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NABU: Vogelgrippe trifft auf Patient Meer
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NABU: Vogelgrippe trifft auf Patient Meer

14/15.08.2022

Miller: Nur konsequenter Schutz kann betroffene Vogelarten retten
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Berlin - Die Vogelgrippe grassiert unter Basstölpeln, Brandseeschwalben, Flussseeschwalben, Kormoranen und anderen Meeresvögeln. Bereits im Mai waren in Deutschland die ersten Verdachtsfälle des Hochpathogenen Aviären Influenza-Virus (HPAIV) vom Typ H5N1 außerhalb der sonst üblichen Jahreszeit gemeldet worden.

35 tote Brandseeschwalben wurden auf der Insel Trischen gefunden. Zuvor gab es besorgniserregende Fundzahlen aus den Niederlanden und Großbritannien. Der NABU fordert angesichts der Ausbreitung der Seuche Maßnahmen zum Schutz der Wildvögel.
„Hauptamtliche und ehrenamtliche Vogelschützer können dem Sterben der Tiere nur machtlos zusehen. Der einzelne Vogel lässt sich nicht behandeln und retten. Doch dass diese Tragödie ganze Vogelpopulationen an die Schwelle des Verschwindens bringt, kann nur geschehen, weil die Nord- und Ostsee mit ihren Lebensgemeinschaften durch Eingriffe des Menschen an ihren Belastungsgrenzen sind“, so NABU-Bundesgeschäftsführer Leif Miller. Überfischung, die Vermüllung der Meere, mariner Rohstoffabbau, Störungen durch Schiffsverkehr und der Ausbau der Offshore-Windenergie sind wesentliche Treiber für den Verlust von Brut-, Nahrungs- und Rastgebieten für Meeres- und Küstenvögel.

In diesem Jahr ist besonders auffällig, dass die Erkrankung mitten in der Brutzeit zuschlägt und vor allem da sehr hohe Verluste verursacht, wo Vögel in Kolonien dicht beieinander brüten. Wenn Altvögel erkranken und sterben, sind auch die Jungen im Nest oft direkt oder indirekt durch Nahrungsmangel dem Tod geweiht. In der einzigen deutschen Basstölpelkolonie auf Helgoland wurden beispielsweise bis Ende Juli bereits über 170 tote Jungvögel gefunden. Der Virustyp könnte möglicherweise endemisch werden, also zukünftig nicht nur saisonal, sondern ganzjährig auftreten. Übertragungen auf räuberische Säugetiere sind in Einzelfällen nachgewiesen.

Das fatale Sterben ganzer Brutkolonien zeigt, wie fragil das System Meer ist. Jetzt muss es darum gehen, einen entscheidenden Beitrag zur Stärkung der Widerstandsfähigkeit von Seevogelpopulationen, aber auch anderen Artengruppen, dem Meer und seiner Systemfunktionen zu leisten. Für Basstölpel, Brandseeschwalbe & Co heißt das, die Fischerei ¬– besonders mit Grundschleppnetzen und auf wichtige Beutefische wie Sandaale – muss wirksam reguliert werden. Außerdem muss der Verlust von Rast- und Nahrungsgebieten verhindert und der Ausbau der Windenergie darf nur außerhalb von Schutzgebieten und wichtigen Wanderkorridoren vorangetrieben werden. Nur wenn das gelingt, können so massive Ausfälle wie aktuell beobachtet von den Populationen kompensiert werden.   

Auch akute Maßnahmen zur Eindämmung der Vogelgrippe müssen getroffen werden. Ein nationaler Reaktionsplan für HPAIV-Varianten wie H5N1 bei Wildvögeln sollte für alle Bundesländer ausgearbeitet werden, einhergehend mit einem Informationsaustausch zwischen den Ländern, aber auch mit anderen europäischen Staaten. „Wir brauchen ein wirksames Monitoring-, Überwachungs-, Forschungs- und Meldesysteme, um ein Echtzeitwissen über das Virus und seine Entwicklung bei Wildvögeln aufzubauen. Nicht zuletzt müssen potenziell hochriskante Faktoren zur Übertragung aus der Geflügelhaltung eliminiert werden”, fordert NABU-Vogelschutzexperte Martin Rümmler.

Quelle
NABU (Naturschutzbund Deutschland) e.V.
Bundesgeschäftsstelle
Pressestelle
Charitéstraße 3, 10117 Berlin
Stand 9. AUGUST 2022

Für diese Information trägt ausnahmslos der/die Autor*in/Urheber*in die redaktionelle Verantwortung. Die kommunizierten Informationen geben ausnahmslos die Meinung des Verfassers*in, nicht eine Stellungnahme unserer Organisation wieder.

Artenschutz in Franken® - wir engagieren uns für die Erhaltung der Vielfalt in der Bundesrepublik Deutschland und darüber hinaus - im Sinne uns nachfolgender Generationen.

In der Aufnahme von Ulrich Rösch

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Magdeburg fragt sich: Wie geht es dem Elefanten Rungwe?
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Magdeburg fragt sich: Wie geht es dem Elefanten Rungwe?

14/15.08.2022

Bei den Afrikanischen Elefanten im Magdeburger Zoo stehen in diesem Jahr grundlegende Veränderungen an. Welche das genau sind, wird bald veröffentlicht – nur so viel sei an dieser Stelle verraten: Der Zoo Magdeburg wird schließlich „netto“ einen Elefanten mehr beherbergen als jetzt.
Diese Ankündigung ist eine gute Gelegenheit zurückzublicken und zu fragen: Wie geht es „unserem Ehemaligen“, dem Jungbullen Rungwe im 800 Kilometer entfernten Györ? Er verließ im Rahmen der Umstrukturierung des Elefantenbestandes in Zusammenarbeit mit dem EEP (EAZA Ex-situ Programm) als erster den Zoo Magdeburg in Richtung Zoo Györ, Ungarn.

Dort ergänzt er als viertes Mitglied eine Gruppe aus jungen Afrikanischen Elefantenbullen. Die ungarischen Kolleg*innen sind von Rungwe begeistert. „Ihm geht es sehr gut bei uns. Er hat sich vollkommen in die Gruppe integriert und trägt bevorzugt mit unserem jüngsten Bullen Kito die jungbullentypischen, spielerischen Kämpfe aus.

Auch hat er sich sehr gut an seine neuen Pfleger gewöhnt und nimmt motiviert am Training teil,“ erzählt Bálint Bagó, Tierarzt und Kurator des Zoo Györ. „Junge Elefantenbullen finden sich im natürlichen Lebensraum oft in lockeren Junggesellengruppen zusammen und sind daher von Natur aus an ein veränderliches soziales Umfeld angepasst. Rungwes gute Eingliederung in die Gruppe entspricht daher unseren Erwartungen,“ erläutert Felix Husemann, Tierarzt und Kurator des Zoo Magdeburg.

Die angekündigten Pläne im Rahmen des EEP eine sozial intakte Elefantengruppe mit Elefantenkühen und einem Elefantenbullen aufzubauen, schreiten weiter voran. „Wir blicken optimistisch auf die Zukunft der Elefanten im Zoo Magdeburg und freuen uns, diese bald der Öffentlichkeit vorstellen zu können,“ kündigt Dirk Wilke, Geschäftsführer des Zoo Magdeburg, an.



Quelle / Aufnahme
ZOOLOGISCHER GARTEN MAGDEBURG gGmbH
Zooallee 1
39124 Magdeburg
 
Stand  10. 08. 2022

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Der Pfau der Antilopenwelt
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Der Pfau der Antilopenwelt

13/14.08.2022

  • Weißnacken-Moorantilopen sind Neulinge im Zoo Magdeburg

Eine sehr faszinierende, stark gefährdete Antilopenart ist zum Tierbestand des Zoos hinzugekommen: die Weißnacken-Moorantilope (Kobus megaceros). Die Wildpopulation der Weißnacken-Moorantilopen hat sich in den letzten zwei Jahrzehnten auf geschätzt etwa 4.000 Individuen halbiert.

Ursächlich für den Populationsrückgang ist die gravierende Lebensraumzerstörung in den Feuchtgebieten Äthiopiens und Südsudans durch Ölförderung, Bürgerkrieg, Hungersnöte und Jagd .

 “Grund genug für den Zoo Magdeburg, den Artenschutz vor Ort voranzutreiben und sich im EEP (EAZA Ex-situ Programm) für Weißnacken-Moorantilopen zu engagieren“, erklärt Zoo-Geschäftsführer Dirk Wilke. In deutschen Zoos sind diese imposanten Antilopen selten zu finden – nur drei weitere Zoos in Deutschland haben diese Art im Tierbestand.
Von allen Antilopen zeigt die Weißnacken-Moorantilope den ausgeprägtesten Geschlechtsdichromatismus, d.h. Männchen und Weibchen unterscheiden sich deutlich in ihrer Fellfärbung. Weibchen und Jungtiere sind eher unscheinbar rotbraun gefärbt. Das dunkelbraune Fell der Männchen hingegen zeigt mit dem weißen Nackenfleck eine kontrastreiche auffällige Musterung – daher auch der Spitzname “Pfau der Antilopenwelt”. Besucher des Zoo Magdeburg können die farbliche Besonderheit dieser Wasserbockart nun “live und in Farbe” bestaunen. Die beiden Weibchen und das Männchen befinden sich zwar noch in der Eingewöhnung, sind aber bereits sehr gut auf der Außenanlage zwischen dem Gehege der Afrikanischen Elefanten und der Anlage der Blutbrustpavianen und Nubischen Steinböcken zu beobachten.

Artenschutz-Euro im Zoo: Ab sofort können die Zoobesucher beim Kauf des Erwachsenentickets freiwillig einen Artenschutz-Euro bezahlen und damit aktiv einen Beitrag für den Artenschutz leisten. Jeder unterstützt damit direkt den Erhalt der gefährdeten Arten und ihrer Lebensräume, denn die Einnahmen kommen zu 100 Prozent den derzeit sechs Artenschutzprojekten des Zoos zugute. Gemeinsam mit der Unterstützung der Zoobesucher möchte der Zoo verstärkt Artenschutzprojekte im natürlichen Lebensraum, also in situ, weltweit und vor Ort fördern.

Derzeit unterstützt der Zoo Magdeburg den Erhalt bedrohter Arten durch die Beteiligung an 45 EAZA Ex-situ Programmen (EEPs), darunter für viele stark gefährdete oder vom Aussterben bedrohte Arten wie Westafrikanischer Schimpanse, Spitzmaulnashorn, Afrikanischer Elefant, Blaulatzara, Roter Panda und einige südamerikanische Krallenaffenarten.


Quelle/Aufnahme
ZOOLOGISCHER GARTEN MAGDEBURG gGmbH
Zooallee 1
39124 Magdeburg

Stand 12. 08. 2022
 

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Neue Plattformen für den Steigerwald - Weißstorch / Umzug
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Neue Plattformen für den Steigerwald - Weißstorch 2003 - 2022

13/14.08.2022

Burgwindheim/ Bayern. 03.Juni 2003
- An diesem Tag wurde die Nistplattform auf einem kirchlichen Bauwerk inmitten des Marktes Burgwindheim im Steigerwald installiert.

Seit vielen Jahrzehnten gab es keinen Weißstorch mehr in der Gemeinde - auch die ältere Generationen konnte sich an eine Fortpflanzung des Weißstorches in diesem Ort nicht erinnern. Es lag über 80 Jahre zurück als das letzte Paar im Steigerwaldort auf einem Hausdach am Ortsrand im Übergang zu den Wiesenauen ihre Jungtiere großzog. Seitdem ist das nicht mehr geschehen.

