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Kleine Goldschrecke
Weibchen der Kleinen Goldschrecke, Euthystira brachyptera.
Bild zum Eintrag (1136349-160)
Kleine Goldschrecke (Euthystira brachyptera)

An einem warmen Julimorgen liegt Tau auf einer stillen Wiese. Zwischen Gräsern und Kräutern glitzern die Tropfen im ersten Sonnenlicht. Plötzlich bewegt sich ein Halm – vorsichtig, fast lautlos. Eine kleine, goldgrün schimmernde Heuschrecke klettert nach oben und richtet sich der Sonne entgegen. Für einen Moment wirkt sie selbst wie ein Teil des Lichts. Die Wiese erwacht, doch die Kleine Goldschrecke bleibt ruhig. Ihr Leben ist unscheinbar – und gerade deshalb ein kostbarer Teil unserer Landschaft.

Artbeschreibung

Die Kleine Goldschrecke (wissenschaftlicher Name: Euthystira brachyptera) gehört zur Familie der Kurzfühlerschrecken. Sie ist eine eher kleine und zierliche Heuschreckenart. Charakteristisch ist ihre gelblich-grüne bis goldene Färbung, die ihr den deutschen Namen verleiht und gleichzeitig eine hervorragende Tarnung im Gras bietet.

Typische Merkmale:

  • Körperlänge: etwa 15–20 mm

  • Männchen meist schlanker und etwas kleiner als Weibchen

  • Relativ kurze Flügel, die selten zum Fliegen genutzt werden

  • Leiser, unauffälliger Gesang (Stridulation) der Männchen

Die Art lebt bevorzugt in mageren, extensiv genutzten Wiesen, an Waldrändern, auf Böschungen oder in lichten Trockenrasen. Entscheidend ist eine strukturreiche Vegetation mit nicht zu dichtem Grasbewuchs.

Perspektiven im Wandel von Lebensraum und Klima

Die Zukunft der Kleinen Goldschrecke hängt stark von der Entwicklung ihrer Lebensräume ab. Durch die Intensivierung der Landwirtschaft, häufiges Mähen und die Düngung von Wiesen verschwinden vielerorts die artenreichen, nährstoffarmen Flächen, die sie benötigt.

Der Klimawandel wirkt dabei in zwei Richtungen:

  • Mildere Temperaturen können die Ausbreitung in höhere Lagen oder nördlichere Regionen begünstigen.

  • Längere Trockenperioden und Extremwetter können jedoch Lebensräume verändern oder zerstören, insbesondere wenn Vegetationsstrukturen verloren gehen.

Wo extensiv bewirtschaftete Wiesen erhalten oder neu geschaffen werden, kann die Art stabil bleiben oder sich sogar wieder ausbreiten. Ihre Zukunft ist daher eng mit naturnaher Landnutzung verknüpft.

Bedrohung durch den Menschen

Die größte Gefahr für die Kleine Goldschrecke geht von menschlichen Eingriffen in die Landschaft aus. Dazu zählen:

  • Intensivierung der Landwirtschaft (Düngung, häufige Mahd)

  • Umwandlung von Wiesen in Ackerflächen oder Baugebiete

  • Flächenversiegelung und Zerschneidung von Lebensräumen

  • Einsatz von Pestiziden

  • Aufgabe traditioneller, extensiver Bewirtschaftungsformen

Schutzmaßnahmen wie späte Mahd, Verzicht auf Düngung, die Anlage von Blühflächen und der Erhalt von Wiesenrandstrukturen können entscheidend dazu beitragen, die Lebensbedingungen der Art zu sichern.

In der Aufnahme von Günter Neuberger
  • Kleine Goldschrecke im Morgenlicht auf einer Sommerwiese
Kleine Goldschrecke
Bild zum Eintrag (1136350-160)

In der Aufnahme von Johannes Rother

  • Die Kleine Goldschrecke ist in Mitteleuropa relativ weit verbreitet. Auch in unserer Region kommt diese Schreckenart häufig vor. Kleine Goldschrecken erreichen Körperlängen von 1,2 – 1,7 Zentimeter ( männliche Individuen ) und 1,8 bis 2,5 ( 2,6 ) Zentimeter ( weibliche Individuen ).Die bevorzugte Nahrung besteht aus Pflanzenteilen. Die Fortpflanzung wird nach unserem Kenntnisstand rein oberirdisch praktiziert, wobei die Larven meist im darauf folgenden Mai schlüpfen.