Sie befinden sich hier:
Projekte
>
Vögel
>
Turmfalken
>
Innovativer Nistmast als Zukunftsprojekt für den Artenschutz 2026
Monitoring 2026 - Ergebnisse 09/2026
Innovativer Nistmast als Zukunftsprojekt für den Artenschutz
Über viele Jahre hatte ein Turmfalkenpaar einen festen Platz in einem Gebäude gefunden. Der Standort bot Schutz, Übersicht und ausreichend Raum für die Aufzucht der Jungvögel. Doch mit dem Wegfall dieser traditionellen Nistmöglichkeit verlor das Paar einen wichtigen Bestandteil seines angestammten Lebensraumes.
Solche Situationen stehen beispielhaft für eine Entwicklung, die Artenschutz in Franken® seit Langem beobachtet: Gebäude werden saniert, Öffnungen verschlossen und frühere Brutnischen unzugänglich gemacht. Für Tierarten, die Bauwerke als Ersatz für natürliche Felswände, Höhlen oder Spalten nutzen, können diese Veränderungen erhebliche Folgen haben.
Mit dem neu entwickelten Artenschutzmast sollte deshalb nicht nur ein einzelner verlorener Brutplatz ersetzt werden. Das Projekt verfolgt einen umfassenderen Ansatz: Auf einer kommunalen Wiesenfläche entstand ein dauerhaftes, freistehendes Bauwerk, das mehreren heimischen Tierarten geeignete Nist-, Ruhe- und Quartiermöglichkeiten anbietet.
Ein Mast mit Pilotcharakter
Der rund acht Meter hohe Spezialmast wurde gezielt für die Anforderungen des praktischen Artenschutzes entwickelt. Seine freistehende Position ermöglicht eine gute Übersicht über die angrenzende Landschaft und schafft zugleich Abstand zu zahlreichen Störungen am Boden.
Im oberen Bereich befindet sich eine großräumige Nistmöglichkeit, die vorrangig als Ersatzangebot für den Turmfalken vorgesehen ist. Die erhöhte Lage orientiert sich an den Ansprüchen einer Vogelart, die ihre Brutplätze bevorzugt an übersichtlichen und schwer zugänglichen Strukturen wählt.
Ergänzend wurden unterschiedlich gestaltete Nist- und Quartierelemente eingebaut. Abgestimmte Einflugöffnungen, geschützte Innenräume und verschiedene Bauformen sollten dafür sorgen, dass das Angebot auch für weitere Vogelarten sowie für Fledermäuse interessant werden kann.
Für Artenschutz in Franken® stand dabei von Anfang an fest: Natur lässt sich nicht bestellen oder erzwingen. Wir können geeignete Voraussetzungen schaffen – ob und wann diese angenommen werden, entscheiden die Tiere selbst. Umso bemerkenswerter sind die Ergebnisse des ersten Monitoringjahres.
Bereits im ersten Jahr erfolgreich besiedelt
Damit konnte bereits wenige Monate nach der Errichtung eine erfolgreiche Annahme mehrerer Nistplätze dokumentiert werden. Fünf Brutpaare fanden an dem neu geschaffenen Baukörper einen geschützten Raum für die Fortpflanzung.
Dieses Ergebnis übertraf die vorsichtigen Erwartungen deutlich. Gerade neu installierte Nisthilfen benötigen häufig Zeit, bevor sie von den jeweiligen Arten entdeckt und als geeignete Brutplätze akzeptiert werden. Dass mehrere Paare den Mast bereits im ersten Jahr nutzten, unterstreicht die Qualität und die grundsätzliche Eignung der eingebauten Nistmodule.
Für Artenschutz in Franken® zeigt sich hier sehr anschaulich, wie wichtig vielfältig gestaltete Angebote sind. Der Mast erfüllt nicht nur eine einzelne Funktion, sondern stellt unterschiedliche Strukturen für Arten mit verschiedenen Ansprüchen bereit.
Fledermäuse entdecken den Artenschutzmast
Auf eine Artzuordnung wird deshalb bewusst verzichtet. Eine seriöse Dokumentation muss klar zwischen einer beobachteten Nutzung und einem zweifelsfrei bestimmten Artnachweis unterscheiden. Festhalten lässt sich bislang, dass Fledermäuse den Baukörper anflogen beziehungsweise sich in dessen unmittelbarem Bereich aufhielten.
