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Gartenspitzmaus (Crocidura suaveolens)
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Die Gartenspitzmaus (Crocidura suaveolens)

  • Eine leise Begegnung im Garten

Es ist früher Abend, und der Garten wirkt still. Zwischen feuchten Laubschichten raschelt es kaum hörbar. Für einen kurzen Moment huscht ein kleines, graubraunes Wesen aus dem Schatten einer Steinmauer hervor. Mit schneller, ruckartiger Bewegung schnuppert es den Boden ab, verschwindet wieder unter den Blättern und hinterlässt kaum eine Spur. Wer genau hinsieht, erkennt die Gartenspitzmaus – ein Tier, das meist verborgen lebt und dennoch ein fester Bestandteil naturnaher Gärten ist.

Artbeschreibung: Die Gartenspitzmaus (Crocidura suaveolens)

Die Gartenspitzmaus (Crocidura suaveolens) gehört zur Familie der Spitzmäuse und zählt zu den kleineren Vertretern dieser Gruppe. Ihr Körper erreicht eine Länge von etwa 6 bis 8 Zentimetern, hinzu kommt ein relativ kurzer Schwanz. Das Fell ist meist graubraun gefärbt, die Unterseite etwas heller. Charakteristisch sind die spitze Schnauze, die kleinen Augen und die gut entwickelten Tasthaare.

Im Gegensatz zu Mäusen gehört die Gartenspitzmaus nicht zu den Nagetieren, sondern zu den Insektenfressern. Sie ernährt sich vor allem von Insekten, Spinnen, Würmern und anderen kleinen wirbellosen Tieren. Aufgrund ihres hohen Energiebedarfs ist sie fast ständig auf Nahrungssuche, sowohl tagsüber als auch nachts.

Als Lebensraum bevorzugt die Gartenspitzmaus strukturreiche Bereiche: Gärten, Hecken, Wiesenränder, Komposthaufen und lichte Gehölze. Verstecke aus Laub, Steinen oder Totholz sind für sie besonders wichtig, da sie Schutz vor Fressfeinden und Witterung bieten.

Perspektive im Wandel von Lebensraum und Klima

Die Gartenspitzmaus ist zwar anpassungsfähig, doch Lebensraumveränderungen wirken sich zunehmend auf ihre Bestände aus. Aufgeräumte Gärten, versiegelte Flächen und der Verlust von Hecken und Saumstrukturen reduzieren Rückzugsorte und Nahrungsangebote. Auch der Einsatz von Pestiziden kann die Verfügbarkeit von Insekten stark einschränken.

Der Klimawandel bringt zusätzliche Herausforderungen mit sich. Längere Trockenperioden können die Zahl bodenlebender Wirbelloser verringern, während milde Winter den Energiehaushalt der Gartenspitzmaus beeinflussen. Gleichzeitig können extreme Wetterereignisse wie Starkregen ihre Verstecke zerstören.

Eine positive Perspektive ergibt sich dort, wo Gärten und Grünflächen naturnah gestaltet werden. Strukturvielfalt, Laubhaufen, Totholz und ein Verzicht auf chemische Mittel schaffen Lebensräume, in denen die Gartenspitzmaus auch in Zukunft bestehen kann. Sie bleibt damit ein stiller Indikator für die ökologische Qualität unserer unmittelbaren Umgebung.


Aufnahme von Klaus Sanwald
  • Gartenspitzmaus als heimlicher Bewohner naturnaher Gärten