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2026-04
Rosen-Malve (Malva alcea)
Bild zum Eintrag (1140903-160)
 Rosen-Malve (Malva alcea) 

18/19.04.2026

  • Die Rosen-Malve (Malva alcea) ist eine attraktive, heimische Wildpflanze aus der Familie der Malvengewächse. Sie fällt besonders durch ihre großen, rosafarbenen bis kräftig purpurroten Blüten auf, die einen wichtigen Beitrag zur optischen Vielfalt naturnaher Wiesen und Säume leisten. Die tief eingeschnittenen, handförmigen Blätter verleihen der Pflanze ein filigranes Erscheinungsbild.

Die Rosen-Malve bevorzugt sonnige, warme Standorte und wächst vor allem auf trockenen bis mäßig frischen, nährstoffarmen Böden. Typische Lebensräume sind extensiv genutzte Wiesen, Wegränder, Böschungen und lichte Waldränder. Sie ist gut an solche Bedingungen angepasst und kommt auch mit zeitweiliger Trockenheit zurecht.
Ihre Blütezeit erstreckt sich in der Regel vom Frühsommer bis in den Spätsommer. In dieser Zeit stellt sie eine wertvolle Nahrungsquelle für zahlreiche Insekten dar. Besonders Wildbienen, Hummeln und Schmetterlinge nutzen das reichhaltige Angebot an Pollen und Nektar. Damit trägt die Rosen-Malve wesentlich zur Förderung der biologischen Vielfalt bei.

Im Naturschutz gilt die Rosen-Malve als charakteristische Art artenreicher, extensiv bewirtschafteter Landschaften. Ihr Vorkommen ist häufig ein Hinweis auf wenig gedüngte und ökologisch wertvolle Flächen. Der Erhalt solcher Standorte – etwa durch angepasste Mahd, Verzicht auf Pestizide und reduzierte Düngung – ist entscheidend für ihr langfristiges Überleben.

Auch für naturnahe Gärten und Blühflächen ist die Rosen-Malve gut geeignet. Sie ist relativ pflegeleicht, langlebig und kann sich unter günstigen Bedingungen selbst aussäen. Dabei fügt sie sich harmonisch in Pflanzungen mit anderen heimischen Wildstauden ein.

Die Rosen-Malve steht exemplarisch für die Bedeutung traditioneller Kulturlandschaften und extensiver Nutzung. Ihr Schutz und ihre Förderung tragen dazu bei, wertvolle Lebensräume zu erhalten und die Vielfalt an Pflanzen und Insekten nachhaltig zu sichern.



Aufnahme von Dieter Zinßer
Artenschutz in Franken®  
Moschus-Malve (Malva moschata)
Bild zum Eintrag (1140891-160)
Moschus-Malve (Malva moschata) 

18/19.04.2026

  • Die Moschus-Malve (Malva moschata) ist eine zarte, heimische Wildpflanze, die vor allem durch ihre feinen, tief eingeschnittenen Blätter und ihre hellrosa bis weißen Blüten auffällt. Ihren Namen verdankt sie dem leichten, angenehm moschusartigen Duft, den insbesondere die Blätter verströmen.

Sie wächst bevorzugt auf sonnigen, eher trockenen Standorten wie Magerwiesen, Böschungen oder an Wegrändern. Als typische Vertreterin extensiv genutzter Landschaften ist die Moschus-Malve ein wertvoller Bestandteil artenreicher Wiesenlebensräume. Dort trägt sie zur ökologischen Vielfalt bei und ist ein Indikator für naturnahe, wenig gedüngte Flächen.
Die Blütezeit reicht in der Regel vom Frühsommer bis in den Spätsommer. In dieser Zeit bietet die Moschus-Malve zahlreichen Insekten eine wichtige Nahrungsquelle. Besonders Wildbienen, Schwebfliegen und verschiedene Schmetterlingsarten profitieren von ihrem Pollen- und Nektarangebot.

Im Naturschutz spielt die Moschus-Malve eine wichtige Rolle, da sie zur Förderung der Biodiversität beiträgt und gleichzeitig relativ anspruchslos ist. Sie eignet sich gut für die Einsaat in naturnahen Gärten oder Blühflächen, insbesondere auf mageren Böden. Wichtig ist dabei ein Verzicht auf intensive Düngung und häufige Mahd, um ihre Entwicklung zu unterstützen.

Auch kulturhistorisch hat die Moschus-Malve Bedeutung: Ähnlich wie andere Malvenarten wurde sie früher gelegentlich als Heil- und Zierpflanze genutzt, wobei ihre Inhaltsstoffe als mild reizlindernd beschrieben werden.

Die Moschus-Malve steht beispielhaft für die Schönheit und den ökologischen Wert heimischer Wildpflanzen. Ihr Vorkommen zu fördern bedeutet, Lebensräume für zahlreiche Insekten zu sichern und gleichzeitig einen Beitrag zum Erhalt traditioneller Kulturlandschaften zu leisten.


Aufnahme von Dieter Zinßer 
Artenschutz in Franken®  
Wilde Malve (Malva sylvestris)
Bild zum Eintrag (1140876-160)
Wilde Malve (Malva sylvestris) 

18/19.04.2026

  • Die Wilde Malve (Malva sylvestris) ist eine auffällige und zugleich ökologisch wertvolle Pflanze, die in vielen Regionen Europas heimisch ist. Mit ihren leuchtend violett-rosa Blüten, die von dunkleren Adern durchzogen sind, bereichert sie Wiesen, Wegränder und naturnahe Gärten.

Als typische Pionierpflanze besiedelt die Wilde Malve bevorzugt nährstoffreiche, offene Standorte. Sie ist anpassungsfähig und kommt sowohl auf trockenen als auch auf mäßig feuchten Böden gut zurecht. Ihre lange Blütezeit von Frühsommer bis in den Herbst hinein macht sie zu einer wichtigen Nahrungsquelle für zahlreiche Insektenarten.
Besonders für Wildbienen, Schmetterlinge und andere Bestäuber spielt die Wilde Malve eine bedeutende Rolle. Sie liefert reichlich Nektar und Pollen und trägt damit zur Stabilität lokaler Ökosysteme bei. Auch einige spezialisierte Insekten sind auf Malvengewächse angewiesen und finden hier einen unverzichtbaren Lebensraum.

Neben ihrem ökologischen Wert hat die Wilde Malve auch eine lange Tradition als Heilpflanze. Ihre Blätter und Blüten enthalten schleimhaltige Stoffe, die reizlindernd wirken können und früher häufig in Tees oder Umschlägen verwendet wurden.

Für den Naturschutz ist die Förderung der Wilden Malve besonders sinnvoll, da sie zur Artenvielfalt beiträgt und relativ pflegeleicht ist. Durch das Belassen von offenen Bodenstellen, den Verzicht auf Pestizide und die Verwendung heimischer Pflanzenarten kann ihr Vorkommen gezielt unterstützt werden.

Die Wilde Malve steht exemplarisch für die Bedeutung heimischer Wildpflanzen: Sie verbindet ästhetische Schönheit mit einem hohen ökologischen Nutzen und zeigt, wie wichtig naturnahe Lebensräume für die Vielfalt unserer Tier- und Pflanzenwelt sind.



Aufnahme von Dieter Zinßer
  • Wilde Malve mit schattenwerfender Honigbiene
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Ringeltaube (Columba palumbus)
Bild zum Eintrag (1140874-160)
Die Ringeltaube (Columba palumbus)

17/18.04.2026

  • Ringeltaube (Columba palumbus) – Anpassungsfähige Bewohnerin von Wald und Stadt

Ein dumpfes Flügelschlagen durchbricht die morgendliche Ruhe. Schwer und zugleich elegant hebt sich eine Ringeltaube von einem alten Baum und zieht mit schnellen Flügelschlägen über Wiesen und Felder hinweg. Wenig später erklingt ihr charakteristischer Ruf aus der Baumkrone – ein vertrauter Klang, der sowohl in Wäldern als auch in Parks und Gärten zu hören ist.
Artbeschreibung

Die Ringeltaube (Columba palumbus) ist die größte heimische Taubenart in Mitteleuropa. Sie erreicht eine Körperlänge von etwa 40 bis 42 Zentimetern und ist an ihrem graublauen Gefieder sowie den auffälligen weißen Flecken an Hals und Flügeln gut zu erkennen. Im Flug fallen besonders die breiten, weißen Flügelbinden auf.

Ihr Ruf ist markant und weithin hörbar, vor allem während der Brutzeit im Frühjahr und Sommer. Ringeltauben bauen einfache Nester aus Zweigen, meist hoch oben in Bäumen. Häufig werden mehrere Bruten pro Jahr aufgezogen.

Die Nahrung der Ringeltaube besteht überwiegend aus pflanzlichem Material wie Samen, Knospen, Beeren und Blättern. Dabei nutzt sie sowohl natürliche Nahrungsquellen als auch landwirtschaftliche Flächen.

Aufnahme von Klaus Sanwald
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Bartgeier (Gypaetus barbatus)
Bild zum Eintrag (1140872-160)
Der Bartgeier – Rückkehr eines verlorenen Königs der Alpen

17/18.04.2026

  • Eine Geschichte von Ausrottung und Hoffnung

Vor kaum mehr als hundert Jahren galt der Bartgeier in Bayern als gefährlicher Räuber. In den Augen der Menschen jener Zeit war er ein „Lämmerdieb“, ein unheimlicher Greifvogel, der über die Alpen kreiste und angeblich ganze Herden bedrohte. Geschichten und Aberglauben machten ihn zum Sinnbild des Bösen in der Bergwelt – dabei war kaum jemandem bewusst, dass dieser majestätische Vogel sich fast ausschließlich von Aas ernährte.
Mit Fallen, Gift und Gewehr wurde der Bartgeier gnadenlos verfolgt. Das letzte Exemplar in Bayern wurde Ende des 19. Jahrhunderts erschossen. Damit verschwand eine Art, die über Jahrtausende hinweg fester Bestandteil der alpinen Ökosysteme gewesen war. Die Felsen wurden still, die Lüfte leer. Was blieb, war eine Lücke – nicht nur in der Natur, sondern auch in der Geschichte des Zusammenlebens von Mensch und Wildnis.

Porträt eines Himmelsbewohners

Der Bartgeier (Gypaetus barbatus) ist einer der größten Greifvögel Europas und zugleich einer der außergewöhnlichsten. Mit einer Flügelspannweite von bis zu 2,9 Metern gleitet er scheinbar mühelos durch die Bergwelt. 

Sein Name stammt von dem dunklen „Bart“ aus Borstenfedern unter dem Schnabel – ein unverwechselbares Merkmal.

Aufnahme von Klaus Sanwald 
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Blaue Holzbiene ( Xylocopa violacea)
Bild zum Eintrag (1140851-160)
Die Blaue Holzbiene ( Xylocopa violacea)

17/18.04.2026

  • Die Blauschwarze Holzbiene, wissenschaftlich bekannt als Xylocopa violacea, ist eine beeindruckende und bemerkenswerte Wildbienenart, die zu den größten Bienen Europas zählt. 

Hier habe wir einige Merkmale und Informationen über diese faszinierende Biene zusammengestellt:
Aussehen und Merkmale

  •         Größe: Die Blauschwarze Holzbiene erreicht eine Körperlänge von etwa 20 bis 28 Millimetern, was sie zu einer der größten Bienenarten Europas macht.

  •         Farbe: Ihr Körper ist überwiegend schwarz mit einem charakteristischen metallischen Blauviolett-Schimmer. Die Flügel sind ebenfalls dunkel und schimmern in einem intensiven Blauviolett, was ihr ein unverwechselbares Aussehen verleiht.

  •         Körperbau: Sie hat einen robusten und kräftigen Körper, der dicht mit Haaren bedeckt ist. Diese Haare helfen beim Sammeln von Pollen.


Lebensraum und Verbreitung

  •         Verbreitung: Die Blauschwarze Holzbiene ist in weiten Teilen Europas verbreitet, einschließlich Bayern. Sie bevorzugt warme, sonnige Gebiete und ist oft in lichten Wäldern, an Waldrändern, in Gärten und in Streuobstwiesen zu finden.



Aufnahme von Klaus Sanwald 
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Nagelfleck (Aglia tau)
Bild zum Eintrag (1140845-160)
Nagelfleck (Aglia tau)

16/17.04.2026

  • Perspektiven im Wandel – Lebensraumveränderung und Klimawandel

Die Zukunft des Nagelflecks ist eng mit dem Zustand unserer Wälder verbunden. Veränderungen in der Forstwirtschaft, wie die Umwandlung artenreicher Mischwälder in monotone Bestände, wirken sich negativ auf seinen Lebensraum aus. Fehlen geeignete Futterpflanzen oder Rückzugsorte, kann sich die Art nur schwer behaupten.

Der Klimawandel bringt zusätzliche Herausforderungen mit sich. Frühere Vegetationsphasen können dazu führen, dass das Schlüpfen der Raupen nicht mehr optimal mit dem Austreiben der Blätter ihrer Nahrungspflanzen zusammenpasst. Auch extreme Wetterereignisse wie Spätfröste oder lange Trockenperioden können die Entwicklung beeinträchtigen.

Gleichzeitig könnten sich Verbreitungsgebiete verschieben. Doch ohne geeignete, vernetzte Lebensräume ist eine Anpassung oft nur eingeschränkt möglich.
Bedrohung durch den Menschen

Die größte Bedrohung für den Nagelfleck geht – wie bei vielen spezialisierten Arten – vom Verlust geeigneter Lebensräume aus. Intensive Forstnutzung, das Entfernen von Unterwuchs und Totholz sowie die Vereinheitlichung von Waldstrukturen reduzieren die Vielfalt, die der Nagelfleck benötigt.

Auch der Einsatz von Pestiziden in angrenzenden Gebieten kann indirekt Auswirkungen haben, indem er Nahrungsquellen oder Entwicklungsstadien beeinträchtigt. Künstliche Beleuchtung stellt eine weitere, oft unterschätzte Gefahr dar: Nachtaktive Insekten werden von Lichtquellen angezogen, was zu Energieverlust, erhöhter Sterblichkeit und Störungen im Fortpflanzungsverhalten führen kann.

Der Schutz des Nagelflecks erfordert daher naturnahe Wälder mit hoher Strukturvielfalt, eine schonende Bewirtschaftung sowie den Erhalt vernetzter Lebensräume. Wo solche Bedingungen gegeben sind, kann dieser besondere Nachtfalter weiterhin ein Teil unserer heimischen Biodiversität bleiben.


Aufnahme von Klaus Sanwald 
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Vom Gebäude- zum Baumbrüter?
Bild zum Eintrag (1140839-160)
Der Turmfalke – Anpassungskünstler in unserer Kulturlandschaft

16/17.04.2026


  •     Pilotprojekt möchte ermitteln ob der Einsatz spezieller Nisthilfen dazu beitragen kann eine Nistplatzkompensation zu ermöglichen, wenn traditionelle Gebäudenistplätze auf exponiert stehende Bäume übertragen werden müssen!

Der Turmfalke (Falco tinnunculus) gehört zu den bekanntesten heimischen Greifvögeln. Mit seinem rüttelnden Suchflug über Feldern, Wiesen und Stadträndern ist er für viele Menschen ein vertrauter Anblick. Ursprünglich in Felslandschaften und an Waldrändern verbreitet, hat sich die Art im Laufe der Jahrhunderte hervorragend an den Lebensraum des Menschen angepasst. Besonders hohe Gebäude, Kirchtürme oder Industrieanlagen bieten dem Turmfalken ideale Brutplätze, die seine Vorliebe für exponierte, übersichtliche Standorte widerspiegeln.
Artbeschreibung

  •     Der Turmfalke ist ein mittelgroßer Greifvogel mit einer Körperlänge von etwa 30–35 Zentimetern und einer Spannweite von 70–80 Zentimetern. Sein Gewicht liegt zwischen 180 und 250 Gramm. Männchen und Weibchen unterscheiden sich deutlich:

  •     Das Männchen zeigt einen grauen Kopf, grauen Schwanz mit schwarzer Endbinde sowie rostbraune Oberflügel und einen fein gefleckten Rücken.

  •     Das Weibchen wirkt insgesamt brauner und stärker quergebändert, Kopf und Schwanz sind ebenfalls braun.

  •     Beide Geschlechter besitzen lange, spitze Flügel und einen schlanken Körperbau, was dem Turmfalken sein elegantes Flugbild verleiht.


Typisch ist das sogenannte „Rütteln“: Im Schwirrflug steht der Falke fast regungslos in der Luft, um von oben nach Beute Ausschau zu halten. Hauptnahrung sind Kleinsäuger wie Feldmäuse, daneben werden auch kleine Vögel und größere Insekten erbeutet. Mit seiner Fähigkeit, sich an verschiedene Landschaftstypen anzupassen, ist der Turmfalke heute sowohl in Städten als auch in ländlichen Regionen weit verbreitet.

Verlust traditioneller Brutplätze
Im Zuge von Sanierungen und Umbauten an Gebäuden verschwinden jedoch nicht selten die bisherigen Brutplätze. Nischen, Mauerlöcher oder offene Balkenlagen, die der Turmfalke über Jahre hinweg genutzt hat, werden verschlossen. Dies führt dazu, dass die Tiere auf der Suche nach Alternativen in Bedrängnis geraten können. 

Da der Turmfalke nicht selbst baut, sondern auf vorhandene Nischen, alte Krähen- oder Elsternester oder künstliche Nisthilfen angewiesen ist, ist der Erhalt bzw. Ersatz seiner Brutplätze ein entscheidender Faktor für seinen Fortpflanzungserfolg.

In der Aufnahme
  • Turmfalkenweibchen an eine der Nisthilfen die wir im Monitoring haben 
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Doppelte Nutzung: Wie die Blaumeise Kokos-Futterkugeln geschickt verwendet
Bild zum Eintrag (1140796-160)
Doppelte Nutzung: Wie die Blaumeise Kokos-Futterkugeln geschickt verwendet

16/17.04.2026

  • An einem kühlen Morgen im zeitigen Frühjahr herrscht reges Treiben im Garten. Zwischen den noch kahlen Zweigen flattert eine kleine Blaumeise geschickt von Ast zu Ast. Ihr Ziel ist eine aufgehängte Kokos-Futterkugel. Doch sie interessiert sich nicht nur für das energiereiche Fettfutter im Inneren – mit feinen Schnabelbewegungen beginnt sie, an der Hanfseilbefestigung zu zupfen.

Was zunächst unscheinbar wirkt, ist ein bemerkenswertes Beispiel für das anpassungsfähige Verhalten dieser Vogelart. Die Blaumeise nutzt die angebotene Futterquelle gleich doppelt: Einerseits als wichtige Energiequelle, insbesondere in Zeiten knapper natürlicher Nahrung, und andererseits als Lieferant für weiches Nistmaterial. Die herausgezogenen Fasern des Hanfseils eignen sich hervorragend, um das Nest auszupolstern und den Nachwuchs warm und geschützt aufzuziehen.
Dieses Verhalten zeigt, wie Tiere künstliche Strukturen in ihrer Umgebung kreativ nutzen können. Gerade in Siedlungsräumen, in denen natürliche Materialien wie Moos, Tierhaare oder Pflanzenfasern nicht immer ausreichend verfügbar sind, können solche Alternativen eine wichtige Rolle spielen.

Gleichzeitig macht dieses Beispiel deutlich, wie wichtig eine bewusste Gestaltung von Futterangeboten ist. Naturfreundliche Materialien wie unbehandeltes Hanfseil bieten Vögeln zusätzliche Vorteile, während synthetische oder stark verarbeitete Stoffe ungeeignet oder sogar gefährlich sein können.

Wer Vögel im Garten unterstützt, kann also mehr tun, als nur Nahrung bereitzustellen. Durch die Wahl geeigneter Materialien lässt sich ein kleiner, aber wertvoller Beitrag zum Bruterfolg heimischer Arten leisten. Die Blaumeise zeigt eindrucksvoll, wie eng Nahrung, Lebensraum und Fortpflanzung miteinander verbunden sind – und wie gezielte Maßnahmen im Alltag die Natur fördern können.


Aufnahme von Bernhard Schmalisch 
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Das Esparsetten-Widderchen
Bild zum Eintrag (1140789-160)
Das Esparsetten-Widderchen oder auch Krainer Widderchen (Zygaena carniolica)

15/16.04.2026

  •     Ein Windhauch über Sommergras

Ein Junge läuft über eine sonnendurchflutete Trockenwiese. Sein Blick fällt auf ein kleines, leuchtendes Wesen, das sich auf einer zarten rosa Esparsette niederlässt. Die Flügel wirken wie kleine kunstvolle Signaltafeln, rot und weiß eingefasst, lebendig und elegant. 

Der Junge verweilt, beobachtet das filigrane Flattern und so entsteht jener magische Moment, in dem das Krainer Widderchen für eine Sekunde nicht nur ein Falter ist, sondern ein Botschafter der Sommerlandschaft. Dann hebt es sanft ab und verschwindet im goldenen Licht.
Artbeschreibung – Charakteristisches Erscheinungsbild und Lebensweise

Das Esparsetten-Widderchen (Zygaena carniolica) ist ein tagaktiver Falter mit auffallend leuchtenden roten Flecken, die von weißen Rändern eingerahmt sind. Diese besondere Zeichnung ist nicht nur ästhetisch eindrucksvoll, sondern erfüllt eine biologische Warnfunktion – sie signalisiert potenziellen Fressfeinden die Ungenießbarkeit des Insekts.

Sein bevorzugter Lebensraum sind warme, trockene Wiesen und blütenreiche Grasflächen, vor allem dort, wo die namensgebende Esparsette wächst – eine wichtige Nahrungsquelle für die Raupen. Das Verbreitungsgebiet umfasst vor allem Süd- und Mitteleuropa, mit Vorkommen in trockenen, extensiv genutzten Landschaftsbereichen.

Die Flugzeit liegt üblicherweise zwischen Juni und August. Während dieser Phase besucht der Falter unterschiedlichste Wildblumen und ist ein wichtiger Bestäuber innerhalb dieser speziellen Wiesenökosysteme.

Aufnahme von Dieter Zinßer
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Wiesen-Flockenblume (Centaurea jacea)
Bild zum Eintrag (1140785-160)
Wiesen-Flockenblume (Centaurea jacea) – Stimme einer bedrohten Wiese

15/16.04.2026

  • Es ist ein warmer Sommertag. Zwischen summenden Insekten und dem leisen Rascheln des Grases steht sie – die Wiesen-Flockenblume. Eine Hummel landet schwerfällig auf ihrer violetten Blüte, während in der Ferne eine Sense durch das Gras zieht. 

Früher war dieses Summen überall zu hören. Heute ist es stiller geworden. Doch hier, auf diesem kleinen Fleck unberührter Wiese, erzählt die Wiesen-Flockenblume noch immer von einer lebendigen Landschaft.
Artbeschreibung

Die Wiesen-Flockenblume (Centaurea jacea) ist eine ausdauernde, krautige Pflanze aus der Familie der Korbblütler. Sie erreicht meist Wuchshöhen zwischen 30 und 80 Zentimetern. Charakteristisch sind ihre rundlichen, purpur- bis violettfarbenen Blütenköpfe, die aus vielen kleinen Einzelblüten bestehen. Die äußeren Blüten sind oft vergrößert und dienen als optischer Anreiz für Bestäuber.

Die Pflanze blüht von Juni bis in den Herbst hinein und ist eine wichtige Nahrungsquelle für zahlreiche Insektenarten. Besonders Wildbienen, Schmetterlinge und Schwebfliegen profitieren von ihrem reichhaltigen Nektarangebot. Ihre Blätter sind länglich und leicht behaart, der Stängel verzweigt sich im oberen Bereich.

Typische Lebensräume der Wiesen-Flockenblume sind extensiv genutzte Wiesen, Weiden und Wegsäume. Sie bevorzugt nährstoffarme bis mäßig nährstoffreiche Böden und ist ein wichtiger Bestandteil artenreicher Grünlandgesellschaften. ...

Aufnahme von Dieter Zinßer
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Veränderliches Rotwidderchen / Beringtes Kronwickenwidderchen (Zygaena ephialtes)
Bild zum Eintrag (1140764-160)
„Zwischen Blüten und Wandel – Das Veränderliche Rotwidderchen“

15/16.04.2026

  • An einem warmen Sommertag blieb Jana am Rand einer bunten Wiese stehen. Zwischen violetten und gelben Blüten tanzten kleine, dunkle Falter mit auffälligen roten Flecken durch die Luft. „Schau mal!“, rief sie ihrem Begleiter zu. „Die sehen fast aus wie kleine Warnsignale.“

Paul trat näher und beobachtete die Tiere. „Die wirken irgendwie besonders… nicht wie gewöhnliche Schmetterlinge.“ „Das sind Widderchen“, erklärte Jana leise. „Genauer gesagt: Veränderliche Rotwidderchen. Ihre Farben warnen Fressfeinde – sie sind ungenießbar.“
Während die beiden noch staunten, setzte sich eines der Tiere auf eine Blüte. Für einen Moment schien es, als würde es die beiden beobachten. Sie sehen uns also doch, dachte das Widderchen. Zwischen all den Schritten, Stimmen und Veränderungen nehmen sie sich Zeit. Vielleicht verstehen sie ja, wie sehr sich unsere Welt wandelt…

Artbeschreibung

Das Veränderliche Rotwidderchen oder Beringte Kronwickenwidderchen (Zygaena ephialtes) gehört zur Familie der Widderchen (Zygaenidae) und ist eine besonders variable Art. Ihr Erscheinungsbild kann stark variieren: Manche Individuen zeigen auffällige rote Flecken auf dunklem Hintergrund, andere besitzen helle oder sogar gelbliche Zeichnungen. 

Diese Vielfalt macht die Art zu etwas Besonderem, kann aber auch die Bestimmung erschweren.

Aufnahme von Dieter Zinßer
Artenschutz in Franken®  
„Ein stiller Moment am Ufer – Die Gemeine Winterlibelle beim Schlüpfen“
Bild zum Eintrag (1140738-160)
„Ein stiller Moment am Ufer – Die Gemeine Winterlibelle beim Schlüpfen“

14/15.04.2026

  • Am Rand eines ruhigen Gewässers, dort wo Schilf und Gräser dicht beieinanderstehen, beginnt ein unscheinbares, aber faszinierendes Naturschauspiel. Die Gemeine Winterlibelle (Sympecma fusca) bereitet sich auf einen der wichtigsten Augenblicke ihres Lebens vor: das Schlüpfen.

