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2026-03
Zwei Jahre Aktionsplan Ostseeschutz
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Zwei Jahre Aktionsplan Ostseeschutz - Das Bündnis der Ostsee-Naturschutzverbände zieht Bilanz

21/22.03.2026

  • Zwei Jahre Aktionsplan Ostseeschutz: Wichtige Impulse, vieles unverbindlich, Umsetzung offen

Naturschutzverbände ziehen Bilanz

  •     Erste Meilensteine erreicht: Ostseebeiräte, wissenschaftlicher Beirat, Beteiligungsverfahren zu Schutzgebiets-Verordnungen
  •     Verbindliche Ziele zur Reduktion des Nährstoff-Eintrags in die Ostsee fehlen
  •     Räumung der Munitions-Altlasten stockt

Kiel, 18.03.2026. Zwei Jahre nachdem die Landesregierung den „Aktionsplan Ostseeschutz 2030“ veröffentlicht hat, zieht das Bündnis der Ostsee-Naturschutzverbände eine gemischte Bilanz. Erste Meilensteine wurden erreicht. So läuft die Arbeit an den Schutzgebietsverordnungen für drei neue Naturschutzgebiete, es wurden Zielvereinbarungen mit der Landwirtschaft zur Reduktion von Nitrat- und Phosphat-Einträgen in die Ostsee geschlossen, die Ostseebeiräte haben zusätzliche Maßnahmen für weitere Nährstoff-Reduktionen erarbeitet, ein wissenschaftlicher Beirat hat sich konstituiert und es wurde Personal eingestellt, unter anderem zur Ausarbeitung eines Partner-Programms. Vieles aber bleibt unverbindlich, unklar, offen.
Zur Bergung von Munitions-Altlasten gab es Pilotprojekte. Nach Ansicht der Naturschutzverbände ist es jetzt dringend notwendig, eine zügige und systematische Beseitigung der rostenden Bomben und chemischen Kampfmittel anzupacken, bevor sie weitere Fische und Muscheln vergiften und Wassersportler und Badegäste gefährden.

Dass weniger Nährstoffe wie Nitrat und Phosphat in die Ostsee gespült werden sollen, wird im Aktionsplan Ostseeschutz als Ziel klar genannt. „Zur Umsetzung der Wasserrahmenrichtlinie (WRRL) und der Meeresstrategie-Rahmenrichtlinie (MSRL) müssen die mittleren jährlichen Stickstoffeinträge aus dem schleswig-holsteinischen Binnenland im Ostsee-Einzugsgebiet um rund 2.000 Tonnen und die mittleren jährlichen Phosphoreinträge um rund 65 Tonnen verringert werden“, heißt es ab Zeile 511. Erreicht werden soll dies unter anderem durch die Umsetzung der Düngeverordnung. Doch eben diese wird zurzeit auf Landes- und Bundesebene massiv in Frage gestellt.

Die Ostseebeiräte haben komplexe Pläne für freiwillige Maßnahmen erarbeitet, die zu einer weiteren Reduktion der Nährstoffeinträge führen sollen, von ackerbaulicher Feinsteuerung über Gewässerrandstreifen bis zu Zwischenfrüchten.

Die Naturschutzverbände fordern jedoch Verbindlichkeit, verpflichtende Vorgaben und regelmäßige Erfolgskontrollen bei der Umsetzung.


Eine Kleine Anfrage der SPD im Landtag ergab, dass im Jahr 2025 nur knapp die Hälfte der 600.000 Euro, die für freiwillige Maßnahmen der Landwirtschaft für den Ostseeschutz eingeplant waren, abgerufen wurde – ein Hinweis darauf, dass diese sinnvollen, jedoch forschungsintensiven Projekte ihre Zeit zur Umsetzung brauchen. Die Ostsee-Natur hat diese Zeit aber nicht, denn schon jetzt entstehen in jedem Sommer gefährliche sauerstofffreie Zonen am Meeresgrund.

Einfache Maßnahmen wie etwa die Pflicht zu düngemittel- und pestizidfreien Gewässerrandstreifen von mindestens zehn Metern Breite an allen Gewässern hätten eine schnelle, intensive und nachhaltige Wirkung und könnten parallel zu den längerfristigen Projekten umgesetzt werden.

Die Naturschutzverbände loben, dass die Einrichtung der neuen Ostsee-Naturschutzgebiete schon weit fortgeschritten ist. Sie weisen jedoch darauf hin, dass mit den neuen und den bereits vorhandenen Schutzgebieten 12,5 Prozent der schleswig-holsteinischen Ostsee streng geschützt sind, während laut EU-Wiederherstellungsverordnung 20 Prozent der Meeresfläche wieder in einen natürlichen Zustand versetzt werden sollen. Eine Wiederherstellung ist nur mit konsequent nutzungs- und störungsfreien Wasserflächen zu erreichen, wie die Verbände betonen. Dies muss in den Schutzgebietsverordnungen und im Antrag an das Bundesverkehrsministerium auf eine Befahrensverordnung verbindlich festgelegt werden.

Würde der Aktionsplan Ostseeschutz mit allen Schutzgebieten umgesetzt und im Binnenland, wie angekündigt, Gewässer und Feuchtgebiete konsequent und erfolgreich renaturiert, wären damit zugleich viele Forderungen der EU-Wiederherstellungsverordnung erfüllt, betonen die Naturschutzverbände. Sie stellen klar: „Es geht hier nicht um Vorgaben und Richtlinien auf dem Papier, sondern darum, dass die Menschen in Schleswig-Holstein auch in zehn oder 50 Jahren noch Schweinswale, Robben und Watvögel beobachten und in einer klaren Ostsee baden wollen.“

Das Bündnis der Ostsee-Naturschutzverbände besteht aus der Arbeitsgemeinschaft Integrierter Ostseeschutz (AGIO), dem Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland, Landesverband Schleswig-Holstein (BUND SH), der Heinrich-Böll-Stiftung, Landesnaturschutzverband Schleswig-Holstein e.V. (LNV SH), dem NABU Schleswig-Holstein, dem Verein Jordsand und dem WWF Deutschland.

Quelle
Verein Jordsand zum Schutz der Seevögel und der Natur e. V.
Bornkampsweg 35
22926 Ahrensburg 

Für diese Information trägt ausnahmslos der/die Autor*in/Urheber*in die redaktionelle Verantwortung. Die kommunizierten Informationen geben ausnahmslos die Meinung des Verfassers*in, nicht eine Stellungnahme unserer Organisation wieder.

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Lilien – Eleganz in unserer Diashow entdecken
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Lilien – Eleganz in unserer Diashow entdecken

21/22.03.2026

  • Lilien gehören zu den bekanntesten und beliebtesten Zierpflanzen weltweit. Mit ihren eleganten Blüten und ihrer großen Farbvielfalt ziehen sie in Gärten, Parks und Blumenarrangements die Aufmerksamkeit auf sich. 

Ihre Blüten können in reinem Weiß, leuchtendem Gelb, zartem Rosa oder kräftigem Orange erscheinen und verströmen bei vielen Arten einen angenehmen Duft.
Die Pflanze wächst aus einer Zwiebel und bevorzugt sonnige bis halbschattige Standorte mit gut durchlässigem Boden. Je nach Sorte blühen Lilien vom späten Frühling bis in den Sommer hinein. Ihre aufrechten Stängel und die symmetrisch angeordneten Blüten verleihen ihnen eine besonders edle Ausstrahlung.

Lilien haben auch eine lange kulturelle Bedeutung. Sie stehen in vielen Regionen symbolisch für Reinheit, Schönheit und Erneuerung. Aufgrund ihrer anmutigen Form werden sie häufig in der Kunst, in Gärten und bei festlichen Anlässen verwendet.

Ob als Blickfang im Beet oder als Schnittblume in der Vase – Lilien begeistern durch ihre Vielfalt und zeitlose Eleganz.


Die Aufnahmen wurden von Dieter Zinßer erstellt. 
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Der Wisent (Bos bonasus)
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Ein Riese im Morgennebel

21/22.03.2026


  • Der Morgen im Wald war still. Nebel zog langsam zwischen den alten Bäumen hindurch, und das Licht der aufgehenden Sonne färbte die Wiese am Waldrand golden. Plötzlich bewegte sich das hohe Gras.

Ein mächtiges Tier trat aus dem Nebel. Sein dunkles Fell glänzte im ersten Licht, und sein kräftiger Kopf senkte sich langsam zum Boden, während es nach frischen Pflanzen suchte. Es war ein Wisent oder Europäischer Bison (Bos bonasus) – das größte frei lebende Landsäugetier Europas.
Ruhig schritt er über die Wiese. Hinter ihm folgten weitere Tiere seiner Herde. Gemeinsam zogen sie langsam durch den Wald und hinterließen Spuren im Boden. Seit vielen Jahrhunderten leben Wisente in den Wäldern Europas. Doch ihre Geschichte ist auch eine Geschichte von Verlust, Schutz und vorsichtiger Rückkehr.

Artbeschreibung

Der Wisent oder Europäische Bison (Bos bonasus) gehört zur Familie der Rinder und ist eng mit dem amerikanischen Bison verwandt. Er ist das größte Landsäugetier Europas und beeindruckt durch seine Kraft und Größe.



In der Aufnahme von Johannes Rother
  • Wisente im Morgenlicht 
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Feuer-Lilie (Lilium bulbiferum)
Bild zum Eintrag (1139164-160)
Die Feuer-Lilie (Lilium bulbiferum)

20/21.03.2026

  •     Die Flamme am Waldrand – Die Feuer-Lilie im Porträt

An einem warmen Sommertag blieb ein Wanderer am Rand einer lichten Bergwiese stehen. Zwischen Gräsern und Steinen leuchtete etwas Ungewöhnliches: ein kräftiges Orange, fast wie eine kleine Flamme im Wind. 

Neugierig trat er näher und entdeckte eine Pflanze, die sich stolz aus ihrer Umgebung erhob – elegant, auffällig und doch perfekt in die Landschaft eingebettet.
Es war seine erste Begegnung mit der Feuer-Lilie (Lilium bulbiferum). Für einen Moment schien es, als würde die Natur selbst ein Zeichen setzen: Schönheit ist oft dort zu finden, wo man sie am wenigsten erwartet.


In der Aufnahme von Dieter Zinßer
  • Die Feuer-Lilie – Flamme der Bergwiesen
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Winter 2026: Ein Blick zurück
Bild zum Eintrag (1139132-160)
Winter 2025/2026: Ein Blick zurück

20/21.03.2026

  • Der Winter 2025/2026 liegt hinter uns – eine Jahreszeit, die erneut gezeigt hat, wie facettenreich und zugleich empfindlich unsere Natur ist. Von frostigen Morgenstunden über ruhige Schneelandschaften bis hin zu überraschend milden Phasen boten die vergangenen Monate viele eindrucksvolle Momente.
Um diese Eindrücke festzuhalten und erlebbar zu machen, haben wir eine Auswahl an Bildern zusammengestellt. Die folgende Diashow lädt dazu ein, den Winter 2026 noch einmal Revue passieren zu lassen und die Schönheit sowie die Schutzbedürftigkeit unserer natürlichen Lebensräume aus einer neuen Perspektive zu betrachten.

Wir wünschen Ihnen viel Freude beim Entdecken.

Hinweis:
Zusammengestellt wurden die Inhalte der Diashow von Dieter Zinßer
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Braunbär (Ursus arctos)
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Ein stiller Morgen im Bärenwald

20/21.03.2026

  • Der Morgennebel lag noch zwischen den hohen Fichten, als sich im Wald etwas bewegte. Vorsichtig schob sich ein großer Schatten zwischen den Bäumen hindurch. Ein junger Braunbär (Ursus arctos) trat aus dem Dickicht und schnupperte in die kühle Luft.

Die Nacht hatte er in einer geschützten Mulde verbracht. Nun suchte er nach Nahrung. Mit seiner kräftigen Nase fand er schnell den Geruch von Beeren und grub mit starken Tatzen im Waldboden nach Wurzeln und Insekten.
Der Wald war sein Zuhause – ein Ort voller Geräusche, Gerüche und Spuren. Doch dieses Zuhause verändert sich. Neue Straßen entstehen, Wälder werden umgestaltet, und auch das Klima verändert sich langsam. Für den Braunbären beginnt damit eine neue Zeit voller Herausforderungen.



In der Aufnahme von Johannes Rother

  • Braunbär als wichtiger Bestandteil natürlicher Ökosysteme
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Prärielilien (Camassia)
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Ein Frühlingstag in der weiten Prärie

19/20.03.2026

  • Die Sonne ging langsam über der weiten Landschaft auf. Tau lag noch auf den Gräsern, und ein leichter Wind strich durch die offene Prärie. Zwischen den grünen Halmen standen hohe Blütenstände mit sternförmigen, blauen Blüten. Sie leuchteten im Morgenlicht und bewegten sich sanft im Wind.

Eine Biene summte von Blüte zu Blüte und sammelte Nektar. Für sie war dieser Ort ein reich gedeckter Tisch. Die Pflanzen, die hier wuchsen, gehörten zu einer besonderen Gruppe: den Prärielilien (Camassia).
Schon seit vielen Jahrhunderten prägen diese Pflanzen die Frühlingslandschaften in Teilen Nordamerikas. In großen Beständen färben sie Wiesen und Feuchtgebiete blau und violett – ein beeindruckender Anblick, der zeigt, wie vielfältig und lebendig natürliche Landschaften sein können.



In der Aufnahme von Dieter Zinßer
  •     Die leuchtenden Blüten der Prärielilien erinnern daran, wie wertvoll offene Landschaften und artenreiche Wiesen sind. Ihr Schutz trägt dazu bei, dass diese besonderen Pflanzen auch in Zukunft Teil unserer natürlichen Umwelt bleiben.
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Krainer Lilie (Lilium carniolicum)
Bild zum Eintrag (1139017-160)
Die Krainer Lilie (Lilium carniolicum) 

19/20.03.2026

  •     Eine Begegnung am Berghang

Es war ein warmer Frühsommertag in den Bergen. Ein Wanderer folgte einem schmalen Pfad, der sich durch eine sonnige Almwiese schlängelte. Über ihm ragten graue Felsen in den blauen Himmel, und aus den Wiesen stieg der Duft von Kräutern und warmem Gras auf.

Zwischen den vielen Pflanzen fiel ihm plötzlich eine besonders auffällige Blume auf. Ihre leuchtend orangefarbenen Blüten hingen elegant nach unten, und ihre Blütenblätter waren stark nach hinten gebogen. Vorsichtig blieb der Wanderer stehen, um die Pflanze genauer zu betrachten.
Es war die Krainer Lilie (Lilium carniolicum) – eine seltene und beeindruckende Bergpflanze, die in einigen Regionen Europas vorkommt. In der stillen Berglandschaft wirkt sie wie ein kleiner Schatz der Natur, der nur denen auffällt, die aufmerksam durch die Landschaft gehen.



In der Aufnahme von Dieter Zinßer
  •     Wer aufmerksam durch die Berglandschaften Europas wandert, kann mit etwas Glück weiterhin die leuchtenden Blüten der Krainer Lilie entdecken – ein eindrucksvolles Beispiel für die besondere Pflanzenwelt der Alpen.
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Blauflügelige Sandschrecke (Sphingonotus caerulans)
Bild zum Eintrag (1139002-160)

Die Blauflügelige Sandschrecke (Sphingonotus caerulans) 

19/20.03.2026

  • Ein heißer Sommertag auf einer sandigen Lichtung: Staub steigt in der Luft, Grillen zirpen, und zwischen den Steinen sitzt reglos eine unscheinbare Heuschrecke. 

Plötzlich raschelt es – mit einem kräftigen Sprung fliegt sie auf und zeigt dabei ihre leuchtend blauen Hinterflügel. Für einen Augenblick blitzt Farbe in der sonst kargen Landschaft auf, dann verschwindet die Sandschrecke wieder zwischen den Steinen.
Artbeschreibung

Die Blauflügelige Sandschrecke (Sphingonotus caerulans) gehört zur Familie der Feldheuschrecken (Acrididae).



In der Aufnahme von Albert Meier
  • Blauflügelige Sandschrecke (Sphingonotus caerulans) 
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Der mutige Star auf Frühlingsreise
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Der mutige Star auf Frühlingsreise

18/19.03.2026

  • Hoch über Feldern, Flüssen und Städten flog ein kleiner Vogel mit glänzend dunklem Gefieder. Sein Name war Star, genauer gesagt der Star (Sturnus vulgaris). Den ganzen Winter hatte er in warmen Ländern verbracht. 

Dort gab es genug Nahrung und milde Temperaturen. Doch nun spürte er, dass es Zeit war zurückzukehren.
Der Frühling wartete in seiner alten Heimat.

Der Star flog viele Tage. Unter ihm zogen Wälder, Flüsse und Städte vorbei. Manchmal ruhte er sich auf einem Baum aus, manchmal schloss er sich anderen Staren an. Gemeinsam flogen sie in großen Schwärmen durch den Himmel, drehten elegante Kurven und sahen dabei aus wie eine tanzende Wolke. Endlich erreichte der Star seine vertrauten Wiesen.

Die Suche nach einem Partner

Als die Tage länger wurden, begann für den Star eine besonders wichtige Zeit: die Paarungszeit. Der Star setzte sich auf einen Ast und begann zu singen. Sein Gesang war erstaunlich. Er konnte viele verschiedene Geräusche nachahmen: Vogelrufe, Pfeifen und manchmal sogar das Quietschen eines Gartentores.

Mit seinem Gesang wollte er zeigen:
„Hier bin ich! Ich bin stark und habe ein gutes Revier!“

Schon bald kam ein anderer Star vorbei – ein Weibchen. Sie beobachtete ihn aufmerksam. Gefiel ihr sein Gesang und sein Verhalten, konnte aus ihnen ein Paar werden. Nach einigen Tagen beschlossen die beiden: Sie würden gemeinsam eine Familie gründen ...




In der Aufnahme von Bernhard Schmalisch
  • Starenmännchen im Balzverhalten ... dahinter das Weibchen
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Axishirsch oder Chital (Axis axis)
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Der Axishirsch oder Chital (Axis axis)

18/19.03.2026

  • Als Axishirsch, oder Chital bekannt, durchstreife ich die üppigen Wälder und Savannen Süd- und Südostasiens. 

Unser Name "Chital" stammt aus dem Hindi und bedeutet "gesprenkelt", was auf unsere markanten weißen Flecken hinweist, die unser rotbraunes Fell zieren.
Unsere Existenz ist eng mit diesen vielfältigen Lebensräumen verbunden, die uns reichlich Nahrung und Schutz bieten. Wir sind bekannt für unsere grazile Erscheinung und unsere Fähigkeit, uns elegant durch dichtes Unterholz zu bewegen, während wir gleichzeitig wachsam nach potenziellen Bedrohungen Ausschau halten.

In der Hierarchie der Waldtiere nehmen wir eine einzigartige Position ein. Unsere Färbung und Größe erlauben es uns, uns gut zu tarnen, aber gleichzeitig sind wir sozial genug, um in Gruppen zu leben und uns vor Raubtieren zu schützen. Diese soziale Natur spiegelt sich in unseren komplexen Familienstrukturen wider, wo wir enge Bindungen zu unseren Herdenmitgliedern pflegen.

Jedoch sind unsere Lebensräume zunehmend durch menschliche Aktivitäten bedroht. Die Entwaldung und der Verlust von Lebensraum stellen ernste Herausforderungen dar, die unsere Zukunft gefährden könnten. Diese Realität erfordert eine sorgfältige Abwägung zwischen ökologischer Nachhaltigkeit und menschlichen Entwicklungsbedürfnissen.

Für uns Axishirsche und Chitals ist es entscheidend, dass die Menschheit unsere Rolle im Ökosystem versteht und schützt. Wir sind nicht nur Symbole der natürlichen Schönheit, sondern auch wichtige Akteure im Erhalt der biologischen Vielfalt und des ökologischen Gleichgewichts in unseren Heimatländern. 


In der Aufnahme von Klaus Sanwald 
  • Axishirsche 
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Heckenbraunelle (Prunella modularis)
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Die Heckenbraunelle (Prunella modularis)

18/19.03.2026

  • Hallo! Ich bin Prunella modularis, besser bekannt als die Heckenbraunelle. Ihr Menschen nennt mich manchmal auch "Schüchterne Schönheit" oder "Versteckte Sängerin", und ich muss zugeben, das passt ganz gut. 

Obwohl ich auf den ersten Blick unscheinbar wirke, gibt es in meinem Leben weit mehr, als ihr ahnen könnt – also lehnt euch zurück, und ich erzähle euch von meinem spannenden Alltag.
Ich bin ein kleiner Vogel, so etwa 14 cm groß, mit einem Gefieder, das euch vielleicht schlicht vorkommt: Braun wie das Laub, mit einer leicht grauen Brust. Perfekt für mein Lieblingsspiel: Verstecken! Ihr findet mich meist in Hecken, Gebüschen oder dichten Sträuchern – daher mein Name. Ich bin kein Drängler, sondern ein sanfter Geist. Meine zarten „Zieh“-Rufe und das feine Zwitschern sind meine Melodien für den Frühling. Vielleicht habt ihr mich schon gehört, ohne es zu wissen.

Was mich besonders macht, ist meine Ernährung. Ich liebe Insekten! Während viele andere Vögel Körner picken, suche ich geschickt nach kleinen Käfern, Raupen und Spinnen. Im Winter gebe ich mich aber auch mit Samen zufrieden – schließlich muss man pragmatisch sein.


In der Aufnahme von Bernhard Schmalisch 
  • An der Heckenbraunelle
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Heckenbraunelle (Prunella modularis)
Bild zum Eintrag (1138842-160)
Die Heckenbraunelle (Prunella modularis)

18/19.03.2026

  • Hallo! Ich bin Prunella modularis, besser bekannt als die Heckenbraunelle. Ihr Menschen nennt mich manchmal auch "Schüchterne Schönheit" oder "Versteckte Sängerin", und ich muss zugeben, das passt ganz gut. 

Obwohl ich auf den ersten Blick unscheinbar wirke, gibt es in meinem Leben weit mehr, als ihr ahnen könnt – also lehnt euch zurück, und ich erzähle euch von meinem spannenden Alltag.
Ich bin ein kleiner Vogel, so etwa 14 cm groß, mit einem Gefieder, das euch vielleicht schlicht vorkommt: Braun wie das Laub, mit einer leicht grauen Brust. Perfekt für mein Lieblingsspiel: Verstecken! Ihr findet mich meist in Hecken, Gebüschen oder dichten Sträuchern – daher mein Name. Ich bin kein Drängler, sondern ein sanfter Geist. Meine zarten „Zieh“-Rufe und das feine Zwitschern sind meine Melodien für den Frühling. Vielleicht habt ihr mich schon gehört, ohne es zu wissen.

Was mich besonders macht, ist meine Ernährung. Ich liebe Insekten! Während viele andere Vögel Körner picken, suche ich geschickt nach kleinen Käfern, Raupen und Spinnen. Im Winter gebe ich mich aber auch mit Samen zufrieden – schließlich muss man pragmatisch sein.


In der Aufnahme von Bernhard Schmalisch 
  • An der Heckenbraunelle
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Winterling (Eranthis hyemalis)
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Der Winterling (Eranthis hyemalis)

17/18.03.2026

  •     Ein erster Lichtblick im Winter

Es war ein kalter Februarmorgen. Der Frost lag noch auf den Wiesen, und der Wald wirkte still und grau. Zwischen den braunen Blättern des vergangenen Herbstes schien kaum Leben zu sein. Doch wer genau hinsah, entdeckte kleine gelbe Sterne, die sich mutig durch die Kälte schoben.
Ein Spaziergänger blieb stehen, kniete sich hin und betrachtete eine dieser Blüten genauer. Sie war klein, aber leuchtend – fast so, als wolle sie dem Winter sagen, dass seine Zeit bald vorbei ist. Diese Pflanze, die so früh im Jahr blüht, heißt Winterling (Eranthis hyemalis). Für viele Menschen ist sie eines der ersten Zeichen des nahenden Frühlings.

Artbeschreibung

Der Winterling (Eranthis hyemalis) gehört zur Familie der Hahnenfußgewächse. Ursprünglich stammt er aus Süd- und Mitteleuropa, ist heute aber in vielen Teilen Europas verbreitet. Besonders in Parks, Gärten und lichten Wäldern kann man ihn im Spätwinter entdecken.




In der Aufnahme von Dieter Zinßer
  • Winterling – ein Symbol für den Beginn des Frühlings
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Taglilien (Hemerocallis)
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Taglilien (Hemerocallis)

17/18.03.2026

  •     Eine Sommergeschichte aus dem Garten

Ein warmer Sommermorgen beginnt. Noch liegt Tau auf den Blättern, und die Sonne steigt langsam über den Gartenzaun. Zwischen langen, schmalen Blättern öffnet sich eine leuchtende Blüte – groß, farbenfroh und nur für kurze Zeit bestimmt.

Eine Taglilie entfaltet ihre Blüte meist nur für einen einzigen Tag. Am Morgen öffnet sie sich in voller Schönheit, zieht Bienen und andere Insekten an und beginnt bereits am Abend wieder zu verwelken. Doch während eine Blüte vergeht, warten schon die nächsten Knospen darauf, sich zu öffnen. So wirkt die Pflanze über Wochen hinweg voller Blüten.
Wer einmal genauer hinschaut, erkennt schnell, dass Taglilien mehr sind als nur Gartenpflanzen. Sie sind ein Beispiel dafür, wie vielfältig und anpassungsfähig Pflanzen sein können.

Artbeschreibung
Die Taglilien gehören zur Pflanzengattung Hemerocallis, die heute meist der Familie der Grasbaumgewächse (Xanthorrhoeaceae) zugeordnet wird. Ursprünglich stammen viele Arten aus Ostasien, besonders aus China, Korea und Japan.

Taglilien sind ausdauernde, krautige Pflanzen. Sie bilden dichte Horste aus langen, schmalen, grasartigen Blättern. Aus der Mitte dieser Blattbüschel wachsen kräftige Blütenstiele, an denen mehrere Knospen sitzen.



In der Aufnahme von Dieter Zinßer
  • Gelbrote Taglilie
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Moose – kleine Pflanzen mit großer Bedeutung
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Moose – kleine Pflanzen mit großer Bedeutung

16/17.03.2026

  • Moose gehören zu den ältesten Pflanzen der Erde. Sie wachsen meist dicht am Boden und sind an vielen Orten zu finden: im Wald, auf Steinen, auf Baumrinde oder sogar auf Dächern. Besonders häufig wachsen sie an feuchten und schattigen Stellen.
Im Gegensatz zu vielen anderen Pflanzen besitzen Moose keine echten Wurzeln. Stattdessen halten sie sich mit feinen Haftfäden am Untergrund fest und nehmen Wasser direkt über ihre Blätter auf. Dadurch können sie auch in sehr nährstoffarmen Lebensräumen überleben.

Moose erfüllen wichtige Aufgaben in der Natur. Sie speichern Wasser, schützen den Boden vor Austrocknung und bieten zahlreichen kleinen Tieren einen Lebensraum. In Wäldern tragen sie außerdem dazu bei, die Feuchtigkeit im Boden zu halten.

Hinweis zur Diashow:
In der folgenden  Diashow sind verschiedene Moose aus der Natur zu sehen. Die Bilder zeigen typische Wuchsformen, Lebensräume und Details dieser besonderen Pflanzen.

In der Aufnahme von Dieter Zinßer
  • Moos - einzelner Trieb
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Schneeglöckchen (Galanthus)
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Schneeglöckchen (Galanthus)

17/18.03.2026

  •      Ein leiser Bote des Frühlings

Noch liegt der Wald unter einer dünnen Schneedecke. Die Luft ist kalt, und der Winter scheint noch nicht ganz bereit zu gehen. Doch unter der Erde regt sich bereits Leben. Eine kleine Zwiebel hat den langen Winter überdauert und sammelt ihre Kraft. 

Als die ersten Sonnenstrahlen den Boden erwärmen, schiebt sich ein zarter grüner Trieb durch die gefrorene Erde.
Langsam öffnet sich eine kleine weiße Blüte, die sanft im Wind nickt. Es ist eines der ersten Zeichen, dass der Frühling zurückkehrt. Ein Schneeglöckchen – still, unscheinbar und doch voller Hoffnung. Für viele Menschen ist dieser Moment jedes Jahr ein kleines Wunder: Wenn mitten im Schnee die ersten Blüten erscheinen, beginnt ein neuer Kreislauf der Natur.

Artbeschreibung

Die Schneeglöckchen gehören zur Pflanzengattung Galanthus, die zur Familie der Amaryllisgewächse zählt. Weltweit sind etwa 20 bekannte Arten beschrieben, die vor allem in Europa und im westlichen Asien verbreitet sind. Besonders bekannt ist das Kleine Schneeglöckchen (Galanthus nivalis), das in vielen Teilen Mitteleuropas vorkommt.

Schneeglöckchen sind ausdauernde, krautige Pflanzen, die aus einer unterirdischen Zwiebel wachsen. Aus dieser Zwiebel treiben im Spätwinter meist zwei schmale, linealische Blätter. Zwischen ihnen wächst ein einzelner Blütenstiel, an dessen Ende eine charakteristische, nach unten geneigte Blüte hängt.



In der Aufnahme von Dieter Zinßer
  • Frühblüher - Schneeglöckchen 
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Grünfink (Chloris chloris)
Bild zum Eintrag (1138718-160)
Der Grünfink (Chloris chloris)

16/17.03.2026

  •     Ein Tag im Leben eines Grünfinks (Chloris chloris): Perspektiven eines Federkleids

Aus meiner Sicht – Chloris chloris, der Grünfink – ist das Leben ein Balanceakt zwischen Überfluss und Unsicherheit, Überlebenskunst und Anpassung. Meine Tage sind erfüllt von der Suche nach Nahrung, dem Schutz meines Reviers und – wenn die Jahreszeit es erlaubt – dem Werben um die Aufmerksamkeit einer Partnerin. 

Doch hinter meinem scheinbar gewöhnlichen Leben steckt ein faszinierendes Zusammenspiel von Ökologie, Evolution und den Herausforderungen einer sich verändernden Welt.
Die Welt durch meine Augen
Mein Federkleid, in schimmernden Grüntönen gehalten, ist mehr als ein Schmuckstück – es ist eine Waffe im Wettbewerb und ein Signal an Rivalen und potenzielle Partnerinnen. 

Wenn ich auf einem Zweig sitze, die Sonne mein Gefieder streift und ich meinen typischen "dzüüü" Ruf erklingen lasse, zeige ich nicht nur meine Präsenz, sondern auch meine Fitness. Die Evolution hat uns gelehrt, dass Schönheit Stärke bedeutet – für uns Grünfinken sind Farben nicht nur schön, sie entscheiden über unsere Zukunft.



In der Aufnahme von Bernhard Schmalisch
  • Grünfink
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Star (Sturnus vulgaris)
Bild zum Eintrag (1138675-160)
Der Star (Sturnus vulgaris)

16/17.03.2026

  • "Mein Leben als Star – der glänzende Alleskönner"

„Tschilp-tschilp-pfiff-trillerrrr! Hörst du das? Das bin ich – der Star, der wahre Künstler der Lüfte und der Klangakrobat der Bäume. Man nennt mich Sturnus vulgaris, aber hey – an mir ist nichts ‚vulgaris‘ (gewöhnlich)!

Schau mich an! Mein Gefieder funkelt wie poliertes Metall – im Sonnenlicht schimmere ich grün, violett und bronze. Und diese weißen Tupfen im Winterkleid? Pure Eleganz! Wenn du mich aus der Nähe siehst, wirst du merken: Ich bin ein echter Hingucker.
Mein Talent? Die Stimme! Ich bin ein Meister der Imitation. Drossel, Bussard, Handy-Klingelton? Kein Problem – ich kriege das alles hin. Wenn ich mit meinen Freunden in den Bäumen sitze, liefern wir uns richtige Gesangswettbewerbe.

