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Abendpfauenauge
Abendpfauenauge (Smerinthus ocellata)
Das Abendpfauenauge (Smerinthus ocellata)
An einem stillen Sommerabend liegt über dem Garten bereits die erste Dämmerung. Die Luft ist warm, die Blätter der Weiden bewegen sich kaum. Zwischen den Sträuchern huscht ein Schatten vorbei und setzt sich wenig später an einen Ast. Auf den ersten Blick wirkt er unscheinbar – grau, braun und fast wie ein Stück Rinde. Doch als sich ein Vogel nähert, öffnet der Falter plötzlich seine Hinterflügel. Zwei große, blau schimmernde Augenflecken leuchten auf. Für einen Moment wirkt das kleine Tier überraschend groß und wehrhaft. Dann schließt es die Flügel wieder und verschmilzt erneut mit seiner Umgebung. Das Abendpfauenauge gehört zu jenen Nachtfaltern, deren besondere Schönheit sich oft erst im zweiten Blick zeigt.
Das Abendpfauenauge, wissenschaftlich Smerinthus ocellata, ist ein Nachtfalter aus der Familie der Schwärmer. Es ist in weiten Teilen Europas und Teilen Asiens verbreitet. Die Art besiedelt strukturreiche Landschaften mit Gehölzen, feuchten Waldrändern, Auen, Parks, Gärten und Feldgehölzen. Besonders wichtig sind Lebensräume, in denen Weiden, Pappeln und andere geeignete Laubbäume vorkommen.
Der Falter erreicht eine Flügelspannweite von etwa sieben bis neun Zentimetern. Die Vorderflügel sind überwiegend grau bis braun gefärbt und zeigen feine, unregelmäßige Musterungen. Diese Tarnfärbung macht ruhende Tiere tagsüber kaum sichtbar. Auffällig sind die Hinterflügel: Sie tragen markante Augenflecken mit bläulichen, dunklen und rötlichen Partien. Diese Zeichnung dient vermutlich der Abschreckung möglicher Fressfeinde.
Die Raupen des Abendpfauenauges entwickeln sich vor allem an Weiden und Pappeln. Sie sind grün gefärbt und besitzen eine seitliche Zeichnung, die ihnen in der Vegetation guten Schutz bietet. Nach ihrer Entwicklung verpuppt sich die Raupe meist im Boden oder in der Laubstreu. Dort überdauert die Art die kältere Jahreszeit, bevor im Frühjahr oder Frühsommer die nächste Faltergeneration erscheint.
Das Abendpfauenauge ist damit auf ein vielfältiges Zusammenspiel unterschiedlicher Lebensraumelemente angewiesen. Es braucht geeignete Gehölze als Nahrungspflanzen, ruhige Tagesverstecke und ungestörte Bodenbereiche für die Entwicklung der Puppe. Gerade diese Abhängigkeit von mehreren Strukturen macht die Art empfindlich gegenüber Veränderungen.
Die Zukunft des Abendpfauenauges hängt eng mit dem Erhalt strukturreicher Landschaften zusammen. In vielen Regionen gehen naturnahe Hecken, Feuchtgebüsche, Weidenbestände, Auwälder und Feldgehölze zurück. Werden Landschaften vereinheitlicht oder alte Gehölze entfernt, verliert die Art wichtige Entwicklungs- und Rückzugsräume.
Auch der Klimawandel kann sich auf das Abendpfauenauge auswirken. Wärmere Frühjahre können Entwicklungsprozesse beschleunigen und Flugzeiten verändern. Gleichzeitig können längere Trockenperioden die Vitalität von Weiden und anderen Nahrungspflanzen beeinträchtigen. Wenn Blattentwicklung, Raupenwachstum und jahreszeitliche Abläufe nicht mehr gut zusammenpassen, kann dies den Fortpflanzungserfolg beeinflussen. Hinzu kommen häufiger auftretende Wetterextreme wie Spätfröste, Hitzeperioden oder Starkregen, die empfindliche Entwicklungsstadien belasten können.
