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Klimawandel und Biodiversität – eine wachsende Herausforderung
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Klimawandel und Biodiversität – eine wachsende Herausforderung

Längere Hitzeperioden, ausbleibende Niederschläge und immer häufiger auftretende Wetterextreme stellen Natur und Umwelt vor große Herausforderungen. Wenn Temperaturen über längere Zeit deutlich über 30 Grad Celsius liegen, geraten viele Tier- und Pflanzenarten an die Grenzen ihrer Anpassungsfähigkeit.

Besonders betroffen sind Arten, die auf kühle, feuchte oder strukturreiche Lebensräume angewiesen sind. Trocknen Gewässer aus, verdorren Wiesen oder fehlen schattige Rückzugsräume, verschärft sich der Überlebenskampf für zahlreiche Tiere und Pflanzen erheblich. Gleichzeitig werden Lebensräume vielerorts immer stärker vereinfacht und verlieren ihre ökologische Vielfalt.

Eine intensiv genutzte Landwirtschaft, strukturarme Forstflächen, die Versiegelung von Böden sowie naturferne Gärten tragen zusätzlich dazu bei, dass Rückzugsräume für Tiere und Pflanzen seltener werden. Wo einst Hecken, Blühflächen, Feuchtstellen oder alte Bäume Lebensraum boten, finden viele Arten heute nur noch wenige geeignete Bedingungen vor.

Der Klimawandel und der Verlust der biologischen Vielfalt stehen dabei in engem Zusammenhang. Intakte Ökosysteme helfen, die Folgen von Hitze, Trockenheit und Starkregen abzumildern. Gleichzeitig benötigen viele Arten vielfältige und miteinander vernetzte Lebensräume, um sich an veränderte Umweltbedingungen anpassen zu können.

Viele wissenschaftliche Untersuchungen gehen davon aus, dass sich die Durchschnittstemperaturen in Mitteleuropa in den kommenden Jahrzehnten weiter erhöhen werden. Hitzewellen könnten häufiger, länger und intensiver auftreten, während Trockenperioden in manchen Regionen zunehmen. Für zahlreiche Tier- und Pflanzenarten bedeutet dies zusätzlichen Anpassungsdruck. Arten mit engen Lebensraumansprüchen oder geringer Ausbreitungsfähigkeit könnten weiter zurückgehen, während wärmeliebende Arten zunehmend neue Gebiete besiedeln. Ohne wirksame Gegenmaßnahmen ist daher zu erwarten, dass die biologische Vielfalt vielerorts weiter abnimmt und sich die Zusammensetzung unserer heimischen Tier- und Pflanzenwelt spürbar verändert.

Besorgniserregend ist dabei, dass die Themen Klimawandel und Biodiversitätsverlust noch immer nicht von allen Menschen als zentrale Zukunftsaufgaben wahrgenommen werden. Die Gründe hierfür sind vielfältig und reichen von fehlenden Informationen über andere persönliche Prioritäten bis hin zu der Annahme, die Folgen würden erst weit in der Zukunft sichtbar werden. Tatsächlich sind viele Veränderungen bereits heute erkennbar – in ausgetrockneten Gewässern, zunehmenden Hitzetagen, dem Rückgang zahlreicher Insektenarten oder dem Verschwinden ehemals häufiger Pflanzen und Tiere.

Dabei betrifft diese Entwicklung nicht nur die Natur. Die Entscheidungen der heutigen Generation werden die Lebensbedingungen der kommenden Jahrzehnte maßgeblich prägen. Viele Menschen, die den Folgen des Klimawandels und des Biodiversitätsverlustes vielleicht noch vergleichsweise begrenzt begegnen werden, haben Kinder, Enkelkinder oder nachfolgende Generationen in ihrer Familie. Diese werden voraussichtlich deutlich stärker mit den Auswirkungen konfrontiert sein und mit den Folgen heutiger Entscheidungen leben müssen.

Gerade deshalb kommt dem Schutz der biologischen Vielfalt eine besondere Bedeutung zu. Naturnahe Lebensräume, artenreiche Wälder, Hecken, Streuobstwiesen, Feuchtgebiete und blütenreiche Gärten sind nicht nur Rückzugsräume für Tiere und Pflanzen. Sie leisten zugleich einen wichtigen Beitrag zur Anpassung an die Folgen des Klimawandels und erhöhen die Widerstandsfähigkeit unserer Landschaften.

Die Herausforderungen sind groß, doch zahlreiche Beispiele zeigen, dass gezielte Naturschutzmaßnahmen Lebensräume verbessern und die Widerstandskraft unserer Natur stärken können. Der Schutz der Biodiversität ist damit nicht nur eine Investition in die Natur von heute, sondern auch in die Lebensqualität und Zukunftschancen kommender Generationen.

In der Aufnahme von Dieter Eichstädt 
  • Rotbauchunke ... der Klimawandel bringt weitere Herausforderungen für die Deutschland vom Aussterben bedrohte Rotbauunke.