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Igelstäubling oder Igelbovist (Lycoperdon echinatum)
Igelstäubling oder Igelbovist (Lycoperdon echinatum)
Der Igelstäubling oder Igelbovist (Lycoperdon echinatum)
Nach einem warmen Sommerregen liegt der Waldboden noch feucht und duftet nach Laub und Erde. Zwischen Moos und herabgefallenen Ästen ragt ein kleines, rundes Gebilde hervor – übersät mit weichen, dunklen Stacheln. Wer genauer hinschaut, entdeckt keinen Seeigel des Waldes, sondern einen Pilz. Vorsichtig berührt, gibt er bei Reife eine feine Staubwolke frei. Der Igelstäubling zeigt sich nur dem aufmerksamen Blick – unscheinbar und doch faszinierend.
Artbeschreibung: Der Igelstäubling oder Igelbovist (Lycoperdon echinatum)
Der Igelstäubling oder Igelbovist (Lycoperdon echinatum) ist ein Vertreter der Stäublinge innerhalb der Bauchpilze. Er wächst vor allem in Laub- und Mischwäldern, bevorzugt auf kalkhaltigen Böden, und erscheint meist vom Sommer bis in den Herbst hinein.
Typisch für diese Art ist die kugelige bis birnenförmige Fruchtkörperform mit einer Größe von etwa 3 bis 7 Zentimetern. Die Oberfläche ist dicht mit auffälligen, gebogenen, zunächst dunklen Stacheln besetzt, die an kleine Igelstacheln erinnern – daher der deutsche Name. Mit zunehmendem Alter können diese Stacheln teilweise abfallen.
Im Inneren befindet sich zunächst festes, weißes Fleisch. Mit der Reife verfärbt sich dieses oliv- bis braun und zerfällt schließlich zu einem feinen Sporenpulver. Bei Druck oder Erschütterung entweichen die Sporen in einer kleinen Staubwolke durch eine Öffnung an der Oberseite – ein typisches Merkmal vieler Stäublinge.
Der Igelstäubling lebt saprobiontisch, das heißt, er ernährt sich von abgestorbenem organischem Material und trägt damit wesentlich zum Abbau von Laub und zur Nährstoffrückführung im Wald bei.
!Wichtiger Hinweis zur Bestimmung!
Wir geben auf unserer Internetpräsenz keinerlei Bestimmungsgarantien oder Verzehrempfehlungen. Alle hier dargestellten Informationen dienen ausschließlich der allgemeinen Wissensvermittlung. Zur sicheren Bestimmung von Pilzen ist ausnahmslos eine professionelle Beratungsstelle (z. B. geprüfte Pilzsachverständige oder offizielle Pilzberatungsstellen) aufzusuchen. Eine eigenständige Bestimmung anhand von Fotos oder Textbeschreibungen kann zu gefährlichen Verwechslungen führen.
Perspektive des Igelstäublings im Wandel von Lebensraum und Klima
Der Igelstäubling ist an bestimmte Standortbedingungen gebunden. Veränderungen im Waldökosystem wirken sich daher unmittelbar auf sein Vorkommen aus.
Lebensraumveränderung:
Die Umwandlung naturnaher Wälder in monotone Forstbestände, Bodenverdichtung durch schwere Maschinen sowie der Verlust von Laub- und Mischwäldern können geeignete Standorte verringern. Da der Pilz auf abgestorbenes organisches Material angewiesen ist, spielt auch die Menge an Totholz und Laub eine wichtige Rolle. Eine intensive „Aufräumwirtschaft“ im Wald kann seine Lebensgrundlage einschränken.
Klimawandel:
Veränderte Niederschlagsmuster und längere Trockenperioden beeinflussen das Pilzwachstum stark. Pilze reagieren empfindlich auf Feuchtigkeit und Temperatur. Längere Hitze- und Dürrephasen können das Myzel im Boden schwächen oder Fruchtkörperbildung verhindern.
Andererseits können mildere Temperaturen in bestimmten Regionen eine Ausbreitung in bislang kühlere Gebiete ermöglichen – vorausgesetzt, geeignete Boden- und Waldstrukturen sind vorhanden.
Langfristig hängt die Zukunft des Igelstäublings von naturnah bewirtschafteten Wäldern, ausreichender Bodenfeuchte und einem funktionierenden Ökosystem mit reichlich organischem Material ab.
