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Vogel des Jahres: Horch mal, wer da singt
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Vogel des Jahres: Horch mal, wer da singt

01/02.03.2021

  • Zum meteorologischen Frühlingsanfang erklärt der NABU, welche Kandidaten der Vogelwahl schon zu hören sind / Abstimmung läuft bis 19. März

Berlin – „Frühling kommt, der Sperling piept“, sang schon Marlene Dietrich. Kaum etwas verbinden wir so sehr mit dem Frühling wie Vogelgezwitscher. Davon zeugen zahlreiche Schlager und Volkslieder.

Viele gefiederte Sänger laufen rund um den meteorologischen Frühlingsbeginn am 1. März zu Höchstform auf. Auch unsere Vogel-des-Jahres-Kandidaten trällern im vielstimmigen Chor mit.
Auslöser für die Vogelgesänge ist die zunehmende Tageslänge. „Bereits um den Jahreswechsel herum ,läuten‘ die ersten Kohlmeisen, wie ihr oft zweisilbiger klingelnder Gesang beschrieben wird“, sagt NABU-Vogelschutzexperte Lars Lachmann, „Andere Meisen singen dann auch schon – vor allem die Blaumeise, eine der Stichwahlkandidatinnen.“ Auch die derzeitige Nummer eins der Wahl, das Rotkehlchen, gehört zu den ersten Sängern.

„Manch frühe Gesangsstrophe dient sicher auch dazu, die eingerosteten Kehlen zu ölen und etwas zu üben“, so Lachmann, „Das ist bei den Vögeln nicht anders als bei uns Menschen.“ Die Vogel-des-Jahres-Kandidatin Amsel, bisher noch hinten im Ranking, macht ab Mitte Februar intensiv Eigenwerbung, wenn ihr melodischer und variantenreicher Gesang erklingt. In diesem Jahr startete sie pünktlich zum Ende der Dauerfrostperiode. Sie bevorzugt die große – besser gesagt hohe – Bühne für ihre Darbietung: einen Dachgiebel oder Baumwipfel.

Ein „Early Bird“ ist auch die Feldlerche. Ihre Gesangssaison beginnt, sobald die Vögel im Februar und März aus dem Süden zurückkehren. Dann trällert sie von der Morgendämmerung bis zum Abend. Einst galten die kleinen Vögel wegen ihres frühen Starts in den Tag als natürliche Wecker. Mit den Feldlerchen kehren auch die Kiebitze aus Südwest-Europa zurück. Im März besetzen sie ihre Brutreviere auf frisch ergrünten feuchten Wiesen und Feldern. Dann begleitet ihr namensgebendes „Ki-witt“ als Soundtrack die akrobatischen Balzflüge der Männchen.

Die charakteristisch flötenden Balzstrophen des Goldregenpfeifers sind leider seit einigen Jahren nicht mehr über Deutschlands Mooren zu hören. Doch nahe der Küste hört man im Winter und Frühjahr die melancholischen „düh“-Rufe größerer rastender Trupps, bevor sie weiter nach Norden ziehen.

Die Stadttaube ist ganzjährig in unseren Siedlungen zu beobachten. Ihr bekanntes Gurren ertönt vor allem zur Balzzeit über Straßen und Plätzen und damit deutlich häufiger im Frühjahr. Auch der Eisvogel überwintert bei uns. Bei ihm ist der scharf pfeifende Ruf kaum von seinem Gesang – einer Reihe mehrerer Rufe – zu unterscheiden. Trotzdem steigen die Chancen, ihn zu Beginn der Brutzeit Anfang März an sauberen Flüssen und Seeufern zu hören.

Unter den Jahresvogel-Kandidaten betritt die Rauchschwalbe als letzte die Chor-Bühne. Als einziger Langstreckenzieher im Kandidatenreigen ist sie erst Mitte April aus ihrem Winterquartier in Afrika zurück. Sofort lässt sie dann ihr lautes Zwitschern mit eingebauten munteren „witt witt“-Rufen vernehmen. Der Frühling ist dann bereits fortgeschritten, Schwalben gelten daher als Vorboten des Sommers.

Noch bis zum 19. März kann jeder seine Stimme für einen der Sänger unter www.vogeldesjahres.de abgeben. Bisher haben schon über 227.000 Menschen bei der Aktion vom NABU und seinem bayerischen Partner, dem Landesbund für Vogelschutz (LBV), mitgemacht. Für unentschlossene Wähler gibt es unter www.NABU.de/birdomat einen Bird-O-Mat. Er hilft dabei, den eigenen gefiederten Favoriten herauszufinden.


Für Rückfragen:

Lars Lachmann, Leiter Vogelschutz NABU, Telefon: +49 (0)30.284984-1620, mobil: 0172-910 82 75
Lars.Lachmann@NABU.de


Quelle
Herausgeber: NABU (Naturschutzbund Deutschland e.V.) 10117 Berlin
Redaktion: NABU-Pressestelle, Silvia Teich, Katrin Jetzlsperger, Julian Bethke, Britta HennigsPresse@NABU.de, Tel. 030-284 984-1588, 1534,1538 und -1722, Fax -2500
26.02.2021

Für diese Information trägt ausnahmslos der/die Autor*in/Urheber*in die redaktionelle Verantwortung.Die kommunizierten Informationen geben ausnahmslos die Meinung des Verfassers, nicht eine Stellungnahme unserer Organisation wieder.

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In der Aufnahme von Albert Meier

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Trauriges Ende einer Trauerweide
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Trauriges Ende einer Trauerweide

28.02/01.03.2021

  • Gemeinsame Medieninformation der Nationalparkverwaltung und der GMSH

Sie prägt das Ortsbild, schmückt das benachbarte Gebäude und ist im Herbst ein beliebter Schlafplatz
für die im Tönninger Schlosspark lebenden Waldohreulen. Aber die Trauerweide links vom Eingang der Nationalparkverwaltung muss – sehr zum Bedauern der Verantwortlichen – gefällt werden.
„Untersuchungen haben ergeben, dass im Bereich des Kronenansatzes und des Stammfußes die Fäule das Holz zu weit zersetzt hat und der Baum nicht mehr stand- und bruchsicher ist“, sagt Georg Geiger, Baumkontrolleur von der Gebäudemanagement Schleswig-Holstein AöR (GMSH). Die GMSH ist zuständig für die Pflege der Außenanlagen aller Dienststellen des Landes und prüft auch regelmäßig die Bäume auf ihre Verkehrssicherheit.

Hauptproblem sei eine große, „umfangreich ausgefaulte“ Höhlung im Bereich des Kronenansatzes, heißt es in dem entsprechenden Gutachten. Auch mit baumpflegerischen Maßnahmen könne nicht mehr sichergestellt werden, dass die Trauerweide verkehrssicher sei und keine Passanten durch herunterfallende Äste verletzt werden. Weil das 1961 errichtete Verwaltungsgebäude, ehemals Kreishaus des Kreises Eiderstedt und danach Drogist:innenschule, wegen seines geschichtlichen und städtebaulichen Wertes unter Denkmalschutz steht, wurde auch der Kreis Nordfriesland an dem Verfahren beteiligt. Sowohl die Untere Denkmalschutzbehörde als auch die Untere Naturschutzbehörde genehmigten die Fällung, die für den kommenden Donnerstag (25.) geplant ist.

