschaft, aber auch aus Politik und Wirtschaft können wir den Schutz unserer Lebensgrundlagen vorantreiben“, sagt Meike Rothschädl, Vorständin Kommunikation, Marketing & Fundraising.
Dass große Fortschritte möglich sind, habe die Weltgemeinschaft zuletzt auf mehreren Konferenzen bewiesen. In Montreal einigten sich rund 200 Staaten innerhalb der UN-Biodiversitätskonvention im Dezember 2022 darauf, bis 2030 mindestens 30 Prozent der Land- und Meeresfläche unter Schutz zu stellen. Kurz darauf verständigten sich die Staaten auf einen Vertragstext zum Schutz der Hohen See. Damit sei die Chance greifbar nahe, über Zweidrittel der Weltmeere unter Schutz zu stellen. Zuversichtlich stimme auch das Ergebnis der vergangenen Klimakonferenz in Dubai mit der Entscheidung zur Abkehr von fossilen Energieträgern.

Große Naturschutzerfolge vermeldet der WWF unter anderem aus Afrika: In einem seiner größten Projekte „Unganisha“ in der Grenzregion zwischen Tansania und Kenia arbeitet die Organisation mit den Menschen vor Ort daran, berühmte Schutzgebiete wie Serengeti oder Kilimandscharo über Wildtierkorridore miteinander zu verbinden und so ein Netz intakter Ökosysteme zu schaffen. Im vergangenen Jahr konnte die geschützte Fläche auf über 100.000 Hektar erweitert und Hunderte Kilometer Zäune beseitigt werden, die der Wanderung von Elefanten, Löwen, Zebras und vielen anderen Tieren im Wege standen. Davon profitiert auch die lokale Bevölkerung: Naturtourismus und andere naturverträgliche Nutzung bringt den Bewohner:innen mehr Einkommen, als es überweidetes, degradiertes Land je ermöglicht hätte.

Einen schmerzvollen Rückschlag musste der WWF hingegen in Russland hinnehmen: Die für die Zivilgesellschaft immer prekärer werdende Situation in dem Land machte auch vor den Umweltschützer:innen nicht halt. Die russische Generalanwaltschaft stufte den WWF im März 2023 als „ausländischen Agenten“ ein, im Juni wurde die Organisation dann für „unerwünscht“ erklärt. Zum Schutz seiner Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter zog sich der WWF Deutschland (sowie das gesamte WWF-Netzwerk) aus Russland zurück. Eine mehr als 30-jährige Erfolgsgeschichte ging damit zu Ende: Zwischen 1989 und 2023 hat der WWF mehr als 1.000 Feldprojekte zum Schutz der Natur durchgeführt. Mehr als 72 Millionen Hektar wurden unter Schutz gestellt, der Europäische Bison und der Persische Leopard wieder ausgewildert, Populationen des Amur-Tigers, Argali, Eisbären, Orientalischen Weißstorchs und anderer Arten wurden wiederhergestellt und erhalten.

Trotz steigender Herausforderungen blickt der WWF optimistisch in die Zukunft. Mit einer neuen Strategie und einem neuen Vorstand will die Organisation ihre Kräfte noch wirksamer einsetzen. Die erneuerte Führungsstruktur ist gekennzeichnet durch flache Hierarchien und Teilhabe über die verschiedenen Ebenen und Bereichen hinweg. Der neue, gleichberechtigte Vorstand soll dem WWF in turbulenten Zeiten Orientierung geben, aber auch Flexibilität und Kreativität ermöglichen. Die gemeinsame Arbeit sollen drei Hauptziele leiten: der Erhalt und die Wiederherstellung natürlicher Lebensräume, die Halbierung des menschlichen CO2-Fußabdrucks und der Stopp des Artenverlusts. Um dies zu erreichen, möchte sich der WWF besonders stark für die Ausweisung neuer Schutzgebiete, die nachhaltige Nutzung natürlicher Ressourcen und die Halbierung der Treibhausgasemissionen einsetzen.

Ein zentrales Augenmerk liege in Zukunft auf der Transformation der Wirtschaft: „Wir wollen in Zukunft noch stärker bei den Ursachen der Umweltzerstörung ansetzen. Dafür müssen wir die gesellschaftlichen, politischen und wirtschaftlichen Rahmenbedingungen so verändern, dass eine nachhaltige Wirtschaft möglich wird“, so Meike Rothschädl. Wie das geht, zeige das „Modell Deutschland Circular Economy“. Es vereine eine fundierte Analyse zur Transformation der Wirtschaft mit Maßnahmen, Instrumenten und Folgeabschätzungen für die konkrete politische Arbeit. Eine echte Kreislaufwirtschaft sei möglich und essenziell für den Schutz der menschlichen Lebensgrundlagen. Gleichzeitig erhöhe sie die Versorgungssicherheit durch einen verringerten Energieverbrauch und sinkende Abhängigkeit von Rohstoffen.

Hintergrund Jahresbericht

Der WWF-Jahresbericht erscheint jährlich und gibt einen Überblick über die inhaltlichen Schwerpunkte der Arbeit des WWF Deutschland und bilanziert das vergangene Geschäftsjahr. Die Gesamteinnahmen im Finanzjahr 2022/2023 (Juli 2022 bis Juni 2023) lagen mit 124,7 Millionen Euro deutlich über denen des Vorjahres (114 Millionen Euro). Die Ausgaben stiegen auf 122,4 Millionen Euro (Vorjahr: 114,6 Millionen Euro).

Quelle
WWF


Stand 
08.02.2024

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In der Aufnahme von Bernhard Schmalisch
  • Große Blaue Holzbiene

... hier testet eine Holzbiene in altem Eichenholz (Totholz), ob sich eine Niströhre lohnt.
Diese ist bis 1,5 cm dick u. bis 30 cm lang. Auch Balken im Fachwerk werden manchmal genommen.Ihre Mundwerkzeuge aus Chitin sind geeignet Löcher in Hartholz zu nagen für ihren Nachwuchs.

Totholz ist in unserer aufgeräumten Landschaft immer seltener.Es wir weggeräumt, gehäckselt oder verbrannt.Dadurch verliert nicht nur die die Holzbiene zunehmend ihren Lebensraum.Wer im Garten auch mal Totholz einfach liegen, Stämme abgestorbener Bäume stehen lässt, gibt vielen Insekten eine Chance.Die Holzbiene benötigt eine sonnige, aber möglichst vor Fressfeinden geschützte Stelle.


Autor
Bernhard Schmalisch


A.i.F - A.i.F -A.i.F - A.i.F - A.i.F -A.i.F - A.i.F - A.i.F -A.i.F - A.i.F - A.i.F -A.i.F - A.i.F - A.i.F -A.i.F
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Junge Menschen für die Biodiversität begeistern
Bild zum Eintrag (1100302-160)
Junge Menschen für die Biodiversität begeistern

17/18.02.2024

Berlin/Bonn.Viele junge Menschen sind bereits sensibilisiert für die Klimakrise und die Naturgefährdung. Mit ihrem Engagement übernehmen sie Verantwortung für den Schutz unserer Umwelt. Mit drei neuen Projekten im Bundesprogramm Biologische Vielfalt soll bei noch mehr Jugendlichen bundesweit das Interesse für den Schutz der biologischen Vielfalt geweckt werden, damit sie sich für eigene Aktivitäten stark machen. 

Dazu gehören ein Mitmachprojekt zu audiovisuellen Medien, ein bundesweiter Wettbewerb, mit dem Naturschutzaktivitäten junger Menschen honoriert werden sowie Angebote zur Naturerfahrung für Kinder und junge Menschen aus benachteiligten Milieus. Das Bundesamt für Naturschutz (BfN) und das Bundesumweltministerium (BMUV) fördern die drei Projekte mit insgesamt knapp 3,9 Millionen Euro.
Bundesumweltministerin Steffi Lemke: „Die Weichen für einen verantwortungsbewussten Umgang mit der Natur und der biologischen Vielfalt werden in der Kindheit und Jugend gestellt. Uns ist es wichtig, jungen Menschen zu ermöglichen, Natur direkt zu erleben, sie umfassend über die Zusammenhänge gesunder Ökosysteme und deren Bedeutung für unsere natürlichen Lebensgrundlagen zu informieren und sie dazu anzuregen, selbst für den Schutz der Natur aktiv zu werden.“

BfN-Präsidentin Sabine Riewenherm: „Unsere Naturbewusstseinsstudie belegt, dass für die Mehrheit der Jugendlichen die Natur eine große persönliche Bedeutung hat. 65 Prozent von ihnen halten es für die Pflicht des Menschen, die Natur zu schützen. Aber nur etwa ein Drittel kennt die Bedeutung der biologischen Vielfalt.“
Hintergrund

Handeln jetzt!

Mit ihrem bundesweiten Bildungsprojekt wollen NAJU, BUNDJugend und Naturfreundejugend junge Menschen für den Biodiversitätsschutz interessieren. Mit Formaten außerschulischer Bildung werden die Zusammenhänge und Schnittstellen zwischen Klima- und Biodiversitätsschutz vermittelt. In diesem Kontext erarbeiten Jugendliche Handlungsoptionen in der sogenannten Dreifachkrise aus Klimakrise, Artenaussterben und Verschmutzungskrise und schaffen im Sinne der Bildung für nachhaltige Entwicklung positive Zukunftsbilder im Kleinen und Großen. In einem bundesweiten Wettbewerb können sich Jugendliche mit ihren Ideen bewerben und finanzielle Unterstützung zur konkreten Umsetzung von Aktivitäten vor Ort erhalten. Außerdem wird im Projekt ein Fortbildungs- und Beratungsangebot geschaffen, das wirkungsvoll die Umsetzung dieser Aktivitäten unterstützt. So können viele kleine Veränderungsideen realisiert und junge Menschen bei der konkreten Umsetzung ihrer Ideen gestärkt und unterstützt werden. Außerdem wird das große Engagement junger Menschen für den Natur-, Umwelt- und Klimaschutz sichtbar gemacht und die wichtige Rolle von Kindern und Jugendlichen in diesem Bereich betont. Das Projekt wird von September 2023 bis Juni 2029 mit fast 1,21 Millionen Euro durch das BfN und das BMUV gefördert.