Auch "Spezialisten" gaben daher dem Ansinnen des Artenschutzes im Steigerwald - wie unser Namen damals noch war - keine Chance hier jemals wieder Weistörche beim Nisten erleben zu können.
Es dauerte fast 17 Jahre bis es erstmals seit rund 100 Jahren wieder ein Weißstorchpaar in Burgwindheim gab das sich der Nistplatzanlage ab dem 14.04.2020 widmete. Zwar waren in den vorangegangenen Jahren immer wieder mal Einzeltiere auch in der Nistplattform gesehen worden, doch noch nie wurde hier Nistmaterial eingetragen. Doch diesmal kam es anders .. ein Paar trug unvermittelt Nistmaterial heran und richtete sich "häuslich" ein.

Mit Interesse verfolgen wir seither die Entwicklung ...


Der Burgwindheimer Weißstorch zieht um

Das was wir bereits vor fast 20 Jahren vermutet und auch den entsprechenden Fachstellen des Natur- und Denkmalschutzes mitgeteilt hatten ist in 2021/2022 eingetreten, der Burgwindheimer Weißstorch ist auf das Dach des Burgwindheimer Wahrzeichens, des "Schlosses" gezogen und konnte sich hier erfolgreich einer Nistplatzanlage annehmen.

Bereits in 2003 traten wir an die entsprechenden Fachstellen heran und ersuchten darum auf dem Schloss eine Nisthilfe auf den Kaminen errichten zu dürfen, da wir der festen Überzeugung waren das die Tiere sich entweder dieses Bauwerk oder ein weiteres hohens Gebäude am Burgwindheimer Marktplatz auswählen werden, wenn es darum geht optimale Nistplätze zu besiedeln.

Lieder wurde unsere Ersuchen zur Installation der Plattform damals nicht unterstützt und wir waren auf ein Alternativbauwerk ausgewichten, welches der Weißstorch auch für 2 Jahre annahm und dann wechselte.


Das sogenannte Burgwindheimer Schloss liegt angrenzend an der eindrucksvollen Ebrachtalaue ... auf Initiative des Artenschutz in Steigerwald wurde dieses wunderschöne Kleinod in 2005 ins Leben gerufen und entwickelt sich seither mehr als Eindrucksvoll. Diese Fläche stellt ohne Frage eine wertvolle Bereicherung der Gemeinde Burgwindheim dar und bietet zahlreichen Tier- und Pflanzenarten einen Überlebensraum.



In der Aufnahme
  • Der Burgwindheimer Weißstorch auf einem Kamin des Burgwindheimer Schlosses wo er seinen Nistplatz anlegte.
Artenschutz in Franken®  
Stele der Biodiversität® - Gemmingen / GT -Stebbach
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Stele der Biodiversität® - Gemmingen / GT -Stebbach

13/14.08.2022


Ein innovatives Artenschutz- Umweltbildungsprojekt des Artenschutzes in Franken® und der Gemeinde Gemmingen / Stebbach das von der Deutschen Postcode Lotterie unterstützt wird.

Gemmingen / Baden - Württemberg. Vormals als artenschutzrelevant vollkommen uninteressant einzustufen, kann es mit Aufgabe der Nutzung alter Trafostationen gelingen den Ansatz "Erhaltung der Vielfalt" in die Fläche zu bringen. Das entsprechende Wissen vorausgesetzt können die kleinen Baukörper zu einem Hotspot der Biodiversität, in einer zunehmend ausgeräumten Umwelt heranwachsen.



In der Aufnahme

  • Einen Kontrollbesuch statten wir der Stele am 12.08.2022 ab und erkennen das der Trocknungsprozess sehr gut verläuft.
Artenschutz in Franken®  
"Himmelsleiter Lisberg"
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"Himmelsleiter Lisberg"

12/13.08.2022

Ein innovatives Artenschutz- Umweltbildungsprojekt des Artenschutz in Franken® und der Gemeinde Lisberg. Unterstützt wird dieses unabhängig voneinander durch die Deutschen Postcode Lotterie und der Steuerkanzlei Bauerfeind.

Lisberg / Bayern.Vormals als artenschutzrelevant vollkommen uninteressant einzustufen,möchten wir einen großzügig bemessenen Hangbereich, in einen interessanten Bereich verwandeln der konkrete Bausteine des Artenschutzes und der Umweltbildung in sich vereint.


In der Aufnahme
  •  Langsam aber deutlich sichtbarer lässt sich erkennen was sich hier bemerkenswertes entwickelt.
Artenschutz in Franken®  
Stele der Biodiversität® - Lisberg
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Stele der Biodiversität® -  Lisberg

08/09.08.2022

Ein
innovatives Artenschutz- Umweltbildungsprojekt des Artenschutz in Franken® und der Gemeinde Lisberg. Unterstützt wird dieses unabhängig voneinander durch die Deutschen Postcode Lotterie und der Steuerkanzlei Bauerfeind.

Lisberg / Bayern.Vormals als artenschutzrelevant vollkommen uninteressant einzustufen,kann es mit Aufgabe der Nutzung alter Baukörper gelingen den Ansatz "Erhaltung der Vielfalt" in die Fläche zu bringen. Das entsprechende Wissen vorausgesetzt können die Baukörper zu einem Hotspot der Biodiversität, in einer zunehmend ausgeräumten Umwelt heranwachsen.
Denn wenn (selbst in noch geeigneten Nahrungsstrukturen) keine geeigneten Reproduktionsräume vorhanden sind, ist die Erhaltung der Artenvielfalt gleichfalls zum Scheitern verurteilt.

Das Projekt setzt hier an und gestaltet Bauwerke die sich in einem geeigneten Umfeld befinden so um, das sie sich zukünftig als "Kinderstube der Biodiversität" bewähren können.


In der Aufnahme
  • Am 09.08.2022 wurden die Wildbienenwand und die Infotafel angebracht
Artenschutz in Franken®  
Vorübergehende Abschaffung von Brachen ist Armutszeugnis ...
Bild zum Eintrag (1073469-160)
NABU: Vorübergehende Abschaffung von Brachen ist Armutszeugnis für die deutsche Landwirtschaftspolitik

12.08.2022

Krüger: Nicht bewirtschaftete Flächen sind produktiv und notwendig für die Artenvielfalt
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Berlin
- Zur Entscheidung des Bundeslandwirtschaftsministeriums (BMEL), die in der Gemeinsamen Agrarpolitik (GAP) vorgesehene Verpflichtung zur Ausweisung von Brachen zugunsten von Getreideanbau für 2023 aufzugeben, stellt NABU-Präsident Jörg-Andreas Krüger fest:  

 “Es ist völlig unverständlich, weshalb die für 2023 neu vorgesehenen Biodiversitätsflächen, die zudem ein geringes Ertragspotential aufweisen, dem Anbau von Getreide weichen sollen. Ohne diese Rückzugsräume für Insekten oder Vögel in der ausgeräumten Agrarlandschaft werden vielmehr die Ökosysteme weiter geschwächt, ohne die eine Ernährungssicherung langfristig undenkbar ist. Es ist erstaunlich, dass ein grün geführtes Landwirtschaftsministerium der Sehnsucht nach einer Symbolpolitik, gerade auch vieler Landesregierungen, nachgibt, die wenig potentiellen Nutzen mit viel Schaden verbindet.”
Durch den Anbau von Getreide auf diesen Flächen ergibt sich ein Produktionspotential ca. 600.000 bis höchstens einer Million Tonnen Getreide. Auf den Weltmarktpreis werden Produktionssteigerungen in dieser Größenordnung kaum Einfluss haben. Im Vergleich dazu: Über 42 Millionen Tonnen Getreide wurden im vergangenen Jahr in Deutschland geerntet, 25 Millionen Tonnen davon landen im Futtertrog. In der Reduktion dieser Mengen – ebenso wie der Verwendung von Getreide für Biosprit – liegt der weitaus größere Hebel, um Getreide für die menschliche Ernährung zur Verfügung zu stellen.  

Krüger: “Angesichts des dramatischen Artenrückgangs ist Eile geboten: Wenn wir die Wiederherstellung unserer Ökosysteme ernst nehmen, wird die Politik nicht darum herumkommen, schon bald mit drastischeren, ordnungsrechtlichen Maßnahmen die Transformation der Agrarwirtschaft einzuleiten, wenn jetzt jeglicher Fortschritt verwässert und verschoben wird.” Der NABU sieht in dieser Entscheidung ein weiteres Zeichen dafür, dass die Gemeinsame Agrarpolitik mit ihren pauschalen Flächenprämien nicht mehr zukunftsfähig ist. "Nach 60 Jahren gehört die GAP in Rente und muss durch ein faires Honorierungssystem ersetzt werden." Vom BMEL erwartet der NABU hierzu schnellstmöglich Vorschläge und eine Führungsrolle in Brüssel.  


Quelle
NABU (Naturschutzbund Deutschland) e.V.
Bundesgeschäftsstelle
Pressestelle
Charitéstraße 3, 10117 Berlin
NABU-Pressemitteilung    8. AUGUST 2022


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Artenschutz in Franken® - wir engagieren uns für die Erhaltung der Vielfalt in der Bundesrepublik Deutschland und darüber hinaus - im Sinne uns nachfolgender Generationen.

In der Aufnahme von Bernhard Schmalisch

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Ministerien beraten mit ReGas über Anlandung ...
Ministerien beraten mit ReGas über Anlandung von LNG in Lubmin

11/12.08.2022


 Am heutigen Mittwoch hat erstmals die Interministerielle Arbeitsgruppe (IMAG) zu LNG in Lubmin getagt. Beteiligt waren die Staatskanzlei, sowie Vertreter des Wirtschafts-, Landwirtschafts- und Justizministeriums sowie Vertreter der Deutschen ReGas. Die Deutsche ReGas zeigte an, im Dezember mit der Anlandung von LNG in Lubmin zu starten.
Damit verbunden ist eine Vielzahl komplexer Genehmigungsverfahren, die unter anderem Berg-, Wasser- und Immissionsschutzrecht berühren. Die Landesregierung wird dies in einem rechtsstaatlichen Genehmigungsprozess sicherstellen. Heute wurden in konstruktiven Gesprächen die nächstfolgenden notwendigen Schritte im weiteren Genehmigungsverfahren besprochen. Die heutige IMAG-Sitzung setzte Gespräche fort, die bereits seit April dieses Jahres zwischen dem Unternehmen Deutsche ReGas und unterschiedlichen Institutionen in Mecklenburg-Vorpommern geführt wurden.

„Die Landesregierung begleitet das Vorhaben eng gemeinsam mit den genehmigenden Behörden. Ziel ist, das Vorhaben rechtskonform und zügig voranzutreiben. Wir brauchen eine verlässliche und bezahlbare Energieversorgung. Deshalb gibt es innerhalb der Landesregierung ein hohes Interesse, dass Projekt schnellstmöglich umzusetzen“, sagte die Staatssekretärin im Ministerium für Wirtschaft, Infrastruktur, Tourismus und Arbeit Ines Jesse nach der Sitzung.

Auch der für den Immissions- und Strahlenschutz zuständige Minister Dr. Till Backhaus sagte ReGas die Unterstützung seines Ressorts zu: „Wir alle haben ein Interesse daran, unabhängig von russischem Gas zu werden und die Energieversorgung im Nordosten sowie bundesweit sicherzustellen. In den Gesprächen haben meine Staatssekretärin Elisabeth Aßmann und meine Fachleute deutlich gemacht, bis wann wir welche Unterlagen brauchen, damit die Deutsche ReGas ihr Vorhaben terminlich wie geplant umsetzen kann.“ Backhaus betonte ebenfalls, dass ein rechtssicheres Genehmigungsverfahren höchste Priorität habe. Ein Genehmigungsbescheid müsse im Zweifel auch vor Gericht Bestand haben. Hinzu komme, dass das Staatliche Amt für Landwirtschaft und Umwelt Vorpommern als Genehmigungsbehörde für die immissionsschutzrechtlichen Fragen die Besonderheiten des Standorts Lubmin mit dem bestehenden atomaren Zwischenlager berücksichtigen müsse.

