Binsenschmuckzikade (Cicadella viridis) / Grüne Zwergzikade
Die grüne Tänzerin im Morgentau
Als die ersten Sonnenstrahlen über die Feuchtwiese wandern, glitzern Tautropfen wie kleine Kristalle auf den Halmen. Zwischen Binsen und Gräsern sitzt sie – schmal, leuchtend grün und fast durchsichtig im Gegenlicht. Mit einem schnellen Satz wechselt sie den Halm, kaum wahrnehmbar für das ungeübte Auge. Für einen Moment verharrt sie, als lausche sie dem Summen der Umgebung. Dann hebt sie die Flügel leicht an, und ihr zarter Körper schimmert wie emailliert. Die Binsenschmuckzikade ist wach – und mit ihr beginnt ein neuer Tag im Mikrokosmos der Feuchtwiese.
Artbeschreibung: Binsenschmuckzikade (Cicadella viridis)
Die Binsenschmuckzikade (Cicadella viridis) gehört zur Familie der Zwergzikaden (Cicadellidae). Mit einer Körperlänge von etwa 7 bis 9 Millimetern zählt sie zu den mittelgroßen Vertretern dieser artenreichen Gruppe. Ihr auffälligstes Merkmal ist die leuchtend grüne Grundfärbung, die ihr eine hervorragende Tarnung in ihrem bevorzugten Lebensraum bietet. Weibchen zeigen häufig gelbliche bis orangefarbene Zeichnungen am Hinterleib, während Männchen meist einheitlicher grün gefärbt sind.
Der Körper ist schlank und keilförmig, typisch für viele Blatt- und Zwergzikaden. Die kräftigen Hinterbeine ermöglichen weite Sprünge, mit denen sie bei Störungen blitzschnell das Weite sucht. Wie alle Zikaden besitzt sie stechend-saugende Mundwerkzeuge. Damit zapft sie Pflanzensäfte an, vor allem von Gräsern, Seggen und Binsen.
Die Art ist in weiten Teilen Europas und Asiens verbreitet. Ihr bevorzugter Lebensraum sind feuchte Wiesen, Moore, Gräben und Uferbereiche – überall dort, wo ausreichend krautige Vegetation und eine gewisse Bodenfeuchte vorhanden sind. Die Entwicklung verläuft über mehrere Nymphenstadien, die den erwachsenen Tieren bereits ähneln, jedoch noch keine voll entwickelten Flügel besitzen. In Mitteleuropa ist die Art meist von späten Frühjahr bis in den Herbst hinein zu beobachten.
Perspektiven im Wandel: Lebensraumveränderung und Klimawandel
Die Binsenschmuckzikade ist eng an feuchte Lebensräume gebunden. Genau diese Lebensräume zählen jedoch zu den am stärksten gefährdeten Ökosystemen. Entwässerung von Mooren, intensive landwirtschaftliche Nutzung, Bebauung und die Umwandlung artenreicher Wiesen in Monokulturen führen zu einem deutlichen Rückgang geeigneter Habitate.
Der Klimawandel verstärkt diese Entwicklung zusätzlich. Längere Trockenperioden und steigende Temperaturen können Feuchtwiesen austrocknen oder ihre Vegetationszusammensetzung verändern. Pflanzenarten, auf die die Binsenschmuckzikade spezialisiert ist, gehen zurück oder werden durch trockenheitsresistentere Arten ersetzt. Dadurch verändert sich auch das Nahrungsangebot.
Gleichzeitig kann eine moderate Erwärmung in nördlicheren Regionen zu einer Ausbreitung der Art führen, sofern geeignete Feuchtflächen erhalten bleiben oder neu entstehen. Die Zukunft der Binsenschmuckzikade hängt daher stark von einem nachhaltigen Umgang mit Feuchtgebieten ab. Renaturierungsmaßnahmen, die Wiedervernässung von Mooren sowie eine extensive Bewirtschaftung von Wiesen können dazu beitragen, ihren Lebensraum langfristig zu sichern.
Die Binsenschmuckzikade steht exemplarisch für viele unscheinbare, aber ökologisch bedeutsame Insektenarten: Ihr Schicksal ist eng mit der Vielfalt und Stabilität unserer Landschaften verknüpft.
In der Aufnahme von Albert Meier
Artenschutz im Steigerwald / 2010
Als die ersten Sonnenstrahlen über die Feuchtwiese wandern, glitzern Tautropfen wie kleine Kristalle auf den Halmen. Zwischen Binsen und Gräsern sitzt sie – schmal, leuchtend grün und fast durchsichtig im Gegenlicht. Mit einem schnellen Satz wechselt sie den Halm, kaum wahrnehmbar für das ungeübte Auge. Für einen Moment verharrt sie, als lausche sie dem Summen der Umgebung. Dann hebt sie die Flügel leicht an, und ihr zarter Körper schimmert wie emailliert. Die Binsenschmuckzikade ist wach – und mit ihr beginnt ein neuer Tag im Mikrokosmos der Feuchtwiese.