Ob einzelne Quartiere bereits als Tagesversteck, Zwischenquartier oder lediglich zur Erkundung genutzt wurden, soll durch weitere möglichst störungsarme Beobachtungen untersucht werden. Schon die festgestellte Frequentierung zeigt jedoch, dass der Mast auch für diese Tiergruppe eine interessante Struktur innerhalb der offenen Wiesenfläche darstellt.
Der Turmfalke kehrt zurück
Damit erfüllte der Mast bereits im ersten Jahr wichtige Funktionen für jene Vogelart, deren verlorener Brutstandort den ursprünglichen Anlass für das Projekt gegeben hatte. Auch wenn zunächst noch keine Brut des Turmfalken nachgewiesen werden konnte, zeigt die regelmäßige Nutzung, dass der neue Standort von dem Greifvogel wahrgenommen und in seinen Aktionsraum einbezogen wurde.
Ende August und Anfang September verstärkte sich dieser Eindruck deutlich. Das Turmfalkenmännchen suchte den Mast nun augenscheinlich häufiger auf. Ob sich daraus künftig auch eine Nutzung als Brutplatz entwickelt, bleibt abzuwarten und wird weiterhin aufmerksam dokumentiert.
Für uns ist dieses Verhalten bereits ein wichtiger Zwischenerfolg. Ein Ersatznistplatz muss zunächst entdeckt, geprüft und als sicherer Aufenthaltsort akzeptiert werden. Die wiederkehrende Nutzung als Schlaf- und Rupfplatz kann daher als ermutigendes Zeichen gewertet werden, ohne einer möglichen späteren Brut vorzugreifen.
Neues Leben am Fuß des Mastes
Damit reicht die ökologische Wirkung des Projekts vom Boden bis in die Mastspitze. Während Vögel die erhöhten Nistmöglichkeiten bezogen und Fledermäuse den Baukörper frequentierten, fanden Zauneidechsen im bodennahen Bereich geeignete Bedingungen für ihre Fortpflanzung.
Gerade dieses Ergebnis verdeutlicht, dass ein wirkungsvolles Artenschutzprojekt nicht ausschließlich auf den eigentlichen Baukörper beschränkt bleiben darf. Auch die Gestaltung des Fundamentbereichs, offene Bodenstellen, besonnte Strukturen, Versteckmöglichkeiten und eine geeignete Vegetation können darüber entscheiden, ob zusätzliche Tierarten einen Standort annehmen.
Der Nachweis der Reproduktion macht den Mastfuß zu einem besonders sensiblen Bereich. Künftige Pflege- und Kontrollarbeiten müssen deshalb so abgestimmt werden, dass die Tiere, ihre Entwicklungsstadien und ihre Rückzugsräume nicht beeinträchtigt werden.
Mehr als eine Ersatzlösung
Die Ergebnisse des ersten Monitoringjahres zeigen, dass der Artenschutzmast bereits unterschiedliche ökologische Funktionen erfüllt:
Damit entwickelte sich aus einer ursprünglich für den Turmfalken angestoßenen Ersatzmaßnahme bereits im ersten Jahr ein artenübergreifend genutzter Lebensraum. Der Mast bietet Brutplätze, Ruhebereiche, erhöhte Ansitze, mögliche Fledermausquartiere und bodennahe Reproduktionsstrukturen.
Von großer Bedeutung bleibt dabei die Verbindung mit dem umgebenden Lebensraum. Eine Nisthilfe allein genügt nicht. Erfolgreiche Brut- und Quartierplätze benötigen auch ein geeignetes Umfeld mit Nahrung, Deckung und möglichst störungsarmen Bereichen. Die kommunale Wiesenfläche ist deshalb ein wesentlicher Bestandteil des Gesamtkonzeptes.
Monitoring wird fortgesetzt
Trotz der erfreulichen Ergebnisse befindet sich das Projekt weiterhin in einer frühen Entwicklungsphase. Die Nutzung des Mastes soll auch in den kommenden Jahren dokumentiert werden. Dabei wird untersucht, ob die bereits festgestellten Arten zurückkehren, weitere Brutplätze beziehen oder neue Tierarten hinzukommen.
Ein besonderer Schwerpunkt liegt auf der weiteren Beobachtung des Turmfalken. Ebenso soll versucht werden, die Fledermausnutzung genauer zu erfassen, ohne die Tiere an ihren möglichen Quartieren zu stören. Auch die Entwicklung des Zauneidechsenlebensraumes am Mastfuß wird in die zukünftige Pflegeplanung einbezogen.
