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Acker-Witwenblume / Wiesenskabiose (Knautia arvensis)
Bild zum Eintrag (1132856-160)
Die Acker-Witwenblume (Knautia arvensis)

  • Eine kleine Geschichte vom Feldrand

An einem warmen Sommertag, wenn die Felder in der Ferne flimmern und das Gras am Wegesrand leise raschelt, steht sie oft unauffällig zwischen Gräsern und Kräutern: die Acker-Witwenblume. Während Bienen und Schmetterlinge von Blüte zu Blüte ziehen, bietet sie ihnen verlässlich Nahrung. Generationen von Insekten haben hier Rast gemacht, ohne dass viele Menschen Notiz davon nahmen. Doch gerade diese stille Beständigkeit macht die Acker-Witwenblume zu einem besonderen Bestandteil unserer Kulturlandschaft.

Artbeschreibung

Die Acker-Witwenblume (Knautia arvensis) ist eine ausdauernde, krautige Pflanze aus der Familie der Geißblattgewächse. Sie erreicht meist Wuchshöhen zwischen 30 und 80 Zentimetern. Charakteristisch sind ihre hellvioletten bis bläulich-violetten Blütenköpfe, die aus vielen kleinen Einzelblüten bestehen und auf langen, schlanken Stängeln sitzen.

Die Blütezeit erstreckt sich in der Regel von Juni bis in den Herbst. Die tief eingeschnittenen Grundblätter bilden eine Rosette, während die Stängelblätter schmaler und weniger stark gelappt sind. Die Acker-Witwenblume bevorzugt sonnige Standorte mit nährstoffarmen bis mäßig nährstoffreichen Böden und ist typisch für Wiesen, Feldraine, Wegränder und extensiv genutztes Grünland.

Ökologisch ist die Art von großer Bedeutung: Sie dient zahlreichen Wildbienen, Schmetterlingen und anderen Insekten als wichtige Nahrungsquelle und trägt damit wesentlich zur Förderung der Artenvielfalt bei.

Perspektiven im Wandel von Lebensraum und Klima

In den letzten Jahrzehnten hat sich der Lebensraum der Acker-Witwenblume deutlich verändert. Intensive Landwirtschaft, häufige Mahd, der Verlust von Feldrainen sowie der steigende Nährstoffeintrag in Böden führen dazu, dass konkurrenzstarke Pflanzen zunehmen und lichtliebende Arten wie die Acker-Witwenblume zunehmend verdrängt werden.

Der Klimawandel bringt zusätzliche Herausforderungen mit sich. Längere Trockenperioden, veränderte Niederschlagsmuster und Extremwetterereignisse beeinflussen Wachstum und Blütezeit. Gleichzeitig besitzt die Acker-Witwenblume eine gewisse Anpassungsfähigkeit: Ihre tiefer reichenden Wurzeln helfen ihr, auch trockene Phasen zu überstehen, sofern geeignete Standorte erhalten bleiben.

Die Zukunft der Acker-Witwenblume hängt daher maßgeblich vom Erhalt und der Förderung strukturreicher, extensiv genutzter Lebensräume ab. Blühstreifen, artenreiche Wiesen und naturnahe Randbereiche können wichtige Rückzugsorte darstellen. Wo ihr Raum gegeben wird, bleibt die Acker-Witwenblume ein fester Bestandteil unserer Landschaft – und ein stiller Verbündeter im Kampf gegen den Rückgang der Insektenvielfalt.

In der Aufnahme von Dieter Zinßer
  • Blühende Acker-Witwenblume 
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