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Breitblättrige Lichtnelke (Silene latifolia)
Breitblättrige Lichtnelke (Silene latifolia)
Die Breitblättrige Lichtnelke (Silene latifolia)
In der Dämmerung eines warmen Sommerabends steht sie unscheinbar am Rand einer Wiese. Während das Licht langsam schwindet, beginnen ihre weißen Blüten zu leuchten – nicht grell, sondern sanft, fast zurückhaltend. Nachtfalter finden nun ihren Weg zu ihr, angelockt von Duft und Helligkeit. Die Breitblättrige Lichtnelke ist keine Pflanze, die um Aufmerksamkeit buhlt. Und doch erzählt sie, wenn man innehält, eine Geschichte von Anpassung, Durchhaltevermögen und stiller Präsenz in einer sich wandelnden Landschaft.
Artbeschreibung
Die Breitblättrige Lichtnelke (Silene latifolia) gehört zur Familie der Nelkengewächse (Caryophyllaceae). Sie ist eine ausdauernde, krautige Pflanze, die Wuchshöhen von etwa 30 bis 80 Zentimetern erreichen kann. Charakteristisch sind ihre gegenständig angeordneten, eiförmig bis breit-lanzettlichen Blätter, die der Art ihren deutschen Namen verleihen.
Besonders auffällig sind die weißen, meist nachts geöffneten Blüten. Sie sind fünfzählig aufgebaut und besitzen eine leicht eingeschnittene Kronblattstruktur. Die Pflanze ist zweihäusig, das heißt, männliche und weibliche Blüten wachsen auf getrennten Individuen – ein eher seltenes Merkmal unter heimischen Wildpflanzen. Die Blütezeit erstreckt sich in der Regel von Mai bis September.
Die Breitblättrige Lichtnelke besiedelt bevorzugt nährstoffreiche Standorte wie Wegränder, Böschungen, Feldraine, Brachen und extensiv genutzte Wiesen. Sie ist in weiten Teilen Europas verbreitet und wurde auch in andere Regionen eingeführt.
Perspektive im Zeichen von Lebensraumveränderung und Klimawandel
Die Zukunft der Breitblättrigen Lichtnelke ist eng mit der Entwicklung unserer Kulturlandschaften verknüpft. Intensivierung der Landwirtschaft, häufige Mahd, der Verlust von Feldrainen sowie zunehmende Versiegelung reduzieren vielerorts geeignete Lebensräume. Gleichzeitig verändern steigende Temperaturen und veränderte Niederschlagsmuster die Standortbedingungen.
Als vergleichsweise anpassungsfähige Art kann Silene latifolia zwar kurzfristig von wärmeren Bedingungen profitieren und neue Gebiete erschließen. Langfristig jedoch hängt ihr Fortbestand davon ab, ob strukturreiche Landschaften mit offenen, wenig gestörten Bereichen erhalten bleiben. Besonders die Abhängigkeit von nachtaktiven Bestäubern macht sie sensibel gegenüber Lichtverschmutzung und dem Rückgang von Insektenpopulationen.
Die Breitblättrige Lichtnelke steht damit exemplarisch für viele unscheinbare Wildpflanzen: Sie ist noch verbreitet, aber nicht selbstverständlich. Ihr Erhalt ist ein stiller Indikator dafür, wie vielfältig und lebendig unsere Landschaften auch in Zukunft sein können.
In der Aufnahme von Dieter Zinßer
In der Dämmerung eines warmen Sommerabends steht sie unscheinbar am Rand einer Wiese. Während das Licht langsam schwindet, beginnen ihre weißen Blüten zu leuchten – nicht grell, sondern sanft, fast zurückhaltend. Nachtfalter finden nun ihren Weg zu ihr, angelockt von Duft und Helligkeit. Die Breitblättrige Lichtnelke ist keine Pflanze, die um Aufmerksamkeit buhlt. Und doch erzählt sie, wenn man innehält, eine Geschichte von Anpassung, Durchhaltevermögen und stiller Präsenz in einer sich wandelnden Landschaft.
Artbeschreibung
Die Breitblättrige Lichtnelke (Silene latifolia) gehört zur Familie der Nelkengewächse (Caryophyllaceae). Sie ist eine ausdauernde, krautige Pflanze, die Wuchshöhen von etwa 30 bis 80 Zentimetern erreichen kann. Charakteristisch sind ihre gegenständig angeordneten, eiförmig bis breit-lanzettlichen Blätter, die der Art ihren deutschen Namen verleihen.
Besonders auffällig sind die weißen, meist nachts geöffneten Blüten. Sie sind fünfzählig aufgebaut und besitzen eine leicht eingeschnittene Kronblattstruktur. Die Pflanze ist zweihäusig, das heißt, männliche und weibliche Blüten wachsen auf getrennten Individuen – ein eher seltenes Merkmal unter heimischen Wildpflanzen. Die Blütezeit erstreckt sich in der Regel von Mai bis September.
Die Breitblättrige Lichtnelke besiedelt bevorzugt nährstoffreiche Standorte wie Wegränder, Böschungen, Feldraine, Brachen und extensiv genutzte Wiesen. Sie ist in weiten Teilen Europas verbreitet und wurde auch in andere Regionen eingeführt.
Perspektive im Zeichen von Lebensraumveränderung und Klimawandel
Die Zukunft der Breitblättrigen Lichtnelke ist eng mit der Entwicklung unserer Kulturlandschaften verknüpft. Intensivierung der Landwirtschaft, häufige Mahd, der Verlust von Feldrainen sowie zunehmende Versiegelung reduzieren vielerorts geeignete Lebensräume. Gleichzeitig verändern steigende Temperaturen und veränderte Niederschlagsmuster die Standortbedingungen.
Als vergleichsweise anpassungsfähige Art kann Silene latifolia zwar kurzfristig von wärmeren Bedingungen profitieren und neue Gebiete erschließen. Langfristig jedoch hängt ihr Fortbestand davon ab, ob strukturreiche Landschaften mit offenen, wenig gestörten Bereichen erhalten bleiben. Besonders die Abhängigkeit von nachtaktiven Bestäubern macht sie sensibel gegenüber Lichtverschmutzung und dem Rückgang von Insektenpopulationen.
Die Breitblättrige Lichtnelke steht damit exemplarisch für viele unscheinbare Wildpflanzen: Sie ist noch verbreitet, aber nicht selbstverständlich. Ihr Erhalt ist ein stiller Indikator dafür, wie vielfältig und lebendig unsere Landschaften auch in Zukunft sein können.
In der Aufnahme von Dieter Zinßer
- Weiß leuchtende Blüten der Breitblättrigen Lichtnelke in der Abenddämmerung
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