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Ziesel .... wie lange noch ?
Bild zum Eintrag (1137331-160)
Ziesel (Spermophilus)

Die Sonne steht noch tief über der weiten Graslandschaft, als sich ein kleiner Kopf vorsichtig aus einem Erdloch schiebt. Zwei dunkle Augen prüfen aufmerksam die Umgebung. Ein leises Rascheln im Gras – dann richtet sich das Tier auf die Hinterbeine. Für einen Moment steht es reglos da, den Wind prüfend, bereit, beim kleinsten Geräusch wieder im Bau zu verschwinden.

Es ist ein Ziesel. Für viele Menschen kaum sichtbar, gehört dieses kleine Nagetier zu den Bewohnern offener Landschaften Europas und Asiens. Während die Welt um ihn herum langsam erwacht, beginnt auch für ihn ein neuer Tag: Nahrung suchen, das Revier beobachten und den Bau instand halten, der Schutz vor Feinden und Wetter bietet.

Unter der Erde lebt eine ganze Nachbarschaft aus Tunneln, Kammern und Gängen – ein verborgenes Netzwerk, das seit Generationen genutzt wird.

Artbeschreibung

Ziesel gehören zur Gattung Spermophilus innerhalb der Familie der Hörnchen (Sciuridae). Sie werden häufig auch als Erdziesel oder Zieselhörnchen bezeichnet und sind enge Verwandte der Murmeltiere und Präriehunde.

Typische Merkmale der Ziesel sind:

  • Körperlänge: etwa 18 bis 30 Zentimeter
  • Gewicht: meist zwischen 200 und 500 Gramm
  • Fell: meist braun, gelblich oder grau, oft mit Punkten oder Flecken
  • Schwanz: relativ kurz und wenig buschig
  • Körperhaltung: häufig aufrecht sitzend, um die Umgebung zu beobachten

Ziesel leben überwiegend in offenen Landschaften wie Steppen, Wiesen oder Trockenrasen. Sie sind tagaktive Tiere und ernähren sich hauptsächlich von:

  • Gräsern
  • Samen
  • Kräutern
  • Wurzeln
  • gelegentlich Insekten

Ein charakteristisches Verhalten ist ihr Warnruf. Wenn ein Ziesel einen Feind entdeckt – etwa Greifvögel oder Füchse – gibt es einen schrillen Pfiff von sich. Dieser alarmiert andere Tiere in der Nähe, die sofort in ihre Bauten flüchten.

Viele Zieselarten halten außerdem einen Winterschlaf, der mehrere Monate dauern kann.

Lebensraumveränderung und Klimawandel

Ziesel sind stark an bestimmte Landschaftsformen gebunden. Sie bevorzugen offene, übersichtliche Gebiete mit niedriger Vegetation. Doch genau diese Lebensräume verändern sich in vielen Regionen. Durch Verbuschung, Aufforstung oder intensive Landwirtschaft verschwinden offene Graslandschaften zunehmend. Dadurch verlieren Ziesel wichtige Bereiche zum Leben, zur Nahrungssuche und zur Fortpflanzung.

Auch der Klimawandel kann langfristige Auswirkungen haben:

  • Veränderte Vegetation: Trockenheit oder neue Pflanzenarten können das Nahrungsangebot verändern.
  • Verschiebung von Jahreszeiten: Frühere Frühjahre beeinflussen den Zeitpunkt des Winterschlafs und der Fortpflanzung.
  • Extremwetter: Lange Trockenperioden oder Starkregen können die Lebensbedingungen verschlechtern.

In einigen Regionen Europas sind Zieselpopulationen bereits deutlich zurückgegangen.

Bedrohung durch den Menschen

Neben natürlichen Veränderungen ist der Mensch einer der wichtigsten Faktoren für den Rückgang vieler Zieselarten.

Zu den wichtigsten Gefährdungen gehören:

1. Landwirtschaftliche Intensivierung
Großflächige Monokulturen, häufiges Mähen oder tiefes Pflügen zerstören Zieselbaue und verändern ihre Lebensräume.

2. Flächenversiegelung und Bebauung
Straßen, Industrieflächen und Siedlungen führen dazu, dass Lebensräume fragmentiert oder vollständig zerstört werden.

3. Verlust traditioneller Weidelandschaften
Früher hielten Weidetiere die Vegetation kurz. Ohne Beweidung wachsen viele Flächen zu dicht, sodass Ziesel ihre Umgebung nicht mehr gut überblicken können.

4. Störungen durch Menschen
Freizeitnutzung, Hunde oder intensive Nutzung von Grünflächen können die Tiere zusätzlich stressen.

Bedeutung der Ziesel für das Ökosystem

Ziesel erfüllen mehrere wichtige ökologische Funktionen:

  • Ihre Baue lockern den Boden und fördern die Bodenbelüftung.
  • Sie dienen vielen natürlichen Beutegreifern als Nahrungsquelle.
  • Durch das Sammeln und Verstreuen von Samen können sie zur Verbreitung von Pflanzen beitragen.

Der Schutz von offenen Landschaften und extensiv genutzten Wiesen kann helfen, ihre Bestände zu stabilisieren.





In der Aufnahme von Helga Zinnecker 


Ziesel .... wie lange noch ?

Ein Bewohner der ( Kultur ) - Steppenlandschaft, so zeigt sich der Ziesel in seinem natürlichen Lebensraum, den Landstrichen in südost Österreich, Ungarn etc. Zunehmende landwirtschaftliche Einflüsse haben in den vergangenen Jahrzehnten teils zu gravierenden Bestandseinbrüchen des Ziesels geführt.

Mit einer Körperlänge ( ohne Schwanz ) von rund 20 Zentimertern und einem Gewicht von etwas über 350 Gramm, kommt dieses Tier dem Verhaltensmuster europäischer Feldhamster am nächsten.

Im späten April beginnt dir Fortpflanzungsphase der Ziesel. Ein bis etwa 2,5 Meter langer Erdbau , der bis 1,8 Meter unterhalb der Oberfläche ( frostfrei ) leigen kann, wird zum Ort der Geburt.Knappe 30 Tage trägt das Weibchen die Föten - die Paarung fand bereits im Winterhalbjahr statt - in sich, um diese meist 5-7 Jungen in den ausgepolsterten Erdbau zu setzen.22 Tage werden die kleinen Säuger nun mit Milch versorgt , bis sie nach etwa 4 - 5 Wochen eigenständig Nahrung in Form von Pfanzenteilen der Steppe ( ab und an werden auch Insekten / Weichtiere gegriffen ) aufnehmen.

Bereits im Oktober legen sich Ziesel schlafen.
Ein frostsicherer Erdbau ermöglicht die Winterlethargie, bis ins Frühjahr des darauf folgenden Jahres hinein.

Ziesel werden in manchen Regionen als "Schädlinge" angesehen und verfolgt.
Ziesel
Bild zum Eintrag (1137332-160)
Aufnahme von Hubertus Zinnecker 
Ziesel
Bild zum Eintrag (1137333-160)
Aufnahme von Hubertus Zinnecker 
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