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Aujeszkysche Krankheit (Pseudowut)
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Aujeszkysche Krankheit (Pseudowut)

  • Eine wenig bekannte, aber bedeutende Tierkrankheit

Die Aujeszkysche Krankheit, auch als Pseudowut bezeichnet, gehört zu den bekanntesten Viruserkrankungen bei Schweinen und Wildschweinen. Obwohl sie in der Öffentlichkeit deutlich weniger Aufmerksamkeit erhält als andere Tierseuchen, spielt sie in der Wildtierforschung, Veterinärmedizin und im Wildtiermanagement eine wichtige Rolle.

Ihren Namen verdankt die Krankheit dem ungarischen Tierarzt Aladár Aujeszky, der den Erreger Anfang des 20. Jahrhunderts wissenschaftlich beschrieb. Die Bezeichnung „Pseudowut“ entstand, weil einige Symptome bei infizierten Tieren an die Tollwut erinnern können. Mit der eigentlichen Tollwut hat die Erkrankung jedoch nichts gemeinsam.

Der Erreger

Verursacht wird die Krankheit durch das Suides Herpesvirus 1 (SuHV-1), auch Pseudorabiesvirus genannt. Es handelt sich um ein Herpesvirus, das vor allem Schweine und Wildschweine befällt. Wie viele Herpesviren besitzt auch dieser Erreger die Fähigkeit, nach einer Infektion lebenslang im Körper seines Wirtes zu verbleiben. Das Virus kann über lange Zeit inaktiv bleiben und später erneut aktiv werden.

Natürliche Wirte

Haus- und Wildschweine stellen die natürlichen Hauptwirte des Virus dar. Sie sind die einzigen Tierarten, bei denen eine Infektion überlebt werden kann und die das Virus dauerhaft in sich tragen können. Dadurch bilden sie das natürliche Reservoir der Krankheit.

Neben Schweinen können sich zahlreiche andere Säugetiere infizieren. 
Dazu gehören unter anderem:

  • Hunde
  • Katzen
  • Rinder
  • Schafe
  • Ziegen
  • Füchse
  • Marderartige
  • verschiedene Wildsäuger

Bei diesen sogenannten Fehlwirten verläuft die Erkrankung in den meisten Fällen tödlich.

Übertragung

Die Ansteckung erfolgt vor allem durch direkten Kontakt mit infizierten Schweinen oder Wildschweinen. Das Virus kann über Speichel, Nasensekrete, Körperflüssigkeiten sowie über infiziertes Gewebe übertragen werden. Besonders gefährlich ist die Aufnahme von rohem Fleisch oder Organen infizierter Wildschweine. Aus diesem Grund wird davon abgeraten, Hunde oder Katzen mit rohem Schwarzwildfleisch zu füttern. Das Virus kann im Fleisch über längere Zeit infektiös bleiben.

Krankheitsverlauf bei Wildschweinen

Die Symptome hängen stark vom Alter der Tiere ab. Vor allem Frischlinge und Jungtiere reagieren empfindlich auf eine Infektion. Es können Fieber, neurologische Störungen, Bewegungsprobleme und hohe Sterblichkeitsraten auftreten.Erwachsene Wildschweine zeigen dagegen häufig nur milde Symptome oder bleiben äußerlich unauffällig. Viele überlebende Tiere tragen das Virus lebenslang in ihrem Nervensystem und können es später erneut ausscheiden. Dadurch bleibt der Erreger dauerhaft in Wildschweinpopulationen erhalten.

Symptome bei Hunden und anderen Fehlwirten

Bei Hunden verläuft die Krankheit besonders dramatisch. 
Typische Anzeichen sind:

  • starker Juckreiz
  • Unruhe
  • Verhaltensänderungen
  • vermehrter Speichelfluss
  • Schluckbeschwerden
  • neurologische Ausfälle

Die Krankheit schreitet meist rasch voran und endet in der Regel innerhalb weniger Tage tödlich. Ähnliche Verläufe werden auch bei Katzen und anderen empfänglichen Säugetieren beobachtet.

Bedeutung für den Naturschutz

Die Aujeszkysche Krankheit zeigt, wie eng Wildtiergesundheit, Haustierhaltung und Naturschutz miteinander verbunden sind. Wildschweine sind wichtige Bestandteile unserer heimischen Ökosysteme. Gleichzeitig können sie als Reservoir für Krankheitserreger dienen. Die Beobachtung von Wildtierkrankheiten hilft Wissenschaftlern dabei, Veränderungen in Tierbeständen frühzeitig zu erkennen und Risiken für andere Tierarten besser einzuschätzen. Deshalb werden Wildschweinpopulationen in vielen Regionen regelmäßig untersucht und überwacht.

Schutz und Vorsorge

Ein wirksamer Schutz basiert vor allem auf Vorsichtsmaßnahmen:


  • Kein Verfüttern von rohem Wildschweinfleisch an Hunde oder Katzen.
  • Vermeidung von direktem Kontakt zwischen Hunden und Wildschweinen.
  • Sorgfältiger Umgang mit Aufbruch und Wildbret.
  • Regelmäßige Überwachung von Wildschweinbeständen.
  • Information von Jägern, Tierhaltern und Naturnutzern über mögliche Risiken.

Diese Maßnahmen helfen dabei, die Ausbreitung der Krankheit einzudämmen und Haustiere vor einer Infektion zu schützen.

In der Aufnahme von Johannes Rother
  • Wildschweine sind die natürlichen Hauptwirte des Aujeszky-Virus.