„Wir bedauern den Verlust des Baumes sehr“, sagt der Leiter der Nationalparkverwaltung Michael Kruse. Die Beschäftigten schätzten die imposante Erscheinung des Baumes vor ihrem Dienstsitz und die Nähe der Waldohreulen. Ein Trost ist, dass den Vögeln im benachbarten Schlossgarten mit mehreren hohen Koniferen genügend Ausweichquartiere zur Verfügung stehen. Und ein weiterer, dass es auf jeden Fall eine Ersatzpflanzung geben wird – auch wenn es Jahrzehnte dauern wird, bis wieder ein Charakterbaum entstanden ist.

In der Aufnahme
  • Die Trauerweide vor der Tönninger Nationalparkverwaltung
© Claußen / LKN.SH


Quelle
Nationalpark Wattenmeer


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Luchsbestand in Deutschland – Pinselohr noch immer selten
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Luchsbestand in Deutschland – Pinselohr noch immer selten

  •     32 Luchsweibchen mit Nachwuchs bestätigt
  •     BfN-Präsidentin Jessel: Erhaltungszustand dennoch weiterhin kritisch

Bonn, 25. Februar 2021: Insgesamt 32 Luchsweibchen mit Jungtieren konnten am Ende des Monitoringjahres 2019/2020 in Deutschland gezählt und bestätigt werden. Das geht aus neuen Erhebungen der Bundesländer hervor.

Die 32 Luchsweibchen mit 59 Jungtieren im ersten Lebensjahr konnten in Bayern (13), Hessen (1), Niedersachsen (10), Rheinland-Pfalz (2), Sachsen-Anhalt (5) und Thüringen (1) nachgewiesen werden. Zum Ende des Monitoringjahres gab es insgesamt 125 bis 135 selbstständige Luchse.

Im vorherigen Monitoringjahr 2018/2019 konnten 84 bis 88 selbstständige Luchse und 27 Weibchen mit Nachwuchs nachgewiesen werden. Karten zum Vorkommen und zusätzliche bundeslandspezifische Informationen sind ab sofort auf der Webseite des BfN abrufbar.
"Das Luchsmonitoring der Bundesländer liefert wichtige und wertvolle Daten über die deutschen Luchsvorkommen. Es zeigt gegenüber dem Vorjahr zwar einen deutlichen und erfreulichen Zuwachs, jedoch ist die Anzahl an Luchsweibchen mit Nachwuchs in Deutschland immer noch zu gering, um von einem stabilen Bestand zu sprechen. In der aktuellen Roten Liste der Säugetiere Deutschlands wurde der Luchs als 'vom Aussterben bedroht' eingestuft. Auch der Erhaltungszustand des Luchses ist weiterhin kritisch zu bewerten. Die deutschen Luchsbestände sind durch die Zerschneidung der Waldlebensräume, durch illegale Nachstellung und durch den Verkehr weiterhin stark gefährdet. Der Erhalt der Tierart kann daher nicht als gesichert gelten", sagt BfN-Präsidentin Prof. Beate Jessel.

Derzeit gibt es drei voneinander getrennte Luchsvorkommen in Deutschland: Das größte Vorkommen liegt im Harz und dessen Umfeld (Niedersachsen, Sachsen-Anhalt, Thüringen und Nordhessen). Ein weiteres Vorkommen existiert in Ostbayern als Teil der größeren grenzüberschreitenden Böhmisch-Bayerisch-Österreichischen Population. Ein drittes Vorkommen besteht erst seit 2016 im Pfälzerwald und dessen näherer Umgebung. In zwei weiteren Bundesländern wiesen die Luchsforschenden außerdem einzelne männliche Luchse nach, etwa in Baden-Württemberg und Sachsen. Luchsweibchen fehlen in diesen Gebieten, da diese seltener größere Distanzen zurücklegen und auch bei der Querung von weniger geeigneten Flächen deutlich zurückhaltender sind. Luchse benötigen möglichst unzerschnittene, waldreiche Lebensräume mit ausreichend Beutetieren wie Rehen. Sie bewohnen große Reviere und benötigen darin ruhige Rückzugsorte, die insbesondere für die Jungenaufzucht wichtig sind.

Im Monitoringjahr 2019/2020 wurden 15 Luchse tot aufgefunden: Acht Luchse starben im Straßenverkehr, zwei Luchse an natürlichen Todesursachen und bei vier Luchsen war die Todesursache unklar. Ein Luchs wurde nachweislich illegal getötet. Im vorherigen Monitoringjahr 2018/2019 wurden insgesamt 13 Luchse tot aufgefunden.

Die Karte mit den Luchsvorkommen im Monitoringjahr 2019/2020 ist - mit weiteren bundeslandspezifischen Informationen - auf der Website des BfN abrufbar unter:
https://www.bfn.de/fileadmin/BfN/presse/2021/Dokumente/2021_02_25_BfN_Luchs_kommentierte_Vorkommenskarte_bf.pdf

Der Luchs in Deutschland
Der Eurasische Luchs (Lynx lynx) ist in Deutschland streng geschützt. Nachdem er lange Zeit aus seinem Lebensraum verschwunden war, gibt es heute drei voneinander isolierte Vorkommen in Ostbayern, in der Harzregion und im Pfälzer Wald in Rheinland-Pfalz. Heutige Luchsvorkommen gehen auf verschiedene Wiederansiedlungsprojekte in den vergangenen Jahrzehnten und auf aus Nachbarländern zugewanderte Tiere zurück. Der Luchs ist in Deutschland weiterhin in einer ungünstigen Erhaltungszustandssituation und wird auf der Roten Liste als vom Aussterben bedroht gelistet. Die häufigsten nachgewiesenen Todesursachen sind Verkehrsunfälle, illegale Tötungen und Krankheiten. In einigen weiteren Fällen blieb die Todesursache von tot aufgefunden Luchsen unbekannt. Im Nahrungsspektrum der Luchse machen Rehe den größten Anteil aus, Nutztiere bilden nur einen sehr geringen Anteil.

Luchs-Monitoring

Das bundesweite Monitoring liefert wichtige Daten zum Bestand und Vorkommen des Luchses in Deutschland und geht auf eine Erhebung der Bundesländer zurück. Das jährliche Monitoring läuft jeweils vom 1. Mai bis 30. April des darauffolgenden Jahres und umfasst einen Fortpflanzungszyklus des Luchses, von der Geburt der Jungtiere bis zu deren Trennung von der Mutter. Die erhobenen Daten werden bei einem jährlichen Treffen der im Monitoring erfahrenen Personen von Bund und Ländern bewertet und zusammengeführt.

Die Erfassungsmethodik und Auswertung der Daten erfolgt nach durch den Bund und die Länder abgestimmten, einheitlichen Monitoringstandards (s. BfN-Skript 413). Luchse werden dann als einzelne Individuen gezählt, wenn sie z.B. mittels Foto oder Genetik zweifelsfrei von Artgenossen unterschieden werden können. Luchse weisen ein individuell unterschiedliches Fellmuster auf, ähnlich einem menschlichen Fingerabdruck. Dies ermöglicht es unter Umständen, einen Luchs anhand geeigneter Fotos eindeutig zu identifizieren und auf späteren Fotos wieder zu erkennen. Diese eindeutige Identifizierung ermöglicht so die Zählung der Luchse. Bei den veröffentlichten Bestandszahlen handelt es sich um die Anzahl der nachgewiesenen Tiere zum Ende des Monitoringjahres; tote oder nicht mehr in Freiheit vorhandene Luchse sowie internationale Grenzgänger mit räumlichem oder zeitlichem Schwerpunkt im Ausland sind hierbei nicht enthalten.