Aus einer im Wasser lebenden Larve ist über Monate hinweg ein vollständig entwickeltes Insekt herangewachsen. Nun klettert die Larve langsam an einem Pflanzenstängel empor, verlässt das Wasser und sucht sich einen geschützten Platz. Hier verharrt sie – scheinbar reglos, doch im Inneren laufen komplexe Prozesse ab.
Mit der Zeit reißt die Hülle am Rücken auf. Vorsichtig schiebt sich die junge Libelle heraus. Zunächst sind ihre Flügel noch weich und zusammengefaltet, der Körper wirkt blass und zerbrechlich. In dieser Phase ist sie besonders empfindlich gegenüber Störungen durch Wind, Wetter oder menschliche Einflüsse.

Langsam pumpt die Libelle Körperflüssigkeit in ihre Flügel. Diese entfalten sich, gewinnen an Stabilität und nehmen ihre endgültige Form an. Auch die charakteristische Färbung entwickelt sich erst nach und nach.
 
Erst wenn Flügel und Körper vollständig ausgehärtet sind, ist die Libelle bereit für ihren ersten Flug. ...

Aufnahme von Dieter Zinßer
Artenschutz in Franken®  
„Die Schnake und wir – Missverstanden, beobachtet und doch unverzichtbar“
Bild zum Eintrag (1140726-160)
„Die Schnake und wir – Missverstanden, beobachtet und doch unverzichtbar“

14/15.04.2026

  • Auf der kleinen Wiese hinter dem alten Apfelbaum summte es leise im Abendlicht. Drei Menschen standen am Rand des hohen Grases und blickten aufmerksam auf die filigranen Insekten, die zwischen den Halmen schwebten.

„Siehst du die da?“, fragte Anna und deutete vorsichtig nach vorne. „Das sind Schnaken. Viele denken ja immer, sie seien riesige Stechmücken.“

„Tun sie das denn nicht?“, entgegnete Lukas und trat einen Schritt zurück, als eine der langbeinigen Gestalten träge an ihm vorbeiflog.

Marie schüttelte den Kopf und lächelte. „Nein, überhaupt nicht. Schnaken stechen nicht. Die meisten von ihnen nehmen als erwachsene Tiere kaum Nahrung auf. Sie leben nur kurz – oft nur, um sich fortzupflanzen.“
Während die drei sprachen, saß eine Schnake – zart gebaut, mit beinahe durchscheinenden Flügeln – auf einem Grashalm ganz in ihrer Nähe. Ihre langen Beine zitterten leicht im Wind.

Wie oft ich das höre, dachte sie. Die Verwechslung. Die Angst. Dabei wollen wir doch niemandem etwas tun.

Anna kniete sich ins Gras. „Eigentlich sind sie sogar ziemlich wichtig für das Ökosystem. Ihre Larven leben im Boden und helfen dabei, organisches Material zu zersetzen.“

„Also so eine Art kleine Bodenarbeiter?“, fragte Lukas. ...


Aufnahme von Dieter Zinßer
  •     Detailaufnahme einer Schnake zwischen Wildgräsern.
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Gammaeule (Autographa gamma)
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Die Gammaeule (Autographa gamma)

14/15.04.2026


  •     Wenn ein silbernes Zeichen durch die Nacht zieht

Es ist eine milde Sommernacht. Über einer blühenden Wiese tanzen im Licht des Mondes unzählige kleine Schatten. Ein leises Flattern, kaum hörbar, begleitet ihre Bewegung. 

Eine einzelne Motte setzt sich auf eine Blüte – unscheinbar, und doch besonders: Auf ihren Flügeln schimmert ein kleines silbernes Zeichen, fast wie ein geschwungenes „Y“. Für die meisten bleibt sie unbemerkt. Doch für diejenigen, die genau hinschauen, erzählt sie eine Geschichte von weiten Reisen, Anpassungsfähigkeit – und zunehmenden Herausforderungen.
Artbeschreibung: Gammaeule (Autographa gamma)

Die Gammaeule (Autographa gamma) ist ein Nachtfalter aus der Familie der Eulenfalter (Noctuidae) und in weiten Teilen Europas, Asiens und Nordafrikas verbreitet. Ihr Name leitet sich von der charakteristischen silbrig glänzenden Zeichnung auf den Vorderflügeln ab, die an den griechischen Buchstaben Gamma erinnert.

Die Falter erreichen eine Flügelspannweite von etwa 30 bis 45 Millimetern. Ihre Färbung ist überwiegend braun bis graubraun, was ihnen eine gute Tarnung auf Baumrinde oder Boden verleiht. Die Raupen sind grünlich gefärbt und besitzen eine typische „schlängelnde“ Fortbewegung, da ihnen einige Bauchbeine fehlen. ...


Aufnahme von Dieter Zinßer
  • Gammaeule 
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Waldbrettspiel (Pararge aegeria)
Bild zum Eintrag (1140698-160)
Das Waldbrettspiel (Pararge aegeria)

13/14.04.2026

  • Zwischen dicht stehenden Bäumen, wo das Licht nur in schmalen Streifen den Waldboden erreicht, lässt sich ein unscheinbarer, aber faszinierender Bewohner beobachten. Wer innehält und genauer hinsieht, entdeckt ihn: einen kleinen Schmetterling, der scheinbar gezielt die wandernden Lichtflecken aufsucht. Sein Flug ist kurz und ruckartig, fast tastend – als würde er den Wald lesen, statt ihn einfach nur zu durchqueren.

Das Waldbrettspiel (Pararge aegeria) gehört zu den typischen Arten strukturreicher Wälder und Waldränder. Seine bräunlich gefärbten Flügel mit hellen Flecken und auffälligen Augenpunkten bieten nicht nur Tarnung, sondern auch Schutz vor Fressfeinden. Charakteristisch ist sein Verhalten, sich bevorzugt in halbschattigen Bereichen aufzuhalten, in denen sich Licht und Schatten abwechseln. Dort findet es geeignete Bedingungen für Nahrungssuche, Fortpflanzung und Thermoregulation. Die Raupen entwickeln sich vor allem an verschiedenen Gräsern, wodurch die Art eng an das Vorkommen entsprechender Vegetation gebunden ist.
Aus naturschutzfachlicher Sicht ist das Waldbrettspiel von besonderem Interesse, da es als Indikatorart für vielfältige und gut strukturierte Lebensräume gilt. Sein Vorkommen weist auf ein ausgewogenes Verhältnis von offenen und geschlossenen Flächen hin – ein Merkmal, das in vielen heutigen Landschaften zunehmend verloren geht. Wälder werden entweder dichter und dunkler oder stark aufgelichtet und vereinfacht, wodurch genau jene Übergangsbereiche verschwinden, die diese Art benötigt.

Die Veränderungen von Lebensräumen wirken sich unmittelbar auf die Populationen des Waldbrettspiels aus. Hinzu kommen die Folgen des Klimawandels: steigende Temperaturen, veränderte Niederschlagsverhältnisse und eine Verschiebung der Vegetationsperioden beeinflussen sowohl die Entwicklung der Raupen als auch das Verhalten der erwachsenen Falter. In manchen Regionen kann die Art profitieren und ihr Verbreitungsgebiet ausdehnen, doch gleichzeitig entstehen neue Unsicherheiten – etwa durch Trockenstress oder das zeitliche Auseinanderfallen von Lebenszyklen und Nahrungsangebot.

Eine direkte Bedrohung für den Menschen geht vom Waldbrettspiel nicht aus. Vielmehr verhält es sich umgekehrt: Der Rückgang solcher Arten macht sichtbar, wie stark natürliche Systeme unter Druck geraten. Damit wird das Waldbrettspiel zu einem stillen Hinweisgeber für Veränderungen, die langfristig auch den Menschen betreffen können.

Vor diesem Hintergrund lassen sich zentrale Argumente für den Schutz dieser Art zusammenfassen:

– Erhalt strukturreicher Wälder und Waldränder
– Förderung von Licht-Schatten-Mosaiken in der Landschaft
– Sicherung von Grasbeständen als Lebensgrundlage der Raupen
– Schutz von Biodiversität als Ganzes
– Stärkung ökologischer Stabilität
– Erhalt natürlicher Wechselwirkungen zwischen Arten
– Förderung naturnaher Bewirtschaftungsformen
– Bewusstsein für kleinräumige Lebensraumansprüche
– Nutzung als Indikator für Umweltveränderungen
– Beitrag zur Umweltbildung
– Erhalt ästhetischer Naturerlebnisse
– Schutz von Insektenpopulationen insgesamt
– Anpassung an klimatische Veränderungen unterstützen
– Vermeidung weiterer Lebensraumverluste
– Verantwortung gegenüber zukünftigen Generationen

In der Summe steht das Waldbrettspiel stellvertretend für viele Arten, die auf feine Abstimmungen innerhalb ihres Lebensraums angewiesen sind. Sein Vorkommen oder Verschwinden ist kein isoliertes Phänomen, sondern Teil eines größeren Zusammenhangs – eines Systems, dessen Stabilität zunehmend von menschlichem Handeln abhängt.


In der Aufnahme von Dieter Zinßer

  •     Waldbrettspiel 
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Hibiskus oder auch Eibisch (Hibiscus)
Bild zum Eintrag (1140688-160)
Der Hibiskus (Hibiscus)

13/14.04.2026

  • Am Rand eines warmen Sommertages stand ein einzelner Hibiskusstrauch im Garten einer alten Mühle. Die Luft flimmerte, Bienen summten träge von Blüte zu Blüte, und ein Kind blieb stehen, fasziniert von den großen, leuchtenden Blüten, die sich wie kleine Sonnen zum Himmel öffneten. 

Jeden Morgen, so erzählte die Müllerin, begrüßten diese Blüten den Tag – und verabschiedeten sich oft schon am Abend wieder. „Sie leben schnell, aber nicht umsonst“, sagte sie lächelnd. „Jede Blüte ist ein Versprechen an die Welt, dass Schönheit und Wandel zusammengehören.“
Der Hibiskus, auch als Eibisch bekannt, gehört zur Familie der Malvengewächse (Malvaceae) und umfasst eine Vielzahl von Arten, die sowohl in tropischen als auch in gemäßigten Regionen vorkommen. Charakteristisch sind die auffälligen, meist großen Blüten mit fünf Kronblättern und einer markanten Staubblattsäule in der Mitte. 

Die Farbpalette reicht von reinem Weiß über Gelb und Rosa bis hin zu kräftigem Rot und Violett. Einige Arten, wie der bekannte Gartenhibiskus, sind winterhart, während andere wärmere Klimazonen bevorzugen. Neben ihrer Zierfunktion haben bestimmte Eibischarten auch eine lange Tradition in der Naturheilkunde und werden beispielsweise für Tees oder pflanzliche Zubereitungen genutzt.



In der Aufnahme von Dieter Zinßer
  • Hibiskusblüte
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Das Landkärtchen (Araschnia levana)
Bild zum Eintrag (1140666-160)
Das Landkärtchen (Araschnia levana) – Ein kleiner Falter im Wandel der Zeit

13/14.04.2026

  • Es war ein milder Frühlingstag, als die ersten Sonnenstrahlen vorsichtig den Waldboden erwärmten. Zwischen den frischen, hellgrünen Blättern der Brennnesseln regte sich etwas. 

Ein zarter Schmetterling entfaltete langsam seine Flügel – noch etwas zerknittert vom Schlüpfen, doch bereits von erstaunlicher Schönheit. Orange leuchteten sie im Licht, durchzogen von schwarzen Mustern, die an feine Linien auf einer alten Landkarte erinnerten.
Das Landkärtchen erhob sich schließlich in die Luft, taumelnd, fast vorsichtig. Es flog über die Lichtung, vorbei an wenigen summenden Insekten, die noch geblieben waren. Doch etwas war anders als früher: Wo einst ein dichter, lebendiger Saum aus Wildpflanzen wuchs, erstreckte sich nun eine monotone Fläche. Der Falter fand einen Platz auf einer Brennnessel – doch wie lange würde dieser Ort noch existieren?

Artbeschreibung und Besonderheiten

Das Landkärtchen (Araschnia levana) ist ein Tagfalter aus der Familie der Edelfalter und zählt zu den bemerkenswertesten Schmetterlingen Europas. Sein Name leitet sich von der charakteristischen Musterung seiner Flügel ab, die an das Netz einer Landkarte erinnert.

Eine außergewöhnliche Eigenschaft dieser Art ist der sogenannte saisonale Dimorphismus:

  •     Die Frühlingsgeneration (April bis Juni) zeigt eine auffällige orangefarbene Grundfärbung mit schwarzen Flecken.

  •     Die Sommergeneration (Juli bis August) dagegen ist überwiegend dunkelbraun bis schwarz gefärbt und trägt ein markantes weißes Band auf den Flügeln.


Diese beiden Erscheinungsformen unterscheiden sich so stark, dass sie früher sogar für unterschiedliche Arten gehalten wurden.



In der Aufnahme von Dieter Zinßer
  • Landkärtchen auf einer Flockenblume
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Kohlmeise (Parus major)
Bild zum Eintrag (1140636-160)
Die Kohlmeise – ein charakterstarker Vogel unserer Gärten und Wälder

12/13.04.2026

  • Die Kohlmeise (Parus major) ist einer der markantesten und am leichtesten zu erkennenden Singvögel Mitteleuropas. 

Mit ihrem auffälligen Erscheinungsbild hebt sie sich deutlich von vielen anderen Kleinvögeln ab: Ein glänzend schwarzer Kopf, leuchtend weiße Wangen und eine gelbe Unterseite, die von einem schwarzen Längsstreifen durchzogen ist, machen sie unverwechselbar. Dieser „Krawattenstreif“ ist bei Männchen meist breiter ausgeprägt als bei Weibchen.
Mit einer Körperlänge von etwa 14 Zentimetern ist die Kohlmeise die größte heimische Meisenart. Ihr kräftiger Schnabel ermöglicht es ihr, auch härtere Nahrung zu nutzen. Neben Insekten und deren Larven frisst sie Spinnen, Samen und gelegentlich auch kleine Früchte. Besonders im Winter zeigt sie sich erfinderisch und nutzt Futterstellen, wo sie Körner geschickt festhält und aufhackt.

Auffällig ist auch ihr Verhalten: Kohlmeisen sind neugierig, durchsetzungsfähig und erstaunlich lernfähig. Sie können sich neue Nahrungsquellen erschließen und merken sich günstige Futterplätze. Ihr Gesang ist variabel und klar, oft aus wiederholten Lautfolgen bestehend, die je nach Region leicht variieren können.

Als Höhlenbrüter ist die Kohlmeise auf geeignete Nistplätze angewiesen. In der Natur nutzt sie Baumhöhlen, Spechthöhlen oder andere geschützte Hohlräume. In menschlichen Siedlungen nimmt sie Nistkästen gut an. Das Nest wird meist aus Moos, Halmen und Tierhaaren gebaut und weich ausgepolstert. Während der Brutzeit legt das Weibchen mehrere Eier, die es überwiegend allein bebrütet, während das Männchen bei der Nahrungssuche unterstützt.

Trotz ihrer Anpassungsfähigkeit ist auch die Kohlmeise auf eine intakte Umwelt angewiesen. Ein ausreichendes Angebot an Insekten ist besonders für die Aufzucht der Jungvögel entscheidend. Strukturreiche Lebensräume mit Bäumen, Sträuchern und naturnahen Flächen bieten nicht nur Nahrung, sondern auch Schutz vor Witterung und Fressfeinden.

Die Kohlmeise zeigt eindrucksvoll, wie eng selbst häufige Arten mit der Qualität ihres Lebensraums verknüpft sind. Ihr lebhaftes Wesen und ihr markanter Gesang machen sie zu einem vertrauten Begleiter – und zugleich zu einem wichtigen Botschafter für den Erhalt vielfältiger und naturnaher Lebensräume.


Aufnahme von Johannes Rother
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Parasitenbelastung bei Kleinvögeln – ein oft übersehener Stressfaktor
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Parasitenbelastung bei Kleinvögeln – ein oft übersehener Stressfaktor

12/13.04.2026


  • Bei vielen heimischen Vogelarten gehört der Kontakt mit Parasiten zum natürlichen Bestandteil ihres Lebens. Dennoch kann eine hohe Belastung, insbesondere bei geschwächten Tieren oder während sensibler Lebensphasen, erhebliche Auswirkungen haben. Ein Beispiel dafür ist die Kohlmeise (Parus major), bei der sich gelegentlich auch äußerlich sichtbare Parasiten wie Zecken ansiedeln.

Zecken heften sich bevorzugt an wenig befiederte Körperstellen, etwa im Kopf- und Augenbereich oder unter den Flügeln. Dort saugen sie Blut und können den Vogel dadurch schwächen. Für gesunde, erwachsene Tiere stellt ein einzelner Parasit meist noch kein unmittelbares Risiko dar. Problematisch wird es jedoch, wenn mehrere Parasiten gleichzeitig auftreten oder das Tier bereits durch andere Faktoren belastet ist – etwa durch Nahrungsmangel, Krankheiten oder anhaltenden Stress.
Besonders Jungvögel und brütende Altvögel sind anfällig. Während der Brutzeit verbringen Vögel viel Zeit im oder nahe am Nest, was die Wahrscheinlichkeit erhöht, mit Parasiten in Kontakt zu kommen. Nester können zudem ein Lebensraum für verschiedene Parasitenarten sein, die sich von den Vögeln ernähren oder deren Blut nutzen.

Die Folgen einer erhöhten Parasitenbelastung reichen von lokalem Juckreiz und Hautirritationen bis hin zu geschwächter Kondition und vermindertem Bruterfolg. In Kombination mit anderen Umweltbelastungen kann dies den Druck auf Vogelpopulationen zusätzlich verstärken.

Ein naturnahes Umfeld kann helfen, die Widerstandskraft von Vögeln zu stärken. Strukturreiche Lebensräume, ein ausreichendes Nahrungsangebot und geringe Störungen tragen dazu bei, dass Vögel in guter körperlicher Verfassung bleiben und mit natürlichen Belastungen besser umgehen können.

Die Beobachtung einer mit Parasiten besetzten Kohlmeise macht deutlich: Auch scheinbar kleine Faktoren können eine Rolle für das Wohlbefinden unserer heimischen Vogelwelt spielen – und verdienen daher Aufmerksamkeit im Naturschutz.

In der Aufnahme von Bernhard Schmalisch 
  • „Eine Zecke im Kopfbereich: Selbst kleine Parasiten können für Vögel zur Belastung werden.“
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Parasitenlast bei Nestlingen der Dohle – Beobachtungen aus der Praxis
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Parasitenlast bei Nestlingen der Dohle – Beobachtungen aus der Praxis

12/13.04.2026

  • Die Dohle gehört zu den anpassungsfähigsten Rabenvögeln Europas. Als Höhlenbrüter nutzt sie natürliche Baumhöhlen ebenso wie Gebäudespalten, Schornsteine oder Nistkästen. 

Gerade diese geschützten Bruträume bringen jedoch ein oft unterschätztes Problem mit sich: die Ansammlung von Parasiten, die insbesondere für Nestlinge zu einer erheblichen Belastung werden können.
Ein verborgener Stressfaktor im Nest

Aus langjähriger Beobachtung lässt sich sagen, dass Nester der Dohle regelrechte Mikrohabitate darstellen. Neben dem eigentlichen Nistmaterial finden sich dort häufig Milben, Flöhe und blutsaugende Fliegenlarven. Diese Parasiten profitieren von der konstanten Wärme und Feuchtigkeit sowie vom engen Kontakt zu den Jungvögeln.

Für adulte Dohlen ist dieser Befall meist tolerierbar. Für Nestlinge hingegen – insbesondere in den ersten Lebenswochen – kann eine hohe Parasitenlast gravierende Folgen haben. Die noch spärlich befiederten Jungvögel verfügen über eine empfindliche Haut und ein noch nicht vollständig entwickeltes Immunsystem. Wiederholte Blutentnahmen durch Parasiten führen nicht selten zu Schwächung, verzögertem Wachstum und erhöhter Anfälligkeit für Krankheiten.

Wenn das Nest zur Falle wird


In Jahren oder Brutplätzen mit besonders hoher Parasitenbelastung lassen sich auffällige Verhaltensänderungen beobachten. Nestlinge zeigen Unruhe, häufiges Aufrichten und hektisches Kratzen. In extremen Fällen kommt es zu einem Verhalten, das für Höhlenbrüter eigentlich untypisch ist: Die Jungvögel verlassen den Nistplatz, bevor sie flugfähig sind.

Dieses sogenannte „vorzeitige Aussteigen“ ist kein aktiver Fluchtplan im eigentlichen Sinne, sondern vielmehr eine Stressreaktion. Der Druck durch die Parasiten wird offenbar so groß, dass das Verbleiben im Nest ein höheres Risiko darstellt als das Verlassen desselben – trotz der offensichtlichen Gefahren am Boden.

Als Feldornithologe konnte ich mehrfach beobachten, dass solche Jungvögel noch nicht vollständig befiedert sind und nur eingeschränkt hüpfen oder klettern können. Ihre Überlebenschancen sind in dieser Phase deutlich reduziert, da sie weder fliehen noch effektiv thermoregulieren können.

Ökologische und praktische Implikationen

Die parasitäre Belastung in Dohlennestern ist ein natürlicher Bestandteil des Ökosystems, kann jedoch durch äußere Faktoren verstärkt werden. Dazu zählen:


  •     Mehrjährige Nutzung desselben Nistplatzes ohne Materialaustausch

  •     Geringe Luftzirkulation in ungeeigneten künstlichen Nistkästen

  •     Hohe Brutdichte in urbanen Kolonien


Für den Naturschutz ergeben sich daraus konkrete Maßnahmen. Regelmäßige Reinigung von Nistkästen außerhalb der Brutzeit kann helfen, die Parasitenlast zu reduzieren. Ebenso sollten Nistkästen so konstruiert sein, dass eine gewisse Belüftung gewährleistet ist.

Fazit

Die Beobachtung, dass Nestlinge der Dohle bei starker parasitärer Belastung ihr Nest vorzeitig verlassen, zeigt eindrücklich, wie sensibel das Gleichgewicht im Brutraum ist. Was als sicherer Rückzugsort gedacht ist, kann unter ungünstigen Bedingungen zur Belastungsprobe werden – mit teils fatalen Folgen für den Nachwuchs.



In der Aufnahme von Dieter Zinßer
  •     Noch nicht flugfähiger Nestling der Dohle mit unvollständig entwickeltem Gefieder, der infolge hoher parasitärer Belastung den Nistplatz vorzeitig verlassen hat.
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Warum gerade Nestlinge so häufig Opfer von Freigängerkatzen werden
Bild zum Eintrag (1140578-160)
Warum gerade Nestlinge so häufig Opfer von Freigängerkatzen werden – eine Einordnung aus Sicht der Vogelkunde

11/12.04.2026

  • Als jemand, der sich seit vielen Jahren intensiv mit der Vogelwelt beschäftigt, lässt sich ein wiederkehrendes Muster klar erkennen: Besonders häufig fallen junge Vögel – sogenannte Nestlinge – freilaufenden Hauskatzen zum Opfer. Dieses Phänomen ist kein Zufall, sondern das Ergebnis mehrerer zusammenwirkender Faktoren.

Nestlinge sind in den ersten Lebenstagen vollständig hilflos. Sie sind blind oder sehen nur eingeschränkt, können ihre Körpertemperatur kaum selbst regulieren und sind nicht in der Lage zu fliehen. Ihr gesamtes Überleben hängt davon ab, unentdeckt im Nest zu bleiben. Genau darin liegt jedoch auch ihre größte Schwäche: Wird ein Nest entdeckt, gibt es für die Jungvögel keine Möglichkeit zur Verteidigung oder Flucht.
Freigängerkatzen verfügen über ausgeprägte Jagdinstinkte und eine bemerkenswerte Fähigkeit, selbst gut versteckte Nester aufzuspüren. Dabei spielt nicht nur Bewegung eine Rolle. Bettelrufe der Jungvögel, Gerüche oder die regelmäßigen Anflüge der Altvögel können Hinweise liefern, die Katzen gezielt nutzen. Gerade in strukturarmen Gärten oder ausgeräumten Landschaften sind Nester oft weniger gut verborgen, was das Risiko zusätzlich erhöht.

Ein weiterer entscheidender Punkt ist die zeitliche Überschneidung: Die Brutzeit vieler Singvogelarten fällt in die Monate, in denen Katzen besonders aktiv draußen unterwegs sind. Während Altvögel zumindest eine gewisse Chance haben, zu entkommen, sind Nestlinge der Situation vollständig ausgeliefert.

Hinzu kommt, dass Hauskatzen – anders als viele Wildtiere – nicht ausschließlich aus Hunger jagen. Auch gut versorgte Tiere folgen ihrem Instinkt. Dadurch entsteht ein kontinuierlicher Jagddruck, der insbesondere in siedlungsnahen Gebieten erheblich sein kann.

Die Folgen sind lokal oft deutlich spürbar: Verluste ganzer Bruten, geringerer Bruterfolg und ein zusätzlicher Stressfaktor für ohnehin unter Druck stehende Vogelpopulationen.

Ein wirksamer Schutz der Jungvögel beginnt daher im direkten Umfeld des Menschen. Strukturreiche Gärten mit dichten Hecken bieten bessere Versteckmöglichkeiten. Ebenso können zeitlich begrenzte Maßnahmen wie das Einschränken des Freigangs während der sensiblen Brutzeit oder das Anbringen von gut sichtbaren Warnhilfen an Katzen dazu beitragen, den Jagderfolg zu reduzieren.

Der Blick auf die Nestlinge macht deutlich: Es geht nicht um einzelne Begegnungen, sondern um ein systematisches Risiko für die verletzlichste Phase im Leben unserer Vögel. Wer die heimische Vogelwelt schützen möchte, sollte genau hier ansetzen.


In der Aufnahme von Dieter Zinßer
  • „Jeder Laut ein Risiko: Der Bettelruf eines jungen Vogels kann über Leben und Tod entscheiden.“
Artenschutz in Franken®  
Gämsen und Steinböcke - Ein Film von Helga & Hubertus Zinnecker
Bild zum Eintrag (1140551-160)
Gämsen und Steinböcke - Ein Film von Helga & Hubertus Zinnecker 

11/12.04.2026


Gämsen und Steinböcke konnten wir bei einem Besuch der Hohen Wand im
südlichen Niederösterreich vom Wanderweg aus beobachten und filmen.
Artenschutz in Franken®  
Erprobung prädatorensicherer Amphibien-Einlaufboxen - 2026 bis 2030 -
Bild zum Eintrag (1140547-160)
Erprobung prädatorensicherer Amphibien-Einlaufboxen - 2026 bis 2030 - 

11/12.04.2026

  •     Ein Projekt von Artenschutz in Franken® und Turmstationen Deutschland e.V. , das von der Stiftung "Unsere Erde" unterstützt wird. 