Es ist vorgesehen, dass in etwa 14 Tagen eine weitere IMAG-Sitzung mit den Unternehmensvertretern stattfindet.

Ergänzender Hinweis:

Zusammen mit dem Innen- und dem Finanzministerium gab es am 28. Juli 2022 eine Besprechung insbesondere mit den Stadtwerken aus Mecklenburg-Vorpommern. Weiterhin wird auf Einladung des Wirtschaftsministers Reinhard Meyer die Gesprächsreihe mit Unternehmen, Sozialpartnern und Energieversorgern am 9. August fortgeführt.


Quelle
Ministerium für Klimaschutz, Landwirtschaft, ländliche Räume und Umwelt Mecklenburg-Vorpommern
Paulshöher Weg 1
19061 Schwerin
Stand Nr.226/2022  | 03.08.2022  | LM  | Ministerium für Klimaschutz, Landwirtschaft, ländliche Räume und Umwelt


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Wildbienenkenner
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Wildbienenkenner

11/12.08.2022

  • Staatssekretär Conz auf Exkursion im FFH-Gebiet „Lahntal und seine Hänge

Nicht nur Menschen wandern gerne entlang der Lahn, auch für Wildbienen oder Wespen ist die Lahn ein beliebter Wanderweg. Kommend aus Südeuropa fanden sie an den von der Sonne begünstigten Hängen des Flusstals einen besonderen Lebensraum.

Umweltstaatssekretär Oliver Conz war im Rahmen seiner Sommertour am Odersbacher Hang, der Teil des FFH-Gebiets „Lahntal und seine Hänge“ ist, unterwegs.
Dort pflegt Naturschützer Karsten Klenke in Zusammenarbeit mit der Oberen Naturschutzbehörde und dem Wissenschaftler Dr. Ulrich Frommer ein besonders artenreiches Gebiet und dokumentieren insbesondere das Vorkommen von Wildbienen und Wespen

„Um seltene Arten zu schützen, brauchen wir das Wissen und den Einsatz von Naturschützern wie Karsten Klenke, die sich über Jahrzehnte einsetzen, Vorkommen dokumentieren und Pflegemaßnahmen vor Ort koordinieren. Vielen Dank für diesen Einsatz“, erklärte Staatssekretär Oliver Conz bei der Exkursion.

Das Gebiet, dem sich Karsten Klenke seit Jahren widmet, sind vier Hektar große Lahnhänge im Besitz der Stadt Weilburg. Hier sind artenreiche Trockenrasen, Streuobstwiesen und Steilhänge mit Felsen und Erdstufen aus Auenlehm zu finden, die viele seltene und bedrohte Wildbienen und Wespen beheimaten. „Das Besondere hier sind die wärmebegünstigten Hänge, aber auch die Vielzahl an Blühpflanzen, die notwendige Nahrung bieten“, erklärte Karsten Klenke. So kann im Gebiet beispielsweise die Knautien-Sandbiene auf den lila Blüten der Knautie Nektar und Pollen finden.

  • 1850 gab es 300, heute 100 Wildbienenarten vor Ort

 Auch wenn es im Naturschutzgebiet gute Bedingungen für Flora und Fauna gibt, die durch Pflegemaßnahmen fortlaufend verbessert und begleitet werden, ist die Situation für die Wildbienen schwierig. „Uns liegen Aufzeichnungen vor, dass hier im Gebiet um 1850 noch 300 Wildbienenarten gezählt werden konnten, heute können wir nur noch das Vorkommen von rund 100 verschiedenen Wildbienenarten dokumentieren“, sagte Klenke. „Hier zeigt sich wie wichtig es ist, dass wir uns nicht nur um den Klimaschutz, sondern auch um die zweite ökologische Katastrophe: das Artensterben kümmern“, sagte Staatssekretär Oliver Conz abschließend.


Quelle
Hessisches Ministerium für Umwelt, Klimaschutz, Landwirtschaft und Verbraucherschutz
Mainzer Straße 80
65189 Wiesbaden
Stand 06.08.2022


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  • Goldglänzende Furchenbiene (Halictus subauratus)

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Neues Pumpwerk in Stützerbach
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Gewässerschutz: Neues Pumpwerk in Stützerbach (Ilmkreis) bringt 1.500 Menschen an zentrale Abwasserentsorgung | 1 Mio. EUR aus Abwasserpakt

11/12.08.2022

Umweltstaatssekretär Dr. Burkhard Vogel: „Wir verbessern die Wasserqualität der Ilm“ Mit der heutigen Inbetriebnahme des Pumpwerks ist der Anschluss des Ilmenauer Ortsteils Stützerbach an die Kläranlage in Ilmenau abgeschlossen. Das Abwasser von 1.500 Menschen wird nun in der Kläranlage Ilmenau gereinigt, die Ilm deutlich entlastet.
„Schritt für Schritt machen wir die Gewässer in Thüringen sauberer. Der Anschluss von Stützerbach an die Abwasserentsorgung in Ilmenau entlastet die Ilm und sorgt für bessere Wasserqualität“, so Staatssekretär Dr. Vogel.

Das Abwasser von Stützerbach wurde bisher über mehrere Teilortskanalisationen, die nicht an eine Kläranlage angeschlossen sind, in die Gewässer im Oberlauf der Ilm eingeleitet. Für den Gewässerschutz begann vor zwei Jahren der Aufbau einer geordneten Abwasserentsorgung. Sie besteht aus einem Regenüberlaufbecken, einem Pumpwerk sowie einem Verbindungssammler von Stützerbach nach Manebach. Von dort führt ein Anschlusspunkt zur Kläranlage nach Ilmenau. Mit der Eröffnung des Pumpwerks wird das Gesamtvorhaben nun abgeschlossen.

Von der neuen Abwasserentsorgung für Stützerbach profitieren knapp 1.500 Einwohnerinnen und Einwohner. Die Gesamtausgaben für die drei Teilvorhaben beliefen sich auf über 2,5 Milo Euro. Im Rahmen des Abwasserpaktes förderte das Thüringer Umweltministerium das Projekt mit knapp über 1 Mio. Euro.

Dazu Staatssekretär Dr. Vogel: „Seit der Unterzeichnung des Abwasserpaktes 2018 haben wir die Thüringer Kommunen mit rd. 110 Mio. Euro unterstützt bei Investitionen in die Abwasserentsorgung. Damit erhöhen wir die Gewässerqualität enorm. Mit unserem Wasser müssen wir so sorgsam und effizient wie möglich umgehen.“

 
Hintergrund:


Der vom Thüringer Umweltministerium mit dem Thüringer Gemeinde- und Städtebund geschlossene Abwasserpakt sieht vor, dass bis 2030 thüringenweit ein Anschlussgrad an öffentliche Kläranlagen von deutlich über 90 % erreicht werden soll.

Eine ordnungsgemäße Abwasserbeseitigung ist eine wesentliche Grundlage für den Gewässerschutz. Die dafür notwendigen Investitionen in die Abwasserentsorgung wurden und werden auch zukünftig mit Fördermitteln des Umweltministeriums unterstützt. So wurden in den letzten 4 Jahren inklusive Bundes- und EU-Förderungen knapp 191,1 Mio. Euro an Fördermitteln für den Abwasserbereich bewilligt.


Quelle
Thüringer Ministerium für Umwelt, Energie und Naturschutz (TMUEN)
Pressesprecher Tom Wetzling
Beethovenstraße 3
99096 Erfurt
Stand 03.08.2022


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In der Aufnahme von Volkmar Greb

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Vom Aussterben bedrohte Strahlenschildkröten zogen in neue Voliere
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Vom Aussterben bedrohte Strahlenschildkröten zogen in neue Voliere

10/11.08.2022

  • Vom Aussterben bedrohte Strahlenschildkröten teilen sich mit Webervögeln die neu eröffnete Voliere im Giraffenhaus

Sie gehören zu den geschicktesten, gefiederten Baumeistern im Tierreich: die Textor- und Napoleon-Webervögel. Jetzt haben sie Einzug in das Giraffenhaus gehalten und bekamen außerdem eine große Außenvoliere. Meisterhaft mit großem Geschick knüpfen die leuchtend gelb und rot gefärbten Schwarmvögel aus feinen Grashalmen kunstvolle Kugelnester.
Die ersten Kugelnester sind schon für die Besucher zu bestaunen. Der Hahn mit dem schönsten Nest hat auch die größten Chancen auf ein bis zwei Eier einer geneigten Henne. Das liebevoll dekorierte Vogelbiotop bietet dem Besucher verschiedene Einsichtsmöglichkeiten, um diese faszinierenden Schwarmvögel bei ihrem Balz- und Bautreiben zu beobachten.

Als bodenbewohnende Tierart der neuen Anlage zogen die Strahlenschildkröten ein, die auf der Roten Liste der Weltnaturschutz Union (IUCN Red List) den Status CR (critically endangered,-vom Aussterben bedroht) haben. Die endemisch auf Madagaskar vorkommenden Strahlenschildkröten sind durch Bejagung und Lebensraumzerstörung in ihrem natürlichen Lebensraum vom Aussterben bedroht. Im Zoo Magdeburg fand eine sehr erfreuliche Reproduktion dieser Schildkrötenart statt. Derzeit leben 15 Strahlenschildkröten im Zoo Magdeburg, davon 11 Jungtiere (im Nashornhaus zu beobachten). Am EAZA Ex-situ Programm (EEP) für Strahlenschildkröten ist der Zoo Magdeburg beteiligt.

Außerdem gehören die Doppelspornfrankoline und die farblich brillanten Purpurglanzstare zu den weiteren Mitbewohnern der neuen Anlage. Die Herstellungskosten für diese Vogelanlage (Innenanlage und Außenvoliere) belaufen sich auf 120.000 Euro.


Quelle/Aufnahme
ZOOLOGISCHER GARTEN MAGDEBURG gGmbH
Zooallee 1
39124 Magdeburg


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Kaum Regen im Juli
Bild zum Eintrag (1073410-160)
Kaum Regen im Juli – Wasserbewirtschaftung im Spree- und Schwarze-Elster-Gebiet steht weiter vor Herausforderungen

10/11.08.2022

Cottbus – Der Juli 2022 geht als weiterer zu trockener Monat in die Statistiken ein. Es fiel noch weniger Niederschlag als in den Vormonaten, sodass die Flussgebiete von Spree und Schwarzen Elster nach wie vor unter Niedrigwasser leiden.

Die länderübergreifende Ad-hoc-AG „Extremsituation“ trat daher erneut zusammen, um die Situation zu bewerten und Maßnahmen zu beschließen. Auch weitere Schritte des Niedrigwasserkonzeptes für das mittlere Spreegebiet wurden zwischenzeitlich umgesetzt.
Der Juli setzte das Muster der Vormonate fort und zeichnete sich durch wenig Regen, viel Sonne und hohe Temperaturen in den Einzugsgebieten von Spree und Schwarzer Elster aus. An der Wetterstation Cottbus fielen nur 11,2 Millimeter Regen, dies entspricht lediglich 16 Prozent der für Juli üblichen Niederschlagsmenge (Bezugsreihe 1981 – 2010).