Weiterführende Informationen:

Eine Karte mit dem Luchsvorkommen im Monitoringjahr 2019/2020 mit bundeslandspezifischen Informationen steht unter www.bfn.de/presse/hintergrundinfos.html zum Download zur Verfügung.

Informationen zum Luchs:
https://ffh-anhang4.bfn.de/arten-anhang-iv-ffh-richtlinie/saeugetiere-sonstige/luchs-lynx-lynx.html

Informationen zum Monitoring und Management von Großraubtieren in Deutschland:
https://www.bfn.de/themen/artenschutz/gefaehrdung-bewertung-management/management-von-grossraubtieren-in-deutschland.html

Informationen zum standardisierten Luchsmonitoring in Deutschland:

Reinhardt, I., Kaczensky, P., Knauer, F., Rauer, G., Kluth, G., Wölfl, S., Huckschlag, D., Wotschikowsky, U. (2015): Monitoring von Wolf, Luchs und Bär in Deutschland. Bonn. Bundesamt für Naturschutz Skripten 413. https://www.bfn.de/fileadmin/BfN/service/Dokumente/skripten/Skript413.pdf

In der Aufnahme

Luchs im Schnee - Foto: Julius Kramer/fokusnatur.de


Quelle
Bundesamt für Naturschutz
Konstantinstr. 110
53179 Bonn
Telefon: 0228 / 8491-0
Telefax: 0228 / 8491-9999
E-Mail: info@bfn.de


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Luchse brauchen aktive Hilfe
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Luchse brauchen aktive Hilfe

27/28.02.2021

  • Der BUND Naturschutz fordert die aktive Freisetzung von Luchsen, weil viele geeignete Lebensräume in Bayern weiterhin viel zu dünn oder gar nicht besiedelt sind. Dies zeigen die heute durch das Bundesamt für Naturschutz veröffentlichten neuen Bestandszahlen zum Luchs für das Monitoringjahr 2019/20.

Richard Mergner, Vorsitzender des BUND Naturschutz in Bayern e.V. (BN)
fordert: „Dem Luchs muss geholfen werden. Mit gezielten Bestandsstützungen könnten wir der Gefahr eines erneuten Aussterbens in Bayern und Deutschland wirkungsvoll entgegentreten.“
Es ist ein gutes Zeichen, dass zum ersten Mal seit Jahren wieder spürbar mehr Luchse durch Deutschlands Wälder streifen und auch in Bayern die Zahl der Luchse gestiegen ist. Grund für eine Entwarnung ist es aber nicht: Mit nur 135 erwachsenen Luchsen, die v.a. auf drei größere, aber voneinander isolierte Bestände verteilt sind, ist der deutsche Luchsbestand trotz der positiven Tendenz weiterhin hochgradig gefährdet. Wegen der geringen Zahl von Tieren muss in allen Beständen mit genetischen Problemen gerechnet werden. Der Austausch zwischen den Beständen ist sehr gering. Denn Luchse tun sich schwer damit, größere Distanzen zu überbrücken. Besonders die etwas wanderfreudigeren Männchen bleiben oftmals allein. Zudem werden bei den Wanderungen viele Luchse auf Straßen überfahren.

Die drei bedeutenden Vorkommen im Bayerischen Wald, Harz und Pfälzer Wald sind durch Wiederansiedlungsprojekte etabliert worden. Das noch laufende Projekt im Pfälzerwald hat dazu beigetragen, dass sich die Gesamtzahl der Weibchen mit Nachwuchs in Deutschland innerhalb von zwei Jahren von 20 auf 32 erhöhet hat. Die Zahl der Jungtiere stieg in diesem Zeitraum von 43 auf 59.

In Bayern gab es 13 reproduzierende Weibchen und damit zwei mehr als im Vorjahr. Die Zahl der Jungtiere hat sich von 26 auf 27 erhöht. Die Gesamtzahl der Luchse ist von 47 im Vorjahr auf 71 deutlich gestiegen. Zusätzlich wurden noch 26 Tiere in Bayern nachgewiesen, die ihren Aufenthaltsschwerpunkt in Tschechien oder Österreich haben.

Die positive Entwicklung darf allerdings nicht darüber hinwegtäuschen, dass bis auf den Bayerischen Wald alle geeigneten Lebensräume Bayerns noch nicht oder viel zu dünn besiedelt sind und ohne Luchsnachwuchs blieben: Diese sind Spessart, Rhön, Frankenwald, Oberpfälzer Wald mit Steinwald, Fichtelgebirge, Bayerisch-Böhmisches Grenzgebirge sowie die bayerischen Alpen mit Anbindungsmöglichkeiten an Luchsvorkommen in den West- und Ostalpen.

Da die Etablierung von Luchsbeständen in diesen Lebensräumen durch abwandernde Tiere sehr unwahrscheinlich ist, fordert Mergner die Freisetzung von Luchsen in geeigneten Lebensräumen. Diese können dann als Trittsteine für die Vernetzung der Luchsbestände im Harz und im Bayerischen Wald dienen. Nur durch solch ein aktives Eingreifen könne das 2008 von der Bayerischen Staatsregierung im „Managementplan Luchs“ definierte Ziel einer „vitalen Luchspopulation, die alle geeigneten Lebensräume Bayerns besiedelt“ erreicht werden.


Quelle
BUND NATURSCHUTZ IN BAYERN E.V. (BN)
Dr.-Johann-Maier-Straße 4
93049 Regensburg
Tel. 09 41 / 2 97 20 0
Fax 09 41 / 2 97 20 30
info@bund-naturschutz.de
25.02.2021


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In der Aufnahme von Johannes Rother


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Auf dem Trockenen
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Auf dem Trockenen

26/27.02.2021

Klimakrise gefährdet Kranichkinder/ WWF fordert Schutz für Frühlingsboten

Berlin, 24.2.2021: Die Klimakrise stellt auch für den Nachwuchs von Kranichen eine Gefahr dar. Grund sind vor allem häufiger auftretende Trockenperioden. „In diesen Tagen konnten viele Menschen in Deutschland bereits die markanten Rufe der Kraniche über sich am Himmel hören.

Doch unsere Freude über die Rückkehr der Kraniche und den nahenden Frühling kann leider nicht ungetrübt sein, denn auch sie spüren die Folgen der Erderhitzung und des Insektensterbens“, sagt Albert Wotke vom WWF Deutschland.
Kraniche brüten in Feuchtgebieten und Mooren, zum Beispiel in den norddeutschen Seenlandschaften und der Uckermark. Normalerweise sind sie dort geschützt vor Fressfeinden wie Fuchs und Marderhund. Doch anhaltende Trockenperioden verursacht durch die Klimakrise sowie Umwandlungen von Flächen etwa für die Landwirtschaft lassen vormals nasse Gebiete schrumpfen, Beutegreifer haben so leichtes Spiel. Wenn Moore immer weiter schwinden und sich ihre Torfschicht zersetzt, werden wiederum klimaschädliche Gase freigesetzt, ein Teufelskreis.