GreenCut-JUMP (JugendUmweltMedienProjekt)

Das bundesweite Umweltbildungs- und Kommunikationsprojekt für junge Menschen wird von der Gesellschaft zur Förderung von Solidarität und Partnerschaft e. V. (GESPA) von Juli 2023 bis Juli 2029 durchgeführt. Die Leitidee des Projektes ist es, Umweltbewusstsein zu fördern und jugendliche Teilnehmende zu befähigen, sich selbst im Themenfeld der biologischen Vielfalt zu professionalisieren, aktiv an der Produktion und der Nutzung von bildungsrelevanten, audiovisuellen Medien mitzuwirken und eigene Maßnahmen zum Schutz der biologischen Vielfalt im Projektgebiet vor Ort anzustoßen. Die jungen Menschen sollen so zu Multiplikator*innen für das Thema biologische Vielfalt werden und gleichzeitig ihre Gestaltungs-, Medien- und Kommunikationskompetenz verbessern. Das Vorhaben wird bundesweit von verschiedenen Jugendgruppen in mindestens 30 Projektgebieten umgesetzt und von BfN und BMUV mit mehr als 1,21 Millionen Euro gefördert.

Natur (er)leben! Kinder- und Jugendhilfe packt an

Das Projekt „Natur (er)leben! Kinder- und Jugendhilfe packt an“ zielt darauf ab, bildungsbenachteiligte Jugendliche und pädagogische Fachkräfte in der Kinder- und Jugendhilfe für Biodiversität, Klima- und Naturschutz zu sensibilisieren und Handlungsmöglichkeiten aufzuzeigen. Kernstück des Projektes bilden die Waldwochen, in denen die Jugendlichen und pädagogischen Fachkräfte gemeinschaftliche Naturschutzarbeiten durchführen und sich praxisorientiertes Wissen zum Erhalt der natürlichen Lebensräume, wie Wälder, Moore und Gewässer, aneignen. Außerdem werden gemeinsam mit den teilnehmenden Einrichtungen der Kinder- und Jugendhilfe Bildungskonzepte im Kontext Bildung für nachhaltige Entwicklung und ökologische Projekte entwickelt und umgesetzt. Das Projekt bietet den verschiedenen Akteuren der Kinder- und Jugendhilfe auf Fachveranstaltungen und Workshops Austausch- und Vernetzungsmöglichkeiten, mit dem Ziel, Natur- und Klimaschutz als neue Querschnittsaufgabe dauerhaft in den Einrichtungen und Diensten der Kinder- und Jugendhilfe zu verankern. Im Rahmen des Projekts wird dafür auch ein Curriculum für eine Weiterbildung zum/r Waldpädagog*in entwickelt und erprobt, das den besonderen Herausforderungen der Zielgruppe Rechnung trägt. Das Projekt von Bergwaldprojekt e. V. und dem Bundesverband Caritas Kinder- und Jugendhilfe e.V. (BVkE) läuft von August 2023 bis Juli 2029 und erhält eine Förderung von fast 1,46 Millionen Euro durch BfN und BMUV.


In der Aufnahme von © NAJU/ M. Scharke
  • Junge Aktive im NAJU-Umweltkamp


Quelle
Bundesamt für Naturschutz (BfN)
Konstantinstr. 110
53179 Bonn

Stand
09.02.2024

Für diese Information trägt ausnahmslos der/die Autor*in/Urheber*in die redaktionelle Verantwortung.Die kommunizierten Informationen geben ausnahmslos die Meinung des Verfassers*in, nicht eine Stellungnahme unserer Organisation wieder.

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Gemeinsam für das Wattenmeer
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Gemeinsam für das Wattenmeer

16/17.02.2024

  • Die Tourismus-Agentur Nordsee GmbH (TANO) und die Nationalparkverwaltung Niedersächsisches Wattenmeer haben eine Kooperationsvereinbarung zum Schutz des Wattenmeeres unterzeichnet. 

Ziel ist es, zukünftig im Rahmen der Nationalpark-Partnerschaft in den Bereichen Wissenstransfer, Öffentlichkeitsarbeit und Tourismusgestaltung intensiv zusammenzuarbeiten und so eine nachhaltige touristische Entwicklung der Region zu fördern.
Prägend für die Urlaubsregion der niedersächsischen Nordseeküste ist das UNESCO-Weltnaturerbe Wattenmeer, Deutschlands größte zusammenhängender Naturlandschaft. Der Nationalpark und die Biosphärenregion stehen für den Erhalt dieses dynamischen Naturraums in seiner natürlichen Entfaltung. Gleichzeitig sind intakte Ökosysteme, die herausragende Schönheit der Natur sowie die regionale Identität der Kulturlandschaft hinter dem Deich Grundlage der touristischen Attraktivität und des wirtschaftlichen Erfolgs der niedersächsischen Nordseeküste.

Daraus resultiert das Anliegen der beiden Kooperationspartner, im Bewusstsein einer besonderen Verantwortung für das UNESCO-Weltnaturerbe Wattenmeer, gemeinsam das Naturerleben im Einklang mit den Schutzzielen des Nationalparks zu gestalten. Die im Jahr 2022 gegründete TANO schlägt als neuer Partner die Brücke zum Tourismus für eine ambitionierte Kooperation im selben Wirkungsraum. Als neuer, zentraler Ansprechpartner für Destinationsmarketing und -management vereint sie die Branche durch ein großes Netzwerk.

„Eine nachhaltige Destinationsentwicklung gemeinsam mit den touristischen Akteuren der Region ist ein Kernanliegen der TANO. Angebote zum Wissenstransfer innerhalb der Region auf Veranstaltungsebene sind daher zentraler Aspekt der Kooperation zwischen TANO und Nationalparkverwaltung“, so Mario Schiefelbein, Geschäftsführer der Tourismus-Agentur Nordsee. Folglich gilt es, die Sichtbarkeit nachhaltiger Angebote vor allem gegenüber den Gästen sowie die Sensibilität für den Wattenmeerraum zu erhöhen und auch auf die Folgen des Klimawandels entlang des Nationalparks hin zu weisen. Ein geeignetes Beispiel dafür ist z. B. der Nordsee Reisepass. Die Kooperation wird ergänzt um die Zusammenarbeit auf trilateraler Ebene mit Schleswig-Holstein, Dänemark und den Niederlanden zur Nachhaltigen Tourismusstrategie im gesamten Weltnaturerbe Wattenmeer.

Viel Potenzial sehen beide Kooperationspartner in dem Bereich Gesundheit & Natur als Teil des nachhaltigen Tourismus. „Seit Generationen wissen wir vom Erholungswert und dem medizinischen Nutzen der Kraft der Natur. Das Wattenmeer bietet mit der heilenden, gesundheitsfördernden Wirkung des Nordseeklimas auch zukünftig viele Möglichkeiten, gesundheitsorientierte Angebote mit der Einzigartigkeit des Lebensraumes zu verknüpfen“, so Peter Südbeck, Leiter der Nationalparkverwaltung.

Ein wesentliches Thema der Kooperationsvereinbarung ist die nachhaltige Mobilität. Die klimaschonende An- und Abreise der Gäste ist eine zentrale Stellschraube bei der nachhaltigen Gestaltung der Urlaubsreise und beiden Kooperationspartnern ein besonderes Anliegen. Dazu gehören eine deutliche Verbesserung von Reisemöglichkeiten per Bahn wie z.B. „Fahrtziel Natur“, die Stärkung des Radtourismus oder die Ausgestaltung von Elektromobilitätsangeboten. Zudem soll der Ausbau des Partner-Netzwerkes vorangetrieben werden, um gemeinsam mit Leistungsträgern eine wirksame und nachhaltige Basis für den Welterbe-Tourismus zu sichern.

 
Das Partner-Netzwerk

Das Partner-Netzwerk des Nationalparks und der Biosphärenregion Niedersächsisches Wattenmeer umfasst inzwischen etwa 290 Partner*innen. Dazu gehören 120 Betriebe verschiedenster Branchen sowie ca. 170 ausgebildete Nationalpark-Führer*innen.

Weitere Informationen zum Partner-Netzwerk sind online unter
www.nationalpark-partner-wattenmeer-nds.de zu finden. Hinweise zum Anerkennungsverfahren und Antragsunterlagen stehen zum Download zur Verfügung.

Weitere Informationen zur Tourismus-Agentur Nordsee finden sich unter
https://tano.travel/.



In der Aufnahme von © Florian Carius / NLPV

  • Astrid Martin, Mario Schiefelbein, Peter Südbeck und Jonas Hinrichs (von links nach rechts) freuen sich über die besiegelte Kooperation zwischen TANO und Nationalparkverwaltung


Quelle
Nationalparkverwaltung „Niedersächsisches Wattenmeer“
Virchowstr. 1
26382 Wilhelmshaven

Stand
05.02.2024

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Tiergarten im Umweltausschuss: Populationsmanagement bei Pavianen
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Tiergarten im Umweltausschuss: Populationsmanagement bei Pavianen

16/17.02.2024

  • Der Tiergarten Nürnberg managt seinen Tierbestand hauptsächlich in Absprache mit dem Europäischen Zooverband EAZA. 

Trotz des intensiven Austausches gibt es nicht für jedes Tier einen Platz.Eine Option besteht dann darin, einzelne Tiere zu töten und sie beispielsweise an die eigenen Raubtiere zu füttern.

Dass das im Fall von Huftieren wie Hirschen, Ziegen, Schafen und Rindern, bei Vögeln und Nagetieren vernünftig ist, wird weitgehend anerkannt. Dafür, dass es auch bei anderen Arten wie zum Beispiel den Guinea-Pavianen vernünftig sein kann, möchte der Tiergarten im Februar im Umweltausschuss der Stadt um Verständnis werben.
Zoos sind gesetzlich verpflichtet, Arten zu schützen und zum Erhalt der Biodiversität beizutragen. Sie sind ein Baustein im gemeinsamen Bemühen, vielfältige Ökosysteme auf unserem Planeten zu bewahren oder wiederherzustellen.

Zu ihren Aufgaben gehört es, stabile und gesunde Bestände verschiedener Arten zu erhalten. Das bedeutet unter anderem, dass die in Zoos gehaltenen Populationen so zusammengesetzt sein müssen, dass sie sich dauerhaft fortpflanzen können.Seit den achtziger Jahren haben sich die EAZA-Zoos in über 450 Europäischen Erhaltungszucht-Programmen (EEP, heute EAZA Ex situ Programmes) vernetzt, die Zahl der EEPs wächst ständig. Die Zucht der EEP-Arten wird auf Basis wissenschaftlicher Kriterien von einem Koordinator zentral geleitet. Das Ziel besteht darin, genetisch möglichst vielfältige Bestände zu erhalten.

