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Schwarze Schlupfwespe (Pimpla rufipes)
Schwarze Schlupfwespe (Pimpla rufipes)
Die Schwarze Schlupfwespe (Pimpla rufipes)
Im Halbschatten eines alten Waldrandes, dort wo totes Holz liegen darf und die Rinde langsam aufspringt, bewegt sich etwas Unscheinbares. Kein Summen, kein auffälliger Flug. Die Schwarze Schlupfwespe tastet mit ruhigen, präzisen Schritten über die Oberfläche eines Baumstamms. Für das menschliche Auge ist sie leicht zu übersehen – schwarz glänzend, schlank, mit auffallend rötlichen Beinen. Doch in diesem Moment entscheidet sie über Leben und Tod.
Mit ihren feinen Antennen liest sie Spuren, die andere Wesen längst übersehen würden. Unter der Rinde verbirgt sich eine Puppenkammer eines Schmetterlings. Die Schlupfwespe verharrt, setzt ihren Legebohrer an und handelt instinktiv richtig. Ein leiser Eingriff in das große Geflecht des Waldes – nicht grausam, sondern notwendig. So hält sie das Gleichgewicht, seit Jahrtausenden, unbemerkt und effizient.
Artbeschreibung
Die Schwarze Schlupfwespe (Pimpla rufipes) gehört zur Familie der Ichneumonidae, einer artenreichen Gruppe parasitischer Wespen. Sie erreicht eine Körperlänge von etwa 10 bis 15 Millimetern. Charakteristisch ist ihr überwiegend schwarzer Körper mit deutlich rötlich gefärbten Beinen, die ihr den deutschen Namen gegeben haben. Die Flügel sind leicht bräunlich getönt, der Körper schlank und glänzend.
Pimpla rufipes ist ein Parasitoid: Die Weibchen legen ihre Eier gezielt in die Puppen bestimmter Nachtfalterarten, häufig von Schädlingen in Wäldern oder Gärten. Die sich entwickelnde Larve ernährt sich von ihrem Wirt und reguliert so auf natürliche Weise dessen Population. Erwachsene Schlupfwespen ernähren sich überwiegend von Nektar, Honigtau oder Baumsäften.
Die Art ist in weiten Teilen Europas verbreitet und besiedelt Wälder, Waldränder, Gärten und strukturreiche Kulturlandschaften. Voraussetzung ist das Vorhandensein geeigneter Wirtsarten und ausreichend Rückzugsräume wie Totholz, alte Bäume oder ungestörte Saumstrukturen.
Perspektive im Wandel von Lebensraum und Klima
Die Zukunft der Schwarzen Schlupfwespe ist eng mit der Strukturvielfalt ihrer Lebensräume verknüpft. Intensive Forstwirtschaft, der Verlust von Totholz und die Vereinheitlichung von Landschaften reduzieren geeignete Entwicklungsorte sowohl für die Schlupfwespe als auch für ihre Wirtsarten. Wo alte Bäume fehlen und abgestorbenes Holz entfernt wird, verschwinden die unscheinbaren Schauplätze ihres Lebenszyklus.
Der Klimawandel wirkt zusätzlich als Verstärker dieser Entwicklung. Verschobene Vegetationszeiten können dazu führen, dass das zeitliche Zusammenspiel zwischen Schlupfwespe und Wirt aus dem Gleichgewicht gerät. Höhere Temperaturen begünstigen zwar teilweise die Entwicklung einzelner Generationen, erhöhen aber auch das Risiko von Trockenstress, Extremwetterereignissen und dem Verlust von Nahrungsquellen wie blühenden Pflanzen.
Gleichzeitig zeigt Pimpla rufipes eine gewisse Anpassungsfähigkeit. In naturnahen Gärten, strukturreichen Wäldern und extensiv bewirtschafteten Landschaften kann sie weiterhin stabile Populationen aufbauen. Ihr Fortbestand hängt daher weniger von spektakulären Schutzmaßnahmen ab als von vielen kleinen Entscheidungen: Totholz liegen lassen, Vielfalt zulassen, Lebensräume vernetzen.
Als stille Regulatorin erinnert die Schwarze Schlupfwespe daran, dass funktionierende Ökosysteme oft von jenen getragen werden, die kaum jemand wahrnimmt.
