Sie befinden sich hier:
Tiere
>
Hautflügler
>
Faltenwespen (Vespidae)
>
Hornisse / Europäische Hornisse (Vespa crabro)
Seite:
1
|
2
|
3
|
4
|
5
|
6
|
7
|
8
|
9
|
10
|
11
|
12
|
13
|
14
|
15
|
16
|
17
|
18
|
19
|
20
|
21
|
22
Wenn der Sommer seinen Höhepunkt erreicht – Hornissen im Holzbeton-Nistkasten
Wenn der Sommer seinen Höhepunkt erreicht – Hornissen im Holzbeton-Nistkasten
Ende August herrscht am Einflugloch des Holzbeton-Nistkastens reger Betrieb. Immer wieder erscheinen Hornissen, verschwinden im schmalen Zugang oder starten von dort zu ihrem nächsten Flug. Was ursprünglich als Brutplatz für Vögel angebracht wurde, hat sich in diesem Jahr zu einem geschützten Quartier für ein Hornissenvolk entwickelt.
Für Artenschutz in Franken® ist diese Beobachtung ein eindrucksvolles Beispiel dafür, wie flexibel Tiere auf vorhandene Strukturen reagieren können. Wo geeignete natürliche Baumhöhlen fehlen, werden mitunter auch Vogelnistkästen, Verschalungen oder andere geschützte Hohlräume angenommen. Der stabile Holzbetonkasten bietet dem Volk einen trockenen und vergleichsweise gut abgeschirmten Raum.
Ein Volk auf dem Höhepunkt seiner Entwicklung
Zwischen Mitte August und Mitte September erreichen viele Völker der Europäischen Hornisse (Vespa crabro) ihre größte Stärke. Der Flugverkehr am Nest nimmt deutlich zu. Arbeiterinnen versorgen die Brut, tragen Nahrung ein, erweitern die papierartige Neststruktur und halten den Innenraum sauber.
Die eindrucksvollen Tiere erfüllen dabei wichtige Aufgaben im Naturhaushalt. Für die Aufzucht ihrer Larven erbeuten sie zahlreiche andere Insekten. Die erwachsenen Hornissen ernähren sich dagegen vor allem von zuckerhaltigen Pflanzensäften, reifem Obst und anderen natürlichen Energiequellen.
Wer den Flugbetrieb mit ausreichendem Abstand beobachtet, erkennt schnell die gute Organisation des Volkes. Ankommende und abfliegende Tiere begegnen sich am engen Zugang, während im Inneren des Kastens zahlreiche Tätigkeiten gleichzeitig ablaufen. Dennoch handelt es sich nicht um einen dauerhaft bestehenden Staat. Das gesamte Hornissenvolk lebt nur einen Sommer lang.
Die Vorbereitung auf den Herbst beginnt
Gerade in der Phase seiner größten Stärke beginnt bereits ein grundlegender Wandel. Nun werden zunehmend Geschlechtstiere hervorgebracht: männliche Drohnen und junge Königinnen. Sie tragen die Zukunft der nächsten Generation in sich.
Die jungen Königinnen verlassen später das Nest, werden begattet und suchen sich anschließend geschützte Winterquartiere. Dafür kommen beispielsweise Spalten, Hohlräume, lockeres Totholz oder Bereiche unter Baumrinde infrage. Nur diese begatteten Jungköniginnen können den Winter überdauern und im folgenden Frühjahr ein neues Volk gründen.
Das derzeit so aktive Hornissennest im Holzbetonkasten wird dagegen mit dem Fortschreiten des Herbstes immer stiller werden. Sinkende Temperaturen, ein knapper werdendes Nahrungsangebot und das natürliche Ende der Lebenszeit von Arbeiterinnen und alter Königin führen allmählich zum Zusammenbruch des Staates. Auch die Drohnen sterben nach der Paarungszeit.
Dieser Niedergang ist kein Scheitern. Er gehört zum natürlichen Jahreszyklus der Hornissen. Die Aufgabe des alten Volkes ist erfüllt, sobald die neue Generation von Königinnen in die Landschaft entlassen wurde.
Ein kurzer Sommer – eine große Leistung
Nur wenige Monate zuvor begann alles mit einer einzigen überwinterten Königin. Sie suchte im Frühjahr nach einem geeigneten Hohlraum, fertigte die ersten Wabenzellen und versorgte die anfängliche Brut noch allein. Erst nachdem die ersten Arbeiterinnen geschlüpft waren, konnte sie sich zunehmend auf die Eiablage konzentrieren.