Zu diesem Zweck tauschen die teilnehmenden Einrichtungen Tiere auf Empfehlung des Koordinators, sie züchten Jungtiere oder pausieren die Zucht. Wurfgrößen und Geschlechterverhältnisse der Jungtiere lassen sich nicht zuverlässig vorhersagen – dass Jungtiere geboren werden, die nicht für die Zucht eingesetzt werden können, lässt sich nicht vermeiden.Doch je schneller Arten in der Wildbahn aussterben, desto wichtiger werden Populationen in Zuchtprogrammen für den Natur- und Artenschutz. Immer mehr Tierarten werden zu Verantwortungsarten der Zoos, weil sie in ihren Habitaten nicht mehr hinreichend geschützt werden können.

In der Natur sind sie bedroht – bei manchen, wie zum Beispiel dem Somali-Wildesel (Equus africanus somaliensis) oder der Mendes-Antilope (Addax nasomaculatus), leben aktuell in menschlicher Obhut etwa genauso viele oder sogar mehr Tiere als in der Natur. Zoos werden so zur letzten Zuflucht.

Immer weniger Guinea-Paviane in der Natur: Tiergarten möchte an Haltung festhalten


Bei den im Nürnberger Tiergarten gehaltenen Guinea-Pavianen (Papio papio) beobachtet die Weltnaturschutzunion IUCN seit Jahrzehnten einen Rückgang der Bestände in der Natur. Sie leben in einem Gebiet, das sich über den Senegal, Guinea-Bissau, Guinea, Sierra Leone und Mali erstreckt. Ihre Lebensräume geraten zunehmend unter Druck: so zum Beispiel auch der senegalesische Niokolo-Koba Nationalpark, der seit 2007 auf der Liste des gefährdeten UNESCO-Welterbes steht.

Da eine Verbesserung der Lage in den natürlichen Lebensräumen der Tiere nach Einschätzung von Naturschützern nicht in Sicht ist und sie mit einem weiteren Rückgang des Bestandes rechnen, sollen EAZA-Zoos mittelfristig weitere Haltungsmöglichkeiten für Guinea-Paviane schaffen.Aktuell leben insgesamt 278 Tiere in nur zehn EAZA-Zoos, darunter 45 Tiere in Nürnberg. Der Tiergarten will die Haltung in Zusammenarbeit mit der EAZA fortführen, um einen Beitrag zum Erhalt der Art zu leisten.

Er sieht sich auch bei den Guinea-Pavianen in der Verantwortung, eine sozial funktionierende, gesunde, vielfältige und fortpflanzungsfähige Gruppe zu halten.

Dass die Tiere sich fortpflanzen können, ist nicht nur aus genetischen und gesundheitlichen Gründen wichtig: Partnerwahl, Paarung, Geburten und Aufzuchten spielen eine entscheidende Rolle für das Sozialleben der Tiere – mit den damit verbundenen stetigen Veränderungen, Bereicherungen und auch normalen Konflikten. Der Tiergarten möchte seinen Guinea-Pavianen all diese Aspekte ermöglichen.

Tierschutzkommission hat alle Optionen geprüft

Da der Platz jedoch begrenzt ist, ergibt sich daraus, dass nicht jedes Tier in der Gruppe bleiben kann. Eine Erweiterung der Haltungskapazitäten würde das Problem nur für kurze Zeit lösen.Versuche, die Gruppenstruktur und -größe durch die zeitweise Verhütung einzelner Weibchen stabil zu halten und gleichzeitig die Gruppenwachstumsrate zu reduzieren, haben nicht den gewünschten Effekt gebracht. Denn die Weibchen blieben dauerhaft unfruchtbar.

Auch ist es in den letzten Jahren nicht gelungen, eine größere Zahl Guinea-Paviane an andere Halter abzugeben. Für den Tiergarten kommen dafür nur Einrichtungen in Frage, in denen die Tiere eingebunden in eine soziale Gruppe leben können.Von den mehr als 1.300 Institutionen weltweit, die Zugang zur Zootierdatenbank ZIMS/Species 360 haben, haben seit 2011 zwei Zoos 16 Tiere in ihren Bestand übernommen. Einen Interessenten hat die Tierschutzkommission des Tiergartens Nürnbergs aufgrund unzureichender Haltungsvoraussetzungen abgelehnt.

Auch internationale Tiervermittler, die Kontakte in nicht mit ZIMS vernetzte Regionen haben, konnten seit 2020 keinen geeigneten Halter finden. Die einzige große Tierschutzeinrichtung, die Primaten aufnimmt, bis sie an einen anderen Halter vermittelt werden können, kämpft zurzeit mit einer „Warteliste“ von 200 konfiszierten Tieren.Eine Auswilderung kommt momentan nicht in Betracht, da es in den Herkunftsgebieten keine geeigneten Areale gibt, auf denen man Paviane ansiedeln könnte und in denen sie sicher leben könnten.

Die Tiergartenmitarbeiterinnen und -mitarbeiter haben sich in den vergangenen Jahren intensiv damit auseinandergesetzt, wie sie alle Ansprüche an die Haltung von Guinea-Pavianen weiterhin erfüllen können.Eine Tierschutzkommission, der die Tiergartenleitung, die Amtsveterinärin sowie die Tiermedizin, die Kuratorin und Tierpflegende des Tiergartens angehören, hat mit großer Sorgfalt, Sachverstand und Respekt gegenüber den Tieren sowie Kolleginnen und Kollegen sämtliche Optionen geprüft.

Nach zahlreichen Beratungen auch mit externen Experten ist die Tierschutzkommission zu dem Schluss gekommen, dass auch bei Guinea-Pavianen die Tötung eine vernünftige Lösung sein kann.

„Im Artenschutz befinden wir uns in einem menschengemachten Dilemma, das uns allen Entscheidungen abverlangt, die sich nicht gut anfühlen“, sagt Tiergartendirekor Dr. Dag Encke. „Wir sind dennoch in der Verantwortung. Es ist ein Gebot der Vernunft, dass wir sie annehmen.“


Welche Hintergründe dieser Einschätzung zu Grunde liegen, wird er den Mitgliedern des Umweltausschusses des Nürnberger Stadtrats am Mittwoch, den 21. Februar 2024 erläutern.

Gerne können Sie uns auch eine E-Mail schreiben an tiergartendialog(at)stadt.nuernberg.de.

In der Aufnahme von Foto: Tiergarten Nürnberg/Dr. Dag Encke
  • Guinea-Paviane im Tiergarten Nürnberg.

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Babysegen bei den Weißkopfsakis
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Babysegen bei den Weißkopfsakis

16/17.02.2024

  • Bereits am 14. Januar 2024 wurde bei den Weißkopfsakis, einer südamerikanischen Primatenart im Amazonienhaus der Wilhelma, ein Affenbaby geboren.

Anfänglich konnte man nur mit viel Glück und Geduld
einen Blick auf das winzige, im dichten Fell seiner Mutter Paulina festgeklammerte Jungtier erhaschen. Mittlerweile ist das Äffchen schon so kräftig, dass es immer häufiger sein Köpfchen hebt und neugierig seine Umgebung betrachtet.
Noch steht sein Geschlecht nicht definitiv fest – die Tierpfleger*innen im Amazonienhaus vermuten allerdings, dass es sich um ein Weibchen handelt. Genau wie in der Natur leben die Weißkopfsakis in der Wilhelma in einer Familiengruppe, die aktuell aus dem 14-jährigen Männchen Milow, seinen beiden Partnerinnen Paulina (10 Jahre) und Riane (11 Jahre), sowie den drei Jungtieren Rio (5 Monate), Piet (1 Jahr) und natürlich dem im Januar geborenen Nesthäkchen besteht. Die Wilhelma beteiligt sich auch mit dieser Art am Ex-Situ Zuchtprogramm des europäischen Zooverbandes EAZA und hilft auf diese Weise dabei, eine stabile Reservepopulation in menschlicher Obhut aufzubauen.

Weißkopfsakis stammen aus den Wäldern des nördlichen Brasiliens sowie Surinam, Guyana und Französisch-Guyana. Die Männchen sind aufgrund der namensgebenden weißen Gesichtsmaske unverkennbar. Die Gesichter der Weibchen sind eher bräunlich. Weißkopfsakis halten sich gerne in den unteren und mittleren Stockwerken des Waldes auf, kommen aber nur selten auf den Boden. Da sie bis zu 10 Meter von Baum zu Baum springen können, werden sie in Guyana auch als „fliegende Affen“ bezeichnet. In ihrer Anlage im Amazonienhaus der Wilhelma sind die Weißkopfsakis mit Goldkopf-Löwenäffchen, Zweifingerfaultieren und Waldschildkröten vergesellschaftet.

In der Aufnahme von Foto: Wilhelma Stuttgart / Birger Meierjohann 

  • Das namensgebende weiße Gesicht zeigen nur die erwachsenen Männchen.

Quelle
Zoologisch-Botanischer Garten Stuttgart
Wilhelma 13 
70376 Stuttgart

Stand
08.02.2024

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Die Wilden Bienchen von Wemb
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Die Wilden Bienchen von  Wemb

15/16.02.2024

  • Ein Projekt des Artenschutz in Franken® und der Stadt Weeze -GT- Wemb, das von der Deutschen Postcode Lotterie unterstützt wird.

Wildbienen - die unbekannten Bestäuber

Eigentlich haben die meisten von uns in ihrem Leben schon einmal Wildbienen gesehen. Doch bewusst als solche wahrgenommen werden diese Tiere kaum. Vielfach werden sie gar mit Wespen oder Fliegen verwechselt. 

Und hier zeigt sich auch bereits ein elementares Problem. Aufgrund einer weitverbreiteten Unkenntnis werden „die Wildbiene“ und deren Ansprüche an ihre Lebensräume nicht erkannt.
Wildbienen - für uns Menschen ungemein wichtig
Wir Menschen sind darauf angewiesen, dass unsere (Kultur) -Pflanzen bestäubt werden. Wildbienen spielen hierbei eine weitaus größere Rolle als bislang angenommen. Doch Wildbienen sichern nicht nur die Ernteerträge in der Landwirtschaft. Da sie häufig in enger Symbiose mit „ihrer Wildpflanze“ leben, sichern die kleinen Insekten auch das Überleben zahlloser Wildpflanzen.

