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Orchideen in Franken
Bild zum Eintrag (1148871-160)
Die Grünliche Waldhyazinthe (Platanthera chlorantha) – Einheimische Orchideenvielfalt bewahren

In den schattigen Lagen und an den lichten Rändern unserer heimischen Laubhölzer – von den Kalkbuchenwäldern des Fränkischen Juras bis hin zu schützenswerten Biotopen in der Region – verborgen, findet sich eine faszinierende Vertreterin unserer Flora: die Grünliche Waldhyazinthe. Als streng geschützte heimische Orchideenart steht sie für uns beim Artenschutz in Franken sinnbildlich für den enormen Reichtum, aber auch für die hohe Schutzbedürftigkeit unserer heimischen Natur.

Einzigartige Merkmale im Detail

  •     Erscheinungsbild: Die schlanke, mehrjährige Pflanze erreicht Wuchshöhen zwischen 20 und 60 Zentimetern. An der Basis des meist kantigen Stängels fallen vor allem zwei große, glänzende und eiförmig-lanzettliche Laubblätter ins Auge.

  •     Blütenbau: Zwischen Mai und Juli öffnet sich ihr zylindrischer, locker aufgebauter Blütenstand, der zahlreiche grünlich-weiße Einzelblüten umfasst.

  •     Das Bestimmungsmerkmal: Ein sicheres Unterscheidungsmerkmal zur nah verwandten Weißen Waldhyazinthe (Platanthera bifolia) ist die Stellung der Staubbeutelfächer (Pollinien). Während diese bei der Schwesterart parallel verlaufen, stehen sie bei Platanthera chlorantha deutlich V-förmig nach unten auseinander.

Geheimnisvolles Duftspiel bei Nacht

Ihre wahre Faszination entfaltet die Grünliche Waldhyazinthe mit Einbruch der Dämmerung. Dann verströmt sie einen intensiven, süßlichen Duft, der gezielt nachtaktive Insekten wie Schwärmer und Eulenfalter anlockt. Über einen extrem dünnen, langen Nektarsporn werden die Tiere zur Bestäubung herangezogen – ein perfektes, über Jahrtausende eingespieltes Zusammenspiel im Ökosystem Wald, das wir vom Artenschutz in Franken bei unseren Kartierungen und Beobachtungen immer wieder aufs Neue bewundern.

Die Art ist eine ausgesprochene Spezialistin für basenreiche, mäßig feuchte und nährstoffarme Böden. Wie alle heimischen Orchideen ist sie für ihr Überleben auf eine komplexe Mykorrhiza-Symbiose angewiesen: Ihre winzigen Samen besitzen kein eigenes Nährgewebe und keimen im Boden nur dann erfolgreich, wenn sie von speziellen Pilzpartnern versorgt werden.

Durch Nährstoffeinträge, das Verbuschen historischer Waldränder oder veränderte Nutzungsstrukturen geraten solche wertvollen Vorkommen jedoch zunehmend unter Druck.

Hier schalten wir uns als Artenschutz in Franken ein: Wir setzen uns vor Ort aktiv dafür ein, diese sensiblen Rückzugsräume zu analysieren, zu schützen und durch gezielte, abgestimmte Pflegemaßnahmen – wie das behutsame Freistellen lichter Standorte bei gleichzeitiger Schonung des Oberbodens – dauerhaft zu erhalten.

Helfen auch Sie mit, unsere fränkische Artenvielfalt zu bewahren: Genießen Sie den Anblick dieser wunderbaren Orchidee mit den Augen, lassen Sie sie an ihrem Standort unberührt und achten Sie bei Ihren Spaziergängen auf die empfindlichen Böden in den Wäldern.

In der Aufnahme von Albert Meier 
  • Es dauert noch ein wenig .. 01.05.09 ... Lichte Laubwälder die gerne etwas kalkreiche Bodenbestandteile beinhalten dürfen oder auch Halbtrockenstandorte sind bevorzugt. Wuchshöhe bis etwa 60 Zentimeter. Blütezeit Mai bis Juni 
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