Eine weitere Bedrohung entsteht durch künstliche Beleuchtung. Viele Nachtfalter orientieren sich am Licht. Dauerhaft beleuchtete Straßen, Fassaden und Gärten können Flugverhalten, Partnersuche und Aktivitätsmuster stören. Auch intensive Pflege von Grünflächen kann problematisch sein. Wenn Laub vollständig entfernt, Unterwuchs beseitigt oder Böden regelmäßig bearbeitet werden, gehen wichtige Rückzugs- und Überwinterungsorte verloren.
Der Schutz des Abendpfauenauges beginnt deshalb oft in kleinen, aber wirkungsvollen Schritten. Alte Weiden und Pappeln, naturnahe Gehölzränder, strukturreiche Gärten und wenig gestörte Randbereiche schaffen günstige Bedingungen. Auch ein bewusster Umgang mit nächtlicher Beleuchtung und das Belassen von Laub in ruhigen Ecken können dazu beitragen, geeignete Lebensräume zu erhalten.
Das Abendpfauenauge ist ein stiller Botschafter nächtlicher Artenvielfalt. Wo es in warmen Sommernächten zwischen Bäumen und Sträuchern unterwegs ist, zeigt sich, dass selbst unscheinbare Landschaftselemente eine große Bedeutung für die biologische Vielfalt besitzen.
In der Aufnahme von Albert Meier
An einem stillen Sommerabend liegt über dem Garten bereits die erste Dämmerung. Die Luft ist warm, die Blätter der Weiden bewegen sich kaum. Zwischen den Sträuchern huscht ein Schatten vorbei und setzt sich wenig später an einen Ast. Auf den ersten Blick wirkt er unscheinbar – grau, braun und fast wie ein Stück Rinde. Doch als sich ein Vogel nähert, öffnet der Falter plötzlich seine Hinterflügel. Zwei große, blau schimmernde Augenflecken leuchten auf. Für einen Moment wirkt das kleine Tier überraschend groß und wehrhaft. Dann schließt es die Flügel wieder und verschmilzt erneut mit seiner Umgebung. Das Abendpfauenauge gehört zu jenen Nachtfaltern, deren besondere Schönheit sich oft erst im zweiten Blick zeigt.
Das Abendpfauenauge, wissenschaftlich Smerinthus ocellata, ist ein Nachtfalter aus der Familie der Schwärmer. Es ist in weiten Teilen Europas und Teilen Asiens verbreitet. Die Art besiedelt strukturreiche Landschaften mit Gehölzen, feuchten Waldrändern, Auen, Parks, Gärten und Feldgehölzen. Besonders wichtig sind Lebensräume, in denen Weiden, Pappeln und andere geeignete Laubbäume vorkommen.
Der Falter erreicht eine Flügelspannweite von etwa sieben bis neun Zentimetern. Die Vorderflügel sind überwiegend grau bis braun gefärbt und zeigen feine, unregelmäßige Musterungen. Diese Tarnfärbung macht ruhende Tiere tagsüber kaum sichtbar. Auffällig sind die Hinterflügel: Sie tragen markante Augenflecken mit bläulichen, dunklen und rötlichen Partien. Diese Zeichnung dient vermutlich der Abschreckung möglicher Fressfeinde.
Die Raupen des Abendpfauenauges entwickeln sich vor allem an Weiden und Pappeln. Sie sind grün gefärbt und besitzen eine seitliche Zeichnung, die ihnen in der Vegetation guten Schutz bietet. Nach ihrer Entwicklung verpuppt sich die Raupe meist im Boden oder in der Laubstreu. Dort überdauert die Art die kältere Jahreszeit, bevor im Frühjahr oder Frühsommer die nächste Faltergeneration erscheint.