In der Aufnahme von Bernhard Schmalisch
Im Halbschatten eines alten Waldrandes, dort wo totes Holz liegen darf und die Rinde langsam aufspringt, bewegt sich etwas Unscheinbares. Kein Summen, kein auffälliger Flug. Die Schwarze Schlupfwespe tastet mit ruhigen, präzisen Schritten über die Oberfläche eines Baumstamms. Für das menschliche Auge ist sie leicht zu übersehen – schwarz glänzend, schlank, mit auffallend rötlichen Beinen. Doch in diesem Moment entscheidet sie über Leben und Tod.
Mit ihren feinen Antennen liest sie Spuren, die andere Wesen längst übersehen würden. Unter der Rinde verbirgt sich eine Puppenkammer eines Schmetterlings. Die Schlupfwespe verharrt, setzt ihren Legebohrer an und handelt instinktiv richtig. Ein leiser Eingriff in das große Geflecht des Waldes – nicht grausam, sondern notwendig. So hält sie das Gleichgewicht, seit Jahrtausenden, unbemerkt und effizient.
Artbeschreibung
Die Schwarze Schlupfwespe (Pimpla rufipes) gehört zur Familie der Ichneumonidae, einer artenreichen Gruppe parasitischer Wespen. Sie erreicht eine Körperlänge von etwa 10 bis 15 Millimetern. Charakteristisch ist ihr überwiegend schwarzer Körper mit deutlich rötlich gefärbten Beinen, die ihr den deutschen Namen gegeben haben. Die Flügel sind leicht bräunlich getönt, der Körper schlank und glänzend.
Pimpla rufipes ist ein Parasitoid: Die Weibchen legen ihre Eier gezielt in die Puppen bestimmter Nachtfalterarten, häufig von Schädlingen in Wäldern oder Gärten. Die sich entwickelnde Larve ernährt sich von ihrem Wirt und reguliert so auf natürliche Weise dessen Population. Erwachsene Schlupfwespen ernähren sich überwiegend von Nektar, Honigtau oder Baumsäften.
Die Art ist in weiten Teilen Europas verbreitet und besiedelt Wälder, Waldränder, Gärten und strukturreiche Kulturlandschaften. Voraussetzung ist das Vorhandensein geeigneter Wirtsarten und ausreichend Rückzugsräume wie Totholz, alte Bäume oder ungestörte Saumstrukturen.
Perspektive im Wandel von Lebensraum und Klima
Die Zukunft der Schwarzen Schlupfwespe ist eng mit der Strukturvielfalt ihrer Lebensräume verknüpft. Intensive Forstwirtschaft, der Verlust von Totholz und die Vereinheitlichung von Landschaften reduzieren geeignete Entwicklungsorte sowohl für die Schlupfwespe als auch für ihre Wirtsarten. Wo alte Bäume fehlen und abgestorbenes Holz entfernt wird, verschwinden die unscheinbaren Schauplätze ihres Lebenszyklus.
Der Klimawandel wirkt zusätzlich als Verstärker dieser Entwicklung. Verschobene Vegetationszeiten können dazu führen, dass das zeitliche Zusammenspiel zwischen Schlupfwespe und Wirt aus dem Gleichgewicht gerät. Höhere Temperaturen begünstigen zwar teilweise die Entwicklung einzelner Generationen, erhöhen aber auch das Risiko von Trockenstress, Extremwetterereignissen und dem Verlust von Nahrungsquellen wie blühenden Pflanzen.
Gleichzeitig zeigt Pimpla rufipes eine gewisse Anpassungsfähigkeit. In naturnahen Gärten, strukturreichen Wäldern und extensiv bewirtschafteten Landschaften kann sie weiterhin stabile Populationen aufbauen. Ihr Fortbestand hängt daher weniger von spektakulären Schutzmaßnahmen ab als von vielen kleinen Entscheidungen: Totholz liegen lassen, Vielfalt zulassen, Lebensräume vernetzen.
Als stille Regulatorin erinnert die Schwarze Schlupfwespe daran, dass funktionierende Ökosysteme oft von jenen getragen werden, die kaum jemand wahrnimmt.
In der Aufnahme von Bernhard Schmalisch
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