Im praktischen Amphibienschutz werden zur Erfassung und zum Schutz wandernder Tiere häufig sogenannte Aufnahmeeimer eingesetzt. Diese Methode ist seit vielen Jahren etabliert, bringt jedoch auch einige Nachteile mit sich. Dazu zählen unter anderem ein erhöhter Betreuungsaufwand, mögliche Stresssituationen für die Tiere sowie Risiken durch Witterungseinflüsse oder Prädation.
Als alternative Methode kommen zunehmend prädatorensichere Amphibien-Einlaufboxen zum Einsatz. Diese Systeme sind so konzipiert, dass Amphibien selbstständig in die Box gelangen können, während gleichzeitig ein besserer Schutz vor Fressfeinden sowie vor ungünstigen Umweltbedingungen gewährleistet wird.

Im Rahmen unseres Projekts untersuchen wir, in welchem Umfang Amphibien diese Einlaufboxen annehmen. Ein besonderer Fokus liegt dabei auf dem Vergleich mit den bislang verwendeten Aufnahmeeimern. Ziel ist es, Unterschiede hinsichtlich Effizienz, Tierwohl und praktischem Einsatz zu erfassen.

Die gewonnenen Erkenntnisse sollen dazu beitragen, zukünftige Schutzmaßnahmen weiter zu optimieren und den Amphibienschutz nachhaltiger und schonender zu gestalten.


In der Aufnahme
  •     Über den Handel bezogene und vor wenigen Tagen erhaltene Einlaufbox
Artenschutz in Franken®  
Ergebnisse des Projekt`s „Aufstiegshilfen für Amphibien in künstlichen Kleinstrukturen“
Bild zum Eintrag (1140515-160)
Ergebnisse des Projekt`s „Aufstiegshilfen für Amphibien in künstlichen Kleinstrukturen“

10/11.04.2026

Projektübersicht

Das vorliegende Projekt widmet sich dem Schutz heimischer Amphibienarten wie Erdkröte, Grasfrosch, Teichmolch und Kammmolch. Ausgangspunkt war die zunehmende Gefährdung dieser Arten durch Lebensraumverluste, klimatische Veränderungen sowie insbesondere durch künstliche Kleinstrukturen, die als unbeabsichtigte Fallen wirken.

Ziel des Projekts ist die Entwicklung, Erprobung und langfristige Etablierung geeigneter Aufstiegshilfen, um das Verenden von Amphibien in solchen Strukturen zu verhindern und gleichzeitig ein übertragbares Modell für den praktischen Artenschutz zu schaffen.
Durchgeführte Maßnahmen im Berichtszeitraum (Jahr 1–2 / 2025–2026)
2.1 Auswahl und Dokumentation von Problemflächen

Im ersten Projektjahr wurden geeignete Referenzflächen in Oberfranken identifiziert. Dabei lag der Fokus auf:

•    Kellerschächten und Lichthöfen 
•    Stillgewässern ohne Zu- und Ablauf 
•    Entwässerungsstrukturen mit potenzieller Fallenwirkung 
Die ausgewählten Standorte wurden systematisch erfasst und sowohl fotografisch als auch textlich dokumentiert. Dabei konnte die Relevanz künstlicher Kleinstrukturen als Gefahrenquelle eindeutig bestätigt werden.


In der Aufnahme 
  • Erdkrötenmännchen bei der Annahme der Aufstiegshilfe 
Artenschutz in Franken®  
Eichelhäher - Ein Film von Helga & Hubertus Zinnecker
Bild zum Eintrag (1140513-160)
Eichelhäher - Ein Film von Helga & Hubertus Zinnecker 

10/11.04.2026

Ein Ausflug in die Ammergauer Alpen wurde zu einem unvergesslichen Erlebnis mit einem zahmen Eichelhäher.
Artenschutz in Franken®  
Die Elster (Pica pica)
Bild zum Eintrag (1140511-160)
Die Elster – klug, anpassungsfähig und oft missverstanden

10/11.04.2026

  • An einem kühlen Frühlingsmorgen sitzt eine Elster auf dem Ast eines alten Obstbaums. Ihr schwarz-weißes Gefieder schimmert im ersten Sonnenlicht leicht grünlich und blau. 

Mit wachem Blick beobachtet sie die Umgebung, hebt kurz den Kopf – und fliegt dann gezielt hinunter auf eine Wiese, wo sie etwas Glänzendes entdeckt hat. Doch statt es einfach mitzunehmen, prüft sie erst die Umgebung. Vorsicht und Neugier gehen bei ihr Hand in Hand. Wenig später kehrt sie zu ihrem Partner zurück – ein leises Rufen, ein kurzer Austausch. Ein eingespieltes Team in einer Welt im Wandel.
Artbeschreibung

Die Elster (Pica pica) gehört zur Familie der Rabenvögel und ist in weiten Teilen Europas, Asiens und Nordafrikas verbreitet. Charakteristisch ist ihr kontrastreiches Gefieder: tiefschwarz mit weißen Partien an Schultern und Bauch, dazu ein metallisch schimmernder Glanz auf den Flügeln und dem langen Schwanz.

Mit ihrer hohen Intelligenz zählt sie zu den bemerkenswertesten Vogelarten. Elstern zeigen komplexes Sozialverhalten, erkennen sich selbst im Spiegel und verfügen über ein ausgeprägtes Lernvermögen. Ihre Nahrung ist vielseitig: Insekten, Samen, kleine Wirbeltiere und auch menschliche Nahrungsreste stehen auf ihrem Speiseplan.

Elstern bauen auffällige, kugelförmige Nester aus Zweigen, oft hoch in Bäumen oder gut geschützt in dichten Sträuchern. Sie leben meist in festen Paarbindungen und verteidigen ihr Revier aufmerksam.

Lebensraum im Wandel

Die Elster gilt als ausgesprochen anpassungsfähig. Ursprünglich bevorzugte sie halboffene Landschaften wie Waldränder, Wiesen mit Gehölzen oder landwirtschaftlich geprägte Räume. Heute ist sie zunehmend auch in Städten und Siedlungen zu finden.

Diese Entwicklung ist eng mit den Veränderungen unserer Landschaft verknüpft. Intensivierte Landwirtschaft, der Verlust von Hecken und Streuobstwiesen sowie die Versiegelung von Flächen verändern den ursprünglichen Lebensraum vieler Arten. Während einige Vögel darunter stark leiden, gelingt es der Elster, sich neue Lebensräume zu erschließen.

Der Klimawandel bringt zusätzliche Herausforderungen: veränderte Jahreszeiten, verschobene Nahrungsangebote und zunehmende Wetterextreme. Für die Elster bedeutet das, flexibel zu bleiben – etwa bei der Wahl von Brutzeitpunkten oder Nahrungsquellen. Dennoch zeigen solche Veränderungen langfristig Auswirkungen auf das ökologische Gleichgewicht, von dem auch anpassungsfähige Arten abhängig sind.

Bedrohung durch den Menschen

Trotz ihrer Anpassungsfähigkeit ist die Elster nicht frei von Gefahren. Ihr Ruf als „Nesträuber“ hat dazu geführt, dass sie vielerorts negativ wahrgenommen wird. Häufig wird sie für den Rückgang anderer Vogelarten verantwortlich gemacht, obwohl wissenschaftliche Untersuchungen zeigen, dass Lebensraumverlust meist die entscheidendere Rolle spielt.

Direkte Verfolgung, Störungen an Brutplätzen und Eingriffe in ihre Lebensräume stellen weiterhin Risiken dar. Auch der Straßenverkehr und Umweltbelastungen können sich negativ auswirken.

Ein bewusster Umgang mit Natur und Artenvielfalt ist daher entscheidend. Die Elster kann als Beispiel dafür dienen, wie wichtig es ist, ökologische Zusammenhänge differenziert zu betrachten und Vorurteile zu hinterfragen.


In der Aufnahme von Bernhard Schmalisch
  •     Ein oft unterschätzter Bestandteil unserer heimischen Vogelwelt.
Artenschutz in Franken®  
Moorfrösche - Ein Film von Helga & Hubertus Zinnecker
Bild zum Eintrag (1140446-160)
Moorfrösche - Ein Film von Helga & Hubertus Zinnecker 

09/10.04.2026


Da es in Skandinavien in einigen Gegenden noch Moorfrösche gibt,haben wir uns auf den dort angelegten Stegen ins Moor begeben und konnten dort, allerdings mit langer Brennweite und somit störungsfrei, Moorfrösche bei der Paarung im blauen Hochzeitsgewand filmen.
Artenschutz in Franken®  
Kronen-Anemone ( Anemone coronaria)
Bild zum Eintrag (1140441-160)
Die Kronen-Anemone ( Anemone coronaria)

09/10.04.2026

  • Als die ersten warmen Tage den Winter vertrieben hatten, zog ein leichter Wind über eine offene Wiese. Zwischen jungen Gräsern leuchteten plötzlich kräftige Farben auf – tiefes Rot, leuchtendes Blau und reines Weiß. 

Ein Wanderer blieb stehen, überrascht von dieser intensiven Farbenpracht. Während viele Pflanzen noch zaghaft austrieben, wirkte es, als hätte jemand kleine Farbtupfer auf die Landschaft gesetzt. Die Kronen-Anemone stand in voller Blüte und verwandelte den Frühling in ein lebendiges Gemälde.
Artbeschreibung

Die Kronen-Anemone (Anemone coronaria) ist eine auffällige und farbenreiche Pflanzenart aus der Familie der Hahnenfußgewächse. Ursprünglich stammt sie aus dem Mittelmeerraum und ist dort Teil natürlicher Wiesen- und Offenlandgesellschaften. Heute ist sie auch als Zierpflanze weit verbreitet.


Aufnahme von Dieter Zinßer
Artenschutz in Franken®  
Paarbildung beim Grünfink
Bild zum Eintrag (1140418-160)
Paarbildung beim Grünfink – Futterübergaben als wichtige Bindung

09/10.04.2026

  • Noch bevor die eigentliche Brutzeit beginnt, lässt sich beim Grünfink ein interessantes Verhalten beobachten: die sogenannte Futterübergabe zwischen den Partnern. 

Dabei übergibt das Männchen dem Weibchen Nahrung – ein Vorgang, der auf den ersten Blick unscheinbar wirkt, jedoch eine wichtige Rolle für die Paarbildung spielt.
Diese Futtergaben dienen nicht nur der Versorgung, sondern stärken vor allem die Bindung zwischen den beiden Vögeln. Das Weibchen kann so die Qualität und Zuverlässigkeit des Männchens einschätzen, während das Männchen seine Eignung als Partner demonstriert. Gleichzeitig wird durch dieses Verhalten die spätere Zusammenarbeit während Brut und Jungenaufzucht vorbereitet.

Unsere Aufnahmen zeigen diesen besonderen Moment der Interaktion eindrucksvoll. Sie geben einen seltenen Einblick in die sensiblen Vorbereitungen, die dem eigentlichen Brutgeschehen vorausgehen, und verdeutlichen, wie wichtig solche Verhaltensweisen für den Fortbestand der Art sind.


In der Aufnahme von Bernhard Schmalisch
  • Kleine Geste mit großer Bedeutung: Das Männchen zeigt seine Fürsorge durch das Anbieten von Nahrung.
Artenschutz in Franken®  
Buschwindröschen (Anemone nemorosa)
Bild zum Eintrag (1140382-160)
Das Buschwindröschen (Anemone nemorosa)

08/09.04.2026

  • Als der letzte Schnee im Schatten der alten Buchen schmolz, trat ein leises Weiß ans Licht. Zwischen feuchtem Laub reckten sich kleine Blüten dem ersten warmen Sonnenstrahl entgegen. 

Ein Kind, auf einem Frühlingsspaziergang mit seiner Großmutter, blieb stehen und staunte: „Sieh mal, kleine Sterne auf dem Waldboden!“ Die Großmutter lächelte. „Das sind Buschwindröschen. Sie zeigen uns, dass der Winter wirklich vorbei ist.“ Für einen Moment schien der Wald zu atmen – still, zart und doch voller Leben.
Artbeschreibung

Das Buschwindröschen (Anemone nemorosa) gehört zu den typischen Frühblühern unserer Laubwälder. Es wächst vor allem in lichten Buchen- und Mischwäldern und bildet oft dichte Teppiche aus weißen Blüten, die den Waldboden im Frühling überziehen.


Aufnahme von Dieter Zinßer
Artenschutz in Franken®  
Japan-Herbst-Anemone (Anemone hupehensis 'Praecox')
Bild zum Eintrag (1140380-160)
Die Japan-Herbst-Anemone (Anemone hupehensis 'Praecox')

08/09.04.2026

  • Als der Sommer langsam zur Ruhe kam und die Tage kürzer wurden, entdeckte eine Spaziergängerin am Waldrand noch einmal ein unerwartetes Leuchten. 

Zarte Blüten, getragen von schlanken Stielen, bewegten sich im milden Herbstwind. Während viele Pflanzen bereits verblüht waren, schien hier eine zweite, stille Blütezeit zu beginnen. „Der Herbst hat seine eigenen Blumen“, dachte sie – und blieb einen Moment stehen, um dieses späte Geschenk der Natur zu bewundern.
Artbeschreibung

Die Japan-Herbst-Anemone (Anemone hupehensis 'Praecox') ist eine elegante, ausdauernde Staude, die ursprünglich aus Ostasien stammt und heute auch in Europa häufig in Gärten und naturnahen Anlagen zu finden ist. Besonders die Sorte „Praecox“ zeichnet sich durch eine vergleichsweise frühe und lange Blütezeit aus.


Aufnahme von Dieter Zinßer
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Die große Reise der kleinen Erdkröten und Grasfrösche
Bild zum Eintrag (1140314-160)
Die große Reise der kleinen Erdkröten und Grasfrösche

08/09.04.2026

  • Es war ein milder Frühlingsabend. Die Luft roch nach feuchter Erde, und über den Wiesen lag ein leiser Nebelschleier. Am Rand eines stillen Teiches begann ein besonderes Schauspiel: Die Erdkröten (Bufo bufo) und die Grasfrösche waren zurückgekehrt.

Jedes Jahr wandern sie oft weite Strecken, um genau dieses eine Gewässer zu erreichen – den Ort, an dem sie selbst einmal geschlüpft sind. Hier legen sie ihren Laich ab. Die Grasfrösche formen kleine, gallertartige Klumpen, die wie glitzernde Perlen im Wasser treiben. Die Erdkröten dagegen legen lange, durchsichtige Laichschnüre ab, die sich zwischen Wasserpflanzen winden.

Schon nach kurzer Zeit beginnt das Leben im Verborgenen: Aus den Eiern schlüpfen winzige Kaulquappen. Sie sind kaum größer als ein Reiskorn und sehen eher aus wie kleine schwarze Punkte mit einem Schwanz. Doch sie wachsen schnell.
Das Leben im Wasser – ein gefährlicher Kindergarten

Die Kaulquappen verbringen die ersten Wochen und Monate ihres Lebens ausschließlich im Wasser. Hier fressen sie Algen, Pflanzenreste und winzige Lebewesen. Das Wasser ist ihr Schutzraum – aber auch ein Ort voller Gefahren.

Libellenlarven lauern zwischen den Pflanzen und schießen blitzschnell nach Beute. Wasserkäfer und ihre Larven sind ebenfalls geschickte Jäger. Auch Fische, wenn sie im Teich leben, machen Jagd auf die kleinen Kaulquappen. Und von oben drohen Reiher oder Enten, die im flachen Wasser nach Nahrung suchen.

Doch die Natur hat den Kaulquappen auch Fähigkeiten mitgegeben: Sie schwimmen oft in Gruppen, was es für Räuber schwieriger macht, einzelne Tiere zu fangen. Außerdem sind sie gut getarnt.

Eine noch größere Gefahr ist jedoch das Wasser selbst. Wenn es im Frühling und Sommer zu wenig regnet, kann das Laichgewässer austrocknen. Dann schrumpft der Lebensraum immer weiter – und die Kaulquappen haben nicht genug Zeit, sich vollständig zu entwickeln.

Die Verwandlung – ein Wunder der Natur


Mit der Zeit beginnt ein erstaunlicher Prozess: die Metamorphose. Zuerst wachsen den Kaulquappen kleine Hinterbeine, später Vorderbeine. Ihre Kiemen verschwinden, und sie entwickeln Lungen, um an Land atmen zu können.

Der lange Schwanz wird nach und nach abgebaut – er dient sogar als Energiequelle für diesen Umbau. Schließlich ist aus der Kaulquappe ein kleines, fertiges Landtier geworden: eine junge Erdkröte oder ein kleiner Grasfrosch.

Nun stehen tausende winzige Tiere gleichzeitig am Ufer. Und dann passiert es: Sie verlassen das Wasser.

Der erste Schritt an Land


Für die kleinen Amphibien beginnt jetzt ein völlig neues Leben. Sie machen sich auf den Weg in Wiesen, Wälder und Gärten. Dort suchen sie Schutz unter Steinen, in feuchter Erde oder im dichten Gras.

Doch dieser erste Weg ist besonders gefährlich.

Viele der Jungtiere müssen Straßen überqueren. Autos sind eine große Bedrohung, denn die kleinen Kröten und Frösche sind kaum zu sehen. In manchen Nächten sterben unzählige Tiere auf den Straßen.

Auch in der Landschaft finden sie nicht immer geeignete Lebensräume. Aufgeräumte Gärten ohne Verstecke, versiegelte Flächen oder intensiv genutzte Felder bieten wenig Schutz. Pestizide können ihre Nahrung – Insekten und andere Kleintiere – verringern oder sie sogar direkt schädigen.

Unsichtbare Gefahren: Mensch und Klimawandel

Neben den direkten Gefahren gibt es auch solche, die man nicht sofort sieht.

Der Klimawandel verändert das Gleichgewicht der Natur. Frühere oder spätere Regenzeiten bringen die Entwicklung der Kaulquappen durcheinander. Hitzeperioden lassen Gewässer schneller austrocknen. Manche Teiche verschwinden ganz.

Auch der Mensch verändert die Lebensräume stark:

  • Feuchtgebiete werden trockengelegt
  • Wälder und Wiesen werden bebaut
  • Straßen zerschneiden Wanderwege
  • Müll verschmutzt die Umwelt

All das macht es für Erdkröten und Grasfrösche schwerer, zu überleben und sich fortzupflanzen.

Hoffnung für die kleinen Wanderer

Doch es gibt auch gute Nachrichten: Viele Menschen setzen sich für den Schutz dieser Tiere ein.

Im Frühling werden an vielen Straßen sogenannte Krötenzäune aufgebaut. Ehrenamtliche Helfer sammeln die Tiere ein und tragen sie sicher über die Straße. Neue Teiche werden angelegt, damit die Amphibien geeignete Laichgewässer finden. Naturnahe Gärten mit Verstecken und ohne Gift helfen ebenfalls.

Jeder kann etwas tun:

  • Laub- und Steinhaufen als Verstecke liegen lassen
  • Auf Chemikalien und Gifte verzichten
  • Beim Autofahren in Amphibiengebieten besonders vorsichtig sein

Ein Kreislauf des Lebens

Die kleinen Erdkröten und Grasfrösche wachsen heran. Viele überleben die Gefahren nicht – doch einige schaffen es. Sie werden größer, stärker und verbringen den Sommer und Herbst an Land.

Und eines Tages, wenn der nächste Frühling kommt, machen sie sich selbst auf den Weg. Zurück zu dem Gewässer, in dem alles begann.

Dort legen sie ihren eigenen Laich ab – und die Geschichte beginnt von vorn.

So zeigt uns die Natur, wie wichtig jedes einzelne Tier ist. Denn selbst die kleinste Kröte spielt eine Rolle im großen Kreislauf des Lebens.

In der Aufnahme 
  • Die nächste Generation ... welchen Planeten wird diese vorfinden?
Artenschutz in Franken®  
Der Vierfleck (Libellula quadrimaculata)
Bild zum Eintrag (1140278-160)
Der Vierfleck – ein Jäger zwischen Wasser und Luft

07/08.04.2026

  • Die Morgensonne liegt noch flach über einem kleinen Teich, als sich die Wasseroberfläche kaum merklich bewegt. Ein leiser Windhauch streift durch das Schilf. Plötzlich löst sich eine Libelle von einem Halm, erhebt sich mit schnellen Flügelschlägen in die Luft und beginnt ihre lautlose Jagd. 

Für einen Moment scheint sie zu schweben, dann schießt sie blitzartig vorwärts – präzise, kontrolliert, fast schwerelos. Es ist ein Vierfleck, der sein Revier durchstreift, wachsam und perfekt an seine Umgebung angepasst.
Artbeschreibung

Der Vierfleck (Libellula quadrimaculata) gehört zu den häufigeren Großlibellen Europas und ist besonders an stehenden oder langsam fließenden Gewässern zu finden. Seinen Namen verdankt er den jeweils zwei dunklen Flecken auf jedem Flügelpaar, die gut sichtbar sind und ihm ein unverwechselbares Aussehen verleihen.

Der Körper ist meist bräunlich gefärbt, die Flügel schimmern durchsichtig mit den charakteristischen Markierungen. Mit einer Flügelspannweite von etwa acht bis neun Zentimetern zählt er zu den mittelgroßen Libellenarten.


Aufnahme von Dieter Zinßer
Artenschutz in Franken®  
Die letzte Reise – Eine Geschichte über die Erdkröte
Bild zum Eintrag (1140222-160)
Die letzte Reise – Eine Geschichte über die Erdkröte

07/08.04.2026

  • Die Nacht ist still. Nur das leise Rascheln von Blättern und das entfernte Rufen eines Käuzchens begleiten zwei kleine Schatten auf ihrem Weg. Langsam, ganz langsam bewegen sie sich über den kühlen Boden. Jeder Schritt kostet Kraft.

Das große Weibchen kennt diesen Weg. Irgendwo tief in ihr sagt ihr etwas: Dorthin musst du.Das kleine Männchen klammert sich an sie. Es vertraut ihr. Gemeinsam sind sie unterwegs. „Glaubst du, wir schaffen es?“, könnte man sich vorstellen, dass das Männchen fragt. Und das Weibchen würde antworten:„Ja. Wir sind schon so weit gekommen.“

Vor ihnen liegt das Wasser. Ihr Ziel. Der Ort, an dem neues Leben beginnt. Sie überqueren Gras, Erde, kleine Steine. Die Welt ist groß für sie. Gefährlich. Aber sie gehen weiter.Denn sie müssen. - Der Frühling hat sie gerufen.

Dann taucht vor ihnen etwas auf, das nicht in ihre Welt gehört.Ein breiter, heller Streifen aus Schotter. Hart. Kalt. Fremd.Sie zögern nicht lange.Sie kennen keine Straßen. Keine Fahrzeuge. Keine Gefahr, wie wir sie kennen.Für sie ist es nur ein weiterer Abschnitt ihres Weges.

Das Weibchen setzt den ersten Fuß auf den Weg.
Ein Schritt. ... Noch einer. Das Männchen hält sich fest. Sie sind jetzt ganz nah. Man kann das Wasser fast schon riechen.Vielleicht hören sie es sogar.

  • Dann wird die Nacht plötzlich grell.

Ein Licht durchschneidet die Dunkelheit. - Ein tiefes Grollen kommt näher. Viel zu schnell. Viel zu laut. Die Erde beginnt zu vibrieren. Die beiden bleiben nicht stehen.
Sie wissen nicht, dass sie fliehen müssten.

Sie gehen weiter. 
Ein Augenblick. Ein einziger Moment. ... Dann ist alles vorbei.

  • Als die Stille zurückkehrt, bewegt sich nichts mehr.

Das Weibchen liegt auf dem Schotterweg. Ihr Körper wirkt unversehrt – und doch ist ihr Herz stehen geblieben. Der Druck der vorbeirauschenden Maschine war zu stark. Ein unsichtbarer Schlag hat ihr Leben beendet.

Das Männchen, das sich eben noch an sie geklammert hat, liegt nun ein Stück entfernt.

Allein.

Und das Wasser? Es ist noch da. Nur wenige Meter weiter. Ruhig. Dunkel. Bereit für das Leben, das nie ankommen wird.

Am nächsten Morgen gehen Menschen an diesem Ort vorbei. Manche sehen nichts.
Manche schauen kurz hin – und gehen weiter.

„Nur Kröten“, denken sie vielleicht.

Aber das stimmt nicht. - Diese beiden waren ein Teil von etwas Größerem. Ein Teil eines Kreislaufs, der seit tausenden Jahren besteht. Sie hätten Leben geschaffen. Hunderte kleine Kaulquappen.

Neue Generationen.

Stattdessen endet ihre Geschichte hier. Auf einem Weg, den sie nicht verstehen konnten.

Und doch passiert genau das jede Nacht. Immer wieder. Still. Unbemerkt.
Direkt vor unseren Augen.


Vielleicht bleibst du das nächste Mal stehen.
Vielleicht schaust du genauer hin.
Vielleicht erkennst du, dass selbst die kleinsten Leben große Geschichten tragen.

Denn für uns ist es nur ein Weg.

Für die Erdkröte war es alles.


In der Aufnahme 
  • Getötete Erdkröten und weit ihres potentiellen Laichgewässers
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Wilde Möhre (Daucus carota)
Bild zum Eintrag (1140208-160)
Die Wilde Möhre (Daucus carota)

07/08.04.2026

  • An einem warmen Sommertag streifte ein Kind über eine sonnige Wiese am Rand eines Feldwegs. Zwischen Gräsern und bunten Blüten blieb es plötzlich stehen: Vor ihm erhob sich eine filigrane, weiße Blütendolde, in deren Mitte ein winziger dunkler Punkt wie ein Geheimnis wirkte. 

Neugierig beugte sich das Kind näher – ohne zu wissen, dass es gerade einer Pflanze begegnete, die seit Jahrhunderten Menschen begleitet, inspiriert und ernährt: der Wilden Möhre.
Artbeschreibung

Die Wilde Möhre gehört zur Familie der Doldenblütler (Apiaceae) und ist die ursprüngliche Form unserer heutigen Kulturmöhre. Sie ist in Europa, Teilen Asiens und Nordafrika heimisch und wächst bevorzugt auf trockenen Wiesen, an Wegrändern und auf Brachflächen.

Charakteristisch sind ihre fein gefiederten Blätter und die weißen, schirmförmigen Blütenstände (Dolden), die häufig einen einzelnen dunkelvioletten bis schwarzen Punkt in der Mitte aufweisen. Dieser sogenannte „Lockblütenpunkt“ dient vermutlich dazu, Insekten anzulocken. Nach der Blüte rollt sich die Dolde nestartig zusammen – ein typisches Erkennungsmerkmal.