Tagsüber durchstreife ich Wiesen und Felder, immer auf der Suche nach Leckerbissen. Würmer, Insekten, Früchte – ich bin nicht wählerisch. Im Herbst geht’s an die Beeren – die Holundersträucher lieben mich (oder hassen mich, je nach Perspektive).

Das Beste kommt aber noch: unsere Flüge! Wenn wir uns zu Tausenden am Himmel versammeln und in perfekten Formationen durch die Luft wirbeln – wow, da staunen sogar die Greifvögel. Wir Stare bewegen uns wie eine riesige schwarze Wolke, die tanzt und pulsiert – als würden wir den Wind dirigieren.

Im Frühjahr baue ich mein Nest am liebsten in Höhlen oder Nischen – Dachziegel, Baumhöhlen oder sogar Laternenpfähle sind mir recht. Hauptsache, mein Revier ist sicher und gemütlich.

Ein kleiner Tipp von mir: Unterschätze nie die Gemeinschaft der Stare! Wir sind clevere Teamplayer, immer gut organisiert und mit einem unschlagbaren Gesang auf den Lippen.

Also, wenn du das nächste Mal eine schillernde Wolke von Vögeln am Himmel tanzen siehst – wink ruhig mal hoch. Wahrscheinlich bin ich irgendwo da oben und singe gerade deine Lieblingsmelodie nach.“

Tschilp-pfiff-trillerrrr!



Aufnahme von Bernhard Schmalisch 
  • Männlicher Star im Balzgefieder
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Schwarzschnabelstorch (Ciconia boyciana)
Bild zum Eintrag (1138637-160)
Der Schwarzschnabelstorch (Ciconia boyciana)

15/16.03.2026

  •     Der unerwartete Gast

An einem kühlen Morgen, als der Nebel noch zwischen den Wiesen hing und nur langsam der Sonne wich, zog ein Spaziergänger seinen gewohnten Weg entlang eines kleinen Gewässers. Eigentlich erwartete er nichts Außergewöhnliches – vielleicht ein paar Enten, vielleicht einen Graureiher. 

Doch plötzlich standen dort zwei große, elegante Vögel, die er so noch nie gesehen hatte. Hochgewachsen, mit schneeweißem Gefieder und einem dunklen, kräftigen Schnabel. Sie wirkten fehl am Platz und gleichzeitig vollkommen ruhig, als hätten sie sich bewusst diesen Ort ausgesucht. Erst später stellte sich heraus: Es handelte sich um Schwarzschnabelstörche.
Artbeschreibung

Der Schwarzschnabelstorch (Ciconia boyciana) ist eine große Storchenart aus Ostasien. Mit einer Körperhöhe von etwa 110 bis 120 cm und einer Flügelspannweite von bis zu zwei Metern gehört er zu den größten flugfähigen Vögeln seiner Region. Sein Erscheinungsbild ähnelt dem des in Europa bekannten Weißstorches, doch es gibt einige markante Unterschiede.

Das Gefieder ist überwiegend weiß, während die Handschwingen und Teile der Flügel schwarz gefärbt sind. Besonders auffällig ist der namensgebende schwarze Schnabel, der deutlich kräftiger wirkt als der des Weißstorches. Auch die Beine erscheinen dunkler und können je nach Alter der Tiere eine rötlich-graue Färbung aufweisen.

Schwarzschnabelstörche bevorzugen Feuchtgebiete, Flusslandschaften, Reisfelder und seichte Seen, in denen sie nach Nahrung suchen. Ihre Beute besteht hauptsächlich aus Fischen, Amphibien, Insekten und kleinen Wirbeltieren. Die Art gilt als relativ selten und wird international als gefährdet eingestuft, da Lebensraumverlust und menschliche Eingriffe ihre Bestände beeinträchtigen.



In der Aufnahme von C.Oppel
  • Schwarzschnabelstörche in einer Feuchtwiesenstruktur ... stark in die Aufnahme hineingezoomt 
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Ein gelbes Geheimnis im Frühlingsgarten
Bild zum Eintrag (1138588-160)
Ein gelbes Geheimnis im Frühlingsgarten

15/16.03.2026

  • An einem sonnigen Frühlingsmorgen erwachte ein Garten voller Leben. Die ersten warmen Sonnenstrahlen glitzerten auf den Blättern, und überall öffneten sich bunte Blüten. In den Bäumen raschelten kleine Vögel, und zwischen den Pflanzen summten Insekten. Mitten in diesem lebendigen Garten flatterte eine kleine Blaumeise von Zweig zu Zweig.

Die neugierige Meise war schon früh unterwegs. Sie suchte nach kleinen Insekten, Raupen und anderen Leckerbissen, die sich zwischen Blättern und Blüten versteckten. Immer wieder blieb sie kurz auf einem Ast sitzen, schaute aufmerksam umher und flog dann weiter.
Plötzlich entdeckte sie etwas Besonderes: Eine große Blüte, die weit geöffnet in der Sonne stand. In ihrer Mitte leuchtete eine große Menge gelber Blütenstaub. Für die kleine Meise sah das nach einem guten Ort aus, um nach Nahrung zu suchen. Vielleicht versteckte sich dort ein kleines Insekt.

Vorsichtig landete die Blaumeise auf dem Rand der Blüte. Neugierig beugte sie sich nach vorne und steckte ihren Kopf in das weiche Innere der Blume. Dabei durchsuchte sie die Blütenblätter mit ihrem Schnabel. Doch während sie nach Futter suchte, geschah etwas Lustiges: Ihr Gesicht tauchte immer tiefer in den feinen, gelben Pollen ein.

Als sie schließlich wieder aus der Blüte auftauchte, sah sie plötzlich ganz anders aus. Der Blütenstaub hatte sich überall in ihrem Gesicht festgesetzt. Ihre sonst weißen und blauen Federn waren nun mit einer leuchtend gelben Schicht bedeckt. Für einen Moment wirkte es fast so, als wäre aus der kleinen Blaumeise eine „Gelbmeise“ geworden.

Die Meise setzte sich auf einen Ast in der Nähe und schüttelte kurz den Kopf. Ein paar gelbe Staubkörnchen flogen durch die Luft, doch vieles blieb noch an ihrem Gefieder hängen. Ohne zu wissen, was passiert war, flog sie weiter durch den Garten und besuchte noch einige andere Blüten.

Während sie von Pflanze zu Pflanze flatterte, blieb immer wieder ein wenig von dem gelben Pollen zurück. So half die kleine Blaumeise ganz nebenbei dabei, Blütenstaub zu verteilen. Auch wenn Vögel nicht die wichtigsten Bestäuber sind, können solche kleinen Begegnungen zwischen Tieren und Pflanzen dazu beitragen, dass sich Pflanzen vermehren.

Im Garten ging der Frühlingstag weiter. Die Blüten öffneten sich, Insekten flogen umher, und die kleine Meise setzte ihre Suche nach Nahrung fort. Nach und nach putzte sie ihr Gefieder sauber, bis von dem gelben Gesicht kaum noch etwas zu sehen war.

Doch wer genau in diesem Moment in den Garten geschaut hätte, hätte vielleicht kurz eine ungewöhnliche Entdeckung gemacht: eine kleine Blaumeise mit einem strahlend gelben Gesicht – entstanden aus nichts weiter als Neugier, einer Blüte und einer großen Portion Blütenstaub.


Aufnahme von Bernhard Schmalisch
  • Blaumeise mit gelber Maske
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Teichfrosch (Pelophylax kl. esculentus)
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Der Teichfrosch (Pelophylax kl. esculentus) ist eine Hybridart, die aus der Kreuzung des Wasserfrosches (Pelophylax lessonae) und des Seefrosches (Pelophylax ridibundus) entstanden ist. 

15/16.03.2026


  •     Hier ist eine Darstellung des Lebens und Verhaltens des Teichfrosches aus seiner eigenen Sicht, mit fachlichen Komponenten eingebunden:

Lebenszyklus und Verhalten aus der Sicht des Teichfrosches
Geburt und Larvenstadium:
Als Teichfrosch beginne ich mein Leben als kleines Ei, das im Frühjahr in einem Gewässer abgelegt wird. Meine Eltern, die selbst Hybriden sind, haben mich zusammen mit vielen anderen Eiern in einem flachen Teich oder einem langsam fließenden Gewässer abgelegt. 

Diese Umgebung bietet mir Schutz vor Fressfeinden und optimale Bedingungen für meine Entwicklung.Sobald ich aus dem Ei schlüpfe, beginne ich mein Leben als Kaulquappe. In diesem Stadium bin ich vollständig aquatisch und atme durch Kiemen. Meine Ernährung besteht hauptsächlich aus Algen und kleinen organischen Partikeln, die ich im Wasser finde. 

Meine Entwicklung verläuft über mehrere Wochen, während der ich durch Metamorphose verschiedene Stadien durchlaufe: Ich entwickle Hinterbeine, dann Vorderbeine, und schließlich verwandeln sich meine Kiemen in Lungen, sodass ich an Land atmen kann.



In der Aufnahme von Dieter Zinßer
  • Teichfrosch 
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Amphibien und der Straßenverkehr
Bild zum Eintrag (1138536-160)
Amphibien und der Straßenverkehr – eine große Gefahr auf dem Weg zum Laichplatz

14/15.03.2026

  • Viele Amphibien verbringen einen großen Teil des Jahres an Land, zum Beispiel in Wäldern, Wiesen oder Gärten. 

Doch wenn im Frühjahr die Temperaturen steigen und es häufiger regnet, beginnt für sie eine wichtige Zeit: die Wanderung zu ihren Laichgewässern. Arten wie die Erdkröte, der Grasfrosch oder der Teichmolch machen sich dann auf den Weg zu Teichen, Tümpeln oder kleinen Seen, in denen sie ihre Eier ablegen.
Diese Wanderungen finden meist nachts statt und können mehrere hundert Meter oder sogar einige Kilometer lang sein. Viele Amphibien kehren jedes Jahr zu genau dem Gewässer zurück, in dem sie selbst geschlüpft sind. Dabei folgen sie festen Wanderrouten, die sich über viele Generationen hinweg entwickelt haben.

Ein großes Problem entsteht, wenn diese natürlichen Wege von Straßen gekreuzt werden. Während der Wanderzeit überqueren oft hunderte oder sogar tausende Tiere dieselbe Straße. Da Amphibien sich relativ langsam bewegen und nicht schnell vor Autos fliehen können, werden viele von ihnen überfahren. Besonders in warmen, feuchten Frühlingsnächten mit starkem Amphibienzug kommt es zu hohen Verlusten.

Der Straßenverkehr kann dadurch ganze Populationen stark schwächen. Wenn jedes Jahr viele erwachsene Tiere sterben, erreichen weniger Amphibien ihre Laichplätze und können sich fortpflanzen. Auf lange Sicht kann das dazu führen, dass Bestände in bestimmten Regionen stark zurückgehen oder ganz verschwinden.

Um Amphibien zu schützen, werden in vielen Gebieten verschiedene Maßnahmen ergriffen. Häufig stellen Naturschützer während der Wanderzeit Schutzzäune entlang von Straßen auf. Die Tiere werden dann in Aufnahmetools geleitet und von Helfern sicher über die Straße gebracht. Außerdem werden an manchen Orten Amphibientunnel unter Straßen gebaut, damit die Tiere gefahrlos zu ihren Gewässern gelangen können.

Der Schutz dieser Tiere ist wichtig, denn Amphibien spielen eine bedeutende Rolle in vielen Ökosystemen. Sie fressen zahlreiche Insekten und dienen gleichzeitig als Nahrung für andere Tiere. Wenn ihre Bestände zurückgehen, kann sich das auf viele andere Arten auswirken. Der Schutz ihrer Wanderwege trägt daher dazu bei, das Gleichgewicht in der Natur zu erhalten.


In der Aufnahme 
  • Viele Erdkröten sterben während ihrer Frühjahrswanderung, wenn sie Straßen überqueren müssen, um ihre Laichgewässer zu erreichen.
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Amphibien und die Gefahr des Austrocknens durch den Klimawandel
Bild zum Eintrag (1138502-160)
Amphibien und die Gefahr des Austrocknens durch den Klimawandel

14/15.03.2026

  • Nach einem warmen Frühlingstag beginnt langsam die Dämmerung. In einer kleinen Wiese liegt ein flacher Tümpel, der sich über den Winter und durch den Regen im Frühling mit Wasser gefüllt hat. 

Zwischen Gräsern und Pflanzen bewegt sich ein Grasfrosch vorsichtig zum Wasser. Für ihn ist dieser Tümpel ein wichtiger Ort, denn hier hat er seine Eier abgelegt. Bald werden daraus kleine Kaulquappen entstehen.
In den nächsten Wochen wächst der Nachwuchs im Wasser heran. Die Kaulquappen schwimmen zwischen Wasserpflanzen und suchen nach Nahrung. Alles scheint ruhig zu sein. Doch der Sommer wird ungewöhnlich heiß. Die Sonne brennt tagelang auf die Wiese, und es fällt kaum Regen. Langsam wird der Tümpel immer kleiner. Wo vorher Wasser war, entsteht trockener, rissiger Boden. Für die jungen Tiere wird der Platz knapp. Einige Kaulquappen schaffen es nicht mehr, sich rechtzeitig zu entwickeln. Der Lebensraum, der im Frühling noch voller Leben war, verschwindet innerhalb weniger Wochen.

Solche Situationen treten heute immer häufiger auf. Viele Amphibien sind auf kleine Gewässer angewiesen, um sich fortzupflanzen. Wenn diese durch längere Trockenperioden verschwinden, geraten ganze Populationen in Gefahr. Ein wichtiger Grund dafür ist der Klimawandel, der in vielen Regionen zu höheren Temperaturen und weniger Niederschlag führt.


In der Aufnahme von Dieter Zinßer
  • Opfer klimatischer Veränderungen 
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Bisamratte (Ondatra zibethicus)
Bild zum Eintrag (1138493-160)
Die Bisamratte (Ondatra zibethicus)

14/15.03.2026

  • Ein ruhiger Morgen liegt über einem kleinen Teich. Nebelschwaden ziehen langsam über das Wasser, während sich die ersten Sonnenstrahlen ihren Weg durch das Schilf bahnen. Zwischen den dichten Pflanzen bewegt sich plötzlich etwas. Leise plätschert das Wasser, und ein kleines Tier taucht auf: eine Bisamratte.
Mit geschickten Schwimmbewegungen gleitet sie durch den Teich. Ihr dichtes Fell schützt sie vor der Kälte des Wassers, während ihr langer, seitlich abgeflachter Schwanz wie ein Steuerruder funktioniert. Kurz taucht sie unter, nur um wenige Sekunden später mit einem Stück Wasserpflanze wieder aufzutauchen. Für die Bisamratte beginnt ein ganz normaler Tag.

Während die meisten Menschen noch schlafen, ist sie bereits auf Nahrungssuche. Zwischen Schilf und Wasserpflanzen kennt sie jeden Winkel ihres Reviers. Doch das Leben am Teich ist nicht nur ruhig und friedlich: In der Ferne streift vielleicht ein Rotfuchs am Ufer entlang, und hoch am Himmel zieht ein Seeadler seine Kreise.

Trotz dieser Gefahren hat sich die Bisamratte perfekt an ihren Lebensraum angepasst. Sie baut ihre Verstecke im Ufer oder errichtet kleine Burgen aus Pflanzen. So findet sie Schutz und kann ihren Nachwuchs aufziehen.


In der Aufnahme von Dieter Zinßer
  • Excellenter Schwimmer ... der Bisam 
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Raupenfliege (Cylindromyia bicolor)
Bild zum Eintrag (1138452-160)
Die Raupenfliege (Cylindromyia bicolor)

13/14.03.2026

  • Morgentau über der Wiese

Der erste Sonnenstrahl trifft eine stille Sommerwiese. Zwischen Grashalmen glitzern Tautropfen, und irgendwo summt es leise. Auf einem Distelblatt sitzt eine kleine Fliege, kaum größer als ein Fingernagel. Sie putzt ihre glänzenden Flügel und wartet, bis die Luft warm genug wird, um zu fliegen. Für uns Menschen wirkt sie unscheinbar – doch für das Leben auf dieser Wiese hat sie eine eigene Rolle.
Es ist eine Raupenfliege, genauer gesagt Cylindromyia bicolor. Während sie sich in die Luft erhebt, beginnt ein neuer Tag voller Suche: nach Nahrung, nach einem geeigneten Ort für ihre Eier und nach einer Umgebung, die ihr Überleben sichert. Doch diese Umgebung verändert sich – langsam, aber spürbar.

Artbeschreibung der Raupenfliege (Cylindromyia bicolor)

Die Raupenfliege Cylindromyia bicolor gehört zur Familie der Raupenfliegen (Tachinidae). Diese Fliegen sind für ihre besondere Fortpflanzungsstrategie bekannt: Ihre Larven entwickeln sich meist als Parasitoide in anderen Insekten.


In der Aufnahme von Dieter Zinßer

  • Die faszinierende Welt der Raupenfliegen
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Tagpfauenauge (Aglais io)
Bild zum Eintrag (1138439-160)
Das Tagpfauenauge (Aglais io)

13/14.03.2026


  • An einem milden Frühlingstag im April öffnet sich ein Fenster in einem alten Gartenhaus. Die Sonne scheint auf die hölzerne Fensterbank, und mit ihr erwacht ein kleiner Schmetterling aus seiner Winterruhe. 
Es ist ein Tagpfauenauge. Wochenlang hat es im dunklen Dachstuhl überwintert. Nun breitet es langsam seine Flügel aus – rotbraun leuchtend, mit vier auffälligen „Augen“. Für einen Moment sitzt es still, als würde es die Wärme sammeln. Dann flattert es hinaus in den Garten, vorbei an den ersten blühenden Blumen. Für uns ist es nur ein kurzer Anblick. Für das Tagpfauenauge beginnt gerade ein neuer Lebensabschnitt.

Artbeschreibung


Das Tagpfauenauge gehört zur Familie der Edelfalter. Es ist einer der bekanntesten und auffälligsten Schmetterlinge in Europa.



In der Aufnahme von Dieter Zinßer

  • Gemeinsam für unsere Insektenwelt
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Goldfliege (Lucilia sericata)
Bild zum Eintrag (1138435-160)
Die Goldfliege (Lucilia sericata)

13/14.03.2026

  •     Eine kurze Geschichte aus der Sommerluft

Ein warmer Sommertag liegt über einer blühenden Wiese. Zwischen Gräsern und Blumen summen zahlreiche Insekten. Plötzlich blitzt etwas Metallisches im Sonnenlicht auf. Eine kleine Fliege mit schimmernd grünem Körper landet auf einem Blatt, bleibt für einen Moment still und fliegt dann wieder weiter.
Für Menschen wirkt sie vielleicht unscheinbar oder wird sogar als störend empfunden. Doch für die Natur erfüllt sie eine wichtige Aufgabe. Ihr feiner Geruchssinn führt sie zu Orten, an denen organisches Material zerfällt – dort, wo andere Lebewesen bereits verschwunden sind und der Kreislauf der Natur weitergeht.

Diese glänzende Fliege ist die Goldfliege, eine der bekanntesten Vertreterinnen der Schmeißfliegen.

Artbeschreibung

Die Goldfliege (Lucilia sericata) gehört zur Familie der Schmeißfliegen (Calliphoridae). Sie ist in vielen Teilen Europas, Asiens und anderer Regionen der Welt verbreitet und zählt zu den häufigeren Fliegenarten.




In der Aufnahme von Bernhard Schmalisch

  •  Lucilia seicata, auch Goldfliege genannt, nimmt eine wichtige Funktion im Naturhaushalt wahr. Sie legt ihre Eier auf Aas und Verwesendes und die Larven sorgen für das natürliche Recycling. Auch werden unter sterilen Bedingungen gezüchtete Maden für die Wundversorgung, dem Abbau von nekrotischem Gewebe verwendet.
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Die Edelkastanie (Castanea sativa)
Bild zum Eintrag (1138429-160)
Edelkastanie (Castanea sativa)

12/13.03.2026

  •     Ein Baum mit langer Geschichte

An einem warmen Herbsttag fallen die stacheligen Fruchthüllen von den Ästen eines großen Baumes zu Boden. Zwischen den aufgeplatzten Hüllen glänzen dunkelbraune Nüsse im Laub. Seit Jahrhunderten sammeln Menschen in vielen Regionen Europas diese Früchte – ein Zeichen dafür, wie eng der Baum mit der Kulturgeschichte vieler Landschaften verbunden ist.
Die Edelkastanie, auch Esskastanie genannt, gehört zu den traditionsreichen Baumarten Europas. Sie prägt in manchen Regionen ganze Landschaften und liefert seit langer Zeit wertvolle Nahrung sowie Holz.

Artbeschreibung

Die Edelkastanie (Castanea sativa) gehört zur Familie der Buchengewächse (Fagaceae) und ist eng mit Eichen und Buchen verwandt. Ursprünglich stammt sie vermutlich aus dem Mittelmeerraum und aus Teilen Kleinasiens, wurde jedoch bereits in der Antike von Menschen in viele andere Regionen Europas verbreitet.


In der Aufnahme von Dieter Zinßer
  • Kastanienknospe mit klebendem Nachtfalter 
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Gehörnte Mauerbiene (Osmia cornuta)
Bild zum Eintrag (1138342-160)
Die Gehörnte Mauerbiene (Osmia cornuta)

12/13.03.2026


  • Die ersten warmen Sonnenstrahlen fallen auf eine alte Steinmauer am Rand eines Gartens. Zwischen kleinen Ritzen und Löchern in den Fugen regt sich Leben. Eine kleine, pelzige Biene landet auf dem warmen Stein, bleibt kurz sitzen und fliegt dann wieder davon.

Ihr Ziel ist eine blühende Obstbaumwiese nur wenige Meter entfernt. Dort sammelt sie Pollen von weißen Blüten, die gerade erst aufgegangen sind. Mehrmals fliegt sie hin und her – von der Blüte zur Mauer und wieder zurück.
In einer schmalen Spalte hat sie begonnen, eine kleine Brutzelle anzulegen. Mit Lehm verschließt sie nach und nach die einzelnen Kammern, in denen später ihre Nachkommen heranwachsen. Für Menschen ist diese Arbeit kaum sichtbar, doch für die kleine Biene ist es der wichtigste Teil ihres Lebens.

  • Diese Biene gehört zu den frühesten Bestäubern des Jahres – der Gehörnten Mauerbiene.

Artbeschreibung


Die Gehörnte Mauerbiene (Osmia cornuta) gehört zur Familie der Bauchsammlerbienen (Megachilidae). Sie ist eine solitär lebende Wildbiene, das bedeutet, dass sie keine großen Staaten wie Honigbienen bildet. Jedes Weibchen baut und versorgt seine eigenen Nester.



In der Aufnahme von Klaus Sanwald 
  •  Paarung 
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Ihr Überleben in unserer Hand ...
Bild zum Eintrag (1138336-160)
Europäische oder Gemeine Maulwurfsgrille (Gryllotalpa gryllotalpa)

12/13.03.2026

  •     Eine kurze Geschichte aus der Erde

Die Dämmerung senkt sich über eine feuchte Wiese am Rand eines kleinen Baches. Während die meisten Tiere zur Ruhe kommen, beginnt unter der Erdoberfläche ein anderes Leben. In einem schmalen Gang, kaum breiter als ein Finger, bewegt sich ein kräftiges Insekt langsam vorwärts. Mit schaufelartigen Vorderbeinen schiebt es lockere Erde zur Seite und erweitert seinen Tunnel.
Plötzlich hält das Tier inne. Durch die feuchte Erde dringen leichte Vibrationen – Schritte eines vorbeiziehenden Tieres. Erst als wieder Ruhe einkehrt, setzt es seine Arbeit fort. Bald erreicht es eine kleine Kammer, die es zuvor angelegt hat. Hier wird später der Nachwuchs geschützt heranwachsen.

Dieses verborgen lebende Insekt ist die Europäische oder Gemeine Maulwurfsgrille. Nur selten bekommen Menschen sie zu Gesicht, doch unter Wiesen, Gärten und Uferbereichen spielt sie seit Jahrhunderten ihre Rolle im Bodenleben.

Artbeschreibung

Die Europäische Maulwurfsgrille (Gryllotalpa gryllotalpa) gehört zur Ordnung der Heuschrecken (Orthoptera) und zur Familie der Maulwurfsgrillen (Gryllotalpidae). Sie zählt zu den größten in Mitteleuropa vorkommenden Heuschreckenarten.


In der Aufnahme

  • Eine selten sichtbare Bewohnerin der unterirdischen Welt.
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Ziesel (Spermophilus)
Bild zum Eintrag (1138274-160)
Ziesel (Spermophilus)

11/12.03.2026

  • Die Sonne steht noch tief über der weiten Graslandschaft, als sich ein kleiner Kopf vorsichtig aus einem Erdloch schiebt. 

Zwei dunkle Augen prüfen aufmerksam die Umgebung. Ein leises Rascheln im Gras – dann richtet sich das Tier auf die Hinterbeine. Für einen Moment steht es reglos da, den Wind prüfend, bereit, beim kleinsten Geräusch wieder im Bau zu verschwinden.
Es ist ein Ziesel. Für viele Menschen kaum sichtbar, gehört dieses kleine Nagetier zu den Bewohnern offener Landschaften Europas und Asiens. Während die Welt um ihn herum langsam erwacht, beginnt auch für ihn ein neuer Tag: Nahrung suchen, das Revier beobachten und den Bau instand halten, der Schutz vor Feinden und Wetter bietet.

Unter der Erde lebt eine ganze Nachbarschaft aus Tunneln, Kammern und Gängen – ein verborgenes Netzwerk, das seit Generationen genutzt wird.

Artbeschreibung


Ziesel gehören zur Gattung Spermophilus innerhalb der Familie der Hörnchen (Sciuridae). Sie werden häufig auch als Erdziesel oder Zieselhörnchen bezeichnet und sind enge Verwandte der Murmeltiere und Präriehunde.



In der Aufnahme von Helga Zinnecker 
  • Ziesel leben oft in lockeren Kolonien
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Toten- oder Friedhofsfliege (Cynomya mortuorum)
Bild zum Eintrag (1138259-160)
Die Toten- oder Friedhofsfliege (Cynomya mortuorum)

11/12.03.2026

  •     Eine kurze Geschichte aus der Perspektive eines stillen Beobachters

An einem warmen Frühlingstag liegt der alte Friedhof am Rand eines kleinen Dorfes still in der Sonne. Zwischen verwitterten Grabsteinen raschelt trockenes Gras, und über den Kieswegen summen Insekten. Für die meisten Besucher ist dieser Ort ein Platz der Erinnerung – für andere jedoch ein Lebensraum.
Auf einem moosbedeckten Stein landet eine metallisch schimmernde Fliege. Ihr Körper glänzt bläulich im Licht. Für einen Moment verharrt sie, putzt ihre Vorderbeine und hebt dann wieder ab. Sie folgt einem Geruch, der für Menschen kaum wahrnehmbar ist, für sie jedoch eine wichtige Botschaft trägt: Nahrung, Fortpflanzung und ein Platz für die nächste Generation.

Diese Fliege gehört zu einer Art, die oft übersehen wird. Doch sie erfüllt eine wichtige Aufgabe in der Natur. Als sogenannte Toten- oder Friedhofsfliege trägt sie dazu bei, organisches Material abzubauen und Nährstoffe wieder in den Kreislauf der Natur zurückzuführen.

Artbeschreibung

Die Toten- oder Friedhofsfliege (Cynomya mortuorum) gehört zur Familie der Schmeißfliegen (Calliphoridae). Sie ist in vielen Teilen Europas verbreitet und kommt vor allem in gemäßigten Klimazonen vor.


In der Aufnahme von Dieter Zinßer
  • Toten- oder Friedhofsfliege (Cynomya mortuorum)
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Gülleausbringung während der Amphibienwanderung
Bild zum Eintrag (1138253-160)
Gülleausbringung während der Amphibienwanderung – ein sensibles Zusammenspiel von Landwirtschaft und Naturschutz

11/12.03.2026

  • Eine Nacht im Frühling

Es ist eine milde, feuchte Frühlingsnacht. Der Boden ist noch kühl vom Winter, doch die Temperaturen steigen langsam an. Auf Wiesen, in Wäldern und an Hecken beginnt sich etwas zu bewegen. Aus ihren Winterquartieren kriechen Frösche, Kröten und Molche hervor. Ihr Ziel ist klar: das Gewässer, in dem sie sich fortpflanzen werden.
Für viele Amphibien beginnt nun eine der wichtigsten und zugleich gefährlichsten Phasen ihres Lebens. Schritt für Schritt bewegen sie sich über Wiesen, Felder und Wege. Manche legen mehrere hundert Meter zurück, andere sogar mehrere Kilometer.

Doch während diese Wanderung stattfindet, werden viele landwirtschaftliche Flächen im Frühjahr auch intensiv genutzt. Besonders die Ausbringung von Gülle fällt oft in denselben Zeitraum – ein Umstand, der aus Sicht des Amphibienschutzes zunehmend kritisch diskutiert wird.


In der Aufnahme
  •  Gülleausbringung während der hochsensiblen Phase der Amphibienmassenwanderung ... mehr als unverantwortlich für die Biodiversität!
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Dorngrasmücke (Curruca communis)
Bild zum Eintrag (1138179-160)
Die Dorngrasmücke (Curruca communis)

10/11.03.2026

  • Ich bin die Dorngrasmücke, auch bekannt als Curruca communis. Ich bin ein kleiner Singvogel, aber unterschätzt mich nicht! 

Mit meinen etwa 13 bis 15 Zentimetern Länge und meinem Gewicht von nur etwa 13 bis 20 Gramm bin ich zwar zierlich, aber ich habe Fähigkeiten und Anpassungen entwickelt, die mich zu einem erfolgreichen Überlebenskünstler machen.
Mein Lebensraum und Revier
Ich bevorzuge offene Landschaften mit dichten Sträuchern und Hecken, wo ich Schutz und Nahrung finde. Diese Gebüsche bieten mir sowohl Sicherheit vor Fressfeinden als auch ideale Nistplätze. 

Hier kann ich mein Nest gut verstecken, oft tief in einem dichten Busch, wo Feinde wie Katzen oder größere Vögel mich schwer erreichen können. Diese Landschaften geben mir auch die Möglichkeit, mein Revier mit meinem charakteristischen Gesang zu markieren.




In der Aufnahme von Werner Oppermann
  •  Männchen mit einer Raupe 
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Flechten – faszinierende Lebensgemeinschaften
Bild zum Eintrag (1138145-160)
Flechten – faszinierende Lebensgemeinschaften

10/11.03.2026

  • Auf einem alten Baumstamm am Rand eines ruhigen Waldes wächst etwas, das auf den ersten Blick wie ein graugrüner Fleck aussieht. Wer genauer hinsieht, entdeckt jedoch eine erstaunliche kleine Welt. Zwischen Rinde und Licht lebt eine Flechte – langsam wachsend, unauffällig und doch erstaunlich widerstandsfähig.

Jahr für Jahr trotzt sie Wind, Regen, Hitze und Frost. Während sich die Jahreszeiten verändern, bleibt sie geduldig an ihrem Platz. Für viele Menschen ist sie kaum mehr als ein Belag auf Steinen oder Bäumen. Doch in Wirklichkeit ist sie das Ergebnis einer besonderen Partnerschaft in der Natur.
Was sind Flechten?

