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2026-04
Überlebensperspektiven für „komische Käuze“ 2026 - 2036
Bild zum Eintrag (1139335-160)
Schutzprojekt für Steinkauz und Wiedehopf

23/24.03.2026


  •             Zielgerichtetes Habitatmanagement für gefährdete Brutvogelarten

Im Rahmen eines praxisorientierten Artenschutzprojekts schaffen wir auf einer mehrere Hektar großen, extensiv beweideten Offenfläche gezielt Lebensräume für zwei streng geschützte Vogelarten: den Steinkauz (Athene noctua) sowie den Wiedehopf (Upupa epops). Beide Arten zeigen sich im Bestand in einer prekären Situation!
Unsere vereinseigene Fläche wird als Vielweide mit Mutterkühen und deren Kälbern genutzt. Durch diese extensive Form der nahezu Ganzjahresbeweidung bleibt das Gelände offen, nährstoffarm und mosaikartig strukturiert – eine entscheidende Grundlage für den Erhalt halboffener Kulturlandschaften, wie sie beide Zielarten benötigen. Das Projekt verbindet somit Landwirtschaft mit praktischer Biodiversitätsförderung.


In der Aufnahme
  • Kombination aus Nisthilfe und geeigneter Nahrungsverfügbarkeit im Umfeld.
Artenschutz in Franken®  
Kornfelder im Wandel – Zwischen Ertrag und Artenvielfalt
Bild zum Eintrag (1139299-160)
Kornfelder im Wandel – Zwischen Ertrag und Artenvielfalt

23/24.03.2026

  • Kornfelder prägen seit Jahrhunderten unsere Kulturlandschaft. Sie stehen für Ernährungssicherheit, Tradition und die enge Verbindung zwischen Mensch und Natur. Doch ihr Erscheinungsbild hat sich in den letzten Jahrzehnten stark verändert – mit tiefgreifenden Folgen für die Biodiversität.

Früher waren Getreidefelder von einer Vielzahl an Wildpflanzen begleitet: Kornblumen, Mohn und Kamille verliehen den Feldern nicht nur Farbe, sondern boten auch Lebensraum und Nahrung für zahlreiche Insektenarten. Diese wiederum bildeten die Grundlage für ein komplexes Nahrungsnetz, von dem auch Vögel, Kleinsäuger und andere Tiere profitierten. Kornfelder waren damit lebendige, vielfältige Ökosysteme.
Mit der Industrialisierung der Landwirtschaft setzte jedoch ein grundlegender Wandel ein. Ein zentraler Aspekt ist die sogenannte „Unkrautvernichtung“ – ein Begriff, der bereits verdeutlicht, wie unerwünscht Wildkräuter heute oft sind. Durch den intensiven Einsatz von Herbiziden werden diese Pflanzen systematisch entfernt. Was aus landwirtschaftlicher Sicht als notwendige Ertragssteigerung gilt, bedeutet ökologisch betrachtet den drastischen Rückgang genau jener Arten, die früher die Felder bereicherten. Viele Ackerwildkräuter sind heute selten oder sogar vom Aussterben bedroht.

Hinzu kommt die zunehmende Ausbreitung von Monokulturen. Große, einheitlich bewirtschaftete Flächen mit nur einer Pflanzenart bieten kaum Struktur und Vielfalt. Für viele Tiere fehlen dadurch Nahrung, Nistplätze und Rückzugsräume. Insekten finden weniger Blüten, Feldvögel weniger Deckung, und auch Bodenorganismen leiden unter der einseitigen Nutzung und der intensiven Bearbeitung. Die Landschaft wird homogener – und damit anfälliger für Störungen.

Diese Entwicklungen haben weitreichende Folgen für die Artenvielfalt. Der Rückgang von Insekten wirkt sich direkt auf Vögel und andere Tiere aus, die auf sie angewiesen sind. Gleichzeitig gehen ökologische Funktionen verloren: Bestäubung, natürliche Schädlingskontrolle und Bodenfruchtbarkeit werden beeinträchtigt. Das System wird insgesamt weniger stabil und weniger resilient gegenüber äußeren Einflüssen.

Dennoch gibt es Wege, dieser Entwicklung entgegenzuwirken. Eine vielfältigere Fruchtfolge, der Verzicht oder die Reduktion von Pestiziden, Blühstreifen und der Erhalt von Randstrukturen können dazu beitragen, Lebensräume zurückzubringen. Auch ein bewussterer Umgang mit Ackerwildkräutern – nicht als „Unkraut“, sondern als wichtiger Bestandteil des Ökosystems – spielt dabei eine entscheidende Rolle.