Die Wurzel der Wilden Möhre ist dünn, holzig und deutlich weniger ausgeprägt als die der kultivierten Möhre, jedoch aromatisch und essbar.


In der Aufnahme von Dieter Zinßer
  • Im Gegenlicht 
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Schneehase (Lepus timidus)
Bild zum Eintrag (1140202-160)
Im Weiß der Stille – der Schneehase und seine Zukunft

06/07.04.2026

  • Es ist ein kalter Morgen in den Bergen. Die Landschaft liegt still unter einer dicken Schneedecke, nur der Wind zeichnet feine Spuren über die Oberfläche. 

Plötzlich bewegt sich etwas: Fast unsichtbar hebt sich ein Paar schwarzer Augen vom Weiß ab. Ein Schneehase verharrt regungslos, perfekt getarnt in seinem Winterfell. Erst als er sich mit einem Satz fortbewegt, erkennt man seine Spur – leicht, flüchtig und doch ein Zeichen von Leben in einer scheinbar leeren Welt.

Doch diese Welt verändert sich.
Artbeschreibung

Der Schneehase (wissenschaftlich: Lepus timidus) ist ein an kalte Lebensräume angepasster Vertreter der Hasenartigen. Er kommt vor allem in nördlichen Breiten sowie in Gebirgsregionen Europas vor, etwa in den Alpen.


Aufnahme von Helga Zinncker
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Ostschermaus (Arvicola amphibius)
Bild zum Eintrag (1140196-160)
Die Ostschermaus – Ein oft unterschätzter Teil unserer Ökosysteme

06/07.04.2026

  • Die Ostschermaus (wissenschaftlich: Arvicola amphibius), auch Große Wühlmaus oder Schermaus genannt, ist ein heimisches Nagetier, das in vielen Regionen Europas vorkommt. 

Trotz ihres eher unscheinbaren Auftretens spielt sie eine wichtige Rolle im natürlichen Gleichgewicht unserer Landschaften.
Lebensraum und Anpassungsfähigkeit

Die Ostschermaus besiedelt vielfältige Lebensräume. Besonders häufig findet man sie in feuchten Wiesen, an Gewässerrändern oder in strukturreichen Kulturlandschaften. Sie ist jedoch sehr anpassungsfähig und kommt auch in Gärten oder landwirtschaftlich genutzten Flächen vor.


Aufnahme von Helga Zinnecker 
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Zwischen Osteridylle und Überlebenskampf – die stille Not des Feldhasen
Bild zum Eintrag (1140192-160)
Zwischen Osteridylle und Überlebenskampf – die stille Not des Feldhasen

06/07.04.2026

  • Der Feldhase (Lepus europaeus) ist für viele Menschen untrennbar mit Ostern verbunden. In dieser Zeit begegnet er uns vor allem als fröhliche, wohlgenährte Figur – ein Symbol für Leben, Frühling und Unbeschwertheit. 

Doch dieses Bild hat mit der Realität in unserer Agrarlandschaft oft nur wenig zu tun.
Der Feldhase ist ein Bewohner offener Kulturlandschaften und auf abwechslungsreiche, strukturreiche Lebensräume angewiesen. Früher boten Feldraine, Hecken, Brachen und artenreiche Wiesen ausreichend Nahrung und Schutz. Heute hingegen prägen vielerorts großflächige, intensiv bewirtschaftete Felder das Bild. Der Einsatz von Pestiziden, der Verlust von Wildkräutern und die Vereinheitlichung der Landschaft führen dazu, dass dem Hasen wichtige Nahrungsquellen fehlen.

In solchen ausgeräumten Lebensräumen findet der Feldhase oft kaum noch ausreichend Nahrung. Statt einer vielfältigen Auswahl an Kräutern, Gräsern und jungen Trieben bleibt ihm häufig nur das, was übrig ist. Die Folgen können dramatisch sein: geschwächte Tiere, geringere Überlebenschancen für Jungtiere und insgesamt sinkende Bestände.

Eine Aufnahme zeigt eindrücklich diese Realität: Ein stark abgemagerter Feldhase steht in einer weitgehend strukturlosen Ackerfläche und frisst an spärlichen Resten untergepflügter Vegetation. Wo einst Vielfalt herrschte, ist nur noch wenig übrig geblieben – ein Lebensraum, der kaum noch Lebensgrundlage bietet.

Der Schutz des Feldhasen bedeutet daher mehr als nur den Erhalt einer Art. Er steht stellvertretend für den Zustand unserer Kulturlandschaft. Strukturreiche Lebensräume, der Verzicht auf übermäßigen Pestizideinsatz und die Förderung von Biodiversität sind entscheidende Schritte, um dem Feldhasen – und vielen anderen Arten – wieder eine Zukunft zu geben.

In der Aufnahme von Bernhard Schmalisch
  • „Ausgemergelt und auf karge Reste angewiesen: Ein Feldhase in einer ausgeräumten Agrarlandschaft – Sinnbild für den schwindenden Lebensraum unserer Kulturlandschaft.“
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Die Schlüsselblume am Bach
Bild zum Eintrag (1140188-160)
Die Schlüsselblume am Bach

06/07.04.2026

  • Dort, wo ein schmaler Bach leise durch die Landschaft fließt und seine Ufer sanft formt, steht eine alte Esche. Ihre Wurzeln reichen tief in den feuchten Boden, umspült vom klaren Wasser. Genau an diesem unscheinbaren Ort, zwischen Wurzelwerk und Moos, hat sich eine kleine Schlüsselblume ihren Platz gesucht.

Niemand weiß genau, wie sie dorthin kam. Vielleicht trug der Wind ihren Samen heran, vielleicht ein Vogel. Doch sie blieb. Jahr für Jahr treibt sie im Frühling ihre zarten Blätter aus und hebt schließlich ihre gelben Blüten dem Licht entgegen. Ihr Standort ist winzig, kaum mehr als eine Handbreit Erde – und doch reicht er ihr zum Leben.
Während ringsum das Wasser fließt und die Esche Schatten spendet, wirkt dieser Ort wie ein kleines, verborgenes Refugium. Wer ihn entdeckt, muss genau hinsehen. Und wer innehält, erkennt etwas Besonderes: Leben findet seinen Weg, selbst an den unscheinbarsten Stellen.

Doch dieser kleine Lebensraum ist empfindlich. Ein falscher Schritt am Ufer, eine Veränderung des Wasserlaufs oder Eingriffe in die Natur können genügen, um das Gleichgewicht zu stören. Was für den Menschen kaum bemerkbar ist, kann für die Schlüsselblume das Ende bedeuten.

Die Geschichte dieser einzelnen Pflanze steht stellvertretend für viele ihrer Art. Schlüsselblumen sind auf bestimmte Bedingungen angewiesen – auf passende Böden, Lichtverhältnisse und ein stabiles Umfeld. Werden Ufer begradigt, Böden verdichtet oder Flächen intensiv genutzt, verschwinden solche Rückzugsorte.

Gerade kleine Lebensräume wie dieser sind heute selten geworden. Sie bieten Schutz für Pflanzen und Tiere, die keinen Platz mehr in der intensiv genutzten Landschaft finden. Die Schlüsselblume am Bach zeigt, wie wertvoll selbst kleinste Flächen sein können.

Sie erinnert uns daran, achtsam zu sein. Jeder Schritt in der Natur, jede Veränderung kann Auswirkungen haben. Der Schutz beginnt oft im Kleinen – dort, wo eine einzelne Pflanze still wächst und darauf vertraut, dass ihr Platz bestehen bleibt.

Vielleicht bleibt sie auch im nächsten Frühling wieder stehen, zwischen den Wurzeln der Esche, begleitet vom leisen Plätschern des Baches. Ein kleines Zeichen dafür, dass Natur bestehen kann – wenn wir ihr Raum lassen.



In der Aufnahme von Beatrice Will
  • Schlüsselblume am Bachlauf
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Lindenwanze (Oxycarenus lavaterae)
Bild zum Eintrag (1140186-160)
Die Lindenwanze (Oxycarenus lavaterae)

04/05.04.2026

  • Die Lindenwanze, auch als Malvenwanze bekannt, ist eine kleine, auffällig gefärbte Wanzenart aus der Familie der Bodenwanzen. Ursprünglich stammt sie aus wärmeren Regionen Südeuropas, hat sich jedoch in den letzten Jahrzehnten zunehmend auch in Mitteleuropa ausgebreitet.

Typisch für die Lindenwanze ist ihre schwarz-rote Färbung. Die Tiere erreichen eine Körperlänge von etwa 4 bis 6 Millimetern. Besonders auffällig ist ihr geselliges Verhalten: Oft treten sie in großen Gruppen auf, vor allem an Baumstämmen oder in deren unmittelbarer Umgebung.
Wie der Name bereits vermuten lässt, findet man die Lindenwanze häufig an Lindenbäumen. Sie lebt dort vor allem in der Rinde oder in Spalten des Stammes. Darüber hinaus nutzt sie auch andere Pflanzen aus der Familie der Malvengewächse als Nahrungsquelle. Die Tiere ernähren sich überwiegend von Pflanzensäften und sind für gesunde Bäume in der Regel ungefährlich.

In den Herbstmonaten sammeln sich Lindenwanzen oft in großen Mengen, um geeignete Überwinterungsplätze zu finden. Dabei kann es vorkommen, dass sie sich an Hauswänden oder in geschützten Bereichen ansammeln. Obwohl dies für Menschen manchmal störend wirkt, stellen die Tiere keine Gefahr dar: Sie sind weder giftig noch übertragen sie Krankheiten.

Die zunehmende Verbreitung der Lindenwanze wird unter anderem mit milderen Wintern und klimatischen Veränderungen in Verbindung gebracht. Insgesamt gilt die Art jedoch als unproblematisch und ist ein Beispiel für die natürliche Ausbreitung von Tierarten in neue Lebensräume.

Aufnahme von Dieter Zinßer
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Gemeine Feuerwanze (Pyrrhocoris apterus)
Bild zum Eintrag (1140184-160)
Die Gemeine Feuerwanze ist eine der bekanntesten und auffälligsten Wanzenarten in Mitteleuropa. ...

04/05.04.2026

  • ... Durch ihre leuchtend rote Färbung mit markanten schwarzen Mustern ist sie leicht zu erkennen und wird häufig in Gärten, Parks und an sonnigen Hauswänden beobachtet.

Die Tiere erreichen eine Körperlänge von etwa 9 bis 12 Millimetern. Ihr kontrastreiches Muster dient als Warnsignal für mögliche Fressfeinde. Trotz ihres Namens kann die Gemeine Feuerwanze nicht fliegen, da ihre Flügel meist verkürzt und nicht funktionstüchtig sind.
Feuerwanzen leben oft in größeren Gruppen und halten sich bevorzugt in der Nähe von Lindenbäumen oder Malvengewächsen auf. Dort ernähren sie sich hauptsächlich von herabgefallenen Samen sowie von Pflanzensäften. Gelegentlich saugen sie auch an toten Insekten oder nehmen andere organische Reste auf.

Für den Menschen ist die Gemeine Feuerwanze völlig harmlos. Sie sticht nicht und verursacht keine Schäden an Gebäuden oder Vorräten. Bei Bedrohung kann sie – wie viele Wanzen – ein leicht unangenehm riechendes Sekret absondern, das der Verteidigung dient.

Die Entwicklung erfolgt über mehrere Nymphenstadien, wobei die Jungtiere zunächst eine andere Färbung aufweisen und erst nach mehreren Häutungen das typische Erscheinungsbild der erwachsenen Tiere annehmen. In Mitteleuropa bildet die Art meist eine Generation pro Jahr.

Während der kühleren Jahreszeit suchen Feuerwanzen geschützte Plätze zur Überwinterung auf, zum Beispiel unter Laub, in Ritzen oder an geschützten Stellen nahe dem Boden. An warmen Tagen im zeitigen Frühjahr werden sie oft wieder aktiv und sind dann häufig in Gruppen zu sehen.

Die Gemeine Feuerwanze ist ein gut sichtbarer und leicht zu beobachtender Vertreter der heimischen Insektenwelt und eignet sich besonders gut, um grundlegende ökologische Zusammenhänge im eigenen Umfeld kennenzulernen.


Aufnahme von Dieter Zinßer
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Zwischen Ostermärchen und Wirklichkeit – das leise Leben und Sterben des Feldhasen
Bild zum Eintrag (1140180-160)
Zwischen Ostermärchen und Wirklichkeit – das leise Leben und Sterben des Feldhasen

05/06.04.2026

  • In den Tagen rund um Ostern taucht er überall auf: der freundliche Hase mit sanften Augen, der bunte Eier bringt und Kindern ein Lächeln schenkt. Kaum jemand denkt dabei an den echten Feldhase (Lepus europaeus), dessen Leben so wenig mit diesen Bildern zu tun hat.

Er lebt nicht in Geschichten.
Er lebt im offenen Feld.
Schon früh am Morgen, wenn der Tau noch auf den Halmen liegt, kauert der Hase reglos in seiner Sasse – einer flachen Mulde im Boden. Sein Körper ist angespannt, seine Sinne wach. Jeder Laut zählt. Das entfernte Summen einer Maschine, das Rascheln im Gras, das Bellen eines Hundes – all das ist für ihn kein Hintergrundgeräusch. Es ist eine mögliche Entscheidung zwischen Leben und Tod.

Sein Herz kennt keine Ruhe.
Denn sein Leben ist Flucht.

Früher bot die Landschaft Schutz. Hecken, Feldraine, kleine Rückzugsorte – ein Mosaik aus Verstecken und Nahrung. Heute sind viele dieser Strukturen verschwunden. Die Felder sind weiter geworden, leerer, geordneter. Was für den Menschen Fortschritt bedeutet, ist für den Hasen oft ein Verlust: kein Versteck, kein Ausweichen, keine zweite Chance.

Und doch ist es nicht nur die stille Veränderung der Landschaft, die ihm alleine zusetzt.

Manchmal kommt die Gefahr plötzlich.

Ein ausgelassener Hund, nicht angeleint, jagt über das Feld. Für ihn ist es ein Spiel, ein kurzer Rausch der Bewegung. Für den Hasen beginnt in diesem Moment ein verzweifelter Lauf. Seine Muskeln brennen, seine Lungen kämpfen um Luft. Er schlägt Haken, versucht zu entkommen, nutzt jede Erfahrung, die sein Instinkt ihm gibt.

Doch nicht jede Flucht endet erfolgreich. Was zurückbleibt, ist oft nur Stille. Eine Stille, die nichts mit Frieden zu tun hat.


An anderen Tagen ist es die Straße.
Ein graues Band, das scheinbar harmlos durch die Landschaft führt. Der Hase zögert nicht aus Unachtsamkeit – sondern weil seine Welt keine Geschwindigkeit kennt, die mit der des Menschen vergleichbar ist. Ein Augenblick reicht. Ein Geräusch, ein Licht, ein falscher Schritt.

Dann liegt er am Rand.Unbewegt.Und die Welt fährt weiter.


Niemand hält an. Niemand fragt nach dem Leben, das dort geendet ist. Es ist nur ein weiterer Moment im Strom des Alltags – und doch war es für den Hasen alles.

Und während all das geschieht, lächelt uns der Osterhase weiterhin aus Schaufenstern an. Rund, weich, unbeschwert. Ein Symbol ohne Angst, ohne Schmerz, ohne die Wirklichkeit seines wilden Verwandten.

Vielleicht liegt gerade darin eine leise Tragik. Denn der echte Hase verschwindet nicht plötzlich.

Er wird leiser. Seltener. Unsichtbarer.

Und vielleicht ist es genau das, was diese Zeit uns sagen könnte:
 dass hinter jeder Figur, jedem Symbol, ein echtes Leben steht.Eines, das keinen Applaus bekommt.Eines, das keine Geschichten erzählt – sondern einfach nur versucht zu überleben.

Wenn wir also in diesen Tagen an den „Osterhasen“
denken, könnten wir einen Moment länger innehalten. Nicht nur für die Freude – sondern auch für das, was oft übersehen wird.

Für das leise Klopfen eines Herzens im hohen Gras. Für ein Leben, das keinen Schutz kennt außer unserer Aufmerksamkeit.


In der Aufnahme von Bernhard Schmalisch
  • „Am Straßenrand endet ein Leben, das im Verborgenen begann – unbeachtet, während die Welt unaufhaltsam weiterzieht.“
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Beerenwanze (Dolycoris baccarum)
Bild zum Eintrag (1140178-160)
Die Beerenwanze ist eine in Europa weit verbreitete Wanzenart aus der Familie der Baumwanzen. ... 

04/05.04.2026

  • ... Sie kommt in unterschiedlichen Lebensräumen vor, darunter Gärten, Wiesen, Waldränder und Heckenlandschaften, und ist auch in Deutschland häufig anzutreffen.

Charakteristisch für die Beerenwanze ist ihr rundlich-ovaler Körperbau sowie die variable Färbung, die von rötlich-braun bis violett reichen kann. Besonders auffällig ist die dichte, feine Behaarung auf der Oberseite des Körpers, die ihr ein leicht samtiges Aussehen verleiht. Zudem besitzt sie helle Zeichnungen am Rand des Hinterleibs.
Die Beerenwanze ernährt sich überwiegend von Pflanzensäften. Dabei saugt sie an verschiedenen Pflanzen, bevorzugt an Beerensträuchern, Kräutern und Stauden. Gelegentlich nimmt sie auch kleine Insekten oder deren Eier auf, wodurch sie eine eher vielseitige Ernährungsweise zeigt.

Für den Menschen ist die Beerenwanze ungefährlich. Wie viele andere Wanzenarten kann sie bei Störung einen unangenehmen Geruch abgeben, der als Abwehrmechanismus dient. Dieser Geruch ist jedoch harmlos und verflüchtigt sich nach kurzer Zeit.

Die Entwicklung erfolgt über mehrere Larvenstadien, sogenannte Nymphen, die sich in Aussehen und Färbung deutlich von den erwachsenen Tieren unterscheiden können. Im Laufe des Jahres entwickelt sich in der Regel eine Generation.

Im Herbst sucht die Beerenwanze geschützte Plätze zur Überwinterung auf, etwa in Laub, unter Rinde oder in Bodennähe. Anders als manche andere Wanzenarten dringt sie jedoch nur selten in Gebäude ein.

Insgesamt ist die Beerenwanze ein unauffälliger, aber interessanter Bestandteil der heimischen Insektenwelt. Sie spielt eine Rolle im ökologischen Gleichgewicht und ist ein typischer Vertreter der mitteleuropäischen Fauna.



Aufnahme von Bernhard Schmalisch 
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Kleine Braunelle (Prunella vulgaris)
Bild zum Eintrag (1140176-160)
Die Kleine Braunelle (Prunella vulgaris)

05/06.04.2026

  • Die Kleine Braunelle ist eine weit verbreitete, mehrjährige Pflanze aus der Familie der Lippenblütler (Lamiaceae). 

Sie zählt zu den bekanntesten Vertretern der Braunellen und kommt in großen Teilen Europas, Asiens sowie Nordamerikas vor. Aufgrund ihrer Anpassungsfähigkeit ist sie sowohl in der freien Natur als auch in vom Menschen geprägten Landschaften häufig anzutreffen.
Erscheinungsbild und Merkmale

Die Kleine Braunelle ist eine niedrig wachsende, krautige Pflanze, die meist Höhen von 5 bis 25 Zentimetern erreicht. Charakteristisch sind ihre oft kriechenden oder aufsteigenden Stängel, mit denen sie sich flächig ausbreiten kann.

Die Blätter sind gegenständig angeordnet, meist eiförmig und leicht gezähnt. Sie besitzen eine sattgrüne Farbe und bleiben oft auch bei intensiver Nutzung – etwa auf Rasenflächen – erhalten.

Die Blüten erscheinen in kompakten, kopfartigen Blütenständen am Ende der Stängel. Typisch für die Art sind die violett-blauen Lippenblüten, die aus einer Ober- und einer Unterlippe bestehen. Die Blütezeit reicht in Mitteleuropa in der Regel von Mai bis in den Spätsommer.


In der Aufnahme von Dieter Zinßer

  • Kleine Braunelle (Prunella vulgaris)
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Getreidewanze (Aelia acuminata)
Bild zum Eintrag (1140174-160)
Die Getreidewanze wird aufgrund ihrer oft grünlichen bis strohfarbenen Färbung gelegentlich ebenfalls als „grüne Stinkwanze“ bezeichnet, ...

04/05.04.2026

  • ...  gehört jedoch zu einer anderen Wanzengruppe als die bekannteren grünen Baumwanzen. Sie ist in Europa weit verbreitet und vor allem in offenen Landschaften wie Wiesen, Feldern und an Wegrändern zu finden.

Typisch für die Getreidewanze ist ihr schlanker, länglich-ovaler Körperbau, der sich deutlich von den eher breit-schildförmigen Baumwanzen unterscheidet. Die Tiere erreichen eine Länge von etwa 8 bis 10 Millimetern. Ihre Färbung passt sich gut an trockene Gräser und Getreidehalme an, wodurch sie in ihrem Lebensraum gut getarnt sind.
Die Art ernährt sich hauptsächlich von Pflanzensäften und ist besonders häufig an Gräsern und Getreidepflanzen anzutreffen. Dort saugt sie an Halmen und Samen. In landwirtschaftlichen Kulturen kann sie bei stärkerem Auftreten zu Qualitätseinbußen führen, da sie die Entwicklung der Körner beeinflussen kann.

Für den Menschen ist die Getreidewanze ungefährlich. Sie sticht nicht und stellt keine gesundheitliche Gefahr dar. Wie viele andere Wanzenarten kann sie bei Störung ein charakteristisches, unangenehm riechendes Sekret abgeben, das der Abwehr von Fressfeinden dient.

Die Entwicklung erfolgt über mehrere Nymphenstadien, wobei die Jungtiere den erwachsenen Tieren ähneln, jedoch meist kleiner und oft etwas anders gefärbt sind. Im Laufe eines Jahres bildet sich in der Regel eine Generation.

Zur Überwinterung ziehen sich die Tiere in geschützte Bereiche zurück, beispielsweise in Grasbüschel oder in die Bodenstreu. Im Frühjahr werden sie wieder aktiv und besiedeln erneut ihre bevorzugten Lebensräume.

Die Getreidewanze ist ein typischer Vertreter offener Landschaften und zeigt, wie spezialisierte Insektenarten an bestimmte Pflanzen und Lebensräume angepasst sind.



In der Aufnahme von Dieter Zinßer
  •     Getreidewanze auf Ähre
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Amerikanische Kiefern- bzw. Zapfenwanze (Leptoglossus occidentalis)
Bild zum Eintrag (1140172-160)
Die Amerikanische Kiefernwanze – auch als Zapfenwanze bekannt - ...

04/05.04.2026

  • ... ist eine aus Nordamerika stammende Insektenart, die sich seit den frühen 2000er-Jahren in Europa verbreitet hat. Inzwischen ist sie auch in Deutschland weit verbreitet und wird besonders im Herbst häufig in der Nähe von Wohngebäuden beobachtet.

Die Wanze erreicht eine Körperlänge von etwa 15 bis 20 Millimetern und ist an ihrer bräunlichen Färbung sowie den charakteristischen, blattartig verbreiterten Hinterbeinen gut zu erkennen. Auffällig ist zudem ein heller Zickzackstreifen quer über die Flügel.
Ursprünglich lebt die Art in Nadelwäldern und ernährt sich hauptsächlich von Pflanzensäften, die sie aus Zapfen und Nadeln verschiedener Kiefernarten saugt. Dabei kann sie in großen Populationen wirtschaftliche Schäden in der Forstwirtschaft verursachen, da sie die Samenentwicklung beeinträchtigt.

Für den Menschen ist die Amerikanische Kiefernwanze jedoch harmlos. Sie sticht nicht und überträgt keine Krankheiten. Wenn sie sich bedroht fühlt oder in Innenräume gelangt, kann sie einen unangenehmen Geruch absondern – ein typisches Abwehrverhalten vieler Wanzenarten.

Im Herbst sucht die Art geschützte Orte zur Überwinterung auf. Dabei dringt sie gelegentlich in Häuser ein, insbesondere durch offene Fenster oder kleine Spalten. Dort verhält sie sich ruhig und versucht lediglich, die kalte Jahreszeit zu überstehen.

Eine Bekämpfung ist in der Regel nicht notwendig. Einzelne Tiere können einfach eingefangen und wieder ins Freie gesetzt werden. Um das Eindringen zu verhindern, empfiehlt es sich, Fenster und Türen abzudichten oder Fliegengitter anzubringen.

Insgesamt gilt die Amerikanische Kiefernwanze als gut angepasstes Beispiel für eine eingeschleppte Art, die sich erfolgreich in neuen Lebensräumen etablieren konnte, ohne dabei eine direkte Gefahr für den Menschen darzustellen.


Aufnahme von Dieter Zinßer
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Setting an example - preserving biodiversity - Informationspfad / Umweltpädagogik Parcour
Bild zum Eintrag (1140170-160)
Setting an example - preserving biodiversity  - Informationspfad / Umweltpädagogik Parcours Steigerwald

05/06.04.2026

  • Flurwege weit mehr als nur landwirtschaftliche Verbindungstrassen zweiten Grades

Flurwege spielen eine wichtige ökologische Rolle in ausgeräumten Landschaften, insbesondere in intensiv genutzten land-wirtschaftlichen Gebieten oder urbanisierten Regionen.

Hier stellen wir Ihnen einige ökologische Bedeutungen von Flurwegen vor:

Biotopvernetzung:
Flurwege können als Verbindungselemente dienen und verschiedene Lebensräume miteinander verbinden. Sie schaffen somit eine Biotopvernetzung, die es Pflanzen und Tieren ermöglicht, sich zwischen isolierten Gebieten zu bewegen. Dies fördert den genetischen Austausch und trägt zur Erhaltung der Artenvielfalt bei.

Lebensraum für Pflanzen und Tiere:
Flurwege können eine einzigartige Umgebung bieten, die von bestimmten Pflanzenarten bevorzugt wird. Randbereiche entlang der Wege können als Lebensraum für spezialisierte Flora und Fauna dienen, die in den intensiv genutzten Flächen möglicherweise keine geeigneten Bedingungen finden.
Förderung von Pflanzenvielfalt:
Durch die natürliche Sukzession entlang der Flurwege kann eine vielfältige Pflanzengemeinschaft entstehen. Unterschiedliche Bodenbedingungen und Mikroklimata entlang der Wege können zu einer größeren Vielfalt von Pflanzenarten führen.