Aus diesem kleinen Anfang entwickelte sich ein leistungsfähiger Insektenstaat. Dass er seine größte Stärke ausgerechnet dann erreicht, wenn sich der Sommer bereits dem Ende zuneigt, macht die Beobachtung besonders eindrucksvoll. Auf höchste Aktivität folgt innerhalb weniger Wochen die Auflösung des Volkes – während die jungen Königinnen bereits den Beginn eines neuen Hornissenjahres in sich tragen.
Beobachten, respektieren und Abstand halten
Artenschutz in Franken® wird die Aktivität am Holzbeton-Nistkasten weiterhin aus angemessener Entfernung verfolgen. Der unmittelbare Einflugbereich bleibt frei, Erschütterungen und hektische Bewegungen in Nestnähe werden vermieden. Hornissen verteidigen ihren Nistplatz, wenn sie sich oder ihre Brut bedroht sehen. Außerhalb des engeren Nestbereichs verhalten sie sich gegenüber Menschen jedoch meist zurückhaltend.
Die Europäische Hornisse gehört in Deutschland zu den besonders geschützten Arten. Tiere und Nest dürfen daher nicht eigenmächtig beeinträchtigt, entfernt oder zerstört werden. Sollte sich an einem anderen Standort tatsächlich ein nicht vermeidbarer Konflikt ergeben, sind die zuständige Untere Naturschutzbehörde oder fachkundige Hornissenberater die richtigen Ansprechpartner.
Unser Hornissenvolk im Vogelnistkasten erinnert uns daran, dass künstliche Nisthilfen nicht immer nur von den ursprünglich vorgesehenen Arten genutzt werden. Manchmal entwickeln sie sich zu wertvollen Ersatzquartieren für ganz andere Bewohner. Artenschutz bedeutet für uns deshalb auch, solche unerwarteten Entwicklungen zuzulassen, aufmerksam hinzusehen und natürlichen Abläufen den notwendigen Raum zu geben.
Noch erfüllt das tiefe Brummen die Umgebung des Kastens. Doch schon bald wird es ruhiger werden. Zurück bleibt dann nicht nur die leere Nesthülle, sondern auch die Hoffnung, dass einige der jungen Königinnen sicher durch den Winter gelangen und im kommenden Frühjahr ein neues Hornissenvolk begründen.
In der Darstellung - KI-bearbeitete Darstellung auf Grundlage einer Originalaufnahme
Stand 30.08.2026
Ende August herrscht am Einflugloch des Holzbeton-Nistkastens reger Betrieb. Immer wieder erscheinen Hornissen, verschwinden im schmalen Zugang oder starten von dort zu ihrem nächsten Flug. Was ursprünglich als Brutplatz für Vögel angebracht wurde, hat sich in diesem Jahr zu einem geschützten Quartier für ein Hornissenvolk entwickelt.
Für Artenschutz in Franken® ist diese Beobachtung ein eindrucksvolles Beispiel dafür, wie flexibel Tiere auf vorhandene Strukturen reagieren können. Wo geeignete natürliche Baumhöhlen fehlen, werden mitunter auch Vogelnistkästen, Verschalungen oder andere geschützte Hohlräume angenommen. Der stabile Holzbetonkasten bietet dem Volk einen trockenen und vergleichsweise gut abgeschirmten Raum.
Ein Volk auf dem Höhepunkt seiner Entwicklung
Zwischen Mitte August und Mitte September erreichen viele Völker der Europäischen Hornisse (Vespa crabro) ihre größte Stärke. Der Flugverkehr am Nest nimmt deutlich zu. Arbeiterinnen versorgen die Brut, tragen Nahrung ein, erweitern die papierartige Neststruktur und halten den Innenraum sauber.
Die eindrucksvollen Tiere erfüllen dabei wichtige Aufgaben im Naturhaushalt. Für die Aufzucht ihrer Larven erbeuten sie zahlreiche andere Insekten. Die erwachsenen Hornissen ernähren sich dagegen vor allem von zuckerhaltigen Pflanzensäften, reifem Obst und anderen natürlichen Energiequellen.
Wer den Flugbetrieb mit ausreichendem Abstand beobachtet, erkennt schnell die gute Organisation des Volkes. Ankommende und abfliegende Tiere begegnen sich am engen Zugang, während im Inneren des Kastens zahlreiche Tätigkeiten gleichzeitig ablaufen. Dennoch handelt es sich nicht um einen dauerhaft bestehenden Staat. Das gesamte Hornissenvolk lebt nur einen Sommer lang.
Die Vorbereitung auf den Herbst beginnt
Gerade in der Phase seiner größten Stärke beginnt bereits ein grundlegender Wandel. Nun werden zunehmend Geschlechtstiere hervorgebracht: männliche Drohnen und junge Königinnen. Sie tragen die Zukunft der nächsten Generation in sich.
