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Kleiner Wollschweber (Bombylius minor)
Bild zum Eintrag (1132623-160)
Der Kleine Wollschweber

  • Ein kleiner Schatten im Frühlingslicht – eine Kurzgeschichte

An einem warmen Frühlingstag schwebt etwas Kleines über einer sonnigen Böschung. Es bleibt in der Luft stehen, fast wie ein winziger Kolibri. Seine Flügel summen so schnell, dass man sie kaum erkennen kann. Für einen Moment berührt es mit seinem langen Rüssel eine Blüte – dann ist es schon wieder weg.

Niemand bemerkt den kleinen Wollschweber bewusst. Doch ohne ihn wäre der Frühling ein bisschen ärmer. Denn während er scheinbar spielerisch durch die Luft tanzt, erfüllt er eine wichtige Aufgabe im Kreislauf der Natur.

Artbeschreibung: Der Kleine Wollschweber (Bombylius minor)


Der Kleine Wollschweber (Bombylius minor) gehört zur Familie der Wollschweber (Bombyliidae). Auf den ersten Blick wirkt er wie eine Mischung aus Fliege, Biene und Schmetterling. Sein rundlicher Körper ist dicht behaart und meist braun bis grau gefärbt, was ihm hilft, sich in der Umgebung zu tarnen.

Typisch für den Kleinen Wollschweber ist sein langer, dünner Saugrüssel, mit dem er Nektar aus Blüten aufnimmt. Dabei schwebt er oft in der Luft, ohne sich auf der Pflanze niederzulassen. Dieses Verhalten macht ihn leicht erkennbar.

Er ist vor allem im Frühjahr zu beobachten, häufig an sonnigen Waldrändern, offenen Böschungen, Trockenrasen oder naturnahen Gärten. Als Bestäuber spielt er eine wichtige Rolle für frühe Blütenpflanzen.

Die Larven des Kleinen Wollschwebers entwickeln sich auf besondere Weise: Sie leben als Parasiten in den Nestern anderer Insekten, meist von Wildbienen. Dieses Verhalten gehört zur natürlichen Vielfalt der Insektenwelt und ist Teil eines komplexen ökologischen Gleichgewichts.

Lebensraumveränderung und Klimawandel – eine unsichere Zukunft

Der Kleine Wollschweber ist an warme, strukturreiche Lebensräume angepasst. Doch genau diese verschwinden zunehmend. Versiegelte Flächen, intensive Landwirtschaft, aufgeräumte Gärten und der Einsatz von Pestiziden verringern das Angebot an Blüten und geeigneten Entwicklungsorten.

Auch der Klimawandel beeinflusst sein Leben. Frühere oder unregelmäßige Wärmephasen können dazu führen, dass der Wollschweber schlüpft, bevor ausreichend Blüten vorhanden sind. Längere Trockenzeiten verändern Pflanzenbestände und damit auch die Nahrungsgrundlage.

Als eher unauffälliges Insekt steht der Kleine Wollschweber selten im Fokus des Naturschutzes. Doch sein Rückgang ist ein Hinweis darauf, dass sich unsere Landschaften verändern. Wo Wollschweber fehlen, fehlen oft auch viele andere Insektenarten.

Naturnahe Gärten, blütenreiche Wiesen, der Verzicht auf Giftstoffe und das Zulassen wilder Ecken können helfen, Lebensräume zu erhalten – nicht nur für den Kleinen Wollschweber, sondern für die gesamte Insektenwelt.

In der Aufnahme von Dieter Zinßer
  • Wollschweber fliegend - seitlich rechts an Traubenhyazinthe.
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