Habitat für Insekten:
Flurwege bieten Lebensraum für verschiedene Insekten, darunter Bienen, Schmetterlinge und Käfer. Diese Insekten spielen eine entscheidende Rolle bei der Bestäubung von Pflanzen und der Aufrechterhaltung des ökologischen Gleichgewichts.

Korridor für Wanderungen von Wildtieren:

Wildtiere nutzen Flurwege als Korridore für ihre Wanderungen. Dies erleichtert die Bewegung von Populationen, was wichtig ist, um genetische Vielfalt zu erhalten und das Überleben von Arten in fragmentierten Landschaften zu unterstützen.

Minderung von Erosion:
Gut gestaltete Flurwege können dazu beitragen, die Bodenerosion zu minimieren. Sie können als Barrieren gegen Wasserabfluss wirken und somit dazu beitragen, den Boden und darin enthaltene Nährstoffe zu erhalten.

Es ist wichtig, dass die Pflege und Planung von Flurwegen unter Berücksichtigung ökologischer Gesichtspunkte erfolgt, um ihre positiven Auswirkungen auf die Umwelt zu maximieren und negative Effekte zu minimieren.

  • Und wie sieht die Realität dieser Bereiche an zahlreichen Standorten in unserem Land aus?

Der Begriff "stiefmütterlich behandeln" zeigt sich bezogen auf diese Strukturen häufig noch als recht harmlos denn ...

Niedrige Priorität: Flurwege werden oft als Durchgangsbereiche betrachtet, die primär der Fortbewegung dienen. Die Pflege und Gestaltung solcher Bereiche stehen möglicherweise nicht ganz oben auf der Prioritätenliste, besonders wenn Ressourcen und Aufmerksamkeit auf andere Bereiche wie Hauptwege oder Grünanlagen gerichtet sind.

Funktionale Aspekte: Flurwege sind in erster Linie für den Verkehr gedacht, sei es zu Fuß oder mit Fahrzeugen. Pflanzungen könnten als störend empfunden werden, wenn sie die Sicht behindern, den Verkehrsfluss beeinträchtigen oder zusätzliche Wartung erfordern.


Budgetbeschränkungen: Die Pflege von Grünflächen erfordert Ressourcen wie Arbeitskraft, Wasser und Dünger. In Zeiten begrenzter finanzieller Mittel könnten Flurwegbepflanzungen zugunsten anderer Projekte vernachlässigt werden.

Mangelnde Wertschätzung: Flurwege werden möglicherweise als weniger wichtig oder ästhetisch ansprechend angesehen, was zu einer geringeren Wertschätzung für ihre Gestaltung und Pflege führt.

Unzureichende Planung: In manchen Fällen werden Flurwegbereiche möglicherweise nicht angemessen in die Gesamtplanung von Grünflächen einbezogen. Dies kann dazu führen, dass sie bei der Gestaltung und Pflege übersehen werden.

... ausgestattet mit diesen Inhalten führen diese Bereiche häufig ein jämmerliches Dasein ...

Doch häufig ist es auch einfach Desinteresse oder Mangel an Wissen der zu diesem stark negativen Aspekt beiträgt. 



In der Aufnahme
  • Um aufzuzeigen wie das funktionierende Ökosystem Flurweg aussehen kann haben wir uns im Februar 2026 aufgemacht einen weiteren sichtbaren Baustein zu platzieren
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Nördliche Fruchtwanze (Carpocoris fuscispinus)
Bild zum Eintrag (1140115-160)
Die Nördliche Fruchtwanze ist eine in Europa verbreitete Wanzenart aus der Familie der Baumwanzen. ...

04/05.04.2026

  • ... Sie kommt vor allem in offenen, sonnigen Lebensräumen wie Wiesen, Feldrändern, Gärten und Böschungen vor und ist auch in Deutschland regelmäßig anzutreffen.

Die Tiere erreichen eine Körperlänge von etwa 10 bis 14 Millimetern und besitzen einen breit-ovalen, schildförmigen Körper. Die Färbung ist meist bräunlich bis rötlich und kann individuell variieren. Charakteristisch sind die oft leicht gemusterten Flügel sowie die seitlich leicht gezackten Ränder des Hinterleibs.
Die Nördliche Fruchtwanze ernährt sich überwiegend von Pflanzensäften. Sie saugt an verschiedenen Kräutern, Gräsern und anderen krautigen Pflanzen. Dabei nutzt sie ihren Stechrüssel, um an die nährstoffreichen Pflanzensäfte zu gelangen.

Für den Menschen ist die Art ungefährlich. Sie sticht nicht und richtet in der Regel keine nennenswerten Schäden an Kulturpflanzen an. Wie viele Wanzen kann sie bei Störung ein unangenehm riechendes Sekret abgeben, das als Schutz vor Fressfeinden dient.

Die Entwicklung erfolgt über mehrere Nymphenstadien, wobei die Jungtiere sich in Form und Färbung von den erwachsenen Wanzen unterscheiden und sich schrittweise an deren Erscheinungsbild annähern.

Im Laufe des Jahres bildet die Art meist eine Generation. Die erwachsenen Tiere überwintern an geschützten Orten wie unter Laub, in Grasbüscheln oder in Bodennähe. Im Frühjahr werden sie wieder aktiv und beginnen mit der Fortpflanzung.

Die Nördliche Fruchtwanze ist ein typischer Vertreter der heimischen Insektenfauna und trägt zur Vielfalt und Stabilität von Ökosystemen in offenen Landschaften bei.


In der Aufnahme von Dieter Zinßer
  •     fliegende Fruchtwanze ist auf einer Ähre gelandet
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Wipfel-Stachelwanze (Acanthosoma haemorrhoidale)
Bild zum Eintrag (1140103-160)
Die Wipfel-Stachelwanze ist eine in Europa weit verbreitete Wanzenart aus der Familie der Stachelwanzen. ...

04/05.04.2026

  • ... Sie kommt vor allem in Wäldern, Gärten und Parkanlagen vor und hält sich bevorzugt in Baumkronen sowie auf Sträuchern auf.

Auffällig ist ihre grünliche Grundfärbung, die ihr eine gute Tarnung in der Vegetation bietet. Je nach Jahreszeit kann die Färbung auch leicht variieren und bräunliche Töne annehmen. Typisch sind zudem die rötlichen Partien am Hinterleib, die besonders bei Störung sichtbar werden. Der Körperbau ist schildförmig, wie bei vielen Wanzenarten, und erreicht eine Länge von etwa 12 bis 15 Millimetern.
Die Wipfel-Stachelwanze ernährt sich hauptsächlich von Pflanzensäften. Sie saugt an Blättern, jungen Trieben und Früchten verschiedener Laub- und Nadelbäume. Dabei ist sie häufig auf Bäumen wie Birken oder Haseln anzutreffen, wo sie sich gut zwischen den Blättern verstecken kann.

Für den Menschen ist die Art ungefährlich. Sie sticht nicht und verursacht in der Regel keine nennenswerten Schäden. Wie viele Wanzen kann sie bei Bedrohung ein geruchsintensives Sekret absondern, das der Abschreckung von Fressfeinden dient.

Die Entwicklung verläuft über mehrere Nymphenstadien. Die Jungtiere unterscheiden sich in Färbung und Zeichnung deutlich von den erwachsenen Wanzen und verändern ihr Erscheinungsbild im Laufe ihrer Entwicklung.

Eine Besonderheit dieser Art ist ihr Brutverhalten: Das Weibchen bewacht die abgelegten Eier sowie die frisch geschlüpften Jungtiere für eine gewisse Zeit. Dieses Verhalten ist bei Wanzen eher selten und erhöht die Überlebenschancen des Nachwuchses.

Zur Überwinterung suchen die Tiere geschützte Plätze auf, etwa unter Rinde, in Laubstreu oder an anderen geschützten Stellen. Im Frühjahr werden sie wieder aktiv und sind dann vor allem in der Vegetation gut zu beobachten.

Die Wipfel-Stachelwanze ist ein interessanter Vertreter der heimischen Insektenwelt und zeigt durch ihr Verhalten und ihre Anpassungen die Vielfalt ökologischer Strategien innerhalb der Wanzen.


Aufnahme von Dieter Zinßer
Artenschutz in Franken®  
Knappe (Spilostethus saxatilis)
Bild zum Eintrag (1140101-160)
Die Knappe ist eine auffällig gefärbte Wanzenart aus der Familie der Bodenwanzen. Sie ist in weiten Teilen Europas verbreitet ...

04/05.04.2026

  • .... und bevorzugt warme, sonnige Lebensräume wie Trockenrasen, Wegränder, Böschungen und Gärten.

Charakteristisch für den Knappe ist seine kontrastreiche Färbung in Rot, Schwarz und Weiß. Dieses auffällige Muster dient als Warnsignal für mögliche Fressfeinde, da die Tiere durch ihre Nahrung teilweise ungenießbar werden können. Die Körperlänge beträgt etwa 10 bis 12 Millimeter, und der Körper ist länglich-oval geformt.
Die Art ernährt sich hauptsächlich von Pflanzensäften, insbesondere von Samen verschiedener Pflanzen. Eine besondere Rolle spielt dabei häufig der Rote Fingerhut, dessen Inhaltsstoffe von den Wanzen aufgenommen und im Körper gespeichert werden können. Dadurch sind sie für viele Fressfeinde weniger attraktiv.

Für den Menschen ist der Knappe ungefährlich. Er sticht nicht und verursacht keine nennenswerten Schäden. Wie viele andere Wanzen kann er bei Störung ein leicht unangenehm riechendes Sekret abgeben, das der Verteidigung dient.

Die Entwicklung erfolgt über mehrere Nymphenstadien, wobei die Jungtiere den erwachsenen Wanzen ähneln, jedoch oft weniger stark gefärbt sind. Im Laufe des Jahres entwickelt sich in der Regel eine Generation.

Zur Überwinterung suchen die Tiere geschützte Bereiche am Boden auf, beispielsweise unter Laub, Steinen oder Pflanzenresten. Im Frühjahr werden sie wieder aktiv und sind dann häufig gut sichtbar auf sonnigen Flächen anzutreffen.

Der Knappe ist ein interessantes Beispiel für eine farbenprächtige und gut angepasste Insektenart, die durch ihre Lebensweise und ihre auffällige Erscheinung zur Vielfalt der heimischen Tierwelt beiträgt.


Aufnahme von Dieter Zinßer
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Narzissen (Narcissus)
Bild zum Eintrag (1140099-160)
Narzissen – Frühlingsboten mit strahlender Präsenz

04/05.04.2026


Wenn nach einem langen Winter die ersten warmen Sonnenstrahlen den Boden erwärmen, sind sie oft unter den ersten, die Farbe in die Landschaft bringen: die Narzissen (Narcissus). Mit ihren leuchtenden Blüten kündigen sie den Frühling an und stehen seit Jahrhunderten symbolisch für Neubeginn und Hoffnung.
Allgemeine Beschreibung

Die Gattung Narcissus umfasst zahlreiche Arten und Sorten und gehört zur Familie der Amaryllisgewächse. Ursprünglich stammen Narzissen vor allem aus Europa und dem Mittelmeerraum, sind heute jedoch in vielen Teilen der Welt verbreitet.

Typisch für Narzissen ist ihre auffällige Blütenform: Sechs äußere Blütenblätter umgeben eine charakteristische Nebenkrone (oft trompeten- oder schalenförmig). Die Farbpalette reicht von klassischem Gelb über Weiß bis hin zu zweifarbigen Varianten mit orangefarbenen Akzenten.

Die Pflanzen wachsen aus Zwiebeln und erreichen je nach Art eine Höhe von etwa 10 bis 50 Zentimetern. Ihre schmalen, linearen Blätter erscheinen meist gleichzeitig mit den Blüten im Frühjahr.


In der Aufnahme von Dieter Zinßer
  • Narzissenblüte
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Kornblume (Centaurea cyanus)
Bild zum Eintrag (1140097-160)
Die Kornblume – Ein stiller Schatz unserer Felder

05/06.04.2026

  • Es war ein früher Sommermorgen, als ein Kind am Rand eines goldenen Getreidefeldes stehen blieb. Zwischen den Halmen leuchtete ein intensives Blau – fast wie ein Stück Himmel, das sich auf die Erde verirrt hatte. 

Neugierig pflückte es die Blume, ohne zu ahnen, dass diese zarte Schönheit einst überall zu finden war. Heute jedoch ist sie vielerorts selten geworden. Die Kornblume erzählt damit eine leise, aber eindringliche Geschichte vom Wandel unserer Landschaft.
Artbeschreibung

Die Kornblume gehört zur Familie der Korbblütler. Charakteristisch sind ihre leuchtend blauen Blüten, die aus vielen kleinen Röhrenblüten bestehen und zwischen Juni und September erscheinen. Sie erreicht meist eine Höhe von 30 bis 90 Zentimetern und wächst bevorzugt auf nährstoffarmen, offenen Standorten – traditionell in Getreidefeldern.

Die Kornblume ist nicht nur optisch auffällig, sondern auch ökologisch wertvoll: Sie dient zahlreichen Insekten, insbesondere Wildbienen und Schmetterlingen, als Nahrungsquelle. Ihre Samen wiederum sind für Vögel von Bedeutung. ...


In der Aufnahme von Dieter Zinßer
  • Ein Symbol traditioneller Kulturlandschaften - Die Kornblume (Centaurea cyanus)
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Lupinen (Lupinus)
Bild zum Eintrag (1140095-160)
Lupinen – farbenfrohe Allrounder mit ökologischer Bedeutung

03/04.04.2026

  • Die Lupinen (Lupinus) sind vielseitige Pflanzen, die sowohl in naturnahen Landschaften als auch in Gärten eine wichtige Rolle spielen. 

Mit ihren auffälligen Blütenständen und ihrer Fähigkeit, Böden zu verbessern, gehören sie zu den bekanntesten Vertretern der Hülsenfrüchtler.
Allgemeine Beschreibung

Die Gattung Lupinus umfasst zahlreiche Arten, die vor allem in Nord- und Südamerika sowie im Mittelmeerraum verbreitet sind. Viele Lupinenarten sind einjährig oder mehrjährig und können je nach Art Wuchshöhen von etwa 30 Zentimetern bis über 1,5 Meter erreichen.

Charakteristisch sind ihre aufrechten, kerzenartigen Blütenstände, die aus vielen Einzelblüten bestehen. Die Farbvielfalt ist groß und reicht von Blau und Violett über Rosa und Weiß bis hin zu Gelb. Die Blütezeit liegt meist zwischen späten Frühling und Hochsommer.

Die Blätter sind handförmig geteilt und verleihen der Pflanze ein markantes Erscheinungsbild. Nach der Blüte bilden sich Hülsenfrüchte, die Samen enthalten.


In der Aufnahme von Albert Meier
  • Lupinen
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Purpur-Knabenkraut (Orchis purpurea)
Bild zum Eintrag (1140093-160)
Das Purpur-Knabenkraut – ein verborgenes Juwel der Natur

03/04.04.2026

  • In den frühen Morgenstunden eines milden Frühlingstags streifte ein Naturfreund durch einen lichten Wald. Sonnenstrahlen fielen durch die noch jungen Blätter und tauchten den Boden in ein sanftes Licht. 

Plötzlich blieb er stehen: Zwischen Gräsern und Laub erhob sich eine ungewöhnliche Blume, deren purpurne Blüten wie kleine Figuren wirkten. Es war, als hätte sich ein Stück Kunst mitten in der Natur verborgen. Ehrfürchtig trat er näher – vor ihm stand das Purpur-Knabenkraut (Orchis purpurea), selten, faszinierend und voller Geheimnisse.
Artbeschreibung

Das Purpur-Knabenkraut (Orchis purpurea) gehört zur Familie der Orchideen und zählt zu den eindrucksvollsten heimischen Arten. Es ist vor allem in Europa verbreitet und wächst bevorzugt in lichten Wäldern, an Waldrändern sowie auf kalkreichen Böden.

Die Pflanze kann eine Höhe von 30 bis 80 Zentimetern erreichen. Auffällig ist ihr dichter Blütenstand, der aus zahlreichen Einzelblüten besteht. Diese besitzen einen helmförmigen oberen Teil in purpurfarbenen Tönen, während die Lippe weißlich ist und oft purpurne Punkte oder Zeichnungen trägt – ein markantes Erscheinungsbild.

Die Blütezeit liegt meist zwischen April und Juni. Wie viele Orchideen ist auch das Purpur-Knabenkraut auf spezielle Bodenpilze (Mykorrhiza) angewiesen, mit denen es in einer engen Lebensgemeinschaft steht. Diese Symbiose macht die Pflanze besonders empfindlich gegenüber Veränderungen im Boden.



In der Aufnahme von Dieter Zinßer
  • eine der beeindruckendsten heimischen Orchideen
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Mehlige Königskerze
Bild zum Eintrag (1140053-160)
Die Mehlige Königskerze – leise Stärke am Wegesrand

03/04.04.2026

  • An einem staubigen Feldweg blieb eine Wanderin stehen. Zwischen Kies und trockener Erde ragte eine schlanke Pflanze empor, deren helle Blüten im Sonnenlicht fast schimmerten. 

Obwohl ringsum vieles karg wirkte, stand sie aufrecht und unbeirrt da. Die Wanderin strich vorsichtig über die leicht filzigen Blätter und fragte sich, wie eine so zarte Erscheinung an einem so unwirtlichen Ort bestehen konnte. Was sie entdeckt hatte, war die Mehlige Königskerze (Verbascum lychnitis) – eine Pflanze, die für Anpassungsfähigkeit und stille Widerstandskraft steht.
Artbeschreibung

Die Mehlige Königskerze (Verbascum lychnitis) gehört zur Familie der Braunwurzgewächse und ist in weiten Teilen Europas verbreitet. Sie wächst bevorzugt auf trockenen, sonnigen Standorten wie Böschungen, Wegrändern, Schuttplätzen oder lichten Wiesen.

Typisch für die Pflanze ist ihr aufrechter Wuchs, der Höhen von etwa 50 bis 120 Zentimetern erreichen kann. Die Blätter sind länglich und wirken durch eine feine Behaarung leicht „mehlig“, was ihr auch den Namen verleiht.

Die Blüten erscheinen in lockeren, aufrechten Trauben und sind meist hellgelb bis cremefarben, seltener weißlich. Sie öffnen sich nach und nach über einen längeren Zeitraum im Sommer und bieten Insekten eine wichtige Nahrungsquelle.

Als zweijährige Pflanze bildet sie im ersten Jahr eine Blattrosette und entwickelt im zweiten Jahr ihren charakteristischen Blütenstand.


In der Aufnahme von Albert Meier
  • Blütenstand
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Nelkenwurzen (Geum)
Bild zum Eintrag (1140019-160)
Nelkenwurzen – Zarte Blüten mit würzigem Geheimnis

02/03.04.2026

  •     Eine kleine Geschichte vom Duft der Erde

An einem ruhigen Waldrand, dort wo Sonnenstrahlen durch das Blätterdach tanzen, wuchs eine Pflanze, die viele Menschen kaum beachteten. Ihre Blüten waren nicht groß, nicht laut, und doch hatten sie etwas Besonderes. Die Nelkenwurzen (Geum) standen zwischen Gräsern und Moos, ihre Stängel leicht im Wind schwingend. Eine neugierige Hummel landete auf einer der Blüten und begann, den süßen Nektar zu sammeln.
Ein Kind, das zufällig vorbeikam, kniete sich hin und betrachtete die Pflanze genauer. „Du siehst gar nicht besonders aus“, sagte es leise. Doch als es vorsichtig an einem Blatt rieb, stieg ein feiner, würziger Duft auf – warm und leicht nach Gewürzen erinnernd. Es war, als hätte die Pflanze ein Geheimnis bewahrt, das man nur entdecken konnte, wenn man sich Zeit nahm.

Die Nelkenwurz schien zu antworten, ganz ohne Worte: Nicht alles, was wertvoll ist, zeigt sich auf den ersten Blick.

Artbeschreibung: Vielfalt innerhalb einer Pflanzengruppe

Die Nelkenwurzen bilden eine Pflanzengattung innerhalb der Rosengewächse und umfassen zahlreiche Arten, die in Europa, Asien und Nordamerika verbreitet sind.


In der Aufnahme von Dieter Zinßer
  • Detailaufnahme einer geöffneten Blüte
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Blutroter Hartriegel – Leuchtende Farben am Wegesrand
Bild zum Eintrag (1139928-160)
Blutroter Hartriegel – Leuchtende Farben am Wegesrand

02/03.04.2026

  •     Ein stiller Begleiter durch die Jahreszeiten

Am Rand von Wiesen, entlang von Hecken und an lichten Waldrändern wächst oft unbemerkt ein Strauch, der erst auf den zweiten Blick seine ganze Schönheit zeigt: der Blutroter Hartriegel (Cornus sanguinea).

Im Frühling wirkt er noch zurückhaltend. Seine Blätter entfalten sich in einem frischen Grün, und kleine, weißliche Blüten erscheinen in lockeren Dolden. Sie sind unscheinbar, doch für viele Insekten eine wertvolle Nahrungsquelle. Im Sommer trägt der Strauch dunkle, fast schwarze Beeren.
Für den Menschen sind sie ungenießbar, doch für Vögel sind sie ein wichtiger Bestandteil der Nahrung. Seine eigentliche Stärke zeigt der Blutrote Hartriegel jedoch im Herbst und Winter: Dann färben sich seine Blätter in warme Rot- und Orangetöne, bevor sie abfallen. Zurück bleiben die leuchtend roten Zweige, die selbst in der kargen Winterlandschaft auffallen und dem Strauch seinen Namen geben.

Artbeschreibung: Merkmale und Eigenschaften


Der Blutrote Hartriegel gehört zur Familie der Hartriegelgewächse und ist in großen Teilen Europas verbreitet.



In der Aufnahme von Albert Meier
  •     Lebensraum für zahlreiche Tierarten ... der Hartriegel
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Das Summen des alten Bienenstocks
Bild zum Eintrag (1139922-160)
Das Summen des alten Bienenstocks

02/03.04.2026

  • Vor vielen Jahren stand am Rand einer blühenden Wiese ein alter Bienenstock aus Holz. Seine Bretter waren vom Wetter gezeichnet, ein wenig schief und von der Zeit dunkel gefärbt. Doch genau hier lebte ein ganz besonderes Volk: die Westliche Honigbiene (Apis mellifera).

An einem warmen Frühlingstag lag ein lebendiges Summen in der Luft. Es war kein einzelnes Geräusch, sondern ein ganzes Orchester aus Flügelschlägen. Vor dem Eingang des Bienenstocks tummelten sich unzählige Bienen – sie kamen und gingen, landeten vorsichtig, starteten wieder und verschwanden zwischen den grünen Pflanzen, die rund um den Stock wuchsen.
Mitten in diesem Gewimmel war eine junge Biene unterwegs, die gerade ihren ersten großen Ausflug hinter sich hatte. Die Welt draußen war riesig gewesen: voller Farben, Düfte und Bewegung. Sie hatte Blüten entdeckt, die im Sonnenlicht leuchteten, und Nektar gesammelt, so süß wie nichts, was sie zuvor gekannt hatte.

Nun kehrte sie zurück.

Der Eingang des alten Holzstocks wirkte auf den ersten Blick eng und unübersichtlich. Doch für die Bienen war alles genau organisiert. Einige standen am Eingang und prüften, wer hinein durfte. Andere fächelten mit ihren Flügeln frische Luft in das Innere. Wieder andere schienen sich kurz auszuruhen, bevor sie erneut in die weite Welt hinausflogen.

Die junge Biene landete vorsichtig zwischen ihnen. Für einen Moment hielt sie inne und spürte das Vibrieren des Stocks – ein gleichmäßiges, beruhigendes Summen, das durch das Holz nach außen drang. Es war, als würde der ganze Bienenstock atmen.

Im Inneren herrschte geschäftiges Treiben. Jede Biene hatte ihre Aufgabe: Einige kümmerten sich um den Nachwuchs, andere bauten an den Waben, wieder andere verarbeiteten den gesammelten Nektar zu Honig. Alles geschah ohne Streit, ohne Chaos – wie ein perfekt abgestimmtes Zusammenspiel.

Draußen vor dem Stock ging das Leben weiter. Die grünen Pflanzen bewegten sich sanft im Wind, und die Sonne tauchte alles in warmes Licht. Immer mehr Bienen kehrten zurück, ihre Beine voller Blütenstaub, während andere sich gerade auf den Weg machten.

Die junge Biene verstand langsam, dass sie Teil von etwas Großem war. Alleine war sie klein, doch gemeinsam konnten sie erstaunliche Dinge leisten. Sie versorgten sich gegenseitig, bauten ihr Zuhause und sorgten dafür, dass die Welt um sie herum weiterblühte.

Bevor sie wieder losflog, blickte sie noch einmal auf den alten Bienenstock. Von außen wirkte er unscheinbar – ein Stück Holz am Rand einer Wiese. Doch in Wahrheit war er das Herz eines lebendigen Volkes. Dann summte sie los, hinein in die grüne Welt voller Blüten. Und das Summen vor dem alten Bienenstock hörte nie auf.



In der Aufnahme von Dieter Zinßer
  • Zahlreiche Honigbienen versammeln sich vor einem alten Holzstock, während im Hintergrund grüne Pflanzen leise im Wind schwingen.
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Winterkresse (Barbarea vulgaris)
Bild zum Eintrag (1139920-160)
Winterkresse – Die stille Überlebenskünstlerin am Wegesrand

01/02.04.2026

  •     Kurzgeschichte: Die Pflanze, die den Winter kannte

Am Rand eines schmalen Feldwegs, dort wo kaum jemand stehen blieb, wuchs eine kleine Pflanze. Der Wind strich über sie hinweg, Regen fiel auf ihre Blätter, und selbst der Frost des Winters konnte ihr nichts anhaben. Während andere Pflanzen sich längst zurückgezogen hatten, blieb sie. Ihre grünen Blätter trotzten der Kälte, als hätten sie ein Geheimnis, das nur sie kannte.

Eines Tages blieb ein Kind stehen. „Warum bist du noch da?“, fragte es leise. Die Pflanze antwortete nicht – und doch war ihre Antwort spürbar: Nicht alle Stärke ist laut. Manche wächst leise, unbeachtet, und zeigt sich genau dann, wenn andere verschwunden sind. Als der Frühling kam, blühte sie in leuchtendem Gelb – als hätte sie die kalten Tage gesammelt und in Licht verwandelt.
Artbeschreibung: Was ist die Winterkresse?