Eine Flechten sind keine einzelnen Pflanzen, sondern eine Lebensgemeinschaft aus zwei unterschiedlichen Organismen. Sie bestehen meist aus:

  •     einem Pilz
  •     einer Alge oder einem Cyanobakterium

Der Pilz bildet den größten Teil der Flechte und sorgt für Struktur und Schutz. Die Alge oder das Cyanobakterium kann mithilfe von Sonnenlicht Fotosynthese betreiben und produziert dabei Nährstoffe, von denen beide Partner profitieren.

Diese Zusammenarbeit wird in der Biologie als Symbiose bezeichnet.



In der Aufnahme von Dieter Zinßer
  • Flechte an einem Zweig
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Wildbienen starten in die neue Saison
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Der Frühling erwacht – Wildbienen starten in die neue Saison

10/11.03.2026

  • Mit den ersten wärmeren Tagen Anfang März beginnt in der Natur eine besonders wichtige Phase: Die ersten Wildbienen schlüpfen aus ihren Nistplätzen. 

In kleinen Hohlräumen im Boden, in Pflanzenstängeln, Totholz oder auch in Nisthilfen haben sie den Winter als entwickelte Insekten oder im Kokon überdauert. Sobald die Temperaturen steigen und die ersten Blüten erscheinen, verlassen sie ihre geschützten Plätze und beginnen ihre kurze, aber sehr bedeutende Lebensphase.
Für viele Wildbienenarten ist der Zeitraum im Frühjahr entscheidend. Jetzt suchen die Tiere nach Nektar und Pollen, um Energie zu sammeln und geeignete Orte für neue Nester zu finden. Die Weibchen legen dort Brutzellen an, versorgen diese mit Pollen und Nektar und legen anschließend ihre Eier ab. Aus diesen entwickeln sich im Laufe des Jahres die nächsten Generationen.

Kleine Insekten mit großer Wirkung

Wildbienen spielen eine zentrale Rolle in unseren Ökosystemen. Sie gehören zu den wichtigsten Bestäubern vieler Wild- und Kulturpflanzen. Während sie Blüten besuchen, bleibt Pollen an ihrem Körper haften und wird von Pflanze zu Pflanze übertragen. Auf diese Weise ermöglichen sie die Bildung von Samen und Früchten.

Besonders bemerkenswert ist dabei, dass viele Wildbienenarten auf bestimmte Pflanzen spezialisiert sind. Sie besuchen gezielt einzelne Pflanzenarten oder -familien und sichern so deren Fortpflanzung. Ohne diese spezialisierten Bestäuber würden zahlreiche Pflanzen deutlich seltener werden oder ganz verschwinden.

Träger des ökologischen Netzes

Wildbienen sind ein wichtiger Bestandteil des ökologischen Gefüges. Indem sie Pflanzen bestäuben, sorgen sie dafür, dass diese sich vermehren können. Die daraus entstehenden Samen, Früchte und Pflanzen bilden wiederum die Grundlage für viele andere Tierarten – von Insekten über Vögel bis hin zu Säugetieren.

Man kann daher sagen: Wildbienen tragen einen großen Teil des ökologischen Netzes. Wenn sie fehlen, geraten viele natürliche Zusammenhänge ins Wanken.

Lebensräume erhalten und fördern


Damit Wildbienen auch in Zukunft ihren wichtigen Beitrag leisten können, brauchen sie geeignete Lebensräume. Dazu gehören blütenreiche Wiesen, naturnahe Gärten, strukturreiche Waldränder sowie offene Bodenstellen und Totholz als Nistmöglichkeiten.

Gerade jetzt im frühen Frühjahr lohnt sich ein Blick auf blühende Frühblüher, Nisthilfen oder sonnige Bodenflächen. Mit etwas Aufmerksamkeit lässt sich beobachten, wie die ersten Wildbienen des Jahres unterwegs sind – ein kleines, aber beeindruckendes Zeichen dafür, dass der Frühling begonnen hat und das Leben in der Natur wieder in Bewegung kommt.



In der Aufnahme
  • Auf unseren Versuchsflächen können wir mannigfache Erkenntnisse über die Lebensform Wildbiene sammeln und innerhalb unserer Projekte effektiv verwerten. 
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Kleiner Feuerfalter (Lycaena phlaeas)
Bild zum Eintrag (1138090-160)
Der Kleine Feuerfalter (Lycaena phlaeas)

09/10.03.2026

  • An einem warmen Frühsommertag flatterte ein winziger Schmetterling über eine sonnige Wiese am Waldrand. 

Sein Name war Kleiner Feuerfalter. Zwischen Gräsern, Sauerampferblättern und bunten Wildblumen fand er alles, was er brauchte: Nektar, Sonnenwärme und einen sicheren Platz für die nächste Generation.
Während der Wind sanft durch die Halme strich, setzte er sich kurz auf ein Blatt, klappte seine Flügel zusammen und ruhte sich aus. Von oben betrachtet war er klein und unscheinbar, doch im Sonnenlicht leuchteten seine Flügel wie glühende Funken. Für einen Moment schien es, als würde ein Stück Sommer über die Wiese tanzen.

Doch nicht jede Wiese bleibt so, wie sie einmal war.

Artbeschreibung

Der Kleine Feuerfalter (Lycaena phlaeas) ist ein kleiner Tagfalter aus der Familie der Bläulinge (Lycaenidae). Trotz seiner geringen Größe gehört er zu den auffälligsten Faltern in vielen offenen Landschaften Europas.


In der Aufnahme von Johannes Rother
  • Lebensräume: Wo der Kleine Feuerfalter zuhause ist
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Bläulinge (Lycaenidae) – kleine Schmetterlinge mit großer Bedeutung
Bild zum Eintrag (1138062-160)
Bläulinge (Lycaenidae) – kleine Schmetterlinge mit großer Bedeutung

09/10.03.2026

  • An einem warmen Frühsommertag sitzt ein Kind am Rand einer blühenden Wiese. Zwischen den Halmen tanzen kleine, schimmernde Punkte im Sonnenlicht. Einer davon setzt sich kurz auf eine Klee­blüte. 

Seine Flügel glänzen blau wie ein Stück Himmel. Kaum hat man ihn entdeckt, hebt er wieder ab – leicht, fast schwerelos – und verschwindet zwischen den Blüten.
Dieser kleine Besucher gehört zu den Bläulingen, einer faszinierenden Gruppe von Tagfaltern. Obwohl sie oft nur wenige Zentimeter groß sind, spielen sie eine wichtige Rolle in unseren Ökosystemen. Ihre Anwesenheit verrät viel über die Gesundheit einer Landschaft.

Artbeschreibung der Bläulinge (Lycaenidae)

Die Familie Lycaenidae gehört zu den artenreichsten Schmetterlingsfamilien weltweit. Sie umfasst über 6.000 Arten, von denen viele in Europa vorkommen.



In der Aufnahme von Dieter Zinßer
  • Wer Bläulinge schützt, schützt die Zukunft der Wiesen.
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Amphibienaufstieg installiert - Funktionalität
Bild zum Eintrag (1138056-160)
Wenn der Weg endet – Gefahren für wandernde Amphibien

09/10.03.2026


  • Jedes Jahr im Frühjahr machen sich Amphibien wie die Erdkröte, der Grasfrosch oder der Teichmolch auf den Weg zu ihren angestammten Laichgewässern. Diese Wanderungen folgen uralten Routen, die sich über Generationen bewährt haben. Doch unsere heutige Landschaft hat sich stark verändert – oft mit fatalen Folgen für die Tiere.

Immer wieder beobachten wir Situationen, in denen Amphibien in künstliche Strukturen geraten, aus denen sie aus eigener Kraft nicht mehr entkommen können. Steile Schächte, Bordsteinkanten, Entwässerungsanlagen oder bauliche Vertiefungen werden zur tödlichen Falle. Die Tiere bleiben darin gefangen, erschöpfen sich oder vertrocknen. In anderen Fällen stehen sie plötzlich vor einer unüberwindbaren Barriere, die ihnen den weiteren Weg versperrt – und damit den Zugang zu ihren Laichgewässern unmöglich macht.

Das Ergebnis ist leises, oft unbemerktes Sterben und ein weiterer Verlust für ohnehin stark unter Druck stehende Amphibienpopulationen.

Eine praxisnahe Lösung aus Verantwortung

Nach intensiver Beobachtung, fachlichem Austausch und reiflicher Überlegung haben wir uns entschlossen, aktiv zu handeln. Aus dieser Arbeit heraus entstand eine Aufstiegshilfe, die speziell dafür entwickelt wurde, Amphibien sicher aus solchen Gefahrenbereichen herauszuführen oder ihnen das Überwinden von Barrieren zu ermöglichen.

Im Mittelpunkt standen dabei:

  •     Nachhaltigkeit bei Material und Bauweise

  •     Praxisnahe Funktionalität für den realen Einsatz vor Ort

  •     eine einfache Integration in bestehende Strukturen

  •     sowie die Orientierung am natürlichen Verhalten der Tiere

Die Aufstiegshilfe soll nicht nur kurzfristig helfen, sondern langfristig einen Beitrag zum Amphibienschutz leisten.

Praxistest im Frühjahr 2026


Im Frühjahr 2026 werden wir diese Aufstiegshilfe erstmals unter realen Bedingungen erproben. Dabei werden wir genau beobachten, wie sie von Erdkröte & Co. angenommen wird und welche Verbesserungen sich möglicherweise ergeben.

Selbstverständlich werden wir transparent über die Ergebnisse berichten – über Erfolge ebenso wie über Herausforderungen. Denn wir sind überzeugt: Nur durch Beobachtung, Anpassung und gemeinsames Lernen können wir wirksame Lösungen für den Artenschutz entwickeln.


In der Aufnahme
•    Am 05.03.2026 konnten wir erstmals erkennen, dass der Aufstieg auch erfolgreich angenommen wird. Ein Erdkrötenmännchen trat dabei als Akteur in Erscheinung.
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Marderhund (Nyctereutes procyonoides)
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Der Marderhund (Nyctereutes procyonoides)

08/09.03.2026


  •     Eine nächtliche Begegnung am Waldrand

Der Nebel liegt tief über der feuchten Wiese, als sich am Rand des Waldes eine gedrungene Gestalt bewegt. Vorsichtig setzt sie Pfote vor Pfote, die Nase dicht über dem Boden. 

Für einen Moment hält das Tier inne, lauscht, dann verschwindet es lautlos im Unterholz. Wer dieses nächtliche Schauspiel beobachtet, begegnet einem der unauffälligsten Wildtiere unserer Landschaft: dem Marderhund. Meist bleibt er unbemerkt, doch seine Spuren erzählen von einer stillen Präsenz in Wäldern, Auen und Feldfluren.
Artbeschreibung: Der Marderhund (Nyctereutes procyonoides)

Der Marderhund (Nyctereutes procyonoides) gehört zur Familie der Hunde (Canidae) und ist damit näher mit Fuchs und Wolf verwandt als mit Mardern. Sein Name leitet sich von seinem gedrungenen Körperbau und der maskenartigen Gesichtszeichnung ab, die an einen Waschbären erinnert.

Er erreicht eine Kopf-Rumpf-Länge von etwa 50 bis 70 Zentimetern und besitzt einen buschigen Schwanz. Das Fell ist dicht und meist graubraun gefärbt, was ihn gut tarnt. Charakteristisch sind die kurzen Beine und die dunklen Augenflecken.



In der Aufnahme von Johannes Rother
  • Portrait 
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Dahlien (Dahlia)
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Dahlien (Dahlia) – Farbenpracht mit Geschichte

08/09.03.2026

  • Es war ein später Sommertag, als Anna durch den Garten ihrer Großmutter ging. Zwischen Rosen, Kräutern und alten Obstbäumen entdeckte sie eine Reihe von Pflanzen, deren Blüten wie kleine Sonnen in Rot, Orange und Violett leuchteten.

 „Das sind Dahlien“, erklärte ihre Großmutter lächelnd. „Jede hat ihren eigenen Charakter.“ Anna beugte sich näher heran und bemerkte, dass keine Blüte der anderen glich: einige rund wie Bälle, andere sternförmig oder mit spitzen Blütenblättern.
Seit diesem Tag verband Anna Dahlien mit Erinnerung, Wandel und Sommer. Jahr für Jahr beobachtete sie, wie die Pflanzen aus ihren Knollen neu austrieben und den Garten erneut in ein farbenfrohes Schauspiel verwandelten.

Artbeschreibung

Die Dahlia gehört zur Familie der Asteraceae (Korbblütler). Ursprünglich stammen Dahlien aus den Bergregionen von Mexiko sowie Teilen von Guatemala und Kolumbien. Heute sind sie weltweit als Zierpflanzen verbreitet.



In der Aufnahme von Dieter Zinßer
  • Dahlie in voller Sommerblüte
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Rücklaufsicherungen – ein wichtiger Baustein beim Amphibienschutz
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Rücklaufsicherungen – ein wichtiger Baustein beim Amphibienschutz

08/09.03.2026

  • Wenn im zeitigen Frühjahr die Temperaturen steigen und die Nächte feuchter werden, beginnt für viele Amphibien die Wanderzeit. Kröten, Frösche und Molche verlassen ihre Winterquartiere und machen sich auf den Weg zu den Gewässern, in denen sie sich fortpflanzen. Auf diesem Weg müssen sie jedoch häufig Straßen überqueren – eine große Gefahr für die Tiere.

Um sie zu schützen, bauen viele Naturschutzvereine jedes Jahr Amphibienschutzzäune entlang gefährdeter Straßenabschnitte auf. Auch wir haben in diesem Frühjahr wieder unsere Schutzmaßnahmen installiert, damit möglichst viele Tiere sicher an ihr Ziel gelangen können. Neben den Zäunen gehört dabei eine oft übersehene, aber sehr wichtige Komponente dazu: die Rücklaufsicherungen.
Warum Rücklaufsicherungen wichtig sind

Amphibienschutzzäune lenken die wandernden Tiere entlang der Straße zu Sammelstellen oder sicheren Übergängen. Ohne zusätzliche Sicherungen kann es jedoch passieren, dass Tiere an bestimmten Stellen wieder auf die Straßenseite zurückgelangen. Genau hier kommen Rücklaufsicherungen ins Spiel.

Diese Elemente verhindern, dass Amphibien nach dem Passieren eines Abschnitts wieder zurück auf die gefährliche Straßenseite gelangen. Sie sorgen dafür, dass die Tiere in die richtige Richtung geleitet werden und ihre Wanderung sicher fortsetzen können. Besonders an Übergängen, Durchlässen oder an den Enden von Zäunen sind solche Sicherungen entscheidend.

Ein kleines Detail mit großer Wirkung

In der Praxis zeigt sich immer wieder: Ein gut geplanter Amphibienschutz besteht aus mehreren aufeinander abgestimmten Maßnahmen. Neben Schutzzäunen, regelmäßigen Kontrollen und dem sicheren Transport der Tiere über die Straße tragen auch Rücklaufsicherungen wesentlich zum Erfolg der Schutzaktion bei.

Sie sind ein vergleichsweise kleines Bauteil – können aber entscheidend dazu beitragen, dass weniger Tiere in Gefahr geraten.

Gemeinsam für den Schutz der Amphibien

Die jährliche Amphibienwanderung ist ein beeindruckendes Naturereignis, das gleichzeitig großen Schutzbedarf mit sich bringt. Durch den Aufbau von Schutzzäunen, das Einsetzen von Rücklaufsicherungen und die Unterstützung engagierter Helferinnen und Helfer leisten wir gemeinsam einen wichtigen Beitrag zum Erhalt dieser faszinierenden Tiergruppe.

Denn jeder gerettete Frosch, jede Kröte und jeder Molch zählt. 




In der Aufnahme 
  •     Nach Erfassung der Wandertrassen kann eine detaillierte und funktionierende Rücklaufsicherung erfolgen. 
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Buchfink (Fringilla coelebs)
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Der Buchfink (Fringilla coelebs) – vertraute Stimme unserer Landschaft

07/08.03.2026

  • Ein klarer Frühlingsmorgen im Park. Noch liegt Tau auf dem Gras, als von hoch oben ein kraftvoller, melodiöser Gesang erklingt. Auf einem Ast sitzt ein kleiner Vogel, richtet sich auf und trägt sein Lied weit in die Umgebung. 

Zwischen den Bäumen huscht Bewegung, doch der Sänger bleibt unbeirrt. Der Buchfink markiert sein Revier – ein vertrauter Klang, der vielen Menschen seit Kindheitstagen begleitet.
Artbeschreibung

Der Buchfink (Fringilla coelebs) gehört zu den häufigsten und bekanntesten Singvögeln Mitteleuropas. Er ist etwa 14 bis 16 Zentimeter groß und fällt besonders durch den ausgeprägten Geschlechtsunterschied im Gefieder auf. Männchen zeigen im Frühjahr eine auffällige Färbung mit blaugrauem Kopf, rostbrauner Brust und weißen Flügelbinden, während Weibchen deutlich unauffälliger graubraun gefärbt sind.

Buchfinken sind anpassungsfähige Vögel und besiedeln unterschiedlichste Lebensräume. Sie kommen in Wäldern, Parks, Gärten, Alleen und strukturreichen Kulturlandschaften vor. Ihre Nahrung besteht je nach Jahreszeit aus Samen, Knospen und Beeren sowie aus Insekten und Spinnen, die insbesondere während der Brutzeit eine wichtige Rolle für die Aufzucht der Jungvögel spielen.



In der Aufnahme von Helga Zinnecker 
  •     Männchen 
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Kriechende Günsel (Ajuga reptans)
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Der Kriechende Günsel (Ajuga reptans)

07/08.03.2026

  • An einem milden Frühlingsmorgen blieb Lina auf ihrem Spaziergang am Rand einer feuchten Wiese stehen. Zwischen den Gräsern entdeckte sie kleine, violettblaue Blüten, die dicht am Boden wuchsen. Sie wirkten fast wie ein kleiner Teppich, der sich über die Erde ausbreitete. 

Als sie näher hinsah, bemerkte sie die glänzenden Blätter und die kurzen Ausläufer, mit denen sich die Pflanze langsam weiter vorarbeitete. „Die wächst ja wie von selbst überall hin“, dachte sie. Tatsächlich hatte sie gerade eine Pflanze entdeckt, die genau dafür bekannt ist: den Kriechenden Günsel.
Artbeschreibung

Der Kriechende Günsel (Ajuga reptans) gehört zur Familie der Lippenblütler (Lamiaceae) und ist eine ausdauernde, krautige Pflanze. Er wird meist etwa 10 bis 30 cm hoch und ist vor allem an seinen kriechenden Ausläufern zu erkennen. Diese Ausläufer wachsen am Boden entlang und bilden regelmäßig neue Wurzeln, wodurch sich die Pflanze schnell ausbreiten kann.

Die Blätter sind meist oval bis spatelförmig und stehen in Rosetten. Je nach Standort können sie sattgrün bis leicht rötlich gefärbt sein. Besonders auffällig sind die blau-violetten Blüten, die zwischen April und Juni in dichten Scheinquirlen am aufrechten Blütenstand erscheinen. Gelegentlich kommen auch rosafarbene oder weiße Varianten vor.


In der Aufnahme von Dieter Zinßer
  • Kriechender Günsel (Ajuga reptans) mit seinen charakteristischen blau-violetten Blütenständen.
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Gemeine Winterlibelle (Sympecma fusca)
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Die Gemeine Winterlibelle (Sympecma fusca)

07/08.03.2026


  • Ein Erwachen im frühen Frühling

An einem sonnigen Märzmorgen, wenn die Luft noch kühl ist und die ersten Pflanzen zaghaft austreiben, regt sich in einem dichten Büschel aus trockenem Gras etwas. Zwischen den Halmen sitzt eine schmale, bräunliche Libelle, die den Winter erstaunlicherweise lebend überstanden hat. Langsam öffnet sie ihre Flügel und lässt sich von den ersten warmen Sonnenstrahlen aufwärmen. 

Noch wirkt sie unbeweglich, doch bald wird sie wieder über Teiche und Gräben gleiten. Es ist die Gemeine Winterlibelle (Sympecma fusca) – eine Libellenart mit einer ganz besonderen Fähigkeit: Sie verbringt den Winter als erwachsenes Tier.
Artbeschreibung

Die Gemeine Winterlibelle gehört zur Familie der Schlanklibellen (Lestidae) und ist in großen Teilen Europas verbreitet. Sie bewohnt vor allem stehende oder langsam fließende Gewässer wie Teiche, Weiher, Gräben und Altarme von Flüssen.



In der Aufnahme von Willibald Lang

  • Die Gemeine Winterlibelle ist neben der Sibirischen Winterlibelle (Sympecma paedisca) die einzige Libellenart in Europa, die nicht als Ei oder Larve überwintert.Die Art überwintert als ausgewachsene Libelle. Dafür benötigt sie windgeschützte Plätze an Waldrändern sowie Lichtungen oder Brachflächen.Körperlänge etwa 35,0 – 40,0 mm.
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Großer Sackträger (Canephora hirsuta)
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Der Große Sackträger (Canephora hirsuta)

06/07.03.2026

  • Der stille Wanderer im Morgentau

Es war ein kühler Frühlingsmorgen, als auf einer alten Trockenmauer am Rand einer Wiese ein winziges, unscheinbares Wesen seine Reise begann. Zwischen Moosen und Flechten bewegte sich langsam ein kleines, mit Sandkörnchen und Pflanzenresten bedecktes Säckchen. 

Wer nicht genau hinsah, hätte es für ein Stückchen Erde gehalten. Doch darin lebte eine Raupe – geduldig, vorsichtig und perfekt an ihre Umgebung angepasst. Schritt für Schritt zog sie ihr selbstgebautes Haus hinter sich her, auf der Suche nach Nahrung und einem sicheren Platz zum Wachsen. Dieses kleine Tier war der Große Sackträger (Canephora hirsuta), ein Falter, dessen Lebensweise ebenso ungewöhnlich wie faszinierend ist.
Artbeschreibung
Der Große Sackträger (Canephora hirsuta) gehört zur Familie der Sackträgermotten (Psychidae). Die Art ist in vielen Teilen Europas verbreitet und lebt bevorzugt in warmen, offenen Landschaften wie Trockenrasen, Böschungen, Wegrändern oder lichten Wäldern.



In der Aufnahme von Albert Meier 
  • Ein kleines Insekt und große Veränderungen: Der Große Sackträger im Wandel der Landschaft
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Innovativer Nistmast als Zukunftsprojekt für den Artenschutz
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Innovativer Nistmast als Zukunftsprojekt für den Artenschutz

06/07.03.2026

  • Auf einer kommunalen Wiesenfläche wird ein neu entwickelter Spezialmast errichtet, der einen wichtigen Beitrag zum Erhalt und zur Förderung heimischer Tierarten leisten soll. 

Anlass für die Umsetzung dieses Projekts war der Wegfall eines traditionell genutzten Nistplatzes für Turmfalken im Jahr 2025, der über viele Jahre von einem Brutpaar zuverlässig angenommen wurde. Der Verlust dieses angestammten Standortes machte deutlich, wie essenziell geeignete Nist- und Lebensräume für bedrohte oder schutzbedürftige Arten sind – besonders im urbanen und suburbanen Umfeld, in dem natürliche Strukturen zunehmend verschwinden.
Vielschichtiges Habitat auf 8 Metern Höhe

Der neue Nistmast erreicht eine Gesamthöhe von acht Metern und wurde mit einer klaren ökologischen Zielsetzung gestaltet: Er verbindet mehrere Lebensraumangebote in einem modularen Aufbau.

  •     Im oberen Bereich des Turmkopfes befindet sich ein spezialisierter Nistkasten für Turmfalken, der ein sicheres Brutumfeld bietet, ausreichend Schutz vor Witterung gewährleistet und die Ansprüche dieser Greifvögel hinsichtlich Sichtfeld und Höhenlage berücksichtigt.

  •     Direkt darunter erstreckt sich eine umlaufende Kette von Nisthilfen für Kleinvögel, wie beispielsweise Meisen, Sperlinge oder Stare. Diese Auswahl schafft ein breites Spektrum an mikroklimatischen und strukturellen Nistgelegenheiten und fördert so die Artenvielfalt innerhalb der kleineren Vogelpopulation.

  •     In der darunterliegenden Ebene wurde eine ringförmige Reihe von Fledermausspaltenquartieren integriert. Diese dienen als Ruheort, Sommerquartier oder potenziell sogar als Wochenstube für verschiedene Fledermausarten, die als natürliche Insektenjäger auch einen positiven Einfluss auf das lokale Ökosystem haben.


Langlebig, ästhetisch angepasst und mit Pilotcharakter

Die Konstruktion ist auf eine Lebensdauer von rund 25 Jahren ausgelegt und farblich so gestaltet, dass sie sich unaufdringlich und stimmig in die umgebende Landschaft einfügt. Sowohl Materialauswahl als auch die Montageweise berücksichtigen Nachhaltigkeitsaspekte, Wartungsfreundlichkeit und langfristige Stabilität.

In dieser Form stellt der Nistmast ein bislang einzigartiges Vorhaben dar. Er verbindet artenschutzfachliche Anforderungen mit praktischen und gestalterischen Aspekten – und schafft einen sichtbaren, bewusst wahrnehmbaren Ort der Förderung lokaler Biodiversität.

Erwartung und Beobachtung

Mit Interesse und Vorfreude wird nun beobachtet, in welcher zeitlichen Entwicklung die angebotenen Nist- und Quartiermöglichkeiten angenommen werden. Erste Besiedelungsaktivitäten können ein wertvoller Indikator für die ökologische Wirksamkeit des Projekts sein. Langfristig soll der Mast nicht nur eine Ersatzlösung für den verlorenen Falkenstandort darstellen, sondern vielmehr als Modell dienen, wie Kommunen aktiv Lebensräume für heimische Tierarten gestalten und zurückgewinnen können.

Für die Unterstützung möchten wir uns bei der Steuerkanzlei Bauerfeind, beim Markt Burgwindheim und nicht zuletzt bei Turmstationen Deutschland e.V. ganz herzlich bedanken!


In der Aufnahme 
  • am 01.03.2026 fand die Aufbrigung des Reptilienrückzugsraum, die Anfahr- Absicherung sowie Rücknahme der Fahrspuren statt. Was nun noch fehlt ist die Anbringung der Hauptinformation. 
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Moschusochse (Ovibos moschatus)
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Der Moschusochse (Ovibos moschatus)

06/07.03.2026

  • Ein eisiger Wind fegte über die weite, baumlose Landschaft. Zwischen Schneewehen und gefrorenem Boden bewegte sich eine kleine Herde Moschusochsen langsam vorwärts. 

Ein junges Kalb blieb kurz zurück, doch sofort schlossen sich die erwachsenen Tiere enger zusammen. Mit gesenkten Köpfen und ihren mächtigen Hörnern nach außen bildeten sie einen schützenden Kreis.
Seit Tausenden von Jahren trotzen Moschusochsen der Kälte, den Stürmen und den langen Wintern der Arktis. Doch heute verändert sich ihre Welt schneller als je zuvor.

Artbeschreibung

Der Moschusochse (Ovibos moschatus) ist ein großes, kälteresistentes Säugetier und gehört zur Familie der Hornträger. Trotz seines Namens ist er näher mit Ziegen und Schafen verwandt als mit Rindern.


In der Aufnahme von Heinz Effner
  • Moschusochsen Familie 
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Egel (Hirudinea)
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Egel (Hirudinea) – faszinierende Bewohner unserer Gewässer

05/06.03.2026

...  aus dem Teich


An einem warmen Sommertag bewegte sich ein Egel lautlos durch das flache Wasser eines Teichs. Zwischen Wasserpflanzen und Schlamm suchte er nach Nahrung. Mit seinen beiden Saugnäpfen haftete er sich kurz an einem Stein fest, streckte seinen Körper und glitt weiter. Für den Egel war dieser Teich ein idealer Lebensraum – ruhig, nährstoffreich und voller Versteckmöglichkeiten.
Doch nicht alle Gewässer bleiben so stabil. Wenn Ufer befestigt, Teiche zugeschüttet oder Wasserstände stark schwanken, verschwinden auch die Lebensräume dieser oft übersehenen Tiere.

Die Egel (Klasse Hirudinea) gehören zum Stamm der Ringelwürmer und sind mit Regenwürmern verwandt. Weltweit sind mehrere hundert Arten bekannt, die sowohl im Süßwasser als auch an Land oder im Meer vorkommen. In Mitteleuropa leben die meisten Arten in stehenden oder langsam fließenden Gewässern.


In der Aufnahme von Klaus Sanwald 

  • Ein Blutegel hat eine Kaulquappe erlegt und beginnt mit seinem Mahl ...
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Hirschzecke (Ixodes scapularis)
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Die Hirschzecke (Ixodes scapularis)

05/06.03.2026

  •     Eine kurze Geschichte aus dem Unterholz

Im Schatten eines Waldrandes, zwischen feuchtem Laub und jungen Gräsern, wartete eine winzige Zecke geduldig. Sie bewegte sich kaum, streckte nur ihre Vorderbeine aus und hielt sich an einem Grashalm fest.
Stundenlang, manchmal tagelang, verharrte sie dort. Als schließlich ein vorbeistreifendes Tier den Halm berührte, klammerte sie sich fest. Für die Hirschzecke begann nun die nächste Phase ihres Lebenszyklus.

Die Hirschzecke (Ixodes scapularis), auch als Schwarzbeinige Zecke bekannt, gehört zur Familie der Schildzecken. ... mehr zur Hirschzecke hier auf unseren Seiten ...

In der Aufnahme von Albert Meier
  • Hirschzecke auf der Suche nach einem Wirt
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Garten-Bänderschnecke (Cepaea hortensis)
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Die Garten-Bänderschnecke (Cepaea hortensis)

05/06.03.2026

  • An einem warmen Frühlingsmorgen schob sich eine kleine Garten-Bänderschnecke langsam durch das feuchte Gras. Der Tau glitzerte noch auf den Halmen, und für sie war die Welt ein Labyrinth aus grünen Bögen und schattigen Verstecken. Vorsichtig tastete sie mit ihren Fühlern die Umgebung ab. Ein welkes Blatt wurde zum Frühstück, ein Stein zum sicheren Unterschlupf.

Doch die vertraute Wiese veränderte sich. Wo früher dichte Pflanzen wuchsen, wurde gemäht. Ein sonniger, trockener Sommer ließ den Boden hart werden. Die kleine Schnecke musste weiterwandern – immer auf der Suche nach Feuchtigkeit, Nahrung und Schutz.
Artbeschreibung

Die Garten-Bänderschnecke (Cepaea hortensis) gehört zu den häufigsten Landschnecken Mitteleuropas und ist zugleich eine der variabelsten Arten.


In der Aufnahme von Albert Meier
  •  Die typische gelbe Gehäusefarbe mit dunklen Spiralbänder
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Döbel (Squalius cephalus)
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Der Döbel (Squalius cephalus)

04/05.03.2026

  • Im klaren Wasser eines langsam fließenden Flusses stand ein großer Fisch regungslos hinter einem überhängenden Busch. Nur seine Flossen bewegten sich leicht, um die Position in der Strömung zu halten. 

Plötzlich fiel ein Insekt von einem Blatt auf die Wasseroberfläche. Ein kurzer Schatten, ein schneller Ruck – und die Wasseroberfläche wurde wieder ruhig.
Für den Döbel ist der Fluss ein vielseitiger Lebensraum. Doch die Bedingungen ändern sich: Ufer werden befestigt, Schatten verschwindet, und in heißen Sommern wird das Wasser immer wärmer.

Artbeschreibung
Der Döbel (Squalius cephalus) ist ein weit verbreiteter Süßwasserfisch aus der Familie der Karpfenfische.... mehr hier auf unseren Seiten ...

