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Zwischen Ostermärchen und Wirklichkeit – das leise Leben und Sterben des Feldhasen
Zwischen Ostermärchen und Wirklichkeit – das leise Leben des Feldhasen
In den Tagen rund um Ostern taucht er überall auf: der freundliche Hase mit sanften Augen, der bunte Eier bringt und Kindern ein Lächeln schenkt. Kaum jemand denkt dabei an den echten Feldhase (Lepus europaeus), dessen Leben so wenig mit diesen Bildern zu tun hat.
Schon früh am Morgen, wenn der Tau noch auf den Halmen liegt, kauert der Hase reglos in seiner Sasse – einer flachen Mulde im Boden. Sein Körper ist angespannt, seine Sinne wach. Jeder Laut zählt. Das entfernte Summen einer Maschine, das Rascheln im Gras, das Bellen eines Hundes – all das ist für ihn kein Hintergrundgeräusch. Es ist eine mögliche Entscheidung zwischen Leben und Tod.
Früher bot die Landschaft Schutz. Hecken, Feldraine, kleine Rückzugsorte – ein Mosaik aus Verstecken und Nahrung. Heute sind viele dieser Strukturen verschwunden. Die Felder sind weiter geworden, leerer, geordneter. Was für den Menschen Fortschritt bedeutet, ist für den Hasen oft ein Verlust: kein Versteck, kein Ausweichen, keine zweite Chance.
Und doch ist es nicht nur die stille Veränderung der Landschaft, die ihm allein zusetzt.
Manchmal kommt die Gefahr plötzlich.
Ein ausgelassener Hund, nicht angeleint, jagt über das Feld. Für ihn ist es ein Spiel, ein kurzer Rausch der Bewegung. Für den Hasen beginnt in diesem Moment ein verzweifelter Lauf. Seine Muskeln brennen, seine Lungen kämpfen um Luft. Er schlägt Haken, versucht zu entkommen, nutzt jede Erfahrung, die sein Instinkt ihm gibt.
Doch nicht jede Flucht endet erfolgreich.
Was zurückbleibt, ist oft nur Stille. Eine Stille, die nichts mit Frieden zu tun hat.
An anderen Tagen ist es die Straße. Ein graues Band, das scheinbar harmlos durch die Landschaft führt. Der Hase zögert nicht aus Unachtsamkeit – sondern weil seine Welt keine Geschwindigkeit kennt, die mit der des Menschen vergleichbar ist. Ein Augenblick reicht. Ein Geräusch, ein Licht, ein falscher Schritt.
Der Hase zögert nicht aus Unachtsamkeit – sondern weil seine Welt keine Geschwindigkeit kennt, die mit der des Menschen vergleichbar ist. Ein Augenblick reicht. Ein Geräusch, ein Licht, ein falscher Schritt.
Dann liegt er am Rand.
Unbewegt.
Und die Welt fährt weiter.
Niemand hält an. Niemand fragt nach dem Leben, das dort geendet ist. Es ist nur ein weiterer Moment im Strom des Alltags – und doch war es für den Hasen alles.
Und während all das geschieht, lächelt uns der Osterhase weiterhin aus Schaufenstern an. Rund, weich, unbeschwert. Ein Symbol ohne Angst, ohne Schmerz, ohne die Wirklichkeit seines wilden Verwandten.
Vielleicht liegt gerade darin eine leise Tragik.
Denn der echte Hase verschwindet nicht plötzlich. - Er wird leiser. Seltener. Unsichtbarer.
Und vielleicht ist es genau das, was diese Zeit uns sagen könnte: dass hinter jeder Figur, jedem Symbol, ein echtes Leben steht.
Eines, das keinen Applaus bekommt. Eines, das keine Geschichten erzählt – sondern einfach nur versucht zu überleben.
Wenn wir also in diesen Tagen an den „Osterhasen“ denken, könnten wir einen Moment länger innehalten. Nicht nur für die Freude – sondern auch für das, was oft übersehen wird.
Für das leise Klopfen eines Herzens im hohen Gras.
Für ein Leben, das keinen Schutz kennt außer unserer Aufmerksamkeit.
In der Aufnahme von Bernhard Schmalisch
In den Tagen rund um Ostern taucht er überall auf: der freundliche Hase mit sanften Augen, der bunte Eier bringt und Kindern ein Lächeln schenkt. Kaum jemand denkt dabei an den echten Feldhase (Lepus europaeus), dessen Leben so wenig mit diesen Bildern zu tun hat.
- Er lebt nicht in Geschichten.
- Er lebt im offenen Feld.
Schon früh am Morgen, wenn der Tau noch auf den Halmen liegt, kauert der Hase reglos in seiner Sasse – einer flachen Mulde im Boden. Sein Körper ist angespannt, seine Sinne wach. Jeder Laut zählt. Das entfernte Summen einer Maschine, das Rascheln im Gras, das Bellen eines Hundes – all das ist für ihn kein Hintergrundgeräusch. Es ist eine mögliche Entscheidung zwischen Leben und Tod.