Anhand aktueller Prognosen muss zudem davon ausgegangen werden, dass sich die Trockenheit auch im August fortsetzt. Der notwendige, flächendeckende Regen ist weiterhin nicht in Sicht.
Spree

Durch die Speicher im sächsischen Einzugsgebiet und die Talsperre Spremberg erfolgt weiterhin die planmäßige Stützung der Abflüsse für das brandenburgische Spreegebiet. Die Talsperre Bautzen, welche in den vergangenen Monaten baustellenbedingt nur wenig Wasser ausleiten konnte, ist seit dem 1. August wieder voll einsatzbereit und wird ab sofort den Hauptanteil für die Niedrigwasseraufhöhung leisten. Im Gegenzug werden die Reserven der anderen, bereits sehr stark beanspruchten Speicher geschont.

Die Wasserbereitstellung zur Niedrigwasserstützung aus den sächsischen Speichern ist somit auch weiterhin für den Rest des Sommers gesichert. Bedenklich sind jedoch die sehr niedrigen Zuflüsse zu den Speichern im Oberlauf der Spree. Beispielweise bewegt sich der Abfluss am Zuflusspegel zur Talsperre Bautzen aktuell auf einem für August außergewöhnlich niedrigen Niveau von circa 0,3 Kubikmeter pro Sekunde (Stand 01. August 2022). Der mittlere Niedrigwasserabfluss bewegt sich an diesem Pegel normalerweise bei etwa 1,08 Kubikmeter pro Sekunde (1926 – 2019).

Die Talsperre Spremberg hat im Juli eine weitestgehend konstante Wassermenge von durchschnittlich 9,2 Kubikmeter pro Sekunde an das mittlere Spreegebiet abgegeben. Am Unterpegel Leibsch, der am Ausgang des Spreewaldes liegt, hatte sich der Abfluss im Vergleich zur ersten Julihälfte allerdings deutlich verringert. Begünstigt durch die Trockenheit und hohe Temperaturen bewegten sich die Abflüsse in der zweiten Julihälfte nur noch auf einem sehr niedrigen Niveau zwischen 1,2 und 1,7 Kubikmeter pro Sekunde. Der mittlere Niedrigwasserabfluss für den Monat Juli beträgt an diesem Pegel 2,89 Kubikmeter pro Sekunde (Bezugsreihe 1991 bis 2020). Der durch die Ad-Hoc AG „Extremsituation“ festgelegten Zielkorridor von 2,5 bis 3,5 Kubikmeter pro Sekunde wurde somit verfehlt.

Zur Stabilisierung der Abflüsse wurden ab dem 19. Juli die Maßnahmen der Phase 2 des Niedrigwasserkonzeptes für das mittlere Spreegebiet umgesetzt. Dabei wurden Ausleitungsmengen in Nebengewässer weiter reduziert und Wasserentnahmen aus Oberflächengewässer per Allgemeinverfügung durch die Landkreise und die Stadt Cottbus verboten. Die eingeleiteten Schritte führten zu einer Stabilisierung des Abflusses am Unterpegel Leibsch bei etwa 1,5 Kubikmeter pro Sekunde.

Um die Situation weiter zu verbessern, wurden ab dem 1. August Anpassungen in den Stauhaltungen des Spreewaldes vorgenommen. Durch leichte Absenkungen der Wasserstände in mehreren Bereichen sollen vor allem die hohen Wasserverluste in die Flächen reduziert werden, um im August ein höheres Abflussniveau am Ausgang des Spreewaldes zu erreichen.   

Sollte die Maßnahme wirksam sein, kann voraussichtlich auf die Umsetzung der Phase 3 des Niedrigwasserkonzeptes im mittleren Spreegebiet in diesem Jahr verzichtet werden. Die Maßnahmen der dritten Phase führen zu starken Einschränkungen im Gebiet des Spreewaldes. Unter anderem können dann Nebengewässer trockenfallen und die Passierbarkeit mehrerer Schleusen würde eingeschränkt werden. Im Rahmen der Ad-hoc AG „Extremsituation“ wurden für das Spreegebiet keine neuen Maßnahmen oder Festlegungen getroffen.
Schwarze Elster

Im Flussgebiet der Schwarzen Elster ist die Situation weiterhin deutlich angespannt. Das gesamte Einzugsgebiet war auch im Juli von einer flächendeckenden Trockenheit geprägt. Die verfügbaren Speicherreserven im Gebiet sind mittlerweile zu mehr als 70 Prozent aufgebraucht. Der Flussabschnitt oberhalb der Mündung der Rainitza bis in das sächsische Landesgebiet hinein führt nach wie vor kein Wasser.

Ab Senftenberg wird die Schwarze Elster weiterhin durch die Ausleitung aus dem Speicherbecken Niemtsch (Senftenberger See) und die von der LMBV betriebene Grubenwasserreinigungsanlage (GWRA) Rainitza gestützt. Am Pegel Biehlen, unterhalb von Senftenberg, bewegt sich der Abfluss aktuell (01. August 2022) bei 0,47 Kubikmeter pro Sekunde. Der mittlere Abfluss beträgt für den Monat Juli 1,63 Kubikmeter pro Sekunde (Bezugsreihe 1983 bis 2021). Der Abfluss am Pegel Biehlen hat sich im Vergleich zu Mitte Juli durch die erhöhte Stützung aus der Rainitza leicht verbessert.

Der Wasserstand des Speicherbeckens Niemtsch lag am 1. August bei 98,56 Meter NHN (Normalhöhennull) und ist in den vergangenen zwei Wochen um 5 Zentimeter gefallen. Ab einem Wasserstand von 98,40 Meter NHN müsste die Ausleitung geschlossen werden, um sicherzustellen, dass der Wasserstand von 98,30 Meter NHN nicht erreicht wird. Ab diesem Wasserstand ist die Sperrung des Senftenberger Sees erforderlich, da die geotechnische Sicherheit nicht mehr gewährleistet ist. Die für die Schwarze Elster aktuell wichtige Stützungsaufgabe könnte dann nicht mehr erfüllt werden.

Durch die im Rahmen der letzten Ad-hoc-AG „Extremsituation“ beschlossene Überleitung aus dem Spreegebiet in das Restloch Sedlitz, konnte die Stützung über die Rainitza weiterhin fortgesetzt werden. Da die Überleitungsmenge allerdings nicht alle Verluste ausgleichen konnte, musste auch weiterhin Wasser aus den Restlöchern Koschen und Skado in das Restloch Sedlitz übergeleitet werden.

In der aktuellen Sitzung der Ad-hoc-AG „Extremsituation“ wurde beschlossen, weitere Überleitungen aus den Restlöchern Koschen und Skado auszusetzen und die Überleitung aus dem Spreegebiet auf 900.000 Kubikmeter pro Woche zu erhöhen. Mit der erhöhten Überleitung sollen alle Verluste in Sedlitz gedeckt werden und gleichzeitig die Reserven in Koschen und Skado geschont werden. Dies ist von hoher Bedeutung für den Speicher Niemtsch, da notfalls Wasser aus dem Restloch Koschen in den Speicher Niemtsch übergeleitet werden kann. Die Ausleitfähigkeit des Speichers sollte damit bis in den September hinein aufrechterhalten bleiben.

Die Stützung der Schwarzen Elster aus den genannten Einleitungen und der Grubenwasserreinigungsanlage Pößnitz sind aktuell von enormer Wichtigkeit für den Flusslauf unterhalb von Senftenberg, da aus den übrigen Zuflüssen kaum noch Wasser kommt. Am Pegel Bad Liebenwerda führt die Schwarze Elster weiterhin außergewöhnliches Niedrigwasser. Am 1. August wurden nur noch etwa 0,77 Kubikmeter pro Sekunde erreicht. Der Abfluss ist somit im Vergleich zu Mitte Juli weiter zurückgegangen und markiert erneut ein Minimum in der Statistik. Der mittlere Niedrigwasserabfluss am Pegel Bad Liebenwerda beträgt für den Monat Juli 5,07 Kubikmeter pro Sekunde (Bezugsreihe 1973 bis 2021).

Die Ad-hoc-AG „Extremsituation“ wird aufgrund der sehr angespannten hydrologischen Lage in den Einzugsgebieten der Spree und Schwarzen Elster regelmäßig zusammentreten, um die Situation zu bewerten und bei Bedarf weitere Maßnahmen zu ergreifen.


Quelle
Ministerium für Landwirtschaft, Umwelt und Klimaschutz (MLUK) des Landes Brandenburg
Henning-von-Tresckow-Straße 2-13, Haus S
14467 Potsdam
Stand 02.08.2022

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In der Aufnahme von Bernhard Schmalisch

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Umweltministerium warnt vor Blaualgen
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Umweltministerium warnt vor Blaualgen in saarländischen Gewässern

10/11.08.2022

  • In verschiedenen saarländischen Fischteichen, Angelweihern und Fließgewässern kommt es aufgrund der derzeit hohen Temperaturen zu verstärktem Blaualgenwachstum.

Hierbei färbt sich entweder das gesamte Wasser blaugrün oder es sind ganze Algenteppiche zu erkennen. Bei Blaualgen handelt es sich um Bakterien, so genannte Cyanobakterien, die überall in Gewässern vorkommen können. In normalen Konzentrationen sind sie ungefährlich, wenn sie sich aber in heißen Sommern massenhaft vermehren, ist Vorsicht geboten.
„Die Blaualgen können Toxine, also schädliche Stoffe für die menschliche Gesundheit, bilden. Bei direktem Kontakt kann es zum Beispiel zu Haut-, Schleimhaut- oder Augenreizungen kommen“, so Umweltministerin Petra Berg. Die Ministerin warnt aber auch davor, derzeit Hunde in Teiche, Weiher oder Flüsse zu lassen. Sie sollten vor allem auch kein Wasser daraus trinken.

Die Konzentrationen der Blaualgen sind im Saarland unterschiedlich ausgeprägt. Erhöhte Messwerte und übermäßiges Aufkommen finden sich momentan im Burbacher Weiher in Saarbrücken, im Wingertsweiher in Ottweiler und im Teich des AV Diefflen in Dillingen. „Da in den kommenden Tagen mit weiterhin hohen Temperaturen zu rechnen ist, wird die Zahl der betroffenen Gewässer wahrscheinlich ansteigen“, so die Ministerin.

In der Aufnahme / Ministerium für Umwelt, Klima, Mobilität, Agrar und Verbraucherschutz
  • Blaualgen auf Weiher


Quelle / Aufnahme
Ministerium für Umwelt, Klima, Mobilität, Agrar und Verbraucherschutz
Land Saarland
Keplerstraße 18
66117 Saarbrücken

Medieninfo vom: PressRelease vom 04.08.2022

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„Müllvermeidung schützt die Umwelt, spart Energie und Ressourcen“
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Katrin Eder: „Müllvermeidung schützt die Umwelt, spart Energie und Ressourcen“

09/10.08.2022

  • Klimaschutzministerin Katrin Eder eröffnet 3D-Lernstation zum Thema “Plastikmüll gefährdet unsere Gewässer“ im Mosellum in Koblenz

„Plastik darf nicht länger in unserer Umwelt landen. Es zerstört die komplexen Öko-systeme in den Weltmeeren. Unendliche viele Tiere sterben an den Folgen dieser Verschmutzung.

