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Die nächste Generation
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Die große Reise der kleinen Erdkröten und Grasfrösche

  • Es war ein milder Frühlingsabend. Die Luft roch nach feuchter Erde, und über den Wiesen lag ein leiser Nebelschleier. Am Rand eines stillen Teiches begann ein besonderes Schauspiel: Die Erdkröten (Bufo bufo) und die Grasfrösche waren zurückgekehrt.

Jedes Jahr wandern sie oft weite Strecken, um genau dieses eine Gewässer zu erreichen – den Ort, an dem sie selbst einmal geschlüpft sind. Hier legen sie ihren Laich ab. Die Grasfrösche formen kleine, gallertartige Klumpen, die wie glitzernde Perlen im Wasser treiben. Die Erdkröten dagegen legen lange, durchsichtige Laichschnüre ab, die sich zwischen Wasserpflanzen winden.

Schon nach kurzer Zeit beginnt das Leben im Verborgenen: Aus den Eiern schlüpfen winzige Kaulquappen. Sie sind kaum größer als ein Reiskorn und sehen eher aus wie kleine schwarze Punkte mit einem Schwanz. Doch sie wachsen schnell.

Das Leben im Wasser – ein gefährlicher Kindergarten

Die Kaulquappen verbringen die ersten Wochen und Monate ihres Lebens ausschließlich im Wasser. Hier fressen sie Algen, Pflanzenreste und winzige Lebewesen. Das Wasser ist ihr Schutzraum – aber auch ein Ort voller Gefahren.

Libellenlarven lauern zwischen den Pflanzen und schießen blitzschnell nach Beute. Wasserkäfer und ihre Larven sind ebenfalls geschickte Jäger. Auch Fische, wenn sie im Teich leben, machen Jagd auf die kleinen Kaulquappen. Und von oben drohen Reiher oder Enten, die im flachen Wasser nach Nahrung suchen. Doch die Natur hat den Kaulquappen auch Fähigkeiten mitgegeben: Sie schwimmen oft in Gruppen, was es für Räuber schwieriger macht, einzelne Tiere zu fangen. Außerdem sind sie gut getarnt.

Eine noch größere Gefahr ist jedoch das Wasser selbst. Wenn es im Frühling und Sommer zu wenig regnet, kann das Laichgewässer austrocknen. Dann schrumpft der Lebensraum immer weiter – und die Kaulquappen haben nicht genug Zeit, sich vollständig zu entwickeln.

Die Verwandlung – ein Wunder der Natur

Mit der Zeit beginnt ein erstaunlicher Prozess: die Metamorphose. Zuerst wachsen den Kaulquappen kleine Hinterbeine, später Vorderbeine. Ihre Kiemen verschwinden, und sie entwickeln Lungen, um an Land atmen zu können.Der lange Schwanz wird nach und nach abgebaut – er dient sogar als Energiequelle für diesen Umbau. Schließlich ist aus der Kaulquappe ein kleines, fertiges Landtier geworden: eine junge Erdkröte oder ein kleiner Grasfrosch. Nun stehen tausende winzige Tiere gleichzeitig am Ufer. Und dann passiert es: Sie verlassen das Wasser.

Der erste Schritt an Land

Für die kleinen Amphibien beginnt jetzt ein völlig neues Leben. Sie machen sich auf den Weg in Wiesen, Wälder und Gärten. Dort suchen sie Schutz unter Steinen, in feuchter Erde oder im dichten Gras.

Doch dieser erste Weg ist besonders gefährlich.

Viele der Jungtiere müssen Straßen überqueren. Autos sind eine große Bedrohung, denn die kleinen Kröten und Frösche sind kaum zu sehen. In manchen Nächten sterben unzählige Tiere auf den Straßen. Auch in der Landschaft finden sie nicht immer geeignete Lebensräume. Aufgeräumte Gärten ohne Verstecke, versiegelte Flächen oder intensiv genutzte Felder bieten wenig Schutz. Pestizide können ihre Nahrung – Insekten und andere Kleintiere – verringern oder sie sogar direkt schädigen.

Unsichtbare Gefahren: Mensch und Klimawandel


Neben den direkten Gefahren gibt es auch solche, die man nicht sofort sieht.

Der Klimawandel verändert das Gleichgewicht der Natur. Frühere oder spätere Regenzeiten bringen die Entwicklung der Kaulquappen durcheinander. Hitzeperioden lassen Gewässer schneller austrocknen. Manche Teiche verschwinden ganz.

Auch der Mensch verändert die Lebensräume stark:

  • Feuchtgebiete werden trockengelegt
  • Wälder und Wiesen werden bebaut
  • Straßen zerschneiden Wanderwege
  • Müll verschmutzt die Umwelt

All das macht es für Erdkröten und Grasfrösche schwerer, zu überleben und sich fortzupflanzen.

Hoffnung für die kleinen Wanderer


Doch es gibt auch gute Nachrichten: Viele Menschen setzen sich für den Schutz dieser Tiere ein.

Im Frühling werden an vielen Straßen sogenannte Krötenzäune aufgebaut. Ehrenamtliche Helfer sammeln die Tiere ein und tragen sie sicher über die Straße. Neue Teiche werden angelegt, damit die Amphibien geeignete Laichgewässer finden. Naturnahe Gärten mit Verstecken und ohne Gift helfen ebenfalls.

Jeder kann etwas tun:

  • Laub- und Steinhaufen als Verstecke liegen lassen
  • Auf Chemikalien und Gifte verzichten
  • Beim Autofahren in Amphibiengebieten besonders vorsichtig sein

Ein Kreislauf des Lebens

Die kleinen Erdkröten und Grasfrösche wachsen heran. Viele überleben die Gefahren nicht – doch einige schaffen es. Sie werden größer, stärker und verbringen den Sommer und Herbst an Land. Und eines Tages, wenn der nächste Frühling kommt, machen sie sich selbst auf den Weg. Zurück zu dem Gewässer, in dem alles begann. Dort legen sie ihren eigenen Laich ab – und die Geschichte beginnt von vorn.

So zeigt uns die Natur, wie wichtig jedes einzelne Tier ist. Denn selbst die kleinste Kröte spielt eine Rolle im großen Kreislauf des Lebens.

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