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Gemeine Binsenjungfer (Lestes sponsa)
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Die Gemeine Binsenjungfer (Lestes sponsa)

  • Eine leise Begegnung am Sommerteich

Es ist ein warmer Spätsommertag. Das Wasser eines kleinen Teiches liegt fast regungslos zwischen Binsen und Seggen. Ein leises Rascheln im Schilf, dann ein kurzer metallischer Schimmer im Sonnenlicht: Für einen Moment scheint die Zeit stillzustehen. Auf einem Halm, nur wenige Zentimeter über der Wasseroberfläche, sitzt eine zierliche Libelle mit halb geöffneten Flügeln. Sie ruht, beobachtet, wartet. Die Gemeine Binsenjungfer ist kein auffälliger Jäger der Lüfte – sie ist eine stille Begleiterin der sommerlichen Feuchtgebiete, oft übersehen, aber unverzichtbar für das Gleichgewicht ihres Lebensraums.

Artbeschreibung der Gemeinen Binsenjungfer (Lestes sponsa)

Die Gemeine Binsenjungfer gehört zur Familie der Teichjungfern (Lestidae) und ist eine eher schlanke, mittelgroße Libellenart. Ausgewachsene Tiere erreichen eine Körperlänge von etwa 35 bis 40 Millimetern. Charakteristisch ist ihre Ruhehaltung: Anders als viele andere Kleinlibellen klappt sie ihre Flügel nicht vollständig zusammen, sondern hält sie leicht abgespreizt.

Männchen zeigen zur Fortpflanzungszeit eine metallisch grünlich schimmernde Körperfärbung mit bläulicher Bereifung, während Weibchen meist etwas matter und bräunlicher erscheinen. Die Augen stehen seitlich am Kopf und ermöglichen ein weites Blickfeld, was für die Jagd auf kleine Insekten von Vorteil ist.

Die Art bevorzugt stehende oder langsam verlandende Gewässer wie Teiche, Tümpel, Gräben und Moorgewässer. Wichtig sind dabei eine gut ausgeprägte Ufervegetation und flache Wasserzonen. Die Larven entwickeln sich im Wasser und benötigen mehrere Monate bis zum Schlupf. Die Flugzeit der erwachsenen Tiere reicht in Mitteleuropa meist von Juli bis September.

Zukunftsperspektive im Wandel von Lebensraum und Klima

Die Gemeine Binsenjungfer gilt derzeit noch als vergleichsweise häufig, doch auch sie bleibt von den Veränderungen unserer Landschaft nicht unberührt. Die zunehmende Trockenlegung von Feuchtgebieten, der Verlust naturnaher Kleingewässer und eine intensive landwirtschaftliche Nutzung führen dazu, dass geeignete Lebensräume seltener werden oder vollständig verschwinden.

Der Klimawandel verstärkt diese Entwicklung. Längere Trockenperioden können dazu führen, dass Laichgewässer bereits austrocknen, bevor sich die Larven vollständig entwickelt haben. Gleichzeitig begünstigen milde Winter und warme Sommer zwar eine längere Flugzeit, bringen jedoch auch neue ökologische Unsicherheiten mit sich, etwa veränderte Räuber-Beute-Beziehungen oder das Vordringen südlicher Arten.

Langfristig hängt die Zukunft der Gemeinen Binsenjungfer davon ab, ob es gelingt, strukturreiche Feuchtlebensräume zu erhalten und neu zu schaffen. Schon kleine, naturnahe Teiche können wertvolle Rückzugsorte darstellen. Als stille Zeigerart macht die Gemeine Binsenjungfer deutlich, wie eng die Vielfalt der Insekten mit dem Zustand unserer Landschaft verknüpft ist.


In der Aufnahme von Dieter Zinßer
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