Der Plastikmüll schadet aber nicht nur den Ozeanen, sondern insgesamt unseren Ökosystemen - und über die Nahrungskette auch uns Menschen. Betroffen sind beispielsweise auch unsere heimischen Gewässer“, sagte Klimaschutzministerin Katrin Eder in der Erlebniswelt Mosellum in Koblenz. Dort eröffnete sie eine neue digitale Lernstation. Mit Hilfe eines Virtual-Reality-Spiels tauchen die Besucherinnen und Besucher in die Unterwasserwelt der Mosel ein.
Hautnah zeigt das Spiel in einer realitätsgetreuen 3D-Animation die in der Mosel vorkommenden Fischarten wie beispielsweise Elritze und Karpfen. In dieser Unterwasserwelt werden die Spielenden jedoch auch mit kunststoffhaltigen Gebrauchs- und Konsumgegenständen konfrontiert, die in unseren Gewässern zu finden sind und dort nicht hingehören. Beim Erfassen dieser Gegenstände erhalten die Besucherinnen und Besucher nicht nur spezifische Umweltinformationen, sondern bekommen auch Tipps zur Vermeidung dieser Abfälle.

„Plastikmüll ist für den BUND ein wichtiges Thema. Deshalb bieten wir im Mosellum für Schulklassen und Gruppen einen Mikroplastik-Workshop an, der auf großes Interesse stößt. Die neue 3D-Lernstation ist hier eine gute Ergänzung“, sagte Sabine Yacoub, Landesvorsitzende des BUND Rheinland-Pfalz, der 2019 die pädagogische Leitung des Mosellums übernommen hat.
 
Rund 450 Jahre braucht eine Plastikflasche, um sich zu zersetzen. Sie ist dann in kleinste Teile, in Mikroplastikpartikel, zerfallen. Diese Plastikteile werden von Meereslebewesen mit Nahrung verwechselt, verstopfen die Mägen oder verursachen bei den Tieren innere Verletzungen, die zum Tod führen können. Plastikmüll ist auch in unseren Gewässern ein Problem und kommt mittlerweile überall vor. Auf dieses Problem macht die neue Attraktion im Mosellum aufmerksam und möchte dafür sensibilisieren, Müll nicht achtlos in die Umwelt zu werfen und Abfälle zu vermeiden.

„Wir beobachten, dass immer mehr Müll in unserer Umwelt landet. Im Jahr 2020 wurden in Rheinland-Pfalz 3.798 Tonnen sorglos weggeworfener Müll in der Landschaft eingesammelt und meist durch die zuständigen Entsorgungsbetreiber vor Ort einge-sammelt. Die tatsächlichen Mengen liegen jedoch höher. Die Gesamtkosten lagen bei rund 3,2 Millionen Euro – und betrugen damit rund 100.000 Euro mehr als im Jahr davor. Wir befürchten, dass die Zahlen im vergangenen Jahr ähnlich hoch ausfallen werden“, so Katrin Eder.

Sie fordert neben einer Sensibilisierung der Bürgerinnen und Bürger globale Maßnahmen entlang des gesamten Lebenszyklus von Kunststoffen zu ergreifen. Dafür sei ein globales, rechtsverbindliches Kunststoffabkommen, wie bereits von der Umweltversammlung der Vereinten Nationen angekündigt, dringend erforderlich. „Die Verschmutzung der Gewässer mit Plastikmüll hat weltweit dramatische Ausmaße für unsere Ökosysteme und damit auch für uns Menschen angenommen“, betonte Umweltministerin Eder.

Auch hinsichtlich des Klimaschutzes habe Müllvermeidung eine große Bedeutung. „Jede Tonne vermiedener Abfall ist effektiver Klima- und Ressourcenschutz. Die Abfallvermeidung hat demnach höchste Priorität. Geht die Plastikproduktion ungebremst weiter, werden allein Kunststoffe bis 2050 rund 56 Gigatonnen CO2-Emissionen erzeugt haben. Damit gingen zwischen 10 und 13 Prozent des verbleibenden CO2-Budgets für das 1,5-Grad-Ziel auf das Konto von Kunststoffen. Deshalb ist jede und jeder von uns gefragt, Ressourcen zu sparen und damit unser Klima und unsere Umwelt zu schützen“, erläuterte Katrin Eder.

Hintergrund
Die Idee zur Umsetzung einer neuen digitalen Lernstation im Mosellum entstand aus einem prämierten Beitrag der Hochschule Trier, der beim „Müll nicht rum“ Wettbewerb Plastik 4.0 eingereicht wurde. Der Wettbewerb wurde von 2019 bis 2020 vom Klimaschutzministerium ausgerichtet. Schülerinnen und Schüler, Jugendliche und junge Erwachsene waren aufgerufen, kreative Ideen und Projekte einzureichen, um mit digitalen Medien das eigene Umfeld für die Plastikmüll-Problematik zu sensibilisieren. Die Weiterentwicklung, Konzeptionierung und Anwendung des Spiels für die Mosel wurde durch das Klimaschutzministerium finanziert.
Das Spiel im Mosellum ist Teil der landesweiten Abfallvermeidungskampagne „Müll nicht rum Kampagne“, die das Klimaschutzministerium im Jahr 2019 startete.

Das Herzstück der Kampagne ist die Webseite (https://muellnichtrum.rlp.de) mit der interaktiven Landkarte mit deren Hilfe unterschiedliche Angebote und Initiativen zur Abfallvermeidung adressgenau angezeigt werden. Neben Betrieben, die sich beispielsweise am BecherBonus beteiligen, können z. B. auch Trinkwasserbrunnen sowie ReFill-Stationen oder Secondhandläden zur Vermeidung von Alttextilien angezeigt werden. Dieses Jahr sind weitere Schritte im Rahmen der Kampagne geplant, wie z. B. die Integration der Außerschulischen Lernorte zur Kreislaufwirtschaft sowie die Schaffung einer Plattform zur Bündelung der vielfältigen Anti-Littering-Aktionen, die im Land bestehen.


In der Aufnahme © MKUEM
  • Klimaschutzministerin Katrin Eder testet die 3D-Lernstation im Mosellum

Quelle
Ministerium für Klimaschutz, Umwelt, Energie und Mobilität des Landes Rheinland-Pfalz vertreten durch die Ministerin für Klimaschutz, Umwelt, Energie und Mobilität.
Kaiser-Friedrich-Straße 1
55116 Mainz
Stand 02.08.2022


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Vorstellung des Zeitplans für ein schwimmendes Flüssiggasterminal
Vorstellung des Zeitplans für ein schwimmendes Flüssiggasterminal am Standort Brunsbüttel

09/10.08.2022

  • Energieminister Goldschmidt: Treiben Umsetzung mit Hochdruck voran
 
KIEL. Bereits um den Jahreswechsel 2022/2023 soll am Elbehafen Brunsbüttel ein schwimmenden Flüssiggasterminal entstehen. Das FSRU-Terminal (Floating Storage and Regasification Unit) wird einen entscheidenden Beitrag zur Absicherung der Gasversorgung in Deutschland leisten.

Die am Projekt beteiligten Unternehmen und Genehmigungsbörden arbeiten mit Hochdruck an dessen Realisierung.
Dazu sind bis zum Jahreswechsel die Zulassungsverfahren für den Anleger des Flüssiggasterminals (Jetty) sowie Genehmigungsprozesse für den Betrieb der Anlage am Standort abzuschließen. Außerdem muss zusätzliche Infrastruktur in Form von Anbindungsleitungen, Warmwasserleitungen und ein Landstromanschluss genehmigt und gebaut werden. Das Projekt wird daher in mehreren Phasen umgesetzt.

""Die Gasversorgungslage in Deutschland ist ernst. In dieser schwierigen Phase rücken der Bund und das Land Schleswig-Holstein noch enger zusammen. Gemeinsam schaffen wir die Voraussetzungen, den Gasbezug in unserem Land weiter zu diversifizieren. Die LNG-Infrastruktur in Brunsbüttel wird einen wichtigen Beitrag leisten, künftig ohne russisches Gas auszukommen"", unterstrich Minister Goldschmidt die Bedeutung des Projektes.

Mit dem LNG-Beschleunigungsgesetz hat die Bundesregierung die gesetzliche Grundlage für den beschleunigten Bau von Flüssiggasinfrastruktur geschaffen. Die kürzeren Genehmigungsverfahren finden nun erstmals auch in Schleswig-Holstein Anwendung. Damit soll das ehrgeizige Ziel der Inbetriebnahme zum Jahreswechsel 2022/2023 erreicht werden.

Das FSRU selbst kann ein Volumen von etwa 5 Mrd. m3 pro Jahr aufnehmen und regasifizieren. Aufgrund der Netzkapazitäten wird diese Menge von 5 Mrd. m3 pro Jahr in der ersten Projektphase im Winter erreicht, im Sommer 2023 wird es jedoch zunächst etwas weniger sein, so dass man in der ersten Phase auf einen Jahresdurchschnitt von 3,5 Mrd. m³ pro Jahr kommt. Nach Bau und Inbetriebnahme einer neuen, 55 Kilometer langen Gasleitung kann ab Ende 2023 die Kapazität gesteigert werden, so dass dann das volle Volumen des Schiffes in Höhe von 5 Mrd. m3 pro Jahr auch über das komplette Jahr realisiert werden kann.

""Es ist ein komplexes Unterfangen, bei dem wir mehrere Bauprojekte parallel planen – von Terminals bis hin zum gleichzeitigen Bau von zwei Gasleitungen. Wir wollen schon kurzfristig LNG ins deutsche Gasnetz einspeisen und mittelfristig die Kapazitäten aus dem FSRU mehr als verdoppeln. Dass wir dieses ehrgeizige Projekt so entschieden angehen können, haben wir auch der Brunsbüttel Ports GmbH zu verdanken. Wir wissen, dass der mehrstufige Realisierungsprozess mit seinen Übergangslösungen ebenfalls mit Zumutungen für die Kunden des Hafens verbunden ist. Es macht Mut zu sehen, wie Wirtschaft und Politik diese Kraftanstrengung gemeinsam angehen"", lobte Goldschmidt die große Kooperationsbereitschaft aller Akteure.

Gleichzeitig zeigte er Verständnis für die Kritik von Umweltverbänden und lokalen Initiativen an den beschleunigten Planungs- und Genehmigungsprozessen: ""Ich kann gut nachvollziehen, dass weder das Projekt an sich noch die Verfahrensverkürzungen Begeisterungsstürme auslösen. Aber die Energieversorgungslage ist nun einmal wie sie ist: bitterernst"", so Goldschmidt. Dabei verwies er nochmals auf die Veröffentlichung der Planunterlagen für die ETL 180 Brunsbüttel-Hetlingen und ETL 185 Brunsbüttel-FSRU, die seit dem 19.07.22 einsehbar sind.

Die drei Phasen des Projektes, die zum Teil parallel starten, laufen wie folgt ab.

Phase 1:
Da im Hafen aktuell kein freier Anleger für das FSRU zur Verfügung steht, wird vorübergehend der bestehende Gefahrstoffanleger genutzt und dafür kurzfristig umgebaut (Interimslösung). Die Bautätigkeiten für die Interimslösung beginnen Anfang September dieses Jahres. Anfang Oktober startet zudem der Bau der drei Kilometer langen Erdgastransportleitung (ETL) 185, die bis zum Jahreswechsel fertig gestellt wird. Über diese Leitung werden dann nach Inbetriebnahme im Jahresdurchschnitt Gaslieferungen in Höhe von 3,5 Mrd. m3 pro Jahr ins Netz eingespeist, wobei es im Winter etwas mehr ist als im Sommer. Im Winter liegt der Wert bei 5 Mrd. m3 pro Jahr, im Sommer dann etwas weniger. Der Jahresdurchschnittswert von 3,5 Mrd. m3 pro Jahr entspricht in dieser Phase des Projekts in etwa vier Prozent des deutschen Gasbedarfs.

Phase 2:
In einer zweiten Phase folgt der Bau der neuen Anlegestelle. Dieser beginnt schon im November 2022 und soll im März 2023 fertig gestellt werden. Dann wird das FSRU von diesem neuen Terminal aus Gas über die drei Kilometer lange Leitung ins Netz einspeisen, so dass der Gefahrstoffanleger wieder für seine bisherigen Zwecke, etwa Ölanlieferungen zur Verfügung steht.