Wildbienen – häufig im Bestand gefährdet

Doch viele unserer Wildbienenarten in Deutschland sind zwischenzeitlich akut in ihrem Bestand bedroht. Gerade auch durch eine zunehmend industrielle Landbewirtschaftung mit einem immensen Pestizideinsatz sowie der Zerstörung wichtiger Lebensräume haben wir Menschen zahlreiche Wildbienenarten bereits nahe an den Rand des Aussterbens gebracht. Je intensiver die Bewirtschaftungsformen und je umfangreicher Bewirtschaftungs-flächen werden, desto stärker hängt der Ertrag der Landwirtschaft auch von Wildbienen ab. Je mehr Lebensräume wir mit unserem Handeln in unserem Umfeld beeinträchtigen gefährden wir nicht nur eine faszinierende Insektengruppe. Nein mehr noch, wir setzen mit diesem Tun gar eine der (auch und gerade für den Menschen) wichtigsten Ökosysteme aufs Spiel.

Wildbienen – eine (letzte) Chance für unsere „Freunde“

Das innovative Kooperationsprojekt möchte hier auch zum Umdenken anregen. Mit der Installation einer in dieser Form in der ganzen Bundesrepublik Deutschland bislang wohl einzigartigen, modernen und sehr langlebigen Wildbienenwand werden die Jüngsten der Gemeinde in pädagogisch wertvoller Form bewusst an das Thema Wildbienenschutz herangeführt.Da Mauerbienen, also die bevorzugten Besiedler einer solchen Wand, überhaupt nicht aggressiv sind, können sich die Kinder des Kindergartens den Tieren gefahrlos nähern und diese auch in ihrem emsigen Treiben live erleben. Gleichfalls soll das Projekt dafür sorgen, dass die Kinder den Respekt und die Achtung für die uns umgebende Artenvielfalt erlernen und wichtige Zusammenhänge in spielerischer Form erkennen.

Denn nur, wenn es gelingt, die uns nachfolgende Generation mit diesen Tieren wieder vertraut zu machen kann es tatsächlich gelingen effektive Wege zu beschreiten die auch Garant dafür sein können das eine Art Win-Win Prinzip entsteht, das beiden Arten das Überleben ermöglicht.

Wildbienen – ein wertvolles Engagement für unsere Zukunft

Während der Verband Artenschutz in Franken® die Entwicklung der Wand, sowie die pädagogischen Umweltbildungseinheiten in vollkommen ehrenamtlicher Form übernahm, wurden die finanziellen Aspekte, welche für den Bau der Wand anfielen und durch autorisierte Fachfirmen umgesetzt wurden, von der Deutschen Postcode Lotterie getragen.

Aussichten – das Wildbienenmonitoring
Der Gemeinde Weeze / GT - Wemb und hier vielfältigen Projektpartnern ist es gelungen eine pädagogisch hochwertige Projektbegleitung auf den Weg zu bringen, wird gemeinsam mit dem Verband Artenschutz in Franken® in den kommenden Jahren die Entwicklung an der Wand intensiv verfolgen und auch dokumentieren. Mit Spannung soll dabei auch verfolgt werden, welche Arten bereits anzutreffen sind und welche nachfolgend erscheinen.



In der Aufnahme

  •     Vor wenigen Tagen wurde die Wildbienenstation installiert.
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NABU unterstützt internationales Schutzprogramm ...
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NABU unterstützt internationales Schutzprogramm für Zugvogelroute "Central Asian Flyway"

15/16.02.2024

  • Tennhardt: Konferenz zum Schutz wandernder Tierarten muss grenzüberschreitenden Naturschutz voranbringen


Berlin/Samarkand - Vom 12.-17. Februar 2024 findet die 14. Vertragsstaatenkonferenz der Bonner Konvention zum Schutz wandernder Tierarten (CMS COP14) in Usbekistan statt. Mit über 1500 erwarteten Teilnehmenden wird die COP14 die größte Veranstaltung ihrer Art. 

Von ihr müssen wichtige Impulse für den grenzüberschreitenden Naturschutz ausgehen. Der NABU und BirdLife International unterstützen deshalb die Initiative Indiens zur Einrichtung eines internationalen Schutzprogramms zur zentralasiatischen Zugroute „Central Asian Flyway“, einer der bedeutendsten Zugvogelrouten der Welt.
Diese umfasst 30 Länder und wird von mehr als 600 Zugvogelarten genutzt. Indien bemüht sich um ein gemeinsames Schutzabkommen der beteiligten Länder und hat einen beispielhaften Aktionsplan vorgelegt. „Mindestens 48 dieser Arten sind weltweit bedroht, 40% sind rückläufig. Deshalb sind internationale Zusammenarbeit und grenzüberschreitende Schutzbemühungen unerlässlich“, sagt Thomas Tennhardt, NABU-Direktor Internationales. 

Der NABU unterstützt Indiens Engagement und ruft gleichzeitig dazu auf, Zugvögeln durch internationale Schutzabkommen weltweit, auch in Europa, sichere Rast- und Zufluchtsorte zu bieten. „Dazu gehören der Kampf gegen Lebensraumzerstörung, Wilderei und die Folgen der Klimakrise“, so Tennhardt. „Die Bundesregierung muss die Möglichkeit in Samarkand nutzen und sich hierfür einsetzen.“

Neben dem Schutz von einzelnen Vogelarten wie Steppenadler, Bartgeier und Großtrappe stehen auch Säugetiere wie die Saiga-Antilope im Fokus der Verhandlungen. Nach einem dramatischen Zusammenbruch der Population, der zu einem Beinahe-Aussterben der Art geführt hat, haben sich dank intensiver Schutzmaßnahmen ihre Bestandszahlen erholt. „Die Weltnaturschutzunion (IUCN) hat die Saiga-Antilope, die bislang als ‚vom Aussterben bedroht‘ galt, jetzt als ‚potenziell gefährdet‘ eingestuft – eine Erfolgsnachricht für den Artenschutz“, so Katja Kaupisch, Leiterin des Zentralasienprogramms beim NABU-Bundesverband. Der NABU engagiert sich seit vielen Jahren für den Erhalt der Saiga-Antilope und ist Mitunterzeichner der CMS-Saiga-Absichtserklärung zum Schutz der Art.

Der sprichwörtliche „Elefant im Raum“ bei der Konferenz zum Schutz wandernder Tierarten ist der weltweite Verlust der biologischen Vielfalt. Diese menschengemachte Naturkrise erfordert wie die Klimakrise internationale Zusammenarbeit und entschiedenes politisches Handeln. 

Dazu gehören u.a. die Einrichtung von zusätzlichen Schutzgebieten und die Wiederherstellung von beschädigten und zerstörten Lebensräumen.
NABU-Side-Event zur Saiga-Antilope: 14.Februar 2024, 13.45-14.30 Uhr (GMT +5), Raum 4 (Ferghana)
Mehr zur Bestandsentwicklung der Saiga-Antilope: Good-News: Saiga laut IUCN nicht mehr vom Aussterben bedroht - NABU

Die Vertragsstaatenkonferenz der UN-Konvention zum Schutz wandernder Tierarten findet seit 1979 alle drei Jahre statt und bildet eine wichtige Grundlage für die internationale Koordination von grenzübergreifenden Schutzmaßnahmen. Da die Konvention seinerzeit in Bonn gegründet wurde und sich seitdem dort auch ihr Sekretariat befindet, ist sie auch als „Bonner Konvention“ bekannt.

Mit mehr als 940.000 Mitgliedern und Fördernden ist der 1899 gegründete NABU der älteste und mitgliederstärkste Umweltverband Deutschlands. Der NABU engagiert sich für den Erhalt der Lebensraum- und Artenvielfalt, den Klimaschutz sowie die Nachhaltigkeit der Land-, Wald- und Wasserwirtschaft. Der NABU begeistert für die Natur und fördert naturkundliche Kenntnisse für ein aktives Naturerleben. Mehr Infos: www.NABU.de/wir-ueber-uns  


Quelle
NABU (Naturschutzbund Deutschland) e.V.
Charitéstraße 3 
10117 Berlin

Stand
8. Februar 2024   


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In der Aufnahme von Klaus Sanwald


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Kleine Biodiversitätsentdecker*innen - Kita Heidgraben
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Kleine Biodiversitätsentdecker*innen - Kita Heidgraben

15/16.02.2024

  • Montage des Umweltbildungsparcous abgeschlossen

Heidgraben / Schleswig - Holstein.
Artenschutz in Franken®, der Kindergarten der Gemeinde Heidgraben und die Gemeinde Heidgraben engagieren sich in hoch moderner Form für die Erhaltung der Artenvielfalt und der Vermittlung von lebendigen Umweltbildungseinheiten. Unterstützt werden wir dabei von der Deutschen Postcode Lotterie.

Im Zusammenhang mit dem ersten Teilprojekt der Gesamtkonzeption Deutschlands "Wilde Bienchen" findet sich nun eine durchdachte und nachhaltige Strategie zur Vermitlung wertvollster Umweltbildungskomponenten sowie dem praktischen Artenschutz.

In der Aufnahme
  •     Über einen innovativen Infoparcours eröffnen wir Kindern und Erwachsenen die Möglichkeit sich frühzeitig und spielerisch an das Thema Artenschutz heranzutasten.Hier der Parcours nach der Montage mit Sicherungsstreben, daneben die Wildbienenwand.
Artenschutz in Franken®  
Enormer Rückschritt auf Kosten der Biodiversität
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Enormer Rückschritt auf Kosten der Biodiversität

14/15.02.2024

  • EU-Kommission will Agrar-Umweltstandard faktisch abschaffen

Gemeinsame Pressemitteilung von Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland (BUND), Deutscher Naturschutzring (DNR), Greenpeace, Naturschutzbund Deutschland (NABU) und WWF Deutschland

„Offensichtlich hat sich die Europäische Kommission gänzlich von den Biodiversitätszielen des europäischen Green Deals verabschiedet. Innerhalb weniger Tage ist sie vor der Agrarlobby eingeknickt, hat die Pestizid-Verordnung beerdigt und nun die fatale Entscheidung zur Aussetzung von Mindeststandards für die Artenvielfalt in der EU-Agrarförderung getroffen.

