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NABU fordert Aufhebung der Kormoranverordnung 25.12.2011
NABU fordert Aufhebung der Kormoranverordnung
Natürliche Regulationsmechanismen greifen!
25.12.2011
NABU fordert Aufhebung der Kormoranverordnung
Zumeldung des NABU zur heutigen Pressemitteilung des MLUR „Kormoran-Bestand in Schleswig-Holstein leicht gestiegen“
Der NABU begrüßt, dass auch im Umweltministerium in Kiel endlich die natürlichen Regulationsmechanismen von Kormoranbeständen mehr in den Blickpunkt rücken. In der Tat hat auch die Webcam-Überwachung der Kormoran-Kolonie im NABU-Wasservogelreservat Wallnau in den letzten zwei Jahren deutlich gezeigt, dass Seeadler, Silbermöwen und Füchse sowie Krankheiten den Bestand in erheblichem Umfang dezimieren können. In diesem Jahr wurde auf Fehmarn so nur ein kleiner Teil der Jungvögel in der dortigen Kolonie tatsächlich flügge, der Bruterfolg lag bei nur rd. 10 %. Auch aus anderen Kolonien sind in der Brutzeit drastische Verluste vor allem durch Seeadler belegt.
Die vielfach verbreitete Behauptung von Fischern, Anglern sowie manchen assoziierten Land- und Bundestagsabgeordneten, Kormorane hätten keine natürlichen Feinde, wird damit nun auch offiziell vom MLUR nicht mehr geteilt.
Unerklärlich bleibt aber für den NABU, dass das MLUR es immer noch begrüßt, den Kormoran als Brutvogel aus seinen natürlichen Lebensstätten im Binnenland fast vollständig vertrieben zu haben. Tatsächlich nimmt die Zahl der regelmäßig besetzten Kolonien landesweit ab, wodurch die Art immer anfälliger für Störungen wird. Kormorane sind wie Graureiher, Haubentaucher, Gänsesäger, Eisvogel, Fischotter, Seeadler und andere Fischfresser ein natürlicher Bestandteil unserer Binnengewässer. Dem Umweltministerium ist aus von ihm selbst beauftragten Nahrungsuntersuchungen bekannt, dass Kormorane keine seltenen Fischarten gefährden und überwiegend wirtschaftlich wenig bedeutsame Fische wie Plötze, Stinte und Kaulbarsche fressen. Aale machen dagegen nur rd. 1 % der Nahrung des Kormorans aus. Durch „handwerkliche Fehler“ in der Fischereiausübung werden demgegenüber offensichtlich größere Fischbestände negativ beeinträchtigt, wie sich beispielhaft im März 2011 zeigte, als rund eine halbe Tonne Flussbarsche beim Zugnetzfischen im Großen Plöner See verendeten und dort gleich im See entsorgt wurden. Auch die vom Wirtschaftsministerium in Kiel ohne ausreichenden Fischschutz genehmigte Inbetriebnahme des Vattenfall-Pumpspeicherkraftwerks in Geesthacht an der Elbe beeinträchtigt die Fischbestände sicher mehr, als es Kormorane je könnten.
Zu Unmut sorgen auch die teils drastischen Aktionen, mit denen Kormorane von Gewässern ferngehalten werden. Der Lärm von gegen den Kormoran gerichteten Vertreibungsaktionen hat etwa am Großen Plöner See in den vergangenen Jahren zu erheblicher Unruhe bei Anliegern und Urlaubern gesorgt. Als „Kollateralschaden“ nehmen durch die Störaktionen die Bestände der in den EU-Vogelschutzgebieten mausernden, d.h. die Schwingen wechselnden, zeitweise flugunfähigen Enten drastisch ab.
Der NABU fordert die Landesregierung erneut auf, die Kormoranverordnung aufzuheben und mit dem NABU zusammen für mehr Aufklärung über Fischfresser und andere Beutegreifer zu sorgen. Der Kormoran muss auch seitens des MLUR seine „weiße Weste“ zurückbekommen.
Quellenangabe: NABU Deuschland - 21.12.2011
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Für die gelisteten Darstellungen trägt der Autor die redaktionelle Verantwortung.
