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Seehundzählung 2017
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Seehundzählung 2017: Seehundwelpen erreichen Rekordzahlen, während Gesamtbestände stagnieren

11/12.11.2017

Während
der trilateralen Zählungen 2017 wurde die höchste Anzahl von
Seehundwelpen im Wattenmeer seit den ersten Erhebungen von 1975
ermittelt.
Die Gesamtpopulation hingegen stagnierte gegenüber dem
Vorjahr. Die Seehundzählungen werden alljährlich von der Trilateralen
Seehundexpertengruppe (Trilateral Seal Expert Group - TSEG) koordiniert
und umfassen das gesamte Wattenmeer von Dänemark über Deutschland bis in
die Niederlande.

„Es gibt dieses Jahr einen auffälligen Gegensatz zwischen den Beständen von Welpen und erwachsenen Seehunden“,

erklärt Sascha Klöpper, stellvertretender Exekutivsekretär des
Gemeinsamen Wattenmeersekretariats (Common Wadden Sea Secretariat; CWSS)
und verantwortlich für Ökosystem-Management. „Dies kann dadurch erklärt
werden, dass die lokale natürliche Tragfähigkeit des Systems erreicht
ist und die erwachsenen Seehunde für die Nahrungssuche weitere Wege
zurücklegen und hierfür auch teilweise das Wattenmeergebiet verlassen,
um dann zur Geburt ihrer Jungen die Geburtsplätze aufzusuchen. Die TSEG
schließt aber eine erhöhte Sterblichkeitsrate bei den Jungtieren nicht
aus. Wir werden die Seehunde des Wattenmeeres auch daraufhin weiter
genau beobachten.“ Im Juni 2017 wurden im Wattenmeer 9.167 Neugeborene
gezählt, das entspricht 24% mehr als im Vorjahr. Dies ist der höchste
aufgezeichnete Bestand von Jungtieren seit 1975. Die Experten verbuchten
in allen Teilen des Wattenmeeres einen zweistelligen Anstieg – die
größte Steigung wurde mit +28% in Schleswig-Holstein ermittelt.

Dieser
positive Trend spiegelt sich nicht in der Zahl der ausgewachsenen
Seehunde wider. Die Zählungen werden traditionell im August
, während
der Fellwechselperiode und den damit verbundenen häufigeren
Landaufenthalten der Tiere, durchgeführt. Während des Fellwechsels im
August 2017 verzeichnete Dänemark 2.971 Seehunde, 8.834 wurden in
Schleswig-Holstein gesichtet und 7.311 in Niedersachsen. In den
Niederlanden wurden 5.920 gezählt, jedoch konnte ein Gebiet mit etwa
800-1000 Robben zu diesem Zeitpunkt aufgrund militärischer Aktivitäten
nicht überflogen werden. Zur Korrektur wurden daher 900 Tiere als
Schätzwert hinzugefügt. Die Entwicklung der Seehundbestände variiert
zwischen den Regionen: Während in Dänemark (38%) und Schleswig-Holstein
(34%) ein deutlicher Anstieg im Vergleich zum Vorjahr zu verzeichnen
war, verringerte sich der Bestand in Niedersachsen und Hamburg um 16%.
In den Niederlanden wurde lediglich ein leichter Rückgang von 4%
festgestellt. Die regionalen Ergebnisse sind eine Umkehr der Zahlen aus
den Erhebungen des Vorjahrs, als im nördlichen Wattenmeer ein Rückgang
festgestellt wurde, während die Bestände im Südwesten zunahmen.

„Die neuen Zahlen zeigen, dass es den Seehunden im Wattenmeer gut geht – eine gute Nachricht. Die gegenläufigen Trends bezüglich der Alt- und Jungtiere, verdeutlichen die Notwendigkeit der trilateralen Erhebungen“, so Klöpper.

Seehunde sind eine der prominentesten der 10.000 Arten, die im Wattenmeer zu finden sind und einer der zahlreichen Gründe,
warum das Gebiet 2009 von der UESCO auf die Liste der Weltnaturerbe
aufgenommen wurde. Die Luftzählungen der Seehunde werden seit 1975
alljährlich im dänischen, deutschen und niederländischen Wattenmeer
durchgeführt. Die trilaterale Seehundexpertengruppe ist Teil der
Trilateralen Wattenmeer-Zusammenarbeit. Die TSEG koordiniert die
Zählungen und harmonisiert die, aus allen Teilen des Wattenmeers
stammenden Werte. Seehunde stehen im Wattenmeer unter besonderem Schutz
und werden kontinuierlich überwacht im Rahmen des
Wattenmeer-Seehundabkommens (Agreement on the Conservation of Seals in
the Wadden Sea; WSSA) unter der Schirmherrschaft des UN-Übereinkommens
zur Erhaltung der wandernden Tierarten (CMS). WSSA war das erste
Tochterabkommen unter dem CMS und wird vom CWSS als Sekretariat
begleitet.

In der Aufnahme

- Seehund mit Jungtier im Wattenmeer. Foto: Stock/ LKN.SH

Quelle/Aufnahme

© Nationalpark Wattenmeer
-
Pressemitteilung des Gemeinsamen Wattenmeersekretariats

Für die gelisteten Darstellungen trägt der Autor die redaktionelle Verantwortung.

Die Informationen geben ausnahmslos die Meinung des Verfassers, nicht eine Stellungnahme unserer Organisation wieder.

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