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Kronen-Lichtnelke (Lychnis coronaria)
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Die Kronen-Lichtnelke (Lychnis coronaria)

Zwischen alten Natursteinmauern, wo sich Wärme sammelt und der Boden trocken bleibt, fällt sie sofort ins Auge. Ihre leuchtend purpurfarbenen Blüten stehen im starken Kontrast zu den silbrig schimmernden Blättern. Während andere Pflanzen unter der Hitze des Sommers leiden, scheint die Kronen-Lichtnelke genau hier ihren Platz gefunden zu haben. Sie wirkt wie ein Überbleibsel aus vergangenen Zeiten – standhaft, eigenwillig und mit einer Präsenz, die selbst in kargen Landschaften nicht zu übersehen ist.

Artbeschreibung

Die Kronen-Lichtnelke (Lychnis coronaria) ist eine mehrjährige, krautige Pflanze aus der Familie der Nelkengewächse (Caryophyllaceae). Sie erreicht meist Wuchshöhen von 40 bis 90 Zentimetern. Besonders charakteristisch sind die dicht behaarten, graugrünen bis silbrigen Blätter, die der Pflanze ein fast samtiges Erscheinungsbild verleihen.

Die auffälligen Blüten sind meist kräftig purpur- bis karminrot gefärbt, seltener auch rosa oder weiß. Sie bestehen aus fünf leicht eingekerbten Kronblättern und erscheinen in lockeren Blütenständen von Juni bis August. Die Kronen-Lichtnelke bevorzugt sonnige, warme Standorte mit durchlässigen, eher trockenen Böden. Ursprünglich stammt sie aus dem südöstlichen Europa, ist heute jedoch in vielen Regionen als Zier- und Verwilderungspflanze anzutreffen.

Dank ihrer Trockenheitsverträglichkeit und Anspruchslosigkeit wird Lychnis coronaria häufig in naturnahen Gärten, an Böschungen oder auf ruderalen Flächen beobachtet.

Perspektive im Zeichen von Lebensraumveränderung und Klimawandel

Die Kronen-Lichtnelke gehört zu den Arten, die von bestimmten Aspekten des Klimawandels profitieren könnten. Steigende Temperaturen, längere Trockenperioden und vermehrt offene, wärmebegünstigte Standorte kommen ihren ökologischen Ansprüchen entgegen. In urbanen Räumen, auf Brachflächen oder entlang von Wegrändern findet sie zunehmend geeignete Lebensbedingungen.

Gleichzeitig verändern sich jedoch auch ihre Lebensräume. Versiegelung, intensive Pflege von Grünflächen und der Rückgang strukturreicher Übergangszonen können ihre Ausbreitung begrenzen. Als licht- und wärmeliebende Art ist sie auf offene Flächen angewiesen, die nicht dauerhaft beschattet oder stark gedüngt werden.

In einer sich wandelnden Umwelt steht die Kronen-Lichtnelke sinnbildlich für robuste Pflanzenarten, die neue Nischen besetzen können – vorausgesetzt, es bleibt Raum für naturnahe, wenig regulierte Lebensräume. Ihr Vorkommen kann damit als Zeichen für eine vielfältige, dynamische Landschaft gelesen werden, in der auch ungewöhnliche und farbenfrohe Arten ihren Platz finden.

In der Aufnahme von Dieter Zinßer
  • Lychnis coronaria in voller Sommerblüte