Mit Blick auf den Klimawandel gewinnt dieses Thema zusätzlich an Bedeutung. Extremwetterereignisse wie Dürren oder Starkregen stellen die Landwirtschaft vor große Herausforderungen. Artenreiche, vielfältige Agrarsysteme sind nachweislich widerstandsfähiger gegenüber solchen Veränderungen. Sie können Wasser besser speichern, Böden stabilisieren und sich schneller an neue Bedingungen anpassen. Der Schutz der Biodiversität in Kornfeldern ist daher nicht nur eine Frage des Naturschutzes, sondern auch ein wichtiger Baustein für eine zukunftsfähige Landwirtschaft im Zeichen des Klimawandels.

Hinweis:

In der Aufnahme von Dieter Zinßer
  • Wintergerste mit Wildkraut das landläufig als Unkraut betitelt wird. 
Artenschutz in Franken®  
Innovativer Nistmast als Zukunftsprojekt für den Artenschutz
Bild zum Eintrag (1139294-160)
Innovativer Nistmast als Zukunftsprojekt für den Artenschutz

22/23.03.2026

  • Auf einer kommunalen Wiesenfläche wird ein neu entwickelter Spezialmast errichtet, der einen wichtigen Beitrag zum Erhalt und zur Förderung heimischer Tierarten leisten soll. 

  • Informationseinheit angebracht

Anlass für die Umsetzung dieses Projekts war der Wegfall eines traditionell genutzten Nistplatzes für Turmfalken im Jahr 2025, der über viele Jahre von einem Brutpaar zuverlässig angenommen wurde. Der Verlust dieses angestammten Standortes machte deutlich, wie essenziell geeignete Nist- und Lebensräume für bedrohte oder schutzbedürftige Arten sind – besonders im urbanen und suburbanen Umfeld, in dem natürliche Strukturen zunehmend verschwinden.
Vielschichtiges Habitat auf 8 Metern Höhe

Der neue Nistmast erreicht eine Gesamthöhe von acht Metern und wurde mit einer klaren ökologischen Zielsetzung gestaltet: Er verbindet mehrere Lebensraumangebote in einem modularen Aufbau.

  •     Im oberen Bereich des Turmkopfes befindet sich ein spezialisierter Nistkasten für Turmfalken, der ein sicheres Brutumfeld bietet, ausreichend Schutz vor Witterung gewährleistet und die Ansprüche dieser Greifvögel hinsichtlich Sichtfeld und Höhenlage berücksichtigt.

  •     Direkt darunter erstreckt sich eine umlaufende Kette von Nisthilfen für Kleinvögel, wie beispielsweise Meisen, Sperlinge oder Stare. Diese Auswahl schafft ein breites Spektrum an mikroklimatischen und strukturellen Nistgelegenheiten und fördert so die Artenvielfalt innerhalb der kleineren Vogelpopulation.

  •     In der darunterliegenden Ebene wurde eine ringförmige Reihe von Fledermausspaltenquartieren integriert. Diese dienen als Ruheort, Sommerquartier oder potenziell sogar als Wochenstube für verschiedene Fledermausarten, die als natürliche Insektenjäger auch einen positiven Einfluss auf das lokale Ökosystem haben.


Langlebig, ästhetisch angepasst und mit Pilotcharakter

Die Konstruktion ist auf eine Lebensdauer von rund 25 Jahren ausgelegt und farblich so gestaltet, dass sie sich unaufdringlich und stimmig in die umgebende Landschaft einfügt. Sowohl Materialauswahl als auch die Montageweise berücksichtigen Nachhaltigkeitsaspekte, Wartungsfreundlichkeit und langfristige Stabilität.

In dieser Form stellt der Nistmast ein bislang einzigartiges Vorhaben dar. Er verbindet artenschutzfachliche Anforderungen mit praktischen und gestalterischen Aspekten – und schafft einen sichtbaren, bewusst wahrnehmbaren Ort der Förderung lokaler Biodiversität.

Erwartung und Beobachtung

Mit Interesse und Vorfreude wird nun beobachtet, in welcher zeitlichen Entwicklung die angebotenen Nist- und Quartiermöglichkeiten angenommen werden. Erste Besiedelungsaktivitäten können ein wertvoller Indikator für die ökologische Wirksamkeit des Projekts sein. Langfristig soll der Mast nicht nur eine Ersatzlösung für den verlorenen Falkenstandort darstellen, sondern vielmehr als Modell dienen, wie Kommunen aktiv Lebensräume für heimische Tierarten gestalten und zurückgewinnen können.

Für die Unterstützung möchten wir uns bei der Steuerkanzlei Bauerfeind, beim Markt Burgwindheim und nicht zuletzt bei Turmstationen Deutschland e.V. ganz herzlich bedanken!


In der Aufnahme 
  • am 19.03.2026 wurde die Informationseinheit angebracht
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Distelfalter (Vanessa cardui
Bild zum Eintrag (1139289-160)
Der Distelfalter (Vanessa cardui

22/23.03.2026

  • Die Reise eines kleinen Wanderers

An einem warmen Frühlingstag erhebt sich ein zarter Schmetterling aus einem blühenden Feld irgendwo in Nordafrika. Die Sonne wärmt seine Flügel, die in leuchtenden Orange-, Schwarz- und Weißtönen schimmern. Getrieben von einem inneren Kompass beginnt er eine Reise, die tausende Kilometer umfassen kann. 