Die bisherigen Erfahrungen bestätigen zugleich, wie wichtig ein langfristiger Blick ist. Ein Artenschutzbauwerk ist mit seiner Errichtung nicht abgeschlossen. Erst die wiederholte Beobachtung zeigt, welche Angebote tatsächlich angenommen werden und an welchen Stellen möglicherweise noch behutsame Verbesserungen erforderlich sind.
Ein Modell für weitere Kommunen
Viele Städte und Gemeinden verfügen über kleinere Wiesenflächen, Randbereiche oder technische Standorte, die ökologisch aufgewertet werden können. Der Spezialmast zeigt, wie solche Flächen mit zusätzlichen Artenschutzfunktionen verbunden werden können.
Dabei ist jeder Standort eigenständig zu bewerten. Entscheidend sind unter anderem das vorhandene Nahrungsangebot, mögliche Störungen, die Entfernung zu Straßen und anderen Gefahrenquellen sowie die bereits vorkommenden Tierarten.
Die Resultate des ersten Jahres machen dennoch Mut: Innerhalb kurzer Zeit wurde der Mast von Brutvögeln, einem Turmfalken, Fledermäusen und Zauneidechsen angenommen. Das Projekt besitzt damit das Potenzial, als Anregung für vergleichbare kommunale Artenschutzmaßnahmen zu dienen.
Ein sichtbares Zeichen für neue Lebensräume
Für Artenschutz in Franken® steht der innovative Nistmast für einen vorausschauenden Umgang mit dem Verlust traditioneller Brutplätze. Er wurde als Ersatzangebot für den Turmfalken entwickelt – doch bereits das erste Monitoringjahr zeigt, dass seine ökologische Bedeutung weit darüber hinausgeht.
Fünf Vogelpaare brüteten erfolgreich in den angebotenen Nistbereichen. Fledermäuse erkundeten oder nutzten den Baukörper. Ein Turmfalkenmännchen machte den Mast zu einem regelmäßig aufgesuchten Schlaf- und Rupfplatz. Selbst am Fundament entstand mit der Reproduktion von Zauneidechsen neues Leben.
Aus einem verlorenen Brutplatz ist damit ein vielschichtiger Artenschutzstandort entstanden. Der Mast beweist, dass technische Konstruktionen und die Förderung biologischer Vielfalt sinnvoll miteinander verbunden werden können.
Für uns ist dieses erste Monitoringjahr kein Abschluss, sondern ein vielversprechender Anfang.
In der Aufnahme vom 13.09.2026
- Wenn ein Brutplatz verschwindet
Über viele Jahre hatte ein Turmfalkenpaar einen festen Platz in einem Gebäude gefunden. Der Standort bot Schutz, Übersicht und ausreichend Raum für die Aufzucht der Jungvögel. Doch mit dem Wegfall dieser traditionellen Nistmöglichkeit verlor das Paar einen wichtigen Bestandteil seines angestammten Lebensraumes.
Solche Situationen stehen beispielhaft für eine Entwicklung, die Artenschutz in Franken® seit Langem beobachtet: Gebäude werden saniert, Öffnungen verschlossen und frühere Brutnischen unzugänglich gemacht. Für Tierarten, die Bauwerke als Ersatz für natürliche Felswände, Höhlen oder Spalten nutzen, können diese Veränderungen erhebliche Folgen haben.
Mit dem neu entwickelten Artenschutzmast sollte deshalb nicht nur ein einzelner verlorener Brutplatz ersetzt werden. Das Projekt verfolgt einen umfassenderen Ansatz: Auf einer kommunalen Wiesenfläche entstand ein dauerhaftes, freistehendes Bauwerk, das mehreren heimischen Tierarten geeignete Nist-, Ruhe- und Quartiermöglichkeiten anbietet.
Ein Mast mit Pilotcharakter
Der rund acht Meter hohe Spezialmast wurde gezielt für die Anforderungen des praktischen Artenschutzes entwickelt. Seine freistehende Position ermöglicht eine gute Übersicht über die angrenzende Landschaft und schafft zugleich Abstand zu zahlreichen Störungen am Boden.
Im oberen Bereich befindet sich eine großräumige Nistmöglichkeit, die vorrangig als Ersatzangebot für den Turmfalken vorgesehen ist. Die erhöhte Lage orientiert sich an den Ansprüchen einer Vogelart, die ihre Brutplätze bevorzugt an übersichtlichen und schwer zugänglichen Strukturen wählt.
