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Laubfrosch 02/2026
Bild zum Eintrag (1136732-160)
Der Ruf im Schilf

Als die Abendsonne über der Wiese versank, erwachte das kleine Teichufer zum Leben. Zwischen den Halmen kletterte ein winziger, leuchtend grüner Frosch langsam nach oben. Hoch oben auf einem Schilfstängel hielt er inne, blähte seine Kehle und ließ seinen Ruf erklingen – laut, rhythmisch und überraschend kraftvoll für so ein kleines Tier. Sein Gesang sollte Artgenossen anlocken, ein Revier markieren und vom Leben in diesem scheinbar stillen Gewässer erzählen. Doch während sein Ruf über die Wiese hallte, war der Teich kleiner als noch vor wenigen Jahren, die umliegenden Felder größer – und die Zukunft dieses kleinen Sängers ungewisser.

Artbeschreibung

Der Europäische Laubfrosch (wissenschaftlicher Name: Hyla arborea) gehört zu den bekanntesten Amphibien Mitteleuropas. Mit einer Körperlänge von etwa 3 bis 5 Zentimetern ist er relativ klein, fällt jedoch durch seine leuchtend grüne Färbung auf. Je nach Temperatur, Licht und Stimmung kann seine Hautfarbe variieren und auch bräunliche oder gräuliche Töne annehmen.

Ein charakteristisches Merkmal ist der dunkle Seitenstreifen, der sich von der Schnauze über das Auge bis zu den Hinterbeinen zieht. Seine Haftscheiben an Fingern und Zehen ermöglichen ihm das Klettern an Pflanzen, Sträuchern und sogar glatten Oberflächen – eine Besonderheit unter den heimischen Fröschen.

Der Europäische Laubfrosch lebt bevorzugt in strukturreichen Landschaften mit einem Wechsel aus:

  • flachen, sonnenexponierten Gewässern (Laichplätze),

  • Wiesen und Feuchtflächen,

  • Hecken, Gebüschen und Waldrändern als Sommerlebensraum.

Seine Fortpflanzungszeit liegt im Frühjahr und Frühsommer. Dann erfüllen die lauten Balzrufe der Männchen die Abendstunden rund um geeignete Gewässer.

Perspektiven im Wandel von Lebensraum und Klima

Die Zukunft des Europäischen Laubfroschs hängt stark von der Entwicklung seiner Lebensräume ab. Viele seiner traditionellen Laichgewässer – kleine Tümpel, Überschwemmungsflächen oder Feldteiche – sind in den letzten Jahrzehnten verschwunden oder stark verändert worden.

Der Klimawandel verstärkt diese Problematik:


  • Längere Trockenperioden lassen flache Gewässer früh austrocknen, bevor sich Kaulquappen vollständig entwickeln können.

  • Mildere Winter können die Winterruhe stören.

  • Extremwetterereignisse verändern Wasserstände und Vegetation.

Gleichzeitig kann eine längere Vegetationsperiode auch Chancen bieten – vorausgesetzt, geeignete und dauerhaft wasserführende Lebensräume sind vorhanden. Entscheidend für die Zukunft der Art ist daher die Erhaltung und Neuschaffung vernetzter Feuchtbiotope.

Bedrohung durch den Menschen

Der Mensch ist der wichtigste Einflussfaktor auf die Bestände des Europäischen Laubfroschs. Zu den größten Gefährdungen zählen:


  • Lebensraumverlust durch Bebauung, Straßenbau und intensive Landwirtschaft

  • Entwässerung von Feuchtgebieten und Beseitigung kleiner Gewässer

  • Pestizide und Düngemittel, die Gewässer belasten und Nahrungsinsekten reduzieren

  • Zerschneidung von Lebensräumen, wodurch Wanderwege zwischen Sommer- und Laichgebieten unterbrochen werden

  • Auch der Straßenverkehr fordert während der Wanderzeiten viele Opfer.

Ausblick

Trotz dieser Herausforderungen ist der Europäische Laubfrosch eine Art mit Chancen. Schutzmaßnahmen wie das Anlegen von Kleingewässern, extensive Bewirtschaftung von Wiesen, der Erhalt von Heckenstrukturen und Amphibienschutz an Straßen zeigen bereits vielerorts positive Wirkung. Wenn Landschaften wieder vielfältiger und naturnäher gestaltet werden, kann sein Ruf auch in Zukunft an warmen Frühlingsabenden über Wiesen und Teiche hallen – als lebendiges Zeichen dafür, dass selbst kleine Arten eine große Bedeutung für unsere Natur haben.


In der Aufnahme von V.Greb
  • Aus der Winterstarre erwacht .. ein Laubfrosch vom 28.02.2026
Aufgewacht
Bild zum Eintrag (1136734-160)
In der Aufnahme von V.Greb
  •     Aus der Winterstarre erwacht .. ein Laubfrosch vom 28.02.2026
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