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Zwischen Wildnis und Stahl – Wenn Bahnstrecken zur tödlichen Falle werden
Bild zum Eintrag (1141992-160)
Tod an den Gleisen – Die unsichtbare Gefahr für Wildtiere

Sie verlaufen durch Wälder, über Felder und entlang alter Wildwechsel: Bahnstrecken schneiden die Landschaft in geraden Linien – schnell, laut und unaufhaltsam. Für den Menschen stehen sie für Mobilität und Fortschritt. Für viele Wildtiere bedeuten sie jedoch Gefahr, Verletzung und Tod.

Rehe gehören zu den häufigsten Opfern entlang der Gleise. Auf ihren natürlichen Wanderwegen geraten sie immer wieder in den Bereich herannahender Züge. Oft geschieht dies in der Dämmerung oder nachts, wenn Tiere besonders aktiv sind. Die Geschwindigkeit moderner Züge lässt ihnen kaum eine Chance zur Flucht. Was innerhalb weniger Sekunden passiert, hinterlässt drastische Spuren.

Die in dieser Dokumentation gezeigten Aufnahmen machen die Realität sichtbar: zerrissene Rehkörper im Schotterbett, durchtrennte Gliedmaßen und abgerissene Köpfe entlang der Strecke. Die Gewalt eines Aufpralls mit mehreren hundert Tonnen Stahl ist enorm. Viele Tiere sterben sofort, andere werden meterweit mitgerissen oder schwer verstümmelt zurückgelassen. ...

Aufnahme von Dieter Zinßer
Zwischen Wildnis und Stahl – Wenn Bahnstrecken zur tödlichen Falle werden
Bild zum Eintrag (1141993-160)
... Diese Bilder sind schwer anzusehen. Dennoch zeigen sie eine Wirklichkeit, die meist verborgen bleibt. Während Züge ihre Fahrt fortsetzen, bleiben die Spuren der Kollisionen oft unbeachtet am Rand der Gleise zurück. Für die Tierwelt sind Bahntrassen jedoch keine abstrakte Infrastruktur, sondern Hindernisse mitten im Lebensraum.

Besonders problematisch ist, dass viele Bahnlinien genau dort verlaufen, wo Tiere seit Jahrzehnten oder Jahrhunderten ihre Wege nutzen. Wälder werden voneinander getrennt, natürliche Wanderkorridore durchschnitten. Tiere folgen weiterhin ihrem Instinkt – ohne die Gefahr der Schienen einschätzen zu können. Gerät ein Reh zwischen Gleise, Böschungen oder Zäune, endet die Flucht oft tödlich.

Die gezeigten Szenen dienen nicht der Sensation. Sie sollen dokumentieren, welche Folgen der Bahnverkehr für Wildtiere haben kann und wie brutal diese Kollisionen tatsächlich sind. Gleichzeitig werfen sie Fragen nach möglichen Schutzmaßnahmen auf: sichere Wildquerungen, bessere Absperrungen oder technische Warnsysteme könnten helfen, die Zahl solcher Unfälle zu verringern.

Hinter jedem Kadaver am Gleis steht ein Lebewesen, das Teil eines empfindlichen Ökosystems war. Die Bilder erinnern daran, dass sich die Auswirkungen moderner Infrastruktur nicht nur in Zahlen oder Statistiken zeigen, sondern direkt in der Natur sichtbar werden.


Aufnahme von Dieter Zinßer
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