Ergänzend wurden unterschiedlich gestaltete Nist- und Quartierelemente eingebaut. Abgestimmte Einflugöffnungen, geschützte Innenräume und verschiedene Bauformen sollten dafür sorgen, dass das Angebot auch für weitere Vogelarten sowie für Fledermäuse interessant werden kann.
Für Artenschutz in Franken® stand dabei von Anfang an fest: Natur lässt sich nicht bestellen oder erzwingen. Wir können geeignete Voraussetzungen schaffen – ob und wann diese angenommen werden, entscheiden die Tiere selbst. Umso bemerkenswerter sind die Ergebnisse des ersten Monitoringjahres.
Bereits im ersten Jahr erfolgreich besiedelt
- Zwischen April und Juni wurde der Artenschutzmast von vier Starenpaaren sowie einem Feldsperlingspaar besiedelt. Die Vögel nutzten die angebotenen Nisthöhlen nicht nur als Aufenthaltsorte, sondern schritten darin auch zur Brut.
Damit konnte bereits wenige Monate nach der Errichtung eine erfolgreiche Annahme mehrerer Nistplätze dokumentiert werden. Fünf Brutpaare fanden an dem neu geschaffenen Baukörper einen geschützten Raum für die Fortpflanzung.
Dieses Ergebnis übertraf die vorsichtigen Erwartungen deutlich. Gerade neu installierte Nisthilfen benötigen häufig Zeit, bevor sie von den jeweiligen Arten entdeckt und als geeignete Brutplätze akzeptiert werden. Dass mehrere Paare den Mast bereits im ersten Jahr nutzten, unterstreicht die Qualität und die grundsätzliche Eignung der eingebauten Nistmodule.
Für Artenschutz in Franken® zeigt sich hier sehr anschaulich, wie wichtig vielfältig gestaltete Angebote sind. Der Mast erfüllt nicht nur eine einzelne Funktion, sondern stellt unterschiedliche Strukturen für Arten mit verschiedenen Ansprüchen bereit.
Fledermäuse entdecken den Artenschutzmast
- Im Juli und August wurden zudem Hinweise darauf festgestellt, dass Fledermäuse den Mast frequentierten. Eine genauere Bestimmung der betreffenden Fledermausart war im Rahmen der bisherigen Beobachtungen jedoch nicht möglich.
Auf eine Artzuordnung wird deshalb bewusst verzichtet. Eine seriöse Dokumentation muss klar zwischen einer beobachteten Nutzung und einem zweifelsfrei bestimmten Artnachweis unterscheiden. Festhalten lässt sich bislang, dass Fledermäuse den Baukörper anflogen beziehungsweise sich in dessen unmittelbarem Bereich aufhielten.
Ob einzelne Quartiere bereits als Tagesversteck, Zwischenquartier oder lediglich zur Erkundung genutzt wurden, soll durch weitere möglichst störungsarme Beobachtungen untersucht werden. Schon die festgestellte Frequentierung zeigt jedoch, dass der Mast auch für diese Tiergruppe eine interessante Struktur innerhalb der offenen Wiesenfläche darstellt.
Der Turmfalke kehrt zurück
- Über das Jahr hinweg konnte wiederholt beobachtet werden, dass ein Turmfalkenmännchen den Artenschutzmast aufsuchte. Das Tier nutzte den erhöhten Baukörper als Übernachtungsplatz und als Rupfplatz für erbeutete Nahrung.
Damit erfüllte der Mast bereits im ersten Jahr wichtige Funktionen für jene Vogelart, deren verlorener Brutstandort den ursprünglichen Anlass für das Projekt gegeben hatte. Auch wenn zunächst noch keine Brut des Turmfalken nachgewiesen werden konnte, zeigt die regelmäßige Nutzung, dass der neue Standort von dem Greifvogel wahrgenommen und in seinen Aktionsraum einbezogen wurde.
Ende August und Anfang September verstärkte sich dieser Eindruck deutlich. Das Turmfalkenmännchen suchte den Mast nun augenscheinlich häufiger auf. Ob sich daraus künftig auch eine Nutzung als Brutplatz entwickelt, bleibt abzuwarten und wird weiterhin aufmerksam dokumentiert.
Für uns ist dieses Verhalten bereits ein wichtiger Zwischenerfolg. Ein Ersatznistplatz muss zunächst entdeckt, geprüft und als sicherer Aufenthaltsort akzeptiert werden. Die wiederkehrende Nutzung als Schlaf- und Rupfplatz kann daher als ermutigendes Zeichen gewertet werden, ohne einer möglichen späteren Brut vorzugreifen.