Phase 3:

Um die Gaskapazität in Brunsbüttel noch mal deutlich zu steigern, wird eine dritte Phase in Angriff genommen: der Bau der 55 Kilometer langen ETL 180 von Brunsbüttel nach Hetlingen/Stade, die das FSRU mit dem deutschen Gasfernleitungsnetz verbindet. Der Baubeginn der ETL 180 ist ebenfalls für November 2022 vorgesehen; die Projektverantwortlichen erwarten die Inbetriebnahme im Dezember 2023. Die neuen Gasleitungen sind perspektivisch für den Transport von Wasserstoff- bzw. Wasserstoffderivaten nutzbar (Wasserstoff-ready). In Folge der Anbindung können ab Ende 2023 Gaslieferungen dann in voller Höhe der Kapazität des Schiffes in das deutsche Gasnetz eingespeist werden - das heißt in Höhe von 5 Mrd. m3 pro Jahr.

Parallel zu den Arbeiten für die Flüssiggasinfrastruktur laufen die Genehmigungen eines landbasierten LNG-Terminals und die erforderliche wasserseitige Infrastruktur. Nach dessen voraussichtlicher Fertigstellung (2026) und dem Abzug des FSRU können jährlich bis zu zehn Milliarden m3 Gas importiert werden. Das landbasierte LNG-Terminal wird perspektivisch mit entsprechenden Umrüstungen den Import klimaneutraler Energieträger, insbesondere Wasserstoff bzw. Wasserstoffderivate ermöglichen.

Minister Goldschmidt betonte die zentrale Bedeutung des Industrieparks Brunsbüttel für die Wirtschaft Schleswig-Holsteins. Dabei unterstrich er auch dessen Potenziale für die Transformation des Bundeslandes hin zu einem klimaneutralen Industrieland: ""Viele Industrieunternehmen in Schleswig-Holstein, die noch fossil produzieren, haben bereits Pläne umzusteigen. Durch den günstigen Zugang zu erneuerbaren Energien und der Hafenanbindung bietet die Westküste ideale Bedingungen für die Weiterentwicklung vorhandener Unternehmen und die Ansiedlung neuer Produktionsbetriebe. Schleswig-Holstein wird diese Chancen nutzen. Wir werden die LNG-Infrastruktur zu einem Multi-Energie-Terminal für erneuerbare Treibstoffe ausbauen"", so Goldschmidt.

Quelle
Ministerium für Energiewende, Klimaschutz, Umwelt und Natur
Mercatorstr. 3
24106 Kiel
Letzte Aktualisierung: 20.07.2022


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Zwei tote Schafe in Seewald
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Zwei tote Schafe in Seewald (Kreis Freudenstadt)

09/10.08.2022

Der Forstlichen Versuchs- und Forschungsanstalt in Freiburg (FVA) wurden am 4. August zwei tote Schafe sowie ein verletztes Schaf gemeldet, die auf der Fläche der Gemeinde Seewald im Landkreis Freudenstadt aufgefunden wurden.

Das verletzte Schaf musste getötet werden. Ein Wolf kann zum aktuellen Zeitpunkt als Verursacher weder bestätigt noch ausgeschlossen werden.
Die Situation wurde vor Ort vom Wildtierbeauftragten des Landkreises dokumentiert, genetische Proben werden am Senckenberg Zentrum für Wildtiergenetik untersucht.
Seewald liegt innerhalb des Fördergebiets Wolfsprävention

Die Gemeinde Seewald liegt innerhalb des Fördergebiets Wolfsprävention im Schwarzwald, wo derzeit drei Wolfsrüden sesshaft sind.Die Nutztierverbände sowie die Wildtierbeauftragten der Region sind über den Sachverhalt informiert.

Eventuelle Beobachtungen mit Verdacht auf Wolf sollten umgehend der FVA in Freiburg gemeldet werden: info@wildtiermonitoring.de oder 0761 4018-274.

Weitere Informationen



Quelle
Ministerium für Umwelt, Klima und
Energiewirtschaft Baden-Württemberg
Kernerplatz 9
70182 Stuttgart
Stand 05.08.2022

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In der Aufnahme von Andreas Gehrig

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Hochwasserschutz in Sachsen bleibt im Fokus
Bild zum Eintrag (1073391-160)
Hochwasserschutz in Sachsen bleibt im Fokus

08/09.08.2022

In den kommenden Tagen jährt sich das verheerende Augusthochwasser 2002, das in Sachsen 21 Todesopfer und Schäden von 8,6 Milliarden Euro verursachte. Aus diesem Anlass betonte Sachsens Umweltminister und stellvertretender Ministerpräsident Wolfram Günther die weiterhin bestehende Notwendigkeit, insbesondere das Zusammenwirken von technischem und ökologischem Hochwasserschutz, individueller Eigenvorsorge und Gefahrenabwehr zu verfolgen.

Der Minister verwies dabei auf die bisherigen enormen Anstrengungen in Sachsen, Hochwasserschutz und Prävention deutlich zu stärken. Sachsen hat seit 2002 rund 3,3 Milliarden Euro in den Hochwasserschutz investiert. Basis dafür waren und sind 47 Hochwasserschutzkonzepte.
Günther: »Die Wahrscheinlichkeit für lokale und regionale Extremwetter hat durch die Klimakrise zugenommen. Warme Luft, die viel Wasser aufnehmen kann, und ein abgeschwächter Jetstream, der dafür sorgt, dass Tiefdruckgebiete länger an einem Ort bleiben: Das ist ein gefährlicher Mix. Extremwetterereignisse wird es wieder und häufiger geben. Wir arbeiten entschlossen am Klimaschutz und an der Klimaanpassung sowie am technischen und ökologischen Hochwasserschutz. Wir geben Flüssen mehr Raum. Natürliche Überschwemmungsflächen, Deichrückverlegungen, renaturierte Auen und Flussläufe sind wichtige und nachhaltige Bestandteile des Hochwasserschutzes. In Trockenzeiten halten sie Wasser in der Landschaft. Bei Starkregen verringern sie die Schadwirkung von Hochwasser.«

Sachsen hat in den letzten Jahren insgesamt rund 3,3 Milliarden Euro für Maßnahmen der nachhaltigen Schadensbeseitigung an Gewässern und Maßnahmen des öffentlichen Hochwasserschutzes aus Mitteln des Europäischen Fonds für Regionale Entwicklung, aus Mitteln des Bundes und der Länder sowie aus Landesmitteln umgesetzt.

Auf der Grundlage der 2003 bis 2005 erstellten Hochwasserschutzkonzepte (HWSK) für Gewässer erster Ordnung und die Elbe wurde ein staatliches Hochwasserschutzprogramm aufgelegt, um einen angemessenen und am Schadenspotential ausgerichteten öffentlichen Hochwasserschutz schrittweise umzusetzen.

Durch die Landestalsperrenverwaltung wurden von 749 teilweise hochkomplexen Maßnahmen nach umfangreichen mehrjährigen Planungs- und Genehmigungsverfahren sowie Bauphasen bisher 570 umgesetzt. Weitere 23 Vorhaben befinden sich im Bau und 156 in verschiedenen Planungsstufen.

Sachsen fördert gleichzeitig die Erstellung von Konzepten sowie Maßnahmen des Hochwasserschutzes an Gewässern zweiter Ordnung in kommunaler Zuständigkeit. Abgeschlossen sind 112 kommunale Maßnahmen mit einem Volumen von insgesamt 54 Millionen Euro. Die entsprechende Förderung beträgt dabei 38 Millionen Euro. Noch im Bau befinden sich vier Maßnahmen mit einem Volumen von insgesamt zehn Millionen Euro und einem Förderanteil von 7,5 Millionen Euro. Des Weiteren sind vier Maßnahmen in der Planung. Der Finanzierungsumfang dieser Vorhaben beträgt insgesamt 4,6 Millionen Euro.

Ökologischer Hochwasserschutz erfolgt – wo dies möglich ist – beispielsweise durch Gewässeraufweitungen, Renaturierungsmaßnahmen, Wiederanbindung an natürliche Rückhalteräume oder den Um- bzw. Rückbau von Querbauwerken und Ufermauern. Deichrückverlegungen und Polder sind komplexe Maßnahmen im Zuge des sächsischen und des Nationalen Hochwasserschutzprogramms, die umfassende und oft langjährige Planungs-, Genehmigungs- und Umsetzungsverfahren mit intensiven Beteiligungsprozessen erfordern. Beispielhaft sind hier Deichrückverlegungen an der Zwickauer Mulde bei Crossen, an der Vereinigten Mulde bei Eilenburg und von Bennewitz bis Püchau sowie der im Bau befindliche Polder Löbnitz zu nennen.

Die Hochwasserrückhalteräume in den Anlagen des Freistaates Sachsen wurden nach 2002 von rund 122 Millionen auf 168 Millionen Kubikmeter erhöht. Damit wurden in den bestehenden Stauanlagen sowie durch den Neubau von Hochwasserrückhaltebecken nach 2002 insgesamt rund 46 Millionen Kubikmeter neuer Hochwasserrückhalteraum geschaffen.

Wichtige Grundlagen des Hochwasserschutzes sind die Hochwassergefahren- und Hochwasserrisikokarten für Gewässer erster Ordnung und die Elbe. Diese stellen Überschwemmungsgebiete und Gefahrenpunkte bei unterschiedlich großen Hochwassern dar. Anhand der Gefahrenkarten für Hochwasser, wie sie statistisch gesehen einmal in 100 Jahren auftreten, wurden Überschwemmungsgebiete festgesetzt bzw. ausgewiesen. Für diese gelten im Wasserhaushaltsgesetz des Bundes und im Sächsischen Wassergesetz Restriktionen für die Nutzung, die die Risiken verringern und neue Schadenspotenziale verhindern sollen.

Wesentliche Fortschritte in der Hochwasserinformation und -warnung wurden durch die Einrichtung eines modernen Landeshochwasserzentrums, durch zusätzliche Niederschlagsmessstellen und Hochwassermeldepegel und die dadurch mögliche Optimierung der Vorhersage und Warnung erreicht. Neuestes Produkt ist ein Starkniederschlagsfrühwarnsystem, für das noch weitere Verbesserungen geprüft werden.

Nicht zuletzt fördert Sachsen Maßnahmen der privaten Eigenvorsorge vor Extremereignissen wie Hochwasser und Starkregen beziehungsweise Sturzfluten. Mit der Förderrichtlinie private Hochwassereigenvorsorge unterstützt der Freistaat Investitionen von Hauseigentümerinnen und Hauseigentümern an bestehenden Wohngebäuden, die insbesondere in Gebieten liegen, die nicht oder nicht ausreichend durch öffentliche Hochwasserschutzmaßnahmen geschützt werden können.

Quelle
Sächsisches Staatsministerium für Energie, Klimaschutz, Umwelt und Landwirtschaft
Archivstraße 1
01097 Dresden
07.08.2022, 11:00 Uhr — Erstveröffentlichung (aktuell)
   

Für diese Information trägt ausnahmslos der/die Autor*in/Urheber*in die redaktionelle Verantwortung.Die kommunizierten Informationen geben ausnahmslos die Meinung des Verfassers*in, nicht eine Stellungnahme unserer Organisation wieder.

Artenschutz in Franken® - wir engagieren uns für die Erhaltung der Vielfalt in der Bundesrepublik Deutschland und darüber hinaus - im Sinne uns nachfolgender Generationen.