Die Winterkresse (Barbarea vulgaris) gehört zur Familie der Kreuzblütler und ist in weiten Teilen Europas, Asiens und Nordamerikas verbreitet. Sie wächst bevorzugt an Wegrändern, auf Wiesen, an Ufern und in gestörten Böden.


In der Aufnahme von Dieter Zinßer 
  • Leuchtend gelbe Blüten der Winterkresse im frühen Frühling
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Der große Aufbruch der kleinen Libelle
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Der große Aufbruch der kleinen Libelle

01/02.04.2026

  • Im ersten Licht des Tages lag der Teich still und ruhig da. Ein feiner Nebel schwebte über dem Wasser, und alles wirkte, als würde die Welt noch schlafen. Nur das leise Plätschern zwischen den Wasserpflanzen verriet, dass hier Leben war – verborgen und doch voller Geheimnisse.

Tief unter der Oberfläche hatte die kleine Libellenlarve viele Wochen, vielleicht sogar Monate verbracht. Dort unten war es dunkel und eng, und doch kannte sie keinen anderen Ort. Sie kroch über den schlammigen Boden, versteckte sich zwischen Pflanzen und wartete – ohne genau zu wissen, worauf.
Doch an diesem Morgen war etwas anders.

Ein Gefühl, das sie noch nie zuvor gespürt hatte, trieb sie nach oben. Langsam begann sie, an einem dünnen Pflanzenstängel emporzuklettern. Es war anstrengend, und mehr als einmal musste sie innehalten. Wassertropfen perlten an ihrem Körper ab, während sie sich Zentimeter für Zentimeter aus ihrer vertrauten Welt hinausbewegte.

Als sie schließlich die Wasseroberfläche durchbrach, funkelte das Licht der aufgehenden Sonne in ihren Augen. Zum ersten Mal sah sie die Welt über dem Wasser – hell, weit und voller Farben. Oben angekommen, klammerte sie sich fest an den Halm. Sie bewegte sich kaum, als würde sie tief in sich hineinhorchen. Und dann geschah etwas, das wie ein kleines Wunder wirkte:

Ein feiner Riss zog sich über ihren Rücken.

Ganz langsam, fast vorsichtig, begann sich ihre alte Haut zu öffnen. Die Larve blieb still, während sich aus ihr eine neue Gestalt herausarbeitete. Zuerst der Kopf, dann der Körper, und schließlich die zarten Flügel, die noch weich und gefaltet waren.Es war ein mühsamer Prozess. Immer wieder schien es, als würde sie eine Pause brauchen. Doch Schritt für Schritt schlüpfte sie weiter – bis sie schließlich vollständig aus ihrer alten Hülle herausgekommen war.

Die leere Haut blieb zurück, festgeklammert am Halm. Sie sah aus wie eine verblasste Erinnerung an das Leben im Wasser.

Die junge Libelle hing nun still da, ihr Körper noch ungewohnt leicht. Ihre Flügel waren durchsichtig, aber noch zerknittert und feucht. Die Sonne wärmte sie, und mit jeder Minute veränderte sich etwas. Die Flügel spannten sich, wurden größer, klarer und kräftiger. Die Welt um sie herum erwachte. Vögel zwitscherten, das Wasser glitzerte, und ein sanfter Wind strich durch die Pflanzen. Doch die Libelle blieb noch einen Moment ruhig – als würde sie den Augenblick festhalten wollen.

Dann bewegte sie vorsichtig ihre Flügel.

Ein erstes Zittern. Ein zweites. Und plötzlich lag eine neue Kraft in ihnen. Mit einem kleinen Ruck löste sie sich vom Halm. Für einen kurzen Moment schien sie zu schweben – unsicher, tastend. Doch dann fing sie sich, breitete ihre Flügel aus und flog.

Hoch über dem Teich zog sie ihre ersten Kreise. Alles sah nun anders aus: weiter, heller, lebendiger. Das Wasser, aus dem sie gekommen war, lag ruhig unter ihr, und die Pflanzen wirkten plötzlich klein.

Die alte Hülle blieb zurück, still und unbeweglich. Doch sie war wichtig – sie zeigte, wo die Reise begonnen hatte.

Die Libelle jedoch blickte nicht mehr zurück.Für sie begann jetzt etwas Neues.Ein Leben in der Luft, im Licht, voller Bewegung und Freiheit – und voller Möglichkeiten, die sie sich als kleine Larve im dunklen Wasser nie hätte vorstellen können.

In der Aufnahme von Dieter Zinßer
  • Eine junge Libelle schlüpfte aus ihrer alten Hülle ...
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Streifenwanze (Graphosoma italicum)
Bild zum Eintrag (1139915-160)
Die Streifenwanze (Graphosoma italicum)

04/05.04.2026

  • Die Streifenwanze, auch bekannt als Italienische Streifenwanze, gehört zur Familie der Baumwanzen. Sie ist leicht an ihrem auffälligen Muster zu erkennen: Ein roter Körper mit schwarzen Längs- und Querstreifen macht sie unverwechselbar. Erwachsene Tiere erreichen eine Länge von etwa 8 bis 12 Millimetern.

Ihr ursprüngliches Verbreitungsgebiet liegt im Mittelmeerraum, inzwischen ist die Art jedoch auch in Mitteleuropa anzutreffen. Besonders häufig findet man sie auf Doldenblütlern wie Fenchel, Dill oder Kümmel, da diese Pflanzen ihre bevorzugten Nahrungsquellen darstellen. Die Streifenwanze ernährt sich von Pflanzensäften, richtet jedoch keine nennenswerten Schäden an.
Die Tiere sind tagaktiv und lassen sich häufig bei sonnigem Wetter beobachten. Im Herbst suchen sie Schutz, um die Wintermonate zu überdauern, manchmal auch an geschützten Gebäudefassaden. Trotz ihrer auffälligen Färbung sind Streifenwanzen für Menschen völlig harmlos: Sie beißen nicht und übertragen keine Krankheiten.

Die Streifenwanze ist ein interessantes Beispiel für die Ausbreitung wärmeliebender Arten in nördlichere Regionen und trägt zur Vielfalt der heimischen Insektenwelt bei.


Aufnahme von Sylvia Glaas
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Storchschnäbel (Geranium)
Bild zum Eintrag (1139812-160)
Storchschnäbel (Geranium) 

01/02.04.2026

  • Eine Begegnung im Sommerlicht

An einem ruhigen Nachmittag schlenderte ich über eine blühende Wiese, die vom warmen Licht der Sonne durchzogen war. Zwischen Gräsern und wilden Kräutern tanzten unzählige kleine Blüten im Wind. 

Mein Blick blieb an einer Pflanze hängen, deren feine Blätter wie kleine Hände in alle Richtungen griffen und deren Blüten in zarten Rosa- und Violetttönen leuchteten. Ich setzte mich ins Gras und beobachtete, wie eine Biene von Blüte zu Blüte flog. Es war ein Moment der Stille – und doch voller Leben. Diese Pflanze gehörte zur Gattung der Storchschnäbel, einer oft übersehenen, aber faszinierenden Gruppe von Wildpflanzen.
Artbeschreibung

Die Storchschnäbel bilden eine artenreiche Pflanzengattung innerhalb der Familie der Storchschnabelgewächse (Geraniaceae). Sie umfassen weltweit zahlreiche Arten, die sowohl einjährig als auch mehrjährig sein können. Typisch für diese Pflanzen sind ihre handförmig gelappten oder tief eingeschnittenen Blätter sowie die fünfzähligen Blüten, die in Farben von Weiß über Rosa bis hin zu kräftigem Violett auftreten.

Ein markantes Merkmal der Storchschnäbel ist ihr Fruchtstand: Er erinnert in seiner Form an den Schnabel eines Storches – daher auch der Name. Diese spezielle Struktur dient der Samenverbreitung, indem sie bei Reife aufspringt und die Samen fortschleudert.

Storchschnäbel sind in vielen Lebensräumen zu finden: auf Wiesen, in Wäldern, an Wegrändern, in Gebirgen oder auch in Gärten. Sie sind anpassungsfähig und spielen eine wichtige Rolle als Nahrungsquelle für Insekten wie Bienen und Schmetterlinge.


In der Aufnahme von Dieter Zinßer
  • „Zwischen Steinen blühende Hoffnung“
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Purpur-Storchschnabel (Geranium purpureum)
Bild zum Eintrag (1139753-160)
Der Purpur-Storchschnabel (Geranium purpureum)

31.03/01.04.2026

  • Eine Begegnung am Wegesrand

Es war ein warmer Frühsommertag, als ich auf einem schmalen Pfad zwischen alten Steinmauern entlangging. Die Luft flimmerte leicht, und irgendwo summten Insekten im Takt der Hitze. Zwischen den grauen Steinen leuchtete plötzlich ein zarter Farbtupfer: ein kleines, purpurfarbenes Blümchen, das sich scheinbar unbeirrt durch die Trockenheit kämpfte. 

Ich blieb stehen, kniete mich hin und betrachtete es genauer. Trotz seiner filigranen Erscheinung wirkte es widerstandsfähig – fast trotzig. Dieses unscheinbare Pflänzchen war der Purpur-Storchschnabel, ein stiller Überlebenskünstler, der oft übersehen wird und doch viel zu erzählen hat.
Artbeschreibung

Der Purpur-Storchschnabel gehört zur Familie der Storchschnabelgewächse (Geraniaceae) und ist eine einjährige, krautige Pflanze. Er erreicht meist eine Höhe von etwa 10 bis 40 Zentimetern. Charakteristisch sind seine kleinen, purpur- bis rosafarbenen Blüten mit fünf Blütenblättern, die von dunkleren Adern durchzogen sein können.

Die Blätter sind tief eingeschnitten und wirken fein gefiedert, was der Pflanze ein zartes Erscheinungsbild verleiht. Ihren Namen verdankt die Gattung „Storchschnabel“ der Form ihrer Früchte, die an den Schnabel eines Storches erinnern. Diese speziellen Fruchtstände ermöglichen eine effektive Verbreitung der Samen, indem sie diese bei Reife regelrecht „wegschleudern“.

Der Purpur-Storchschnabel wächst bevorzugt an sonnigen, trockenen Standorten wie Wegrändern, Mauerritzen, Brachflächen oder sandigen Böden. Er ist in weiten Teilen Europas verbreitet und gilt als typische Pflanze ruderaler Lebensräume.



In der Aufnahme von Dieter Zinßer

  • „Zwischen Steinen zuhause – ein stiller Überlebenskünstler“
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Fuchsien (Fuchsia)
Bild zum Eintrag (1139747-160)
Ein Tanz im Schatten – die Welt der Fuchsien

31.03/01.04.2026

  • An einem stillen Sommermorgen trat Jonas auf den Balkon seiner Großmutter. Die Sonne war noch sanft, und ein leichter Wind ließ die Pflanzen in den Kästen leise schaukeln. Doch eine Pflanze fiel ihm sofort ins Auge: Zarte Blüten, die wie kleine Tänzerinnen an dünnen Fäden hingen, bewegten sich elegant hin und her.

„Das sind Fuchsien“, sagte seine Großmutter lächelnd, als sie neben ihn trat. „Sie mögen es nicht zu heiß, aber sie lieben es, bewundert zu werden.“

Jonas beugte sich näher heran. Die Blüten wirkten fast wie kleine Kunstwerke – mit kräftigen Farben, geschwungenen Formen und einer überraschenden Leichtigkeit. „Warum sehen die so besonders aus?“, fragte er.

„Weil sie es sind“, antwortete sie. „Und jede einzelne erzählt ihre eigene Geschichte.“

Fasziniert beobachtete Jonas, wie eine Biene vorsichtig an einer der Blüten landete. In diesem Moment verstand er: Diese Pflanze war nicht nur schön, sondern auch lebendig – ein Teil eines größeren Ganzen.
Die Fuchsie – eine besondere Zierpflanze

Fuchsien (botanisch: Fuchsia) gehören zu den beliebtesten Zierpflanzen für Balkone, Terrassen und schattigere Gartenbereiche. Ursprünglich stammen sie aus Mittel- und Südamerika sowie aus Neuseeland, wo sie in freier Natur als Sträucher oder kleine Bäume wachsen.

Charakteristisch für Fuchsien sind ihre auffälligen, meist hängenden Blüten. Diese bestehen aus mehreren Teilen: einem äußeren Kelch und inneren Kronblättern, die oft in kontrastierenden Farben leuchten – von kräftigem Pink und Rot bis hin zu Violett, Weiß oder sogar mehrfarbigen Kombinationen. Die langen Staubgefäße ragen oft deutlich heraus und verleihen der Blüte ihr elegantes, fast verspieltes Aussehen.

Je nach Sorte wachsen Fuchsien aufrecht, buschig oder hängend, weshalb sie sich sowohl für Blumenkästen als auch für Ampeln hervorragend eignen. Besonders wohl fühlen sie sich an halbschattigen bis schattigen Standorten, da direkte, intensive Mittagssonne ihre empfindlichen Blätter und Blüten schädigen kann.

Fuchsien bevorzugen einen gleichmäßig feuchten Boden, ohne Staunässe. Regelmäßiges Gießen und gelegentliches Düngen fördern eine üppige Blüte über viele Wochen hinweg – oft vom späten Frühling bis in den Herbst hinein. Neben ihrer dekorativen Wirkung sind Fuchsien auch ökologisch interessant: Ihre Blüten ziehen verschiedene Insekten an, die zur Bestäubung beitragen. So verbinden sie ästhetische Schönheit mit einem kleinen, aber wichtigen Beitrag zur Natur.

Ob als farbenfroher Blickfang oder als stille Begleiter im Schatten – Fuchsien bringen Bewegung, Eleganz und ein Stück lebendige Vielfalt in jeden Garten oder auf jeden Balkon.

In der Aufnahme von Dieter Zinßer
  •     Fuchsie mit Biene
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Summen, Surren, Stechen ...
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Summen, Surren, Stechen – ein Sommertag mit Fliegen, Stechmücken, Bienen & Co.

31.03/01.04.2026

  • Es war ein warmer Sommertag, als Lea barfuß durch den Garten lief. Die Sonne stand hoch am Himmel, und die Luft war erfüllt von einem leisen, stetigen Summen. Anfangs schenkte sie dem Geräusch kaum Beachtung – bis eine kleine Fliege neugierig um ihre Nase kreiste.

„Warum bist du eigentlich so aufdringlich?“, murmelte Lea und wedelte lachend mit der Hand. Doch kaum war die Fliege verschwunden, hörte sie ein anderes Geräusch: ein feines, hochfrequentes Surren. Eine Stechmücke hatte sie entdeckt.
Lea blieb stehen. „Ihr seid ganz schön unterschiedlich“, dachte sie. „Und doch gehört ihr irgendwie zusammen.“

Während sie weiter durch den Garten ging, fiel ihr Blick auf eine Biene, die von Blüte zu Blüte flog. Ganz ruhig, ganz zielgerichtet. Im Gegensatz zur lästigen Mücke oder der neugierigen Fliege wirkte sie fast wie eine kleine Arbeiterin mit einem wichtigen Auftrag.

Plötzlich wurde Lea klar: Hinter all diesen kleinen Tieren stecken spannende Geschichten. Die Fliege, die immer auf der Suche nach Nahrung ist. Die Stechmücke, die mit erstaunlicher Präzision ihre Opfer findet. Und die Biene, ohne die viele Pflanzen gar nicht existieren könnten.

Jedes dieser Insekten hat seine eigene Rolle, seine eigenen Fähigkeiten – und seine eigene Bedeutung für unsere Umwelt.


Lerne die Unterschiede optisch kennen und wirf einen genaueren Blick auf die kleinen Lebewesen, die uns im Alltag oft begleiten – manchmal unbemerkt, manchmal ziemlich deutlich.

In der Aufnahme von Dieter Zinßer
  • Klick dich durch und tauche ein in die Welt von Fliegen, Stechmücken, Bienen & Co.!
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Großräumige Verklappung von Hafenschlick gefährdet ...
Bild zum Eintrag (1139735-160)
Großräumige Verklappung von Hafenschlick gefährdet einzigartigen Lebensraum des Sandwatts

30/31.03.2026


Ahrensburg, Das Helmholtz-Zentrum Hereon hat in einer aktuellen Studie das Ausmaß von Baggertätigkeiten an der Küste sowie die mit einer Verdriftung des Baggergutes verbundenen Risiken und Chancen untersucht. 

Neben Belastungen der Umwelt durch die Freisetzung von Schadstoffen aus Hafenschlick, sowie dem Freiwerden von großen Mengen CO2 aus dem Untergrund bei Baggertätigkeiten, sieht das Helmholtz-Institut aber auch Chancen, mit Baggergut das Wachstum des Wattenmeers zu unterstützen, um den Erhalt dieses einmaligen Lebensraums trotz beschleunigt steigendem Meeresspiegel abzusichern (Quelle: www.hereon.de/institutes/coastal_systems_analysis_modeling/news/120015/index.php.de).
Als Verein, der sich dem Schutz der Seevögel und der Natur verschrieben hat und der mehrere Schutzgebiete im Bereich des Wattenmeeres betreut, ist uns natürlich daran gelegen, die einzigartige Naturlandschaft des Wattenmeeres auch für die Zukunft zu erhalten. Der Verein Jordsand möchte mit dieser Pressemitteilung auf einen ökologisch bedeutsamen Aspekt hinweisen, der in der durch die Studie des Helmholtz-Instituts ausgelösten Diskussion bislang völlig unberücksichtigt geblieben ist.

 In den Watten der Nordseeküste gibt es ein von den Strömungen abhängiges Mosaik von Sandwatten, Mischwatten und Schlickwatten. In jedem dieser Bereiche kommen spezifische Lebensgemeinschaften vor. Schlickwatt findet man in der Regel nur landnah in geschützten Buchten. In den flächenmäßig größeren Wattenmeerbereichen, wo starke Strömungen dominieren, überwiegen Sandwatten mit hohen Grobsand- und sehr geringen Schluff- und Tonanteilen.

Genau dort findet sich aber ein sehr spezieller Lebensraum, Urlaubern durch die vielen Wattwurmhäufchen bekannt. Hier findet sich eine einzigartige und artenreiche Lebensgemeinschaft, die von extrem kleinen und in den Sandzwischenräumen in großer Zahl lebenden Einzellern, Würmern, Krebsen, Muscheln und Schnecken, der sogenannten Sandlückenfauna, bis zu im Sand eingegraben lebenden Herz- und Sandklaffmuscheln sowie Wattwürmern reicht. 

In den tiefer gelegenen Sandbereichen sind vor allem Sandaale von Bedeutung, eine durch Fischerei ohnehin bedrohte Fischart, die sich zum Ruhen in den Sand eingräbt, um nicht durch die Strömung abgedriftet zu werden. Sandaale sind für die Ernährung von Raubfischen, Schweinswalen und vielen Seevogelarten, wie z. B. Brandseeschwalben existenzielle Lebensgrundlage. Sandaale sind für die Jungenaufzucht vieler Seevogelarten überlebensnotwendig und machen oft mehr als die Hälfte der Beutearten aus. Schon ab einem Anteil von 4% Feinsediment (Schlick) kommen Sandaale allerdings nicht mehr in den Watten vor.

 Will man, wie in der o. g. Studie angesprochen, Feinsedimente von der Seeseite her einspülen, lagern sich diese zuerst in den Sandwatten ab. Wenn sich aber durch das Verklappen von Hafenschlick feinkörniges Material über die Sandwatten verteilt, wie Studienautor Lucas Porz erklärt, dann wird die Artengemeinschaft des Grobsandes unter dem Schlick gewissermaßen erstickt.

 Der Verein Jordsand mahnt daher bei den Ideen der Schlickverklappung eine differenzierte Betrachtung der unterschiedlichen Watttypen an. Ein einheitlicher „Schleier“ von feinem Schlick über alle Wattflächen hinweg würde der Vielfalt des Wattenmeers sehr schaden. Ein gravierender Artenschwund schon deutlich vor der akuten Meeresspiegelerhöhung wäre die Folge.


In der Aufnahme von Urheber: Ulrich Schwantes
  • Bei Niedrigwasser trockengefallene Sandwattfläche

  
Quelle
Verein Jordsand zum Schutz der Seevögel und der Natur e. V.
Bornkampsweg 35
22926 Ahrensburg 

Stand
25.03.2026

Für diese Information trägt ausnahmslos der/die Autor*in/Urheber*in die redaktionelle Verantwortung. Die kommunizierten Informationen geben ausnahmslos die Meinung des Verfassers*in, nicht eine Stellungnahme unserer Organisation wieder.

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Der Hirschkäfer – seltene Begegnung mit einer geschützten Art
Bild zum Eintrag (1139729-160)
Ein besonderer Fund: Hirschkäfer in Notlage

30/31.03.2026

  • Auf dem Gelände wurde kürzlich ein Weibchen des Hirschkäfer entdeckt. Das Tier befand sich in einer misslichen Lage: Es lag auf dem Rücken auf dem Dach eines Autos und konnte sich aus eigener Kraft nicht mehr aufrichten. Nach dem Auffinden wurde der Käfer vorsichtig in seine natürliche Position zurückgesetzt und anschließend in einen geeigneten Lebensraum entlassen.

Die Gelegenheit wurde genutzt, um einige Aufnahmen des beeindruckenden Insekts anzufertigen. Weibliche Hirschkäfer sind – anders als die bekannteren Männchen mit ihren großen „Geweihen“ – deutlich unscheinbarer, besitzen jedoch kräftige Mandibeln, die sie unter anderem zur Nahrungsaufnahme und Verteidigung einsetzen.
Der Hirschkäfer zählt zu den größten heimischen Käferarten Europas und ist vor allem in alten Laubwäldern mit hohem Totholzanteil zu finden. Seine Larven entwickeln sich über mehrere Jahre hinweg im vermodernden Holz, bevor sie schließlich als erwachsene Käfer schlüpfen.

Die Art gilt in vielen Regionen als gefährdet. Hauptursachen dafür sind der Verlust geeigneter Lebensräume, insbesondere durch das Entfernen von Totholz sowie die intensive Nutzung von Wäldern und Landschaften. Aus diesem Grund steht der Hirschkäfer unter besonderem Schutz, und das Auffinden eines Exemplars ist immer ein bemerkenswertes Naturereignis.


In der Aufnahme von Dieter Zinßer
  •     Hirschkäfer Weibchen auf einem Autodach
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Schwärzende Platterbse (Lathyrus niger)
Bild zum Eintrag (1139722-160)
Die Schwärzende Platterbse (Lathyrus niger)

30/31.03.2026

  •     Im Schatten des Waldes

Ein schmaler Pfad führte durch einen lichten Wald, wo Sonnenstrahlen in kleinen Flecken auf den Boden fielen. Eine Spaziergängerin blieb stehen, als sie eine Pflanze bemerkte, deren dunkle Blätter sich deutlich vom hellen Untergrund abhoben. 

Unscheinbar und doch eigenwillig wirkte sie – fast, als würde sie ein Geheimnis bewahren. Erst beim genaueren Hinsehen entdeckte man die feinen Blüten. Es war die Schwärzende Platterbse, verborgen im Spiel von Licht und Schatten.
Artbeschreibung der Schwärzende Platterbse (Lathyrus niger)

Die Schwärzende Platterbse ist eine mehrjährige, krautige Pflanze aus der Familie der Hülsenfrüchtler. Sie ist vor allem in Europa verbreitet und wächst bevorzugt in lichten Wäldern und an Waldrändern. ...



In der Aufnahme von Dieter Zinßer
  • Blühende Schwärzende Platterbse (Lathyrus niger)
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Schnittlauch (Allium schoenoprasum)
Bild zum Eintrag (1139699-160)
Der Schnittlauch (Allium schoenoprasum)

29/30.03.2026

  •     Ein Hauch von Frühling

Auf einem kleinen Balkon stand ein Topf, unscheinbar zwischen anderen Kräutern. Doch als die ersten warmen Tage kamen, schoben sich feine, grüne Halme aus der Erde. Wenig später öffneten sich zarte, violette Blüten – und plötzlich summte es leise. 

Bienen besuchten die Pflanze, während in der Küche schon frischer Schnittlauch auf dem Brot landete. Es war ein alltäglicher Moment, der zeigte, wie nah Natur und Mensch beieinanderliegen.Der Schnittlauch (Allium schoenoprasum)
Artbeschreibung des Schnittlauch (Allium schoenoprasum)

Schnittlauch ist eine mehrjährige, krautige Pflanze aus der Familie der Amaryllisgewächse und zählt zu den bekanntesten Küchenkräutern. Er ist sowohl wild wachsend als auch kultiviert verbreitet. ...


In der Aufnahme von Dieter Zinßer
  • Schnittlauchblüte 
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Zaun-Wicke (Vicia sepium)
Bild zum Eintrag (1139691-160)
Die Zaun-Wicke (Vicia sepium) 

29/30.03.2026

  •     Am alten Gartenzaun

Ein verwitterter Holzzaun zog sich durch einen kleinen Garten, den schon lange niemand mehr gepflegt hatte. Zwischen den Latten rankte sich eine Pflanze empor, hielt sich mit feinen Ranken fest und streckte ihre zarten, violetten Blüten dem Licht entgegen. Während vieles um sie herum verwilderte oder verschwand, fand sie Halt, wo andere keinen sahen. Still, aber bestimmt eroberte sie ihren Platz – die Zaun-Wicke.
Artbeschreibung der Zaun-Wicke (Vicia sepium)

Die Zaun-Wicke ist eine mehrjährige, krautige Pflanze aus der Familie der Hülsenfrüchtler. Sie ist in Europa weit verbreitet und typisch für naturnahe, strukturreiche Landschaften. ...


In der Aufnahme von Dieter Zinßer
  • Leben am Rand – und doch mittendrin ... Die Zaun-Wicke
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Roter Lein (Linum grandiflorum)
Bild zum Eintrag (1139681-160)
Der Rote Lein (Linum grandiflorum)

29/30.03.2026

  •     Ein roter Moment im Sommer

Ein Kind lief über eine Wiese, barfuß und lachend, bis es plötzlich stehen blieb. Vor ihm leuchtete ein intensives Rot im Sonnenlicht – zarte Blüten, die sich im Wind bewegten, als würden sie tanzen. Es pflückte keine davon, sondern setzte sich einfach daneben und schaute zu. Für einen Augenblick schien die Zeit stillzustehen. Diese flüchtige Schönheit gehörte dem Roten Lein.
Artbeschreibung des Roter Lein (Linum grandiflorum)

Der Rote Lein ist eine einjährige, krautige Pflanze aus der Familie der Leingewächse. Ursprünglich stammt er aus Nordafrika, wird jedoch in Europa vor allem als Zierpflanze kultiviert und ist gelegentlich verwildert anzutreffen.



