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Hausdornfinger / Mildes Dornfinger - Cheiracanthium mildei
Bild zum Eintrag (1136114-160)
Der Hausdornfinger (Cheiracanthium mildei)

An einem warmen Sommerabend steht das Fenster gekippt. Die Luft ist mild, und das Licht der untergehenden Sonne taucht den Raum in ein weiches Orange. Unbemerkt klettert eine schlanke, hell gefärbte Spinne am Fensterrahmen entlang. Sie sucht keinen Menschenkontakt – nur Schutz und vielleicht ein paar Insekten, die vom Licht angezogen werden. Mit ruhigen Bewegungen verschwindet sie in einer kleinen Gespinströhre. Der Hausdornfinger ist ein stiller Mitbewohner unserer Siedlungen – meist unbemerkt, oft missverstanden.

Artbeschreibung: Der Hausdornfinger (Cheiracanthium mildei)

Der Hausdornfinger (Cheiracanthium mildei) gehört zur Familie der Dornfingerspinnen (Cheiracanthiidae). Ursprünglich stammt die Art aus wärmeren Regionen Europas und des Mittelmeerraums, hat sich jedoch in den vergangenen Jahrzehnten weiter nach Norden ausgebreitet.

Mit einer Körperlänge von etwa 7 bis 10 Millimetern (Weibchen etwas größer als Männchen) ist der Hausdornfinger mittelgroß. Charakteristisch ist seine gelblich-helle bis beige Grundfärbung. Der Vorderkörper wirkt etwas dunkler, die Beine sind schlank und relativ lang. Typisch sind die kräftigen, nach vorne gerichteten Kieferklauen (Cheliceren), die der Gattung ihren Namen geben.

Im Gegensatz zu vielen anderen Spinnen baut der Hausdornfinger kein klassisches Radnetz. Stattdessen lebt er als aktiver Jäger. Tagsüber hält er sich häufig in einem selbst gesponnenen, röhrenartigen Rückzugsort auf – etwa in Ecken, hinter Bildern, in Rollladenkästen oder in dichter Vegetation. Nachts geht er auf Beutefang und erbeutet kleine Insekten.

Der Biss des Hausdornfingers kann für den Menschen schmerzhaft sein, ist jedoch in der Regel medizinisch unproblematisch. Die Art gilt nicht als gefährlich, auch wenn einzelne Begegnungen zu Verunsicherung führen können.

Perspektive des Hausdornfingers im Wandel von Lebensraum und Klima

Die Ausbreitung des Hausdornfingers wird häufig im Zusammenhang mit klimatischen Veränderungen diskutiert.

Lebensraumveränderung

Die zunehmende Urbanisierung schafft neue Lebensräume für wärmeliebende Arten. Gebäude bieten geschützte Strukturen mit vergleichsweise stabilen Temperaturen. Fassaden, Gärten und Innenräume können Ersatzhabitate darstellen, insbesondere dort, wo natürliche Lebensräume durch Bebauung oder intensive Landwirtschaft zurückgehen.

Gleichzeitig führen strukturärmere Landschaften im ländlichen Raum zu einer Verschiebung von Lebensräumen in Richtung Siedlungsbereiche. Der Hausdornfinger profitiert teilweise von dieser Entwicklung, da er anpassungsfähig ist und sowohl im Freiland als auch in Gebäuden leben kann.

Klimawandel

Steigende Durchschnittstemperaturen und mildere Winter begünstigen die Ausbreitung wärmeliebender Arten nach Norden. Der Hausdornfinger gilt als Beispiel für eine Art, die von diesen klimatischen Veränderungen profitieren kann.

Längere warme Perioden können die Fortpflanzungsbedingungen verbessern und die Überlebensrate erhöhen. Gleichzeitig bleibt die Art auf ein ausreichendes Nahrungsangebot und geeignete Rückzugsorte angewiesen.

Die zunehmende Präsenz in Siedlungsräumen führt jedoch auch zu mehr Begegnungen mit Menschen. Eine sachliche Aufklärung über Biologie und Verhalten der Art ist daher wichtig, um unbegründete Ängste abzubauen.

Langfristig zeigt der Hausdornfinger, wie flexibel manche Arten auf Umweltveränderungen reagieren können. Während viele spezialisierte Arten unter Lebensraumverlust und Klimastress leiden, gelingt es anpassungsfähigen Arten, neue ökologische Nischen zu erschließen.

In der Aufnahme von Helga und Hubertus Zinnecker

  • Hausdornfinger in dichter Vegetation als natürlicher Lebensraum.
Mildes Dornfinger - Cheiracanthium mildei
Bild zum Eintrag (1136115-160)
In der Aufnahme von Helga und Hubertus Zinnecker
  •     Hausdornfinger in dichter Vegetation als natürlicher Lebensraum.
Mildes Dornfinger - Cheiracanthium mildei
Bild zum Eintrag (1136116-160)
In der Aufnahme von Helga und Hubertus Zinnecker
  •   Hausdornfinger in einem naturnahen Garten zwischen Gräsern.
Mildes Dornfinger - Cheiracanthium mildei
Bild zum Eintrag (1136117-160)
In der Aufnahme von Helga und Hubertus Zinnecker
  •       Hausdornfinger in einem naturnahen Garten zwischen Gräsern.