In der Aufnahme von Peter Hoffmann
  • Der Döbel erreicht eine Körperlänge von fast einem dreiviertel Meter, sowie ein Körpergewicht von etwa 5 Kilogramm. Sein Lebensraum sind Stöme und Flüsse, jedoch auch Teiche und Seen. Hier findet er seine Nahrung in Form von Amphibien, Insekten und Fischen. 
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Kammmolch (Triturus cristatus)
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Der Kammmolch (Triturus cristatus)

04/05.03.2026

  • Hallo, ich bin der Kammmolch – ein kleiner, aber bedeutender Bewohner der Natur!

Ich bin ein Kammmolch, genauer gesagt ein Triturus cristatus. Meine Haut ist dunkelgrau bis schwarz, verziert mit feinen weißen Pünktchen. Und dann dieser Bauch! Knallorange mit schwarzen Flecken – da können Salamander vor Neid nur so staunen! Aber mein ganzer Stolz? Mein Rückenkamm, der im Frühjahr so richtig zur Geltung kommt. Er macht mich nicht nur zum „Eyecatcher“ bei den Damen, sondern sagt auch: „Schaut her, ich bin in Topform!“
Ein Tag in meinem Leben
Im Frühling bin ich der Rockstar unter den Amphibien. Dann schwimme ich elegant durch das Wasser, lasse meinen Kamm tanzen und hoffe, dass die Weibchen meine Balztänze zu schätzen wissen. Aber mal ehrlich, meine Show ist unschlagbar: Ich schlängle mich wie ein Profi und zeige meine beste Seite – immer und immer wieder. Das Weibchen legt dann die Eier einzeln in Pflanzen. Sorgfältig wickelt sie jedes Ei in ein Blatt. „Qualität statt Quantität“, sagt sie immer. Sie hat recht – unsere Kinder brauchen Schutz, denn Fische und andere hungrige Räuber lieben Kammolch-Eier.

Unsere Herausforderungen

Ihr Menschen sagt immer, dass ich stark gefährdet bin. Ja, das stimmt. Aber warum eigentlich? Lasst mich das erklären:

    Verlust meiner Heimat:




In der Aufnahme 
  • Kammmolche 
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Weidenkätzchen – Frühlingsboten und wertvolle Naturpflanzen
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Weidenkätzchen – Frühlingsboten und wertvolle Naturpflanzen

04/05.03.2026

Die Weidenkätzchen sind die samtig-weichen Blütenstände verschiedener Weidenarten, besonders der Sal-Weide. Sie erscheinen oft schon im Spätwinter oder sehr frühen Frühjahr und gehören damit zu den ersten sichtbaren Zeichen des nahenden Frühlings.

Bedeutung für die Natur

Weidenkätzchen sind ökologisch äußerst wertvoll. Ihre Blüten liefern früh im Jahr reichlich Nektar und Pollen – eine wichtige Nahrungsquelle für Insekten, wenn sonst noch wenig blüht. Besonders profitieren:

  •     Wildbienen und Honigbienen
  •     Hummeln
  •     Schmetterlinge
  •     andere frühe Bestäuber

Da viele Insektenarten auf diese frühe Nahrung angewiesen sind, leisten Weidenkätzchen einen wichtigen Beitrag zum Schutz der Artenvielfalt.
Schutz und verantwortungsvoller Umgang

In vielen Regionen stehen wild wachsende Weiden unter Schutz. Das Abschneiden von Zweigen in der freien Natur kann Lebensräume beeinträchtigen und ist teilweise verboten. Wer Weidenkätzchen für Dekorationszwecke nutzen möchte, sollte:

  •     nur Zweige aus dem eigenen Garten schneiden oder
  •     auf Ware aus nachhaltiger Kultur zurückgreifen
  •     Noch besser ist es, Weiden im Garten oder auf naturnahen Flächen wachsen zu lassen.

Unterschied zwischen Weidenkätzchen und Palmkätzchen

Die Begriffe werden oft verwechselt:

Weidenkätzchen:
  •     Der botanisch korrekte Begriff für die Blütenstände der Weiden (Gattung Salix).

Palmkätzchen:
  •     Kein eigener botanischer Pflanzenname. In vielen Regionen bezeichnet man so Weidenkätzchen, die traditionell für religiöse Bräuche (z. B. am Palmsonntag) verwendet werden. Es handelt sich also meist um dieselbe Pflanze – nur mit kultureller Bedeutung.


In der Aufnahme 
  •     Weidenkätzchen im ersten Frühlingslicht
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Moorfrosch, Rana arvalis
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Der Moorfrosch, Rana arvalis

03/04.03.2026

  • Ich bin der Moorfrosch, Rana arvalis. Ein kleiner Frosch, der in ganz Europa heimisch ist, besonders in den Mooren, Feuchtwiesen und Auwäldern. Ich gehöre zu den sogenannten Braunfröschen, was bedeutet, dass ich mich farblich hervorragend in meine Umgebung einfüge. 

Mein Leben ist stark an feuchte Lebensräume gebunden, und jede Jahreszeit bringt unterschiedliche Herausforderungen mit sich. Lass mich dir erzählen, wie ich überlebe, mich fortpflanze und warum meine Art für das Ökosystem von großer Bedeutung ist.
Frühling: Die Paarungszeit

Sobald die Temperaturen steigen und der Frühling beginnt, erwacht meine Art aus der Winterstarre. Wir Moorfrösche, vor allem die Männchen, bekommen eine außergewöhnliche Veränderung: Wir wechseln unsere Hautfarbe und nehmen eine kräftige, leuchtend blaue Färbung an, um die Weibchen anzulocken. 

Dieser Farbwechsel dauert nur wenige Tage und macht uns einzigartig im Tierreich. Der wissenschaftliche Grund dafür liegt in einer erhöhten Konzentration von Guanin-Kristallen in unserer Haut, die das Licht so brechen, dass es blau erscheint. Das ist ein wichtiges Signal an die Weibchen, dass wir bereit zur Paarung sind. Nur wenige Amphibienarten besitzen diese Fähigkeit zur Farbveränderung.


In der Aufnahme von Helga Zinnecker 
  • Männchliche Moorfrösche in der für diese Art prägenden Paarungsfarbe 
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Linierter Nutzholz-Borkenkäfer (Xyloterus signatus)
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Der Linierte Nutzholz-Borkenkäfer (Xyloterus signatus)

03/04.03.2026

  • In einem ruhigen Mischwald lag ein alter, geschwächter Baum am Boden. Sein Holz war bereits von Pilzen durchzogen, die Rinde löste sich stellenweise. 

Für viele Waldbewohner begann hier ein neues Leben. Zwischen den feinen Rissen der Rinde landete ein kleiner Käfer. Er suchte nicht nach frischem, gesundem Holz – sondern nach genau solchen geschwächten Strukturen.
Bald begann er, sich in das Holz zu bohren und ein Gangsystem anzulegen. Mit ihm gelangten unsichtbare Begleiter in das Innere des Stammes: Pilze, von denen seine Larven später leben würden. Was für den Wald wie Zerfall aussieht, ist in Wirklichkeit Teil eines natürlichen Kreislaufs.

Artbeschreibung

Der Linierte Nutzholz-Borkenkäfer (Xyloterus signatus) gehört zur Familie der Borkenkäfer (Unterfamilie Scolytinae) und ist ein sogenannter Ambrosiakäfer.


In der Aufnahme von Albert Meier 
  • Linierter Nutzholz-Borkenkäfer 
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Tag des Artenschutzes – Wenn das Leben am Rand steht
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Tag des Artenschutzes – Wenn das Leben am Rand steht

03/04.03.2026

  • Am Tag des Artenschutzes, der jedes Jahr am 3. März begangen wird, richtet sich der Blick der Welt auf etwas, das wir oft als selbstverständlich betrachten: die unglaubliche Vielfalt des Lebens auf unserer Erde. Doch hinter der Schönheit bunter Schmetterlinge, dem Gesang der Vögel im Morgengrauen und dem geheimnisvollen Rascheln im Wald verbirgt sich eine stille Krise.
Die Biodiversität – die Vielfalt von Tieren, Pflanzen, Pilzen und Mikroorganismen – ist kein Luxus. Sie ist das Fundament unseres Lebens. Intakte Ökosysteme reinigen unser Wasser, bestäuben unsere Nutzpflanzen, regulieren das Klima und schenken uns Nahrung, Medizin und Erholung. Jede Art erfüllt eine Rolle im komplexen Gefüge des Lebens. Verschwindet eine, gerät das Gleichgewicht ins Wanken. Verschwinden viele, droht das System zu kippen.

Zahlreiche Arten stehen heute mit dem Rücken zur Wand. Lebensräume werden zerstört oder zerschnitten, Wälder weichen Straßen und Siedlungen, Meere werden überfischt und verschmutzt. Der Klimawandel verschiebt Lebensräume schneller, als viele Arten sich anpassen können. Hinzu kommen invasive Arten und der illegale Handel mit bedrohten Tieren und Pflanzen. Für viele Populationen bleibt kaum noch Raum zum Atmen.

Was oft wie eine ferne, abstrakte Entwicklung erscheint, ist in Wahrheit eine zutiefst menschliche Geschichte. Es ist die Geschichte eines Vogels, der keinen Brutplatz mehr findet. Die Geschichte einer Wildblume, die von versiegelten Böden verdrängt wird. Die Geschichte eines Korallenriffs, das unter steigenden Temperaturen verblasst. Es sind Verluste, die leise geschehen – doch ihre Auswirkungen sind laut und dauerhaft.

Der Tag des Artenschutzes erinnert uns daran, dass wir nicht außerhalb dieser Natur stehen. Wir sind Teil von ihr. Unser Wohlergehen ist untrennbar mit dem Zustand der biologischen Vielfalt verbunden. Wenn Arten verschwinden, verlieren wir nicht nur Farben und Klänge – wir verlieren Stabilität, Sicherheit und Zukunft.

Doch noch ist es nicht zu spät. Naturschutzgebiete, nachhaltige Landwirtschaft, bewusster Konsum, politische Verantwortung und persönliches Engagement können den Druck mindern. Jede geschützte Fläche, jede gerettete Population, jede Entscheidung für mehr Nachhaltigkeit ist ein Schritt zurück vom Abgrund.

Artenschutz ist kein Randthema. Er ist eine Frage der Gerechtigkeit gegenüber kommenden Generationen – und gegenüber all den Lebewesen, mit denen wir diesen Planeten teilen. Am Tag des Artenschutzes geht es nicht nur um bedrohte Arten. Es geht um uns alle.

In der Aufnahme von Seidelmann

  • Das Leben der Biodiversität in unserer Hand- bleibt die Hoffnung das wir als Gesellschaft endlich erkennen welch große Bedeutung diese für unser Überleben hat! Hier eine Haselmaus!
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Palmkätzchen – Erste Lebensquelle im Frühjahr
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Palmkätzchen – Erste Lebensquelle im Frühjahr

03/04.03.2026

Die Palmkätzchen sind die samtigen Blütenstände der Salweide und gehören zu den wichtigsten Frühblühern unserer Landschaft. Noch bevor viele andere Pflanzen austreiben, erscheinen ihre silbrig-weichen Knospen und entwickeln sich zu gelben, pollenreichen Blüten. Für zahlreiche Insekten sind sie eine der ersten und wichtigsten Nahrungsquellen nach dem Winter.

Vor allem Wildbienen, Hummeln und Honigbienen sind auf das frühe Pollen- und Nektarangebot angewiesen. Auch Schmetterlinge und andere Bestäuber profitieren von der Salweide. Ohne diese frühe Energiequelle hätten viele Insektenarten Schwierigkeiten, ihre Völker aufzubauen oder die ersten warmen Tage zu überstehen.
Die Salweide wächst häufig an Waldrändern, auf feuchten Wiesen, an Gewässern oder in Hecken. Sie ist anspruchslos, robust und ein wertvoller Bestandteil naturnaher Gärten und Landschaften. Wer die Artenvielfalt fördern möchte, kann Salweiden gezielt pflanzen oder bestehende Sträucher erhalten.

Palmkätzchen stehen in vielen Regionen unter besonderem Schutz. Das Abschneiden ganzer Zweige in der Natur kann Insekten wichtige Nahrung entziehen und sollte vermieden werden. Besonders in der freien Landschaft gilt: Beobachten statt pflücken. Wer Palmzweige für dekorative Zwecke verwenden möchte, sollte diese aus dem eigenen Garten oder aus nachhaltigem Anbau beziehen.

Der Schutz der Salweide ist ein einfacher, aber wirkungsvoller Beitrag zum Erhalt der biologischen Vielfalt. Jeder erhaltene Strauch hilft, das Frühjahr für Insekten ein Stück lebensfreundlicher zu machen.




In der Aufnahme von Dieter Zinßer
  •     Eine Honigbiene sammelt Pollen an der Salweide
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Gestreifte Weinbergschnecke (Helix lucorum)
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Die Gestreifte Weinbergschnecke (Helix lucorum)

02/03.03.2026

  • Nach einem kräftigen Regenschauer kroch eine große Schnecke langsam aus ihrem Versteck unter einer Steinmauer. Die Luft war feucht, der Boden weich – ideale Bedingungen für einen nächtlichen Ausflug. 

Vorsichtig streckte sie ihre Fühler aus und machte sich auf den Weg durch das hohe Gras.
Zwischen Kräutern und jungen Pflanzen fand sie reichlich Nahrung. Doch nicht überall war die Umgebung noch so freundlich. Nebenan lag ein gepflegter Garten mit kurz geschnittenem Rasen, trockener Erde und kaum Versteckmöglichkeiten. Die Schnecke zog weiter – dorthin, wo Schatten, Feuchtigkeit und Struktur ihr Überleben sicherten.

Artbeschreibung

Die Gestreifte Weinbergschnecke (Helix lucorum) ist eine große Landschnecke aus der Familie der Schnirkelschnecken und eine nahe Verwandte der bekannten Weinbergschnecke (Helix pomatia).


In der Aufnahme von Albert Meier 
  • Das typische gebänderte Gehäuse von Helix lucorum
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Aufgewacht - der Europäische Laubfrosch
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Der Ruf im Schilf

02/03.03.2026

  • Als die Abendsonne über der Wiese versank, erwachte das kleine Teichufer zum Leben. Zwischen den Halmen kletterte ein winziger, leuchtend grüner Frosch langsam nach oben. Hoch oben auf einem Schilfstängel hielt er inne, blähte seine Kehle und ließ seinen Ruf erklingen – laut, rhythmisch und überraschend kraftvoll für so ein kleines Tier. 

Sein Gesang sollte Artgenossen anlocken, ein Revier markieren und vom Leben in diesem scheinbar stillen Gewässer erzählen. Doch während sein Ruf über die Wiese hallte, war der Teich kleiner als noch vor wenigen Jahren, die umliegenden Felder größer – und die Zukunft dieses kleinen Sängers ungewisser.
Artbeschreibung

Der Europäische Laubfrosch (wissenschaftlicher Name: Hyla arborea) gehört zu den bekanntesten Amphibien Mitteleuropas. Mit einer Körperlänge von etwa 3 bis 5 Zentimetern ist er relativ klein, fällt jedoch durch seine leuchtend grüne Färbung auf. Je nach Temperatur, Licht und Stimmung kann seine Hautfarbe variieren und auch bräunliche oder gräuliche Töne annehmen.

Ein charakteristisches Merkmal ist der dunkle Seitenstreifen, der sich von der Schnauze über das Auge bis zu den Hinterbeinen zieht. Seine Haftscheiben an Fingern und Zehen ermöglichen ihm das Klettern an Pflanzen, Sträuchern und sogar glatten Oberflächen – eine Besonderheit unter den heimischen Fröschen.

Der Europäische Laubfrosch lebt bevorzugt in strukturreichen Landschaften mit einem Wechsel aus:

  •     flachen, sonnenexponierten Gewässern (Laichplätze),

  •     Wiesen und Feuchtflächen,

  •     Hecken, Gebüschen und Waldrändern als Sommerlebensraum.


Seine Fortpflanzungszeit liegt im Frühjahr und Frühsommer. Dann erfüllen die lauten Balzrufe der Männchen die Abendstunden rund um geeignete Gewässer.

Perspektiven im Wandel von Lebensraum und Klima


Die Zukunft des Europäischen Laubfroschs hängt stark von der Entwicklung seiner Lebensräume ab. Viele seiner traditionellen Laichgewässer – kleine Tümpel, Überschwemmungsflächen oder Feldteiche – sind in den letzten Jahrzehnten verschwunden oder stark verändert worden.

Der Klimawandel verstärkt diese Problematik:

  •     Längere Trockenperioden lassen flache Gewässer früh austrocknen, bevor sich Kaulquappen vollständig entwickeln können.

  •     Mildere Winter können die Winterruhe stören.

  •     Extremwetterereignisse verändern Wasserstände und Vegetation.


Gleichzeitig kann eine längere Vegetationsperiode auch Chancen bieten – vorausgesetzt, geeignete und dauerhaft wasserführende Lebensräume sind vorhanden. Entscheidend für die Zukunft der Art ist daher die Erhaltung und Neuschaffung vernetzter Feuchtbiotope.

Bedrohung durch den Menschen

Der Mensch ist der wichtigste Einflussfaktor auf die Bestände des Europäischen Laubfroschs. Zu den größten Gefährdungen zählen:


  •     Lebensraumverlust durch Bebauung, Straßenbau und intensive Landwirtschaft

  •     Entwässerung von Feuchtgebieten und Beseitigung kleiner Gewässer

  •     Pestizide und Düngemittel, die Gewässer belasten und Nahrungsinsekten reduzieren

  •     Zerschneidung von Lebensräumen, wodurch Wanderwege zwischen Sommer- und Laichgebieten unterbrochen werden

  •     Auch der Straßenverkehr fordert während der Wanderzeiten viele Opfer.


Ausblick

Trotz dieser Herausforderungen ist der Europäische Laubfrosch eine Art mit Chancen. Schutzmaßnahmen wie das Anlegen von Kleingewässern, extensive Bewirtschaftung von Wiesen, der Erhalt von Heckenstrukturen und Amphibienschutz an Straßen zeigen bereits vielerorts positive Wirkung. Wenn Landschaften wieder vielfältiger und naturnäher gestaltet werden, kann sein Ruf auch in Zukunft an warmen Frühlingsabenden über Wiesen und Teiche hallen – als lebendiges Zeichen dafür, dass selbst kleine Arten eine große Bedeutung für unsere Natur haben.



In der Aufnahme von V.Greb
  •     Aus der Winterstarre erwacht .. ein Laubfrosch vom 28.02.2026
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Große Pechlibelle (Ischnura elegans)
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Die Große Pechlibelle (Ischnura elegans)

02/03.03.2026

  • An einem sonnigen Frühsommertag liegt ein kleiner Teich still zwischen Schilf und Wiesenblumen. Über der Wasseroberfläche schwirrt ein zarter, blau schimmernder Flügelblitz. 

Er setzt sich kurz auf einen Grashalm, kippt leicht nach vorn – und startet im nächsten Moment wieder zu einem schnellen Flug dicht über dem Wasser. Zwischen Spiegelungen und Lichtreflexen ist sie kaum zu erkennen, und doch prägt sie das Bild vieler Gewässer: die Große Pechlibelle.
Artbeschreibung: Die Große Pechlibelle (Ischnura elegans)

Die Große Pechlibelle (Ischnura elegans) gehört zur Familie der Schlanklibellen (Coenagrionidae) und zählt zu den häufigsten Libellenarten Europas. Sie besiedelt stehende und langsam fließende Gewässer wie Teiche, Weiher, Seen, Gräben oder ruhige Flussabschnitte.

Mit einer Körperlänge von etwa 30–35 Millimetern ist sie vergleichsweise klein und zierlich. Charakteristisch ist der schlanke Hinterleib. Männchen sind überwiegend schwarz gefärbt mit auffälligen blauen Segmenten, insbesondere am Hinterleibsende. Weibchen treten in unterschiedlichen Farbvarianten auf – von grünlich über bräunlich bis bläulich –, was die Bestimmung anspruchsvoller machen kann.

Typisch für Schlanklibellen ist die Ruhehaltung mit zusammengelegten Flügeln über dem Körper. Die Große Pechlibelle jagt kleine Insekten im Flug und hält sich häufig in Ufervegetation auf. Die Larven entwickeln sich im Wasser und durchlaufen mehrere Entwicklungsstadien, bevor sie an Pflanzenstängeln aus dem Wasser klettern und sich zur flugfähigen Libelle verwandeln.

Die Flugzeit erstreckt sich meist von späten Frühjahrsmonaten bis in den Herbst hinein. Durch ihre Anpassungsfähigkeit kann die Art auch kleinere oder temporäre Gewässer nutzen.

Perspektive der Großen Pechlibelle im Wandel von Lebensraum und Klima

Die Große Pechlibelle gilt als relativ anpassungsfähig. Dennoch wirken sich Veränderungen der Gewässerlandschaften auch auf ihre Bestände aus.

Lebensraumveränderung


Der Verlust naturnaher Uferzonen, Gewässerverbauungen, intensive Pflege von Teichrändern oder die Beseitigung von Röhrichten können geeignete Eiablage- und Ruheplätze reduzieren. Auch die Verschmutzung von Gewässern oder starke Nährstoffeinträge beeinflussen die Artenzusammensetzung aquatischer Lebensgemeinschaften.

Da die Larven im Wasser leben, ist eine gute Wasserqualität entscheidend. Sauerstoffmangel, Pestizideinträge oder starke Gewässertrübungen können die Entwicklung beeinträchtigen.

Gleichzeitig zeigt die Art eine gewisse Toleranz gegenüber veränderten Bedingungen und kann auch neu entstandene oder künstliche Gewässer besiedeln, sofern geeignete Vegetation vorhanden ist.

Klimawandel

Steigende Temperaturen verlängern in vielen Regionen die Vegetations- und Flugperiode. Für wärmeliebende Arten wie die Große Pechlibelle kann dies zunächst günstige Bedingungen schaffen. In manchen Gebieten breitet sie sich weiter aus oder tritt häufiger auf.

Allerdings bringen klimatische Veränderungen auch Risiken mit sich:

  •     Austrocknung kleiner Gewässer in Dürreperioden

  •     Häufigere Starkregenereignisse mit starken Wasserstandsschwankungen

  •     Veränderungen im Nahrungsangebot

  •     Verschiebungen im Konkurrenzgefüge mit anderen Libellenarten


Langfristig hängt die Stabilität der Populationen von einer vielfältigen Gewässerlandschaft ab, die sowohl dauerhaft wasserführende Bereiche als auch strukturreiche Uferzonen umfasst.

Die Große Pechlibelle ist nicht nur Jägerin kleiner Insekten, sondern selbst Beute für Fische, Amphibien und Vögel. Damit ist sie ein wichtiger Bestandteil des ökologischen Gleichgewichts an Gewässern und ein sichtbares Zeichen funktionierender Lebensräume.



In der Aufnahme von Dieter Zinßer
  • Paarungsrad
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Gelbhalsmaus (Apodemus flavicollis)
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Die Gelbhalsmaus – ein verborgenes Leben im Wandel

01/02.03.2026

  • In der Dämmerung eines warmen Herbstabends raschelt es unter dem Laub eines alten Buchenwaldes. Zwischen Eicheln und heruntergefallenen Zweigen huscht eine kleine Gestalt hervor. 

Vorsichtig richtet sie sich auf, prüft die Umgebung mit großen, wachen Augen und verschwindet mit einer gefundenen Buchecker im Maul in der Dunkelheit. Für die Gelbhalsmaus ist jede Nacht eine Zeit des Sammelns und Vorrat-Anlegens – denn ihr Überleben hängt davon ab, was der Wald ihr bietet.
Artbeschreibung

Die Gelbhalsmaus (Apodemus flavicollis) ist ein mittelgroßes Nagetier aus der Familie der Langschwanzmäuse. Sie erreicht eine Körperlänge von etwa 9 bis 13 cm, der Schwanz ist meist ebenso lang oder länger als der Körper. Charakteristisch ist ihr warm braunes Fell auf der Oberseite, eine helle Bauchseite und – namensgebend – ein gelblich bis orangefarbener Brustfleck oder Halsring.

Die Gelbhalsmaus lebt vor allem in Laub- und Mischwäldern mit hohem Anteil an alten Bäumen, ist aber auch in Parks, Gärten und strukturreichen Feldgehölzen anzutreffen. Sie ernährt sich überwiegend von Samen, Nüssen, Bucheckern und Eicheln, ergänzt durch Beeren, Pilze und gelegentlich Insekten. Als geschickter Kletterer nutzt sie auch Sträucher und niedrige Baumkronen. Ihre Vorratshaltung trägt zur Verbreitung von Samen bei und macht sie zu einem wichtigen Bestandteil des Ökosystems.

Perspektiven im Zeichen von Lebensraumveränderung und Klimawandel


Die Zukunft der Gelbhalsmaus ist eng mit der Entwicklung der Wälder verbunden. Einerseits können mildere Winter durch den Klimawandel die Überlebensraten erhöhen und zu häufigeren Fortpflanzungsphasen führen. Auch Jahre mit reicher Samenproduktion (sogenannte Mastjahre) begünstigen die Bestände.

Andererseits verändern sich die Lebensbedingungen zunehmend. Längere Trockenperioden, Stürme und Schädlingsbefall können Wälder stark schädigen oder ihre Baumzusammensetzung verändern. Wenn strukturreiche, alte Laubwälder durch monotone oder schnell wachsende Bestände ersetzt werden, sinkt das Nahrungsangebot und die Deckung vor Fressfeinden.

Die Perspektive der Art hängt daher davon ab, ob naturnahe, artenreiche Wälder mit ausreichendem Alt- und Totholzanteil erhalten und entwickelt werden.

Bedrohungen durch den Menschen

Obwohl die Gelbhalsmaus noch als häufig gilt, wirken sich verschiedene menschliche Einflüsse auf ihre Lebensräume aus:


  • Umwandlung naturnaher Laubwälder in strukturärmere Forstbestände

  • Verlust von Hecken, Feldgehölzen und Waldrändern durch intensive Landnutzung

  • Flächenversiegelung und Zerschneidung von Lebensräumen durch Siedlungs- und Straßenbau

  • Einsatz von Pestiziden, der das Nahrungsangebot und die Lebensbedingungen im Umfeld beeinträchtigen kann

Darüber hinaus kann eine starke Fragmentierung von Lebensräumen dazu führen, dass Populationen isoliert werden und langfristig anfälliger für Umweltveränderungen sind.

Ausblick

Die Gelbhalsmaus lebt meist verborgen, doch ihre Rolle im Ökosystem ist bedeutend: Sie verbreitet Samen, dient vielen Raubtieren als Nahrung und trägt zur natürlichen Waldverjüngung bei. Wo vielfältige Wälder, strukturreiche Landschaften und naturnahe Übergangsbereiche erhalten bleiben, hat sie gute Chancen, auch in Zukunft ein fester Bestandteil unserer heimischen Natur zu sein. Ihr leises Rascheln im Laub erinnert daran, wie wichtig intakte Lebensräume selbst für die unscheinbarsten Arten sind.

In der Aufnahme von Helga Zinnecker 
  • Gelbhalsmaus (Apodemus flavicollis)
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Blutspecht (Dendrocopos syriacus)
Bild zum Eintrag (1137526-160)
Der Blutspecht – Leben zwischen Wandel und Hoffnung

01/02.03.2026

  • An einem milden Frühlingsmorgen sitzt ein Blutspecht am Rand eines alten Obstgartens. Die ersten Sonnenstrahlen treffen die rissige Rinde eines Apfelbaums, während sein rhythmisches Klopfen die Stille durchbricht. 

Für ihn ist dieser Garten mehr als nur ein Ort zur Nahrungssuche – er ist Zuhause, Brutplatz und Schutzraum zugleich. Doch jenseits der Baumreihe rücken neue Häuser näher, und der vertraute Lebensraum wird jedes Jahr ein wenig kleiner. Der Specht fliegt weiter zum nächsten Baum, immer auf der Suche nach dem, was bleibt.
Artbeschreibung

Der Blutspecht (Dendrocopos syriacus) gehört zur Familie der Spechte und ist eng mit dem Buntspecht verwandt. Er ist etwa 22–24 cm groß und zeichnet sich durch sein kontrastreiches schwarz-weißes Gefieder aus. Männchen tragen einen roten Nackenfleck, während beide Geschlechter eine helle Unterseite ohne starke Streifen zeigen – ein wichtiges Unterscheidungsmerkmal zu ähnlichen Arten.

Sein Lebensraum sind offene Landschaften mit alten Bäumen: Streuobstwiesen, Parks, Gärten, Alleen oder lichte Waldränder. Dort ernährt er sich vor allem von Insekten und deren Larven, ergänzt durch Samen und Früchte. Wie andere Spechte zimmert er seine Bruthöhlen selbst in weiches oder bereits vorgeschädigtes Holz und schafft damit gleichzeitig Lebensräume für viele andere Tierarten.

Perspektiven im Wandel von Lebensraum und Klima

Die Zukunft des Blutspechts ist eng mit der Entwicklung unserer Kulturlandschaften verbunden. Einerseits profitiert die Art teilweise von wärmeren Temperaturen und konnte ihr Verbreitungsgebiet in den letzten Jahrzehnten nach Norden und Westen ausdehnen. Mildere Winter erhöhen die Überlebenschancen und erleichtern die Nahrungssuche.

Andererseits gehen genau jene Lebensräume verloren, die er benötigt: alte Obstgärten, Einzelbäume und strukturreiche Dorf- und Stadtränder. Intensivierte Landwirtschaft, Flächenversiegelung und die Entfernung alter oder abgestorbener Bäume reduzieren Brutplätze und Nahrungsquellen. Auch der Klimawandel bringt Risiken mit sich, etwa durch längere Trockenperioden, die das Insektenangebot verringern und Bäume schwächen oder absterben lassen.

Die langfristige Perspektive der Art hängt daher davon ab, ob strukturreiche, baumreiche Kulturlandschaften erhalten und neu geschaffen werden.

Bedrohungen durch den Menschen

Die größten Gefahren für den Blutspecht gehen direkt oder indirekt vom Menschen aus:


  •     Verlust alter Obstwiesen und Feldgehölze

  •     Entfernung von Totholz und alten Bäumen aus Sicherheits- oder Pflegegründen

  •     Flächenversiegelung durch Siedlungs- und Straßenbau

  •     Intensiver Einsatz von Pestiziden, der das Nahrungsangebot reduziert


Ähnliche Entwicklungen betreffen auch andere Arten offener Kulturlandschaften. Der Schutz alter Bäume, die Pflege traditioneller Obstgärten und eine naturnahe Grünflächenbewirtschaftung können dem Blutspecht jedoch wirksam helfen.

Ausblick

Der Blutspecht ist ein Beispiel dafür, wie eng das Schicksal vieler Tierarten mit menschlich geprägten Landschaften verknüpft ist. Wo alte Bäume stehen bleiben, Obstgärten gepflegt werden und Vielfalt zugelassen wird, findet er weiterhin einen Platz. Sein Klopfen im Frühling kann so auch in Zukunft Teil unserer Kulturlandschaft bleiben – als leiser Hinweis darauf, dass Naturschutz oft direkt vor unserer Haustür beginnt.


In der Aufnahme von Helga Zinnecker
  • ... sieht dem Buntspecht zum verwchseln ähnlich - der Blutspecht.
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Innovativer Nistmast als Zukunftsprojekt für den Artenschutz
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Innovativer Nistmast als Zukunftsprojekt für den Artenschutz

01/02.03.2026

  • Auf einer kommunalen Wiesenfläche wird ein neu entwickelter Spezialmast errichtet, der einen wichtigen Beitrag zum Erhalt und zur Förderung heimischer Tierarten leisten soll. 