In der Aufnahme von Johannes Rother

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Natürlich Klima schützen mit gesunden Mooren
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Natürlich Klima schützen mit gesunden Mooren

08/09.08.2022

Umweltstaatssekretär Andre Baumann hat im Rahmen seiner Sommertour das Projekt „Klimawandel und Trockenstress bei Torfmoosen im Südschwarzwald“ im Hinterzartener Moor besucht.

 Mit dem Forschungsvorhaben sollen Erkenntnisse über die genauen Ursachen und das Ausmaß der Schädigungen von Torfmoosen durch Trockenheit gewonnen werden. Träger des Projekts ist die Stiftung Naturschutzfonds.
„Die anhaltenden Trockenphasen der letzten Jahre beeinträchtigen unsere Moore in immer stärkerem Ausmaß“, betonte Staatssekretär Dr. Andre Baumann heute (02.08.) bei seiner Besichtigung des Projektes Klimawandel und Trockenstress bei Torfmoosen im Südschwarzwald der Stiftung Naturschutzfonds Baden-Württemberg. In dem in diesem Frühjahr begonnenen zweijährigen Projekt werden die Ursachen und das Ausmaß der Schädigungen von Torfmoosen untersucht.
Enge Zusammenarbeit beim Moorschutz

„Wir haben eine besondere Verantwortung für den Erhalt dieses Lebensraumes. Moore erfüllen vielfältige Funktionen, sei es als Lebensraum für Tiere und Pflanzen, als Kohlenstoffsenke oder auch als Wasserspeicher. In Baden-Württemberg befinden sich einige der größten und eindrücklichsten Moore Deutschlands“, hob der Staatssekretär hervor. Moore genießen einen hohen gesetzlichen Schutz. Das Land habe mit der 2014 begonnenen Moorschutzkonzeption ein breit aufgestelltes Konzept erarbeitet, das systematisch die Planung, Koordination und Umsetzung der Aktivitäten in Baden-Württemberg angeht. Die enge Zusammenarbeit zwischen Fachverwaltungen, amtlichem und ehrenamtlichem Naturschutz, Verbänden und Forschung komme dabei dem Moorschutz zugute.

Das Projekt der Stiftung Naturschutzfonds trage dazu bei, weitere Erkenntnisse im Management von Mooren des Südschwarzwaldes zu gewinnen. Aus den Ergebnissen sollen Handlungsempfehlungen erarbeitet werden. Einige der 32 Untersuchungsflächen liegen im Hinterzartener Moor, die weiteren in verschiedenen Mooren der Landkreise Waldshut und Breisgau-Hochschwarzwald.

Die landesweit tätige Stiftung Naturschutzfonds unterstützt seit über 40 Jahren Projekte des Naturschutzes, von Forschungsvorhaben bis hin zu Umweltbildungsmaßnahmen.


Quelle
Ministerium für Umwelt, Klima und
Energiewirtschaft Baden-Württemberg
Kernerplatz 9
70182 Stuttgart
Stand 03.08.2022

Für diese Information trägt ausnahmslos der/die Autor*in/Urheber*in die redaktionelle Verantwortung.Die kommunizierten Informationen geben ausnahmslos die Meinung des Verfassers*in, nicht eine Stellungnahme unserer Organisation wieder.

Artenschutz in Franken® - wir engagieren uns für die Erhaltung der Vielfalt in der Bundesrepublik Deutschland und darüber hinaus - im Sinne uns nachfolgender Generationen.

In der Aufnahme von Helga Zinnecker

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Trauerschweber (Hemipenthes morio)
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Der Trauerschweber

08.08.2022


Trauerschweber zählen innerhalb der Familie Wollschweber (Bombyliidae) zur Gattung Hemipenthes. Er kommt in ganz Europa, Nordafrika und in weiten Teilen Asiens vor. In Deutschland gibt es 34 Arten.
Sie schwebt vor den Nesteingängen und schleudert ihre Eier mit einer wippenden Bewegung des Hinterleibs zielgerichtet in den Nistgang.Die ausgeschlüpften Larven kriechen in die Bienennester und schmarotzen.
 
Erscheinen im Mai - Juli und haben eine Körperlänge von 7 - 13 mm.

 
Autor und Aufnahme
  • Willibald Lang
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Zebraspringspinne (Salticus scenicusist)
Bild zum Eintrag (1073371-160)
Zebraspringspinne

07/08.08.2022


Mit einer Länge von etwa 7 mm zählt die zur Familie der Springspinnen zählende Spinnenart zu den kleinen Spinnenarten. Auf Wiesenflächen die gerne mit "Springsteinen" versehen sein soll treffen wir diese Art recht häufig bei uns an.
Ihre Nahrung sind kleine Fliegen, die sie am Tag fängt. Dabei kann sie Sätze von 6 - 10 Zentimeter absolvieren und sichert sich mit einem "Halteseidenfaden" ab.


In der Aufnahme von Volkmar Greb
  • Zebraspringspinne als Gast auf der Terrasse
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Stele der Biodiversität® - Gemmingen / GT -Stebbach
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Stele der Biodiversität® - Gemmingen / GT -Stebbach

07/08.08.2022


Ein innovatives Artenschutz- Umweltbildungsprojekt des Artenschutzes in Franken® und der Gemeinde Gemmingen / Stebbach das von der Deutschen Postcode Lotterie unterstützt wird.

Gemmingen / Baden - Württemberg. Vormals als artenschutzrelevant vollkommen uninteressant einzustufen, kann es mit Aufgabe der Nutzung alter Trafostationen gelingen den Ansatz "Erhaltung der Vielfalt" in die Fläche zu bringen. Das entsprechende Wissen vorausgesetzt können die kleinen Baukörper zu einem Hotspot der Biodiversität, in einer zunehmend ausgeräumten Umwelt heranwachsen.



In der Aufnahme

  • Am 02.08.2022 lassen wir die Farbe des Baukörpers für rund 3 Wochen austrockenen ... bei Temperaturen um die 40 Grad sollte die Trocknungsphase somit kein Problem darstellen ...
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Artenschutz in Franken®
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Artenschutz in Franken®

Artenschutz als Zeichen einer ethisch-moralischen Verpflichtung, diesem Anspruch gegenüber uns begleitenden Mitgeschöpfen und deren Lebens-räume, stellen wir uns seit nunmehr über 25 Jahren mit zahlreichen Partnern tagtäglich auf vielfältiger Art aufs Neue.

In vollkommen ehrenamtlicher, wirtschaftlich- und politisch sowie konfessionell unabhängiger Form engagieren wir uns hier mit unseren vielen Mitgliedern in abertausenden von Stunden.

Trotz der auf Franken ausgerichteten Namensgebung bundesweit für die Erhaltung der Biodiversität, sowie für eine lebendige, pädagogisch hochwertige Umweltbildung.
In einer Dekade in der zunehmend Veränderungen, auch klimatischer Weise erkennbar werden, kommt nach unserem Dafürhalten der effektiven Erhaltung heimischer Artenvielfalt auch und gerade im Sinne einer auf-geklärten Gesellschaft eine heraus-ragende Bedeutung zu.

Der Artenschwund hat er-schreckende Ausmaße ange-nommen, welche den Eindruck der zunehmenden Leere für den aufmerksamen Betrachter deutlich erkennbar werden lässt. Eine ausge-storbene Art ist für nahezu alle Zeit verloren. Mit ihr verlieren wir eine hochwertige, einzigartige Ressource die sich den Umweltbedingungen seit meist Millionen von Jahren anpassen konnte.  

Wir sollten uns den Luxus nicht leisten dieser Artenreduktion untätig zuzusehen. Nur eine möglichst hohe genetische Artenvielfalt kann die Entstehung neuer Arten effektiv ansteuern.

Im Sinne uns nachfolgender Generationen, also unserer Kinder und unserer Enkelkinder, sollten wir uns gemeinsam dazu durchringen dem galoppierenden Artenschwund Paroli zu bieten.

Nur gemeinsam wird und kann es uns gelingen diesem sicherlich nicht leichtem Unterfangen erfolgreich zu begegnen. Ohne dies jedoch jemals versucht zu haben, werden wir nie erkennen ob wir dazu in der Lage sind oder waren.

Durchdachter Artenschutz ist in unseren Augen mehr als eine Ideologie.

Er beweist in eindrucksvoller Art die Verbundenheit
mit einer einzigartigen Heimat und deren sich darin befindlichen Lebensformen. Schöpfung lebendig bewahren, für uns ge-meinsam mehr als „nur“ ein Lippenbekenntnis.

Artenschutz ist für uns gleichfalls Lebensraumsicherung für den modernen Menschen.

Nur in einer intakten, vielfältigen Umwelt
wird auch der Mensch die Chance erhalten nachhaltig zu überdauern. Hierfür setzten wir uns täglich vollkommen ehrenamtlich und unabhängig im Sinne unserer Mit-geschöpfe, jedoch auch ganz bewusst im Sinne unserer Mitbürger und vor allem der uns nachfolgenden Generation von ganzem Herzen ein.

Artenschutz in Franken®
25. Jahre Artenschutz in Franken®
Bild zum Eintrag (1053849-159)
25. Jahre Artenschutz in Franken® 

Am 01.03.2021 feierte unsere Organisation ein Vierteljahrhundert ehrenamlichen und vollkommen unabhängigen Artenschutz und erlebbare Umweltbildung.
Und auch nach 25 Jahren zeigt sich unser Engagement keineswegs als "überholt". Im Gegenteil es wird dringender gebraucht denn je.

Denn die immensen Herausforderungen gerade auf diesem Themenfeld werden unsere Gesellschaft zukünftig intensiv fordern!


Hinweis zum 15.jährigen Bestehen.

Aus besonderem Anlass und zum 15.jährigen Bestehen unserer Organisation ergänzten wir unsere namensgebende Bezeichnung.

Der Zusatz Artenschutz in Franken® wird den Ansprüchen eines modernen und zunehmend auch überregional agierenden Verbandes gerecht.

Vormals auf die Region des Steiger-waldes beschränkt setzt sich Artenschutz in Franken® nun vermehrt in ganz Deutschland und darüber hinaus ein.

Die Bezeichnung ändert sich, was Bestand haben wird ist weiterhin das ehrenamliche und unabhängige Engagement das wir  für die Belange des konkreten Artenschutzes, sowie einer lebendigen Umweltbildung in  einbringen.

Im Sinne uns nachfolgender Generationen!

Auf unserer Internetpräsenz möchten wir unser ehrenamtliches Engagement näher vorstellen.

Artenschutz in Franken®
Notrufnummern ✆
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Im Aufbau
Was tun beim Wildunfall
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Rechtliches §
Bild zum Eintrag (1001682-159)
Immer wieder werden wir gefragt welche rechtlichen Grundlagen es innerhalb der Naturschutz- und Tierschutzgesetze es gibt.

Wir haben einige Infos zu diesem Thema hier verlinkt:
Unser Engagement
Bild zum Eintrag (1001684-159)
Mehr über unser Engagement finden Sie hier:
Die Artenschutz im Steigerwald/Artenschutz in Franken®- Nachhaltigkeits-vereinbarung
www.artenschutz-steigerwald.de/de/Ueber-Uns/1001349/AiF_-_Nachhaltigkeitsvereinbarung/

Über uns
www.artenschutz-steigerwald.de/de/Ueber-Uns/

Impressum/Satzung
www.artenschutz-steigerwald.de/de/Impressum/
Nachgedacht
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Ein Gedicht zum Verlust der Biodiversität in unserem Land.

Artenschwund

In allen Medien tun sie es kund, bedenklich ist der Artenschwund.

Begonnen hat es schon sehr bald, durch Abholzung im Regenwald. Nicht nur um edle Hölzer zu gewinnen, man fing schließlich an zu „spinnen“. Durch Brandrodung ließ man es qualmen, und pflanzte dort dann nur noch Palmen.