Die Informationen geben ausnahmslos die Meinung des Verfassers, nicht eine Stellungnahme unserer Organisation wieder. - Artenschutz im Steigerwald / Artenschutz in Franken
25.12.2011
NABU fordert Aufhebung der Kormoranverordnung
Zumeldung des NABU zur heutigen Pressemitteilung des MLUR „Kormoran-Bestand in Schleswig-Holstein leicht gestiegen“
Der NABU begrüßt, dass auch im Umweltministerium in Kiel endlich die natürlichen Regulationsmechanismen von Kormoranbeständen mehr in den Blickpunkt rücken. In der Tat hat auch die Webcam-Überwachung der Kormoran-Kolonie im NABU-Wasservogelreservat Wallnau in den letzten zwei Jahren deutlich gezeigt, dass Seeadler, Silbermöwen und Füchse sowie Krankheiten den Bestand in erheblichem Umfang dezimieren können. In diesem Jahr wurde auf Fehmarn so nur ein kleiner Teil der Jungvögel in der dortigen Kolonie tatsächlich flügge, der Bruterfolg lag bei nur rd. 10 %. Auch aus anderen Kolonien sind in der Brutzeit drastische Verluste vor allem durch Seeadler belegt.
Die vielfach verbreitete Behauptung von Fischern, Anglern sowie manchen assoziierten Land- und Bundestagsabgeordneten, Kormorane hätten keine natürlichen Feinde, wird damit nun auch offiziell vom MLUR nicht mehr geteilt.
Unerklärlich bleibt aber für den NABU, dass das MLUR es immer noch begrüßt, den Kormoran als Brutvogel aus seinen natürlichen Lebensstätten im Binnenland fast vollständig vertrieben zu haben. Tatsächlich nimmt die Zahl der regelmäßig besetzten Kolonien landesweit ab, wodurch die Art immer anfälliger für Störungen wird. Kormorane sind wie Graureiher, Haubentaucher, Gänsesäger, Eisvogel, Fischotter, Seeadler und andere Fischfresser ein natürlicher Bestandteil unserer Binnengewässer. Dem Umweltministerium ist aus von ihm selbst beauftragten Nahrungsuntersuchungen bekannt, dass Kormorane keine seltenen Fischarten gefährden und überwiegend wirtschaftlich wenig bedeutsame Fische wie Plötze, Stinte und Kaulbarsche fressen. Aale machen dagegen nur rd. 1 % der Nahrung des Kormorans aus. Durch „handwerkliche Fehler“ in der Fischereiausübung werden demgegenüber offensichtlich größere Fischbestände negativ beeinträchtigt, wie sich beispielhaft im März 2011 zeigte, als rund eine halbe Tonne Flussbarsche beim Zugnetzfischen im Großen Plöner See verendeten und dort gleich im See entsorgt wurden. Auch die vom Wirtschaftsministerium in Kiel ohne ausreichenden Fischschutz genehmigte Inbetriebnahme des Vattenfall-Pumpspeicherkraftwerks in Geesthacht an der Elbe beeinträchtigt die Fischbestände sicher mehr, als es Kormorane je könnten.
Zu Unmut sorgen auch die teils drastischen Aktionen, mit denen Kormorane von Gewässern ferngehalten werden. Der Lärm von gegen den Kormoran gerichteten Vertreibungsaktionen hat etwa am Großen Plöner See in den vergangenen Jahren zu erheblicher Unruhe bei Anliegern und Urlaubern gesorgt. Als „Kollateralschaden“ nehmen durch die Störaktionen die Bestände der in den EU-Vogelschutzgebieten mausernden, d.h. die Schwingen wechselnden, zeitweise flugunfähigen Enten drastisch ab.
Der NABU fordert die Landesregierung erneut auf, die Kormoranverordnung aufzuheben und mit dem NABU zusammen für mehr Aufklärung über Fischfresser und andere Beutegreifer zu sorgen. Der Kormoran muss auch seitens des MLUR seine „weiße Weste“ zurückbekommen.
Quellenangabe: NABU Deuschland - 21.12.2011
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Für die gelisteten Darstellungen trägt der Autor die redaktionelle Verantwortung.
Die Informationen geben ausnahmslos die Meinung des Verfassers, nicht eine Stellungnahme unserer Organisation wieder. - Artenschutz im Steigerwald / Artenschutz in Franken
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