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Murmeltier
Bild zum Eintrag (1141964-160)
Der Pfiff über den Bergwiesen

Die Sonne stand bereits hoch über den Alpen, als eine Wanderin auf einem schmalen Bergpfad eine Pause einlegte. Der Wind strich kühl über die Wiesen, in denen Enzian und Alpenblumen blühten. Plötzlich durchbrach ein heller Pfiff die Stille. Kurz darauf tauchte zwischen den Steinen ein rundliches Tier mit braun-grauem Fell auf. Wachsam richtete es sich auf die Hinterbeine und beobachtete aufmerksam seine Umgebung.

Nur wenige Sekunden später verschwand das Tier blitzschnell wieder zwischen den Felsen. Doch der Ruf hallte noch lange über die Hänge. Die Wanderin lächelte. Sie hatte eines der bekanntesten Tiere der Alpen gesehen – ein Alpenmurmeltier. Seit Jahrhunderten gehören Murmeltiere zu den charakteristischen Bewohnern der Hochgebirge. Ihr Leben ist eng mit den alpinen Wiesen, den kurzen Sommern und den langen schneereichen Wintern verbunden. Doch selbst hoch oben in den Bergen bleibt die Natur nicht unverändert.

Das Alpenmurmeltier – ein Leben im Hochgebirge

Das Alpenmurmeltier gehört zur Familie der Hörnchen und ist eines der größten Nagetiere Europas. Erwachsene Tiere erreichen eine Körperlänge von bis zu 50 Zentimetern und können mehrere Kilogramm wiegen. Ihr dichtes Fell schützt sie vor Kälte und rauem Wetter in den alpinen Höhenlagen. Typisch für das Alpenmurmeltier ist sein kräftiger Körperbau mit kurzen Beinen, kleinen Ohren und buschigem Schwanz. Die Tiere leben in Familiengruppen und graben weit verzweigte Bausysteme in den Boden. Diese unterirdischen Gänge dienen als Schutz vor Feinden, Wetter und Kälte.

Besonders bekannt sind Murmeltiere für ihre Warnpfiffe. Entdecken sie einen Greifvogel oder ein anderes Raubtier, warnen sie ihre Gruppe mit lauten Rufen. Innerhalb weniger Sekunden verschwinden dann alle Tiere in ihren sicheren Bauen. Im Sommer verbringen Alpenmurmeltiere viel Zeit mit der Nahrungssuche. Sie fressen Gräser, Kräuter und alpine Pflanzen, um sich Fettreserven für den langen Winterschlaf anzulegen. Während dieser Ruhephase sinken Körpertemperatur und Herzschlag deutlich ab – eine beeindruckende Anpassung an das Leben im Hochgebirge.

Lebensraum zwischen Himmel und Felsen

Alpenmurmeltiere leben bevorzugt auf alpinen Wiesen oberhalb der Baumgrenze. Dort finden sie offene Flächen mit guter Sicht und geeigneten Böden für ihre Baue. Die Tiere benötigen eine abwechslungsreiche Vegetation und stabile Schneeverhältnisse im Winter.

Über viele Jahrhunderte waren die alpinen Lebensräume relativ konstant. Doch inzwischen verändern sich selbst abgelegene Bergregionen zunehmend. Tourismus, Infrastruktur und klimatische Veränderungen beeinflussen die empfindlichen Ökosysteme der Alpen.

Klimawandel und Veränderungen im Hochgebirge

Der Klimawandel stellt Alpenmurmeltiere vor neue Herausforderungen. Steigende Temperaturen verändern die Vegetation in den Bergen. Pflanzenarten verschieben sich in höhere Lagen, während sich Wälder langsam ausbreiten und offene alpine Flächen verkleinern. Auch die Schneeverhältnisse verändern sich. Weniger Schnee im Winter kann problematisch sein, da die Schneedecke den Boden isoliert und die Murmeltiere während des Winterschlafs vor extremer Kälte schützt. Fehlt diese natürliche Schutzschicht, steigt der Energieverbrauch der Tiere.

Längere Hitzeperioden im Sommer wirken sich ebenfalls aus. Murmeltiere sind an kühle Gebirgsbedingungen angepasst und reagieren empfindlich auf hohe Temperaturen. Besonders in niedrigeren Höhenlagen könnten geeignete Lebensräume langfristig verloren gehen.

Hinzu kommt die zunehmende Nutzung alpiner Regionen durch den Menschen. Wanderwege, Skipisten und touristische Infrastruktur verändern Rückzugsräume und stören empfindliche Tierpopulationen.

