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Steinmarder
Bild zum Eintrag (1129972-160)
„Zwischen Dachboden und Steinmauer – das Leben des Steinmarders“

Es war eine der ersten milden Frühjahrsnächte, als im stillen Hinterhof ein Rascheln in der Hecke zu hören war. Zwischen den letzten trockenen Blättern des Winters und den ersten zaghaften Trieben des neuen Jahres huschte ein schlanker Schatten hervor. Der Mond spiegelte sich in zwei wachsamen Augen, der buschige Schwanz wippte im Takt seiner Schritte.

Ein Steinmarder – unbemerkt von den meisten, doch mitten unter uns – erforschte aufmerksam seinen nächtlichen Lebensraum. Er prüfte jede Geruchsspur, lauschte in die Dunkelheit und bewegte sich so leise, dass selbst die Amsel im Apfelbaum ruhig blieb. Erst als der Marder die Form eines neugierigen Menschen im Fenster bemerkte, erstarrte er kurz – doch nur einen Herzschlag später war er verschwunden, lautlos wie ein Geheimnis, das die Nacht für sich behält.


In der Aufnahme von Winfried Zeck

  • Macht seinem Namen in diesen Aufnahmen keine "Ehre" , der Steinmarder hier auf einem Weinstock .......
Steinmarder bevorzugen menschliche Umgebung.
Bild zum Eintrag (1129973-160)
Artbeschreibung: Der Steinmarder im Porträt

Der Steinmarder (Martes foina) gehört zur Familie der Marderartigen und ist eng verwandt mit dem Baummarder. Dennoch unterscheidet er sich in mehreren wesentlichen Punkten:


Körperliche Merkmale


  • Körperlänge: etwa 40–55 cm
  • Schwanzlänge: 20–30 cm
  • Gewicht: 1–2,5 kg (saisonal schwankend)
  • Fell: graubraun bis schokoladenbraun
  • Kehlfleck: weiß und gegabelt (typisches Erkennungsmerkmal)
  • Gesicht: spitz, mit hellen Augen und hoher Sensorik

Verhalten & Lebensweise

  • dämmerungs- und nachtaktiv
  • hervorragender Kletterer
  • springt und balanciert geschickt
  • einzelgängerisch, außer in Paarungs- und Jungtierphasen
  • territoriale Duftmarkierung mittels sogenannter Analdrüsen

Nahrung

Der Steinmarder ist ein opportunistischer Allesfresser.
Zu seinem Spektrum zählen:


  • Kleinsäuger (z. B. Mäuse)
  • Vögel und Eier
  • Insekten
  • Beeren und Früchte
  • Aas
  • gelegentlich menschliche Nahrungsreste

Seine flexible Ernährungsweise ist einer der Gründe für seinen Erfolg in menschlichen Siedlungsbereichen.

Menschliche Nähe: ein Lebensraum der Chancen – und Risiken

Während der Baummarder fast ausschließlich Wälder bewohnt, hat der Steinmarder eine bemerkenswerte Fähigkeit entwickelt:
Er lebt bevorzugt im Umfeld des Menschen.

Er nutzt:

  • Dachstühle
  • Scheunen
  • Gärten
  • Hohlräume in Gebäuden
  • Steinmauern

sogar Motorenräume von Autos als warmen Unterschlupf

Diese Anpassung beruht nicht auf Aggression oder Zerstörungslust – sondern auf Überlebensinstinkt. Der Motorraum bietet Wärme, Schutz und Nähe zu möglichen Nahrungsquellen.

In der Aufnahme von Jochen Herting 
  • Steinmarder bei Wasseraufnahme 
Steinmarder
Bild zum Eintrag (1129976-160)
Perspektive des Steinmarders: Die Welt im Wandel

„Vor langer Zeit lebten meine Vorfahren zwischen Felsen, Burgruinen und natürlichen Steinhöhlen. Der Wind roch anders und die Nächte waren tiefer und stiller. Heute durchstreife ich eure Wohngebiete. Die Lichter eurer Straßen erhellen meine Pfade, die Gerüche eurer Häuser erzählen mir Geschichten von Essbarem und Gefahr.