- Sein Herz kennt keine Ruhe.
- Denn sein Leben ist Flucht.
Früher bot die Landschaft Schutz. Hecken, Feldraine, kleine Rückzugsorte – ein Mosaik aus Verstecken und Nahrung. Heute sind viele dieser Strukturen verschwunden. Die Felder sind weiter geworden, leerer, geordneter. Was für den Menschen Fortschritt bedeutet, ist für den Hasen oft ein Verlust: kein Versteck, kein Ausweichen, keine zweite Chance.
Und doch ist es nicht nur die stille Veränderung der Landschaft, die ihm allein zusetzt.
Manchmal kommt die Gefahr plötzlich.
Ein ausgelassener Hund, nicht angeleint, jagt über das Feld. Für ihn ist es ein Spiel, ein kurzer Rausch der Bewegung. Für den Hasen beginnt in diesem Moment ein verzweifelter Lauf. Seine Muskeln brennen, seine Lungen kämpfen um Luft. Er schlägt Haken, versucht zu entkommen, nutzt jede Erfahrung, die sein Instinkt ihm gibt.
Doch nicht jede Flucht endet erfolgreich.
Was zurückbleibt, ist oft nur Stille. Eine Stille, die nichts mit Frieden zu tun hat.
An anderen Tagen ist es die Straße. Ein graues Band, das scheinbar harmlos durch die Landschaft führt. Der Hase zögert nicht aus Unachtsamkeit – sondern weil seine Welt keine Geschwindigkeit kennt, die mit der des Menschen vergleichbar ist. Ein Augenblick reicht. Ein Geräusch, ein Licht, ein falscher Schritt.
Der Hase zögert nicht aus Unachtsamkeit – sondern weil seine Welt keine Geschwindigkeit kennt, die mit der des Menschen vergleichbar ist. Ein Augenblick reicht. Ein Geräusch, ein Licht, ein falscher Schritt.
Dann liegt er am Rand.
Unbewegt.
Und die Welt fährt weiter.
Niemand hält an. Niemand fragt nach dem Leben, das dort geendet ist. Es ist nur ein weiterer Moment im Strom des Alltags – und doch war es für den Hasen alles.
Und während all das geschieht, lächelt uns der Osterhase weiterhin aus Schaufenstern an. Rund, weich, unbeschwert. Ein Symbol ohne Angst, ohne Schmerz, ohne die Wirklichkeit seines wilden Verwandten.
Vielleicht liegt gerade darin eine leise Tragik.
Denn der echte Hase verschwindet nicht plötzlich. - Er wird leiser. Seltener. Unsichtbarer.
Und vielleicht ist es genau das, was diese Zeit uns sagen könnte: dass hinter jeder Figur, jedem Symbol, ein echtes Leben steht.
Eines, das keinen Applaus bekommt. Eines, das keine Geschichten erzählt – sondern einfach nur versucht zu überleben.
Wenn wir also in diesen Tagen an den „Osterhasen“ denken, könnten wir einen Moment länger innehalten. Nicht nur für die Freude – sondern auch für das, was oft übersehen wird.
Für das leise Klopfen eines Herzens im hohen Gras.
Für ein Leben, das keinen Schutz kennt außer unserer Aufmerksamkeit.
In der Aufnahme von Bernhard Schmalisch
- „Am Straßenrand endet ein Leben, das im Verborgenen begann – unbeachtet, während die Welt unaufhaltsam weiterzieht.“
Zwischen Ostermärchen und Wirklichkeit – das leise Leben und Sterben des Feldhasen
In der Aufnahme von Bernhard Schmalisch
- „Ein Feldhase, gezeichnet von der Jagd durch freilaufende Hunde – ein stilles Zeugnis dafür, wie schnell ein Spiel für andere zum tödlichen Ernst wird.“
Zwischen Ostermärchen und Wirklichkeit – das leise Leben und Sterben des Feldhasen
In der Aufnahme von Bernhard Schmalisch
- „In einem Zaun gefangen, ohne jede Chance zu entkommen: Ein Feldhase (Lepus europaeus) stirbt leise in einer Weihnachtsbaumkultur – eine unsichtbare Todesfalle in einer Landschaft, die ihm längst kaum noch Raum zum Leben lässt.“
Zwischen Ostermärchen und Wirklichkeit – das leise Leben und Sterben des Feldhasen
In der Aufnahme von Bernhard Schmalisch
- „Nur zwei aufmerksame Ohrenspitzen ragen aus dem jungen Getreide – ein Meister des Verborgenen, dessen ganzes Leben davon abhängt, nicht gesehen zu werden.“
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