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Rotwangen-Schmuckschildkröte (Trachemys scripta elegans)
Bild zum Eintrag (1134723-160)
Die Rotwangen-Schmuckschildkröte (Trachemys scripta elegans)

An einem sonnigen Nachmittag ragt ein dunkler Panzer aus dem Schilfgürtel eines ruhigen Teiches. Regungslos liegt die Schildkröte auf einem alten Baumstamm und genießt die Wärme. Was auf den ersten Blick wie ein heimisches Tier wirkt, stammt ursprünglich aus einem anderen Teil der Welt. Die Rotwangen-Schmuckschildkröte hat ihren Weg in viele europäische Gewässer gefunden – meist nicht aus eigener Kraft, sondern durch menschliches Zutun.

Artbeschreibung


Die Rotwangen-Schmuckschildkröte (Trachemys scripta elegans) gehört zur Familie der Neuwelt-Sumpfschildkröten. Ihr auffälligstes Merkmal sind die roten, halbmondförmigen Streifen hinter den Augen, denen sie ihren Namen verdankt. Der Panzer ist meist olivgrün bis dunkelbraun gefärbt und zeigt gelbliche Musterungen. Erwachsene Tiere erreichen Panzerlängen von bis zu 30 Zentimetern, wobei Weibchen in der Regel größer werden als Männchen.

Die Art ist überwiegend tagaktiv und verbringt viel Zeit mit Sonnenbaden. Sie ist anpassungsfähig, ernährt sich sowohl von pflanzlicher als auch tierischer Nahrung und besiedelt stehende oder langsam fließende Gewässer mit reicher Ufervegetation. Ursprünglich stammt die Rotwangen-Schmuckschildkröte aus dem Südosten der USA.

Perspektiven im Wandel von Lebensraum, Klima und Artenvielfalt

Durch den jahrzehntelangen Handel als Haustier gelangte die Rotwangen-Schmuckschildkröte in großer Zahl nach Europa. Viele Tiere wurden ausgesetzt, als sie für private Halter zu groß oder pflegeintensiv wurden. Inzwischen gilt die Art als etablierter Neozoon in zahlreichen Regionen.

Lebensraumveränderungen wie die Schaffung künstlicher Gewässer, renaturierte Kiesgruben oder urbane Teiche bieten der Art geeignete Bedingungen. Der Klimawandel verstärkt diese Entwicklung zusätzlich: Mildere Winter und längere warme Perioden erhöhen die Überlebens- und Fortpflanzungschancen. In einigen Gebieten gelingt mittlerweile sogar die erfolgreiche Reproduktion.

Als Neozoon stellt die Rotwangen-Schmuckschildkröte eine Herausforderung für die heimische Artenvielfalt dar. Sie konkurriert mit einheimischen Arten, insbesondere mit der Europäischen Sumpfschildkröte (Emys orbicularis), um Sonnenplätze, Nahrung und geeignete Lebensräume. Zudem kann sie lokale Nahrungsnetze verändern und Druck auf Amphibien, Fische und wirbellose Tiere ausüben.

Langfristig erfordert der Umgang mit der Rotwangen-Schmuckschildkröte ein gezieltes Management. Aufklärung, verantwortungsvolle Tierhaltung und der Schutz heimischer Arten sind zentrale Bausteine, um negative Auswirkungen auf die Biodiversität zu begrenzen und gleichzeitig einen sachlichen Umgang mit bereits etablierten Populationen zu fördern.

In der Aufnahme von Albert Meier 
  • Trachemys scripta elegans in einem stehenden Gewässer
Rotwangen Schmuckschildkröte
Bild zum Eintrag (1134724-160)
In der Aufnahme von Albert Meier 
  •     Trachemys scripta elegans in einem stehenden Gewässer
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