Das fand die Industrie ganz prima, doch heute bejammern wir das Klima. Aber es betrifft nicht nur ferne Lande, auch bei uns ist es `ne Schande. Dass Wälder dem Profit zum Opfer fallen, dies schadet schließlich doch uns Allen.
Ob Kahlschlag in Skandinavien, oder hier, die Dummen, das sind immer wir. Was unser Klima wirklich erhält, wurde zum großen Teil gefällt.

Es beginnt doch schon im Kleinen, an Straßen- und an Wegesrainen. Dort wird gemäht, ganz ohne Not, dies ist vieler Tiere Tod. Moderne Maschinen zu unserem Schrecken, lassen Schmetterlingsraupen
kläglich verrecken. Weil von den Raupen niemand profitiert, dies dann auch kaum Jemand interes-siert. Doch der Jammer ist schon groß; wo bleiben die Schmetterlinge bloß?

Auch unser Obst ist in Gefahr, denn die Bienen werden rar. Wir uns deshalb ernsthaft fragen, wer wird in Zukunft die Pollen übertragen. Eine
eingeschleppte Milbe ist der Bienen Tod und die Imker leiden Not. Dazu spritzt man noch Neonikotinoide und Glyphosat, damit man reiche Ernte hat. Das vergiftet nicht nur Tiere, sondern jetzt auch viele Biere. Glyphosat soll krebserregend sein, doch das kümmert hier kein Schwein.

Hauptsache es rollt weiterhin der Kiesel, denn man hat ja noch den Diesel. Der ist jetzt an Allem schuld und man gönnt ihm keine Huld. Elektrofahrzeuge sind die neue Devise, doch verhindern diese wirklich unsere Krise? Braunkohle und Atom, erzeugen zumeist unseren Strom. Wie nun jeder Bürger weiß, ist auch dieses Thema
heiß.

Gäbe es immerzu Sonnenschein, wäre Solarenergie fein. Aber da sind ja noch die Windanlagen, die hoch in den Himmel ragen. Wo sie dann an manchen Tagen, Vögel in der Luft erschlagen. Diese zogen erst von Süden fort, entkamen knapp dem Vogelmord. Nun hat es sie doch noch erwischt, nur werden sie hier nicht aufgetischt.

Wie haben die  Ortolane schön ge-sungen, nun liegen auf dem Teller ihre Zungen. War das schön, als sie noch lebten, bevor sie auf `ner Rute klebten. Immer weniger wird ihr Gesang, uns wird es langsam angst und bang .Gesetze wurden
zwar gemacht, sie werden jedoch zumeist belacht. Wenn Vögel brutzeln in Pfanne und Schüssel, wen interessiert da das „Geschwätz“ aus Brüssel.

Es gibt ein paar Leute, die sind vor Ort und stellen sich gegen den Vogelmord. Die wenigen, die es wagen, riskieren dabei Kopf und Kragen. Wenn sie beseitigen Ruten und Fallen, oder hindern Jäger, Vögel abzuknallen. Riesige Netze, so stellen wir fest, geben den Vögeln nun noch den Rest. Wir sollten dies schnellstens verhindern, sonst werden wir mit unseren Kindern, bald keinen Vogelsang mehr hören. So manchen würde das kaum stören, doch mit diesem Artenschwund, schlägt irgendwann auch unsere Stund`.



Quelle
Hubertus Zinnecker
Ein Frühsommer-Bild aus Schleswig-Holstein
Bild zum Eintrag (1053852-159)
Ein Frühsommer-Bild aus Schleswig-Holstein ...da wir jedoch im ganzen Land wiederfinden!

Eine weite Grünlandniederung, vier riesige Mähmaschinen fahren nebeneinander mit rasanter Geschwindigkeit über ein Areal von einigen hundert Hektar Wiesen.

Wo gestern noch zahlreiche Feldvögel sangen und ihre Jungen fütterten, Wiesen- und Rohrweihen jagten, ein Sumpfohreulenpaar balzte und offensichtlich einen Brutplatz hatte, bietet sich heute ein Bild der Zerstörung. Kiebitze und Brachvögel rufen verzweifelt und haben ihre Gelege verloren.
Schafstelzen, Wiesenpieper und Feldlerchen hüpfen mit Würmern im Schnabel auf der Suche nach ihren längst zerstückelten Jungvögeln verzweifelt über den Boden.

Alles nichts Neues.

Das kennen wir ja. Das BNatSchG §44 erlaubt es ja schließlich gemäß der „guten fachliche Praxis“, streng geschützte Vogelarten zu töten - denn verboten ist es ja nur „ohne sinnvollen Grund“.

Aber was ist an dieser uns allen bekannten Situation anders als noch vor 10, 20 Jahren?
Die Mähmaschinen sind größer und stärker denn je, schneller denn je, mähen tiefer denn je, mähen in immer kürzeren Intervallen, mähen die Gräben bis tief in jede Grabenböschung mit ab.

Wie zum Hohn kommt nun noch ein weiterer Trecker und mäht alle Stauden der Wegesränder ab, scheinbar um das letzte verbliebene Wiesenpieper- oder Blaukehlchennnest dann auch noch zu erwischen.

23.00h: Es wird dunkel, es wird weiter gemäht. Ich denke an die Wiesenweihen, den gerade erschienenen Artikel aus der Zeitschrift dem Falken: " bei nächtlicher Mahd bleiben die adulten Weihen auf dem Nest sitzen und werden mit getötet“.

Wo ist unsere Landwirtschaft hingekommen, dass jetzt hier 4 Maschinen der neusten Generation parallel nebeneinander in rasendem Tempo mähen, dahinter wird schon gewendet und das Gras abtransportiert.

Nicht ein junger Vogel, nicht ein junger Hase hat hier die geringste Chance, noch zu entkommen.

Früher habe ich nach der Mahd noch junge Kiebitze und junge Hasen gesehen, die überlebt haben. Früher hat ein Bauer noch das Mähwerk angehoben, wenn er von oben ein Kiebitznest gesehen hat.

Hier ist nun nichts mehr, nur hunderte von Krähen und Möwen, die sich über das „Fastfood“ freuen (und nebenbei bemerkt damit einen äußerst wichtigen Beitrag zur Beseitigung von Clostridien leisten, welche die Silage verunreinigen und damit den Rinderbestand gefährden könnten - gedankt wird es den Krähen aber natürlich nicht)
 
Diese Entwicklung der Grünlandbewirtschaftung ist sehr besorgniserregend, nicht nur für den Vogel des Jahres, die Feldlerche. Das Wettrüsten der Landwirte ist verständlich aus deren wirtschaftlicher Sicht, aber eine ökologische Vollkatastrophe und das Ergebnis einer verfehlten Agrarpolitik.

Was ist denn der „sinnvolle Grund“, der diese Entwicklung überhaupt zulässt?

Dass die Milch und das Fleisch immer noch billiger werden, und dafür das letzte Stück Natur geschreddert wird? Ist das wirklich im Sinne der Allgemeinheit, denn es sind doch nicht nur wir Naturschützer*innen und Vogelkundler*innen, die sich über blühende Wiesen und singende Lerchen freuen.

Dieser massenhafte Vogelmord auf unserem Grünland (und natürlich Amphibien, Reptilien, Säugetiere, Insekten) wird immer aggressiver und ist vielen Menschen gar nicht bewusst.

Es müssen dringend Maßnahmen ergriffen werden, wie z.B. gesetzlich vorgeschriebene Randstreifen zu Gräben und Wegesrändern, Verbot nächtlicher Mahd, Begrenzung der Mahdhöhe- und Mahdgeschwindigkeit usw.

Ansonsten brauchen wir uns auch nicht über vogeljagende Mittelmeerländer aufzuregen - denn das was hier stattfindet ist letztendlich genauso zerstörerisch wie zum Spaß zur Flinte zu greifen.
 
Juni 2019
Autorin
Natascha Gaedecke
Waldsterben 2.0 – Nein eine Chance zur Gestaltung naturnaher Wälder!
Bild zum Eintrag (1053851-159)
Waldsterben 2.0 – Nein eine Chance zur Gestaltung naturnaher Wälder!

Artenschutz in Franken® verfolgt seit geraumer Zeit die Diskussionen um den propagierten Niedergang des deutschen Waldes.

Als Ursache dieses Niedergangs wurde der/die Schuldige/n bereits ausgemacht. Der Klimawandel der die Bäume verdursten lässt und hie und da auch noch einige Großsäuger die unseren Wald „auffressen“. Diesen wird es vielerorts zugeschrieben, dass wir in wenigen Jahren wohl unseren Wald verlieren werden?!
Als Ursache für das infolge des Klimawandels erkennbare „Absterben“ unserer Wirtschaftswälder liegt jedoch vielmehr auch darin, dass wir unsere Wälder in den vergangenen Jahrhunderten ständig waldbaulich manipulierten und dieses auch heute noch sehr ausgeprägt und vielfach intensiver den je tun.

In dieser Zeitspanne haben wir in unserem Land nahezu alle unsere ursprünglich geformten Wälder verloren. Wir haben diesen Systemen seither ständig unsere menschliche Handschrift auferlegt um aufzuzeigen wie wir uns einen nachhaltig geformten Wirtschaftswald vorstellen. Und diesen selbstverständlich auch intensiv nutzen können.

Ohne große Rücksicht auf Pflanzen und Tiere welche in diesem Ökosystem leben.Wir haben somit keinen Wald mehr vor Augen wie dieser von Natur aus gedacht war – wir haben einen Wald vor unseren Augen wie wir uns Menschen einen Wald vorstellen.


Somit „stirbt“ nun auch nicht der Wald, sondern lediglich der vom Menschen fehlgeformte Wald. 

Nun wird also fleißig darüber nachgedacht mit einem Millionenaufwand unseren Wald mit Aufforstungsprogrammen zu retten. Doch dieser Ansatz ist in unseren Augen eine weitere Verfehlung menschlichen Wirkens. Denn was hier zusammengepflanzt wird ist wieder kein sich natürlich entwickelter Wald der seine Dynamik sichtbar werden lassen kann. Nein es wird wieder ein vom Menschen manipulierter Wirtschaftswald entstehen der nur die Lebensformen in sich duldet die wir dieser Holzproduktionsfläche zugestehen.

Die Vielfalt der Arten wird hier auf immens großen Flächen abermals keine Rolle spielen.

Doch warum lassen wir es nicht einfach mal zu das wir dem Wald die Chance eröffnen uns zu zeigen wie Waldbau funktioniert und wie ein robuster Wald aussieht. „Dieser Wald“ wird uns in 50 – 70 Jahren zeigen welche Artenzusammensetzung für den jeweiligen Standort die richtige Mischung ist.

Es ist uns schon klar das bis dahin viele vom Menschen geschaffenen Wälder nicht mehr stehen werden denn sie werden tatsächlich „aufgefressen“.

Doch nicht vom Reh, welches Luchs und Wolf als Nahrungsgrundlage dringlich benötigen, wollen wir verhindern das diese sich an unseren Schafen & Co. bedienen, sondern von ganz kleinen Tieren. Der Borkenkäfer wird die Fläche für die nachfolgenden Naturwälder vorbereiten so wie wir es an mancher Stelle in Bayern sehr gut erkennen können.

Es bedarf somit in unseren Augen einem gesellschaftlichen Umdenken das endlich greifen muss.

Gerade im Sinne unserer Kinder und Enkelkinder welchen wir eine an Arten reiche Welt hinterlassen sollten.

AiF
12.08.2019

Ein sehr interessanter Bericht zu diesem Thema findet sich hier
Artenschutz in Franken® informiert!
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