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Chrysolina herbacea, Minze-Blattkäfer
Bild zum Eintrag (1147807-160)
Wenn aus Nähe neues Leben entsteht – der Minzeblattkäfer sorgt für die nächste Generation

Zwischen den intensiv duftenden Blättern einer Minze ist an diesem Tag eine besondere Begegnung zu beobachten. Zwei metallisch grün schimmernde Minzeblattkäfer haben zueinandergefunden. Was mit einem kleinen Augenzwinkern als „Einsatz für die Arterhaltung“ bezeichnet werden kann, ist ein wichtiger Teil ihres natürlichen Lebenszyklus: die Paarung und damit die Grundlage für eine neue Käfergeneration.

Der Minzeblattkäfer (Chrysolina herbacea) gehört zur Familie der Blattkäfer. Sein kompakter, gewölbter Körper glänzt meist in einem kräftigen Grün, kann je nach Lichteinfall aber auch bläuliche, kupferfarbene oder goldene Reflexe zeigen. Diese auffällige Färbung macht ihn zu einem kleinen Juwel unter unseren heimischen Insekten.

Eng verbunden ist die Art mit verschiedenen Minzen. Besonders an sonnigen bis halbschattigen, ausreichend feuchten Standorten können die Käfer auf ihren Nahrungspflanzen entdeckt werden. Erwachsene Tiere und Larven ernähren sich von den Blättern. Dabei entstehende Fraßspuren sind Bestandteil einer seit langer Zeit bestehenden Beziehung zwischen Pflanze und Insekt. Wissenschaftliche Untersuchungen zeigen sogar, dass der Minzeblattkäfer Duftstoffe der Wasserminze wahrnimmt und gezielt zur Orientierung nutzen kann.

Nach der Paarung legt das Weibchen seine Eier an geeigneten Minzpflanzen ab. Die später schlüpfenden Larven finden dort unmittelbar ihre Nahrung. Nach ihrer Entwicklung erfolgt die Verpuppung im Boden, bevor schließlich die nächste Käfergeneration erscheint. Aus einer für uns kaum bemerkbaren Begegnung auf einem Minzblatt entwickelt sich so ein vollständiger neuer Lebenszyklus.

Doch auch eine Art, die auf den ersten Blick noch regelmäßig zu beobachten ist, benötigt geeignete Lebensräume. Feuchte Säume, naturnahe Bachufer, Grabenränder und ungestörte Gartenbereiche mit Minzen dürfen nicht vollständig gemäht, gemulcht oder trockengelegt werden. Werden die Pflanzen während der Entwicklungszeit beseitigt, verschwinden mit ihnen möglicherweise Eier, Larven und erwachsene Käfer.

Für Artenschutz in Franken® liegt gerade in solchen kleinen Beobachtungen eine wichtige Botschaft: Artenvielfalt entsteht nicht nur in großen Schutzgebieten. Sie beginnt ebenso auf einem Minzblatt, an einem feuchten Wegrand oder in einer unscheinbaren Gartenecke. Wenn wir diesen Plätzen Zeit und Raum lassen, ermöglichen wir dem Minzeblattkäfer und vielen weiteren Insekten, ihren natürlichen Lebenszyklus fortzusetzen.

Der glänzende Käfer widmet sich also nicht bewusst der „Arterhaltung“ – und doch trägt seine Paarung dazu bei, dass auch künftig kleine grüne Farbtupfer zwischen den Minzblättern zu entdecken sein werden.


Aufnahme von Bernhard Schmalisch
  • Ein kleiner Moment mit großer Bedeutung: Zwei Minzeblattkäfer widmen sich dem Fortbestand ihrer Art.
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