 Nach dem Schnellschuss zur Aufgabe der Biodiversitätsflächen vergangene Woche droht nun der nächste Rückschritt zu Lasten der Natur“, warnen die Organisationen.
Auf Vorschlag der Kommission soll die Anforderung zur Erfüllung der Mindeststandards (GLÖZ 8) nochmals abgesenkt werden. So wurde der Flächenumfang der anzubauenden Zwischenfrüchte oder Leguminosen von 7 Prozent auf 4 Prozent reduziert. Außerdem soll der Anrechnungsfaktor der Zwischenfrüchte von zuvor 0,3 komplett gestrichen werden. Mit dieser erneuten Aufweichung würde das Umweltniveau der Grundanforderungen sogar noch hinter das „Greening“ der letzten Förderperiode zurückfallen.

„Flächen für die Artenvielfalt sind kein „nice-to-have“, sondern eine Notwendigkeit für den Erhalt intakter Agrarökosysteme. Aus politischem Kalkül will die Kommission Umweltstandards opfern und nimmt dabei enorme ökologische Schäden in Kauf. Tatsächliche Lösungen für die Probleme der Landwirtschaft liefert sie damit jedoch nicht. 

Bundeslandwirtschaftsminister Özdemir muss sich den rückwärtsgewandten Vorschlägen der Kommission entschlossen entgegenstellen. Das Ministerium darf hier für Deutschland nicht zustimmen, sondern muss klar an den bisherigen Regelungen festhalten. Anstatt eines verantwortungslosen Abbaus von Umweltauflagen sollten die wirksamen Förderinstrumente der EU-Agrarpolitik wie die Öko-Regelungen jetzt weiterentwickelt und besser ausgestattet werden“, so die Organisationen weiter.

Quelle
WWF

Stand
09.02.2024

Für diese Information trägt ausnahmslos der/die Autor*in/Urheber*in die redaktionelle Verantwortung.Die kommunizierten Informationen geben ausnahmslos die Meinung des Verfassers*in, nicht eine Stellungnahme unserer Organisation wieder.

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In der Aufnahme von Klaus Sanwald
  • Turmfalke als Gebäudebrüter


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Zum Teich statt unter die Räder: jetzt ehrenamtlich Kröten retten
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Zum Teich statt unter die Räder: jetzt ehrenamtlich Kröten retten

14/15.02.2024

  • Vorbereitungen für die Amphibienwanderung laufen beim LBV auf Hochtouren – Kröten, Frösche und Molche sind bald in Bayern unterwegs

Mindestens 6°C in der Nacht und Regen
sind der Startschuss für die alljährliche Wanderung der Amphibien in Bayern zu ihren Laichgewässern. Die Vorbereitungen für die große Amphibienwanderung laufen bei den Aktiven des LBV schon auf Hochtouren, damit Teichmolche, Springfrösche und Erdkröten ihre Laichgewässer wieder möglichst gefahrlos erreichen können.
In ganz Bayern sind zahlreiche LBV-Ehrenamtliche dabei, Schutzzäune entlang von Straßen aufzustellen oder instand zu setzen. Dennoch werden im Freistaat noch helfende Hände gesucht. Vor allem während der Wanderung bis etwa Mitte April ist tatkräftiges Engagement bei der Kontrolle der Zäune sehr willkommen.

Mit zunehmender Tageslänge, hoher Luftfeuchtigkeit und steigenden Temperaturen, vor allem nachts, ist mit den ersten wandernden Amphibien im Tiefland zu rechnen. Gras- und Springfrösche sowie Teich- und Bergmolche sind dann die ersten, die sich auf die Wanderung begeben. Erdkröten brauchen allerdings noch etwas Zeit. Sobald die Temperaturen insgesamt noch milder werden, erwachen aber auch sie aus ihrer Winterstarre und machen sich auf den Weg zu ihren Fortpflanzungsgewässern. An einem naturnahen Gewässer können durchaus mehr als 1.000 Erdkröten gemeinsam beim Laichgeschäft beobachtet werden.

Viele LBV-Gruppen stellen mobile Krötenzäune auf, um Amphibien an besonderen Gefährdungsstellen vor dem Straßentod zu retten. Unter anderem engagieren sich die LBV-Kreisgruppen in Fürstenfeldbruck, Landsberg am Lech, Weißenburg-Gunzenhausen, Cham und Berchtesgadener Land. Insgesamt betreuen LBV-Aktive mehrere Hundert Krötenzaunanlagen in Bayern. Sobald die Zäune stehen, kontrollieren die Krötenschützer diese jeden Tag, am besten am frühen Abend und am frühen Morgen. Befinden sich Amphibien in den Eimern, werden diese in Transporteimern sicher über die Straße getragen. Meist werden dabei Art, Geschlecht und Anzahl dokumentiert.

Aktiv im Amphibienschutz

Wer beim Krötenretten mitmachen möchte, kann sich dazu an die örtliche LBV-Gruppe wenden. Vorkenntnisse sind nicht zwingend nötig. Wie die Hilfe funktioniert, wie man die Tiere richtig anfasst, welche Hygienevorschriften zu beachten sind und wie man Grasfrösche von Springfröschen oder Bergmolche von Teichmolchen unterscheidet, ist schnell gelernt.

In der Aufnahme von LBV - Fischer Richard
  • Springfrosch


Quelle
LBV - Landesbund für Vogel- und Naturschutz in Bayern e. V.
Eisvogelweg 1
91161 Hilpoltstein

Stand
06.02.2024


Für diese Information trägt ausnahmslos der/die Autor*in/Urheber*in die redaktionelle Verantwortung.Die kommunizierten Informationen geben ausnahmslos die Meinung des Verfassers*in, nicht eine Stellungnahme unserer Organisation wieder.

Artenschutz in Franken® - wir engagieren uns für die Erhaltung der Vielfalt in der Bundesrepublik Deutschland und darüber hinaus - im Sinne uns nachfolgender Generationen.

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Die Wilden Bienchen von Weeze
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Die Wilden Bienchen von  Weeze

14/15.02.2024


  • Ein Projekt des Artenschutz in Franken® und der Stadt Weeze das von der Deutschen Postcode Lotterie unterstützt wird.

Wildbienen - die unbekannten Bestäuber
Eigentlich haben die meisten von uns in ihrem Leben schon einmal Wildbienen gesehen. Doch bewusst als solche wahrgenommen werden diese Tiere kaum. Vielfach werden sie gar mit Wespen oder Fliegen verwechselt. Und hier zeigt sich auch bereits ein elementares Problem. Aufgrund einer weitverbreiteten Unkenntnis werden „die Wildbiene“ und deren Ansprüche an ihre Lebensräume nicht erkannt.
Wildbienen - für uns Menschen ungemein wichtig
Wir Menschen sind darauf angewiesen, dass unsere (Kultur) -Pflanzen bestäubt werden. Wildbienen spielen hierbei eine weitaus größere Rolle als bislang angenommen. Doch Wildbienen sichern nicht nur die Ernteerträge in der Landwirtschaft. Da sie häufig in enger Symbiose mit „ihrer Wildpflanze“ leben, sichern die kleinen Insekten auch das Überleben zahlloser Wildpflanzen.

Wildbienen – häufig im Bestand gefährdet
Doch viele unserer Wildbienenarten in Deutschland sind zwischenzeitlich akut in ihrem Bestand bedroht. Gerade auch durch eine zunehmend industrielle Landbewirtschaftung mit einem immensen Pestizideinsatz sowie der Zerstörung wichtiger Lebensräume haben wir Menschen zahlreiche Wildbienenarten bereits nahe an den Rand des Aussterbens gebracht. Je intensiver die Bewirtschaftungsformen und je umfangreicher Bewirtschaftungs-flächen werden, desto stärker hängt der Ertrag der Landwirtschaft auch von Wildbienen ab. Je mehr Lebensräume wir mit unserem Handeln in unserem Umfeld beeinträchtigen gefährden wir nicht nur eine faszinierende Insektengruppe. Nein mehr noch, wir setzen mit diesem Tun gar eine der (auch und gerade für den Menschen) wichtigsten Ökosysteme aufs Spiel.

Wildbienen – eine (letzte) Chance für unsere „Freunde“

Das innovative Kooperationsprojekt möchte hier auch zum Umdenken anregen. Mit der Installation einer in dieser Form in der ganzen Bundesrepublik Deutschland bislang wohl einzigartigen, modernen und sehr langlebigen Wildbienenwand werden die Jüngsten der Gemeinde in pädagogisch wertvoller Form bewusst an das Thema Wildbienenschutz herangeführt.Da Mauerbienen, also die bevorzugten Besiedler einer solchen Wand, überhaupt nicht aggressiv sind, können sich die Kinder des Kindergartens den Tieren gefahrlos nähern und diese auch in ihrem emsigen Treiben live erleben. Gleichfalls soll das Projekt dafür sorgen, dass die Kinder den Respekt und die Achtung für die uns umgebende Artenvielfalt erlernen und wichtige Zusammenhänge in spielerischer Form erkennen.

Denn nur, wenn es gelingt, die uns nachfolgende Generation mit diesen Tieren wieder vertraut zu machen kann es tatsächlich gelingen effektive Wege zu beschreiten die auch Garant dafür sein können das eine Art Win-Win Prinzip entsteht, das beiden Arten das Überleben ermöglicht.

Wildbienen – ein wertvolles Engagement für unsere Zukunft

Während der Verband Artenschutz in Franken® die Entwicklung der Wand, sowie die pädagogischen Umweltbildungseinheiten in vollkommen ehrenamtlicher Form übernahm, wurden die finanziellen Aspekte, welche für den Bau der Wand anfielen und durch autorisierte Fachfirmen umgesetzt wurden, von der Deutschen Postcode Lotterie getragen.

Aussichten – das Wildbienenmonitoring
Der Gemeinde Weeze und hier vielfältigen Projektpartnern ist es gelungen eine pädagogisch hochwertige Projektbegleitung auf den Weg zu bringen, wird gemeinsam mit dem Verband Artenschutz in Franken® in den kommenden Jahren die Entwicklung an der Wand intensiv verfolgen und auch dokumentieren. Mit Spannung soll dabei auch verfolgt werden, welche Arten bereits anzutreffen sind und welche nachfolgend erscheinen.



In der Aufnahme

  • Vor wenigen Tagen wurde die Wildbienenstation installiert.
Artenschutz in Franken®  
Stieglitz in Bayern im "Rückwärtsgang"
Bild zum Eintrag (1100150-160)
Stieglitz in Bayern im "Rückwärtsgang"

13/14.02.2024

  • War der Stieglitz in Bayern vor weinigen Jahrzehnten ein noch relativ häufig anzutreffender Brutvogel, so hat sich die Situation im besonders letzten Jahrzehnt gravieren geändert.