Neues Leben am Fuß des Mastes
- Eine weitere bemerkenswerte Entwicklung zeigte sich unmittelbar am Mastfuß. Dort nutzten Zauneidechsen die geschaffenen Strukturen als Reproduktionsbereich.
Damit reicht die ökologische Wirkung des Projekts vom Boden bis in die Mastspitze. Während Vögel die erhöhten Nistmöglichkeiten bezogen und Fledermäuse den Baukörper frequentierten, fanden Zauneidechsen im bodennahen Bereich geeignete Bedingungen für ihre Fortpflanzung.
Gerade dieses Ergebnis verdeutlicht, dass ein wirkungsvolles Artenschutzprojekt nicht ausschließlich auf den eigentlichen Baukörper beschränkt bleiben darf. Auch die Gestaltung des Fundamentbereichs, offene Bodenstellen, besonnte Strukturen, Versteckmöglichkeiten und eine geeignete Vegetation können darüber entscheiden, ob zusätzliche Tierarten einen Standort annehmen.
Der Nachweis der Reproduktion macht den Mastfuß zu einem besonders sensiblen Bereich. Künftige Pflege- und Kontrollarbeiten müssen deshalb so abgestimmt werden, dass die Tiere, ihre Entwicklungsstadien und ihre Rückzugsräume nicht beeinträchtigt werden.
Mehr als eine Ersatzlösung
Die Ergebnisse des ersten Monitoringjahres zeigen, dass der Artenschutzmast bereits unterschiedliche ökologische Funktionen erfüllt:
- Vier Starenpaare und ein Feldsperlingspaar nutzten die Nisthilfen zur Brut.
- Fledermäuse frequentierten den Mast im Juli und August, wobei die Art bislang nicht bestimmt werden konnte.
- Ein Turmfalkenmännchen verwendete den Baukörper als Übernachtungs- und Rupfplatz.
- Am Mastfuß nutzten Zauneidechsen die vorhandenen Strukturen zur Reproduktion.
Damit entwickelte sich aus einer ursprünglich für den Turmfalken angestoßenen Ersatzmaßnahme bereits im ersten Jahr ein artenübergreifend genutzter Lebensraum. Der Mast bietet Brutplätze, Ruhebereiche, erhöhte Ansitze, mögliche Fledermausquartiere und bodennahe Reproduktionsstrukturen.
Von großer Bedeutung bleibt dabei die Verbindung mit dem umgebenden Lebensraum. Eine Nisthilfe allein genügt nicht. Erfolgreiche Brut- und Quartierplätze benötigen auch ein geeignetes Umfeld mit Nahrung, Deckung und möglichst störungsarmen Bereichen. Die kommunale Wiesenfläche ist deshalb ein wesentlicher Bestandteil des Gesamtkonzeptes.
Monitoring wird fortgesetzt
Trotz der erfreulichen Ergebnisse befindet sich das Projekt weiterhin in einer frühen Entwicklungsphase. Die Nutzung des Mastes soll auch in den kommenden Jahren dokumentiert werden. Dabei wird untersucht, ob die bereits festgestellten Arten zurückkehren, weitere Brutplätze beziehen oder neue Tierarten hinzukommen.
Ein besonderer Schwerpunkt liegt auf der weiteren Beobachtung des Turmfalken. Ebenso soll versucht werden, die Fledermausnutzung genauer zu erfassen, ohne die Tiere an ihren möglichen Quartieren zu stören. Auch die Entwicklung des Zauneidechsenlebensraumes am Mastfuß wird in die zukünftige Pflegeplanung einbezogen.
Die bisherigen Erfahrungen bestätigen zugleich, wie wichtig ein langfristiger Blick ist. Ein Artenschutzbauwerk ist mit seiner Errichtung nicht abgeschlossen. Erst die wiederholte Beobachtung zeigt, welche Angebote tatsächlich angenommen werden und an welchen Stellen möglicherweise noch behutsame Verbesserungen erforderlich sind.
Ein Modell für weitere Kommunen
Viele Städte und Gemeinden verfügen über kleinere Wiesenflächen, Randbereiche oder technische Standorte, die ökologisch aufgewertet werden können. Der Spezialmast zeigt, wie solche Flächen mit zusätzlichen Artenschutzfunktionen verbunden werden können.
