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Millionen Vogelbrutpaare in Deutschland verloren
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NABU: 12,7 Millionen Vogelbrutpaare in Deutschland verloren

219/20.10.2017

Tschimpke: Massives Vogelsterben muss aufgehalten werden - Agrarreform gefordert
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Berlin –

Laut einer aktuellen Auswertung des NABU hat Deutschland in nur zwölf
Jahren 12,7 Millionen Vogelbrutpaare verloren (zwischen 1998 und 2009).
Das entspricht 15 Prozent des Bestandes von 1998. Die summierte Zahl der
Brutpaare aller Vogelarten ging in diesem Zeitraum von 97,5 auf 84,8
Millionen Paare zurück. Die Auswertung beruht auf den
Vogelbestandsdaten, die die Bundesregierung 2013 an die EU gemeldet hat.
Bislang war jedoch nur die Zu- oder Abnahme auf Artenebene  im
Gespräch, nicht was die Ergebnisse für die Gesamtzahl bedeuten. Die
Zahlen machen vor allem deutlich, dass zwar manche seltenen Arten
zunehmen, dafür aber häufige und weit verbreitete Arten massiv abnehmen.

„Aufgrund dieser dramatischen Zahlen muss man von einem regelrechten Vogelsterben sprechen. Während wir es schaffen,
große und seltene Vogelarten durch gezielten Artenschutz zu erhalten,
brechen gleichzeitig die Bestände unserer Allerweltsvögel ein. Sie
finden einfach in unserer heutigen aufgeräumten Agrarlandschaft
außerhalb von Naturschutzgebieten keine Überlebensmöglichkeiten mehr“,
sagt NABU-Präsident Olaf Tschimpke.

20 Prozent der
verlorengegangenen Vögel stellt allein der Star, frisch gekürter Vogel
des Jahres 2018. Mit fast 2,6 Millionen Brutpaaren wenige
r, ist
diese Art besonders betroffen. Die häufigen Arten Haussperling,
Wintergoldhähnchen und Buchfink folgen auf den nächsten Plätzen. Neben
dem Star finden sich mit Feldlerche, Feldsperling und Goldammer drei
weitere Vögel der Agrarlandschaft unter den zahlenmäßig größten
Verlierern. „Sowohl bei den seltenen als auch bei den häufigen Arten,
sind die Vögel der Agrarlandschaft am stärksten betroffen. In der
Entwicklung unserer landwirtschaftlich genutzten Flächen ist auch der
mutmaßliche Grund für diesen massiven Bestandseinbruch zu suchen“, sagt
NABU-Vogelexperte Lars Lachmann.

Im betroffenen Zeitraum hat
der Anteil an artenreichen Wiesen und Weiden oder Brachflächen
drastisch ab-, dagegen der intensive Anbau von Mais und Raps stark
zugenommen
. Ein verblüffend ähnliches Muster wie bei der Entwicklung
der Vogelzahlen zeigt sich bei der Zahl der Insekten: Eine gestern in
der wissenschaftlichen Fachzeitschrift PLOS ONE veröffentlichte Studie
hat bisherige dramatische Befunde zum Insektenrückgang in
Nordwestdeutschland bestätigt. Seit den 90er-Jahren hat dort die
Biomasse der Fluginsekten zwischen 76 bis 81 Prozent abgenommen. Durch
die große Anzahl der untersuchten Standorte und Lebensräume kann die
Studie als repräsentativ für ganz Deutschland erachtet werden. „Ein
direkter Zusammenhang mit dem Vogelrückgang ist sehr wahrscheinlich,
denn fast alle betroffenen Arten füttern zumindest ihre Jungen mit
Insekten“, so Lachmann.

Der NABU fordert die Koalitionsparteien einer neuen Bundesregierung daher dringend dazu auf, die Notbremse zu ziehen,
und eine grundlegende Reform der Agrarförderung auf EU-Ebene
durchzusetzen. Öffentliche Gelder sollen nicht mehr mit der Gießkanne
verteilt werden, sondern aus einem Naturschutzfonds an Landwirte für
konkrete öffentliche Naturschutzleistungen gezahlt werden. „Nur so lässt
sich das Verschwinden der Vögel vor unseren Augen aufhalten und
rückgängig machen, bevor es zu spät ist“, so Lachmann.

Die komplette Auswertung und weitere Informationen unter: www.NABU.de/vogelsterben

Eine Infografik „Drastischer Vogelschwund in Deutschland“ zum kostenlosen Download gibt es unter
www.NABU.de/pressebilder_vogelsterben

Der Nationale Bericht Deutschlands nach Art. 12 der Vogelschutzrichtlinie an die EU ist verfügbar unter
www.bfn.de/0316_vsbericht2013.html



Quellenangabe

NABU

NABU-PRESSEMITTEILUNG | NR 116/17 | 19. OKTOBER 2017

Für die gelisteten Darstellungen trägt der Autor die redaktionelle Verantwortung.

Die Informationen geben ausnahmslos die Meinung des Verfassers, nicht eine Stellungnahme unserer Organisation wieder.

Artenschutz in Franken®

In der Aufnahme von Johannes Rother


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Feldlerche ... seit 2007 auf der Roten Liste der Brutvögel Deutschlands
angekommen, auch die europaweite Abnahme dieser Spezies konnte
dokumentiert werden ....

Mehr zur Feldlerche auf unseren Seiten
- https://www.artenschutz-steigerwald.de/index.php?lang=de&p=72000&id=20700

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