Sie alle engagieren sich gemeinsam mit Artenschutz in Franken® für eine intakte Umwelt
ARTENSCHUTZ IN FRANKEN®

Im Sinne uns nachfolgender Generationen
Ausgezeichnet

Home

Über Uns

Aktuelles

Der Steigerwald

Diverses

Pflanzen

Projekte

Publikationen

Tiere

Umweltbildung

Webcams
Seite:
1
|
2
Gemeine Winterlibelle (Sympecma fusca)
Bild zum Eintrag (1137083-160)
Die Gemeine Winterlibelle (Sympecma fusca)

  • Ein Erwachen im frühen Frühling

An einem sonnigen Märzmorgen, wenn die Luft noch kühl ist und die ersten Pflanzen zaghaft austreiben, regt sich in einem dichten Büschel aus trockenem Gras etwas. Zwischen den Halmen sitzt eine schmale, bräunliche Libelle, die den Winter erstaunlicherweise lebend überstanden hat. Langsam öffnet sie ihre Flügel und lässt sich von den ersten warmen Sonnenstrahlen aufwärmen. Noch wirkt sie unbeweglich, doch bald wird sie wieder über Teiche und Gräben gleiten. Es ist die Gemeine Winterlibelle (Sympecma fusca) – eine Libellenart mit einer ganz besonderen Fähigkeit: Sie verbringt den Winter als erwachsenes Tier.

Artbeschreibung

Die Gemeine Winterlibelle gehört zur Familie der Schlanklibellen (Lestidae) und ist in großen Teilen Europas verbreitet. Sie bewohnt vor allem stehende oder langsam fließende Gewässer wie Teiche, Weiher, Gräben und Altarme von Flüssen.

Typisch für diese Art sind mehrere Merkmale:

Aussehen:

Die Libelle ist schlank gebaut und etwa 35 bis 40 Millimeter lang. Ihre Färbung reicht von hellbraun bis bronzefarben, wodurch sie hervorragend zwischen trockenen Pflanzenstängeln getarnt ist.

Flügelhaltung:
Anders als viele andere Libellen legt sie ihre Flügel im Sitzen eng am Körper an. Dadurch erinnert sie eher an einen dünnen Pflanzenstängel als an ein Insekt.

Überwinterung:
Eine Besonderheit der Art ist ihre Überwinterungsstrategie. Während die meisten Libellen den Winter als Ei oder Larve verbringen, überdauert die Gemeine Winterlibelle als ausgewachsenes Tier. Sie versteckt sich dazu in Grasbüscheln, Schilf oder Gebüsch.

Im Frühjahr beginnen die Tiere früh mit der Fortpflanzung. Die Eier werden in Pflanzenstängel im Wasser gelegt. Aus ihnen schlüpfen Larven, die sich im Wasser entwickeln, bevor sie sich später zu flugfähigen Libellen verwandeln.

Lebensraumveränderung und Klimawandel

Die Gemeine Winterlibelle ist auf strukturreiche Gewässer mit dichter Vegetation angewiesen. Besonders wichtig sind Bereiche mit Röhricht, Schilf und flachen Uferzonen.

Durch Veränderungen der Landschaft gehen solche Lebensräume jedoch vielerorts zurück. Gewässer werden begradigt, Uferbereiche intensiv gepflegt oder Feuchtgebiete trockengelegt. Dadurch verschwinden wichtige Brut- und Rückzugsorte.

Der Klimawandel wirkt zusätzlich auf diese empfindlichen Lebensräume ein. Längere Trockenperioden können dazu führen, dass kleine Gewässer austrocknen oder Wasserstände stark schwanken. Gleichzeitig können milde Winter zwar kurzfristig Vorteile für überwinternde Tiere bringen, doch extreme Wetterereignisse wie starke Stürme oder Frostperioden können ebenfalls Risiken darstellen.

Die zukünftige Entwicklung der Art hängt deshalb stark davon ab, wie stabil und vielfältig ihre Lebensräume bleiben.

Bedrohung durch den Menschen

Die größte Gefahr für die Gemeine Winterlibelle entsteht durch menschliche Eingriffe in Gewässer und Landschaften.

Wichtige Faktoren sind unter anderem:

  • Zerstörung von Feuchtgebieten durch Bebauung oder Entwässerung

  • Intensive Gewässerpflege, bei der Ufervegetation vollständig entfernt wird

  • Verschmutzung von Gewässern durch Nährstoffe oder Schadstoffe

  • Verlust von Überwinterungsplätzen durch das Entfernen von Vegetation im Winterhalbjahr

Da die Libelle sowohl Wasser- als auch Landlebensräume benötigt, ist sie besonders auf ein funktionierendes Zusammenspiel beider Lebensräume angewiesen.

Perspektive für die Zukunft

Trotz dieser Herausforderungen kann die Gemeine Winterlibelle in vielen Regionen weiterhin stabile Populationen bilden – vorausgesetzt, geeignete Lebensräume bleiben erhalten.

Wichtige Maßnahmen zum Schutz der Art sind:

  • Erhalt natürlicher Gewässer mit vielfältiger Ufervegetation

  • Schutz von Feuchtgebieten und kleinen Teichen

  • naturnahe Pflege von Uferbereichen

  • Vermeidung von Schadstoffeinträgen in Gewässer

Wenn Gewässerlandschaften naturnah gestaltet werden, profitieren davon nicht nur Libellen, sondern auch zahlreiche andere Tier- und Pflanzenarten.

In der Aufnahme von Willibald Lang

  • Die Gemeine Winterlibelle ist neben der Sibirischen Winterlibelle (Sympecma paedisca) die einzige Libellenart in Europa, die nicht als Ei oder Larve überwintert.Die Art überwintert als ausgewachsene Libelle. Dafür benötigt sie windgeschützte Plätze an Waldrändern sowie Lichtungen oder Brachflächen.Körperlänge etwa 35,0 – 40,0 mm.
Gut im Lebensraum getarnt - die Gemeine Winterlibelle
Bild zum Eintrag (1137084-160)
In der Aufnahme von Günter Neuberger
  • Die Gemeine Winterlibelle – eine Libelle, die den Winter überlebt
Gemeine Winterlibelle
Bild zum Eintrag (1137086-160)
In der Aufnahme von  Albert Meier

  • Eine besonders Wärmeliebende Libellenart ist die, zu den Kleinlibellen zu rechnende Gemeine Winterlibelle.Sie erreicht eine Körperlänge von etwa 40 mm und eine Spannweite von bis zu 51mm. Bevorzugter Lebensraum sind Altwässer, mit eingestreuten Pflanzengürteln. Auf Grund ihrer guten Camouflage ist die Gemeine Winterlibelle in ihrem natürlichen Lebensraum kaum zu erfassen.

Hervorzuheben ist die sehr kurz „gepackte“ Repro, die innerhalb von drei bis dreieinhalb Monaten abgeschlossen ist.Kurze Zeit später wird der Weg zu ihren Überwinterungslebensräumen aufgenommen, die nicht unbedingt am wasserreichen Geburtsort liegen.
Seite:
1
|
2