Dabei ist jeder Standort eigenständig zu bewerten. Entscheidend sind unter anderem das vorhandene Nahrungsangebot, mögliche Störungen, die Entfernung zu Straßen und anderen Gefahrenquellen sowie die bereits vorkommenden Tierarten.
Die Resultate des ersten Jahres machen dennoch Mut: Innerhalb kurzer Zeit wurde der Mast von Brutvögeln, einem Turmfalken, Fledermäusen und Zauneidechsen angenommen. Das Projekt besitzt damit das Potenzial, als Anregung für vergleichbare kommunale Artenschutzmaßnahmen zu dienen.
Ein sichtbares Zeichen für neue Lebensräume
Für Artenschutz in Franken® steht der innovative Nistmast für einen vorausschauenden Umgang mit dem Verlust traditioneller Brutplätze. Er wurde als Ersatzangebot für den Turmfalken entwickelt – doch bereits das erste Monitoringjahr zeigt, dass seine ökologische Bedeutung weit darüber hinausgeht.
Fünf Vogelpaare brüteten erfolgreich in den angebotenen Nistbereichen. Fledermäuse erkundeten oder nutzten den Baukörper. Ein Turmfalkenmännchen machte den Mast zu einem regelmäßig aufgesuchten Schlaf- und Rupfplatz. Selbst am Fundament entstand mit der Reproduktion von Zauneidechsen neues Leben.
Aus einem verlorenen Brutplatz ist damit ein vielschichtiger Artenschutzstandort entstanden. Der Mast beweist, dass technische Konstruktionen und die Förderung biologischer Vielfalt sinnvoll miteinander verbunden werden können.
Für uns ist dieses erste Monitoringjahr kein Abschluss, sondern ein vielversprechender Anfang.
In der Aufnahme vom 13.09.2026
- Turmfalken Männchen auf Artenschutzmast
Aktueller Ordner:
Turmfalken
Parallele Themen:
(K)eine Chance für den Hexenturmfalken 2018
Bad Staffelsteiner Turmfalke 2009/2010
Baur Versand Erfolge 2006-2010
Bund Naturschutz Hirschaid
Burgwindheimer Turmfalken
Gemeinschaftsprojekt Baur Versand
Greifvogelnisthilfe Bundeswehr
Greifvogelschutzprojekt 2008 Walsdorf
Hohe Türme für kleine Falken
Industriesilos Grundlage des Turmfalkenschutzes 2020
Innovativer Nistmast als Zukunftsprojekt für den Artenschutz 2026
Kirchenfalke Welterbe Bamberg 2014
Kirchenfalken aus Bischberg
Nistplätze in Gittermasten
Projekt Turmfalke Ostdeutschland 2010
Sekundärhabitat Autobahnbrückenkörper
Sicherung Burgwindheimer Niststätte
Trafofalke 09
Turmfalke
Turmfalke Altenburg Bamberg 2010 - 2020
Turmfalke am Kaiserdom 2007
Turmfalke am Weißstorchhorst
Turmfalke Autobahnbrücke 2017/2018
Turmfalke E.ON 2010 REB
Turmfalke im urbanen Raum 2012 Stadt Fürth
Turmfalke KIGA USTB 2010
Turmfalke und Windkraft 2010
Turmfalken an Industrieanlagen 2012
Turmfalkenerfolge 2010
Turmfalkenhabitate
Turmfalkennisthilfe 2007
Turmfalkennisthilfe der Stephanskirche
Turmfalkennistkästen E.ON
Turmfalkenopfer 2011
Turmfalkenpflegling
Turmfalkenschutz Autobahnbrücke
Turmfalkenschutz Burg Zwernitz 2011/ 2012
Turmfalkenschutz in Bad Staffelstein Erfolge
Turmfalkenschutz Müllheizkraftwerk Bbg.
Turmfalkenschutz TBA Erfolg 2010
Turmfalkenschutzprojekt Rossdorf
Turmfalkentod
Vodafone - Turmfalken und Mobilfunk 2011
Vodafone - Turmfalken und Mobilfunk Erfolge 2012
Vodafone unterstützt Artenschutz 2007
Vodafone unterstützt Artenschutz 2008
Vodafone unterstützt Artenschutz 2009
Vodafone unterstützt Artenschutz 2010
Vodafone unterstützt Artenschutz 2011
Vodafone unterstützt Artenschutz 2012
Vodafone unterstützt Artenschutz 2014/2015
Vom Gebäude- zum Baumbrüter? 2025/2026