Artbeschreibung: Binsenschmuckzikade (Cicadella viridis)
Die Binsenschmuckzikade (Cicadella viridis) gehört zur Familie der Zwergzikaden (Cicadellidae). Mit einer Körperlänge von etwa 7 bis 9 Millimetern zählt sie zu den mittelgroßen Vertretern dieser artenreichen Gruppe. Ihr auffälligstes Merkmal ist die leuchtend grüne Grundfärbung, die ihr eine hervorragende Tarnung in ihrem bevorzugten Lebensraum bietet. Weibchen zeigen häufig gelbliche bis orangefarbene Zeichnungen am Hinterleib, während Männchen meist einheitlicher grün gefärbt sind.
Der Körper ist schlank und keilförmig, typisch für viele Blatt- und Zwergzikaden. Die kräftigen Hinterbeine ermöglichen weite Sprünge, mit denen sie bei Störungen blitzschnell das Weite sucht. Wie alle Zikaden besitzt sie stechend-saugende Mundwerkzeuge. Damit zapft sie Pflanzensäfte an, vor allem von Gräsern, Seggen und Binsen.
Die Art ist in weiten Teilen Europas und Asiens verbreitet. Ihr bevorzugter Lebensraum sind feuchte Wiesen, Moore, Gräben und Uferbereiche – überall dort, wo ausreichend krautige Vegetation und eine gewisse Bodenfeuchte vorhanden sind. Die Entwicklung verläuft über mehrere Nymphenstadien, die den erwachsenen Tieren bereits ähneln, jedoch noch keine voll entwickelten Flügel besitzen. In Mitteleuropa ist die Art meist von späten Frühjahr bis in den Herbst hinein zu beobachten.
Perspektiven im Wandel: Lebensraumveränderung und Klimawandel
Die Binsenschmuckzikade ist eng an feuchte Lebensräume gebunden. Genau diese Lebensräume zählen jedoch zu den am stärksten gefährdeten Ökosystemen. Entwässerung von Mooren, intensive landwirtschaftliche Nutzung, Bebauung und die Umwandlung artenreicher Wiesen in Monokulturen führen zu einem deutlichen Rückgang geeigneter Habitate.
Der Klimawandel verstärkt diese Entwicklung zusätzlich. Längere Trockenperioden und steigende Temperaturen können Feuchtwiesen austrocknen oder ihre Vegetationszusammensetzung verändern. Pflanzenarten, auf die die Binsenschmuckzikade spezialisiert ist, gehen zurück oder werden durch trockenheitsresistentere Arten ersetzt. Dadurch verändert sich auch das Nahrungsangebot.
Gleichzeitig kann eine moderate Erwärmung in nördlicheren Regionen zu einer Ausbreitung der Art führen, sofern geeignete Feuchtflächen erhalten bleiben oder neu entstehen. Die Zukunft der Binsenschmuckzikade hängt daher stark von einem nachhaltigen Umgang mit Feuchtgebieten ab. Renaturierungsmaßnahmen, die Wiedervernässung von Mooren sowie eine extensive Bewirtschaftung von Wiesen können dazu beitragen, ihren Lebensraum langfristig zu sichern.
Die Binsenschmuckzikade steht exemplarisch für viele unscheinbare, aber ökologisch bedeutsame Insektenarten: Ihr Schicksal ist eng mit der Vielfalt und Stabilität unserer Landschaften verknüpft.
In der Aufnahme von Albert Meier
- Die Grüne Zwergzikade erreicht eine Körperlänge von etwa einen Zentimeter. In der Aufnahme erkennen wir ein Männchen, deren Flügel blau, bei den weiblichen Tieren in der regel grün gefärbt sind. Diese Zikadenart sind häufig bei uns anzutreffen. Die Ernährung wird saugend an Gräsern etc. umgesetzt.
Artenschutz im Steigerwald / 2010
Grüne Zwergzikade
Aufnahme von Albert Meier
- Detailaufnahme der leuchtend grünen Färbung der Binsenschmuckzikade.
Grüne Zwergzikade
Aufnahme von Albert Meier
- Binsenschmuckzikade im typischen Lebensraum zwischen Binsen und Seggen.
Grüne Zwergzikade
Aufnahme von Albert Meier
- Nymphe der Binsenschmuckzikade auf feuchter Vegetation.
Grüne Zwergzikade
Aufnahme von Albert Meier
- Tarnung perfekt: Die Binsenschmuckzikade verschmilzt mit ihrer grünen Umgebung.
Grüne Zwergzikade
Aufnahme von Klaus Sanwald
- Die in der Aufnahme ersichtliche "Grüne Zwergzikade" am frühen Morgen an der Tau von ihr abperlt .....
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