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Langkopf-Wespenbiene (Nomada sexfasciata)
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Die Langkopf-Wespenbiene (Nomada sexfasciata)

An einem warmen Frühlingstag schwebt eine auffällig gezeichnete Biene knapp über den Boden eines sandigen Wegsaums. Sie landet nicht auf Blüten, um Pollen zu sammeln, sondern verharrt lauernd nahe kleiner Erdlöcher. Ihr Verhalten wirkt suchend, beinahe vorsichtig. Für einen Moment verschwindet sie wieder im Sonnenlicht – unauffällig für die meisten, doch unverzichtbar im fein abgestimmten Gefüge der Natur. Es ist die Langkopf-Wespenbiene, eine Spezialistin mit einer ganz eigenen Lebensweise.

Artbeschreibung

Die Langkopf-Wespenbiene (Nomada sexfasciata) gehört zur Familie der Apidae und zur Gattung der Wespenbienen (Nomada). Ihr Name verweist auf den im Verhältnis zum Körper auffallend länglichen Kopf sowie auf die wespenähnliche Färbung. Der Körper ist schlank gebaut, meist schwarz, rotbraun und gelb gezeichnet, was ihr ein kontrastreiches Erscheinungsbild verleiht.

Im Gegensatz zu vielen anderen Wildbienen sammelt Nomada sexfasciata keinen Pollen. Sie ist eine sogenannte Kuckucksbiene und lebt parasitisch. Die Weibchen legen ihre Eier in die Nester anderer Wildbienen, vor allem von Sandbienen der Gattung Andrena. Die Larven entwickeln sich dort auf Kosten des Wirtsnachwuchses. Diese spezialisierte Lebensweise macht die Art besonders abhängig von stabilen Populationen ihrer Wirtsbienen.

Langkopf-Wespenbienen sind vor allem im Frühjahr aktiv. Sie bevorzugen offene, sonnige Lebensräume mit sandigen oder lockeren Böden, wie Trockenrasen, Magerrasen, Böschungen oder extensiv genutzte Landschaften. Ihre Präsenz ist oft ein Hinweis auf eine intakte, artenreiche Wildbienenfauna.

Perspektive im Wandel von Lebensraum und Klima

Die Zukunft der Langkopf-Wespenbiene ist eng mit der Entwicklung ihrer Lebensräume verknüpft. Der Verlust offener Bodenstellen, zunehmende Flächenversiegelung, intensive Landwirtschaft und der Rückgang strukturreicher Landschaften setzen sowohl der Art selbst als auch ihren Wirtsbienen zu. Da Nomada sexfasciata auf ganz bestimmte ökologische Bedingungen angewiesen ist, reagiert sie besonders sensibel auf Veränderungen.

Der Klimawandel verstärkt diese Herausforderungen zusätzlich. Verschobene Blühzeiten, veränderte Aktivitätsphasen der Wirtsarten und zunehmende Wetterextreme können das fein abgestimmte Zusammenspiel zwischen Parasit und Wirt aus dem Gleichgewicht bringen. Gleichzeitig könnten mildere Frühjahre in manchen Regionen auch neue Lebensräume eröffnen – vorausgesetzt, geeignete Strukturen bleiben erhalten.

Der Schutz der Langkopf-Wespenbiene bedeutet daher immer auch den Schutz vielfältiger Wildbienenlebensräume. Offene Böden, blütenreiche Saumstrukturen und eine naturnahe Landschaftsgestaltung sind zentrale Bausteine, um dieser besonderen Art auch in Zukunft einen Platz in unserer Umwelt zu sichern.

In der Aufnahme von Dieter Zinßer

  • Nomada sexfasciata als Teil der Wildbienenvielfalt