Anlass für die Umsetzung dieses Projekts war der Wegfall eines traditionell genutzten Nistplatzes für Turmfalken im Jahr 2025, der über viele Jahre von einem Brutpaar zuverlässig angenommen wurde. Der Verlust dieses angestammten Standortes machte deutlich, wie essenziell geeignete Nist- und Lebensräume für bedrohte oder schutzbedürftige Arten sind – besonders im urbanen und suburbanen Umfeld, in dem natürliche Strukturen zunehmend verschwinden.
Vielschichtiges Habitat auf 8 Metern Höhe

Der neue Nistmast erreicht eine Gesamthöhe von acht Metern und wurde mit einer klaren ökologischen Zielsetzung gestaltet: Er verbindet mehrere Lebensraumangebote in einem modularen Aufbau.

  •     Im oberen Bereich des Turmkopfes befindet sich ein spezialisierter Nistkasten für Turmfalken, der ein sicheres Brutumfeld bietet, ausreichend Schutz vor Witterung gewährleistet und die Ansprüche dieser Greifvögel hinsichtlich Sichtfeld und Höhenlage berücksichtigt.

  •     Direkt darunter erstreckt sich eine umlaufende Kette von Nisthilfen für Kleinvögel, wie beispielsweise Meisen, Sperlinge oder Stare. Diese Auswahl schafft ein breites Spektrum an mikroklimatischen und strukturellen Nistgelegenheiten und fördert so die Artenvielfalt innerhalb der kleineren Vogelpopulation.

  •     In der darunterliegenden Ebene wurde eine ringförmige Reihe von Fledermausspaltenquartieren integriert. Diese dienen als Ruheort, Sommerquartier oder potenziell sogar als Wochenstube für verschiedene Fledermausarten, die als natürliche Insektenjäger auch einen positiven Einfluss auf das lokale Ökosystem haben.


Langlebig, ästhetisch angepasst und mit Pilotcharakter

Die Konstruktion ist auf eine Lebensdauer von rund 25 Jahren ausgelegt und farblich so gestaltet, dass sie sich unaufdringlich und stimmig in die umgebende Landschaft einfügt. Sowohl Materialauswahl als auch die Montageweise berücksichtigen Nachhaltigkeitsaspekte, Wartungsfreundlichkeit und langfristige Stabilität.

In dieser Form stellt der Nistmast ein bislang einzigartiges Vorhaben dar. Er verbindet artenschutzfachliche Anforderungen mit praktischen und gestalterischen Aspekten – und schafft einen sichtbaren, bewusst wahrnehmbaren Ort der Förderung lokaler Biodiversität.

Erwartung und Beobachtung

Mit Interesse und Vorfreude wird nun beobachtet, in welcher zeitlichen Entwicklung die angebotenen Nist- und Quartiermöglichkeiten angenommen werden. Erste Besiedelungsaktivitäten können ein wertvoller Indikator für die ökologische Wirksamkeit des Projekts sein. Langfristig soll der Mast nicht nur eine Ersatzlösung für den verlorenen Falkenstandort darstellen, sondern vielmehr als Modell dienen, wie Kommunen aktiv Lebensräume für heimische Tierarten gestalten und zurückgewinnen können.

Für die Unterstützung möchten wir uns bei der Steuerkanzlei Bauerfeind, beim Markt Burgwindheim und nicht zuletzt bei Turmstationen Deutschland e.V. ganz herzlich bedanken!


In der Aufnahme 
  • am 25.02.2026 fand die Installation des Artenschutzmastes statt
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Gold-Röhrling (Suillus grevillei)
Bild zum Eintrag (1137493-160)
Der Gold-Röhrling (Suillus grevillei) – Ein stiller Begleiter der Lärchen


28.02./01.03.2026

  • An einem kühlen Herbstmorgen fiel das erste Sonnenlicht durch die goldgelben Nadeln einer alten Lärche. Am Fuß des Baumes schimmerte etwas Warmes im feuchten Moos – kleine, glänzende Hüte, als hätten sie das Licht selbst eingefangen. 

Ein Spaziergänger blieb stehen, kniete sich hin und betrachtete die Pilze. Unspektakulär und doch leuchtend standen sie dort, eng verbunden mit ihrem Baum. Ohne die Lärche gäbe es sie nicht – und ohne solche stillen Partnerschaften wäre der Wald ein ganz anderer Ort.
Artbeschreibung
Der Gold-Röhrling, auch Goldgelber Lärchen-Röhrling genannt (Suillus grevillei), ist ein auffällig gefärbter Röhrenpilz aus der Familie der Schmierröhrlingsverwandten.

Merkmale:

  •     Hut: Leuchtend goldgelb bis orangegelb, oft glänzend und bei feuchter Witterung stark schmierig. Durchmesser meist 5–12 cm.

  •     Röhren/Poren: Gelb bis goldgelb, feinporig und weich.

  •     Stiel: Gelblich, häufig mit einem deutlichen, häutigen Ring.

  •     Fleisch: Gelblich, weich, ohne starke Verfärbung beim Anschneiden.

  •     Geruch/Geschmack: Mild und unauffällig.


Lebensweise:
Der Gold-Röhrling lebt in enger Mykorrhiza-Symbiose mit Lärchen. Er kommt daher fast ausschließlich dort vor, wo diese Bäume wachsen – in Parks, Forsten, Gärten oder naturnahen Mischwäldern. Seine Fruchtkörper erscheinen meist von Sommer bis in den späten Herbst.

Perspektiven im Wandel von Lebensraum und Klima

Die Zukunft des Gold-Röhrlings ist eng mit der Zukunft der Lärche verknüpft. Veränderungen im Klima und in der Landnutzung wirken sich daher direkt auf seine Verbreitung aus.

  •     Klimawandel: Steigende Temperaturen, längere Trockenperioden und extreme Wetterereignisse können Lärchenbestände schwächen. Geschwächte Bäume bilden weniger stabile Symbiosen mit Pilzen.

  •     Verschiebung von Verbreitungsgebieten: In einigen Regionen könnten Lärchen künftig schlechter wachsen, während sich geeignete Standorte in höhere Lagen oder nördlichere Gebiete verlagern.

  •     Veränderte Fruchtzeiten: Mildere Herbste oder trockene Sommer können das Auftreten der Fruchtkörper beeinflussen – sowohl zeitlich als auch in ihrer Häufigkeit.


Langfristig hängt das Vorkommen des Gold-Röhrlings davon ab, ob stabile, gesunde Lärchenbestände erhalten bleiben.

Bedrohungen durch den Menschen

Auch direkte menschliche Einflüsse können die Art beeinträchtigen:


  • Forstwirtschaftliche Veränderungen: Der Rückgang von Lärchen oder die Umstellung auf andere Baumarten reduziert geeignete Lebensräume.

  • Flächenversiegelung und Bebauung: Parks, Grünflächen und Waldränder gehen verloren.

  • Bodenverdichtung: Intensive Nutzung durch Fahrzeuge oder starken Besucherdruck kann das empfindliche Myzel im Boden schädigen.

  • Umweltbelastungen: Schadstoffe und Bodenveränderungen beeinträchtigen das ökologische Gleichgewicht, von dem Pilz und Baum abhängig sind.

Der Schutz vielfältiger, naturnaher Lebensräume hilft nicht nur dem Gold-Röhrling, sondern dem gesamten Waldökosystem.

Wichtiger Hinweis
Auf unserer Internetpräsenz geben wir keinerlei Bestimmungsgarantien oder Verzehrempfehlungen. Alle Informationen dienen ausschließlich der allgemeinen Naturkunde. Zur sicheren Bestimmung muss ausnahmslos eine professionelle Beratungsstelle (z. B. Pilzsachverständige oder offizielle Pilzberatungsstellen) aufgesucht werden.

In der Aufnahme von Dieter Zinßer
  •     Leuchtend gelber Gold-Röhrling am Fuß einer Lärche
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Amphibienaufstieg installiert
Bild zum Eintrag (1137489-160)
Wenn der Weg endet – Gefahren für wandernde Amphibien

28.02./01.03.2026


  • Jedes Jahr im Frühjahr machen sich Amphibien wie die Erdkröte, der Grasfrosch oder der Teichmolch auf den Weg zu ihren angestammten Laichgewässern. Diese Wanderungen folgen uralten Routen, die sich über Generationen bewährt haben. Doch unsere heutige Landschaft hat sich stark verändert – oft mit fatalen Folgen für die Tiere.

Immer wieder beobachten wir Situationen, in denen Amphibien in künstliche Strukturen geraten, aus denen sie aus eigener Kraft nicht mehr entkommen können. Steile Schächte, Bordsteinkanten, Entwässerungsanlagen oder bauliche Vertiefungen werden zur tödlichen Falle. Die Tiere bleiben darin gefangen, erschöpfen sich oder vertrocknen. In anderen Fällen stehen sie plötzlich vor einer unüberwindbaren Barriere, die ihnen den weiteren Weg versperrt – und damit den Zugang zu ihren Laichgewässern unmöglich macht.

Das Ergebnis ist leises, oft unbemerktes Sterben und ein weiterer Verlust für ohnehin stark unter Druck stehende Amphibienpopulationen.

Eine praxisnahe Lösung aus Verantwortung

Nach intensiver Beobachtung, fachlichem Austausch und reiflicher Überlegung haben wir uns entschlossen, aktiv zu handeln. Aus dieser Arbeit heraus entstand eine Aufstiegshilfe, die speziell dafür entwickelt wurde, Amphibien sicher aus solchen Gefahrenbereichen herauszuführen oder ihnen das Überwinden von Barrieren zu ermöglichen.

Im Mittelpunkt standen dabei:

  •     Nachhaltigkeit bei Material und Bauweise

  •     Praxisnahe Funktionalität für den realen Einsatz vor Ort

  •     eine einfache Integration in bestehende Strukturen

  •     sowie die Orientierung am natürlichen Verhalten der Tiere

Die Aufstiegshilfe soll nicht nur kurzfristig helfen, sondern langfristig einen Beitrag zum Amphibienschutz leisten.

Praxistest im Frühjahr 2026


Im Frühjahr 2026 werden wir diese Aufstiegshilfe erstmals unter realen Bedingungen erproben. Dabei werden wir genau beobachten, wie sie von Erdkröte & Co. angenommen wird und welche Verbesserungen sich möglicherweise ergeben.

Selbstverständlich werden wir transparent über die Ergebnisse berichten – über Erfolge ebenso wie über Herausforderungen. Denn wir sind überzeugt: Nur durch Beobachtung, Anpassung und gemeinsames Lernen können wir wirksame Lösungen für den Artenschutz entwickeln.


In der Aufnahme
  •     rechtzeitig vor der einsetzenden Amphibienwanderung konnte der Amphibienaufstieg installiert werden
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Winterstille – Dezember 2025 / Februar 2026
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Winterstille – Dezember 2025 / Februar 2026

28.02./01.03.2026

Ende Dezember 2025
senkte sich die Kälte langsam über die Landschaft. Die Temperaturen fielen weit unter den Gefrierpunkt, und mit ihnen veränderte sich der Blick auf die Natur. Was gestern noch weich und beweglich war, erstarrte über Nacht zu feinen Strukturen aus Eis. Diese Witterung setzte sich bis in den Februar 2026 hinein fort.

An Blättern und Zweigen bildeten sich Kristalle. 

Jeder Hauch von Feuchtigkeit wurde sichtbar, jede Unebenheit der Oberfläche zeichnete sich neu ab. Das Eis legte sich nicht schwer, sondern behutsam über die Pflanzen – als würde es ihre Formen bewahren wollen. Adern in Blättern traten hervor, Knospen wirkten wie in Glas eingeschlossen, Zweige wurden zu Trägern filigraner Muster.
Diese frostigen Tage waren mehr als ein ästhetischer Moment. Sie zeigten, wie anpassungsfähig Pflanzen sind und wie sensibel zugleich. Unter der Eisschicht ruhte das Leben, geschützt durch jahrtausendealte Strategien des Überdauerns. Stillstand bedeutete hier nicht Ende, sondern Vorbereitung.

Solche Kälteperioden sind Teil natürlicher Winter. Sie beeinflussen ökologische Kreisläufe, regulieren Populationen und schaffen Voraussetzungen für einen Neubeginn im Frühjahr. Gleichzeitig erinnern sie daran, wie stark Witterungsextreme Landschaften prägen – und wie wichtig stabile, vielfältige Ökosysteme sind, um diese Phasen zu überstehen.

Die Aufnahmen dieser Diashow halten einen Moment fest, in dem die Natur nichts erklärt und nichts fordert. Sie zeigt sich einfach. Zerbrechlich und widerstandsfähig zugleich. Ein Winterbild, das leise erzählt, wie eng Schönheit, Ruhe und Schutz miteinander verbunden sind. 

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Stark gefährdet - Der Nördliche Kammmolch (Triturus cristatus) in Bayern
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Der Nördliche Kammmolch (Triturus cristatus)

27/28.02.2026

  • Ein warmer Frühlingsregen hatte die Luft über der kleinen Senke am Waldrand erfüllt. Zwischen frischen Gräsern und jungen Weidenzweigen schimmerte ein flacher Tümpel. 

Unter der Wasseroberfläche bewegte sich lautlos ein dunkler Körper. Mit elegantem Schlag seines seitlich abgeflachten Schwanzes glitt ein Kammmolch durch das klare Wasser. Sein gezackter Rückenkamm stand im Licht wie eine kleine Krone. Für die meisten Menschen blieb dieser Moment verborgen – doch für den Molch begann gerade die wichtigste Zeit des Jahres: die Fortpflanzungszeit.
Artbeschreibung

Der Nördliche Kammmolch ist die größte in Mitteleuropa vorkommende Molchart und gehört zur Familie der Echten Salamander (Salamandridae). Erwachsene Tiere erreichen eine Länge von etwa 12 bis 18 Zentimetern. Auffällig ist die dunkle, meist schwarzbraune Oberseite mit warziger Haut. Die Bauchseite ist gelb bis orange gefärbt und trägt ein individuelles schwarzes Fleckenmuster – vergleichbar mit einem Fingerabdruck.

Während der Fortpflanzungszeit im Frühjahr entwickeln die Männchen ihren charakteristischen, gezackten Rückenkamm, der vom Kopf bis zum Schwanz verläuft. Diese Phase verbringen die Tiere im Wasser. Nach der Paarungszeit wandern sie in ihre Landlebensräume ab.

Typische Lebensräume sind:

  •     Fischfreie, sonnige Stillgewässer wie Tümpel, Weiher oder Gräben

  •     Strukturreiche Umgebung mit Wiesen, Hecken und Gehölzen

  •     Versteckmöglichkeiten an Land, etwa unter Totholz, Steinen oder in Erdhöhlen


Die Nahrung besteht aus Insekten, Würmern, Schnecken und anderen kleinen Wirbellosen. Als Amphibie spielt der Kammmolch eine wichtige Rolle im Ökosystem und ist ein Indikator für naturnahe, gut vernetzte Lebensräume.

Perspektiven im Wandel: Lebensraumveränderung und Klimawandel

Die Zukunft des Nördlichen Kammmolchs ist eng mit dem Zustand seiner Gewässer verbunden. Viele seiner Fortpflanzungsgewässer sind in den vergangenen Jahrzehnten verschwunden oder stark verändert worden.

Der Klimawandel verschärft die Situation:

  •     Längere Trockenperioden lassen Kleingewässer frühzeitig austrocknen.

  •     Höhere Temperaturen beeinflussen die Wasserqualität und Sauerstoffverhältnisse.

  •     Verschobene Niederschlagsmuster können die Fortpflanzungszeit stören.


Gleichzeitig können extreme Wetterereignisse wie Starkregen Laich und Larven gefährden. Ohne ausreichend dauerhaft wasserführende, aber fischfreie Gewässer wird die erfolgreiche Fortpflanzung zunehmend schwieriger. Dennoch zeigt der Kammmolch eine gewisse Anpassungsfähigkeit – vorausgesetzt, geeignete Gewässer werden erhalten, neu angelegt und miteinander vernetzt.

Bedrohung durch den Menschen

Der größte Einfluss auf die Bestände des Nördlichen Kammmolchs geht vom Menschen aus. Zu den wichtigsten Gefährdungsfaktoren zählen:


Verlust von Kleingewässern
Durch Entwässerung, Bebauung oder landwirtschaftliche Nutzung verschwinden wichtige Laichgewässer.

Eintrag von Fischen
Besatzmaßnahmen in kleinen Gewässern führen häufig dazu, dass Eier und Larven gefressen werden.

Intensive Landwirtschaft
Pestizide und Nährstoffeinträge verschlechtern die Wasserqualität und beeinträchtigen die Nahrungsgrundlage.

Zerschneidung der Landschaft
Straßen und Siedlungen behindern Wanderbewegungen zwischen Wasser- und Landlebensräumen.

Lebensraumverarmung an Land
Das Entfernen von Hecken, Totholz und Saumstrukturen reduziert wichtige Versteck- und Überwinterungsplätze.

Schutzmaßnahmen wie die Anlage neuer Tümpel, der Verzicht auf Fischbesatz, extensivere Landnutzung und Amphibienleiteinrichtungen an Straßen tragen entscheidend zum Erhalt der Art bei.



In der Aufnahme
  •     Vom Verkehrstod gerettet - auf der Wanderung zum Laichgewässer befindliches Kammmolchmännchen
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Europäischer Iltis / Waldiltis (Mustela putorius)
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Der Europäische Iltis / Waldiltis (Mustela putorius)

27/28.02.2026

  • In der Dämmerung eines milden Frühlingsabends schob sich ein schlanker Schatten lautlos durch das hohe Gras am Rand eines kleinen Baches. Die Luft roch nach feuchter Erde und frischem Laub. 

Der Iltis hielt inne, hob die Nase und prüfte die Umgebung. Ein Rascheln – vielleicht eine Maus. Mit geschmeidigen Bewegungen verschwand er zwischen Weidenwurzeln und Uferbüschen. Für den Menschen blieb er unsichtbar, doch für die Landschaft war er ein wichtiger, heimlicher Bewohner – ein Jäger der Nacht, angepasst an ein Leben zwischen Wald, Wasser und Wiesen.
Artbeschreibung

Der Europäische Iltis, auch Waldiltis genannt, gehört zur Familie der Marder (Mustelidae). Mit einer Körperlänge von etwa 35 bis 45 Zentimetern (ohne Schwanz) und einem Gewicht von rund 600 bis 1.500 Gramm ist er ein mittelgroßer Vertreter seiner Familie. Typisch ist sein dunkelbraunes Fell mit hellerer Unterwolle sowie die auffällige, maskenartige Gesichtszeichnung.

Der Iltis ist überwiegend dämmerungs- und nachtaktiv. Er bewohnt strukturreiche Landschaften wie:

  •     Feuchtgebiete und Bachufer

  •     Waldränder und Heckenlandschaften

  •     Wiesen mit dichter Vegetation

  •     Extensiv genutzte Agrarflächen


Als Nahrung dienen ihm vor allem Kleinsäuger, Amphibien, Vögel und deren Eier. Besonders Frösche spielen in vielen Regionen eine wichtige Rolle. Der Iltis nutzt vorhandene Verstecke wie Baumhöhlen, Wurzelbereiche, alte Baue anderer Tiere oder dichtes Gestrüpp.

Ökologisch ist der Waldiltis ein wichtiger Regulator von Kleintierpopulationen und ein Indikator für strukturreiche, naturnahe Lebensräume.

Lebensraumveränderung und Klimawandel – Perspektiven für den Iltis

Die Zukunft des Europäischen Iltis hängt stark von der Entwicklung seiner Lebensräume ab. In vielen Regionen sind Feuchtgebiete entwässert oder stark verändert worden. Da Amphibien einen bedeutenden Teil seiner Nahrung darstellen, wirkt sich der Rückgang von Gewässern und Laichplätzen direkt auf seine Bestände aus.

Der Klimawandel verstärkt diese Probleme:


  •     Häufigere Trockenperioden lassen Kleingewässer verschwinden.

  •     Extreme Wetterereignisse verändern Vegetationsstrukturen.

  •     Verschiebungen in der Amphibienpopulation beeinflussen das Nahrungsangebot.


Gleichzeitig kann der Iltis von milden Wintern profitieren, sofern ausreichend strukturreiche Landschaften und Rückzugsräume vorhanden bleiben. Entscheidend für seine langfristige Stabilität ist daher die Erhaltung vernetzter, vielfältiger Lebensräume mit Wasser, Deckung und ausreichend Beutetieren.

Bedrohung durch den Menschen

Die größte Gefahr für den Europäischen Iltis geht direkt oder indirekt vom Menschen aus. Zu den wichtigsten Faktoren zählen:


Lebensraumverlust und -fragmentierung
Intensive Landwirtschaft, Flächenversiegelung und die Entfernung von Hecken und Feldgehölzen reduzieren Verstecke und Wanderkorridore.

Straßenverkehr
Viele Iltisse sterben im Straßenverkehr, da sie bei ihren nächtlichen Wanderungen häufig Verkehrswege überqueren.

Rückgang von Amphibien
Gewässerverschmutzung, Pestizide und Lebensraumverlust betreffen die Nahrungsgrundlage des Iltis erheblich.

Sekundärvergiftungen
Rodentizide (Rattengifte) können über die Nahrungskette aufgenommen werden und tödlich wirken.

Schutzmaßnahmen wie die Wiederherstellung von Feuchtgebieten, die Anlage von Heckenstrukturen, Amphibienschutz sowie die Reduzierung von Giftstoffen in der Umwelt können entscheidend zum Erhalt der Art beitragen.



In der Aufnahme 
  •     In Deutschland nunmehr auf der Roten Liste angekommen ... der Europäische Iltis ...er wird als "im Bestand gefährdet" geführt ... ein Grund für den Rückgang sind hohe Todesraten welche das Tier durch den Straßenverkehr ereilen. 
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Waldvöglein (Cephalanthera damasonium)
Bild zum Eintrag (1137442-160)
Das Waldvöglein (Cephalanthera damasonium)

27/28.02.2026

  •     Ein stiller Fund im Frühlingswald

Das Sonnenlicht fiel in schmalen Streifen durch das junge Laub eines Buchenwaldes. Zwischen den frischen Grüntönen des Frühlings entdeckte eine Spaziergängerin eine schlanke Pflanze mit zarten, cremeweißen Blüten. 

Sie wirkte unscheinbar und doch besonders – fast so, als wolle sie nur von aufmerksamen Beobachtern gefunden werden. Ruhig und zurückhaltend stand dort das Weißes Waldvöglein (Cephalanthera damasonium), eine Orchidee, die das Halbdunkel des Waldes liebt.
Artbeschreibung

Das Weiße Waldvöglein gehört zur Familie der Orchideen (Orchidaceae) und ist eine mehrjährige, krautige Pflanze. Es erreicht Wuchshöhen von etwa 20 bis 60 Zentimetern. Der aufrechte Stängel trägt mehrere länglich-ovale, hellgrüne Blätter, die wechselständig angeordnet sind.

Die Blüten erscheinen von Mai bis Juni und sind cremeweiß bis leicht gelblich gefärbt. Anders als viele andere Orchideen öffnen sie sich oft nur teilweise. Die Bestäubung erfolgt vor allem durch kleine Insekten, in manchen Fällen kann sich die Art auch selbst bestäuben.

Typische Standorte sind lichte Laubwälder, besonders Buchen- und Mischwälder mit kalkhaltigen, nährstoffarmen Böden. Wie viele Orchideen lebt auch das Weiße Waldvöglein in enger Verbindung mit Bodenpilzen, die für die Keimung und Nährstoffaufnahme unverzichtbar sind.

Perspektiven im Wandel von Lebensraum und Klima

Die Zukunft des Weißen Waldvögleins hängt stark von stabilen, naturnahen Waldökosystemen ab. Die Art bevorzugt halbschattige, wenig gestörte Bereiche mit gleichmäßiger Bodenfeuchtigkeit.

Durch den Klimawandel verändern sich diese Bedingungen. Längere Trockenperioden können die Bodenfeuchtigkeit reduzieren und die empfindliche Zusammenarbeit mit Bodenpilzen beeinträchtigen. Gleichzeitig können häufigere Extremwetterereignisse wie Stürme oder Hitzeperioden die Waldstruktur verändern.

In einigen Regionen könnte eine verstärkte Austrocknung der Waldböden zu einem Rückgang geeigneter Standorte führen. Andererseits profitieren die Pflanzen dort, wo lichte Waldstrukturen erhalten oder wiederhergestellt werden.

Bedrohungen durch den Menschen

Das Weiße Waldvöglein ist regional bereits selten geworden. Die wichtigsten Gefährdungsfaktoren sind:


  •     Intensive Forstwirtschaft, die zu dichten, lichtarmen Beständen führt

  •     Bodenverdichtung durch Maschinen, wodurch das empfindliche Wurzel- und Pilzsystem gestört wird

  •     Stickstoffeinträge aus der Luft, die die Standortbedingungen verändern

  •     Freizeitnutzung, Trittschäden und das Verlassen von Wegen

  •     Pflücken oder Ausgraben, obwohl alle heimischen Orchideen unter Schutz stehen

  •     Verlust strukturreicher Laubwälder


Der Schutz naturnaher, strukturreicher Wälder und der respektvolle Umgang mit sensiblen Lebensräumen sind entscheidend für den langfristigen Erhalt dieser Waldorchidee.



In der Aufnahme von Albert Meier 


  •     Die Buchenwälder sind die bevorzugte Heimat des Weißen Waldvögeleins. Einer Knabenkrautart die bis 50 Zentimeter erreichen kann und leider auch schon auf der Roten Liste angekommen ist.Die Blüten zeigt uns die zierliche Orchidee im Mai und Juni. 
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Bergmolch (Ichthyosaura alpestris)
Bild zum Eintrag (1137410-160)
Der Bergmolch (Ichthyosaura alpestris)

26/27.02.2026

  •  Ein leuchtender Fund am Bergteich

Nach einem Sommerregen lag ein kleiner Bergteich still zwischen Felsen und Wiesen. Als sich die Wolken verzogen und die Sonne das Wasser erwärmte, bewegte sich etwas unter der Oberfläche. 

Ein kleiner Molch glitt elegant zwischen Wasserpflanzen hindurch. Sein Rücken war dunkel gefärbt, doch sein Bauch leuchtete in kräftigem Orange – ein auffälliger Farbakzent in der klaren Bergwelt. Es war ein Bergmolch (Ichthyosaura alpestris), ein anpassungsfähiger Bewohner unserer Mittel- und Hochlagen.
Artbeschreibung

Der Bergmolch gehört zur Familie der Salamander und Molche (Salamandridae) und ist in weiten Teilen Europas verbreitet. Er erreicht eine Körperlänge von etwa 7 bis 12 Zentimetern. Typisch ist der dunkelgraue bis bläuliche Rücken, während die Bauchseite auffallend orange bis rot gefärbt und meist ungefleckt ist.

Während der Fortpflanzungszeit im Frühjahr und Frühsommer zeigt das Männchen eine besonders intensive Färbung und entwickelt einen niedrigen, gewellten Rückenkamm. In dieser Phase lebt der Bergmolch im Wasser, wo die Paarung stattfindet. Die Weibchen legen ihre Eier einzeln an Wasserpflanzen ab.

Nach der Wasserphase verbringen die Tiere den Großteil des Jahres an Land. Dort halten sie sich in feuchten Verstecken wie unter Steinen, Totholz oder im Moos auf. Als Nahrung dienen kleine wirbellose Tiere wie Insektenlarven, Würmer und Kleinkrebse.

Typische Lebensräume sind kühle, klare Gewässer in Wäldern, auf Almen oder in naturnahen Landschaften – von Tieflagen bis in alpine Regionen.

Perspektiven im Wandel von Lebensraum und Klima

Die Zukunft des Bergmolchs hängt stark von der Verfügbarkeit geeigneter Laichgewässer und feuchter Landlebensräume ab. Kleine, fischfreie Tümpel, Quellbereiche und Bergteiche sind für die Fortpflanzung besonders wichtig.

Durch den Klimawandel verändern sich diese Lebensräume zunehmend. Längere Trockenperioden können dazu führen, dass kleine Gewässer früher austrocknen und die Entwicklung der Larven gefährdet ist. Gleichzeitig führen steigende Temperaturen in höheren Lagen zu Veränderungen der Vegetation und der Bodenfeuchtigkeit.

In höheren Gebirgsregionen könnte der Bergmolch zunächst von milderen Temperaturen profitieren. Langfristig jedoch besteht die Gefahr, dass geeignete kühle und feuchte Lebensräume seltener werden oder sich weiter nach oben verlagern.

Bedrohungen durch den Menschen

Obwohl der Bergmolch regional noch häufig vorkommt, ist er auf naturnahe Strukturen angewiesen. Menschliche Eingriffe können seine Bestände beeinträchtigen:


  • Verlust oder Verfüllung von Kleingewässern

  • Besatz von Teichen mit Fischen, die Eier und Larven fressen

  • Entwässerung von Feuchtgebieten

  • Intensive Forst- und Landwirtschaft, die feuchte Rückzugsräume reduziert

  • Straßenverkehr, besonders während der Wanderungen zwischen Land- und Wasserlebensräumen

  • Freizeitnutzung und Trittschäden an sensiblen Gewässern

  • Umweltgifte und Nährstoffeinträge

Der Erhalt von fischfreien Kleingewässern, naturnahen Waldbereichen und strukturreichen Landschaften ist entscheidend für den langfristigen Schutz dieser Amphibienart.

In der Aufnahme von Wolfgang Willner

  • Das Männchen im Prachtkleid während der Fortpflanzungszeit
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Zweiblättrige Waldhyazinthe (Platanthera bifolia)
Bild zum Eintrag (1137316-160)
Die Zweiblättrige Waldhyazinthe (Platanthera bifolia)

26/27.02.2026

  •     Ein Duft in der Abendluft

Es war ein warmer Frühsommerabend, als ein Wanderer auf einem schmalen Waldweg innehielt. Die Sonne war bereits hinter den Baumwipfeln verschwunden, doch ein feiner, süßer Duft lag in der Luft. Beim genaueren Hinsehen entdeckte er zwischen Gräsern und Farnen eine schlanke Pflanze mit zarten, weißen Blüten, die im Zwielicht fast zu leuchten schienen. Unscheinbar am Tag, aber geheimnisvoll und duftend in der Dämmerung – so zeigte sich die Zweiblättrige Waldhyazinthe (Platanthera bifolia), eine besondere Orchidee unserer heimischen Landschaften.
Artbeschreibung

Die Zweiblättrige Waldhyazinthe gehört zur Familie der Orchideen (Orchidaceae) und ist eine ausdauernde, krautige Pflanze. Ihren Namen verdankt sie den zwei auffälligen, grundständigen Blättern, die breit-oval geformt sind und flach am Boden oder leicht aufrecht stehen.

Der Blütenstand kann eine Höhe von etwa 20 bis 50 Zentimetern erreichen. Er trägt zahlreiche kleine, weiße Einzelblüten, die in einer lockeren Ähre angeordnet sind. Besonders charakteristisch ist ihr intensiver Duft, der vor allem in den Abendstunden und nachts wahrnehmbar ist. Damit lockt die Pflanze nachtaktive Bestäuber wie Schwärmer und Nachtfalter an.

Die Zweiblättrige Waldhyazinthe wächst in lichten Wäldern, auf Waldwiesen, in Moorbereichen sowie auf mageren, nicht zu trockenen Standorten. Wie viele Orchideen lebt sie in enger Symbiose mit Bodenpilzen (Mykorrhiza), die für Keimung und Nährstoffversorgung unerlässlich sind.