Doch ich spüre, dass sich die Welt wandelt. Die Winter werden kürzer und wärmer – gut für manche von uns, verwirrend für andere. Wenn der Schnee ausbleibt und die Fruchtbildung im Wald sich verändert, muss ich neue Wege suchen. Ich lebe von dem, was ich finde, und ich folge meiner Natur: neugierig, vorsichtig und sehr anpassungsfähig.

Ich bin nicht euer Feind. Ich bin ein stiller Gast eurer Umgebung – und ein Zeuge der Veränderungen, die ihr auf dieser Erde bewirkt.“


Klimawandel & Lebensraumveränderung: Wie der Steinmarder darauf reagiert

Der Steinmarder ist ein Beispiel für erstaunliche Resilienz. Er profitiert teilweise von menschlicher Nähe, leidet aber auch unter den Folgen ökologischer Umbrüche:

Positive Effekte

  • milde Winter erhöhen Überlebensrate
  • größere Verfügbarkeit von Nahrungsabfällen
  • neue Rückzugsräume in Städten

Belastungen & Risiken

  • zunehmender Verkehr → steigende Unfallzahlen
  • Reduktion naturnaher Flächen
  • Verlust alter Strukturen (Scheunen, Steinmauern)

Verschiebung von Nahrungszyklen

Gerade in urbanen und suburbanen Gebieten ist der Steinmarder ein Vermittler zwischen Wildnis und Zivilisation. Sein Dasein führt uns vor Augen, dass wir nicht allein in unseren Räumen leben: Das Zusammenspiel von Mensch und Natur findet direkt hinter unseren Häusern statt.


Steinmarder bevorzugen menschliche Umgebung.

Als "ungebetene Gäste" finden wir ihre Aktivitäten in unseren Fahrzeugen vor, wobei er es besonders auf „Gummiteile“ abgesehen hat.
Doch der Steinmarder ist mehr als ein von Menschen definierter „Schädling“.Steinmarder sind mit ihren, etwa 45 – 50 Zentimeter Körperlänge und ihrem Körpergewicht von bis zu 2 Kilogramm äußerst gewandte Jäger .

Bis in die letzte Ecke und in den letzten Winkel verfolgen diese Tiere meist Kleinsäuger aller Art um diese zu erbeuten.So war er in früherer Zeit ein gern gesehener Gast an menschlichen Gefilden, reduzierte er erhöhte Mäuse- und Rattenpopulationen deutlich. Daneben greif der Steinmarder sich jedoch auch gerne das eine oder andere Geflügel, wobei besonders sein „Blutrausch“, besonders auffällig erscheint.

Mutmaßlich aus Gründen des Überangebots sich bewegender Nahrung , z.B. in Hühnerställen , tötet der Steinmarder häufig den gesamten bzw. einen erheblichen Teil des Bestandes.Ein gutes Bestimmungsmerkmal zwischen Steinmarder und dem nicht weniger geschickten Baummarder sind der meist reinweiße, gegabelte Brutfleck, sowie die rein weißen Ohrränder. Darüber hinaus zeigt sich das Fell mehr in einem verwaschenen Braunton und das Näschen mehr in hellem Rosa.

Wie bei vielen Marderartigen Säugern findet die Paarung bereits im Hoch- bis Spätsommer eines jeden Jahres, die Setzzeit jedoch erst im darauf folgenden Frühjahr ( Ende April bis Mitte Mai ) statt.Nach einer Säugezeit von etwa 2 Monaten beginnen die Jungmarder sich nach und nach auf feste Nahrung umzustellen. Etwa einen Monat später sind sie bereits in der Lage ihrer Mutter ( diese übernimmt in der Regel die alleinige Aufzucht ) auf die Jagd zu folgen.

In der Aufnahme von Helga Zinnecker 
  • Steinmarder bei der Nahrungsaufnahme
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