Hinzu kommt: In den ersten Wochen nach dem Schlüpfen brauchen Kranichküken Insekten als besonders eiweißreiche Nahrung. Doch durch das Insektensterben – bedingt unter anderem durch den Pestizideinsatz in der Landwirtschaft – finden die Eltern immer weniger Nahrung für die Kleinen. So können immer weniger Kranich-Paare erfolgreich Junge aufziehen.*

„Wir müssen jetzt handeln, wenn wir die Erderhitzung stoppen wollen: Nur so sichern wir unsere Lebensgrundlagen sowie die Lebensgrundlagen zahlreicher Arten – etwa der Kraniche. Dafür müssen Klimaschutzpläne und -gesetze mit Leben gefüllt werden“, fordert Albert Wotke. Dazu gehört unter anderem der Ausbau sauberer Energie aus Wind und Sonne, eine Verkehrswende hin zu klimafreundlicher Mobilität und der zukunftsfähige Umbau von Industrie und Wirtschaft. Wotke appelliert außerdem daran, das vorhandene Wasser in der Landschaft zu halten, um die natürlichen Feuchtlebensräume und Kohlenstoffspeicher zu erhalten.


* So berichtet z.B. Kranichschutz Deutschland e.V. in seinem letzten Jahresjournal aus verschiedenen Landesgruppen, dass immer weniger Jungvögel festgestellt werden.

Hintergrund: Kranich

  • Insgesamt 15 Kranicharten gibt es weltweit. Die einzige in Europa vorkommende Art ist der Graue Kranich (Grus Grus). Der ist mit seiner Größe von bis zu 1,30 Meter der größte Vogel Deutschlands. Kraniche gehören zu den besten Langstreckenfliegern der Welt. Spitzenwerte von bis zu 65 Stundenkilometer und eine maximale Reisehöhe von bis zu 4.000 m erreichen die Vögel auf ihren Reisen zwischen ihren Saisonquartieren in Nord- und Südeuropa. Sie können an einem Tag weit über 1.000 Kilometer ohne Rast zurücklegen, fliegen aber meist nur wenige 100 Kilometer pro Tag. Mehr Informationen gibt es unter:
Hilfe für Seeadler und Kraniche
WWF-Artenlexikon: Grauer Kranich

Quelle
WWF
Stand: 24.02.2021

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In der Aufnahme von Jochen Herting


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NABU: Neue Anpassungsstrategie der EU
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NABU: Neue Anpassungsstrategie der EU – viele gute Ansätze, wenig Verbindlichkeit

Krüger: Ökosystembasierte Anpassung priorisiert angehen

26/27.02.2021
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Berlin/Brüssel – Die Europäische Kommission hat heute eine neue EU-Strategie zur Anpassung an den Klimawandel vorgelegt. Die Neuauflage war 2019 im Rahmen des European Green Deal angekündigt worden.

 
NABU-Präsident Jörg-Andreas Krüger kommentiert: „Nach drei Dürresommern und immer neuen Hitzerekorden war eine Revision der Anpassungsstrategie dringend geboten. Die überarbeitete Strategie ist ganzheitlicher aufgestellt und untermauert die Anpassungsziele des geplanten EU-Klimagesetzes.

Dass naturbasierte Ansätze wie die Renaturierung von Ökosystemen wie Feuchtgebieten hervorgehoben werden, die langfristig nicht nur kostengünstiger sind als technische Anpassungslösungen, sondern auch natürliche Kohlenstoffsenken und Artenvielfalt fördern, ist zu begrüßen. Eine wirkliche Verbindlichkeit, etwa zur Priorisierung solcher Maßnahmen, bleibt aber leider aus – die EU setzt stattdessen auf bessere Kommunikation und finanzielle Anreize.“
Während ein Schwerpunkt der ersten Anpassungsstrategie die Schließung von Wissenslücken war, steht dieses Mal das Handeln im Vordergrund. Dafür hat die EU unter anderem den Finanzrahmen für Klimaanpassung erweitert. Geldmittel sollen etwa mithilfe der neuen EU-Taxonomie und als Teil des Wiederaufbaus nach der Covid-19-Pandemie bereitgestellt werden. Eine Investition in präventive Anpassungsmaßnahmen könnte sich auszahlen, denn Untätigkeit käme die EU wohl teurer zu stehen: Die jährlichen Kosten aufgrund von Schäden durch klimabedingte Extreme wie Dürre, Hochwasser und Starkregen bewegen sich im zweistelligen Milliardenbereich, Tendenz steigend.
 
Besonders tückisch ist die Schwerfälligkeit des Klimasystems. Frauke Scholvin, NABU-Expertin für Klimaanpassung, erläutert: „Selbst, wenn wir auf einen Schlag alle Treibhausgasemissionen einstellen würden, ginge der Klimawandel zunächst weiter. Die Auswirkungen wären noch Jahrzehnte spürbar. Wir müssen also zweierlei tun: Drastisch unsere Emissionen senken und uns gleichzeitig auf die unausweichlichen Folgen der Klimakrise vorbereiten.“ Entscheidend für die rechtzeitige Bewältigung dieser Mammutaufgaben sei es, Synergien zwischen Klimaschutz und -anpassung mithilfe ökosystembasierter Ansätze zu nutzen. „Grüne Infrastruktur in Städten etwa senkt die Umgebungstemperatur, sorgt für bessere Luftqualität und unterstützt die urbane Artenvielfalt. Es liegt nun an den EU-Mitgliedstaaten, den Mehrwert naturbasierter Lösungen zu erkennen und auch ohne bindende Vorgaben entsprechende Maßnahmen umzusetzen,“ so Scholvin.


Für Rückfragen:

Frauke Scholvin, Team Energiepolitik und Klimaschutz, Mobil +49 (0)172-283 1432, E -Mail: Frauke.Scholvin@NABU.de


Quelle:
NABU-Pressestelle
Roland Panter | Julian Bethke | Britta Hennigs | Katrin Jetzlsperger | Silvia Teich
Tel. +49 (0)30.28 49 84-1510 | -1538 | -1722 | -1534 | -1588 Fax: +49 (0)30.28 49 84-2000 | E-Mail: presse@NABU.de

NABU-PRESSEMITTEILUNG | NR 17/21 | 24. FEBRUAR 2021
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Umwelt/Klima

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In der Aufnahme von Andreas Gehrig

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Kurz vorm Klimakollaps
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Kurz vorm Klimakollaps

25/26.02.2021

  • BMEL-Waldbericht offenbart desaströse Waldpolitik / WWF fordert Renaturierungsstrategie für den Wald

Berlin, 24.02.2021: Der deutsche Wald ist krank: Vier von fünf Bäumen haben lichte Kronen, noch nie sind so viele der überwachten Bäume abgestorben wie 2020. Das geht aus dem BMEL-Waldbericht hervor, den Bundeslandwirtschaftsministerin Julia Klöckner heute vorgestellt hat.

Die Naturschutzorganisation WWF nennt das vernichtende Ergebnis des Berichts ein „hausgemachtes Problem“. Dr. Susanne Winter Programmleiterin Wald beim WWF Deutschland kommentiert: „Seit Jahrzehnten wird der Wald primär als Holzlieferant genutzt, dadurch ist seine natürliche Widerstandskraft geschwächt. Das rächt sich jetzt. Wasserknappheit und Wetterextreme werden durch die Erderhitzung bei uns zum Dauerproblem und so steht der deutsche Wald kurz vorm Klimakollaps.

