Veränderliche Krabbenspinne (Misumena vatia)
Die Veränderliche Krabbenspinne (Misumena vatia)
Auf einer blühenden Pflanze spielt sich ein Ereignis ab, das leicht übersehen wird: Eine Veränderliche Krabbenspinne hat ein Kleines Wiesenvögelchen (Coenonympha pamphilus) gepackt. Innerhalb weniger Augenblicke wird aus dem zarten Schmetterling Beute. Die Spinne beißt zu, lähmt ihr Opfer und beginnt, es zu töten. Was grausam wirken mag, ist Teil eines natürlichen Zusammenspiels, das seit Jahrtausenden unverändert besteht.
Begegnung zweier Spezialisten
Die Veränderliche Krabbenspinne (Misumena vatia) ist eine meisterhafte Lauerjägerin. Oft sitzt sie nahezu regungslos auf Blüten und passt ihre Färbung – weiß, gelb oder leicht grünlich – dem Untergrund an. Bestäuber wie Schmetterlinge oder Bienen werden so nicht gewarnt. Mit blitzschnellen Vorderbeinen packt die Spinne ihre Beute und setzt einen giftigen Biss, der das Insekt rasch bewegungsunfähig macht.
Das Kleine Wiesenvögelchen (Coenonympha pamphilus) ist einer der häufigsten Tagfalter Mitteleuropas. Es lebt vor allem auf offenen Wiesen, Weiden und an Wegsäumen. Mit seinem ruhigen Flug und der unauffälligen Färbung ist es gut an strukturreiche, blütenreiche Lebensräume angepasst. Doch auch diese Anpassungen schützen nicht vor natürlichen Fressfeinden.
Kein Verlust, sondern Teil des Gleichgewichts
Solche Szenen verdeutlichen, dass Tod und Leben in der Natur untrennbar miteinander verbunden sind. Die Krabbenspinne ist kein „Schädling“, ebenso wenig ist das Schmetterling ein „Opfer“ im menschlichen Sinn. Beide Arten erfüllen wichtige ökologische Funktionen: Spinnen regulieren Insektenpopulationen, Schmetterlinge bestäuben Pflanzen und dienen wiederum als Nahrungsquelle für andere Tiere.
Problematisch wird dieses Gleichgewicht erst dann, wenn Lebensräume zerstört oder stark verändert werden. Der Rückgang artenreicher Wiesen, der Einsatz von Pestiziden und der Verlust von Blühpflanzen gefährden insbesondere Schmetterlinge wie das Kleine Wiesenvögelchen. Ohne ausreichend strukturierte Lebensräume verlieren sowohl Beutetiere als auch ihre natürlichen Feinde ihre Existenzgrundlage.
Naturschutz bedeutet Vielfalt bewahren
Naturschutz heißt nicht, einzelne dramatische Momente zu verhindern, sondern die Voraussetzungen zu schaffen, damit solche natürlichen Prozesse weiterhin stattfinden können. Blütenreiche Wiesen, naturnahe Gärten und der Verzicht auf chemische Pflanzenschutzmittel fördern eine Vielfalt an Insekten und ihren Gegenspielern. Nur in einer intakten Landschaft haben sowohl die Veränderliche Krabbenspinne als auch das Kleine Wiesenvögelchen eine Zukunft.
In der Aufnahme von Dieter Zinßer
- Jägerin im Blütenkelch – ein stilles Drama der Natur
Auf einer blühenden Pflanze spielt sich ein Ereignis ab, das leicht übersehen wird: Eine Veränderliche Krabbenspinne hat ein Kleines Wiesenvögelchen (Coenonympha pamphilus) gepackt. Innerhalb weniger Augenblicke wird aus dem zarten Schmetterling Beute. Die Spinne beißt zu, lähmt ihr Opfer und beginnt, es zu töten. Was grausam wirken mag, ist Teil eines natürlichen Zusammenspiels, das seit Jahrtausenden unverändert besteht.
Begegnung zweier Spezialisten
Die Veränderliche Krabbenspinne (Misumena vatia) ist eine meisterhafte Lauerjägerin. Oft sitzt sie nahezu regungslos auf Blüten und passt ihre Färbung – weiß, gelb oder leicht grünlich – dem Untergrund an. Bestäuber wie Schmetterlinge oder Bienen werden so nicht gewarnt. Mit blitzschnellen Vorderbeinen packt die Spinne ihre Beute und setzt einen giftigen Biss, der das Insekt rasch bewegungsunfähig macht.
Das Kleine Wiesenvögelchen (Coenonympha pamphilus) ist einer der häufigsten Tagfalter Mitteleuropas. Es lebt vor allem auf offenen Wiesen, Weiden und an Wegsäumen. Mit seinem ruhigen Flug und der unauffälligen Färbung ist es gut an strukturreiche, blütenreiche Lebensräume angepasst. Doch auch diese Anpassungen schützen nicht vor natürlichen Fressfeinden.
Kein Verlust, sondern Teil des Gleichgewichts
Solche Szenen verdeutlichen, dass Tod und Leben in der Natur untrennbar miteinander verbunden sind. Die Krabbenspinne ist kein „Schädling“, ebenso wenig ist das Schmetterling ein „Opfer“ im menschlichen Sinn. Beide Arten erfüllen wichtige ökologische Funktionen: Spinnen regulieren Insektenpopulationen, Schmetterlinge bestäuben Pflanzen und dienen wiederum als Nahrungsquelle für andere Tiere.
Problematisch wird dieses Gleichgewicht erst dann, wenn Lebensräume zerstört oder stark verändert werden. Der Rückgang artenreicher Wiesen, der Einsatz von Pestiziden und der Verlust von Blühpflanzen gefährden insbesondere Schmetterlinge wie das Kleine Wiesenvögelchen. Ohne ausreichend strukturierte Lebensräume verlieren sowohl Beutetiere als auch ihre natürlichen Feinde ihre Existenzgrundlage.
Naturschutz bedeutet Vielfalt bewahren
Naturschutz heißt nicht, einzelne dramatische Momente zu verhindern, sondern die Voraussetzungen zu schaffen, damit solche natürlichen Prozesse weiterhin stattfinden können. Blütenreiche Wiesen, naturnahe Gärten und der Verzicht auf chemische Pflanzenschutzmittel fördern eine Vielfalt an Insekten und ihren Gegenspielern. Nur in einer intakten Landschaft haben sowohl die Veränderliche Krabbenspinne als auch das Kleine Wiesenvögelchen eine Zukunft.
In der Aufnahme von Dieter Zinßer
- Veränderliche Krabbenspinne - Weibchen -
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