In der Aufnahme von Dieter Zinßer
Nach einem warmen Sommerregen liegt der Waldboden noch feucht und duftet nach Laub und Erde. Zwischen Moos und herabgefallenen Ästen ragt ein kleines, rundes Gebilde hervor – übersät mit weichen, dunklen Stacheln. Wer genauer hinschaut, entdeckt keinen Seeigel des Waldes, sondern einen Pilz. Vorsichtig berührt, gibt er bei Reife eine feine Staubwolke frei. Der Igelstäubling zeigt sich nur dem aufmerksamen Blick – unscheinbar und doch faszinierend.
Artbeschreibung: Der Igelstäubling oder Igelbovist (Lycoperdon echinatum)
Der Igelstäubling oder Igelbovist (Lycoperdon echinatum) ist ein Vertreter der Stäublinge innerhalb der Bauchpilze. Er wächst vor allem in Laub- und Mischwäldern, bevorzugt auf kalkhaltigen Böden, und erscheint meist vom Sommer bis in den Herbst hinein.
Typisch für diese Art ist die kugelige bis birnenförmige Fruchtkörperform mit einer Größe von etwa 3 bis 7 Zentimetern. Die Oberfläche ist dicht mit auffälligen, gebogenen, zunächst dunklen Stacheln besetzt, die an kleine Igelstacheln erinnern – daher der deutsche Name. Mit zunehmendem Alter können diese Stacheln teilweise abfallen.
Im Inneren befindet sich zunächst festes, weißes Fleisch. Mit der Reife verfärbt sich dieses oliv- bis braun und zerfällt schließlich zu einem feinen Sporenpulver. Bei Druck oder Erschütterung entweichen die Sporen in einer kleinen Staubwolke durch eine Öffnung an der Oberseite – ein typisches Merkmal vieler Stäublinge.
Der Igelstäubling lebt saprobiontisch, das heißt, er ernährt sich von abgestorbenem organischem Material und trägt damit wesentlich zum Abbau von Laub und zur Nährstoffrückführung im Wald bei.
!Wichtiger Hinweis zur Bestimmung!
Wir geben auf unserer Internetpräsenz keinerlei Bestimmungsgarantien oder Verzehrempfehlungen. Alle hier dargestellten Informationen dienen ausschließlich der allgemeinen Wissensvermittlung. Zur sicheren Bestimmung von Pilzen ist ausnahmslos eine professionelle Beratungsstelle (z. B. geprüfte Pilzsachverständige oder offizielle Pilzberatungsstellen) aufzusuchen. Eine eigenständige Bestimmung anhand von Fotos oder Textbeschreibungen kann zu gefährlichen Verwechslungen führen.
Perspektive des Igelstäublings im Wandel von Lebensraum und Klima
Der Igelstäubling ist an bestimmte Standortbedingungen gebunden. Veränderungen im Waldökosystem wirken sich daher unmittelbar auf sein Vorkommen aus.
Lebensraumveränderung:
Die Umwandlung naturnaher Wälder in monotone Forstbestände, Bodenverdichtung durch schwere Maschinen sowie der Verlust von Laub- und Mischwäldern können geeignete Standorte verringern. Da der Pilz auf abgestorbenes organisches Material angewiesen ist, spielt auch die Menge an Totholz und Laub eine wichtige Rolle. Eine intensive „Aufräumwirtschaft“ im Wald kann seine Lebensgrundlage einschränken.
Klimawandel:
Veränderte Niederschlagsmuster und längere Trockenperioden beeinflussen das Pilzwachstum stark. Pilze reagieren empfindlich auf Feuchtigkeit und Temperatur. Längere Hitze- und Dürrephasen können das Myzel im Boden schwächen oder Fruchtkörperbildung verhindern.
Andererseits können mildere Temperaturen in bestimmten Regionen eine Ausbreitung in bislang kühlere Gebiete ermöglichen – vorausgesetzt, geeignete Boden- und Waldstrukturen sind vorhanden.
Langfristig hängt die Zukunft des Igelstäublings von naturnah bewirtschafteten Wäldern, ausreichender Bodenfeuchte und einem funktionierenden Ökosystem mit reichlich organischem Material ab.
In der Aufnahme von Dieter Zinßer
- Igelstäubling zwischen Moos und herabgefallenem Laub.















