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Schnaken (Nephrotoma quadrifaria)
Schnaken (Nephrotoma quadrifaria)
„Die Schnake und wir – Missverstanden, beobachtet und doch unverzichtbar“
Auf der kleinen Wiese hinter dem alten Apfelbaum summte es leise im Abendlicht. Drei Menschen standen am Rand des hohen Grases und blickten aufmerksam auf die filigranen Insekten, die zwischen den Halmen schwebten.
„Siehst du die da?“, fragte Anna und deutete vorsichtig nach vorne. „Das sind Schnaken. Viele denken ja immer, sie seien riesige Stechmücken.“
„Tun sie das denn nicht?“, entgegnete Lukas und trat einen Schritt zurück, als eine der langbeinigen Gestalten träge an ihm vorbeiflog.
Marie schüttelte den Kopf und lächelte. „Nein, überhaupt nicht. Schnaken stechen nicht. Die meisten von ihnen nehmen als erwachsene Tiere kaum Nahrung auf. Sie leben nur kurz – oft nur, um sich fortzupflanzen.“
Während die drei sprachen, saß eine Schnake – zart gebaut, mit beinahe durchscheinenden Flügeln – auf einem Grashalm ganz in ihrer Nähe. Ihre langen Beine zitterten leicht im Wind.
Wie oft ich das höre, dachte sie. Die Verwechslung. Die Angst. Dabei wollen wir doch niemandem etwas tun.
Anna kniete sich ins Gras. „Eigentlich sind sie sogar ziemlich wichtig für das Ökosystem. Ihre Larven leben im Boden und helfen dabei, organisches Material zu zersetzen.“
„Also so eine Art kleine Bodenarbeiter?“, fragte Lukas.
„Genau“, antwortete Marie. „Und sie sind auch eine Nahrungsquelle für viele andere Tiere – Vögel, Amphibien, sogar andere Insekten.“
Die Schnake bewegte leicht ihre Flügel, ohne abzuheben.
Bodenarbeiter… das gefällt mir. Wenn sie wüssten, wie verborgen unser Leben ist. Wie viel unter der Erde geschieht, ohne dass es jemand bemerkt.
Lukas sah der Schnake nach, die nun ein kleines Stück weiterflog. „Schon erstaunlich. Man hat oft Angst vor Dingen, die man gar nicht kennt.“
Das stimmt, dachte die Schnake. Und doch stehen sie hier, schauen genauer hin, sprechen miteinander. Vielleicht lernen sie ja noch, uns zu verstehen.
Marie richtete sich auf und blickte über die Wiese. „Deshalb ist es so wichtig, solche Lebensräume zu erhalten. Ohne Wiesen wie diese hätten viele Arten – auch die Schnaken – keinen Platz mehr.“
Ein sanfter Wind strich durch das Gras. Die Schnake erhob sich nun endgültig in die Luft und zog eine langsame Bahn zwischen den Halmen.
Sie sprechen über uns, als wären wir klein und unbedeutend. Und doch hängt so vieles zusammen. Vielleicht sind auch sie nur ein Teil von etwas Größerem – so wie wir.
Anna lächelte, als sie die Schnake davonfliegen sah. „Irgendwie wirken sie friedlich.“
„Sind sie auch“, sagte Marie leise. „Man muss nur genau hinschauen.“
Hoch über der Wiese setzte sich die Schnake schließlich auf einen neuen Halm und ruhte sich aus.
Vielleicht, dachte sie, beginnt Verständnis genau so: mit einem Blick, der nicht von Angst, sondern von Neugier getragen ist.
Aufnahme von Willibald Lang
Auf der kleinen Wiese hinter dem alten Apfelbaum summte es leise im Abendlicht. Drei Menschen standen am Rand des hohen Grases und blickten aufmerksam auf die filigranen Insekten, die zwischen den Halmen schwebten.
„Siehst du die da?“, fragte Anna und deutete vorsichtig nach vorne. „Das sind Schnaken. Viele denken ja immer, sie seien riesige Stechmücken.“
„Tun sie das denn nicht?“, entgegnete Lukas und trat einen Schritt zurück, als eine der langbeinigen Gestalten träge an ihm vorbeiflog.
Marie schüttelte den Kopf und lächelte. „Nein, überhaupt nicht. Schnaken stechen nicht. Die meisten von ihnen nehmen als erwachsene Tiere kaum Nahrung auf. Sie leben nur kurz – oft nur, um sich fortzupflanzen.“
Während die drei sprachen, saß eine Schnake – zart gebaut, mit beinahe durchscheinenden Flügeln – auf einem Grashalm ganz in ihrer Nähe. Ihre langen Beine zitterten leicht im Wind.
Wie oft ich das höre, dachte sie. Die Verwechslung. Die Angst. Dabei wollen wir doch niemandem etwas tun.
Anna kniete sich ins Gras. „Eigentlich sind sie sogar ziemlich wichtig für das Ökosystem. Ihre Larven leben im Boden und helfen dabei, organisches Material zu zersetzen.“
„Also so eine Art kleine Bodenarbeiter?“, fragte Lukas.
„Genau“, antwortete Marie. „Und sie sind auch eine Nahrungsquelle für viele andere Tiere – Vögel, Amphibien, sogar andere Insekten.“
Die Schnake bewegte leicht ihre Flügel, ohne abzuheben.
Bodenarbeiter… das gefällt mir. Wenn sie wüssten, wie verborgen unser Leben ist. Wie viel unter der Erde geschieht, ohne dass es jemand bemerkt.
Lukas sah der Schnake nach, die nun ein kleines Stück weiterflog. „Schon erstaunlich. Man hat oft Angst vor Dingen, die man gar nicht kennt.“
Das stimmt, dachte die Schnake. Und doch stehen sie hier, schauen genauer hin, sprechen miteinander. Vielleicht lernen sie ja noch, uns zu verstehen.
Marie richtete sich auf und blickte über die Wiese. „Deshalb ist es so wichtig, solche Lebensräume zu erhalten. Ohne Wiesen wie diese hätten viele Arten – auch die Schnaken – keinen Platz mehr.“
Ein sanfter Wind strich durch das Gras. Die Schnake erhob sich nun endgültig in die Luft und zog eine langsame Bahn zwischen den Halmen.
Sie sprechen über uns, als wären wir klein und unbedeutend. Und doch hängt so vieles zusammen. Vielleicht sind auch sie nur ein Teil von etwas Größerem – so wie wir.
Anna lächelte, als sie die Schnake davonfliegen sah. „Irgendwie wirken sie friedlich.“
„Sind sie auch“, sagte Marie leise. „Man muss nur genau hinschauen.“
Hoch über der Wiese setzte sich die Schnake schließlich auf einen neuen Halm und ruhte sich aus.
Vielleicht, dachte sie, beginnt Verständnis genau so: mit einem Blick, der nicht von Angst, sondern von Neugier getragen ist.
Aufnahme von Willibald Lang
- Natur erleben heißt auch, kleine Lebewesen wie Schnaken zu entdecken.
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