Perspektiven im Wandel von Lebensraum und Klima

Die Zukunft der Zweiblättrigen Waldhyazinthe ist eng mit der Qualität ihrer Lebensräume verbunden. Sie bevorzugt halbschattige, nährstoffarme und wenig gestörte Standorte. Veränderungen durch intensive Nutzung, Düngereinträge oder Verbuschung können diese empfindliche Balance stören.

Der Klimawandel bringt zusätzliche Herausforderungen mit sich. Längere Trockenperioden können das Wachstum und die Blütenbildung beeinträchtigen, da die Art auf ausreichend Bodenfeuchtigkeit angewiesen ist. Gleichzeitig können sich durch steigende Temperaturen Vegetationsperioden verschieben, was Auswirkungen auf die Synchronisation mit ihren Bestäubern hat.

In einigen Regionen könnten wärmere Bedingungen zwar eine Ausbreitung begünstigen, doch insgesamt hängt das Überleben der Art stark davon ab, ob geeignete, stabile Lebensräume erhalten bleiben.

Bedrohungen durch den Menschen

Die Zweiblättrige Waldhyazinthe ist vielerorts rückläufig. Zu den wichtigsten menschlichen Einflussfaktoren zählen:


  •     Intensivierung der Landwirtschaft mit Düngung und Bodenbearbeitung

  •     Aufforstung oder Verdichtung von Wäldern, wodurch lichtreiche Standorte verloren gehen

  •     Entwässerung von Feuchtgebieten und Mooren

  •     Freizeitnutzung und Trittschäden in sensiblen Lebensräumen

  •     Pflücken oder Ausgraben, obwohl Orchideen gesetzlich geschützt sind

  •     Stickstoffeinträge aus der Luft, die nährstoffarme Standorte verändern


Der Schutz extensiv genutzter Wiesen, naturnaher Wälder und feuchter Standorte sowie das Belassen ungestörter Bereiche sind wichtige Maßnahmen für den langfristigen Erhalt dieser Orchideenart.




In der Aufnahme von Albert Meier 
  • Naturnahe Wiesen sichern das Überleben der Zweiblättrigen Waldhyazinthe
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Rothalsige Silphe (Oiceoptoma thoracicum)
Bild zum Eintrag (1137310-160)
Die Rothalsige Silphe (Oiceoptoma thoracicum)

26/27.02.2026

  • An einem stillen Herbstmorgen streifte eine Naturbeobachterin durch einen lichten Mischwald. Zwischen feuchtem Laub und morschem Holz entdeckte sie eine kleine, schwarz glänzende Gestalt mit auffallend rötlichem Halsschild. 

Das Insekt bewegte sich zielstrebig durch das Unterholz, als hätte es eine wichtige Aufgabe zu erfüllen. Tatsächlich war es auf der Suche nach organischem Material, das es verwerten konnte – ein stiller Helfer im Kreislauf der Natur. Die Begegnung mit der Rothalsige Silphe (Oiceoptoma thoracicum) machte deutlich, wie viele unscheinbare, aber unverzichtbare Akteure in unseren Wäldern leben.
Artbeschreibung

Die Rothalsige Silphe gehört zur Familie der Aaskäfer (Silphidae). Charakteristisch ist ihr schwarzer Körper mit dem deutlich rot bis orange gefärbten Halsschild, der ihr den deutschen Namen verleiht. Die Käfer erreichen eine Länge von etwa 10–16 Millimetern und besitzen kräftige Fühler mit keulenförmigem Ende.

Diese Art ist in großen Teilen Europas verbreitet und bewohnt vor allem Wälder, Waldränder, Parks und strukturreiche Landschaften. Wie viele Aaskäfer ernährt sich die Rothalsige Silphe überwiegend von tierischen Überresten. Dabei spielt sie eine wichtige ökologische Rolle: Sie beschleunigt die Zersetzung von Kadavern und trägt zur Rückführung von Nährstoffen in den Boden bei. Neben Aas werden auch Insektenlarven, Schnecken oder andere kleine wirbellose Tiere aufgenommen.

Die Fortpflanzung erfolgt meist in der Nähe geeigneter Nahrungsquellen. Die Larven entwickeln sich im Boden oder im Umfeld von organischem Material und durchlaufen mehrere Entwicklungsstadien, bevor sie sich verpuppen.

Perspektiven im Wandel von Lebensraum und Klima

Die Zukunft der Rothalsigen Silphe hängt stark von der Entwicklung ihrer Lebensräume ab. Strukturreiche Wälder mit Totholz, Laubstreu und einer natürlichen Tierwelt bieten optimale Bedingungen. Intensive Forstwirtschaft, das Entfernen von Totholz oder die Vereinheitlichung von Waldstrukturen können jedoch die Lebensgrundlagen einschränken.

Der Klimawandel wirkt sich zusätzlich aus. Mildere Winter können einerseits die Überlebensrate erhöhen, andererseits verändern sich Niederschlagsmuster und Bodenfeuchtigkeit – wichtige Faktoren für Larvenentwicklung und Nahrungssuche. Auch Verschiebungen in der Tierwelt beeinflussen das Angebot an Aas und damit die Nahrungsgrundlage.

Langfristig könnte sich das Verbreitungsgebiet nach Norden oder in höhere Lagen verschieben, während lokale Populationen in trockeneren oder stark veränderten Regionen zurückgehen.

Bedrohungen durch den Menschen


Die Rothalsige Silphe ist keine klassisch „bekannte“ bedrohte Art, doch verschiedene menschliche Einflüsse wirken sich indirekt auf ihre Bestände aus:

  • Lebensraumverlust durch intensive Land- und Forstwirtschaft

  • Aufräummaßnahmen im Wald, bei denen Totholz und organisches Material entfernt werden

  • Pestizide und Umweltgifte, die Insektenpopulationen allgemein reduzieren

  • Straßenverkehr, der sowohl Kleintiere (als Nahrungsquelle) als auch die Käfer selbst gefährdet

  • Rückgang der Biodiversität, der die Stabilität der Nahrungsnetze schwächt

Naturnahe "Waldpflege", das Belassen von Totholz sowie eine vielfältige Landschaftsstruktur können helfen, stabile Lebensbedingungen zu erhalten.

In der Aufnahme von Albert Meier
  • Rothalsige Silphe (Oiceoptoma thoracicum) an einem Erdkrötenkadaver
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Wenn Engagement zum Hindernis erklärt wird – warum Naturschutz unseren Wohlstand sichert
Bild zum Eintrag (1137271-160)
Die leisen Hüter unseres Wohlstands

25/26.02.2026


  • An einem frühen Samstagmorgen steht eine Frau knietief in einer Feuchtwiese und schneidet junge Gehölze zurück, damit seltene Pflanzen wieder Licht bekommen. 

Ein paar Kilometer weiter kontrolliert ein Rentner Nistkästen. Andere erfassen Amphibienbestände, pflegen Streuobstwiesen oder kartieren Arten für die kommunale Planung. Sie alle tun das freiwillig und meist ohne öffentliche Aufmerksamkeit.

  • Und doch werden genau diese Menschen immer häufiger als Problem wahrgenommen.

Wenn Bauprojekte angepasst werden müssen, wenn Ausgleichsflächen gefordert sind oder wenn auf den Schutz von Arten und Lebensräumen hingewiesen wird, fällt schnell ein Wort: Bremser. Naturschutz, so heißt es dann, verhindere Entwicklung, koste Geld und gefährde wirtschaftlichen Fortschritt.

Doch diese Sichtweise stellt die Realität auf den Kopf.
Wohlstand hat Wurzeln – und sie liegen in der Natur

Unser wirtschaftlicher Erfolg basiert auf funktionierenden Ökosystemen. Fruchtbare Böden, sauberes Wasser, stabile Landschaften, Bestäubung durch Insekten, natürliche Kühlung in Städten, Schutz vor Hochwasser und Erosion – all das ist keine Selbstverständlichkeit. Es ist das Ergebnis intakter Natur.

Wenn Arten verschwinden, Böden ausgelaugt werden und Landschaften ihre ökologische Stabilität verlieren, entsteht ein schleichender Verlust. Zunächst kaum sichtbar, später teuer, oft irreversibel.

Die entscheidende Frage lautet daher nicht:
Was kostet Naturschutz?

Sondern:
Was kostet es, wenn wir ihn unterlassen?

Ehrenamtliche sind keine Verhinderer – sie sind Risikomanager der Gesellschaft

Menschen, die sich ehrenamtlich dem Naturschutz widmen, verfolgen kein wirtschaftliches Eigeninteresse. Sie investieren Zeit, Wissen und Engagement in etwas, das allen zugutekommt: den Erhalt unserer natürlichen Lebensgrundlagen.

Sie pflegen Lebensräume, sichern Artenvorkommen, sammeln Daten, klären auf und bringen lokale Erfahrung in Planungsprozesse ein. Vor allem aber vertreten sie eine Perspektive, die im politischen und wirtschaftlichen Alltag oft unter Druck gerät: die langfristige Verantwortung.

Wo sie auf Probleme hinweisen, geht es nicht um Verhinderung. Es geht um Vorsorge. Um das Vermeiden von Schäden, die später deutlich höhere Kosten verursachen würden – ökologisch, wirtschaftlich und gesellschaftlich.

Kurzfristiger Gewinn gegen langfristige Stabilität

Viele Konflikte entstehen dort, wo wirtschaftliche Entscheidungen unter hohem Zeit- und Renditedruck stehen. Naturschutz erscheint dann als Hindernis. Tatsächlich macht er sichtbar, wo natürliche Grenzen erreicht sind.

Eine Entwicklung, die ihre eigenen Grundlagen zerstört, ist kein Fortschritt. Sie ist ein Verbrauch von Zukunft.

Echter Wohlstand entsteht dort, wo wirtschaftliche Nutzung und ökologische Tragfähigkeit zusammen gedacht werden. Wo Flächen nicht nur verwertet, sondern erhalten werden. Wo Wachstum nicht auf Kosten der Stabilität von morgen geht.

Ein Perspektivwechsel ist überfällig

Die ehrenamtlichen Naturschützerinnen und Naturschützer dieses Landes sind keine Gegner wirtschaftlicher Entwicklung. Sie sind ihre stillen Verbündeten. Sie arbeiten nicht gegen Fortschritt – sie arbeiten dafür, dass Fortschritt Bestand hat.

Statt sie als Hemmnis zu betrachten, sollten wir sie als das erkennen, was sie sind:

  • Hüter unseres Naturkapitals
  • Frühwarnsystem für ökologische Risiken
  • Partner für nachhaltige Planung
  • Menschen, die Verantwortung über den eigenen Vorteil hinaus übernehmen

Eine Gesellschaft, die dieses Engagement abwertet, riskiert mehr als nur Artenvielfalt. Sie gefährdet die Grundlagen ihres eigenen Wohlstands.

Denn am Ende entscheidet nicht allein die Stärke unserer Wirtschaft über unsere Zukunft. Entscheidend ist, ob wir die natürlichen Systeme erhalten, von denen diese Wirtschaft – und unser Leben – abhängen.

Biologischer Wohlstand ist kein Gegenpol zum wirtschaftlichen Wohlstand.
  • Er ist seine Voraussetzung.

Und diejenigen, die ihn ehrenamtlich schützen, sind keine Bremser.
  • Sie sichern das, was uns morgen noch tragen soll.

Wie wertvoll dieses Engagement zu bewerten ist wird vielfach erst dann sichtbar wenn niemand mehr da ist der sich diesem Engagement verschreibt!


In der Aufnahme von Johannes Hohenegger
  • Haselmaus
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Kegelrobbe (Halichoerus grypus)
Bild zum Eintrag (1137204-160)
Die Kegelrobbe (Halichoerus grypus)

25/26.02.2026

  • Der Morgennebel liegt noch über der Küste, als die ersten Wellen sanft an den Strand rollen. Auf einer Sandbank, nur wenige hundert Meter vom Ufer entfernt, hebt eine große Robbe langsam den Kopf. 

Ihr Atem bildet kleine Wolken in der kühlen Luft. Neben ihr liegt ein Jungtier, noch mit hellem Fell, das vorsichtig die Umgebung erkundet. Möwen kreisen über dem Wasser, und mit der steigenden Flut wird die Sandbank bald verschwinden. Ruhig gleitet die Mutter schließlich ins Meer zurück – in die Welt, die ihr Zuhause und ihre Lebensgrundlage ist.
Artbeschreibung

Die Kegelrobbe (wissenschaftlicher Name: Halichoerus grypus) ist die größte in Europa heimische Robbenart. Ihren Namen verdankt sie der charakteristischen, kegelförmigen Kopfform, die besonders bei den Männchen deutlich ausgeprägt ist.

Typische Merkmale:

  •     Körperlänge: bis zu 2,5 Meter (Männchen), Weibchen etwas kleiner

  •     Gewicht: bis etwa 300 Kilogramm

  •     Fellfärbung: variabel – Männchen meist dunkler mit hellen Flecken, Weibchen heller mit dunklen Flecken

  •     Kräftiger Körperbau und große, runde Augen

Kegelrobben leben in küstennahen Meeresgebieten des Nordatlantiks, besonders in der Nord- und Ostsee. Sie ruhen auf Sandbänken, Felsen oder abgelegenen Stränden und gehen von dort aus auf Nahrungssuche. Ihre Beute besteht hauptsächlich aus Fischen wie Hering, Dorsch oder Plattfischen. Die Jungtiere werden an Land geboren und mehrere Wochen gesäugt, bevor sie selbstständig werden.

Perspektiven bei Lebensraumveränderung und Klimawandel

In den letzten Jahrzehnten haben sich die Bestände der Kegelrobbe in Teilen Europas erfreulich erholt. Schutzmaßnahmen und Jagdverbote haben dazu beigetragen, dass die Art vielerorts zurückkehrt.

Der Klimawandel und veränderte Lebensräume stellen jedoch neue Herausforderungen dar:

  •     Steigende Meeresspiegel können wichtige Liegeplätze wie Sandbänke und Strände überfluten.

  •     Veränderungen der Fischbestände durch Erwärmung und Überfischung beeinflussen das Nahrungsangebot.

  •     Häufigere Stürme können Ruhe- und Wurfplätze zerstören oder unbrauchbar machen.

  •     Temperaturveränderungen können Wander- und Verbreitungsmuster beeinflussen.


Langfristig hängt die Zukunft der Kegelrobbe davon ab, ob ausreichend ungestörte Küstenbereiche und stabile Nahrungsgrundlagen erhalten bleiben.

Bedrohung durch den Menschen

Trotz ihrer Erholung ist die Kegelrobbe weiterhin verschiedenen menschlichen Einflüssen ausgesetzt. Zu den wichtigsten Gefährdungen zählen:

  •     Störungen durch Tourismus und Wassersport, besonders während der Wurf- und Ruhezeiten

  •     Beifang in Fischernetzen, der für die Tiere lebensgefährlich sein kann

  •     Meeresverschmutzung, einschließlich Plastik und Schadstoffe, die sich im Körper anreichern

  •     Konflikte mit der Fischerei, da Robben als Nahrungskonkurrenten wahrgenommen werden

  •     Schiffsverkehr und Unterwasserlärm, die Orientierung und Verhalten beeinträchtigen können

Der Schutz störungsarmer Rückzugsorte, nachhaltige Fischerei und ein verantwortungsvoller Umgang mit den Küsten sind entscheidend, um ein dauerhaftes Zusammenleben von Mensch und Kegelrobbe zu ermöglichen.




In der Aufnahme von Axel Donning
  •     Kegelrobbe beim Abtauchen ins Meer
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„Kooperationsprojekt Wasseramsel – Schutz durch Partnerschaft“
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Die Wasseramsel – Leben am fließenden Wasser

25/26.02.2026

  • An einem kühlen Frühlingsmorgen liegt feiner Nebel über dem Bach. Das Wasser gluckert zwischen Steinen hindurch, als ein kleiner, dunkel gefärbter Vogel auf einem Felsen landet. 

Kurz nickt er mit dem Körper, als würde er das Gleichgewicht der Strömung prüfen. Dann springt er – nicht in die Luft, sondern direkt ins Wasser. Gegen die Strömung laufend, mit geöffneten Flügeln, sucht er unter den Steinen nach Nahrung. Wenige Sekunden später taucht er wieder auf, schüttelt das Gefieder und stimmt seinen klaren Gesang an. Es ist die Wasseramsel (Cinclus cinclus), eine Spezialistin für das Leben an und in schnell fließenden Gewässern.
Artbeschreibung

Die Wasseramsel ist ein etwa starengroßer Vogel mit gedrungenem Körperbau, kurzen Flügeln und einem relativ kurzen Schwanz. Ihr Gefieder wirkt dunkelbraun bis schiefergrau, auffällig ist der weiße Brustlatz, der sie unverwechselbar macht.

Ihr Lebensraum sind klare, sauerstoffreiche Bäche und Flüsse mit kiesigem oder steinigem Untergrund. Anders als die meisten Singvögel jagt die Wasseramsel ihre Nahrung unter Wasser. Sie frisst vor allem Insektenlarven, kleine Krebstiere und andere wirbellose Tiere. Dank dichter, wasserabweisender Federn und kräftiger Beine kann sie tauchen, gegen die Strömung laufen und sich sicher zwischen Steinen bewegen.

Für die Brut nutzt die Wasseramsel gut geschützte Plätze in unmittelbarer Gewässernähe, etwa unter Brücken, in Uferböschungen oder an Felsvorsprüngen. Das kugelförmige Nest wird sorgfältig aus Moos gebaut und mit feinerem Material ausgepolstert.

Perspektiven im Wandel von Lebensräumen und Klima


Die Zukunft der Wasseramsel hängt eng mit der Qualität ihrer Gewässer zusammen. Veränderungen durch längere Trockenperioden, häufigere Starkregen oder steigende Wassertemperaturen können ihre Lebensbedingungen deutlich beeinflussen. Niedrigwasser reduziert das Nahrungsangebot, während starke Hochwasser Nester zerstören oder Brutplätze unbrauchbar machen können.

Auch strukturelle Veränderungen an Fließgewässern – etwa Begradigungen oder der Verlust natürlicher Ufer – verringern die Vielfalt an geeigneten Brut- und Nahrungshabitaten. Gleichzeitig zeigt die Art eine gewisse Anpassungsfähigkeit, wenn ausreichend strukturreiche und saubere Gewässer vorhanden bleiben.

Bedrohungen durch den Menschen

Menschliche Eingriffe stellen eine zentrale Herausforderung dar. Gewässerverschmutzung, Uferverbauungen, Wasserkraftnutzung und die Beseitigung natürlicher Strukturen können Lebensräume verschlechtern oder fragmentieren. Freizeitnutzung an sensiblen Bachabschnitten kann während der Brutzeit zusätzlich stören.

Auch der Verlust alter Brücken, Mauern oder natürlicher Nischen nimmt der Wasseramsel geeignete Brutplätze. Der Schutz naturnaher Fließgewässer und ein rücksichtsvoller Umgang mit sensiblen Uferbereichen sind daher entscheidend für ihr langfristiges Überleben.

Unser Engagement für die Wasseramsel

Als Naturschutzorganisation setzen wir uns auch  in diesem Jahr gezielt für die Verbesserung der Lebensbedingungen der Wasseramsel ein. Ein Schwerpunkt liegt auf der Optimierung strukturreicher Gewässerabschnitte sowie der Sicherung geeigneter Brutplätze.

Eine wichtige Rolle spielt dabei die Installation spezieller Nisthilfen an geeigneten Standorten, etwa unter Brücken oder an geschützten Uferbereichen. Diese künstlichen Brutplätze können fehlende natürliche Strukturen ersetzen und den Bruterfolg deutlich verbessern.

Unsere Maßnahmen werden in enger Zusammenarbeit mit zahlreichen Projektpartnern umgesetzt – darunter Behörden, Gewässerunterhaltungsverbände, Kommunen und engagierte Ehrenamtliche. Gemeinsam leisten wir einen Beitrag dazu, dass die Wasseramsel auch künftig unsere Bäche und Flüsse belebt.



In der Aufnahme 

  • Nisthilfen die sich zur nachfolgenden Montage unter z.B. Brückenkörpern anbieten, bieten einen interessanten Ansatz zur Optimierung des Fortpflanzungserfolgs, für Wasseramsel, Gebirgsstelze & Co. 
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Wasseramsel (Cinclus cinclus)
Bild zum Eintrag (1137169-160)
Die Wasseramsel – Leben am fließenden Wasser

24/25.02.2026

  • An einem kühlen Frühlingsmorgen liegt feiner Nebel über dem Bach. Das Wasser gluckert zwischen Steinen hindurch, als ein kleiner, dunkel gefärbter Vogel auf einem Felsen landet. 

Kurz nickt er mit dem Körper, als würde er das Gleichgewicht der Strömung prüfen. Dann springt er – nicht in die Luft, sondern direkt ins Wasser. Gegen die Strömung laufend, mit geöffneten Flügeln, sucht er unter den Steinen nach Nahrung. Wenige Sekunden später taucht er wieder auf, schüttelt das Gefieder und stimmt seinen klaren Gesang an. Es ist die Wasseramsel (Cinclus cinclus), eine Spezialistin für das Leben an und in schnell fließenden Gewässern.
Artbeschreibung

Die Wasseramsel ist ein etwa starengroßer Vogel mit gedrungenem Körperbau, kurzen Flügeln und einem relativ kurzen Schwanz. Ihr Gefieder wirkt dunkelbraun bis schiefergrau, auffällig ist der weiße Brustlatz, der sie unverwechselbar macht.

Ihr Lebensraum sind klare, sauerstoffreiche Bäche und Flüsse mit kiesigem oder steinigem Untergrund. Anders als die meisten Singvögel jagt die Wasseramsel ihre Nahrung unter Wasser. Sie frisst vor allem Insektenlarven, kleine Krebstiere und andere wirbellose Tiere. Dank dichter, wasserabweisender Federn und kräftiger Beine kann sie tauchen, gegen die Strömung laufen und sich sicher zwischen Steinen bewegen.

Für die Brut nutzt die Wasseramsel gut geschützte Plätze in unmittelbarer Gewässernähe, etwa unter Brücken, in Uferböschungen oder an Felsvorsprüngen. Das kugelförmige Nest wird sorgfältig aus Moos gebaut und mit feinerem Material ausgepolstert.

Perspektiven im Wandel von Lebensräumen und Klima

Die Zukunft der Wasseramsel hängt eng mit der Qualität ihrer Gewässer zusammen. Veränderungen durch längere Trockenperioden, häufigere Starkregen oder steigende Wassertemperaturen können ihre Lebensbedingungen deutlich beeinflussen. Niedrigwasser reduziert das Nahrungsangebot, während starke Hochwasser Nester zerstören oder Brutplätze unbrauchbar machen können.

Auch strukturelle Veränderungen an Fließgewässern – etwa Begradigungen oder der Verlust natürlicher Ufer – verringern die Vielfalt an geeigneten Brut- und Nahrungshabitaten. Gleichzeitig zeigt die Art eine gewisse Anpassungsfähigkeit, wenn ausreichend strukturreiche und saubere Gewässer vorhanden bleiben.

Bedrohungen durch den Menschen

Menschliche Eingriffe stellen eine zentrale Herausforderung dar. Gewässerverschmutzung, Uferverbauungen, Wasserkraftnutzung und die Beseitigung natürlicher Strukturen können Lebensräume verschlechtern oder fragmentieren. Freizeitnutzung an sensiblen Bachabschnitten kann während der Brutzeit zusätzlich stören.

Auch der Verlust alter Brücken, Mauern oder natürlicher Nischen nimmt der Wasseramsel geeignete Brutplätze. Der Schutz naturnaher Fließgewässer und ein rücksichtsvoller Umgang mit sensiblen Uferbereichen sind daher entscheidend für ihr langfristiges Überleben.



In der Aufnahme von Andreas Gehrig

  •     Wasseramsel mit Bachflohkrebs - Zu den bevorzugten Nahrungsbestandteilen der Wasseramsel zählt auch der Bachflohkrebs. Andreas Gehring ist es gelungen diese aussagekräftige Aufnahme der Nahrungsaufnahme zu erstellen. 
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Kleine Goldschrecke (Euthystira brachyptera)
Bild zum Eintrag (1137112-160)
Die Kleine Goldschrecke (Euthystira brachyptera)

24/25.02.2026

  • An einem warmen Julimorgen liegt Tau auf einer stillen Wiese. Zwischen Gräsern und Kräutern glitzern die Tropfen im ersten Sonnenlicht. Plötzlich bewegt sich ein Halm – vorsichtig, fast lautlos. 

Eine kleine, goldgrün schimmernde Heuschrecke klettert nach oben und richtet sich der Sonne entgegen. Für einen Moment wirkt sie selbst wie ein Teil des Lichts. Die Wiese erwacht, doch die Kleine Goldschrecke bleibt ruhig. Ihr Leben ist unscheinbar – und gerade deshalb ein kostbarer Teil unserer Landschaft.
Artbeschreibung

Die Kleine Goldschrecke (wissenschaftlicher Name: Euthystira brachyptera) gehört zur Familie der Kurzfühlerschrecken. Sie ist eine eher kleine und zierliche Heuschreckenart. Charakteristisch ist ihre gelblich-grüne bis goldene Färbung, die ihr den deutschen Namen verleiht und gleichzeitig eine hervorragende Tarnung im Gras bietet.

Typische Merkmale:

  • Körperlänge: etwa 15–20 mm
  • Männchen meist schlanker und etwas kleiner als Weibchen
  • Relativ kurze Flügel, die selten zum Fliegen genutzt werden
  • Leiser, unauffälliger Gesang (Stridulation) der Männchen

Die Art lebt bevorzugt in mageren, extensiv genutzten Wiesen, an Waldrändern, auf Böschungen oder in lichten Trockenrasen. Entscheidend ist eine strukturreiche Vegetation mit nicht zu dichtem Grasbewuchs.

Perspektiven im Wandel von Lebensraum und Klima

Die Zukunft der Kleinen Goldschrecke hängt stark von der Entwicklung ihrer Lebensräume ab. Durch die Intensivierung der Landwirtschaft, häufiges Mähen und die Düngung von Wiesen verschwinden vielerorts die artenreichen, nährstoffarmen Flächen, die sie benötigt.

Der Klimawandel wirkt dabei in zwei Richtungen:

  • Mildere Temperaturen können die Ausbreitung in höhere Lagen oder nördlichere Regionen begünstigen.

  • Längere Trockenperioden und Extremwetter können jedoch Lebensräume verändern oder zerstören, insbesondere wenn Vegetationsstrukturen verloren gehen.

  • Wo extensiv bewirtschaftete Wiesen erhalten oder neu geschaffen werden, kann die Art stabil bleiben oder sich sogar wieder ausbreiten. Ihre Zukunft ist daher eng mit naturnaher Landnutzung verknüpft.

  • Bedrohung durch den Menschen

Die größte Gefahr für die Kleine Goldschrecke geht von menschlichen Eingriffen in die Landschaft aus. Dazu zählen:

  • Intensivierung der Landwirtschaft (Düngung, häufige Mahd)
  • Umwandlung von Wiesen in Ackerflächen oder Baugebiete
  • Flächenversiegelung und Zerschneidung von Lebensräumen
  • Einsatz von Pestiziden
  • Aufgabe traditioneller, extensiver Bewirtschaftungsformen

Schutzmaßnahmen wie späte Mahd, Verzicht auf Düngung, die Anlage von Blühflächen und der Erhalt von Wiesenrandstrukturen können entscheidend dazu beitragen, die Lebensbedingungen der Art zu sichern.




In der Aufnahme von Johannes Rother

  •     Die Kleine Goldschrecke ist in Mitteleuropa relativ weit verbreitet. Auch in unserer Region kommt diese Schreckenart häufig vor. Kleine Goldschrecken erreichen Körperlängen von 1,2 – 1,7 Zentimeter ( männliche Individuen ) und 1,8 bis 2,5 ( 2,6 ) Zentimeter ( weibliche Individuen ).Die bevorzugte Nahrung besteht aus Pflanzenteilen. Die Fortpflanzung wird nach unserem Kenntnisstand rein oberirdisch praktiziert, wobei die Larven meist im darauf folgenden Mai schlüpfen.
Artenschutz in Franken®  
„Mehr als ‚Krötentragen‘: Naturschutz im Einsatz“
Bild zum Eintrag (1137106-160)
„Mehr als ‚Krötentragen‘: Naturschutz im Einsatz“

24/25.02.2026

  • Amphibienwanderung steht bevor – jetzt beginnt eine entscheidende Zeit für den Artenschutz

Schon in den nächsten Tagen ist – bei milden Temperaturen und feuchter Witterung – mit den ersten Wanderbewegungen unserer heimischen Amphibien zu rechnen. Arten wie Erdkröte, Grasfrosch oder Molch machen sich dann auf den Weg zu ihren angestammten Laichgewässern. Für viele Tiere wird diese Wanderung jedoch zur größten Gefahr ihres Lebens.
Amphibien in der Krise

Amphibien gehören zu den am stärksten bedrohten Tiergruppen weltweit. Auch in Mitteleuropa gehen die Bestände vieler Arten seit Jahren zurück. Ursachen sind vor allem:

  • Verlust und Zerschneidung von Lebensräumen

  • Straßenverkehr während der Wanderzeit

  • Trockenlegung oder Verschmutzung von Gewässern

  • Intensive Landnutzung und Pestizide

  • Krankheiten und invasive Arten

Besonders problematisch ist, dass Amphibien sowohl an Land als auch im Wasser geeignete Lebensräume benötigen. Wird eines dieser Elemente gestört, bricht der gesamte Lebenszyklus zusammen.

Schlüsselarten im Ökosystem

Die Bedeutung von Amphibien für das ökologische Gleichgewicht wird häufig unterschätzt. Dabei erfüllen sie mehrere wichtige Funktionen:

  • Natürliche Schädlingsregulation: Sie fressen große Mengen an Insekten, Schnecken und anderen Wirbellosen.

  • Nahrungsgrundlage: Viele Vogel-, Säugetier- und Reptilienarten sind auf Amphibien als Beute angewiesen.

  • Bioindikatoren: Aufgrund ihrer empfindlichen Haut reagieren Amphibien besonders sensibel auf Umweltveränderungen und zeigen frühzeitig Probleme in Ökosystemen an.

Ein Rückgang der Amphibien wirkt sich daher weit über die Tiergruppe selbst hinaus auf ganze Lebensgemeinschaften aus.

Mehr als „Krötenträger“

Menschen, die sich ehrenamtlich im Amphibienschutz engagieren, werden manchmal abwertend als „Krötenträger“ bezeichnet. Diese Bezeichnung greift jedoch viel zu kurz. Hinter der Arbeit steckt:

  • Organisation und Betreuung von Schutzzäunen

  • Erfassung von Beständen und Wanderzahlen

  • Pflege und Anlage von Laichgewässern

  • Öffentlichkeitsarbeit und Umweltbildung

  • Zusammenarbeit mit Behörden, Kommunen und Straßenbaulastträgern

Es handelt sich um aktiven Naturschutz mit großer fachlicher und gesellschaftlicher Bedeutung – und ohne dieses Engagement wären viele lokale Populationen bereits verschwunden.

Warum Zu- und Rückwanderung betreut werden müssen

Oft wird nur die Hinwanderung zu den Laichgewässern beachtet. Doch auch nach der Fortpflanzung wandern die Tiere zurück in ihre Sommerlebensräume. Eine durchgehende Betreuung ist wichtig, weil:

  • Amphibien dieselben Gefahrenstellen erneut überqueren müssen

  • besonders geschwächte Tiere nach der Laichzeit gefährdet sind

  • auch Jungtiere später das Gewässer verlassen und Schutz benötigen

Nur eine vollständige Betreuung des gesamten Wanderzeitraums sichert den langfristigen Erfolg der Schutzmaßnahmen.