Der Waldzustandsbericht zeigt: Mit ihrer fehlgerichteten Waldpolitik fährt das Bundeslandwirtschaftsministerium den Wald gegen die Wand. Wir brauchen dringend einen Paradigmenwechsel hin zu naturnahen Wäldern.“ Um den Richtungswechsel in der Forstpolitik einzuleiten, fordert der WWF eine Renaturierungsstrategie für den Wald in Deutschland.

 „Die klimaresistenteren Wälder von morgen sind naturnahe Laubwälder“, sagt Winter. Naturnahe Wälder überstehen Dürreperioden besser, da sie mit weniger Regen auskommen. Denn mit einem Umbau von Nadelwäldern in naturnahe Laubmischwälder kann der Grundwasserspiegel angehoben werden. Laubbäume sorgen im Sommer außerdem mit ihrem dichten Laubdach für ein kühleres Waldklima. Das beugt auch Trockenheit und Waldbränden vor.

Auch Totholz ist Teil der Gesundungskur. Es nimmt bei Regen Feuchtigkeit wie ein Schwamm auf und gibt es bei Trockenheit nach und nach wieder ab. Dies kühlt zusätzlich. Entwässerungsgräben müssen für einen naturnahen Wald zurückgebaut werden, so der WWF.

Winter sagt: „Entwässerungsgräben sind ein Symbol für den Irrsinn des derzeitigen Waldmanagements, da sie dem sowieso schon zu trockenen Wald weiter Wasser entziehen. Sie müssen zurückgebaut werden, um den Grundwasserspiegel zu erhöhen und die natürlicheren Wasserkreisläufe wiederzubeleben. Die Bundesregierung sollte noch in dieser Legislaturperiode Vorschläge machen, wie Waldeigentümer in Deutschland bei der Renaturierung ihrer Wälder zielgerichtet unterstützt werden können.“

Hintergrund: Waldsterben in Deutschland

Laut dem Waldzustandsbericht sind vier von fünf Bäumen geschädigt. Besonders die giftige Kombination aus Stoffeinträgen aus der Landwirtschaft, ein waldschädliches Wildtiermanagement, Wetterextreme und eine zu intensive Forstwirtschaft machen den Wald krank.


Quelle
WWF
Stand: 24.02.2021


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In der Aufnahme von Artenschutz in Franken®
  • Seit Jahren kritisieren wir vom Artenschutz in Franken® den in unseren Augen katastrophalen Umgang mit den, nach eigenen Angaben als naturnah bewirtschafteten, beschriebenen Wirtschaftswäldern, gerade auch im Nördlichen und Oberen Steigerwald.
  •  Eine unsägliche Form der "Grabenpflege" ist nur ein Teil einer nach unserer Einschätzung vollkommen aus dem Ruder gelaufenen und keinesfalls mehr zeitgemäßen Waldbewirtschaftung, welche den Ansatz zur Erhaltung der Ökosysteme und damit der Biodiversität vollkommen zu verlieren scheint.



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Urinsekten im Steigerwald
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Urinsekten im Steigerwald

25/26.02.2021

Nördlicher / Oberer Steigerwald.
Obwohl der „naturnah“ bewirtschaftete Wald in unseren Augen immer mehr an seiner Urwüchsigkeit verliert und hin zu einem charakterarmen Wirtschaftsforst mutiert finden sich in ihm noch immer Relikte der Urzeit.

Dort wo die Grabensysteme den „grandiosen Pflegemaßnahmen“ entflohen sind oder sich zwischen den in unseren Augen unsäglichen Eingriffen wieder leicht erholen konnten … die nächste Pflege wartet bereits … finden wir nun nach der Schneeschmelze auch schwarze Schleier die sich auf der Gewässerüberfläche zeigen.
Auf den ersten Blick meint man fast einen Ölfilm vor sich zu haben ... doch bei näherem Hinsehen erkennen wir Myriaden an Kleinstlebewesen. Es handelt sich hierbei vielfach um den Schwarzen Wasserspringer (Podura aquatica)

Dieses Urzeittier ernährt sich vor allem von Bakterien und Algen die es auf der Wasseroberfläche findet. Die kleinen Minisechsbeiner sind so leicht das sie auf der Wasseroberfläche treiben können. Die Oberflächenspannung des Wassers verhindert das sie untergehen.

Überwintert haben die kleinen Tiere im Laub und den Totholzresten eines sich zunehmend als reizarm abbildenden Wirtschaftsforstes.


In der Aufnahme
  •  Schwarzen Wasserspringer (Podura aquatica) im Grabensystem
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Stummes Sterben unter Wasser

24/25.02.2021

  • WWF-Report: Ein Drittel aller Süßwasserfische vom Aussterben bedroht / WWF fordert freifließende Flüsse

Berlin, 23. Februar 2021: Ein neuer Bericht der Naturschutzorganisation WWF warnt vor dem weltweiten Fischsterben und seinen Folgen. Global ist ein Drittel aller Süßwasserfischarten vom Aussterben bedroht. 80 Spezies sind bereits ausgestorben, allein 16 davon im letzten Jahr. Insgesamt nimmt die Artenvielfalt in Flüssen und Seen weltweit doppelt so rasch ab wie jene in den Meeren oder Wäldern, schreibt der WWF gemeinsam mit 16 weiteren Organisationen in seinem Bericht.

WWF-Süßwasserexpertin Theresa Schiller kommentiert: „ Am schnellen Schwinden der Süßwasserfische sehen wir, wie schlecht es um ihre Lebensräume bestellt ist. In Flüssen, Seen und Feuchtgebieten zeigt sich das weltweite Artensterben wie unter einem Brennglas. Um den Abwärtstrend zu stoppen, müssen wir diese Lebensräume endlich naturnaher bewirtschaften, wo möglich renaturieren und die letzten frei fließenden Flüsse bewahren.“
Zu den Hauptursachen des Artenschwunds zählen Wasserkraftwerke und Staudämme, Wasserentnahmen für die Bewässerung und die Verschmutzung durch Industrie, Landwirtschaft und Haushalte. Dazu kommen die extremen Folgen der Klimakrise und der Überfischung. Besonders dramatisch ist die Situation der wandernden Süßwasserfischarten. Die untersuchten Bestände gingen laut dem Report seit 1970 weltweit um 76 Prozent zurück, jene großer Fischarten sogar um 94 Prozent.

Auch Deutschland ist besonders betroffen. Von den 103 heimischen Süßwasserfischarten auf der Roten Liste gelten aktuell nur 45 Prozent der bewerteten Arten als ungefährdet. Zehn Fischarten sind bei uns bereits ausgestorben – darunter Hausen, Rhein-Schnäpel sowie Baltischer und Altantischer Stör. Die fehlende Durchgängigkeit von Fließgewässern aufgrund von zahlreichen Wasserkraftwerken und weiteren Barrieren ist laut WWF ein Hauptgrund dafür, dass sich eingebrochene Fischbestände nicht dauerhaft erholen können. Eine WWF-Analyse zeigte kürzlich, dass in Bayern rein rechnerisch alle 500 Meter eine Barriere den Weg der Fische blockiert. WWF-Expertin Schiller sagt: „Nur naturnahe und freifließende Flüsse sind ein geeigneter Lebensraum für Süßwasserfische.“ Dazu fordert der WWF von der Bundesregierung den Rückbau von Querbauwerken voranzutreiben. Statt Kleinwasserkraftanlagen durch das Erneuerbare-Energien-Gesetz (EEG) auch noch zu fördern, sollte die Bundesregierung besser einen Rückbaufonds für diese Bauwerke aufsetzen. Damit kann Deutschland einen wichtigen Beitrag zur EU-Biodiversitätsstrategie leisten. Diese fordert bis 2030 EU-weit mindestens 25.000 km zusätzliche freie Fließstrecken zu schaffen.

