Blaue Federlibelle (Platycnemis pennipes)
Ein stiller Moment am Bachufer
Die Sonne steht noch tief, und feiner Dunst liegt über dem Wasser. Am Rand eines langsam fließenden Baches ragt ein einzelner Halm aus dem Ufergras. Darauf sitzt reglos eine zarte Gestalt, fast wie aus Licht gezeichnet. Ihre Flügel glitzern, als hätte der Morgen Tau darauf gemalt. Für einen Augenblick scheint alles stillzustehen. Dann öffnet sie ihre Flügel leicht, richtet sich neu aus – und bleibt doch. Es ist die Blaue Federlibelle, ein leiser Bewohner unserer Gewässer, dessen Leben sich meist im Verborgenen abspielt.
Artbeschreibung: Die Blaue Federlibelle (Platycnemis pennipes)
Die Blaue Federlibelle (Platycnemis pennipes) gehört zur Familie der Federlibellen (Platycnemididae) und zählt zu den auffälligeren Kleinlibellen Mitteleuropas. Ihren Namen verdankt sie den verbreiterten, federartig wirkenden Schienen an den Beinen, die bei den Männchen besonders deutlich ausgeprägt sind. Diese Strukturen spielen eine Rolle bei der Balz und dienen zugleich als visuelles Erkennungsmerkmal.
Männliche Tiere zeigen meist eine zartblaue bis weißlich-blaue Färbung, während Weibchen überwiegend grünlich oder bräunlich gefärbt sind. Mit einer Körperlänge von etwa 35 bis 45 Millimetern wirkt die Art schlank und elegant. Die Flügel sind durchsichtig und werden in Ruhestellung leicht schräg vom Körper abgespreizt – ein typisches Merkmal dieser Art.
Die Blaue Federlibelle besiedelt bevorzugt langsam fließende oder stehende Gewässer wie Bäche, Gräben, Altarme und Kanäle mit reicher Ufervegetation. Entscheidend sind sonnige Bereiche mit Pflanzen, die als Sitzwarten, Paarungsplätze und Eiablageorte dienen. Die Larven leben im Gewässergrund, wo sie sich über mehrere Monate entwickeln, bevor sie sich zur erwachsenen Libelle häuten.
Als räuberische Art ernährt sich die Blaue Federlibelle von kleinen Insekten, die sie im Flug erbeutet. Damit ist sie ein wichtiger Bestandteil des ökologischen Gleichgewichts an Gewässern und trägt zur Regulation von Insektenpopulationen bei.
Lebensraumveränderung und Klimawandel – eine Perspektive für die Art
Die Blaue Federlibelle reagiert sensibel auf Veränderungen ihres Lebensraumes. Der Ausbau und die Begradigung von Fließgewässern, das Entfernen von Ufervegetation sowie die Verschmutzung durch Nährstoffe und Schadstoffe führen zu einem Verlust geeigneter Habitate. Wo Ufer befestigt und Gewässer technisch überformt werden, fehlen Rückzugsräume für Larven und Sitzplätze für adulte Tiere.
Der Klimawandel wirkt dabei als zusätzlicher Einflussfaktor. Steigende Temperaturen können einerseits die Entwicklungszeit der Larven verkürzen und zu früherem Auftreten der erwachsenen Libellen führen. Andererseits erhöhen längere Trockenperioden das Risiko des Austrocknens kleiner Gewässer, was besonders für die Larven eine existenzielle Bedrohung darstellt. Starkregenereignisse können wiederum Sedimente eintragen und die Gewässerstruktur verändern.
In einigen Regionen profitiert die Blaue Federlibelle kurzfristig von wärmeren Sommern, da sich ihr Aktivitätszeitraum verlängert. Langfristig jedoch hängt ihre Zukunft stark von der Qualität und Stabilität der Gewässer ab. Naturnahe Ufer, strukturreiche Bachläufe und eine vielfältige Wasserpflanzenwelt sind entscheidend, um der Art auch unter veränderten klimatischen Bedingungen Lebensraum zu bieten.
Die Blaue Federlibelle steht damit exemplarisch für viele an Gewässer gebundene Insektenarten. Ihr Vorkommen zeigt an, wo Wasserlebensräume noch funktionstüchtig sind – und wo Schutzmaßnahmen notwendig werden, um diese stillen Zeugen intakter Natur zu erhalten.