Blick in die Zukunft: Amphibien und Klimawandel

Der Klimawandel stellt Amphibien vor zusätzliche Herausforderungen:


  • Frühere oder unregelmäßige Wanderzeiten erschweren Schutzmaßnahmen

  • Austrocknende Kleingewässer gefährden die Larvenentwicklung

  • Extremwetterereignisse können ganze Jahrgänge vernichten

Gleichzeitig zeigt sich, wie wichtig vernetzte Lebensräume, ausreichend tiefe Gewässer und langfristig betreute Schutzstrukturen sind. Anpassungsfähige Schutzkonzepte werden in den kommenden Jahren entscheidend sein.

Die bevorstehende Wanderzeit erinnert uns daran, wie verletzlich diese Tiergruppe ist – und wie viel ihr Schutz zum Erhalt unserer natürlichen Lebensgrundlagen beiträgt. Jede gesicherte Querung, jedes gepflegte Gewässer und jedes engagierte Ehrenamt hilft, die Zukunft unserer heimischen Amphibien zu sichern.

In der Aufnahme von Klaus Sanwald 
  • Grasfrosch 
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Neue Nistplätze für den Turmfalken – Gemeinsam Lebensraum sichern
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Neue Nistplätze für den Turmfalken – Engagement für einen faszinierenden Kulturfolger

23/24.02.2026


  • Der Turmfalke (Falco tinnunculus) gehört zu den bekanntesten Greifvögeln Europas und ist ein charakteristischer Bestandteil unserer offenen Landschaften sowie vieler Ortschaften. Kaum ein anderer Vogel lässt sich so häufig beobachten: Mit schnellen Flügelschlägen steht er im sogenannten Rüttelflug scheinbar bewegungslos in der Luft, den Blick konzentriert auf den Boden gerichtet. Entdeckt er eine Maus oder ein anderes Kleintier, folgt ein präziser Sturzflug.

Als anpassungsfähiger Kulturfolger hat der Turmfalke früh gelernt, die Nähe zum Menschen zu nutzen. Ursprünglich brütete er vor allem in Felsnischen und an natürlichen Abbruchkanten. Heute dienen ihm Kirchtürme, Scheunen, Industriegebäude, Wohnhäuser oder Brücken als Ersatzlebensräume. Dabei baut er kein eigenes Nest, sondern ist auf vorhandene Nischen, Simse oder alte Nester anderer Vogelarten angewiesen. Genau diese Abhängigkeit macht ihn jedoch zunehmend verwundbar.
Verlust natürlicher Brutplätze

Durch energetische Gebäudesanierungen, Dachausbauten und Modernisierungen verschwinden immer mehr offene Strukturen, Spalten und Nischen. Häufig werden Einflugmöglichkeiten aus Sorge vor Verschmutzung oder aus einem missverstandenen Reinlichkeitsgedanken bewusst verschlossen. Was auf den ersten Blick sinnvoll erscheint, entzieht gebäudebrütenden Arten wie Turmfalke, Schleiereule oder Mauersegler jedoch wichtige Lebensräume.

Gleichzeitig verändern sich auch die Jagdgebiete. Intensivere Flächennutzung, der Rückgang strukturreicher Landschaftselemente und der Verlust von extensiv bewirtschafteten Flächen erschweren vielen Greifvögeln die Nahrungssuche. Umso wichtiger ist es, die vorhandenen Brutmöglichkeiten zu erhalten und gezielt neue zu schaffen.

Praktischer Naturschutz: Installation neuer Nisthilfen

Um dem Turmfalken weiterhin geeignete Brutplätze anzubieten, haben wir in den vergangenen Tagen zahlreiche neue Nisthilfen installiert. Mithilfe von Hubsteigern konnten auch hochgelegene und schwer zugängliche Standorte sicher erreicht werden. Die Kästen wurden an Gebäuden, Türmen und anderen geeigneten Strukturen angebracht – stets mit Blick auf eine gute Anflugmöglichkeit, ausreichenden Witterungsschutz und eine möglichst störungsarme Umgebung.

Speziell konstruierte Turmfalkenkästen bieten den Vögeln einen geschützten Brutraum, der ihren natürlichen Ansprüchen entspricht. Da Turmfalken ihrem Brutplatz oft über viele Jahre treu bleiben, können solche Maßnahmen langfristig zur Stabilisierung lokaler Bestände beitragen.

Ein Leben in unserer Nachbarschaft

Die Brutzeit des Turmfalken beginnt meist im Frühjahr. Das Weibchen legt in der Regel drei bis sechs Eier, die etwa vier Wochen lang bebrütet werden. Nach dem Schlupf bleiben die Jungvögel rund einen Monat im Nest und werden von beiden Eltern intensiv versorgt. In dieser Zeit reagieren Turmfalken sensibel auf Störungen – ein weiterer Grund, warum sichere und ruhige Nistplätze so wichtig sind.

Wer das Glück hat, einen Turmfalkenkasten in der Nähe zu haben, kann mit etwas Geduld faszinierende Einblicke in das Familienleben dieser eleganten Greifvögel gewinnen.

Gemeinsam für mehr Biodiversität

Während an vielen Orten Brutplätze verloren gehen, setzen wir gemeinsam mit engagierten und aufgeschlossenen Menschen bewusst ein positives Zeichen. Unser Ziel ist es, den Arten, die unsere Landschaft noch bereichern, auch in Zukunft Lebensraum zu bieten und ihre Lebensbedingungen zu verbessern.

Der Einsatz für den Turmfalken steht dabei stellvertretend für den Schutz der biologischen Vielfalt insgesamt. Naturschutz beginnt oft im Kleinen – an Gebäuden, in Gemeinden und im direkten Lebensumfeld. Jede erhaltene Nische, jeder geschützte Brutplatz und jede neu angebrachte Nisthilfe trägt dazu bei, unsere Kulturlandschaft lebendig zu halten.

Verantwortung für kommende Generationen

Biodiversität ist keine Selbstverständlichkeit. Viele Arten sind auf unsere Rücksicht und unser Engagement angewiesen. Indem wir Lebensräume erhalten und neu schaffen, übernehmen wir Verantwortung – für die Natur vor unserer Haustür und für die Menschen, die nach uns kommen.

Gemeinsam gehen wir einen Weg, der zeigt: Menschliche Nutzung und Naturschutz müssen kein Widerspruch sein. Wenn wir Lebensräume bewusst mitdenken, kann der Turmfalke auch künftig über Feldern, Wiesen und Dächern rütteln – als sichtbares Zeichen einer vielfältigen und lebenswerten Umwelt.



In der Aufnahme von Bernhard Schmalisch
  • Bald ist es wieder soweit - die Fortpflanzungsphase der Turmfalken startet. Jedoch schwinden ihre bauwerkzugeordneten Nistplätze auch aufgrund eines fehlenden Naturbewusstseins mehr und mehr.
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Die Hohe Wand
Bild zum Eintrag (1137092-160)
Biosphäre - Hohe Wand

23/24.02.2026

    Ein neuer Film von Helga und Hubertus Zinnecker


Gämsen und Steinböcke konnten wir bei einem Besuch der Hohen Wand im südlichen Niederösterreich vom Wanderweg aus beobachten und filmen.

Quelle 
Helga und Hubertus Zinnecker
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Vom Wasserabfluss zur Dürre: Strukturarme Flächen im Klimawandel
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Wasserhaushalt in Monokulturen: Schneller Abfluss – langfristige Probleme

23/24.02.2026

  • Großflächige Monokulturen – sei es im Wald oder in der Agrarlandschaft – weisen häufig eine strukturelle Vereinfachung auf: einheitliche Altersklassen, geringe Artenvielfalt, reduzierte Kraut- und Strauchschicht sowie oft verdichtete oder intensiv bearbeitete Böden. Diese Faktoren beeinflussen maßgeblich den Wasserhaushalt einer Fläche.
Beschleunigter Wasserabfluss

In strukturarmen Beständen fehlt es häufig an:


  • tiefwurzelnden, unterschiedlich wurzelnden Pflanzenarten

  • dauerhaft geschlossener Bodenvegetation

  • humusreichen, gut durchlüfteten Oberböden

  • Totholz- und Mikroreliefstrukturen, die Wasser zurückhalten

Die Folge ist eine verminderte Infiltrationsfähigkeit. Niederschläge können schlechter im Boden versickern und werden stattdessen oberflächlich abgeführt. 

Entwässerungsgräben, begradigte Strukturen oder verdichtete Fahrspuren verstärken diesen Effekt zusätzlich. Wasser verlässt die Fläche schneller, anstatt im Boden gespeichert zu werden und zur Grundwasserneubildung beizutragen.

Auswirkungen auf Biodiversität

Ein beschleunigter Wasserabfluss hat direkte und indirekte Folgen für die biologische Vielfalt:


  • Feuchtlebensräume trocknen schneller aus oder verschwinden ganz.

  • Bodenorganismen verlieren stabile Lebensbedingungen.

  • Amphibien, Insekten und viele Pflanzenarten sind auf zeitweilig wasserführende Strukturen angewiesen.

  • Mikroklimatische Ausgleichseffekte gehen verloren.

Monokulturen bieten ohnehin weniger ökologische Nischen. Wird zusätzlich die Wasserdynamik destabilisiert, verschärft sich dieser Effekt weiter.

Verlust an Regenrückhaltung und Klimaanpassung

In Zeiten des Klimawandels gewinnen Wasserrückhalt und Resilienz von Ökosystemen zunehmend an Bedeutung. Häufigere Starkregenereignisse wechseln sich mit längeren Trockenphasen ab. Landschaften mit hoher Strukturvielfalt können Niederschläge puffern, speichern und zeitverzögert wieder abgeben.

Wo Wasser jedoch rasch aus der Fläche abgeführt wird, entstehen zwei Probleme:


  • Bei Starkregen steigt das Risiko von Erosion, Nährstoffaustrag und Hochwasser.

  • In Trockenperioden fehlt gespeichertes Bodenwasser, sodass Vegetation und Bodenleben unter Stress geraten.

Es entsteht ein widersprüchliches Muster: Zunächst wird Wasser konsequent abgeführt, später wird sein Mangel beklagt. Statt kurzfristiger Maßnahmen zur Symptombekämpfung wäre ein integriertes Wassermanagement erforderlich, das Rückhalt, Bodenaufbau und Strukturvielfalt systematisch stärkt.

Erforderliche Perspektive

Ein zukunftsfähiger Umgang mit Landschaftsflächen – ob forstlich oder landwirtschaftlich genutzt – sollte folgende Aspekte berücksichtigen:

  • Förderung gemischter, strukturreicher Bestände

  • Aufbau humusreicher, lebendiger Böden

  • Reduktion von Bodenverdichtung

  • Wiederherstellung natürlicher Retentionsräume

  • Integration von Wasserrückhalt in die Flächenplanung

Die Stabilisierung des Wasserhaushalts ist keine isolierte Maßnahme, sondern ein zentraler Bestandteil praktischen Naturschutzes und aktiver Klimaanpassung. Strukturvielfalt, Bodenleben und Wasserrückhalt sind eng miteinander verknüpft – und bilden die Grundlage für langfristig resiliente Ökosysteme.


In der Aufnahme 
  • Fast eines Bachlaufs gleich wird das Wasser aus monokulturell geprägten Flächen ausgeleitet. Bereits in wenigen Wochen wäre es nicht unüblich wenn über Wassermangel auf den gleichen Flächen geklagt würde. Ein durchdachtes Management würde hier sicherlich nicht fehl am Platz sein. 
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Europäischer Maulwurf (Talpa europaea)
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Der Europäische Maulwurf (Talpa europaea)

22/23.02.2026

  • Kleine Baumeister unter unseren Füßen

An einem kühlen Frühlingsmorgen bemerkte ein Gärtner frische Erdhügel, die sich wie kleine Inseln über seinen Rasen verteilten. Zunächst ärgerte er sich über das scheinbare Chaos. 

Doch als er innehielt und genauer hinsah, wurde ihm bewusst: Unter der Erde arbeitete ein verborgenes Wesen – unermüdlich, lautlos und mit erstaunlicher Präzision. Während oben das Leben sichtbar blühte, entstand darunter ein ganzes Tunnelsystem. Der unsichtbare Architekt dieses unterirdischen Reiches war der Europäische Maulwurf (Talpa europaea).
Artbeschreibung

Der Europäische Maulwurf ist ein kleines, perfekt an das Leben im Boden angepasstes Säugetier. Er erreicht eine Körperlänge von etwa 11 bis 16 Zentimetern und wiegt zwischen 70 und 130 Gramm. Sein samtiges, schwarzes Fell ist besonders dicht und kann in alle Richtungen gelegt werden – eine ideale Anpassung für das Vor- und Rückwärtsbewegen in engen Gängen.

Charakteristisch sind seine kräftigen, schaufelartigen Vorderpfoten, mit denen er Erde effizient zur Seite drückt. Die Augen sind sehr klein und von Fell überdeckt, da das Sehvermögen unter der Erde nur eine untergeordnete Rolle spielt. Stattdessen orientiert sich der Maulwurf vor allem über seinen ausgeprägten Tast- und Geruchssinn.

Seine Nahrung besteht überwiegend aus Regenwürmern, Insektenlarven und anderen Bodenorganismen. Durch seine Grabtätigkeit lockert er den Boden, verbessert die Durchlüftung und trägt so zur Bodenfruchtbarkeit bei – eine wichtige ökologische Funktion.

Perspektiven im Wandel von Lebensraum und Klima


Die Lebensbedingungen für den Europäischen Maulwurf verändern sich zunehmend. Intensive Landwirtschaft, Bodenverdichtung durch schwere Maschinen und die zunehmende Versiegelung von Flächen verringern geeignete Lebensräume. Besonders problematisch ist die Verdichtung des Bodens, da der Maulwurf auf lockere, grabfähige Erde angewiesen ist.

Auch der Klimawandel beeinflusst seine Zukunft. Längere Trockenperioden können den Boden verhärten und die Verfügbarkeit von Regenwürmern reduzieren – seiner wichtigsten Nahrungsquelle. Gleichzeitig führen Starkregenereignisse dazu, dass Gangsysteme überflutet werden. Diese extremen Wetterbedingungen stellen eine wachsende Herausforderung dar.

Dennoch zeigt die Art eine gewisse Anpassungsfähigkeit. In naturnahen Gärten, Parks und extensiv genutzten Wiesen findet der Maulwurf weiterhin geeignete Rückzugsorte. Die Förderung strukturreicher Grünflächen kann daher einen wichtigen Beitrag zum Erhalt seiner Lebensräume leisten.

Bedrohung durch den Menschen

Der Europäische Maulwurf steht vielerorts unter indirektem Druck durch menschliche Aktivitäten. In Gärten und auf landwirtschaftlichen Flächen wird er häufig als „Schädling“ wahrgenommen, obwohl er Pflanzen nicht frisst und im Gegenteil zur natürlichen Schädlingskontrolle beiträgt.

Illegale Bekämpfungsmethoden, Fallen oder giftige Substanzen können lokale Bestände gefährden. Hinzu kommen Habitatverluste durch Bebauung, Straßenbau und intensive Flächennutzung. Aufklärung über seine ökologische Bedeutung sowie ein toleranter Umgang mit Maulwurfshügeln sind wichtige Schritte, um Konflikte zu reduzieren und die Art zu schützen.



In der Aufnahme von Thomas Köhler
  • Aus misslicher Lage gerettet .. eine Katze trug den Maulwurf mit sich und ließ dieses Tier fallen als wir uns näherten ... damit haben ihm wohl das Leben gerettet ... für uns eine nicht alltägliche Chance einige Aufnahmen am Tag von ihn zu erhaschen ... 
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Altbaumentnahme im Februar: Eingriffe mit weitreichenden Folgen für die Biodiversität
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Kritischer Bericht zur Holzentnahme von Altbäumen im Februar
  • (Einordnung aus Sicht des praktischen Naturschutzes)

22/23.02.2026

Die Holzentnahme von Altbäumen in den Wintermonaten – insbesondere im Februar – wird forstlich häufig mit dem Hinweis auf Vegetationsruhe, bessere Befahrbarkeit der Böden und geringere Störung brütender Vögel begründet. 

Diese Argumente sind nachvollziehbar, greifen jedoch aus naturschutzfachlicher Sicht zu kurz. Gerade Altbäume erfüllen zentrale Funktionen für die Biodiversität, und ihre Entnahme zu diesem Zeitpunkt kann erhebliche ökologische Auswirkungen haben, die differenziert betrachtet werden müssen.
Bedeutung von Altbäumen für die Biodiversität

Altbäume sind Schlüsselstrukturen in Waldökosystemen. Sie bieten:


  • Höhlen und Spalten als Lebensraum für Vögel, Fledermäuse und Kleinsäuger
  • Totholzstrukturen für Käfer, Pilze und Moose
  • Mikrohabitate wie Rindentaschen, Mulmhöhlen und Kronentotholz
  • Nahrungsquellen in Form von Samen, Insektenvorkommen und Pilzen

Viele Arten sind auf diese Strukturen spezialisiert und können jüngere Bestände nicht als Ersatz nutzen. Die Entnahme einzelner Altbäume bedeutet daher nicht nur den Verlust eines Individuums, sondern häufig den Verlust eines komplexen Lebensraums.

Geräuschentwicklung und Störwirkungen

Der Einsatz schwerer Forstmaschinen führt zu einer erheblichen Geräuschentwicklung. Diese wirkt sich auch im Februar auf Wildtiere aus, da zahlreiche Arten in sensiblen Überwinterungsphasen sind:

  • Säugetiere (z. B. Rehe, Wildschweine, Füchse) befinden sich in einer energetisch kritischen Phase. Störungen führen zu Fluchtreaktionen und erhöhtem Energieverbrauch.

  • Fledermäuse überwintern in Baumhöhlen oder Spalten. Vibrationen und Lärm können sie zum Aufwachen zwingen, was bei wiederholter Störung lebensbedrohlich sein kann.

  • Vögel halten sich zwar nicht in der Brutzeit, nutzen Altbäume jedoch weiterhin als Schlaf- und Schutzplätze.

  • Neben dem akustischen Reiz sind es vor allem Erschütterungen durch Maschinenbetrieb, die empfindliche Arten beeinträchtigen.

Bodenverdichtung und Beeinträchtigung überwinternder Organismen

Ein zentraler, oft unterschätzter Aspekt ist die Befahrung des Waldbodens. Schwere Maschinen üben hohen Druck auf den Boden aus, selbst bei vermeintlich gefrorenen Bedingungen, die im Februar zunehmend unsicher sind.

Negative Auswirkungen:

  • Bodenverdichtung reduziert Porenvolumen, Wasserinfiltration und Sauerstoffversorgung.

  • Zerstörung von Bodenstrukturen, die für Mikroorganismen, Pilze und wirbellose Tiere essenziell sind.

  • Beeinträchtigung von Mykorrhiza-Netzwerken, die für die Nährstoffversorgung der Bäume entscheidend sind.

Gerade im Winter überwintern zahlreiche Organismen im Boden:

  • Amphibien wie Frösche und Molche graben sich in frostfreie Bodenschichten ein.

  • Insekten (z. B. Käferlarven, Wildbienen, Schmetterlingspuppen) verbringen ihre Ruhephase in Bodenhohlräumen oder im Totholz.

  • Kleinsäuger nutzen unterirdische Gangsysteme.

Mechanische Belastung kann hier zu direkter Mortalität oder langfristiger Habitatdegradation führen.

Auswirkungen auf Amphibienpopulationen

Besondere Aufmerksamkeit verdient die Situation von Amphibien. Viele Arten überwintern terrestrisch in Wäldern – oft unentdeckt und in geringer Tiefe. Eine Befahrung mit schweren Maschinen kann:

  • Überwinterungsquartiere zerstören

  • Tiere direkt verletzen oder töten

  • Wanderkorridore fragmentieren

Da Amphibienpopulationen europaweit rückläufig sind, ist jede zusätzliche Belastung kritisch zu bewerten.

Beitrag zur Verbreitung des Bsal-Pilzes

Ein weiterer relevanter Aspekt ist die potenzielle Verbreitung von Krankheitserregern durch forstliche Arbeiten. Der Pilz Batrachochytrium salamandrivorans (Bsal) befällt insbesondere Schwanzlurche wie Salamander und Molche und kann lokale Populationen innerhalb kurzer Zeit stark dezimieren.

Schwere Maschinen können zur Verbreitung beitragen durch:

  • Verschleppung von kontaminiertem Bodenmaterial an Reifen und Ketten

  • Verlagerung von Sporen über größere Distanzen

  • Nutzung mehrerer Waldflächen ohne ausreichende Reinigung

Insbesondere in feuchten Waldhabitaten mit bekannten Amphibienvorkommen stellt dies ein relevantes Risiko dar. Präventionsmaßnahmen wie gründliche Reinigung und Desinfektion von Geräten sind daher aus naturschutzfachlicher Sicht zwingend erforderlich.

Klimatische Rahmenbedingungen im Februar

Durch mildere Winter sind Böden im Februar häufig nicht mehr durchgehend gefroren. Die klassische Annahme, dass Winterbefahrung bodenschonend sei, trifft daher nicht mehr pauschal zu. Feuchte, nicht gefrorene Böden reagieren besonders empfindlich auf Druckbelastung.

Zusammenfassende Bewertung

Die Holzentnahme von Altbäumen im Februar ist aus forstwirtschaftlicher Perspektive organisatorisch nachvollziehbar, birgt jedoch erhebliche ökologische Risiken:

  • Verlust strukturreicher Lebensräume

  • Störung überwinternder Tiere

  • Schädigung sensibler Bodenökosysteme

  • Risiko der Krankheitsverschleppung

  • Langfristige Beeinträchtigung der Biodiversität

Für eine naturverträgliche Praxis im Sinne des praktischen Naturschutzes sollten daher folgende Aspekte geprüft werden:

  • Strikte Auswahl und Markierung ökologisch besonders wertvoller Altbäume als Habitatbäume

  • Verzicht auf Befahrung bei ungeeigneten Bodenbedingungen

  • Einrichtung fester Rückegassen

  • Reinigung und Desinfektion von Maschinen

  • Berücksichtigung bekannter Amphibienvorkommen bei der Einsatzplanung

Eine nachhaltige Waldnutzung kann nur dann als ökologisch verantwortungsvoll gelten, wenn sie die komplexen Wechselwirkungen im Ökosystem berücksichtigt. Die Entnahme von Altbäumen im Februar erfordert daher eine besonders sorgfältige Abwägung zwischen wirtschaftlichen Interessen und dem Schutz biologischer Vielfalt.

In der Aufnahme vom Februar
  • Einblicke in eine Forstabteilung die nach der Entnahme von Altbäumen eine deutliche Veränderung im ökologischen Kontext aufweist. 
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Große Pechlibelle (Ischnura elegans)
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Die Große Pechlibelle (Ischnura elegans)

22/23.02.2026

  • An einem sonnigen Frühsommertag liegt ein kleiner Teich still zwischen Schilf und Wiesenblumen. Über der Wasseroberfläche schwirrt ein zarter, blau schimmernder Flügelblitz. 

Er setzt sich kurz auf einen Grashalm, kippt leicht nach vorn – und startet im nächsten Moment wieder zu einem schnellen Flug dicht über dem Wasser. Zwischen Spiegelungen und Lichtreflexen ist sie kaum zu erkennen, und doch prägt sie das Bild vieler Gewässer: die Große Pechlibelle.
Artbeschreibung: Die Große Pechlibelle (Ischnura elegans)

Die Große Pechlibelle (Ischnura elegans) gehört zur Familie der Schlanklibellen (Coenagrionidae) und zählt zu den häufigsten Libellenarten Europas. Sie besiedelt stehende und langsam fließende Gewässer wie Teiche, Weiher, Seen, Gräben oder ruhige Flussabschnitte.



In der Aufnahme von Willibald Lang
  •     Die Große Pechlibelle ist eine sehr häufige, weit verbreitete Kleinlibelle, welche anspruchslos bei der Beschaffenheit ihrer Fortpflanzungsgewässer ist. Dieses Weibchen zeigt einen Übergangszustand zwischen der Jugendfarbmorpfe violacea und der einsetzenden, androchromen (wie die Männchen gefärbten) Altersform typica. Körperlänge von 27,0 - 34,0 mm.
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Flussbarsch (Perca fluviatilis)
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Der Flussbarsch (Perca fluviatilis)

21/22.02.2026

  • Die Wasseroberfläche eines Sees liegt ruhig im Morgenlicht. Unter ihr bewegt sich ein Schatten zwischen Wasserpflanzen und versunkenen Ästen. Plötzlich zuckt ein Schwarm kleiner Fische auseinander – blitzschnell stößt ein grünlich schimmernder Jäger hervor. 

Mit präziser Bewegung schnappt er zu und verschwindet wieder im Halbdunkel. Der Flussbarsch ist kein lauter Räuber, sondern ein geduldiger Beobachter im Geflecht des Gewässers.
Artbeschreibung: Der Flussbarsch (Perca fluviatilis)

Der Flussbarsch (Perca fluviatilis) – auch einfach „Barsch“ genannt – ist einer der bekanntesten Süßwasserfische Europas. Er gehört zur Familie der Echten Barsche (Percidae) und ist in Seen, Teichen, Flüssen und langsam fließenden Gewässern weit verbreitet.

Charakteristisch ist sein hochrückiger, seitlich abgeflachter Körper mit grünlich-gelber Grundfärbung. Auffällig sind die dunklen, senkrechten Querbänder entlang der Flanken. Die Bauch- und Afterflossen sind oft rötlich gefärbt. Besonders markant sind die zwei Rückenflossen: eine vordere mit stacheligen Hartstrahlen und eine hintere mit weichen Flossenstrahlen.

Flussbarsche können je nach Lebensraum unterschiedlich groß werden. Durchschnittlich erreichen sie 20 bis 40 Zentimeter Länge, in nährstoffreichen Gewässern sind jedoch auch größere Exemplare möglich.

Jungbarsche ernähren sich zunächst von Zooplankton und kleinen wirbellosen Tieren. Mit zunehmender Größe gehen sie zur räuberischen Lebensweise über und jagen kleinere Fische, Insektenlarven und Krebstiere. Sie sind oft in Trupps oder lockeren Schwärmen unterwegs, insbesondere in jüngeren Altersstadien.

Die Laichzeit liegt meist im Frühjahr. Die Weibchen legen lange, gallertartige Laichbänder an Pflanzen, Wurzeln oder Totholz im Flachwasser ab.

Perspektive des Flussbarsches im Wandel von Lebensraum und Klima

Der Flussbarsch gilt als anpassungsfähig und besiedelt unterschiedlichste Gewässertypen. Dennoch ist auch er von Umweltveränderungen betroffen.

Lebensraumveränderung

Der Ausbau von Flüssen, Uferbefestigungen und das Entfernen von Totholz oder Wasserpflanzen führen zu einem Verlust strukturreicher Lebensräume. Gerade Jungbarsche sind auf flache, pflanzenreiche Uferzonen als Schutz- und Nahrungsräume angewiesen.

Staustufen und Gewässerverbauungen unterbrechen zudem ökologische Verbindungen. Verschmutzung, Nährstoffeinträge und Sauerstoffmangel können insbesondere in stehenden Gewässern problematisch werden.

In künstlich stark veränderten Gewässern kann sich das Gleichgewicht zwischen Raub- und Beutefischen verschieben, was langfristig Auswirkungen auf die gesamte Fischgemeinschaft hat.

Klimawandel

Steigende Wassertemperaturen beeinflussen Stoffwechsel, Wachstum und Fortpflanzung. Der Flussbarsch toleriert relativ breite Temperaturbereiche und könnte in manchen Regionen kurzfristig von wärmeren Bedingungen profitieren.

Gleichzeitig bergen höhere Temperaturen Risiken:

  •     Sauerstoffgehalt im Wasser sinkt
  •     Algenblüten nehmen zu
  •     Konkurrenz durch wärmeliebende Arten steigt
  •     Veränderungen im Nahrungsangebot treten auf

Besonders empfindlich reagieren frühe Entwicklungsstadien auf extreme Temperaturschwankungen oder plötzliche Hochwasserereignisse.

Langfristig hängt die Stabilität der Bestände von naturnahen Gewässerstrukturen, guter Wasserqualität und funktionierenden Nahrungsnetzen ab. Der Flussbarsch ist dabei nicht nur Räuber, sondern auch Beute größerer Fische, Vögel und Säugetiere – und somit ein wichtiger Bestandteil aquatischer Ökosysteme.


In der Aufnahme von Peter Hoffmann
  •     Die Seitensicht des Flussbarsches zeigt dessen ganze Schönheit .
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Hausdornfinger (Cheiracanthium mildei)
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Der Hausdornfinger (Cheiracanthium mildei)

21/22.02.2026

  • An einem warmen Sommerabend steht das Fenster gekippt. Die Luft ist mild, und das Licht der untergehenden Sonne taucht den Raum in ein weiches Orange. Unbemerkt klettert eine schlanke, hell gefärbte Spinne am Fensterrahmen entlang. 

Sie sucht keinen Menschenkontakt – nur Schutz und vielleicht ein paar Insekten, die vom Licht angezogen werden. Mit ruhigen Bewegungen verschwindet sie in einer kleinen Gespinströhre. Der Hausdornfinger ist ein stiller Mitbewohner unserer Siedlungen – meist unbemerkt, oft missverstanden.
Artbeschreibung: Der Hausdornfinger (Cheiracanthium mildei)

Der Hausdornfinger (Cheiracanthium mildei) gehört zur Familie der Dornfingerspinnen (Cheiracanthiidae). Ursprünglich stammt die Art aus wärmeren Regionen Europas und des Mittelmeerraums, hat sich jedoch in den vergangenen Jahrzehnten weiter nach Norden ausgebreitet.

Mit einer Körperlänge von etwa 7 bis 10 Millimetern (Weibchen etwas größer als Männchen) ist der Hausdornfinger mittelgroß. Charakteristisch ist seine gelblich-helle bis beige Grundfärbung. Der Vorderkörper wirkt etwas dunkler, die Beine sind schlank und relativ lang. Typisch sind die kräftigen, nach vorne gerichteten Kieferklauen (Cheliceren), die der Gattung ihren Namen geben.

Im Gegensatz zu vielen anderen Spinnen baut der Hausdornfinger kein klassisches Radnetz. Stattdessen lebt er als aktiver Jäger. Tagsüber hält er sich häufig in einem selbst gesponnenen, röhrenartigen Rückzugsort auf – etwa in Ecken, hinter Bildern, in Rollladenkästen oder in dichter Vegetation. Nachts geht er auf Beutefang und erbeutet kleine Insekten.

Der Biss des Hausdornfingers kann für den Menschen schmerzhaft sein, ist jedoch in der Regel medizinisch unproblematisch. Die Art gilt nicht als gefährlich, auch wenn einzelne Begegnungen zu Verunsicherung führen können.

Perspektive des Hausdornfingers im Wandel von Lebensraum und Klima

Die Ausbreitung des Hausdornfingers wird häufig im Zusammenhang mit klimatischen Veränderungen diskutiert.

Lebensraumveränderung

Die zunehmende Urbanisierung schafft neue Lebensräume für wärmeliebende Arten. Gebäude bieten geschützte Strukturen mit vergleichsweise stabilen Temperaturen. Fassaden, Gärten und Innenräume können Ersatzhabitate darstellen, insbesondere dort, wo natürliche Lebensräume durch Bebauung oder intensive Landwirtschaft zurückgehen.

Gleichzeitig führen strukturärmere Landschaften im ländlichen Raum zu einer Verschiebung von Lebensräumen in Richtung Siedlungsbereiche. Der Hausdornfinger profitiert teilweise von dieser Entwicklung, da er anpassungsfähig ist und sowohl im Freiland als auch in Gebäuden leben kann.