Der WWF nennt im Report mehrere Beispiele besonders bedrohte Fischarten. Die Hilsa-Fischerei im indischen Ganges ist nach dem Bau der Farakka-Staustufe in den 1970er Jahren von einem Ertrag von 19 Tonnen Fisch auf nur noch eine Tonne pro Jahr eingebrochen. Wilderei für illegalen Kaviar ist ein Hauptgrund dafür, dass Störe zu den am stärksten bedrohten Tierfamilien der Welt gehören. Übermäßig hohe Fangquoten im Fluss Amur trugen zu einem katastrophalen Rückgang des größten Lachsbestandes Russlands bei. Im Sommer 2019 wurden keine Keta-Lachse in den Laichgebieten mehr gefunden. Verbauung, Wilderei und Überfischung schadet Fischen und Menschen. Denn Süßwasserfische sind Hauptproteinquelle für 200 Millionen Menschen weltweit.


Quelle

WWF
Stand: 23.02.2021


Für diese Information trägt ausnahmslos der/die Autor*in/Urheber*in die redaktionelle Verantwortung.Die kommunizierten Informationen geben ausnahmslos die Meinung des Verfassers, nicht eine Stellungnahme unserer Organisation wieder.

Artenschutz in Franken® - wir engagieren uns für die Erhaltung der Vielfalt in der Bundesrepublik Deutschland und darüber hinaus - im Sinne uns nachfolgender Generationen.

Aufnahme von Johannes Rother

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Artenschutz als Zeichen einer ethisch-moralischen Verpflichtung, diesem Anspruch gegenüber uns begleitenden Mitgeschöpfen und deren Lebens-räume, stellen wir uns seit nunmehr rund 25 Jahren mit zahlreichen Partnern tagtäglich auf vielfältiger Art aufs Neue.

In vollkommen ehrenamtlicher, wirtschaftlich- und politisch sowie konfessionell unabhängiger Form engagieren wir uns hier mit unseren vielen Mitgliedern in abertausenden von Stunden.

Trotz der auf Franken ausgerichteten Namensgebung bundesweit für die Erhaltung der Biodiversität, sowie für eine lebendige, pädagogisch hochwertige Umweltbildung.
In einer Dekade in der zunehmend Veränderungen, auch klimatischer Weise erkennbar werden, kommt nach unserem Dafürhalten der effektiven Erhaltung heimischer Artenvielfalt auch und gerade im Sinne einer auf-geklärten Gesellschaft eine heraus-ragende Bedeutung zu.

Der Artenschwund hat er-schreckende Ausmaße ange-nommen, welche den Eindruck der zunehmenden Leere für den aufmerksamen Betrachter deutlich erkennbar werden lässt. Eine ausge-storbene Art ist für nahezu alle Zeit verloren. Mit ihr verlieren wir eine hochwertige, einzigartige Ressource die sich den Umweltbedingungen seit meist Millionen von Jahren anpassen konnte.  

Wir sollten uns den Luxus nicht leisten dieser Artenreduktion untätig zuzusehen. Nur eine möglichst hohe genetische Artenvielfalt kann die Entstehung neuer Arten effektiv ansteuern.

Im Sinne uns nachfolgender Generationen, also unserer Kinder und unserer Enkelkinder, sollten wir uns gemeinsam dazu durchringen dem galoppierenden Artenschwund Paroli zu bieten.

Nur gemeinsam wird und kann es uns gelingen diesem sicherlich nicht leichtem Unterfangen erfolgreich zu begegnen. Ohne dies jedoch jemals versucht zu haben, werden wir nie erkennen ob wir dazu in der Lage sind oder waren.

Durchdachter Artenschutz ist in unseren Augen mehr als eine Ideologie.

Er beweist in eindrucksvoller Art die Verbundenheit
mit einer einzigartigen Heimat und deren sich darin befindlichen Lebensformen. Schöpfung lebendig bewahren, für uns ge-meinsam mehr als „nur“ ein Lippenbekenntnis.

Artenschutz ist für uns gleichfalls Lebensraumsicherung für den modernen Menschen.

Nur in einer intakten, vielfältigen Umwelt
wird auch der Mensch die Chance erhalten nachhaltig zu überdauern. Hierfür setzten wir uns täglich vollkommen ehrenamtlich und unabhängig im Sinne unserer Mit-geschöpfe, jedoch auch ganz bewusst im Sinne unserer Mitbürger und vor allem der uns nachfolgenden Generation von ganzem Herzen ein.

Artenschutz in Franken®
25. Jahre Artenschutz in Franken®
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25. Jahre Artenschutz in Franken® 

Am 01.03.2021 feiert unsere Organisation ein Vierteljahrhundert ehrenamlichen und vollkommen unabhängigen Artenschutz und erlebbare Umweltbildung.

Und auch nach 25 Jahren zeigt sich unser Engagement keineswegs als "überholt". Im Gegenteil es wird dringender gebraucht denn je.

Denn die immensen Herausforderungen gerade auf diesem Themenfeld werden unsere Gesellschaft zukünftig intensiv fordern!

Hinweis zum 15.jährigen Bestehen.

Aus besonderem Anlass und zum 15.jährigen Bestehen unserer Organisation ergänzten wir unsere namensgebende Bezeichnung.

Der Zusatz Artenschutz in Franken® wird den Ansprüchen eines modernen und zunehmend auch überregional agierenden Verbandes gerecht.

Vormals auf die Region des Steiger-waldes beschränkt setzt sich Artenschutz in Franken® nun vermehrt in ganz Deutschland und darüber hinaus ein.

Die Bezeichnung ändert sich, was Bestand haben wird ist weiterhin das ehrenamliche und unabhängige Engagement das wir  für die Belange des konkreten Artenschutzes, sowie einer lebendigen Umweltbildung in  einbringen.

Im Sinne uns nachfolgender Generationen!

Auf unserer Internetpräsenz möchten wir unser ehrenamtliches Engagement näher vorstellen.

Artenschutz in Franken®
Große Ressonanz
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Monatlich verfolgen durchschnittlich zwischen 90.000 - 120.000 Besucher das Engagement des Artenschutz in Franken® auf unseren Internetseiten.

Zwischen 500.000 - 700.000 Bewegungen ("Klicks") zeigen pro Monat die hohe Frequentierung unserer Internetpräsenz.

So erreichen wir alljährlich rund 1 Million Besucher und Besucherrinnen die hier fast 10 Millionen Bewegungen hinterlassen!

Wir möchten uns auf diesem Weg ganz herzlich bei Ihnen für das langjährige Vertrauen bedanken.

Artenschutz in Franken®
Notrufnummern ✆
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Um verletzten und / oder gefundenen Tieren schnellstmöglich helfen zu können haben wir einige Informationen für Sie hinterlegt:
Was tun beim Wildunfall
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Rechtliches §
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Immer wieder werden wir gefragt welche rechtlichen Grundlagen es innerhalb der Naturschutz- und Tierschutzgesetze es gibt.