Bayern. Besonders im Herbst erkennt man den bunten, etwa 12cm kleinen Vogel bevorzugt an Distelköpfen aus welchen er seine Sämereien aufnimmt.Im zeitigen Frühjahr legt der Stieglitz sein gut getarntes Nest in Obstbäumen an. In welches er seine 5 – 6 Eier legt und 14 Tage bebrütet.

Nach dem Schlupf werden die Jungvögel vor allem mit Blattläusen gefüttert und verlassen nach weiteren 14 Tagen den Nistplatz. Stieglitzschwärme sind auch in der Steigerwaldregion, ( Vorland ) vor allem im Winter zu erkennen.
Der Stieglitz steht nun in Bayern bereits auf der Vorwarnliste der im Bestand gefährdeten Vogelarten.Für den Stieglitz stellen die extremen Veränderungen in der industriellen Landwirtschaft, doch auch der sowie immense Verlust von extensiv genutzten Streuobstbereichen Herausforderungen dar, die uns aktuell große Sorgen bereiten.

Daneben brechen diesem Tier die nahezu flächig die Nahrungsgrundlagen weg ... es ist dringlich an der Zeit hier effektiv gegen zu steuern und mehr Strukturen vorzuhalten in der dieser so farbenfrohe Vogel überdauern kann.

Dazu auch ein aktueller Kurzbericht von Bernhard Schmalisch:

(...) im Spätwinter kommen diverse Vögel an unsere Futterstellen, wenn sie in der Natur kaum noch was finden. Hier am Rande des Steigerwaldes sind dies meist diverse Finkenarten. Vom kleinsten Fink, dem Girlitz, bis zu unserem größten Fink dem Kernbeißer.Allerdings geht die Vielfalt merklich zurück.

Im Spätwinter kommen die farbenfrohen Stieglitze an unsere Futterstellen.Hier fressen sie Sämereien, auch Sonnenblumenkerne. Sie sind auch darauf angewiesen, dass Blühwiesen Samen bilden.Dies ist in unserer Kulturlandschaft mit mehrmaliger Mahd selten der Fall.In südlicheren Ländern fallen sie in Schwärmen in eben diesen Blühwiesen ein und fressen Sämereien.Bei uns holen sie sich Samen aus Gräsern und Kräutern an Bahndämmen und Ruderalflächen, oft Disteln.

Im Volksmund werden sie daher auch Distelfinken genannt.

Der Bestand ist bei uns im Steigerwald stark rückläufig.In einigen Bundesländern wird er in der Vorwarnstufe zur Roten Liste aufgeführt.Das bedeutet, dass es in den letzten Jahren zu einem merklichen Rückgang der Population gekommen ist.

Autor und Aufnahme

  • Bernhard Schmalisch

Artenschutz in Franken®  
Artensterben geht weiter ...
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Artensterben geht weiter – EU-Kommission zieht Gesetzesvorschlag zur Pestizidregulierung zurück

13/14.02.2024

  • Miller: Weiteres Versprechen des Green Deals scheitert – zum Erhalt unserer Artenvielfalt muss die neue Kommission dann liefern!

Brüssel
– Die EU-Kommission zieht ihren Gesetzesvorschlag über die Verordnung zur nachhaltigen Verwendung von Pflanzenschutzmitteln zurück, nachdem das stark polarisierende Vorhaben bereits im EU-Parlament gescheitert war und der Ministerrat den Entwurf daraufhin weiter verwässert hatte.
“Insbesondere Pestizide und Düngemittel, sind maßgeblich für den Rückgang der Insektenbiomasse und Ackerbegleitkräutern verantwortlich und damit indirekt für den massiven Rückgang vieler Vogelpopulationen in der europäischen Agrarlandschaft. Mit dem Scheitern des Gesetzes ist auch ein weiteres Versprechen des Green Deals gescheitert – der Artenrückgang in der Agrarlandschaft wird aber weitergehen. Jetzt muss die neue Kommission liefern”, so NABU-Bundesgeschäftsführer Leif Miller.

Die sogenannte “Sustainable Use Regulation” (SUR) sah vor, das Risiko und den Einsatz von Pflanzenschutzmitteln in der EU bis 2030 zu halbieren und somit deren negativen Auswirkungen auf Artenvielfalt und Gesundheit zu reduzieren. Obwohl das Gesetz von Seiten der Umweltverbände, der Wissenschaft und des Öko-Landbaus große Unterstützung erfuhr, wurde es insbesondere durch konservative Kräfte – Rechtspopulisten ebenso wie die Agrarindustrielobby massiv torpediert, was letztendlich zum Scheitern des Gesetzes führte. Nach der Europawahl kann die neue Kommission das Vorhaben wieder aufnehmen, es ist jedoch unklar, ob es dazu kommt.


Quelle
NABU (Naturschutzbund Deutschland) e.V.
Charitéstraße 3 
10117 Berlin

Stand

06.02.2024  

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In der Aufnahme von Bernhard Schmalisch
  • lauxania minor, aus der Familie der Faulfliegen.Eine Fliege von etwa 3 mm Größe deren Larven sich im herabgefallenen Laub am Erdboden entwickeln sollen.

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Artenschutz in Franken®  
Winterfest der Nationalpark-Kindergruppen
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Winterfest der Nationalpark-Kindergruppen

13/14.02.2024

  • 46 Kinder der Nationalpark-Kindergruppen trafen sich kürzlich zum Winterfest im Nationalparkzentrum „Haus der Berge“. 

Auf dem Programm standen verschiedene Aktionen
rund um das Thema „Insekten im Nationalpark“. Die Kinder bastelten Käfer aus Naturmaterialien, lauschten dem Figurentheater „Zirzop“ mit dem neuen Programm: „Ton ab!
Ein Käferabenteuer mit Ton und Tönen“ (Foto) und schauten den Insektenforschern des Nationalparks bei ihrer Arbeit über die Schulter. Die Eltern nutzten die Gelegenheit, sich von Nationalparkmitarbeitenden durch die Ausstellung „Vertikale Wildnis“ im Nationalparkzentrum führen zu lassen. 

Das Umweltbildungsteam des Nationalparks betreut aktuell fünf Gruppen für Kinder zwischen fünf und zwölf Jahren. In den wöchentlichen Gruppenstunden wird gespielt und gebastelt, die Kinder lernen Wissenswertes über die Tiere und Pflanzen ihrer Heimat und entdecken die Natur mit allen Sinnen.  

 In der Aufnahe von Bildnachweis: Nationalpark Berchtesgaden
  • Kindergruppen Winterfest 2024.jpg


Quelle
Nationalparkverwaltung Berchtesgaden
Doktorberg 6
83471 Berchtesgaden

Stand
01.02.2024


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Die Küche ist einsatzbereit
Bild zum Eintrag (1100093-160)
Die Küche ist einsatzbereit

12/13.02.2024

  • Guter Baufortschritt im Nationalpark Cafe am Wistlberg - Pächter gesucht

Finsterau. Noch ist die Optik zwar von viel Schutzfolie bestimmt, aber ansonsten ist die moderne Gastroküche im zukünftigen Nationalpark Café am Wistlberg beinahe einsatzbereit. 

Davon überzeugten sich jüngst Nationalparkleiterin Ursula Schuster und Heiner Kilger, 2. Bürgermeister der Gemeinde Mauth. Nationalparkmitarbeiter Johannes Dick, der die Baumaßnahmen rund um das geplante Naturerlebnis Wistlberg betreut, gab dem Duo einen detaillierten Einblick in den aktuellen Stand.
„Die Ausstattung der Küche ist soweit fast komplett eingebaut“, erklärte Dick. „Es fehlen lediglich noch ein paar Geräte, wie die Kaffeemaschine oder der Kombidämpfer.“ Diese seien aber bereits lagernd und würden erst geliefert, sobald der künftige Pächter feststeht, damit der auch gleich die nötige Einweisung dafür bekommen könne. „Besonders hervorzuheben ist in der Küche auch die Decke“, sagte Dick, woraufhin seine Zuhörer den Blick hoben. „Dort ist eine effiziente Lüftungsdecke installiert, so dass wir auf einzelne Abzugshauben verzichten konnten.“

„Wir als Gemeinde freuen uns, dass es bald losgeht“

„Da haben wir wirklich optimale Bedingungen für ein personaleffizientes Arbeiten geschaffen“, stellte Nationalparkleiterin Ursula Schuster nach der kurzen Führung fest. Die Küche sei nicht nur top ausgerüstet, sondern auch so angeordnet, dass aus dem bestehenden Platz das beste herausgeholt worden ist. „Da wird sich der künftige Pächter sicher wohlfühlen“, fand auch Vize-Bürgermeister Heiner Kilger. „Und wir als Gemeinde freuen uns, dass es bald losgeht.“

Tatsächlich ist aktuell geplant, dass das Café Anfang August öffnet. „Vorausgesetzt das Wetter spielt mit und es kommt zu keinen Bauverzögerungen“, wie Johannes Dick erklärte. Platz genommen werden kann dann zum einen im Inneren. Bisher steht im Gastraum nur ein automatisch steuerbarer Pelletofen. „Die Markierungen auf dem Boden zeigen aber schon, wo in Zukunft die umlaufende Eckbank sein wird“, so Dick. Diese sowie die weiteren Holzmöbel für rund 30 Besucher würden gerade im Nationalpark-Servicezentrum Lusen bei Altschönau gefertigt. Bei schönem Wetter biete in Zukunft auch die nach Süden ausgerichtete Terrasse Platz – für nochmal 80 Naturliebhaber.

Bewerbungen um die Pacht sind bis 14. April möglich

Was noch fehlt ist ein Pächter des Gastronomiebetriebs. „Aber auch hier gibt es gute Neuigkeiten“, berichtete Nationalparkleiterin Schuster. Die Ausschreibung sei bereits auf der Nationalpark-Homepage im Bereich „Aktuelles“ veröffentlicht. „Interessierte können ihren Hut bis 14. April in den Ring werfen.“

Neben dem Hauptgebäude habe sich auch im zweiten Bauwerk bereits viel getan, wie Dick zeigte. „Die Sanitärräume sind bis auf letzte Feinarbeiten fertig – und auch der Lagerraum inklusive zusätzlicher Kühlmöglichkeiten für den künftigen Betreiber ist beinahe fertiggestellt.“ Blieben nur noch die Außenanlagen. „Ein Teil des Umgriffs der beiden Gebäude wird gepflastert, die große Terrasse bekommt hingegen einen Holzbelag als Untergrund.“

Einiges an Zeit werden zudem noch die zu errichtenden Parkflächen nebst Bushaltestellen benötigen. Daneben ist auch geplant, 2024 noch mit den Arbeiten für die Aussichtsplattform „Lusenblick“ sowie für den barrierearmen Spielbereich direkt vor dem Café zu beginnen.

