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Die Europäische Hornisse (Vespa crabro) im Jagdmodus
Bild zum Eintrag (1128949-160)
Herbstbegegnung: Die Europäische Hornisse (Vespa crabro) im Jagdmodus

Ein kühler Wind zieht über den Garten. Die Sonne steht tiefer, das Licht wirkt sanfter, fast golden. Zwischen welkendem Laub und den letzten Blüten summt es leise – eine Europäische Hornisse (Vespa crabro) zieht langsam ihre Kreise.

Plötzlich verharrt sie in der Luft, richtet ihren Blick auf eine Feldwespe (Polistinae), die sich an den letzten süßen Tropfen einer bereit bereit gestellten Zuckerlösung gütlich tut. Ein kurzer, präziser Angriff – kaum ein Flügelschlag, und die Hornisse hat ihre Beute ergriffen. Mit kräftigen Mandibeln beginnt sie, die Wespe in ihre Einzelteile zu zerlegen: Kopf, Brust, Hinterleib. Nur die nährstoffreichen Muskelpartien werden verzehrt.

Ein stilles Schauspiel der Natur, das zeigt: Der Herbst ist nicht nur eine Zeit des Vergehens, sondern auch des Überlebens.

Artbeschreibung – Die Europäische Hornisse (Vespa crabro)

Die Europäische Hornisse ist die größte einheimische Faltenwespe Europas und erreicht eine Körperlänge von bis zu 35 Millimetern bei den Königinnen. Ihr gelb-schwarz gezeichneter Körper mit rotbraunem Kopf und Brustabschnitt macht sie unverwechselbar.
Trotz ihres respekteinflößenden Aussehens ist sie friedlich, solange man ihr Nest nicht stört. Hornissen stehen in vielen Ländern – darunter auch in Deutschland – unter besonderem Schutz, da sie eine wichtige Rolle im ökologischen Gleichgewicht spielen.

Sie sind erfahrene Jägerinnen und erbeuten eine Vielzahl anderer Insekten, darunter Fliegen, Schmetterlingsraupen, Bremsen und auch kleinere Wespenarten. Diese Beutetiere dienen als Eiweißquelle, insbesondere zur Aufzucht der Brut.

Ende September, wenn die Temperaturen sinken und das Nahrungsangebot abnimmt, zeigt sich die Hornisse noch einmal aktiv. Einzelne Arbeiterinnen streifen durch Gärten, Wälder und Obstwiesen – auf der Suche nach energiereicher Nahrung, um die letzten Larven im Nest zu versorgen und selbst Kraft zu schöpfen.

Eine Perspektive der Hornisse – Überleben im Herbst

„Die Sonne wärmt nur noch kurz. Die Blüten welken, die Nächte werden lang. Doch ich fliege noch – leise, kraftvoll, hungrig. Jede Beute zählt. Mein Volk wird bald vergehen, nur die junge Königin bleibt. Sie wird ruhen, bis neues Leben erwacht.“

So könnte die Europäische Hornisse den Herbst beschreiben. Ihre Jagd auf andere Insekten ist kein grausames Schauspiel, sondern Teil eines fein abgestimmten ökologischen Kreislaufs. Indem sie schwächere oder verletzte Insekten erbeutet, trägt sie zur natürlichen Regulation vieler Arten bei. Gleichzeitig dient ihr Verhalten als Vorbereitung auf das bevorstehende Ende des Lebenszyklus: Nur die begatteten Jungköniginnen überwintern, während Arbeiterinnen und Männchen mit dem Einbruch des Frosts sterben.

Was für uns nach einem dramatischen Moment wirkt, ist für die Hornisse reine Notwendigkeit – der letzte Ausdruck eines Sommers, der zu Ende geht.
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