Wir haben einige Infos zu diesem Thema hier verlinkt:
Zur Information
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  • Unsere Internetpräsenz wird klimafreundlich mit Öko-Strom aus regenerativen Energiequellen betrieben.
  • Wir sind bestrebt steht`s auf FSC®-zertifizierte Papiere zurückzugreifen.
  • Gleichfalls legen wir großen Wert darauf das dieses Papier Chlorfrei gebleicht ist.
Text ausklappbar...
Unser Engagement
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Mehr über unser Engagement finden Sie hier:
Die Artenschutz im Steigerwald/Artenschutz in Franken®- Nachhaltigkeits-vereinbarung
www.artenschutz-steigerwald.de/de/Ueber-Uns/1001349/AiF_-_Nachhaltigkeitsvereinbarung/

Über uns
www.artenschutz-steigerwald.de/de/Ueber-Uns/

Impressum/Satzung
www.artenschutz-steigerwald.de/de/Impressum/
Über den Steigerwald
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"Wer den Steigerwald jemals in seiner ganzen Vielfalt kennen lernen durfte, wird diese Region wahrlich lieben.

Wer in und mit dem "Steilen Wald" lebt, wird jenen auch zukünftig von ganzem Herzen zu bewahren suchen."

Artenschutz im Steigerwald
Nachgedacht
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Ein Gedicht zum Verlust der Biodiversität in unserem Land.

Artenschwund

In allen Medien tun sie es kund, bedenklich ist der Artenschwund.
Begonnen hat es schon sehr bald, durch Abholzung im Regenwald. Nicht nur um edle Hölzer zu gewinnen, man fing schließlich an zu „spinnen“. Durch Brandrodung ließ man es qualmen, und pflanzte dort dann nur noch Palmen.

Das fand die Industrie ganz prima, doch heute bejammern wir das Klima. Aber es betrifft nicht nur ferne Lande, auch bei uns ist es `ne Schande. Dass Wälder dem Profit zum Opfer fallen, dies schadet schließlich doch uns Allen. Ob Kahlschlag in Skandinavien, oder hier, die Dummen, das sind immer wir. Was unser Klima wirklich erhält, wurde zum großen Teil gefällt.

Es beginnt doch schon im Kleinen, an Straßen- und an Wegesrainen. Dort wird gemäht, ganz ohne Not, dies ist vieler Tiere Tod. Moderne Maschinen zu unserem Schrecken, lassen Schmetterlingsraupen
kläglich verrecken. Weil von den Raupen niemand profitiert, dies dann auch kaum Jemand interes-siert. Doch der Jammer ist schon groß; wo bleiben die Schmetterlinge bloß?

Auch unser Obst ist in Gefahr, denn die Bienen werden rar. Wir uns deshalb ernsthaft fragen, wer wird in Zukunft die Pollen übertragen. Eine
eingeschleppte Milbe ist der Bienen Tod und die Imker leiden Not. Dazu spritzt man noch Neonikotinoide und Glyphosat, damit man reiche Ernte hat. Das vergiftet nicht nur Tiere, sondern jetzt auch viele Biere. Glyphosat soll krebserregend sein, doch das kümmert hier kein Schwein.

Hauptsache es rollt weiterhin der Kiesel, denn man hat ja noch den Diesel. Der ist jetzt an Allem schuld und man gönnt ihm keine Huld. Elektrofahrzeuge sind die neue Devise, doch verhindern diese wirklich unsere Krise? Braunkohle und Atom, erzeugen zumeist unseren Strom. Wie nun jeder Bürger weiß, ist auch dieses Thema
heiß.

Gäbe es immerzu Sonnenschein, wäre Solarenergie fein. Aber da sind ja noch die Windanlagen, die hoch in den Himmel ragen. Wo sie dann an manchen Tagen, Vögel in der Luft erschlagen. Diese zogen erst von Süden fort, entkamen knapp dem Vogelmord. Nun hat es sie doch noch erwischt, nur werden sie hier nicht aufgetischt.

Wie haben die  Ortolane schön ge-sungen, nun liegen auf dem Teller ihre Zungen. War das schön, als sie noch lebten, bevor sie auf `ner Rute klebten. Immer weniger wird ihr Gesang, uns wird es langsam angst und bang .Gesetze wurden
zwar gemacht, sie werden jedoch zumeist belacht. Wenn Vögel brutzeln in Pfanne und Schüssel, wen interessiert da das „Geschwätz“ aus Brüssel.

Es gibt ein paar Leute, die sind vor Ort und stellen sich gegen den Vogelmord. Die wenigen, die es wagen, riskieren dabei Kopf und Kragen. Wenn sie beseitigen Ruten und Fallen, oder hindern Jäger, Vögel abzuknallen. Riesige Netze, so stellen wir fest, geben den Vögeln nun noch den Rest. Wir sollten dies schnellstens verhindern, sonst werden wir mit unseren Kindern, bald keinen Vogelsang mehr hören. So manchen würde das kaum stören, doch mit diesem Artenschwund, schlägt irgendwann auch unsere Stund`.



Quelle
Hubertus Zinnecker
Ein Frühsommer-Bild aus Schleswig-Holstein
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Ein Frühsommer-Bild aus Schleswig-Holstein

Juni 2019
 
Eine weite Grünlandniederung, vier riesige Mähmaschinen fahren nebeneinander mit rasanter Geschwindigkeit über ein Areal von einigen hundert Hektar Wiesen.

Wo gestern noch zahlreiche Feldvögel sangen und ihre Jungen fütterten, Wiesen- und Rohrweihen jagten, ein Sumpfohreulenpaar balzte und offensichtlich einen Brutplatz hatte, bietet sich heute ein Bild der Zerstörung. Kiebitze und Brachvögel rufen verzweifelt und haben ihre Gelege verloren.

Schafstelzen, Wiesenpieper und Feldlerchen hüpfen mit Würmern im Schnabel auf der Suche nach ihren längst zerstückelten Jungvögeln verzweifelt über den Boden.

Alles nichts Neues.

Das kennen wir ja. Das BNatSchG §44 erlaubt es ja schließlich gemäß der „guten fachliche Praxis“, streng geschützte Vogelarten zu töten - denn verboten ist es ja nur „ohne sinnvollen Grund“.

Aber was ist an dieser uns allen bekannten Situation anders als noch vor 10, 20 Jahren?

Die Mähmaschinen sind größer und stärker denn je, schneller denn je, mähen tiefer denn je, mähen in immer kürzeren Intervallen, mähen die Gräben bis tief in jede Grabenböschung mit ab.

Wie zum Hohn kommt nun noch ein weiterer Trecker und mäht alle Stauden der Wegesränder ab, scheinbar um das letzte verbliebene Wiesenpieper- oder Blaukehlchennnest dann auch noch zu erwischen.

23.00h: Es wird dunkel, es wird weiter gemäht. Ich denke an die Wiesenweihen, den gerade erschienenen Artikel aus der Zeitschrift dem Falken: " bei nächtlicher Mahd bleiben die adulten Weihen auf dem Nest sitzen und werden mit getötet“.

Wo ist unsere Landwirtschaft hingekommen, dass jetzt hier 4 Maschinen der neusten Generation parallel nebeneinander in rasendem Tempo mähen, dahinter wird schon gewendet und das Gras abtransportiert.