Die jungen Königinnen verlassen später das Nest, werden begattet und suchen sich anschließend geschützte Winterquartiere. Dafür kommen beispielsweise Spalten, Hohlräume, lockeres Totholz oder Bereiche unter Baumrinde infrage. Nur diese begatteten Jungköniginnen können den Winter überdauern und im folgenden Frühjahr ein neues Volk gründen.
Das derzeit so aktive Hornissennest im Holzbetonkasten wird dagegen mit dem Fortschreiten des Herbstes immer stiller werden. Sinkende Temperaturen, ein knapper werdendes Nahrungsangebot und das natürliche Ende der Lebenszeit von Arbeiterinnen und alter Königin führen allmählich zum Zusammenbruch des Staates. Auch die Drohnen sterben nach der Paarungszeit.
Dieser Niedergang ist kein Scheitern. Er gehört zum natürlichen Jahreszyklus der Hornissen. Die Aufgabe des alten Volkes ist erfüllt, sobald die neue Generation von Königinnen in die Landschaft entlassen wurde.
Ein kurzer Sommer – eine große Leistung
Nur wenige Monate zuvor begann alles mit einer einzigen überwinterten Königin. Sie suchte im Frühjahr nach einem geeigneten Hohlraum, fertigte die ersten Wabenzellen und versorgte die anfängliche Brut noch allein. Erst nachdem die ersten Arbeiterinnen geschlüpft waren, konnte sie sich zunehmend auf die Eiablage konzentrieren.
Aus diesem kleinen Anfang entwickelte sich ein leistungsfähiger Insektenstaat. Dass er seine größte Stärke ausgerechnet dann erreicht, wenn sich der Sommer bereits dem Ende zuneigt, macht die Beobachtung besonders eindrucksvoll. Auf höchste Aktivität folgt innerhalb weniger Wochen die Auflösung des Volkes – während die jungen Königinnen bereits den Beginn eines neuen Hornissenjahres in sich tragen.
Beobachten, respektieren und Abstand halten
Artenschutz in Franken® wird die Aktivität am Holzbeton-Nistkasten weiterhin aus angemessener Entfernung verfolgen. Der unmittelbare Einflugbereich bleibt frei, Erschütterungen und hektische Bewegungen in Nestnähe werden vermieden. Hornissen verteidigen ihren Nistplatz, wenn sie sich oder ihre Brut bedroht sehen. Außerhalb des engeren Nestbereichs verhalten sie sich gegenüber Menschen jedoch meist zurückhaltend.
Die Europäische Hornisse gehört in Deutschland zu den besonders geschützten Arten. Tiere und Nest dürfen daher nicht eigenmächtig beeinträchtigt, entfernt oder zerstört werden. Sollte sich an einem anderen Standort tatsächlich ein nicht vermeidbarer Konflikt ergeben, sind die zuständige Untere Naturschutzbehörde oder fachkundige Hornissenberater die richtigen Ansprechpartner.
Unser Hornissenvolk im Vogelnistkasten erinnert uns daran, dass künstliche Nisthilfen nicht immer nur von den ursprünglich vorgesehenen Arten genutzt werden. Manchmal entwickeln sie sich zu wertvollen Ersatzquartieren für ganz andere Bewohner. Artenschutz bedeutet für uns deshalb auch, solche unerwarteten Entwicklungen zuzulassen, aufmerksam hinzusehen und natürlichen Abläufen den notwendigen Raum zu geben.
Noch erfüllt das tiefe Brummen die Umgebung des Kastens. Doch schon bald wird es ruhiger werden. Zurück bleibt dann nicht nur die leere Nesthülle, sondern auch die Hoffnung, dass einige der jungen Königinnen sicher durch den Winter gelangen und im kommenden Frühjahr ein neues Hornissenvolk begründen.
In der Darstellung - KI-bearbeitete Darstellung auf Grundlage einer Originalaufnahme
- Noch zeigt sich das Hornissenvolk voller Aktivität. Gleichzeitig beginnt bereits die Vorbereitung auf den Herbst, an dessen Ende nur die begatteten Jungköniginnen überwintern werden. - Herausgearbeitet wurde hier die Hornisse am Eingang - sonst stellt die Darstellung bei auf die Einbettung der KI Hinweise die Originalsituation dar.
Stand 30.08.2026
Aktueller Ordner:
Faltenwespen (Vespidae)
Parallele Themen:
Asiatische Hornisse (Vespa velutina)
Delta unguiculata, Große Lehmwespe
Eumenes coarctatus, Pillenwespe
Gemeine Schornsteinwespe (Odynerus spinipes)
Gymnomerus laevipes
Heide-Feldwespe (Polistes nimpha)
Hornisse / Europäische Hornisse (Vespa crabro)
Vespula germanica, Deutsche Wespe















