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Projekt „Überlebensraum Zauneidechse & Co.“
Bild zum Eintrag (1146341-160)
Projekt „Überlebensraum Zauneidechse & Co.“

Die Zauneidechse (Lacerta agilis) zählt zu den besonders geschützten Reptilienarten Deutschlands. 

Ihr Bestand ist in vielen Regionen in den vergangenen Jahrzehnten zurückgegangen. Ursachen hierfür sind vor allem der Verlust strukturreicher Lebensräume, die Intensivierung der Landnutzung sowie die Zerschneidung und Überbauung geeigneter Flächen. Um dieser Entwicklung entgegenzuwirken, werden gezielt Maßnahmen umgesetzt, die neue, dauerhaft geeignete Lebensräume schaffen und bestehende Populationen langfristig sichern.

Mit dem Projekt „Überlebensraum Zauneidechse & Co.“
verwandeln wir eine ehemals artenarme Wiesenfläche mit einer Größe von rund 1.000 Quadratmetern in einen abwechslungsreichen und ökologisch hochwertigen Lebensraum. Ziel der Maßnahme ist es, eine Fläche zu entwickeln, die den unterschiedlichen Ansprüchen der Zauneidechse während ihres gesamten Lebenszyklus gerecht wird und gleichzeitig zahlreichen weiteren Tier- und Pflanzenarten einen neuen Lebensraum bietet.

Im Mittelpunkt des Projekts
steht die Schaffung vielfältiger Habitatstrukturen. Während Zauneidechsen sonnige Bereiche zum Aufwärmen benötigen, sind ebenso schattige Rückzugsorte, Versteckmöglichkeiten sowie frostfreie Überwinterungsplätze von entscheidender Bedeutung. Deshalb entsteht ein strukturreiches Gelände mit unterschiedlichen Kleinstrukturen, die den Tieren optimale Bedingungen zum Sonnen, Jagen, Ruhen, Verstecken und Überwintern bieten. Die Kombination verschiedener Lebensraumelemente schafft ein Mosaik unterschiedlichster Mikrohabitate und erhöht damit die ökologische Qualität der gesamten Fläche erheblich.

Ein wesentlicher Bestandteil der Maßnahme
ist die Modellierung mehrerer Erdwälle. Diese rund 1,5 Meter hohen Wallstrukturen werden gezielt in das Gelände integriert und erfüllen gleich mehrere ökologische Funktionen. Sie schaffen geschützte, wärmebegünstigte Bereiche, beeinflussen Windverhältnisse positiv und sorgen für kleinräumige Unterschiede in Temperatur und Feuchtigkeit. Dadurch entsteht ein vielfältiges Mikroklima, das insbesondere wärmeliebenden Arten wie der Zauneidechse zugutekommt. Gleichzeitig verleihen die Erdwälle der Fläche zusätzliche Struktur und fördern die natürliche Entwicklung unterschiedlicher Vegetationsbereiche.

Im Anschluss an die Erdarbeiten
werden die Wallanlagen mit speziell ausgewählten, standortgerechten Pflanzen begrünt. Die Pflanzenauswahl orientiert sich an den ökologischen Anforderungen der Zielarten und trägt dazu bei, den Lebensraum dauerhaft zu stabilisieren. Die Vegetation bietet Deckung vor Fressfeinden, verbessert das Nahrungsangebot durch die Förderung von Insekten und anderen Kleintieren und schützt gleichzeitig den Boden vor Erosion. Mit zunehmender Entwicklung der Bepflanzung entsteht ein vielfältiges Gefüge aus offenen, halboffenen und bewachsenen Bereichen – ideale Voraussetzungen für eine dauerhaft funktionierende Habitatstruktur.

Das Projekt beschränkt sich dabei nicht ausschließlich auf die Förderung der Zauneidechse.
Von den neu geschaffenen Strukturen profitieren zahlreiche weitere Arten, darunter Wildbienen, Heuschrecken, Schmetterlinge, Käfer, Spinnen sowie verschiedene Amphibien, Reptilien und Kleinsäuger. Auf diese Weise entsteht ein wertvoller Trittstein innerhalb der Landschaft, der die biologische Vielfalt stärkt und zur Vernetzung bestehender Lebensräume beiträgt.

Ein besonderer Schwerpunkt unserer Arbeit liegt auf der nachhaltigen Entwicklung der Fläche.
Bereits bei der Planung werden natürliche Prozesse berücksichtigt, damit sich die Lebensräume langfristig eigenständig weiterentwickeln können. Durch die Kombination aus fachgerechter Erdmodellierung, strukturreicher Habitatgestaltung und standortangepasster Bepflanzung entsteht ein ökologisch wertvolles Gesamtkonzept, das sowohl den Anforderungen des modernen Artenschutzes als auch den Bedürfnissen der heimischen Tier- und Pflanzenwelt gerecht wird.


Mit „Überlebensraum Zauneidechse & Co.“ leisten wir einen aktiven Beitrag zum Erhalt einer besonders geschützten Art und schaffen gleichzeitig einen vielfältigen Naturraum, der weit über die Förderung der Zauneidechse hinausgeht. Das Projekt zeigt, wie durch sorgfältige Planung, naturnahe Gestaltung und fachgerechte Umsetzung selbst aus einer strukturarmen Fläche ein lebendiger Lebensraum entstehen kann, der langfristig einen wichtigen Beitrag zum Erhalt der Artenvielfalt leistet.


In der Abbildung
  • Projektinformation
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