Nicht ein junger Vogel, nicht ein junger Hase hat hier die geringste Chance, noch zu entkommen.

Früher habe ich nach der Mahd noch junge Kiebitze und junge Hasen gesehen, die überlebt haben. Früher hat ein Bauer noch das Mähwerk angehoben, wenn er von oben ein Kiebitznest gesehen hat.

Hier ist nun nichts mehr, nur hunderte von Krähen und Möwen, die sich über das „Fastfood“ freuen (und nebenbei bemerkt damit einen äußerst wichtigen Beitrag zur Beseitigung von Clostridien leisten, welche die Silage verunreinigen und damit den Rinderbestand gefährden könnten - gedankt wird es den Krähen aber natürlich nicht)
 
Diese Entwicklung der Grünlandbewirtschaftung ist sehr besorgniserregend, nicht nur für den Vogel des Jahres, die Feldlerche. Das Wettrüsten der Landwirte ist verständlich aus deren wirtschaftlicher Sicht, aber eine ökologische Vollkatastrophe und das Ergebnis einer verfehlten Agrarpolitik.

Was ist denn der „sinnvolle Grund“, der diese Entwicklung überhaupt zulässt?

Dass die Milch und das Fleisch immer noch billiger werden, und dafür das letzte Stück Natur geschreddert wird? Ist das wirklich im Sinne der Allgemeinheit, denn es sind doch nicht nur wir Naturschützer*innen und Vogelkundler*innen, die sich über blühende Wiesen und singende Lerchen freuen.

Dieser massenhafte Vogelmord auf unserem Grünland (und natürlich Amphibien, Reptilien, Säugetiere, Insekten) wird immer aggressiver und ist vielen Menschen gar nicht bewusst.

Es müssen dringend Maßnahmen ergriffen werden, wie z.B. gesetzlich vorgeschriebene Randstreifen zu Gräben und Wegesrändern, Verbot nächtlicher Mahd, Begrenzung der Mahdhöhe- und Mahdgeschwindigkeit usw.

Ansonsten brauchen wir uns auch nicht über vogeljagende Mittelmeerländer aufzuregen - denn das was hier stattfindet ist letztendlich genauso zerstörerisch wie zum Spaß zur Flinte zu greifen.
 
Autorin
Natascha Gaedecke

Waldsterben 2.0 – Nein eine Chance zur Gestaltung naturnaher Wälder!
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Waldsterben 2.0 – Nein eine Chance zur Gestaltung naturnaher Wälder!

12.08.2019

Artenschutz in Franken® verfolgt seit geraumer Zeit die Diskussionen um den propagierten Niedergang des deutschen Waldes.

Als Ursache dieses Niedergangs wurde der/die Schuldige/n bereits ausgemacht. Der Klimawandel der die Bäume verdursten lässt und hie und da auch noch einige Großsäuger die unseren Wald „auffressen“. Diesen wird es vielerorts zugeschrieben, dass wir in wenigen Jahren wohl unseren Wald verlieren werden?!

Als Ursache für das infolge des Klimawandels erkennbare „Absterben“ unserer Wirtschaftswälder liegt jedoch vielmehr auch darin, dass wir unsere Wälder in den vergangenen Jahrhunderten ständig waldbaulich manipulierten und dieses auch heute noch sehr ausgeprägt und vielfach intensiver den je tun.

In dieser Zeitspanne haben wir in unserem Land nahezu alle unsere ursprünglich geformten Wälder verloren. Wir haben diesen Systemen seither ständig unsere menschliche Handschrift auferlegt um aufzuzeigen wie wir uns einen nachhaltig geformten Wirtschaftswald vorstellen. Und diesen selbstverständlich auch intensiv nutzen können.

Ohne große Rücksicht auf Pflanzen und Tiere welche in diesem Ökosystem leben.

Wir haben somit keinen Wald mehr vor Augen wie dieser von Natur aus gedacht war – wir haben einen Wald vor unseren Augen wie wir uns Menschen einen Wald vorstellen.


Somit „stirbt“ nun auch nicht der Wald, sondern lediglich der vom Menschen fehlgeformte Wald. 

Nun wird also fleißig darüber nachgedacht mit einem Millionenaufwand unseren Wald mit Aufforstungsprogrammen zu retten. Doch dieser Ansatz ist in unseren Augen eine weitere Verfehlung menschlichen Wirkens. Denn was hier zusammengepflanzt wird ist wieder kein sich natürlich entwickelter Wald der seine Dynamik sichtbar werden lassen kann. Nein es wird wieder ein vom Menschen manipulierter Wirtschaftswald entstehen der nur die Lebensformen in sich duldet die wir dieser Holzproduktionsfläche zugestehen.

Die Vielfalt der Arten wird hier auf immens großen Flächen abermals keine Rolle spielen.

Doch warum lassen wir es nicht einfach mal zu das wir dem Wald die Chance eröffnen uns zu zeigen wie Waldbau funktioniert und wie ein robuster Wald aussieht. „Dieser Wald“ wird uns in 50 – 70 Jahren zeigen welche Artenzusammensetzung für den jeweiligen Standort die richtige Mischung ist.

Es ist uns schon klar das bis dahin viele vom Menschen geschaffenen Wälder nicht mehr stehen werden denn sie werden tatsächlich „aufgefressen“.

Doch nicht vom Reh, welches Luchs und Wolf als Nahrungsgrundlage dringlich benötigen, wollen wir verhindern das diese sich an unseren Schafen & Co. bedienen, sondern von ganz kleinen Tieren. Der Borkenkäfer wird die Fläche für die nachfolgenden Naturwälder vorbereiten so wie wir es an mancher Stelle in Bayern sehr gut erkennen können.

Es bedarf somit in unseren Augen einem gesellschaftlichen Umdenken das endlich greifen muss.

Gerade im Sinne unserer Kinder und Enkelkinder welchen wir eine an Arten reiche Welt hinterlassen sollten.

Ein sehr interessanter Bericht zu diesem Thema findet sich hier
Artenschutz in Franken® informiert!
Bayern von massivem Klimawandel bedroht

01/02.03.2021


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Zum Logbuch   >
Projektübersicht des Artenschutz in Franken®
Tierfund-Kataster
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Das Tierfund-Kataster soll erstmals in Deutschland eine bundesweite Erfassung von Wildunfällen sowie anderen Totfunden ermöglichen.
Club300
Bild zum Eintrag (1001140-159)
Der Club300 Deutschland
ist eine Vereinigung, die passionierten Vogelbeobachtern eine Plattform bietet. Ziel ist es u. a., die zügige Weiterleitung von Informationen über das Auftreten seltener Vogelarten hierzulande zu verbessern.
Nationalpark Bayerischer-Wald
Nationale Naturlandschaften
Verein Jordsand
Online-Atlas Amphibien und Reptilien
Erster Online-Atlas der Amphibien und Reptilien für Deutschland:
http://www.feldherpetologie.de/atlas/
Lawinenwarnzentrale im Bayerischen Landesamt für Umwelt (LfU)
Bild zum Eintrag (1001694-159)

Lawinenwarnzentrale: Ab sofort wieder tägliche Lageberichte

Quelle
Bayerisches Landesamt für Umwelt
Pressestelle
Bürgermeister-Ulrich-Straße 160
86179 Augsburg