In der Aufnahme von Dieter Zinßer
Die Sonne steht noch tief, und feiner Dunst liegt über dem Wasser. Am Rand eines langsam fließenden Baches ragt ein einzelner Halm aus dem Ufergras. Darauf sitzt reglos eine zarte Gestalt, fast wie aus Licht gezeichnet. Ihre Flügel glitzern, als hätte der Morgen Tau darauf gemalt. Für einen Augenblick scheint alles stillzustehen. Dann öffnet sie ihre Flügel leicht, richtet sich neu aus – und bleibt doch. Es ist die Blaue Federlibelle, ein leiser Bewohner unserer Gewässer, dessen Leben sich meist im Verborgenen abspielt.
Artbeschreibung: Die Blaue Federlibelle (Platycnemis pennipes)
Die Blaue Federlibelle (Platycnemis pennipes) gehört zur Familie der Federlibellen (Platycnemididae) und zählt zu den auffälligeren Kleinlibellen Mitteleuropas. Ihren Namen verdankt sie den verbreiterten, federartig wirkenden Schienen an den Beinen, die bei den Männchen besonders deutlich ausgeprägt sind. Diese Strukturen spielen eine Rolle bei der Balz und dienen zugleich als visuelles Erkennungsmerkmal.
Männliche Tiere zeigen meist eine zartblaue bis weißlich-blaue Färbung, während Weibchen überwiegend grünlich oder bräunlich gefärbt sind. Mit einer Körperlänge von etwa 35 bis 45 Millimetern wirkt die Art schlank und elegant. Die Flügel sind durchsichtig und werden in Ruhestellung leicht schräg vom Körper abgespreizt – ein typisches Merkmal dieser Art.
Die Blaue Federlibelle besiedelt bevorzugt langsam fließende oder stehende Gewässer wie Bäche, Gräben, Altarme und Kanäle mit reicher Ufervegetation. Entscheidend sind sonnige Bereiche mit Pflanzen, die als Sitzwarten, Paarungsplätze und Eiablageorte dienen. Die Larven leben im Gewässergrund, wo sie sich über mehrere Monate entwickeln, bevor sie sich zur erwachsenen Libelle häuten.
Als räuberische Art ernährt sich die Blaue Federlibelle von kleinen Insekten, die sie im Flug erbeutet. Damit ist sie ein wichtiger Bestandteil des ökologischen Gleichgewichts an Gewässern und trägt zur Regulation von Insektenpopulationen bei.
Lebensraumveränderung und Klimawandel – eine Perspektive für die Art
Die Blaue Federlibelle reagiert sensibel auf Veränderungen ihres Lebensraumes. Der Ausbau und die Begradigung von Fließgewässern, das Entfernen von Ufervegetation sowie die Verschmutzung durch Nährstoffe und Schadstoffe führen zu einem Verlust geeigneter Habitate. Wo Ufer befestigt und Gewässer technisch überformt werden, fehlen Rückzugsräume für Larven und Sitzplätze für adulte Tiere.
Der Klimawandel wirkt dabei als zusätzlicher Einflussfaktor. Steigende Temperaturen können einerseits die Entwicklungszeit der Larven verkürzen und zu früherem Auftreten der erwachsenen Libellen führen. Andererseits erhöhen längere Trockenperioden das Risiko des Austrocknens kleiner Gewässer, was besonders für die Larven eine existenzielle Bedrohung darstellt. Starkregenereignisse können wiederum Sedimente eintragen und die Gewässerstruktur verändern.
In einigen Regionen profitiert die Blaue Federlibelle kurzfristig von wärmeren Sommern, da sich ihr Aktivitätszeitraum verlängert. Langfristig jedoch hängt ihre Zukunft stark von der Qualität und Stabilität der Gewässer ab. Naturnahe Ufer, strukturreiche Bachläufe und eine vielfältige Wasserpflanzenwelt sind entscheidend, um der Art auch unter veränderten klimatischen Bedingungen Lebensraum zu bieten.
Die Blaue Federlibelle steht damit exemplarisch für viele an Gewässer gebundene Insektenarten. Ihr Vorkommen zeigt an, wo Wasserlebensräume noch funktionstüchtig sind – und wo Schutzmaßnahmen notwendig werden, um diese stillen Zeugen intakter Natur zu erhalten.
In der Aufnahme von Dieter Zinßer
- Blaue Federlibelle - Weibchen - von vorne - auf Kamille
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