In der Aufnahme von Dieter Zinßer
  •     Ein flüchtiges Rot mit bleibender Wirkung  ... der Rote Lein 
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Purpurblütiges Leinkraut (Linaria purpurea)
Bild zum Eintrag (1139653-160)
Das Purpurblütige Leinkraut (Linaria purpurea)

28/29.03.2026

  •     Zwischen Stein und Sonne

An einer alten Mauer, deren Fugen längst vom Zahn der Zeit gezeichnet waren, wuchs eine schlanke Pflanze mit zarten, violetten Blüten. Kaum jemand bemerkte sie – und doch stand sie aufrecht, als gehöre ihr dieser Ort schon immer. Der Wind strich durch ihre Blütenstände, Insekten fanden Nahrung, und die Pflanze tat das, was sie seit Generationen tut: wachsen, blühen, bestehen. Es war das Purpurblütige Leinkraut.
Artbeschreibung des Purpurblütiges Leinkraut (Linaria purpurea)

Das Purpurblütige Leinkraut ist eine mehrjährige, krautige Pflanze, die ursprünglich aus dem Mittelmeerraum stammt, sich jedoch auch in Mitteleuropa zunehmend etabliert hat. Es gehört zur Familie der Wegerichgewächse und ist für seine elegante Erscheinung bekannt.

Typische Merkmale:

  •     Blüten: Schlanke, purpur- bis violettfarbene Blüten in lockeren, aufrechten Trauben

  •     Wuchshöhe: Etwa 60 bis 100 Zentimeter
  •     Blätter: Schmal, linealisch und meist graugrün
  •     Blütezeit: Juni bis September
  •     Standorte: Trockene, sonnige Plätze wie Mauerritzen, Schotterflächen oder Gärten

Die filigranen Blüten sind besonders attraktiv für Bienen und andere Bestäuber. Aufgrund seiner Anpassungsfähigkeit wird die Art auch häufig in naturnahen Gärten angepflanzt.


Lebensraum und Ausbreitung im Wandel

Das Purpurblütige Leinkraut profitiert in gewisser Weise von Veränderungen, die viele heimische Arten unter Druck setzen. Durch wärmere Temperaturen und mildere Winter kann es sich in neuen Regionen etablieren.

Aktuelle Entwicklungen:

  • Zunehmende Verbreitung in urbanen Räumen
  • Besiedlung von gestörten Standorten wie Bahndämmen oder Brachflächen
  • Förderung durch Gartenkultur und gezielte Anpflanzung

Doch diese Ausbreitung ist nicht nur positiv zu bewerten. In manchen Gebieten kann das Purpurblütige Leinkraut mit einheimischen Arten konkurrieren. Gleichzeitig bleibt es selbst abhängig von offenen, wenig bewachsenen Flächen – Lebensräume, die durch Bebauung und intensive Nutzung weiterhin schwinden.

Der Klimawandel wirkt hier als zweischneidiges Schwert: Er erleichtert die Ausbreitung, verändert aber gleichzeitig die Stabilität der Ökosysteme, in denen sich die Pflanze bewegt.

Einfluss des Menschen

  • Der Mensch spielt eine zentrale Rolle in der Verbreitung und Begrenzung dieser Art.

Fördernde Faktoren:

  • Verwendung als Zierpflanze in Gärten
  • Schaffung von offenen, gestörten Flächen
  • Urbanisierung mit neuen Nischenstandorten

Begrenzende Faktoren:

  • Flächenversiegelung ohne Vegetationsräume
  • Intensive Pflege von Grünflächen („ordnungsliebende“ Landschaftsgestaltung)
  • Einsatz von Herbiziden

Das Purpurblütige Leinkraut bewegt sich damit in einem Spannungsfeld: Es ist Gewinner und Verlierer zugleich – abhängig davon, wie Menschen ihre Umwelt gestalten.

Bedeutung für die Zukunft


Das Purpurblütige Leinkraut zeigt, wie flexibel Pflanzen auf Umweltveränderungen reagieren können. Es steht für eine neue Generation von Arten, die sich in einer vom Menschen geprägten Welt behaupten.

Gleichzeitig wirft es Fragen auf:

  • Welche Arten werden sich langfristig durchsetzen?
  • Wie verändern sich unsere Landschaften durch neue Pflanzen?
  • Und welche Rolle spielt der Mensch dabei?

Die Antwort liegt nicht nur in großen Naturschutzprojekten, sondern auch im Kleinen – in Gärten, an Mauern und auf scheinbar unbedeutenden Flächen. Dort, wo Pflanzen wie das Purpurblütige Leinkraut wachsen, beginnt oft ein neues Kapitel der Naturgeschichte.

In der Aufnahme von Dieter Zinßer
  • Purpurblütiges Leinkraut (Linaria purpurea)
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Echtes Leinkraut (Linaria vulgaris)
Bild zum Eintrag (1139646-160)
Das leise Gelb am Wegesrand

28/29.03.2026

  • An einem warmen Sommertag blieb ein Wanderer am Rand eines staubigen Feldwegs stehen. Zwischen Gräsern und Steinen leuchtete ein sanftes Gelb – unscheinbar und doch auffällig. 

Er beugte sich hinab, strich vorsichtig über die kleinen Blüten und fragte sich, wie viele Menschen wohl achtlos an dieser Pflanze vorbeigingen, ohne ihre Geschichte zu kennen. Was er nicht wusste: Dieses zarte Gewächs hatte schon Jahrhunderte überdauert, sich an wechselnde Landschaften angepasst und still den Wandel der Welt beobachtet. Es war das Echte Leinkraut.
Artbeschreibung des Echte Leinkraut (Linaria vulgaris)

Das Echte Leinkraut ist eine ausdauernde, krautige Pflanze aus der Familie der Wegerichgewächse. Es erreicht meist eine Höhe von 30 bis 80 Zentimetern und wächst bevorzugt auf trockenen, nährstoffarmen Böden.

Typisch sind:

  • Blüten: Leuchtend gelb mit orangefarbenem Schlund, angeordnet in dichten Trauben
  • Blattform: Schmal, lanzettlich und wechselständig
  • Blütezeit: Juni bis Oktober
  • Wuchsorte: Wegränder, Bahndämme, Wiesen und Brachflächen

Die Blüten erinnern in ihrer Form an kleine Löwenmäuler und sind besonders bei Insekten wie Hummeln beliebt. Durch ihre Anpassungsfähigkeit gilt die Pflanze als robust ...

Mehr zum Echten Leinkraut hier auf unseren Seiten


In der Aufnahme von Dieter Zinßer
  • Das Echte Leinkraut – ein stiller Überlebenskünstler
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Bänderschnecken (Cepaea)
Bild zum Eintrag (1139643-160)
Bänderschnecken (Cepaea)

28/29.03.2026

  • Im Schatten einer Hecke, nach einem leichten Sommerregen, glitzern kleine Spuren im Gras. Zwischen feuchten Blättern bewegt sich langsam eine Schnecke vorwärts. Ihr Haus ist ein kleines Kunstwerk: gelb, mit dunklen Linien, die sich wie feine Bänder um die Spirale legen. Ein zweites Tier, nur wenige Zentimeter entfernt, trägt ein ganz anderes Muster – rosa mit braunen Streifen. Beide gehören zur gleichen Gruppe: den Bänderschnecken. Und doch gleicht keine der anderen.

Die Bänderschnecken sind eine Gattung von Landschnecken, zu denen unter anderem die Hain-Bänderschnecke und die Garten-Bänderschnecke gehören. Ihr auffälligstes Merkmal ist die enorme Vielfalt an Gehäusefarben und -mustern. Von leuchtendem Gelb über zartes Rosa bis hin zu dunklem Braun – mit oder ohne Bänder – zeigen sie eine beeindruckende Variabilität. Diese Vielfalt ist nicht nur schön anzusehen, sondern auch ein Beispiel für Anpassung an unterschiedliche Umweltbedingungen.
Wie andere Schnecken bewegen sich Bänderschnecken mithilfe eines muskulösen Fußes und einer Schleimspur fort. Sie leben bevorzugt in Hecken, Wiesen, Waldrändern und Gärten – überall dort, wo es ausreichend Feuchtigkeit und pflanzliche Nahrung gibt. Sie ernähren sich von welken Pflanzen, Algen und organischem Material und tragen so zur Zersetzung und zum Nährstoffkreislauf bei.

Ein besonderes Merkmal der Bänderschnecken ist ihre Anpassungsfähigkeit. Die unterschiedlichen Gehäusefarben können helfen, Temperatur und Feuchtigkeit besser zu regulieren. Helle Gehäuse reflektieren Sonnenlicht und schützen vor Überhitzung, während dunklere Varianten in kühleren Umgebungen Vorteile haben. So wird jede Schnecke zu einem kleinen Beispiel für Evolution im Alltag.

Doch die Bedingungen, an die sie sich angepasst haben, verändern sich zunehmend. Der Klimawandel bringt häufigere Hitzeperioden und längere Trockenphasen mit sich. Für die Bänderschnecken bedeutet das Stress: Ohne ausreichend Feuchtigkeit müssen sie sich zurückziehen und können weniger aktiv Nahrung aufnehmen. Gleichzeitig kann sich die Zusammensetzung ihrer Populationen verändern – bestimmte Farbvarianten werden häufiger, andere seltener.

Auch die Veränderungen der Landschaft stellen eine Herausforderung dar. Hecken verschwinden, Wiesen werden intensiv genutzt, und natürliche Rückzugsorte gehen verloren. Versiegelte Flächen bieten keinen Lebensraum mehr, und isolierte kleine Populationen werden anfälliger für Umweltveränderungen.

Der Mensch beeinflusst das Leben der Bänderschnecken zudem direkt. Der Einsatz von Pestiziden kann ihre Lebensgrundlage zerstören oder sie unmittelbar schädigen. Aufgeräumte Gärten ohne Laub, Totholz oder wilde Pflanzen lassen ihnen kaum Raum zum Überleben. Selbst unachtsame Schritte auf Wegen und Wiesen können ihnen zum Verhängnis werden.

Und doch bleiben sie da – klein, langsam und erstaunlich vielfältig. Nach jedem Regen kommen sie wieder hervor, und ihre bunten Häuser setzen leise Farbakzente in der Landschaft. Sie erinnern daran, dass Vielfalt ein Zeichen gesunder Natur ist und dass selbst unscheinbare Tiere eine wichtige Rolle im Gleichgewicht der Umwelt spielen.

Vielleicht entdeckt man beim nächsten Spaziergang eine dieser Schnecken und erkennt: Jede einzelne Bänderschnecken erzählt ihre eigene Geschichte – von Anpassung, Veränderung und dem stillen Überleben in einer Welt im Wandel.




Aufnahme von Dieter Zinßer
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Weinbergschnecke (Helix pomatia)
Bild zum Eintrag (1139609-160)
Die Weinbergschnecke (Helix pomatia)

27/28.03.2026

  • Im ersten Licht eines warmen Frühlingstages liegt der Garten noch still. Zwischen feuchten Blättern und weichem Boden zeichnet sich eine glänzende Spur ab, die sich langsam durch das Gras zieht. 

Am Ende dieser Spur bewegt sich gemächlich ein Weinbergschnecke. Ihr Haus trägt sie wie einen kleinen Schutzraum auf dem Rücken, spiralförmig gewunden, in sanften Braun- und Beigetönen. Für sie gibt es keine Eile – jeder Zentimeter wird bewusst zurückgelegt, jede Bewegung ist Teil eines uralten Rhythmus.

Die Weinbergschnecke gehört zu den größten Landschnecken Europas. Ihr Gehäuse kann mehrere Zentimeter groß werden und schützt sie vor Austrocknung und Feinden. Mit ihrem muskulösen Fuß gleitet sie über den Boden, unterstützt von einem Schleimfilm, der ihr das Vorankommen erleichtert und gleichzeitig den Untergrund schützt. Ihre Fühler helfen ihr, die Umgebung wahrzunehmen – vorsichtig tastend erkundet sie ihre Welt.
Besonders wohl fühlt sich die Weinbergschnecke in naturnahen Lebensräumen: in Wäldern, an Hecken, in Gärten und auf kalkhaltigen Böden. Sie ernährt sich überwiegend von Pflanzenmaterial – welken Blättern, Kräutern und manchmal auch von Algen. Damit spielt sie eine wichtige Rolle im Ökosystem, denn sie hilft, organisches Material zu zersetzen und Nährstoffe zurück in den Boden zu bringen.

Ein bemerkenswerter Teil ihres Lebens ist ihre Anpassung an die Jahreszeiten. Im Winter zieht sie sich vollständig in ihr Gehäuse zurück und verschließt die Öffnung mit einem Kalkdeckel. In dieser Ruhephase überdauert sie Kälte und Nahrungsmangel. Auch in heißen, trockenen Sommern kann sie sich zurückziehen, um Wasser zu sparen – ein stiller Überlebensmechanismus in einer sich ständig verändernden Umwelt.

Doch genau diese Umwelt verändert sich immer schneller. Durch den Klimawandel werden Sommer trockener und heißer, während extreme Wetterereignisse zunehmen. Für die Weinbergschnecke bedeutet das längere Trockenperioden, in denen sie kaum aktiv sein kann. Feuchtigkeit, die sie zum Leben braucht, wird knapper. Gleichzeitig verschieben sich ihre Lebensräume, und nicht überall kann sie sich schnell genug anpassen.

Hinzu kommen Veränderungen durch den Menschen. Versiegelte Flächen, intensive Landwirtschaft und der Verlust von Hecken und naturnahen Gärten nehmen ihr wichtige Rückzugsorte. Pestizide können ihr direkt schaden oder ihre Nahrungsgrundlage zerstören. Auch das Sammeln der Schnecken – sei es aus kulinarischen Gründen oder aus Unwissenheit – kann lokale Bestände gefährden.

Trotz all dieser Herausforderungen bleibt die Weinbergschnecke ein Symbol für Ruhe und Beständigkeit. Sie zeigt, wie wichtig langsame Prozesse in der Natur sind und wie eng alles miteinander verbunden ist. Wo feuchte Böden, schattige Plätze und vielfältige Pflanzen erhalten bleiben, hat auch sie eine Zukunft.

Vielleicht begegnet man ihr an einem stillen Morgen, wenn die Welt noch ruhig ist. Dann erinnert ihre leise Spur daran, dass selbst die langsamsten Bewohner unserer Landschaft eine bedeutende Rolle spielen – und dass ihr Schutz in unseren Händen liegt.



Aufnahme von Dieter Zinßer
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C-Falter (Polygonia c-album)
Bild zum Eintrag (1139603-160)
C-Falter (Polygonia c-album)

27/28.03.2026

  • Im Morgengrauen eines warmen Frühlingstages liegt noch Tau auf den Blättern, und der Wald wirkt still, fast schlafend. Zwischen den Zweigen eines alten Brombeerstrauchs regt sich ein kleines Wesen. Vorsichtig entfaltet ein C-Falter seine Flügel. 

Sie sehen aus wie vertrocknete Blätter, zerknittert und unscheinbar – perfekt, um nicht entdeckt zu werden. Doch als die ersten Sonnenstrahlen auf ihn fallen, leuchtet plötzlich die Oberseite seiner Flügel in warmen Orange- und Brauntönen auf. Für einen Moment wirkt es, als hätte sich ein Stück Herbst in den Frühling verirrt.
Der Falter hat den Winter überstanden, verborgen in einer geschützten Ecke, vielleicht in einer Baumhöhle oder unter einem Holzstapel. Nun beginnt für ihn ein neues Jahr. Er fliegt durch lichte Wälder, über Wiesenränder und durch Gärten, immer auf der Suche nach Nahrung. Anders als viele seiner Verwandten zieht es ihn nicht nur zu Blüten. Auch süßer Baumsaft oder überreifes Obst geben ihm die Energie, die er braucht.

Schon bald wird er auf Brennnesseln treffen – unscheinbare Pflanzen, die für ihn von großer Bedeutung sind. Dort legt er seine Eier ab, aus denen später Raupen schlüpfen. Diese fressen sich durch die Blätter, wachsen, verpuppen sich und werden schließlich selbst zu Faltern. In einem guten Jahr entstehen so zwei Generationen, eine im Frühling und eine im Sommer, jede ein wenig anders geformt und gefärbt.

Doch während der C-Falter scheinbar unbeschwert durch die Landschaft tanzt, verändert sich seine Welt. Die Winter werden milder, die Sommer heißer. Das erlaubt ihm zwar, länger aktiv zu sein und neue Gebiete zu besiedeln, sogar weiter im Norden und in höheren Lagen. Aber nicht alles ist zu seinem Vorteil. Plötzliche Kälteeinbrüche im Frühling oder lange Trockenperioden können ihm und seinem Nachwuchs schaden.

Auch die Landschaft selbst wandelt sich. Wo einst Hecken standen und wilde Pflanzen wuchsen, breiten sich Felder, Straßen und Siedlungen aus. Viele Gärten sind ordentlich und aufgeräumt, doch für den Falter bedeuten sie oft leere Räume ohne Nahrung oder Verstecke. Pestizide nehmen ihm zusätzlich die Lebensgrundlage, indem sie Pflanzen und Insekten gleichermaßen treffen.

Selbst in der Nacht findet er nicht immer Ruhe. Künstliches Licht verändert die Dunkelheit, an die sich Generationen von Faltern angepasst haben. Es lenkt, verwirrt und stört die natürlichen Rhythmen.

Und doch fliegt der C-Falter weiter. Er passt sich an, sucht neue Wege, neue Orte. In einem naturnahen Garten mit wilden Ecken, in einer Hecke am Feldrand oder in einem kleinen Waldstück kann er noch immer ein Zuhause finden.

Vielleicht sitzt er auch eines Morgens wieder auf einem Blatt, scheinbar unsichtbar, bis die Sonne ihn berührt. Dann zeigt er für einen kurzen Augenblick seine ganze Schönheit – als leiser Hinweis darauf, wie eng sein Schicksal mit dem unserer Landschaft verbunden ist.


In der Aufnahme von Dieter Zinßer
  • Erträgt das nemensgebende "C" auf seinen Flügeln ...der C-Falter (Polygonia c-album)
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Rosen in ihrer Vielfalt – eine fotografische Entdeckungsreise
Bild zum Eintrag (1139597-160)
Rosen in ihrer Vielfalt – eine fotografische Entdeckungsreise

27/28.03.2026


  • Rosen gehören zu den bekanntesten und beliebtesten Pflanzen überhaupt. Seit Jahrhunderten begleiten sie den Menschen – in Gärten, in der Natur und in vielen kulturellen Zusammenhängen. Doch jenseits der klassischen Gartenrose verbirgt sich eine beeindruckende Vielfalt an Formen, Farben und Lebensweisen, die oft weniger im Fokus stehen.

Unser Naturschutzverein hat sich mit Unterstützung von Dieter Zinßer diesem Facettenreichtum in einer Diashow gewidmet. Ziel ist es, den Blick für unterschiedliche Rosenarten und rosenähnliche Pflanzen zu schärfen und ihre Bedeutung für unsere Ökosysteme sichtbar zu machen.

Im Mittelpunkt steht dabei die Rose im Allgemeinen – als Symbol für Schönheit, aber auch als wertvolle Pflanze für Insekten und andere Lebewesen. Ergänzt wird dieser Blick durch ausgewählte Vertreter mit ganz eigenem Charakter:
Die Moosrose, botanisch Moosrosen, fasziniert durch ihre moosartig behaarten Knospen, die ihr ein ungewöhnliches Erscheinungsbild verleihen. Die Pfingstrose, Paeonia, wird oft mit Rosen in Verbindung gebracht, obwohl sie botanisch eine eigene Pflanzengattung darstellt – ihre üppigen Blüten machen sie dennoch zu einem festen Bestandteil vieler Gärten.

Mit der Stockrose, Alcea rosea, zeigen wir eine hochwachsende Pflanze, die besonders in Bauerngärten eine lange Tradition hat und vielen Insekten Nahrung bietet. Die Heckenrose, Rosa canina, ist hingegen ein typischer Vertreter unserer heimischen Wildflora und spielt eine wichtige Rolle als Nahrungsquelle und Rückzugsort für Tiere.

Ergänzt wird die Auswahl durch die sogenannte Tannenrose, Tannenrose, die mit ihrer besonderen Erscheinung zeigt, wie vielfältig Pflanzen mit „Rosen“-Bezug sein können – sowohl botanisch als auch sprachlich.

Die Diashow lädt dazu ein, genauer hinzusehen: Welche Unterschiede gibt es? Welche Standorte bevorzugen die einzelnen Arten? Und welche Rolle spielen sie in ihren jeweiligen Lebensräumen?

Gerade im Kontext von Lebensraumveränderungen und Klimawandel wird deutlich, wie wichtig es ist, sowohl kultivierte als auch wild wachsende Pflanzen zu erhalten. Rosen und rosenverwandte Arten bieten Nahrung für Bestäuber, strukturieren Lebensräume und tragen zur biologischen Vielfalt bei.

Mit unserer Bildauswahl möchten wir nicht nur ästhetische Eindrücke vermitteln, sondern auch das Bewusstsein für den Wert dieser Pflanzen stärken. Jede einzelne Art erzählt ihre eigene Geschichte – und gemeinsam zeigen sie, wie reich und schützenswert unsere Pflanzenwelt ist. 


In der Aufnahme von Dieter Zinßer

  • Rose, rot, mit Regentropfen
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Großkelchiges Johanniskraut (Hypericum calycinum)
Bild zum Eintrag (1139595-160)
Das Großkelchige Johanniskraut – ein stiller Teppich aus Gold

26/27.03.2026

  • Es war ein schattiger Nachmittag in einem alten Park, als ein Besucher auf einen dichten, immergrünen Pflanzenteppich aufmerksam wurde. Zwischen den dunkelgrünen Blättern leuchteten große, goldgelbe Blüten wie kleine Sonnen. 

Während ringsum hohe Bäume den Himmel verdeckten, schien diese Pflanze ihr eigenes Licht zu tragen. Neugierig blieb er stehen – ohne zu wissen, dass er dem Großkelchigen Johanniskraut begegnet war.
Artbeschreibung und Besonderheiten

Das Großkelchige Johanniskraut, botanisch Hypericum calycinum, gehört zur Familie der Johanniskrautgewächse und wird häufig als bodendeckende Zierpflanze verwendet. Ursprünglich stammt es aus Südosteuropa und Vorderasien, ist heute jedoch in vielen Regionen verbreitet.

Charakteristisch sind die großen, auffälligen, goldgelben Blüten mit zahlreichen langen Staubblättern, die einen dekorativen Kontrast zu den dunkelgrünen, länglichen Blättern bilden. Die Pflanze wächst niedrig und breitet sich über unterirdische Ausläufer aus, wodurch sie dichte Bestände bildet.

Im Gegensatz zum Echten Johanniskraut ist diese Art weniger auf offene Wiesen spezialisiert, sondern kommt gut mit halbschattigen bis schattigen Standorten zurecht. Dadurch wird sie häufig in Gärten, Parks und an Böschungen eingesetzt, wo sie den Boden bedeckt und Erosion verhindern kann.



In der Aufnahme von Dieter Zinßer
  • Große, leuchtend gelbe Blüten des Großkelchigen Johanniskrauts
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Echtes Johanniskraut (Hypericum perforatum)
Bild zum Eintrag (1139556-160)
Das Echtes Johanniskraut – die Pflanze des Lichts

26/27.03.2026

  • An einem warmen Sommertag rund um die Zeit der Sommersonnenwende streifte eine ältere Frau durch eine blühende Wiese. 

Sie pflückte behutsam einige gelbe Blüten und hielt sie gegen das Licht. Als sie die Knospen zwischen den Fingern rieb, färbte sich ihre Haut leicht rötlich. „Die Kraft der Sonne“, murmelte sie leise. Was sie in den Händen hielt, war seit Jahrhunderten bekannt und geschätzt: das Echte Johanniskraut.
Artbeschreibung und Besonderheiten

Das Echte Johanniskraut, botanisch Hypericum perforatum, ist eine ausdauernde Pflanze aus der Familie der Johanniskrautgewächse. Es wächst bevorzugt auf sonnigen, trockenen bis mäßig nährstoffreichen Standorten wie Wiesen, Böschungen und Wegrändern.

Typisch sind die leuchtend gelben Blüten mit ihren zahlreichen Staubblättern. Hält man die Blätter gegen das Licht, erscheinen sie wie von kleinen Punkten durchzogen – daher der Name „perforatum“, was so viel wie „durchlöchert“ bedeutet. Tatsächlich handelt es sich dabei um Öldrüsen, die ätherische Inhaltsstoffe enthalten.

Das Echte Johanniskraut ist nicht nur eine auffällige Wildpflanze, sondern auch seit langem in der Naturheilkunde bekannt. Seine Inhaltsstoffe werden traditionell genutzt, was ihm eine besondere kulturelle Bedeutung verleiht.



In der Aufnahme von Dieter Zinßer
  •     Leuchtend gelbe Blüten des Echten Johanniskrauts im Sommer
Artenschutz in Franken®  
Scharbockskraut (Ficaria verna)
Bild zum Eintrag (1139548-160)
Das Scharbockskraut – ein früher Bote des Frühlings

26/27.03.2026

  • Noch liegt der Wald im Halbschatten des ausklingenden Winters, als ein Kind am Wegesrand innehält. 

Zwischen feuchtem Laub und kahlen Zweigen entdeckt es kleine, glänzende Blätter und leuchtend gelbe Sterne, die sich der Sonne entgegen öffnen. Während viele Pflanzen noch ruhen, hat das Scharbockskraut bereits seinen Moment gefunden – still, unaufdringlich und doch voller Leben.
Artbeschreibung und Besonderheiten

Das Scharbockskraut, botanisch Ficaria verna, gehört zur Familie der Hahnenfußgewächse und zählt zu den typischen Frühblühern in Europa. Es wächst bevorzugt in feuchten Wäldern, an Bachufern und auf nährstoffreichen Böden.

Charakteristisch sind seine herzförmigen, glänzenden Blätter und die strahlend gelben Blüten mit meist acht bis zwölf schmalen Blütenblättern. Die Pflanze bleibt niedrig und bildet oft dichte Teppiche, die im zeitigen Frühjahr ganze Flächen überziehen.

Eine besondere Eigenschaft des Scharbockskrauts ist seine kurze Vegetationsperiode. Es nutzt das Licht, bevor die Bäume ihr Blätterdach schließen, und zieht sich bereits im späten Frühjahr wieder in den Boden zurück. Dort überdauert es mit Hilfe kleiner Knollen, die auch zur Vermehrung dienen.



