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Wasserläufer (Gerridae)
Bild zum Eintrag (1135972-160)
Die Wasserläufer – Akrobaten der Wasseroberfläche

Ein windstiller Sommertag am Dorfteich. Libellen schwirren über dem Wasser, Schilfhalme wiegen sich sanft. Plötzlich ziehen feine, kreisförmige Wellenlinien über die spiegelglatte Oberfläche. Wie schwerelos gleiten kleine, langbeinige Insekten über das Wasser, stoßen sich ab, drehen, stoppen abrupt – ohne jemals einzusinken.

Für einen Moment scheint es, als hätten sie die Gesetze der Physik überlistet. Doch was wie Magie wirkt, ist das perfekte Zusammenspiel von Körperbau und Oberflächenspannung: Es sind Wasserläufer.

Artbeschreibung der Wasserläufer

Die Wasserläufer gehören zur Familie Gerridae innerhalb der Ordnung der Wanzen (Heteroptera). Weltweit existieren mehrere hundert Arten, die vor allem auf stehenden oder langsam fließenden Gewässern zu finden sind.

Merkmale

  • Körperlänge meist zwischen 5 und 20 mm
  • Schlanker, länglicher Körper
  • Sechs Beine, davon die mittleren besonders lang und kräftig
  • Dichte, wasserabweisende Behaarung an Beinen und Körper
  • Dunkle bis graubraune Färbung

Die besondere Fähigkeit, auf der Wasseroberfläche zu laufen, verdanken sie der Oberflächenspannung des Wassers und ihren fein behaarten, hydrophoben (wasserabweisenden) Beinen. Das Gewicht verteilt sich so, dass sie nicht einsinken.

Lebensraum

Wasserläufer leben vor allem auf:

  • Teichen und Weihern
  • Seen
  • Langsam fließenden Bächen
  • Ruhigen Flussabschnitten
  • Teilweise auch in Brackwasserbereichen

Sie halten sich direkt auf der Wasseroberfläche auf und nutzen diese als Lebens- und Jagdraum.

Ernährung

Wasserläufer sind "Räuber". Sie ernähren sich hauptsächlich von:

  • Insekten, die ins Wasser gefallen sind
  • Kleinen Wasserinsekten
  • Mückenlarven

Bewegungen auf der Wasseroberfläche nehmen sie über feinste Schwingungen wahr. Sobald sich Beute bemerkbar macht, gleiten sie blitzschnell darauf zu.

Fortpflanzung

Die Eiablage erfolgt meist an Wasserpflanzen oder festen Strukturen im Wasser. Die Jungtiere ähneln den erwachsenen Tieren, sind jedoch kleiner und durchlaufen mehrere Entwicklungsstadien (Nymphenstadien), bevor sie ausgewachsen sind.

Perspektiven im Zeichen von Lebensraumveränderung und Klimawandel

Die Wasserläufer sind eng an intakte Gewässer gebunden. Veränderungen ihrer Umwelt wirken sich daher unmittelbar auf ihre Bestände aus.

Auswirkungen der Lebensraumveränderung

  • Gewässerverschmutzung beeinträchtigt die Wasseroberfläche und Nahrungsverfügbarkeit.
  • Uferbefestigungen zerstören natürliche Lebensräume.
  • Entwässerung und Verlandung reduzieren geeignete Habitate.
  • Pestizide können Insektenpopulationen und damit die Nahrungsgrundlage verringern.
  • Naturnahe Uferzonen und eine gute Wasserqualität sind entscheidend für stabile Populationen.

Klimawandel – Chancen und Risiken

Der Klimawandel beeinflusst Gewässerökosysteme stark:

Mögliche Auswirkungen:

  • Längere Trockenperioden können Kleingewässer austrocknen.
  • Steigende Temperaturen verändern Sauerstoffgehalt und Artenzusammensetzung.
  • Extreme Wetterereignisse wie Starkregen können Lebensräume kurzfristig zerstören.
  • Gleichzeitig könnten mildere Temperaturen in nördlicheren Regionen eine Ausbreitung einzelner Arten begünstigen.

Zukunftsausblick

Die Zukunft der Wasserläufer hängt eng mit dem Zustand unserer Gewässer zusammen. Schutzmaßnahmen wie:

  • Renaturierung von Uferbereichen
  • Reduktion von Schadstoffeinträgen
  • Erhalt kleiner Stillgewässer
  • Förderung artenreicher Gewässerrandstreifen

tragen dazu bei, dass diese faszinierenden Oberflächenbewohner auch künftig über unsere Teiche und Seen gleiten.



In der Aufnahme von Klaus Sanwald 
  • Beutegreifer auf der Wasserfläche - Hochempfindliche Vibrationssinnesorgane ,die sich in den Beinen befinden, befähigen den Wasserläufer seine Beute zu orten. Er ernährt sich "räuberisch" von Insekten die ins Wasser gefallen sind.