Über Meere, Wüsten und Gebirge hinweg folgt er dem Ruf des Sommers – bis nach Europa, vielleicht sogar bis nach Deutschland. Dieser unermüdliche Reisende ist der Distelfalter.
Artbeschreibung

Der Distelfalter gehört zu den bekanntesten Wanderfaltern der Welt. Seine Flügelspannweite beträgt etwa 5 bis 6 Zentimeter. Charakteristisch sind die orangebraune Grundfarbe mit schwarzen Flecken sowie helle, fast weiße Zeichnungen an den Flügelspitzen.

Distelfalter sind ausgesprochen anpassungsfähig. Ihre Raupen ernähren sich vor allem von Disteln – daher der Name – aber auch von anderen Pflanzen wie Brennnesseln oder Malven. Die Art kommt nahezu weltweit vor und ist für ihre beeindruckenden Wanderbewegungen bekannt. Anders als viele heimische Schmetterlinge überwintert der Distelfalter nicht in Mitteleuropa, sondern zieht in mehreren Generationen zwischen Afrika und Europa hin und her.

Perspektiven im Wandel von Lebensraum und Klima

Die Zukunft des Distelfalter ist eng mit den Veränderungen seiner Umwelt verknüpft. Klimawandel und Lebensraumveränderungen wirken sich sowohl positiv als auch negativ aus. Mildere Temperaturen können dazu führen, dass der Distelfalter weiter nach Norden vordringt und länger in Europa bleibt. Gleichzeitig verändern sich jedoch die Vegetation und die Verfügbarkeit seiner Futterpflanzen. Extreme Wetterereignisse wie Dürren oder starke Regenfälle können ganze Generationen gefährden.

Ein weiterer entscheidender Faktor ist die Zerschneidung von Lebensräumen. Landwirtschaftliche Intensivierung, Urbanisierung und der Verlust von Blühflächen reduzieren die Rast- und Fortpflanzungsmöglichkeiten entlang seiner Wanderroute. Der Distelfalter ist zwar anpassungsfähig – doch auch seine Flexibilität hat Grenzen.

Bedrohung durch den Menschen

Der Mensch stellt eine der größten Herausforderungen für den Distelfalter dar:


  •     Pestizideinsatz: Insektenvernichtungsmittel töten nicht nur Schädlinge, sondern auch Schmetterlinge und ihre Raupen.

  •     Lebensraumverlust: Wiesen, Brachen und Wildblumenflächen verschwinden zunehmend.

  •     Klimawandel: Vom Menschen verursachte Klimaveränderungen beeinflussen Wanderzyklen und Überlebenschancen.

  •     Lichtverschmutzung: Künstliches Licht kann Orientierung und Verhalten von Insekten stören.




Aufnahme von Dieter Zinßer


  •     Der Distelfalter ist mehr als nur ein schöner Schmetterling – er ist ein Botschafter der Natur, der uns zeigt, wie zerbrechlich und zugleich erstaunlich widerstandsfähig unsere Umwelt ist. Sein Schutz bedeutet auch, unsere eigene Lebensgrundlage zu bewahren.
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Wenn Städte im Wasser stehen – Hochwasser im Zeichen des Klimawandels
Bild zum Eintrag (1139275-160)
Wenn Städte im Wasser stehen – Hochwasser im Zeichen des Klimawandels

22/23.03.2026

  • Unsere Diashow zeigt eindrucksvolle Aufnahmen von Hochwasserereignissen in verschiedenen Städten. 

Die Bilder verdeutlichen, welche Auswirkungen extreme Wetterlagen auf urbane Räume haben können und wie verletzlich unsere Infrastruktur gegenüber solchen Ereignissen ist.
Zugleich möchten wir mit dieser Darstellung auf ein größeres Thema aufmerksam machen: den Klimawandel. Wissenschaftliche Erkenntnisse deuten darauf hin, dass sich durch veränderte klimatische Bedingungen auch die Häufigkeit und Intensität von Extremwetterereignissen erhöhen kann. Dazu zählen unter anderem Starkregen und daraus resultierende Hochwasser.

Die gezeigten Szenen sollen daher nicht nur informieren, sondern auch zum Nachdenken anregen. Sie machen deutlich, wie wichtig es ist, sich mit den Folgen des Klimawandels auseinanderzusetzen und geeignete Maßnahmen zum Schutz von Mensch, Umwelt und Infrastruktur zu entwickeln.


In der Aufnahme von Dieter Zinßer, die aus Datenschutzgründen verändert wurde,
  • Hochwasser in eine fränkischen Stadt
Artenschutz in Franken®