Klimawandel

Steigende Durchschnittstemperaturen und mildere Winter begünstigen die Ausbreitung wärmeliebender Arten nach Norden. Der Hausdornfinger gilt als Beispiel für eine Art, die von diesen klimatischen Veränderungen profitieren kann.

Längere warme Perioden können die Fortpflanzungsbedingungen verbessern und die Überlebensrate erhöhen. Gleichzeitig bleibt die Art auf ein ausreichendes Nahrungsangebot und geeignete Rückzugsorte angewiesen.

Die zunehmende Präsenz in Siedlungsräumen führt jedoch auch zu mehr Begegnungen mit Menschen. Eine sachliche Aufklärung über Biologie und Verhalten der Art ist daher wichtig, um unbegründete Ängste abzubauen.

Langfristig zeigt der Hausdornfinger, wie flexibel manche Arten auf Umweltveränderungen reagieren können. Während viele spezialisierte Arten unter Lebensraumverlust und Klimastress leiden, gelingt es anpassungsfähigen Arten, neue ökologische Nischen zu erschließen.



In der Aufnahme von Helga und Hubertus Zinnecker
  •     Hausdornfinger in dichter Vegetation als natürlicher Lebensraum.
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Entwässerung, Versiegelung und ihre Folgen ...
Bild zum Eintrag (1137000-160)
Entwässerung, Versiegelung und ihre Folgen – Beschleunigter Wasserabfluss, Hochwasser und Biodiversitätsverlust

21/22.02.2026

  • In natürlichen Landschaften versickert ein großer Teil des Niederschlags direkt im Boden. Wälder, Wiesen, Moore und Auen wirken wie ein Schwamm: Sie speichern Regenwasser, geben es zeitverzögert wieder ab und stabilisieren so den Wasserhaushalt. 

Dieses natürliche Puffersystem reduziert Hochwasserspitzen, speist das Grundwasser und schafft vielfältige Lebensräume. Durch tiefgreifende Veränderungen in der Landnutzung ist dieses Gleichgewicht jedoch vielerorts gestört.
Drainierung landwirtschaftlicher Flächen

Zur Verbesserung der landwirtschaftlichen Nutzbarkeit werden Flächen häufig drainiert. Unterirdische Rohrsysteme leiten überschüssiges Wasser gezielt ab, um Staunässe zu vermeiden und die Befahrbarkeit der Böden zu erhöhen.

Diese Praxis hat jedoch hydrologische Folgen:

  • Niederschläge werden schneller in Gewässer abgeführt
  • Die natürliche Wasserspeicherung im Boden nimmt ab
  • Die Grundwasserneubildung kann reduziert werden
  • Hochwasserspitzen nach Starkregen werden verstärkt

Wenn große Flächen gleichzeitig entwässert werden, gelangt Wasser nahezu zeitgleich in Bäche und Flüsse. Dadurch steigt die Wahrscheinlichkeit, dass sich Abflusswellen überlagern und kritische Pegel schneller erreicht werden.

Bodenversiegelung in urbanen Räumen

In Städten und Siedlungsgebieten verhindert die zunehmende Versiegelung durch Straßen, Dächer und Parkflächen das Versickern von Regenwasser nahezu vollständig. Statt in den Boden einzudringen, wird es über Kanalsysteme direkt in Gewässer eingeleitet.

Die Folgen:

  • Stark beschleunigter Oberflächenabfluss
  • Überlastung von Entwässerungssystemen
  • Erhöhtes Risiko lokaler Überflutungen
  • Schnelle Pegelanstiege in Fließgewässern

Je höher der Versiegelungsgrad in einem Einzugsgebiet, desto geringer ist die natürliche Rückhaltefähigkeit der Landschaft.

Auswirkungen auf die Biodiversität

Neben der Hochwasserproblematik hat der beschleunigte Wasserabfluss erhebliche ökologische Konsequenzen.

Verlust von Feuchtlebensräumen

Drainierung führt häufig zur Absenkung des Grundwasserspiegels. Moore, Feuchtwiesen und Auen verlieren ihre charakteristische Vegetation. Spezialisten wie Amphibien, Libellen oder feuchtigkeitsliebende Pflanzenarten finden weniger geeignete Lebensräume.

Moore beispielsweise sind nicht nur wichtige Kohlenstoffspeicher, sondern auch Hotspots der Artenvielfalt. Ihre Entwässerung bedeutet sowohl Klimabelastung als auch Biodiversitätsverlust.

Strukturverarmung von Gewässern

Ein schneller Abfluss verändert die Dynamik von Bächen und Flüssen. Stark schwankende Wasserstände können Laichplätze zerstören, Uferstrukturen erodieren und Sedimente verlagern. Viele Fischarten, wirbellose Wasserorganismen und Uferpflanzen sind jedoch auf stabile, strukturreiche Gewässer angewiesen.

Unterbrechung ökologischer Vernetzung

Auenlandschaften wirken als ökologische Korridore. Wenn sie durch Eindeichung, Entwässerung oder Bebauung verloren gehen, werden Lebensräume isoliert. Der genetische Austausch zwischen Populationen nimmt ab, was langfristig die Widerstandsfähigkeit von Arten schwächt.

Verstärkung klimatischer Stressfaktoren

Mit dem Klimawandel nehmen Starkregenereignisse zu. Gleichzeitig führen längere Trockenperioden zu zusätzlichem Stress für Ökosysteme. Wenn Böden ihre Wasserspeicherfunktion verlieren, verschärfen sich sowohl Dürre- als auch Hochwasserphasen. Diese Extremdynamik setzt viele Arten unter Druck, da sie auf ausgeglichene Bedingungen angewiesen sind.

Ganzheitliche Lösungen für Wasser- und Artenschutz

Ein nachhaltiger Umgang mit Niederschlagswasser dient nicht nur dem Hochwasserschutz, sondern auch dem Erhalt der Biodiversität. Wichtige Maßnahmen können sein:

  • Wiedervernässung von Mooren und Feuchtgebieten
  • Schaffung und Erhalt von Retentionsräumen
  • Entsiegelung geeigneter Flächen im urbanen Raum
  • Dezentrale Regenwasserversickerung
  • Schutz und Renaturierung von Auen

Hochwasserschutz beginnt in der Fläche – und Biodiversitätsschutz ebenso. Naturnahe, wasseraufnahmefähige Landschaften sind widerstandsfähiger gegenüber extremen Wetterereignissen und bieten zugleich vielfältige Lebensräume für Pflanzen und Tiere.

In der Aufnahme
  • Das Tauwetter der vergangenen Tage führte auch dazu das zahlreiche Bereiche überflutet wurden. Einen Beitrag kann das rasche Abführen von Wasser aus landwirtschaftlichen Flächen leisten. Auch für die Biodiversität zeigen sich immense Herausforderungen. 
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Zwergmaus (Micromys minutus)
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Die Zwergmaus (Micromys minutus)

20/21.02.2026

  • Im ersten Licht des Morgens biegt sich ein Halm im hohen Gras. Behutsam klettert ein winziges Tier daran empor, mit geschickten Bewegungen und einem langen, greifenden Schwanz als Stütze. 

Zwischen den Samenständen balanciert es scheinbar schwerelos. Für einen Moment verharrt es, die schwarzen Knopfaugen wachsam in die Umgebung gerichtet. Kaum größer als ein Daumen, aber perfekt angepasst – die Zwergmaus lebt verborgen im Dschungel der Wiesen.
Artbeschreibung: Die Zwergmaus (Micromys minutus)

Die Zwergmaus (Micromys minutus) ist die kleinste heimische Mausart Europas. Mit einer Körperlänge von etwa 5–7 Zentimetern und einem Gewicht von nur 5–10 Gramm gehört sie zu den zierlichsten Nagetieren der Region. Auffällig ist ihr relativ langer Greifschwanz, der fast körperlang werden kann und beim Klettern als zusätzliche „Hand“ dient.

Ihr Fell ist oberseits warm braun bis rötlich gefärbt, die Bauchseite deutlich heller. Die Augen sind groß, die Ohren klein und rund. Diese Merkmale verleihen ihr ein charakteristisches, fast „kindliches“ Aussehen.

Die Zwergmaus besiedelt vor allem strukturreiche Lebensräume wie Röhrichte, Hochstaudenfluren, Getreidefelder, Feuchtwiesen und dichte Grasbestände. Besonders bemerkenswert ist ihr kugelförmiges Nest, das sie geschickt aus Grashalmen in erhöhter Position zwischen Stängeln baut. Dort zieht sie ihre Jungen geschützt vor Bodenfeinden auf.

Ihre Nahrung besteht hauptsächlich aus Samen, Gräsern, Kräutern und gelegentlich kleinen Insekten. Als dämmerungs- und nachtaktives Tier bleibt sie dem Menschen meist verborgen.

Perspektive der Zwergmaus im Wandel von Lebensraum und Klima

Die Zwergmaus ist stark an strukturreiche, deckungsreiche Vegetation gebunden. Veränderungen in der Landschaft wirken sich daher unmittelbar auf ihre Bestände aus.

Lebensraumveränderung

Die Intensivierung der Landwirtschaft, häufige Mahd, der Verlust von Feldrainen und Hecken sowie die Trockenlegung von Feuchtwiesen führen zu einem Rückgang geeigneter Lebensräume. Besonders problematisch ist der Verlust von Altgrasstreifen und ungemähten Randbereichen, die der Zwergmaus Schutz, Nahrung und Nistmöglichkeiten bieten.

Großflächige, strukturarme Agrarlandschaften erschweren Wanderbewegungen und isolieren Populationen. Dadurch kann der genetische Austausch eingeschränkt werden.

Klimawandel

Der Klimawandel beeinflusst Niederschlagsmuster, Vegetationsperioden und die Häufigkeit extremer Wetterereignisse. Längere Trockenphasen können Feuchtgebiete und Röhrichte zurückgehen lassen – wichtige Lebensräume der Zwergmaus. Starkregen oder Überschwemmungen können hingegen Nester zerstören, insbesondere wenn diese in niedriger Vegetation angelegt wurden.

Gleichzeitig können mildere Winter die Überlebensrate erhöhen, sofern ausreichend Nahrung und Deckung vorhanden sind. Die Anpassungsfähigkeit der Zwergmaus ist grundsätzlich vorhanden, doch sie bleibt auf vielfältige, strukturreiche Landschaften angewiesen.

Langfristig hängt ihre Perspektive davon ab, ob extensiv bewirtschaftete Flächen, Gewässerrandstreifen, Brachen und naturnahe Wiesen erhalten oder neu geschaffen werden. Eine kleinräumige, biodiversitätsfördernde Landnutzung kann entscheidend zur Stabilisierung ihrer Bestände beitragen.


In der Aufnahme von Hubertus Zinnecker
  •     Dank ihres Greifschwanzes ist die Zwergmaus in der Lage sich rasch zwischen den Schilfhalmen zu bewegen.Was der Regenwald für andere Tierarten - ist für die Zwergmaus der Schilfgürtel manch fränkischer Weiher.
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Zwischen Konfliktdebatte und ökologischer Realität
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Gänsesäger (Mergus merganser) und Fischbestände – Zwischen Konfliktdebatte und ökologischer Realität

20/21.02.2026

  • Der Gänsesäger (Mergus merganser) steht seit vielen Jahren im Mittelpunkt einer kontroversen Diskussion – insbesondere dort, wo Fischerei und Naturschutz aufeinandertreffen. 

Immer wieder wird die Frage gestellt, welchen Einfluss dieser fischfressende Wasservogel auf Fischbestände hat und ob er zur Gefährdung bestimmter Arten beiträgt. Eine differenzierte Betrachtung zeigt jedoch, dass die Zusammenhänge komplexer sind, als es auf den ersten Blick scheint.
Nahrung und Jagdverhalten

Der Gänsesäger (Mergus merganser) ist ein spezialisierter Fischjäger. Mit seinem schlanken, gezähnten Schnabel – der wie eine Greifzange funktioniert – hält er glitschige Beute sicher fest. Er jagt tauchend, oft in klaren Flüssen oder Seen, und erbeutet vor allem kleinere bis mittelgroße Fische. Dabei handelt es sich häufig um häufig vorkommende Arten oder um Individuen, die leicht erreichbar sind.

Wichtig ist: Der Gänsesäger ist kein selektiver „Bestandsvernichter“, sondern Teil eines natürlichen Räuber-Beute-Systems. Er entnimmt dem Gewässer Biomasse, wirkt aber gleichzeitig regulierend auf Fischpopulationen. Vor allem kranke, geschwächte oder besonders häufige Individuen werden erbeutet – ein Mechanismus, der zur Stabilisierung von Beständen beitragen kann.

Bedeutung im Ökosystem

Als natürlicher Prädator erfüllt der Gänsesäger mehrere ökologische Funktionen:


  • Regulation von Fischpopulationen: Er verhindert lokale Überpopulationen bestimmter Arten oder Jahrgänge.

  • Gesundheitsfaktor: Durch die Entnahme geschwächter Individuen kann er indirekt zur genetischen Stabilität beitragen.

  • Nährstoffkreislauf: Über Kot und organisches Material werden Nährstoffe zwischen Gewässer und Uferzonen transportiert.

  • Indikatorart: Sein Vorkommen weist auf ausreichend strukturierte, fischreiche und relativ intakte Gewässer hin.

Ökosysteme sind komplexe Gefüge, in denen jede Art eine Rolle spielt. Der Gänsesäger ist seit vielen Jahrtausenden Teil dieser Systeme. Er existierte lange bevor moderne Fischerei, Gewässerausbau oder industrielle Eingriffe stattfanden. In dieser Zeit hat er keine Fischart ausgerottet. Natürliche Räuber und Beutetiere entwickeln über evolutionäre Zeiträume hinweg ein dynamisches Gleichgewicht.

Menschliche Einflüsse als entscheidender Faktor

Erst mit dem zunehmenden Einfluss des Menschen geraten viele Fischarten unter Druck. Zu den entscheidenden Faktoren gehören:


  • Gewässerbegradigungen und Staustufen
  • Verlust von Laichplätzen
  • Verschmutzung und Nährstoffeinträge
  • Klimabedingte Erwärmung von Flüssen und Seen
  • Überfischung oder intensive Bewirtschaftung

Wenn Fischbestände zurückgehen, liegt die Ursache meist in einer Kombination dieser Faktoren. In ökologisch belasteten Systemen kann der Eindruck entstehen, dass natürliche Prädatoren stärker ins Gewicht fallen. Tatsächlich wirken sie jedoch innerhalb der Rahmenbedingungen, die maßgeblich durch menschliche Eingriffe verändert wurden.

Eine isolierte Betrachtung des Gänsesägers greift daher zu kurz. Nachhaltiger Fischartenschutz erfordert vielmehr die Wiederherstellung naturnaher Gewässerstrukturen, Durchgängigkeit von Flüssen, Schutz von Auenlandschaften und eine angepasste Fischereiwirtschaft.

Historische Perspektive

Der Gänsesäger lebt seit vielen Zehntausenden Jahren auf diesem Planeten. Während Eiszeiten, Warmphasen und natürliche Klimaschwankungen hat er sich immer wieder angepasst. Über diesen langen Zeitraum sind keine Fälle bekannt, in denen er eigenständig stabile Fischpopulationen ausgelöscht hätte.

Arten geraten vor allem dann in Bedrängnis, wenn Lebensräume drastisch verändert oder zerstört werden. Mit dem großflächigen Eingreifen des Menschen in Gewässerökosysteme hat sich das ökologische Gleichgewicht vieler Regionen grundlegend verschoben. Der Gänsesäger ist dabei nicht Ursache, sondern Teil eines veränderten Systems.

Ausblick: Klimawandel und Anpassungsfähigkeit

Der Klimawandel stellt auch den Gänsesäger vor neue Herausforderungen. Steigende Wassertemperaturen verändern die Zusammensetzung von Fischgemeinschaften. Manche Kaltwasserarten geraten unter Druck, während wärmeliebende Arten zunehmen.

Der Gänsesäger zeigt eine gewisse Anpassungsfähigkeit:

  • Er kann unterschiedliche Gewässertypen nutzen.

  • Er reagiert flexibel auf saisonale Veränderungen im Nahrungsangebot.

  • Als Zugvogel kann er sein Verbreitungsgebiet teilweise verschieben.

Dennoch hängt seine Zukunft – wie die vieler Arten – eng mit dem Zustand der Gewässer zusammen. Klimaanpassungsstrategien im Naturschutz müssen daher immer Gewässerrenaturierung, Strukturvielfalt und die Stabilisierung natürlicher Nahrungsketten einbeziehen.

Fazit:

Der Gänsesäger ist kein isolierter Verursacher von Fischrückgängen, sondern ein natürlicher Bestandteil aquatischer Ökosysteme. Seit Jahrtausenden lebt er im Gleichgewicht mit seinen Beutetieren. Erst durch tiefgreifende menschliche Veränderungen geraten viele Arten unter Druck. Ein nachhaltiger Umgang mit unseren Gewässern erfordert daher eine ganzheitliche Perspektive, in der Prädatoren wie der Gänsesäger als integraler Bestandteil funktionierender Ökosysteme verstanden werden.



In der Aufnahme von Andreas Gehrig
  • Gänsesäger im schnellen Flug dicht über der Wasseroberfläche.
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Baumfalke (Falco subbuteo)
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Der Baumfalke (Falco subbuteo)

20/21.02.2026

  • Es ist ein warmer Sommerabend. Über einer weiten Wiese tanzen Libellen im goldenen Licht. Plötzlich durchschneidet ein schlanker Schatten die Luft – schnell, präzise und lautlos. 

Mit eleganten Flügelschlägen und rasanter Wendigkeit verfolgt er seine Beute. Ein kurzer Moment, ein gezielter Zugriff – dann steigt der Jäger wieder empor. Hoch oben zieht er seine Kreise, scheinbar schwerelos. Der Baumfalke ist unterwegs, ein Meister der Luft.
Artbeschreibung: Der Baumfalke (Falco subbuteo)

Der Baumfalke (Falco subbuteo) ist ein mittelgroßer Greifvogel aus der Familie der Falken (Falconidae). Er ist in weiten Teilen Europas, Asiens und Nordafrikas verbreitet und zählt zu den Langstreckenziehern. Den Winter verbringt er überwiegend im südlichen Afrika.

Mit einer Körperlänge von etwa 29–36 Zentimetern und einer Flügelspannweite von rund 70–85 Zentimetern wirkt der Baumfalke schlank und sichelflügelig. Sein Gefieder ist oberseits dunkelgrau bis schieferfarben. Die Unterseite ist hell mit dunkler Längsstreifung. Besonders auffällig sind die rostroten „Hosen“ an den Unterschenkeln sowie der dunkle Bartstreif im Gesicht.

Der Baumfalke ist ein ausgesprochener Luftjäger. Seine Nahrung besteht hauptsächlich aus fliegenden Insekten wie Libellen und Käfern sowie aus kleinen Singvögeln, die er oft im schnellen Flug erbeutet. Dabei erreicht er hohe Geschwindigkeiten und zeigt beeindruckende Flugmanöver.

Als Brutplatz nutzt er meist alte Nester von Krähen oder anderen Vögeln in hohen Bäumen. Eigene Nester baut er nicht. Die Brutzeit beginnt im späten Frühjahr oder Frühsommer. In der Regel legt das Weibchen zwei bis drei Eier, die etwa vier Wochen bebrütet werden.

Bevorzugte Lebensräume sind halboffene Landschaften mit Waldrändern, Feldgehölzen, Flussauen oder auch größere Parks – immer in Kombination mit offenen Flächen, die als Jagdgebiet dienen.

Perspektive des Baumfalken im Wandel von Lebensraum und Klima

Der Baumfalke ist stark auf strukturreiche Landschaften angewiesen. Veränderungen in seinem Lebensraum wirken sich daher unmittelbar auf seine Bestände aus.

Lebensraumveränderung:

Die Intensivierung der Landwirtschaft, das Verschwinden von Feldgehölzen und alten Baumbeständen sowie der Rückgang von Feuchtgebieten reduzieren geeignete Brut- und Jagdgebiete. Der Mangel an hohen Bäumen mit alten Krähennestern kann die Brutmöglichkeiten einschränken. Gleichzeitig führt der Einsatz von Pestiziden zu einem Rückgang großer Insekten – einer wichtigen Nahrungsquelle.

Klimawandel:
Veränderte Temperatur- und Niederschlagsmuster beeinflussen das Auftreten von Insekten und Zugvögeln, also potenzieller Beute. Mildere Frühjahre können zwar zu einem früheren Nahrungsangebot führen, doch wenn Ankunft aus den Überwinterungsgebieten und Nahrungsverfügbarkeit zeitlich nicht mehr zusammenpassen, kann dies den Bruterfolg beeinträchtigen. Zudem können extreme Wetterereignisse wie Starkregen oder langanhaltende Hitzeperioden während der Brutzeit die Aufzucht der Jungvögel erschweren.

Langfristig hängt die Zukunft des Baumfalken davon ab, ob vielfältige Kulturlandschaften mit alten Baumbeständen, Hecken und artenreichen Wiesen erhalten bleiben. Schutz von Feuchtgebieten, nachhaltige Landwirtschaft und der Erhalt strukturreicher Landschaften tragen dazu bei, diesem eleganten Jäger auch künftig geeignete Lebensräume zu sichern.



In der Aufnahme von Johannes Rother
  •     Ruhender Baumfalke auf einem hohen Ansitz am Waldrand.
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Igelstäubling oder Igelbovist (Lycoperdon echinatum)
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Der Igelstäubling oder Igelbovist (Lycoperdon echinatum)

19/20.02.2026

  • Nach einem warmen Sommerregen liegt der Waldboden noch feucht und duftet nach Laub und Erde. Zwischen Moos und herabgefallenen Ästen ragt ein kleines, rundes Gebilde hervor – übersät mit weichen, dunklen Stacheln. 

Wer genauer hinschaut, entdeckt keinen Seeigel des Waldes, sondern einen Pilz. Vorsichtig berührt, gibt er bei Reife eine feine Staubwolke frei. Der Igelstäubling zeigt sich nur dem aufmerksamen Blick – unscheinbar und doch faszinierend.
Artbeschreibung: Der Igelstäubling oder Igelbovist (Lycoperdon echinatum)

Der Igelstäubling oder Igelbovist (Lycoperdon echinatum) ist ein Vertreter der Stäublinge innerhalb der Bauchpilze. Er wächst vor allem in Laub- und Mischwäldern, bevorzugt auf kalkhaltigen Böden, und erscheint meist vom Sommer bis in den Herbst hinein.

Typisch für diese Art ist die kugelige bis birnenförmige Fruchtkörperform mit einer Größe von etwa 3 bis 7 Zentimetern. Die Oberfläche ist dicht mit auffälligen, gebogenen, zunächst dunklen Stacheln besetzt, die an kleine Igelstacheln erinnern – daher der deutsche Name. Mit zunehmendem Alter können diese Stacheln teilweise abfallen.

Im Inneren befindet sich zunächst festes, weißes Fleisch. Mit der Reife verfärbt sich dieses oliv- bis braun und zerfällt schließlich zu einem feinen Sporenpulver. Bei Druck oder Erschütterung entweichen die Sporen in einer kleinen Staubwolke durch eine Öffnung an der Oberseite – ein typisches Merkmal vieler Stäublinge.

Der Igelstäubling lebt saprobiontisch, das heißt, er ernährt sich von abgestorbenem organischem Material und trägt damit wesentlich zum Abbau von Laub und zur Nährstoffrückführung im Wald bei.

! Wichtiger Hinweis zur Bestimmung !

Wir geben auf unserer Internetpräsenz keinerlei Bestimmungsgarantien oder Verzehrempfehlungen. Alle hier dargestellten Informationen dienen ausschließlich der allgemeinen Wissensvermittlung. Zur sicheren Bestimmung von Pilzen ist ausnahmslos eine professionelle Beratungsstelle (z. B. geprüfte Pilzsachverständige oder offizielle Pilzberatungsstellen) aufzusuchen. Eine eigenständige Bestimmung anhand von Fotos oder Textbeschreibungen kann zu gefährlichen Verwechslungen führen.

Perspektive des Igelstäublings im Wandel von Lebensraum und Klima

Der Igelstäubling ist an bestimmte Standortbedingungen gebunden. Veränderungen im Waldökosystem wirken sich daher unmittelbar auf sein Vorkommen aus.

Lebensraumveränderung:
Die Umwandlung naturnaher Wälder in monotone Forstbestände, Bodenverdichtung durch schwere Maschinen sowie der Verlust von Laub- und Mischwäldern können geeignete Standorte verringern. Da der Pilz auf abgestorbenes organisches Material angewiesen ist, spielt auch die Menge an Totholz und Laub eine wichtige Rolle. Eine intensive „Aufräumwirtschaft“ im Wald kann seine Lebensgrundlage einschränken.

Klimawandel:
Veränderte Niederschlagsmuster und längere Trockenperioden beeinflussen das Pilzwachstum stark. Pilze reagieren empfindlich auf Feuchtigkeit und Temperatur. Längere Hitze- und Dürrephasen können das Myzel im Boden schwächen oder Fruchtkörperbildung verhindern.

Andererseits können mildere Temperaturen in bestimmten Regionen eine Ausbreitung in bislang kühlere Gebiete ermöglichen – vorausgesetzt, geeignete Boden- und Waldstrukturen sind vorhanden.

Langfristig hängt die Zukunft des Igelstäublings von naturnah bewirtschafteten Wäldern, ausreichender Bodenfeuchte und einem funktionierenden Ökosystem mit reichlich organischem Material ab.

In der Aufnahme von Dieter Zinßer
  •     Igelstäubling zwischen Moos und herabgefallenem Laub.
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Gimpel (Pyrrhula pyrrhula)
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Der Gimpel (Pyrrhula pyrrhula)

19/20.02.2026

  • An einem frostigen Wintermorgen sitzt ein kleiner, rundlicher Vogel im Apfelbaum eines verschneiten Gartens. 

Sein Gefieder leuchtet zart rosarot im ersten Licht der Sonne. Während ringsum alles still wirkt, knackt er geschickt eine Samenknospe und schaut aufmerksam in die klare Luft. Ein leiser, melancholischer Pfiff durchbricht die Stille – es ist der Gimpel, der hier seit Tagen Nahrung findet. Für die Beobachterin am Fenster ist er ein seltener Farbtupfer im Grau des Winters, für sich selbst jedoch ist er vor allem eines: ein Überlebenskünstler.
Artbeschreibung: Der Gimpel (Pyrrhula pyrrhula)

Der Gimpel (Pyrrhula pyrrhula), auch Dompfaff genannt, gehört zur Familie der Finken (Fringillidae). Er ist in weiten Teilen Europas und Asiens verbreitet und bevorzugt strukturreiche Landschaften mit Hecken, Feldgehölzen, Mischwäldern und Gärten.

Charakteristisch ist das auffällige Gefieder des Männchens: Brust und Bauch zeigen ein kräftiges Karminrot bis Rosarot, während Kopf, Flügel und Schwanz schwarz gefärbt sind. Der Rücken ist grau, der Bürzel weiß. Weibchen wirken insgesamt matter und eher bräunlich-rosa gefärbt. Beide Geschlechter besitzen einen kräftigen, kegelförmigen Schnabel – ideal zum Knacken von Samen und Knospen.

Gimpel erreichen eine Körperlänge von etwa 14–16 Zentimetern und wirken durch ihre rundliche Gestalt besonders kompakt. Ihr Flug ist wellenförmig, begleitet von leisen, weichen Ruflauten. Die Nahrung besteht überwiegend aus Samen, Knospen, Beeren und im Sommer ergänzend aus kleinen Insekten.

Die Brutzeit beginnt meist im späten Frühjahr. Das Weibchen baut ein napfförmiges Nest in dichten Sträuchern oder niedrigen Bäumen. In der Regel werden vier bis sechs Eier gelegt, die etwa zwei Wochen bebrütet werden.

Perspektive des Gimpels im Wandel von Lebensraum und Klima

Wie viele Vogelarten steht auch der Gimpel vor Herausforderungen durch Lebensraumveränderungen und den Klimawandel.


Lebensraumveränderung:
Die Intensivierung der Landwirtschaft, das Entfernen von Hecken und Feldgehölzen sowie die zunehmende Versiegelung von Flächen führen zu einem Rückgang geeigneter Brut- und Nahrungsräume. Besonders strukturreiche Landschaften mit abwechslungsreicher Vegetation sind für den Gimpel wichtig. Der Verlust solcher Strukturen kann lokale Bestände schwächen.

Klimawandel:
Steigende Temperaturen und veränderte Niederschlagsmuster beeinflussen die Vegetation und damit das Nahrungsangebot. Wenn sich Knospenbildung und Brutzeit zeitlich verschieben, kann es zu sogenannten „phänologischen Entkopplungen“ kommen – also zu einer zeitlichen Verschiebung zwischen Nahrungsverfügbarkeit und dem Nahrungsbedarf der Jungvögel.

Gleichzeitig ermöglicht ein milderes Klima dem Gimpel in manchen Regionen, weiter nördlich zu brüten oder den Winter besser zu überstehen. Dennoch können extreme Wetterereignisse wie Spätfröste oder lange Hitzeperioden negative Auswirkungen haben.

Langfristig hängt die Perspektive des Gimpels stark davon ab, ob ausreichend strukturreiche Lebensräume erhalten oder neu geschaffen werden. Naturnahe Gärten, Heckenpflanzungen und vielfältige Waldränder können dazu beitragen, stabile Populationen zu sichern.



In der Aufnahme von Klaus Sanwald 

  •     Besonders der männliche Gimpel fällt im Winter häufig an den Vogelfütterungsstellen auf. Lebt der Dompfaff während der Sommermonate gerne in höhere Regionen zieht es diesen Vogel im Spätherbst in die Niederungen wo man ihn dann häufiger antrifft. Ende April baut der weibliche Part bevorzugt auf Nadelbäumen unweit des Erdbodens sein Nest.  In dieses setzt es seine 5 Eier ab. Bebrütet wird das Gelege 14 Tage ausnahmslos vom Weibchen. Gefüttert werden die kleinen Gimpel 16 Tage von beiden Elternteilen, im Frühstadium mit Insekten, später mit Beeren und Knospen. Dompfaffe erreichen Körperlängen von etwa 12,5 - 13 cm, sowie ein Gewicht von bis zu 41 Gramm. Also von der Statur etwa vergleichbar wie der Haussperling.
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Wasserläufer (Gerridae)
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Die Wasserläufer – Akrobaten der Wasseroberfläche

19/20.02.2026

  • Ein windstiller Sommertag am Dorfteich. Libellen schwirren über dem Wasser, Schilfhalme wiegen sich sanft. 

Plötzlich ziehen feine, kreisförmige Wellenlinien über die spiegelglatte Oberfläche. Wie schwerelos gleiten kleine, langbeinige Insekten über das Wasser, stoßen sich ab, drehen, stoppen abrupt – ohne jemals einzusinken.

Für einen Moment scheint es, als hätten sie die Gesetze der Physik überlistet. Doch was wie Magie wirkt, ist das perfekte Zusammenspiel von Körperbau und Oberflächenspannung: Es sind Wasserläufer.
Artbeschreibung der Wasserläufer

Die Wasserläufer gehören zur Familie Gerridae innerhalb der Ordnung der Wanzen (Heteroptera). Weltweit existieren mehrere hundert Arten, die vor allem auf stehenden oder langsam fließenden Gewässern zu finden sind.


In der Aufnahme von Klaus Sanwald
  • Beutegreifer auf der Wasserfläche - Hochempfindliche Vibrationssinnesorgane ,die sich in den Beinen befinden, befähigen den Wasserläufer seine Beute zu orten. Er ernährt sich "räuberisch" von Insekten die ins Wasser gefallen sind. 
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