Bedrohungen für das Alpenmurmeltier

Die wichtigsten Gefahren für Alpenmurmeltiere sind:

  • Klimawandel und steigende Temperaturen
  • Veränderungen der Schneedecke im Winter
  • Verlust offener alpiner Lebensräume
  • Zunehmender Tourismus und Freizeitdruck
  • Störungen durch Infrastruktur und Bebauung
  • Zerschneidung von Lebensräumen
  • Extreme Wetterereignisse und Trockenperioden

Obwohl Alpenmurmeltiere derzeit noch in vielen Regionen vorkommen, zeigen Umweltveränderungen bereits Auswirkungen auf ihre Lebensräume.

Schutz alpiner Lebensräume

Der Schutz der Alpenmurmeltiere hängt eng mit dem Schutz der alpinen Natur zusammen. Naturnahe Berglandschaften, störungsarme Rückzugsgebiete und nachhaltiger Tourismus spielen dabei eine wichtige Rolle. Auch der Klimaschutz ist entscheidend. Viele Tierarten der Hochgebirge können sich nur begrenzt weiter nach oben ausbreiten. Wenn Temperaturen weiter steigen und geeignete Lebensräume schrumpfen, geraten spezialisierte Arten zunehmend unter Druck.

Murmeltiere sind mehr als nur beliebte Bewohner der Alpen. Sie stehen symbolisch für die empfindliche Balance der Gebirgsökosysteme. Ihr charakteristischer Pfiff erinnert daran, wie wertvoll und schützenswert die alpine Natur ist.

Vielleicht hallt dieser Ruf auch in Zukunft noch über blühende Bergwiesen – als Zeichen lebendiger und intakter Alpenlandschaften.

Aufnahme von Klaus Sanwald 
Murmeltier
Bild zum Eintrag (1141963-160)
Besonders bei Besuchen in den alpinen oberhalb der Baumgrenze Regionen tritt ein Säugetiere in Erscheinung das meist sofort das Interesse des Besuchers weckt.

Das tagaktive Murmeltier.

Sein Hauptverbreitungsgebiet beginnt bei etwa 1.250 Meter und endet bei rund 2.800 Meter. Das tagaktive Nagetier, das einen gedrungenen Körperbau besitzt erreicht eine Körperlänge von rund 60 - 70 Zentimeter und bringt etwa 7 – 9 Kilogramm auf die Waage.
Da es seinen Aktivitätsrythmus auf die Tagesstunde eingestellt hat bedarf es einer nicht unerheblichen Aufmerksamkeit gegenüber möglichen Fressfeinden, die meist aus dem Luftraum zu erwarten ist. Dabei handelt es sich um Greifvögel wie z.B. den Steinadler, den Kolkraben der bei seiner Entdeckung durch die Murmeltiere mit einem Warnpfiff vermeldet wird. Ein ähnliches Verhalten wird bei Gefahren aller Art praktiziert, was die Tiere veranlasst sich sehr schnell die Erdbauten zurückzuziehen. Auch Füchse oder Marder werden hie und da an den Murmeltierbauten vorgefunden.

Diese Bauten besitzen eine Eingangspforte von rund 20 Zentimeter Durchmesser deren weiterführender Gang bis zu 11 Meter in den Hauptbau leitet. Dieser Hauptbau kann einige Kammern hervorbringen und bis 2,5 oder gar 3,5 Meter unterhalb der Oberfläche liegen. Neben der Funktion als überlebenswichtiger Rückzugsraum gegenüber Fressfeinden funktioniert der Bau gleichfalls als Überwinterungsraum und Wurfkammer. Die Zeit der Reproduktion setzt meist im Mai ein und findet sein erfolgreiches Ende im Juni oder Juli des gleichen Jahres.

Das Ergebnis findet sich nach einer Tragzeit  von 30 – 36 Tagen in einer Nachwuchszahl von 2 – 6 ( 7 ) Jungtieren.Erwachsene Murmeltiere ernähren sich bevorzugt vegetarisch, verschmähen jedoch auch Kerbtiere, Insekten oder Vogeleier nicht.Die Jungtiere deren Sterblichkeitsrate meist über 20 % anzusetzen ist, werden einige Wochen gesäugt.Bereits im Spätsommer bereiten sich die Murmeltiere auf den rund 5 – 7 Monate dauernden Winterschlaf vor. So werden Fettreserven angefuttert und Nahrung in die Bauten eingetragen. Für den Menschen war besonders das Fell und das Murmeltierfett von Interesse. 

Aufnahme von Klaus Sanwald 
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