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Jasminblütiger Nachtschatten (Solanum jasminoides)
Bild zum Eintrag (1135439-160)
Der Jasminblütige Nachtschatten (Solanum jasminoides)

An einer alten Hauswand rankt sich eine Pflanze dem Licht entgegen. Ihre Triebe folgen den Rissen im Mauerwerk, als hätten sie sich den Weg gemerkt. Zwischen grauem Stein öffnen sich im Sommer zahlreiche weiße Blüten, zart und sternförmig, fast wie aus einem südlichen Garten. Der Jasminblütige Nachtschatten bringt ein Stück Wärme in kühle Ecken – unaufdringlich, aber beharrlich, und immer auf der Suche nach Halt.

Artbeschreibung

Der Jasminblütige Nachtschatten (Solanum jasminoides) ist eine mehrjährige, immergrüne bis halbimmergrüne Kletterpflanze aus der Familie der Nachtschattengewächse (Solanaceae). Ursprünglich stammt er aus Südamerika, wird jedoch in Mitteleuropa seit vielen Jahren als Zierpflanze kultiviert. Mit Hilfe seiner langen, biegsamen Triebe kann er mehrere Meter Höhe erreichen, sofern ihm eine Kletterhilfe zur Verfügung steht.

Die schmalen, meist lanzettlichen Blätter sind dunkelgrün und ganzrandig. Besonders charakteristisch sind die zahlreichen weißen bis leicht bläulich überhauchten Blüten, die in lockeren Rispen erscheinen. Ihre Form erinnert an Jasminblüten, was der Pflanze ihren deutschen Namen eingebracht hat. Die Blütezeit erstreckt sich häufig vom Frühsommer bis in den Herbst hinein. In milden Lagen können sich kleine, dunkle Beeren bilden, die – wie bei vielen Nachtschattenarten – giftig sind.

Der Jasminblütige Nachtschatten bevorzugt sonnige bis halbschattige Standorte mit geschützter Lage und wird häufig an Fassaden, Pergolen oder Zäunen gepflanzt.

Perspektive im Zeichen von Lebensraumveränderung und Klimawandel

Im Zuge des Klimawandels verändern sich auch die Bedingungen für den Jasminblütigen Nachtschatten. Mildere Winter und längere Vegetationsperioden begünstigen seine Ausbreitung in Regionen, in denen er früher nur mit Winterschutz überlebte. In städtischen Räumen, die durch Wärmeinseln geprägt sind, findet er zunehmend geeignete Standorte.

Gleichzeitig stellen längere Trockenphasen und extreme Wetterereignisse neue Herausforderungen dar. Obwohl die Art relativ robust ist, reagiert sie empfindlich auf anhaltende Staunässe ebenso wie auf extreme Hitze ohne ausreichende Wasserversorgung. In naturnahen Lebensräumen spielt sie bislang nur eine untergeordnete Rolle, könnte jedoch künftig häufiger verwildert auftreten.

Seine weitere Entwicklung hängt davon ab, wie sich Klima, Stadtbegrünung und Gartenkultur verändern. Als wärmeliebende Kletterpflanze könnte der Jasminblütige Nachtschatten künftig noch stärker das Bild begrünter Fassaden prägen und damit einen kleinen Beitrag zur Anpassung an den Klimawandel leisten.

In der Aufnahme von Dieter Zinßer
  • Weiße, sternförmige Blüten des Jasminblütigen Nachtschattens in voller Blüte.