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Hitzewelle trifft Vogelnachwuchs hart – zahlreiche Jungvögel verenden in ihren Brutstätten
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Hitzewelle trifft Vogelnachwuchs hart – zahlreiche Jungvögel verenden in ihren Brutstätten

Die aktuell anhaltenden und teilweise extremen Hitzetage stellen eine erhebliche Belastung für die heimische Vogelwelt dar. Besonders betroffen ist der Nachwuchs in den Brutstätten, da Jungvögel in den ersten Lebenswochen nur eingeschränkt in der Lage sind, ihre Körpertemperatur selbst zu regulieren. In dieser sensiblen Entwicklungsphase können bereits wenige Stunden mit sehr hohen Umgebungstemperaturen zu einer kritischen Situation im Nest führen.

Unabhängig davon, ob sich Brutplätze in Bäumen, Sträuchern, Hecken, Nistkästen oder an und in Gebäuden befinden, kann sich die Temperatur in geschützten Hohlräumen und Nischen stark aufheizen. Besonders problematisch sind dabei Standorte mit direkter Sonneneinstrahlung, geringer Luftzirkulation oder stark aufgeheizten Baumaterialien wie Dachziegeln, Metall- oder Betonflächen. Diese Bedingungen führen dazu, dass sich Brutplätze in kurzer Zeit zu sogenannten Wärmespeichern entwickeln können.

Die Folge dieser extremen Bedingungen ist eine zunehmende Belastung für den Vogelnachwuchs. In besonders betroffenen Fällen kann es zu einer Überhitzung der Jungtiere kommen, die den natürlichen Anpassungsbereich überschreitet. Auch Altvögel stehen unter erheblichem Stress, da sie trotz der hohen Temperaturen weiterhin für die Versorgung des Nachwuchses mit Nahrung und teilweise auch Flüssigkeit verantwortlich sind. Die fortlaufende Brutpflege unter solchen Bedingungen stellt eine enorme energetische Herausforderung dar.

Die Auswirkungen dieser Hitzesituationen verdeutlichen zunehmend die Wechselwirkungen zwischen Klimaveränderungen und den Lebensbedingungen heimischer Tierarten. Extreme Wetterereignisse treten häufiger und intensiver auf und wirken sich unmittelbar auf empfindliche Lebensphasen vieler Arten aus. Besonders betroffen sind dabei Arten, die auf stabile Mikroklimabedingungen in ihren Bruthabitaten angewiesen sind.

Vor diesem Hintergrund gewinnt die Bedeutung strukturreicher und vielfältiger Lebensräume weiter an Gewicht. Hecken, naturnahe Gehölzstrukturen, beschattete Waldbereiche sowie extensiv gepflegte Grünflächen können wichtige Ausweich- und Schutzräume bieten. Sie tragen dazu bei, Temperaturspitzen abzumildern und günstigere Bedingungen für die Aufzucht des Nachwuchses zu schaffen.

Auch der Erhalt und die Förderung geeigneter Brutplätze, beispielsweise durch eine naturnahe Gestaltung von Gärten, Grünanlagen und Gebäudestrukturen, leisten einen wichtigen Beitrag zum Schutz der Vogelwelt. Insbesondere in Zeiten zunehmender Hitzebelastung wird deutlich, wie eng das Überleben vieler Arten mit der Qualität und Struktur ihrer Lebensräume verbunden ist.

Insgesamt zeigt sich, dass der Schutz der heimischen Vogelwelt zunehmend auch eine Anpassung an klimatische Extremereignisse erfordert. Der Erhalt ökologisch stabiler, vielfältiger und beschatteter Lebensräume ist dabei ein zentraler Baustein, um langfristig stabile Populationen zu sichern.


In der Aufnahme
  • Noch flugunfähige Jungdohlen in einer Nisthilfe