In der Aufnahme von Dieter Zinßer
  • Gelbe Blüten als Signal für den Beginn der Vegetationsperiode
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Orangerotes Habichtskraut – ein leuchtender Überlebenskünstler
Bild zum Eintrag (1139499-160)
Das Orangerote Habichtskraut – ein leuchtender Überlebenskünstler

25/26.03.2026

  • An einem frühen Morgen, als der Tau noch auf den Wiesen lag, blieb eine Spaziergängerin stehen. Zwischen dem satten Grün entdeckte sie kleine, auffallend orangefarbene Blüten, die wie winzige Flammen im Gras leuchteten. 

Sie wirkten zerbrechlich, fast unscheinbar – und doch trotzten sie Wind, Sonne und kargen Böden. Neugierig beugte sie sich hinunter und fragte sich, wie diese Pflanze ihren Platz in der Welt gefunden hatte. Es war das Orangerote Habichtskraut.
Artbeschreibung und Besonderheiten

Das Orangerote Habichtskraut, botanisch Hieracium aurantiacum, gehört zur Familie der Korbblütler und ist besonders durch seine intensiven orange-roten Blüten leicht zu erkennen. Im Gegensatz zu vielen anderen Habichtskräutern, die meist gelb blühen, setzt diese Art auffällige Farbakzente in Wiesen und an Wegrändern.

Die Pflanze bleibt vergleichsweise niedrig und bildet dichte Rosetten aus behaarten Blättern. Ihre Blüten stehen auf schlanken Stängeln und erscheinen meist in kleinen Gruppen. Ursprünglich stammt sie aus den Gebirgsregionen Europas, hat sich aber durch ihre Anpassungsfähigkeit auch in anderen Regionen verbreitet.

Eine besondere Eigenschaft ist ihre Fähigkeit, sich sowohl über Samen als auch über Ausläufer zu vermehren. Dadurch kann sie sich schnell ausbreiten und neue Flächen besiedeln – ein Vorteil in wechselhaften Umgebungen.



In der Aufnahme von Dieter Zinßer
  • Blühphase des Orangeroten Habichtskrauts im Hochsommer
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Stockrose (Alcea rosea)
Bild zum Eintrag (1139480-160)
Die Stockrose (Alcea rosea) 

25/26.03.2026

  • ... ist eine beeindruckende Zierpflanze, die seit Jahrhunderten in Bauerngärten und entlang von Hauswänden zu finden ist. Mit ihren hohen, aufrechten Blütenständen und den großen, farbenfrohen Blüten zieht sie sofort alle Blicke auf sich. Besonders beliebt ist sie wegen ihres nostalgischen Charmes und ihrer Vielseitigkeit.

Stockrosen können eine Höhe von bis zu zwei Metern oder mehr erreichen und eignen sich daher hervorragend als Hintergrundpflanzen in Beeten oder als dekorativer Sichtschutz. Die Blüten erscheinen in zahlreichen Farbvarianten – von Weiß über Gelb und Rosa bis hin zu tiefem Rot oder fast Schwarz. Je nach Sorte können sie einfach oder gefüllt sein.
Die Pflanze bevorzugt einen sonnigen, geschützten Standort sowie einen durchlässigen, nährstoffreichen Boden. Obwohl sie als zweijährig gilt, sät sie sich häufig selbst aus und bleibt dadurch über viele Jahre im Garten erhalten. Mit etwas Pflege kann sie sich so zu einem festen Bestandteil der Gartengestaltung entwickeln.

Stockrosen sind zudem wertvoll für Insekten. Besonders Bienen und andere Bestäuber nutzen die Blüten als Nahrungsquelle. Damit leisten sie einen kleinen, aber wichtigen Beitrag zur Förderung der Artenvielfalt.

Trotz ihrer Robustheit können Stockrosen anfällig für Krankheiten wie den Rostpilz sein. Eine gute Luftzirkulation und ausreichend Abstand zwischen den Pflanzen helfen jedoch, das Risiko zu verringern.

In der Aufnahme von Dieter Zinßer
  •     Ob als einzelner Blickfang oder in Gruppen gepflanzt – die Stockrose bringt Höhe, Farbe und einen Hauch von Tradition in jeden Garten.
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Pfingstrosen (Paeonia)
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Pfingstrosen (Paeonia) 

25/26.03.2026

  • ... zählen zu den beliebtesten Zierpflanzen in Gärten und Parkanlagen. Sie beeindrucken durch ihre großen, oft üppig gefüllten Blüten und ihre lange Lebensdauer. Die Pflanzengattung umfasst sowohl krautige Arten als auch verholzende Sträucher, die als Strauchpfingstrosen bekannt sind.

Die Blütezeit der Pfingstrosen liegt – je nach Art und Sorte – zwischen Mai und Juni, häufig rund um das namensgebende Pfingstfest. Die Blüten erscheinen in verschiedenen Farben, darunter Weiß, Rosa, Rot und gelegentlich Gelb. Viele Sorten verströmen zudem einen angenehmen Duft und eignen sich auch gut als Schnittblumen.
Pfingstrosen bevorzugen einen sonnigen bis halbschattigen Standort mit durchlässigem, nährstoffreichem Boden. Einmal eingepflanzt, sollten sie möglichst ungestört wachsen, da sie empfindlich auf häufiges Umpflanzen reagieren. Mit der richtigen Pflege können sie über viele Jahre hinweg an einem Standort gedeihen und mit zunehmendem Alter sogar an Blühfreude gewinnen.

In der Gartengestaltung eignen sich Pfingstrosen sowohl für klassische Staudenbeete als auch für naturnahe Pflanzungen. Sie lassen sich gut mit anderen Früh- und Sommerblühern kombinieren und setzen eindrucksvolle Akzente im Garten.

  • Mehr zu Pfingstrosen hier auf unseren Seiten 

Aufnahme von Dieter Zinßer
  • Neben ihrer dekorativen Wirkung haben Pfingstrosen auch eine lange kulturgeschichtliche Bedeutung und werden in verschiedenen Regionen seit Jahrhunderten geschätzt. Ihre Kombination aus Schönheit, Langlebigkeit und vergleichsweise geringem Pflegeaufwand macht sie zu einer wertvollen Bereicherung für viele Gartenformen.
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Tannen-Rose (Rosa abietina)
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Die Tannen-Rose (Rosa abietina)

24/25.03.2026

  • Die Tannen-Rose (Rosa abietina) ist eine eher seltene Wildrose, die vor allem in gebirgigen Regionen Europas vorkommt. Sie gehört zu den weniger bekannten Rosenarten, wird jedoch aufgrund ihrer besonderen Anpassungsfähigkeit und ihres natürlichen Erscheinungsbildes geschätzt.

Typisch für die Tannen-Rose ist ihr locker verzweigter, aufrechter Wuchs. Der Strauch erreicht meist eine Höhe von etwa 1 bis 2 Metern. Seine Triebe sind mit feinen Stacheln versehen, und die schmalen, dunkelgrünen Blätter erinnern in ihrer Form leicht an Nadeln, was zur Namensgebung beigetragen hat. Die einfachen Blüten erscheinen im Frühsommer und zeigen sich in zarten Rosatönen. Sie sind ungefüllt und bieten damit zahlreichen Insekten eine gut zugängliche Nahrungsquelle.
Nach der Blüte entwickelt die Tannen-Rose kleine, meist längliche Hagebutten, die im Herbst eine rötliche Färbung annehmen. Diese Früchte dienen verschiedenen Vogelarten als Nahrung und tragen zur ökologischen Vielfalt bei.

Die Pflanze bevorzugt sonnige bis halbschattige Standorte und kommt auch mit kargen, steinigen Böden gut zurecht. Dadurch eignet sie sich besonders für naturnahe Gärten, Böschungen oder Pflanzungen in raueren Lagen. Sie gilt als robust und winterhart, benötigt nur wenig Pflege und ist gut an wechselnde Umweltbedingungen angepasst.

In der Aufnahme von Dieter Zinßer
  •     Aufgrund ihrer Seltenheit und ihrer ökologischen Bedeutung ist die Tannen-Rose vor allem für Liebhaber heimischer Wildpflanzen und für naturnahe Gartengestaltungen interessant.
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Heckenrose (Rosa corymbifera)
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Die Heckenrose (Rosa corymbifera)

24/25.03.2026

  • Die Heckenrose (Rosa corymbifera) ist eine heimische Wildrose, die in vielen Teilen Europas verbreitet ist und vor allem in Hecken, an Waldrändern und auf offenen Flächen vorkommt. Sie zeichnet sich durch ihre natürliche Wuchsform und ihre hohe ökologische Bedeutung aus.

Der Strauch wächst aufrecht bis locker überhängend und kann eine Höhe von etwa 2 bis 3 Metern erreichen. Seine Triebe sind mit feinen Stacheln besetzt, die ihm Schutz vor Verbiss bieten. Die Blätter sind mattgrün und gefiedert, während die einfachen, schalenförmigen Blüten in zartem Rosa bis Weiß von Juni bis Juli erscheinen. Sie sind eine wichtige Nahrungsquelle für zahlreiche Insekten, insbesondere für Wildbienen.
Nach der Blüte bildet die Heckenrose kleine, rundliche Hagebutten aus, die im Herbst leuchtend rot reifen. Diese Früchte sind nicht nur dekorativ, sondern auch eine wertvolle Nahrungsquelle für Vögel und andere Wildtiere. Zudem enthalten sie viel Vitamin C und können in der Küche verarbeitet werden, beispielsweise zu Tee oder Marmelade.

In der Gartengestaltung eignet sich die Heckenrose hervorragend für naturnahe Gärten, als Bestandteil von Wildhecken oder zur Förderung der Biodiversität. Sie ist pflegeleicht, frosthart und kommt mit unterschiedlichen Bodenverhältnissen gut zurecht, bevorzugt jedoch sonnige bis halbschattige Standorte.


In der Aufnahme von Dieter Zinßer
  •     Durch ihre Robustheit und ihren ökologischen Nutzen ist die Heckenrose eine ideale Wahl für alle, die ihren Garten naturnah und artenfreundlich gestalten möchten.
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Moos-Rose (Rosa centifolia)
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Die Moos-Rose (Rosa centifolia) 

24/25.03.2026

  • ... ist eine traditionsreiche Zierpflanze, die vor allem durch ihren intensiven Duft und ihre üppig gefüllten Blüten geschätzt wird. 

Sie gehört zur Gruppe der historischen Rosen und hat ihren Ursprung in Europa, wo sie bereits seit dem 17. Jahrhundert kultiviert wird. Besonders charakteristisch ist das „moosartige“ Aussehen der Kelchblätter und Blütenstiele, das durch feine, drüsige Auswüchse entsteht und der Pflanze ihren Namen verleiht.
Die Moos-Rose wächst als buschiger Strauch und erreicht je nach Sorte eine Höhe von etwa 1 bis 1,5 Metern. Ihre Blüten erscheinen meist einmal jährlich im Frühsommer und zeigen sich in zarten Farbtönen von Rosa bis hin zu kräftigem Pink. Aufgrund ihres intensiven Duftes wurde sie früher häufig zur Herstellung von Parfüm und Rosenöl verwendet.

In der Gartengestaltung eignet sich die Moos-Rose besonders für romantische, naturnahe Anlagen oder historische Gärten. Sie bevorzugt einen sonnigen Standort und durchlässige, nährstoffreiche Böden. Trotz ihres nostalgischen Erscheinungsbildes ist sie vergleichsweise robust, benötigt jedoch regelmäßige Pflege wie Rückschnitt und ausreichende Nährstoffversorgung, um ihre volle Blütenpracht zu entfalten.


In der Aufnahme von Dieter Zinßer
  •     Die Moos-Rose gilt heute als wertvolle Kulturpflanze mit hohem dekorativem und historischem Wert und erfreut sich vor allem bei Liebhabern alter Rosensorten großer Beliebtheit.
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Der Krokus ... Neue Aufnahmen eingestellt
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Der Krokus – zarter Frühlingsbote mit farbenfroher Wirkung

23/24.03.2026

  • Der Krokus (Gattung Crocus) zählt zu den bekanntesten Frühjahrsblühern und ist aus Gärten, Parkanlagen und natürlichen Wiesen kaum wegzudenken. 

Sobald der Winter an Kraft verliert, erscheinen seine zarten Blüten in leuchtenden Farben wie Lila, Gelb oder Weiß. Diese frühen Farbtupfer kündigen nicht nur den Frühling an, sondern dienen auch den ersten Insekten als wichtige Nahrungsquelle.
Die Pflanze wächst aus einer kleinen Knolle und bildet schmale, grasartige Blätter. Dass Blätter und Blüten gleichzeitig erscheinen, ist ein hilfreiches Merkmal, um den Krokus in der Natur zu erkennen. Neben den bekannten Frühjahrsarten existieren auch herbstblühende Sorten, doch die meisten Menschen verbinden den Krokus eindeutig mit der milden Jahreszeit.


In der Aufnahme von Dieter Zinßer
  • zählt zu den bekanntesten Frühjahrsblühern ... der Krokus
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Überlebensperspektiven für „komische Käuze“ 2026 - 2036
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Schutzprojekt für Steinkauz und Wiedehopf

23/24.03.2026


  •             Zielgerichtetes Habitatmanagement für gefährdete Brutvogelarten

Im Rahmen eines praxisorientierten Artenschutzprojekts schaffen wir auf einer mehrere Hektar großen, extensiv beweideten Offenfläche gezielt Lebensräume für zwei streng geschützte Vogelarten: den Steinkauz (Athene noctua) sowie den Wiedehopf (Upupa epops). Beide Arten zeigen sich im Bestand in einer prekären Situation!
Unsere vereinseigene Fläche wird als Vielweide mit Mutterkühen und deren Kälbern genutzt. Durch diese extensive Form der nahezu Ganzjahresbeweidung bleibt das Gelände offen, nährstoffarm und mosaikartig strukturiert – eine entscheidende Grundlage für den Erhalt halboffener Kulturlandschaften, wie sie beide Zielarten benötigen. Das Projekt verbindet somit Landwirtschaft mit praktischer Biodiversitätsförderung.


In der Aufnahme
  • Kombination aus Nisthilfe und geeigneter Nahrungsverfügbarkeit im Umfeld.
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Kornfelder im Wandel – Zwischen Ertrag und Artenvielfalt
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Kornfelder im Wandel – Zwischen Ertrag und Artenvielfalt

23/24.03.2026

  • Kornfelder prägen seit Jahrhunderten unsere Kulturlandschaft. Sie stehen für Ernährungssicherheit, Tradition und die enge Verbindung zwischen Mensch und Natur. Doch ihr Erscheinungsbild hat sich in den letzten Jahrzehnten stark verändert – mit tiefgreifenden Folgen für die Biodiversität.

Früher waren Getreidefelder von einer Vielzahl an Wildpflanzen begleitet: Kornblumen, Mohn und Kamille verliehen den Feldern nicht nur Farbe, sondern boten auch Lebensraum und Nahrung für zahlreiche Insektenarten. Diese wiederum bildeten die Grundlage für ein komplexes Nahrungsnetz, von dem auch Vögel, Kleinsäuger und andere Tiere profitierten. Kornfelder waren damit lebendige, vielfältige Ökosysteme.
Mit der Industrialisierung der Landwirtschaft setzte jedoch ein grundlegender Wandel ein. Ein zentraler Aspekt ist die sogenannte „Unkrautvernichtung“ – ein Begriff, der bereits verdeutlicht, wie unerwünscht Wildkräuter heute oft sind. Durch den intensiven Einsatz von Herbiziden werden diese Pflanzen systematisch entfernt. Was aus landwirtschaftlicher Sicht als notwendige Ertragssteigerung gilt, bedeutet ökologisch betrachtet den drastischen Rückgang genau jener Arten, die früher die Felder bereicherten. Viele Ackerwildkräuter sind heute selten oder sogar vom Aussterben bedroht.

Hinzu kommt die zunehmende Ausbreitung von Monokulturen. Große, einheitlich bewirtschaftete Flächen mit nur einer Pflanzenart bieten kaum Struktur und Vielfalt. Für viele Tiere fehlen dadurch Nahrung, Nistplätze und Rückzugsräume. Insekten finden weniger Blüten, Feldvögel weniger Deckung, und auch Bodenorganismen leiden unter der einseitigen Nutzung und der intensiven Bearbeitung. Die Landschaft wird homogener – und damit anfälliger für Störungen.

Diese Entwicklungen haben weitreichende Folgen für die Artenvielfalt. Der Rückgang von Insekten wirkt sich direkt auf Vögel und andere Tiere aus, die auf sie angewiesen sind. Gleichzeitig gehen ökologische Funktionen verloren: Bestäubung, natürliche Schädlingskontrolle und Bodenfruchtbarkeit werden beeinträchtigt. Das System wird insgesamt weniger stabil und weniger resilient gegenüber äußeren Einflüssen.

Dennoch gibt es Wege, dieser Entwicklung entgegenzuwirken. Eine vielfältigere Fruchtfolge, der Verzicht oder die Reduktion von Pestiziden, Blühstreifen und der Erhalt von Randstrukturen können dazu beitragen, Lebensräume zurückzubringen. Auch ein bewussterer Umgang mit Ackerwildkräutern – nicht als „Unkraut“, sondern als wichtiger Bestandteil des Ökosystems – spielt dabei eine entscheidende Rolle.

Mit Blick auf den Klimawandel gewinnt dieses Thema zusätzlich an Bedeutung. Extremwetterereignisse wie Dürren oder Starkregen stellen die Landwirtschaft vor große Herausforderungen. Artenreiche, vielfältige Agrarsysteme sind nachweislich widerstandsfähiger gegenüber solchen Veränderungen. Sie können Wasser besser speichern, Böden stabilisieren und sich schneller an neue Bedingungen anpassen. Der Schutz der Biodiversität in Kornfeldern ist daher nicht nur eine Frage des Naturschutzes, sondern auch ein wichtiger Baustein für eine zukunftsfähige Landwirtschaft im Zeichen des Klimawandels.

Hinweis:

In der Aufnahme von Dieter Zinßer
  • Wintergerste mit Wildkraut das landläufig als Unkraut betitelt wird. 
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Innovativer Nistmast als Zukunftsprojekt für den Artenschutz
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Innovativer Nistmast als Zukunftsprojekt für den Artenschutz

22/23.03.2026

  • Auf einer kommunalen Wiesenfläche wird ein neu entwickelter Spezialmast errichtet, der einen wichtigen Beitrag zum Erhalt und zur Förderung heimischer Tierarten leisten soll. 

  • Informationseinheit angebracht

Anlass für die Umsetzung dieses Projekts war der Wegfall eines traditionell genutzten Nistplatzes für Turmfalken im Jahr 2025, der über viele Jahre von einem Brutpaar zuverlässig angenommen wurde. Der Verlust dieses angestammten Standortes machte deutlich, wie essenziell geeignete Nist- und Lebensräume für bedrohte oder schutzbedürftige Arten sind – besonders im urbanen und suburbanen Umfeld, in dem natürliche Strukturen zunehmend verschwinden.
Vielschichtiges Habitat auf 8 Metern Höhe

Der neue Nistmast erreicht eine Gesamthöhe von acht Metern und wurde mit einer klaren ökologischen Zielsetzung gestaltet: Er verbindet mehrere Lebensraumangebote in einem modularen Aufbau.

  •     Im oberen Bereich des Turmkopfes befindet sich ein spezialisierter Nistkasten für Turmfalken, der ein sicheres Brutumfeld bietet, ausreichend Schutz vor Witterung gewährleistet und die Ansprüche dieser Greifvögel hinsichtlich Sichtfeld und Höhenlage berücksichtigt.

  •     Direkt darunter erstreckt sich eine umlaufende Kette von Nisthilfen für Kleinvögel, wie beispielsweise Meisen, Sperlinge oder Stare. Diese Auswahl schafft ein breites Spektrum an mikroklimatischen und strukturellen Nistgelegenheiten und fördert so die Artenvielfalt innerhalb der kleineren Vogelpopulation.

  •     In der darunterliegenden Ebene wurde eine ringförmige Reihe von Fledermausspaltenquartieren integriert. Diese dienen als Ruheort, Sommerquartier oder potenziell sogar als Wochenstube für verschiedene Fledermausarten, die als natürliche Insektenjäger auch einen positiven Einfluss auf das lokale Ökosystem haben.


Langlebig, ästhetisch angepasst und mit Pilotcharakter

Die Konstruktion ist auf eine Lebensdauer von rund 25 Jahren ausgelegt und farblich so gestaltet, dass sie sich unaufdringlich und stimmig in die umgebende Landschaft einfügt. Sowohl Materialauswahl als auch die Montageweise berücksichtigen Nachhaltigkeitsaspekte, Wartungsfreundlichkeit und langfristige Stabilität.

In dieser Form stellt der Nistmast ein bislang einzigartiges Vorhaben dar. Er verbindet artenschutzfachliche Anforderungen mit praktischen und gestalterischen Aspekten – und schafft einen sichtbaren, bewusst wahrnehmbaren Ort der Förderung lokaler Biodiversität.

Erwartung und Beobachtung

Mit Interesse und Vorfreude wird nun beobachtet, in welcher zeitlichen Entwicklung die angebotenen Nist- und Quartiermöglichkeiten angenommen werden. Erste Besiedelungsaktivitäten können ein wertvoller Indikator für die ökologische Wirksamkeit des Projekts sein. Langfristig soll der Mast nicht nur eine Ersatzlösung für den verlorenen Falkenstandort darstellen, sondern vielmehr als Modell dienen, wie Kommunen aktiv Lebensräume für heimische Tierarten gestalten und zurückgewinnen können.

Für die Unterstützung möchten wir uns bei der Steuerkanzlei Bauerfeind, beim Markt Burgwindheim und nicht zuletzt bei Turmstationen Deutschland e.V. ganz herzlich bedanken!


In der Aufnahme 
  • am 19.03.2026 wurde die Informationseinheit angebracht
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Distelfalter (Vanessa cardui
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Der Distelfalter (Vanessa cardui

22/23.03.2026

  • Die Reise eines kleinen Wanderers

An einem warmen Frühlingstag erhebt sich ein zarter Schmetterling aus einem blühenden Feld irgendwo in Nordafrika. Die Sonne wärmt seine Flügel, die in leuchtenden Orange-, Schwarz- und Weißtönen schimmern. Getrieben von einem inneren Kompass beginnt er eine Reise, die tausende Kilometer umfassen kann. 

Über Meere, Wüsten und Gebirge hinweg folgt er dem Ruf des Sommers – bis nach Europa, vielleicht sogar bis nach Deutschland. Dieser unermüdliche Reisende ist der Distelfalter.
Artbeschreibung

Der Distelfalter gehört zu den bekanntesten Wanderfaltern der Welt. Seine Flügelspannweite beträgt etwa 5 bis 6 Zentimeter. Charakteristisch sind die orangebraune Grundfarbe mit schwarzen Flecken sowie helle, fast weiße Zeichnungen an den Flügelspitzen.

Distelfalter sind ausgesprochen anpassungsfähig. Ihre Raupen ernähren sich vor allem von Disteln – daher der Name – aber auch von anderen Pflanzen wie Brennnesseln oder Malven. Die Art kommt nahezu weltweit vor und ist für ihre beeindruckenden Wanderbewegungen bekannt. Anders als viele heimische Schmetterlinge überwintert der Distelfalter nicht in Mitteleuropa, sondern zieht in mehreren Generationen zwischen Afrika und Europa hin und her.

Perspektiven im Wandel von Lebensraum und Klima

Die Zukunft des Distelfalter ist eng mit den Veränderungen seiner Umwelt verknüpft. Klimawandel und Lebensraumveränderungen wirken sich sowohl positiv als auch negativ aus. Mildere Temperaturen können dazu führen, dass der Distelfalter weiter nach Norden vordringt und länger in Europa bleibt. Gleichzeitig verändern sich jedoch die Vegetation und die Verfügbarkeit seiner Futterpflanzen. Extreme Wetterereignisse wie Dürren oder starke Regenfälle können ganze Generationen gefährden.

Ein weiterer entscheidender Faktor ist die Zerschneidung von Lebensräumen. Landwirtschaftliche Intensivierung, Urbanisierung und der Verlust von Blühflächen reduzieren die Rast- und Fortpflanzungsmöglichkeiten entlang seiner Wanderroute. Der Distelfalter ist zwar anpassungsfähig – doch auch seine Flexibilität hat Grenzen.

Bedrohung durch den Menschen

Der Mensch stellt eine der größten Herausforderungen für den Distelfalter dar:


  •     Pestizideinsatz: Insektenvernichtungsmittel töten nicht nur Schädlinge, sondern auch Schmetterlinge und ihre Raupen.

  •     Lebensraumverlust: Wiesen, Brachen und Wildblumenflächen verschwinden zunehmend.

  •     Klimawandel: Vom Menschen verursachte Klimaveränderungen beeinflussen Wanderzyklen und Überlebenschancen.

  •     Lichtverschmutzung: Künstliches Licht kann Orientierung und Verhalten von Insekten stören.




Aufnahme von Dieter Zinßer


  •     Der Distelfalter ist mehr als nur ein schöner Schmetterling – er ist ein Botschafter der Natur, der uns zeigt, wie zerbrechlich und zugleich erstaunlich widerstandsfähig unsere Umwelt ist. Sein Schutz bedeutet auch, unsere eigene Lebensgrundlage zu bewahren.
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Wenn Städte im Wasser stehen – Hochwasser im Zeichen des Klimawandels
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Wenn Städte im Wasser stehen – Hochwasser im Zeichen des Klimawandels

22/23.03.2026

  • Unsere Diashow zeigt eindrucksvolle Aufnahmen von Hochwasserereignissen in verschiedenen Städten. 

Die Bilder verdeutlichen, welche Auswirkungen extreme Wetterlagen auf urbane Räume haben können und wie verletzlich unsere Infrastruktur gegenüber solchen Ereignissen ist.
Zugleich möchten wir mit dieser Darstellung auf ein größeres Thema aufmerksam machen: den Klimawandel. Wissenschaftliche Erkenntnisse deuten darauf hin, dass sich durch veränderte klimatische Bedingungen auch die Häufigkeit und Intensität von Extremwetterereignissen erhöhen kann. Dazu zählen unter anderem Starkregen und daraus resultierende Hochwasser.

Die gezeigten Szenen sollen daher nicht nur informieren, sondern auch zum Nachdenken anregen. Sie machen deutlich, wie wichtig es ist, sich mit den Folgen des Klimawandels auseinanderzusetzen und geeignete Maßnahmen zum Schutz von Mensch, Umwelt und Infrastruktur zu entwickeln.


In der Aufnahme von Dieter Zinßer, die aus Datenschutzgründen verändert wurde,
  • Hochwasser in eine fränkischen Stadt
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