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Phosphuga atrata, Schwarzer Schneckenjäger
Bild zum Eintrag (1135953-160)
Der Schwarze Schneckenjäger – Heimlicher Helfer im Verborgenen

Nach einem warmen Sommerregen dampfte der Waldboden noch leicht, als ein leises Rascheln zwischen feuchtem Laub zu hören war. Eine Schnecke tastete sich langsam über den Boden – nichtsahnend, dass sie beobachtet wurde. Nur wenige Zentimeter entfernt bewegte sich lautlos ein glänzend schwarzer Käfer durch das Moos. Mit schnellen, gezielten Schritten näherte er sich seiner Beute.

Der Schwarze Schneckenjäger ist kein auffälliger Waldbewohner, doch in der nächtlichen Welt von Laub, Totholz und feuchten Böden spielt er eine wichtige Rolle. Unermüdlich sorgt er dafür, dass Schneckenpopulationen im Gleichgewicht bleiben.

Artbeschreibung des Schwarzer Schneckenjäger

Der Schwarze Schneckenjäger ist ein Laufkäfer aus der Familie der Carabidae. Sein wissenschaftlicher Name lautet Cylindera germanica. Er gehört zu den spezialisierten Räubern unter den heimischen Käfern.

Merkmale

  • Körperlänge: etwa 18–28 mm
  • Glänzend schwarze bis dunkelbraune Färbung
  • Kräftige, lange Beine für schnelle Bewegungen
  • Markante Mandibeln (Kiefer) zum Ergreifen von Beute
  • Längsrillen auf den Flügeldecken
  • Sein stromlinienförmiger Körperbau macht ihn zu einem effizienten Jäger im Unterholz.

Lebensraum

Der Schwarze Schneckenjäger bevorzugt:

  • Feuchte Wälder
  • Waldränder
  • Gärten mit naturnahen Strukturen
  • Heckenlandschaften
  • Bereiche mit lockerem, humusreichem Boden
  • Tagsüber versteckt er sich unter Steinen, Totholz oder Laub. Aktiv wird er vor allem in der Dämmerung und nachts.

Ernährung

Wie sein Name verrät, ernährt sich der Käfer überwiegend von:


  • Nacktschnecken
  • Gehäuseschnecken
  • Schneckeneiern

Damit gilt er als natürlicher Schädlingsregulator – besonders in Gärten und landwirtschaftlichen Randbereichen.

Fortpflanzung

Die Eiablage erfolgt im Boden. Die Larven leben ebenfalls räuberisch und entwickeln sich dort, bevor sie sich verpuppen und als ausgewachsene Käfer erscheinen.

Perspektiven im Zeichen von Lebensraumveränderung und Klimawandel

Der Schwarze Schneckenjäger ist auf strukturreiche, feuchte Lebensräume angewiesen. Veränderungen in der Landschaft wirken sich daher direkt auf seine Populationen aus.

Auswirkungen der Lebensraumveränderung

  • Versiegelung von Flächen reduziert geeignete Rückzugsorte.
  • Intensive Landwirtschaft verringert Nahrungsangebot und Verstecke.
  • Der Rückgang von Hecken und Totholz mindert Überwinterungsmöglichkeiten.
  • Naturnahe Gärten und strukturreiche Waldränder können hingegen stabile Rückzugsräume bieten.

Klimawandel – Chancen und Risiken

Der Klimawandel beeinflusst sowohl den Käfer als auch seine Beute:

Mögliche positive Effekte:


  • Mildere Winter könnten die Überlebensrate erhöhen.
  • Längere Vegetationsperioden begünstigen Schnecken – und damit Nahrungsangebot.

Mögliche Risiken:

  • Längere Trockenperioden können feuchte Mikrohabitate austrocknen.
  • Extreme Wetterereignisse stören Entwicklungszyklen im Boden.
  • Da der Schwarze Schneckenjäger stark von Bodenfeuchte abhängig ist, stellen zunehmende Dürrephasen eine besondere Herausforderung dar.

Zukunftsausblick

Die Zukunft dieser Art hängt maßgeblich vom Erhalt naturnaher Lebensräume ab. Maßnahmen wie:

  • Förderung strukturreicher Gärten
  • Erhalt von Totholz
  • Reduzierter Pestizideinsatz
  • Schutz von Hecken und Waldrändern

können dazu beitragen, seine Bestände zu stabilisieren.

Als natürlicher Gegenspieler der Schnecken bleibt der Schwarze Schneckenjäger ein wichtiger Bestandteil ökologischer Kreisläufe.


In der Aufnahme von Albert Meier
  • Wichtiger Bestandteil eines gesunden Ökosystems.
Phosphuga atrata, Schwarzer Schneckenjäger
Bild zum Eintrag (1135954-160)
In der Aufnahme von Albert Meier
  • Natürlicher Schneckenregulator im Garten.
Phosphuga atrata, Schwarzer Schneckenjäger
Bild zum Eintrag (1135955-160)
In der Aufnahme von Albert Meier
  • Schwarzer Schneckenjäger auf feuchtem Waldboden.
Phosphuga atrata, Schwarzer Schneckenjäger
Bild zum Eintrag (1135956-160)
In der Aufnahme von Albert Meier
  • Detail - Deckflügelzeichnung