In der Aufnahme von Foto: Nationalpark Bayerischer Wald
  • Nahmen schon mal hinter der künftigen Theke Platz: Nationalparkleiterin Ursula Schuster und Heiner Kilger, 2. Bürgermeister von Mauth. Über den aktuellen Baufortschritt informierte das Duo Nationalparkmitarbeiter Johannes Dick.


Quelle
Nationalparkverwaltung Bayerischer Wald
Freyunger Straße 2
94481 Grafenau

Stand
05.02.2024

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Stele der Biodiversität® - Unterweiler
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Stele der Biodiversität® - Unterweiler

12/13.02.2024

  • Weiterführende Aufnahmen eingestellt

Ein innovatives Artenschutz- Umweltbildungsprojekt des Artenschutz in Franken® das vom Markt Burgwindheim, dem Bayernwerk und der Deutschen Postcode Lotterie unterstützt wird.

Unterweiler / Bayern. Vormals als artenschutzrelevant vollkommen uninteressant einzustufen,kann es mit Aufgabe der Nutzung alter Trafostationen gelingen den Ansatz "Erhaltung der Vielfalt" in die Fläche zu bringen. Das entsprechende Wissen vorausgesetzt können die kleinen Baukörper zu einem Hotspot der Biodiversität, in einer zunehmend ausgeräumten Umwelt heranwachsen.
Denn wenn (selbst in noch geeigneten Nahrungsstrukturen) keine geeigneten Reproduktionsräume vorhanden sind, ist die Erhaltung der Artenvielfalt geleichfalls zum Scheitern verurteilt. 

Ein Projekt des Artenschutz in Franken® das vom Markt Burgwindheim, dem Bayernwerk und der Deutschen Postcode Lotterie unterstützt wird setzt hier an und gestaltet Bauwerke die sich in einem geeigneten Umfeld befinden so um, das sie sich zukünftig als "Kinderstube der Biodiversität" bewähren können.





In der Aufnahme
  •       Mit dem Auftreten der "ersten Sonnenstrahlen" erstrahlt der "Leuchttum der Artenvielfalt" im Jahr 2024
Artenschutz in Franken®  
Artenschutz in Franken®
Bild zum Eintrag (1100468-159)
Artenschutz in Franken®

Artenschutz als Zeichen einer ethisch-moralischen Verpflichtung, diesem Anspruch gegenüber uns begleitenden Mitgeschöpfen und deren Lebens-räume, stellen wir uns seit nunmehr fast 30 Jahren mit zahlreichen Partnern tagtäglich auf vielfältiger Art aufs Neue.

In vollkommen ehrenamtlicher, wirtschaftlich- und politisch sowie konfessionell unabhängiger Form engagieren wir uns hier mit unseren vielen Mitgliedern in abertausenden von Stunden.

Trotz der auf Franken ausgerichteten Namensgebung bundesweit für die Erhaltung der Biodiversität, sowie für eine lebendige, pädagogisch hochwertige Umweltbildung.
In einer Dekade in der zunehmend Veränderungen, auch klimatischer Weise erkennbar werden, kommt nach unserem Dafürhalten der effektiven Erhaltung heimischer Artenvielfalt auch und gerade im Sinne einer auf-geklärten Gesellschaft eine heraus-ragende Bedeutung zu.

Der Artenschwund hat er-schreckende Ausmaße ange-nommen, welche den Eindruck der zunehmenden Leere für den aufmerksamen Betrachter deutlich erkennbar werden lässt. Eine ausge-storbene Art ist für nahezu alle Zeit verloren. Mit ihr verlieren wir eine hochwertige, einzigartige Ressource die sich den Umweltbedingungen seit meist Millionen von Jahren anpassen konnte.  

Wir sollten uns den Luxus nicht leisten dieser Artenreduktion untätig zuzusehen. Nur eine möglichst hohe genetische Artenvielfalt kann die Entstehung neuer Arten effektiv ansteuern.

Im Sinne uns nachfolgender Generationen, also unserer Kinder und unserer Enkelkinder, sollten wir uns gemeinsam dazu durchringen dem galoppierenden Artenschwund Paroli zu bieten.

Nur gemeinsam wird und kann es uns gelingen diesem sicherlich nicht leichtem Unterfangen erfolgreich zu begegnen. Ohne dies jedoch jemals versucht zu haben, werden wir nie erkennen ob wir dazu in der Lage sind oder waren.

Durchdachter Artenschutz ist in unseren Augen mehr als eine Ideologie.

Er beweist in eindrucksvoller Art die Verbundenheit
mit einer einzigartigen Heimat und deren sich darin befindlichen Lebensformen. Schöpfung lebendig bewahren, für uns ge-meinsam mehr als „nur“ ein Lippenbekenntnis.

Artenschutz ist für uns gleichfalls Lebensraumsicherung für den modernen Menschen.

Nur in einer intakten, vielfältigen Umwelt
wird auch der Mensch die Chance erhalten nachhaltig zu überdauern. Hierfür setzten wir uns täglich vollkommen ehrenamtlich und unabhängig im Sinne unserer Mit-geschöpfe, jedoch auch ganz bewusst im Sinne unserer Mitbürger und vor allem der uns nachfolgenden Generation von ganzem Herzen ein.

Artenschutz in Franken®
25. Jahre Artenschutz in Franken®
Bild zum Eintrag (1053849-159)
25. Jahre Artenschutz in Franken® 

Am 01.03.2021 feierte unsere Organisation ein Vierteljahrhundert ehrenamlichen und vollkommen unabhängigen Artenschutz und erlebbare Umweltbildung.
Und auch nach 25 Jahren zeigt sich unser Engagement keineswegs als "überholt". Im Gegenteil es wird dringender gebraucht denn je.

Denn die immensen Herausforderungen gerade auf diesem Themenfeld werden unsere Gesellschaft zukünftig intensiv fordern!


Hinweis zum 15.jährigen Bestehen.

Aus besonderem Anlass und zum 15.jährigen Bestehen unserer Organisation ergänzten wir unsere namensgebende Bezeichnung.

Der Zusatz Artenschutz in Franken® wird den Ansprüchen eines modernen und zunehmend auch überregional agierenden Verbandes gerecht.

Vormals auf die Region des Steiger-waldes beschränkt setzt sich Artenschutz in Franken® nun vermehrt in ganz Deutschland und darüber hinaus ein.

Die Bezeichnung ändert sich, was Bestand haben wird ist weiterhin das ehrenamliche und unabhängige Engagement das wir  für die Belange des konkreten Artenschutzes, sowie einer lebendigen Umweltbildung in  einbringen.

Im Sinne uns nachfolgender Generationen!

Auf unserer Internetpräsenz möchten wir unser ehrenamtliches Engagement näher vorstellen.

Artenschutz in Franken®
Notrufnummern ✆
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Im Aufbau
Was tun beim Wildunfall
Bild zum Eintrag (1001660-159)
Rechtliches §
Bild zum Eintrag (1001682-159)
Immer wieder werden wir gefragt welche rechtlichen Grundlagen es innerhalb der Naturschutz- und Tierschutzgesetze es gibt.

Wir haben einige Infos zu diesem Thema hier verlinkt:
Unser Engagement
Bild zum Eintrag (1001684-159)
Mehr über unser Engagement finden Sie hier:
Die Artenschutz im Steigerwald/Artenschutz in Franken®- Nachhaltigkeits-vereinbarung
www.artenschutz-steigerwald.de/de/Ueber-Uns/1001349/AiF_-_Nachhaltigkeitsvereinbarung/

Über uns
www.artenschutz-steigerwald.de/de/Ueber-Uns/

Impressum/Satzung
www.artenschutz-steigerwald.de/de/Impressum/
Nachgedacht
Bild zum Eintrag (1053853-159)
Ein Gedicht zum Verlust der Biodiversität in unserem Land.

Artenschwund

In allen Medien tun sie es kund, bedenklich ist der Artenschwund.

Begonnen hat es schon sehr bald, durch Abholzung im Regenwald. Nicht nur um edle Hölzer zu gewinnen, man fing schließlich an zu „spinnen“. Durch Brandrodung ließ man es qualmen, und pflanzte dort dann nur noch Palmen.

Das fand die Industrie ganz prima, doch heute bejammern wir das Klima. Aber es betrifft nicht nur ferne Lande, auch bei uns ist es `ne Schande. Dass Wälder dem Profit zum Opfer fallen, dies schadet schließlich doch uns Allen.
Ob Kahlschlag in Skandinavien, oder hier, die Dummen, das sind immer wir. Was unser Klima wirklich erhält, wurde zum großen Teil gefällt.

Es beginnt doch schon im Kleinen, an Straßen- und an Wegesrainen. Dort wird gemäht, ganz ohne Not, dies ist vieler Tiere Tod. Moderne Maschinen zu unserem Schrecken, lassen Schmetterlingsraupen
kläglich verrecken. Weil von den Raupen niemand profitiert, dies dann auch kaum Jemand interes-siert. Doch der Jammer ist schon groß; wo bleiben die Schmetterlinge bloß?

Auch unser Obst ist in Gefahr, denn die Bienen werden rar. Wir uns deshalb ernsthaft fragen, wer wird in Zukunft die Pollen übertragen. Eine
eingeschleppte Milbe ist der Bienen Tod und die Imker leiden Not. Dazu spritzt man noch Neonikotinoide und Glyphosat, damit man reiche Ernte hat. Das vergiftet nicht nur Tiere, sondern jetzt auch viele Biere. Glyphosat soll krebserregend sein, doch das kümmert hier kein Schwein.

Hauptsache es rollt weiterhin der Kiesel, denn man hat ja noch den Diesel. Der ist jetzt an Allem schuld und man gönnt ihm keine Huld. Elektrofahrzeuge sind die neue Devise, doch verhindern diese wirklich unsere Krise? Braunkohle und Atom, erzeugen zumeist unseren Strom. Wie nun jeder Bürger weiß, ist auch dieses Thema
heiß.

Gäbe es immerzu Sonnenschein, wäre Solarenergie fein. Aber da sind ja noch die Windanlagen, die hoch in den Himmel ragen. Wo sie dann an manchen Tagen, Vögel in der Luft erschlagen. Diese zogen erst von Süden fort, entkamen knapp dem Vogelmord. Nun hat es sie doch noch erwischt, nur werden sie hier nicht aufgetischt.