Das Abendpfauenauge ist damit auf ein vielfältiges Zusammenspiel unterschiedlicher Lebensraumelemente angewiesen. Es braucht geeignete Gehölze als Nahrungspflanzen, ruhige Tagesverstecke und ungestörte Bodenbereiche für die Entwicklung der Puppe. Gerade diese Abhängigkeit von mehreren Strukturen macht die Art empfindlich gegenüber Veränderungen.
Die Zukunft des Abendpfauenauges hängt eng mit dem Erhalt strukturreicher Landschaften zusammen. In vielen Regionen gehen naturnahe Hecken, Feuchtgebüsche, Weidenbestände, Auwälder und Feldgehölze zurück. Werden Landschaften vereinheitlicht oder alte Gehölze entfernt, verliert die Art wichtige Entwicklungs- und Rückzugsräume.
Auch der Klimawandel kann sich auf das Abendpfauenauge auswirken. Wärmere Frühjahre können Entwicklungsprozesse beschleunigen und Flugzeiten verändern. Gleichzeitig können längere Trockenperioden die Vitalität von Weiden und anderen Nahrungspflanzen beeinträchtigen. Wenn Blattentwicklung, Raupenwachstum und jahreszeitliche Abläufe nicht mehr gut zusammenpassen, kann dies den Fortpflanzungserfolg beeinflussen. Hinzu kommen häufiger auftretende Wetterextreme wie Spätfröste, Hitzeperioden oder Starkregen, die empfindliche Entwicklungsstadien belasten können.
Eine weitere Bedrohung entsteht durch künstliche Beleuchtung. Viele Nachtfalter orientieren sich am Licht. Dauerhaft beleuchtete Straßen, Fassaden und Gärten können Flugverhalten, Partnersuche und Aktivitätsmuster stören. Auch intensive Pflege von Grünflächen kann problematisch sein. Wenn Laub vollständig entfernt, Unterwuchs beseitigt oder Böden regelmäßig bearbeitet werden, gehen wichtige Rückzugs- und Überwinterungsorte verloren.
Der Schutz des Abendpfauenauges beginnt deshalb oft in kleinen, aber wirkungsvollen Schritten. Alte Weiden und Pappeln, naturnahe Gehölzränder, strukturreiche Gärten und wenig gestörte Randbereiche schaffen günstige Bedingungen. Auch ein bewusster Umgang mit nächtlicher Beleuchtung und das Belassen von Laub in ruhigen Ecken können dazu beitragen, geeignete Lebensräume zu erhalten.
Das Abendpfauenauge ist ein stiller Botschafter nächtlicher Artenvielfalt. Wo es in warmen Sommernächten zwischen Bäumen und Sträuchern unterwegs ist, zeigt sich, dass selbst unscheinbare Landschaftselemente eine große Bedeutung für die biologische Vielfalt besitzen.
In der Aufnahme von Albert Meier
- Die Raupe des Abendpfauenauges zählt in ihrer Gestalt zu einer der schönsten Schwärmerraupen in unseren Breiten. Wir finden diese gerne an Standorten wie z.B. feuchten Wäldern, Auwaldbereichen o.ä. Hier ernährt sie sich bevorzugt von Weidenpflanzen wie z.B. der Korbweide.
Abendpfauenauge
... in wunderschönem Grün gefasst - das Abendpfauenauge im Raupenstadium ... 26.09.09
Abendpfauenauge
Das recht häufige Abendpfauenauge finden wir in unseren Breiten bevorzugt in Auwaldbereichen.
Der Falter fliegt von Mai bis August / September.
Die Streuobstbestände zeigen die Raupe regelmäßig im August / September.
Die Flügelspannweite des Abendpfauenauge kann fast 8 Zentimeter erreichen.
Der Falter fliegt von Mai bis August / September.
Die Streuobstbestände zeigen die Raupe regelmäßig im August / September.
Die Flügelspannweite des Abendpfauenauge kann fast 8 Zentimeter erreichen.
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