Wie haben die  Ortolane schön ge-sungen, nun liegen auf dem Teller ihre Zungen. War das schön, als sie noch lebten, bevor sie auf `ner Rute klebten. Immer weniger wird ihr Gesang, uns wird es langsam angst und bang .Gesetze wurden
zwar gemacht, sie werden jedoch zumeist belacht. Wenn Vögel brutzeln in Pfanne und Schüssel, wen interessiert da das „Geschwätz“ aus Brüssel.

Es gibt ein paar Leute, die sind vor Ort und stellen sich gegen den Vogelmord. Die wenigen, die es wagen, riskieren dabei Kopf und Kragen. Wenn sie beseitigen Ruten und Fallen, oder hindern Jäger, Vögel abzuknallen. Riesige Netze, so stellen wir fest, geben den Vögeln nun noch den Rest. Wir sollten dies schnellstens verhindern, sonst werden wir mit unseren Kindern, bald keinen Vogelsang mehr hören. So manchen würde das kaum stören, doch mit diesem Artenschwund, schlägt irgendwann auch unsere Stund`.



Quelle
Hubertus Zinnecker
Ein Frühsommer-Bild aus Schleswig-Holstein
Bild zum Eintrag (1053852-159)
Ein Frühsommer-Bild aus Schleswig-Holstein ...da wir jedoch im ganzen Land wiederfinden!

Eine weite Grünlandniederung, vier riesige Mähmaschinen fahren nebeneinander mit rasanter Geschwindigkeit über ein Areal von einigen hundert Hektar Wiesen.

Wo gestern noch zahlreiche Feldvögel sangen und ihre Jungen fütterten, Wiesen- und Rohrweihen jagten, ein Sumpfohreulenpaar balzte und offensichtlich einen Brutplatz hatte, bietet sich heute ein Bild der Zerstörung. Kiebitze und Brachvögel rufen verzweifelt und haben ihre Gelege verloren.
Schafstelzen, Wiesenpieper und Feldlerchen hüpfen mit Würmern im Schnabel auf der Suche nach ihren längst zerstückelten Jungvögeln verzweifelt über den Boden.

Alles nichts Neues.

Das kennen wir ja. Das BNatSchG §44 erlaubt es ja schließlich gemäß der „guten fachliche Praxis“, streng geschützte Vogelarten zu töten - denn verboten ist es ja nur „ohne sinnvollen Grund“.

Aber was ist an dieser uns allen bekannten Situation anders als noch vor 10, 20 Jahren?
Die Mähmaschinen sind größer und stärker denn je, schneller denn je, mähen tiefer denn je, mähen in immer kürzeren Intervallen, mähen die Gräben bis tief in jede Grabenböschung mit ab.

Wie zum Hohn kommt nun noch ein weiterer Trecker und mäht alle Stauden der Wegesränder ab, scheinbar um das letzte verbliebene Wiesenpieper- oder Blaukehlchennnest dann auch noch zu erwischen.

23.00h: Es wird dunkel, es wird weiter gemäht. Ich denke an die Wiesenweihen, den gerade erschienenen Artikel aus der Zeitschrift dem Falken: " bei nächtlicher Mahd bleiben die adulten Weihen auf dem Nest sitzen und werden mit getötet“.

Wo ist unsere Landwirtschaft hingekommen, dass jetzt hier 4 Maschinen der neusten Generation parallel nebeneinander in rasendem Tempo mähen, dahinter wird schon gewendet und das Gras abtransportiert.

Nicht ein junger Vogel, nicht ein junger Hase hat hier die geringste Chance, noch zu entkommen.

Früher habe ich nach der Mahd noch junge Kiebitze und junge Hasen gesehen, die überlebt haben. Früher hat ein Bauer noch das Mähwerk angehoben, wenn er von oben ein Kiebitznest gesehen hat.

Hier ist nun nichts mehr, nur hunderte von Krähen und Möwen, die sich über das „Fastfood“ freuen (und nebenbei bemerkt damit einen äußerst wichtigen Beitrag zur Beseitigung von Clostridien leisten, welche die Silage verunreinigen und damit den Rinderbestand gefährden könnten - gedankt wird es den Krähen aber natürlich nicht)
 
Diese Entwicklung der Grünlandbewirtschaftung ist sehr besorgniserregend, nicht nur für den Vogel des Jahres, die Feldlerche. Das Wettrüsten der Landwirte ist verständlich aus deren wirtschaftlicher Sicht, aber eine ökologische Vollkatastrophe und das Ergebnis einer verfehlten Agrarpolitik.

Was ist denn der „sinnvolle Grund“, der diese Entwicklung überhaupt zulässt?

Dass die Milch und das Fleisch immer noch billiger werden, und dafür das letzte Stück Natur geschreddert wird? Ist das wirklich im Sinne der Allgemeinheit, denn es sind doch nicht nur wir Naturschützer*innen und Vogelkundler*innen, die sich über blühende Wiesen und singende Lerchen freuen.

Dieser massenhafte Vogelmord auf unserem Grünland (und natürlich Amphibien, Reptilien, Säugetiere, Insekten) wird immer aggressiver und ist vielen Menschen gar nicht bewusst.

Es müssen dringend Maßnahmen ergriffen werden, wie z.B. gesetzlich vorgeschriebene Randstreifen zu Gräben und Wegesrändern, Verbot nächtlicher Mahd, Begrenzung der Mahdhöhe- und Mahdgeschwindigkeit usw.

Ansonsten brauchen wir uns auch nicht über vogeljagende Mittelmeerländer aufzuregen - denn das was hier stattfindet ist letztendlich genauso zerstörerisch wie zum Spaß zur Flinte zu greifen.
 
Juni 2019
Autorin
Natascha Gaedecke
Waldsterben 2.0 – Nein eine Chance zur Gestaltung naturnaher Wälder!
Bild zum Eintrag (1053851-159)
Waldsterben 2.0 – Nein eine Chance zur Gestaltung naturnaher Wälder!

Artenschutz in Franken® verfolgt seit geraumer Zeit die Diskussionen um den propagierten Niedergang des deutschen Waldes.

Als Ursache dieses Niedergangs wurde der/die Schuldige/n bereits ausgemacht. Der Klimawandel der die Bäume verdursten lässt und hie und da auch noch einige Großsäuger die unseren Wald „auffressen“. Diesen wird es vielerorts zugeschrieben, dass wir in wenigen Jahren wohl unseren Wald verlieren werden?!
Als Ursache für das infolge des Klimawandels erkennbare „Absterben“ unserer Wirtschaftswälder liegt jedoch vielmehr auch darin, dass wir unsere Wälder in den vergangenen Jahrhunderten ständig waldbaulich manipulierten und dieses auch heute noch sehr ausgeprägt und vielfach intensiver den je tun.

In dieser Zeitspanne haben wir in unserem Land nahezu alle unsere ursprünglich geformten Wälder verloren. Wir haben diesen Systemen seither ständig unsere menschliche Handschrift auferlegt um aufzuzeigen wie wir uns einen nachhaltig geformten Wirtschaftswald vorstellen. Und diesen selbstverständlich auch intensiv nutzen können.

Ohne große Rücksicht auf Pflanzen und Tiere welche in diesem Ökosystem leben.Wir haben somit keinen Wald mehr vor Augen wie dieser von Natur aus gedacht war – wir haben einen Wald vor unseren Augen wie wir uns Menschen einen Wald vorstellen.


Somit „stirbt“ nun auch nicht der Wald, sondern lediglich der vom Menschen fehlgeformte Wald. 

Nun wird also fleißig darüber nachgedacht mit einem Millionenaufwand unseren Wald mit Aufforstungsprogrammen zu retten. Doch dieser Ansatz ist in unseren Augen eine weitere Verfehlung menschlichen Wirkens. Denn was hier zusammengepflanzt wird ist wieder kein sich natürlich entwickelter Wald der seine Dynamik sichtbar werden lassen kann. Nein es wird wieder ein vom Menschen manipulierter Wirtschaftswald entstehen der nur die Lebensformen in sich duldet die wir dieser Holzproduktionsfläche zugestehen.

Die Vielfalt der Arten wird hier auf immens großen Flächen abermals keine Rolle spielen.

Doch warum lassen wir es nicht einfach mal zu das wir dem Wald die Chance eröffnen uns zu zeigen wie Waldbau funktioniert und wie ein robuster Wald aussieht. „Dieser Wald“ wird uns in 50 – 70 Jahren zeigen welche Artenzusammensetzung für den jeweiligen Standort die richtige Mischung ist.

Es ist uns schon klar das bis dahin viele vom Menschen geschaffenen Wälder nicht mehr stehen werden denn sie werden tatsächlich „aufgefressen“.

Doch nicht vom Reh, welches Luchs und Wolf als Nahrungsgrundlage dringlich benötigen, wollen wir verhindern das diese sich an unseren Schafen & Co. bedienen, sondern von ganz kleinen Tieren. Der Borkenkäfer wird die Fläche für die nachfolgenden Naturwälder vorbereiten so wie wir es an mancher Stelle in Bayern sehr gut erkennen können.

Es bedarf somit in unseren Augen einem gesellschaftlichen Umdenken das endlich greifen muss.

Gerade im Sinne unserer Kinder und Enkelkinder welchen wir eine an Arten reiche Welt hinterlassen sollten.

AiF
12.08.2019

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Haben Sie die Asiatische Hornisse gesichtet? Dann können Sie ab heute (10.05.2023) über die neue Meldeplattform des Landes Baden-Württemberg Ihre Beobachtungen zentral und unkompliziert melden.


Quelle:
Ministerium für Umwelt, Klima und Energiewirtschaft und LUBW Landesanstalt für Umwelt Baden-Württemberg
Monitoring der Asiatischen Hornisse in Brandenburg
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Monitoring der Asiatischen Hornisse in Brandenburg

Potsdam – Zur Früherkennung der Asiatischen Hornisse in Brandenburg startet der Landesverband Brandenburgischer Imker e. V. in Zusammenarbeit mit dem Landesamt für Umwelt (LfU) ein Monitoring der Asiatischen Hornisse.


Quelle
Ministerium für Landwirtschaft, Umwelt und Klimaschutz (MLUK) des Landes Brandenburg
Henning-von-Tresckow-Straße 2-13, Haus S
14467 Potsdam