Entwässerung, Versiegelung und ihre Folgen ...
Entwässerung, Versiegelung und ihre Folgen – Beschleunigter Wasserabfluss, Hochwasser und Biodiversitätsverlust
21/22.02.2026
Dieses natürliche Puffersystem reduziert Hochwasserspitzen, speist das Grundwasser und schafft vielfältige Lebensräume. Durch tiefgreifende Veränderungen in der Landnutzung ist dieses Gleichgewicht jedoch vielerorts gestört.
21/22.02.2026
- In natürlichen Landschaften versickert ein großer Teil des Niederschlags direkt im Boden. Wälder, Wiesen, Moore und Auen wirken wie ein Schwamm: Sie speichern Regenwasser, geben es zeitverzögert wieder ab und stabilisieren so den Wasserhaushalt.
Dieses natürliche Puffersystem reduziert Hochwasserspitzen, speist das Grundwasser und schafft vielfältige Lebensräume. Durch tiefgreifende Veränderungen in der Landnutzung ist dieses Gleichgewicht jedoch vielerorts gestört.
Drainierung landwirtschaftlicher Flächen
Zur Verbesserung der landwirtschaftlichen Nutzbarkeit werden Flächen häufig drainiert. Unterirdische Rohrsysteme leiten überschüssiges Wasser gezielt ab, um Staunässe zu vermeiden und die Befahrbarkeit der Böden zu erhöhen.
Diese Praxis hat jedoch hydrologische Folgen:
Wenn große Flächen gleichzeitig entwässert werden, gelangt Wasser nahezu zeitgleich in Bäche und Flüsse. Dadurch steigt die Wahrscheinlichkeit, dass sich Abflusswellen überlagern und kritische Pegel schneller erreicht werden.
Bodenversiegelung in urbanen Räumen
In Städten und Siedlungsgebieten verhindert die zunehmende Versiegelung durch Straßen, Dächer und Parkflächen das Versickern von Regenwasser nahezu vollständig. Statt in den Boden einzudringen, wird es über Kanalsysteme direkt in Gewässer eingeleitet.
Die Folgen:
Je höher der Versiegelungsgrad in einem Einzugsgebiet, desto geringer ist die natürliche Rückhaltefähigkeit der Landschaft.
Auswirkungen auf die Biodiversität
Neben der Hochwasserproblematik hat der beschleunigte Wasserabfluss erhebliche ökologische Konsequenzen.
Verlust von Feuchtlebensräumen
Drainierung führt häufig zur Absenkung des Grundwasserspiegels. Moore, Feuchtwiesen und Auen verlieren ihre charakteristische Vegetation. Spezialisten wie Amphibien, Libellen oder feuchtigkeitsliebende Pflanzenarten finden weniger geeignete Lebensräume.
Moore beispielsweise sind nicht nur wichtige Kohlenstoffspeicher, sondern auch Hotspots der Artenvielfalt. Ihre Entwässerung bedeutet sowohl Klimabelastung als auch Biodiversitätsverlust.
Strukturverarmung von Gewässern
Ein schneller Abfluss verändert die Dynamik von Bächen und Flüssen. Stark schwankende Wasserstände können Laichplätze zerstören, Uferstrukturen erodieren und Sedimente verlagern. Viele Fischarten, wirbellose Wasserorganismen und Uferpflanzen sind jedoch auf stabile, strukturreiche Gewässer angewiesen.
Unterbrechung ökologischer Vernetzung
Auenlandschaften wirken als ökologische Korridore. Wenn sie durch Eindeichung, Entwässerung oder Bebauung verloren gehen, werden Lebensräume isoliert. Der genetische Austausch zwischen Populationen nimmt ab, was langfristig die Widerstandsfähigkeit von Arten schwächt.
Verstärkung klimatischer Stressfaktoren
Mit dem Klimawandel nehmen Starkregenereignisse zu. Gleichzeitig führen längere Trockenperioden zu zusätzlichem Stress für Ökosysteme. Wenn Böden ihre Wasserspeicherfunktion verlieren, verschärfen sich sowohl Dürre- als auch Hochwasserphasen. Diese Extremdynamik setzt viele Arten unter Druck, da sie auf ausgeglichene Bedingungen angewiesen sind.
Ganzheitliche Lösungen für Wasser- und Artenschutz
Ein nachhaltiger Umgang mit Niederschlagswasser dient nicht nur dem Hochwasserschutz, sondern auch dem Erhalt der Biodiversität. Wichtige Maßnahmen können sein:
Hochwasserschutz beginnt in der Fläche – und Biodiversitätsschutz ebenso. Naturnahe, wasseraufnahmefähige Landschaften sind widerstandsfähiger gegenüber extremen Wetterereignissen und bieten zugleich vielfältige Lebensräume für Pflanzen und Tiere.
In der Aufnahme
Zur Verbesserung der landwirtschaftlichen Nutzbarkeit werden Flächen häufig drainiert. Unterirdische Rohrsysteme leiten überschüssiges Wasser gezielt ab, um Staunässe zu vermeiden und die Befahrbarkeit der Böden zu erhöhen.
Diese Praxis hat jedoch hydrologische Folgen:
- Niederschläge werden schneller in Gewässer abgeführt
- Die natürliche Wasserspeicherung im Boden nimmt ab
- Die Grundwasserneubildung kann reduziert werden
- Hochwasserspitzen nach Starkregen werden verstärkt
Wenn große Flächen gleichzeitig entwässert werden, gelangt Wasser nahezu zeitgleich in Bäche und Flüsse. Dadurch steigt die Wahrscheinlichkeit, dass sich Abflusswellen überlagern und kritische Pegel schneller erreicht werden.
Bodenversiegelung in urbanen Räumen
In Städten und Siedlungsgebieten verhindert die zunehmende Versiegelung durch Straßen, Dächer und Parkflächen das Versickern von Regenwasser nahezu vollständig. Statt in den Boden einzudringen, wird es über Kanalsysteme direkt in Gewässer eingeleitet.
Die Folgen:
- Stark beschleunigter Oberflächenabfluss
- Überlastung von Entwässerungssystemen
- Erhöhtes Risiko lokaler Überflutungen
- Schnelle Pegelanstiege in Fließgewässern
Je höher der Versiegelungsgrad in einem Einzugsgebiet, desto geringer ist die natürliche Rückhaltefähigkeit der Landschaft.
Auswirkungen auf die Biodiversität
Neben der Hochwasserproblematik hat der beschleunigte Wasserabfluss erhebliche ökologische Konsequenzen.
Verlust von Feuchtlebensräumen
Drainierung führt häufig zur Absenkung des Grundwasserspiegels. Moore, Feuchtwiesen und Auen verlieren ihre charakteristische Vegetation. Spezialisten wie Amphibien, Libellen oder feuchtigkeitsliebende Pflanzenarten finden weniger geeignete Lebensräume.
Moore beispielsweise sind nicht nur wichtige Kohlenstoffspeicher, sondern auch Hotspots der Artenvielfalt. Ihre Entwässerung bedeutet sowohl Klimabelastung als auch Biodiversitätsverlust.
Strukturverarmung von Gewässern
Ein schneller Abfluss verändert die Dynamik von Bächen und Flüssen. Stark schwankende Wasserstände können Laichplätze zerstören, Uferstrukturen erodieren und Sedimente verlagern. Viele Fischarten, wirbellose Wasserorganismen und Uferpflanzen sind jedoch auf stabile, strukturreiche Gewässer angewiesen.
Unterbrechung ökologischer Vernetzung
Auenlandschaften wirken als ökologische Korridore. Wenn sie durch Eindeichung, Entwässerung oder Bebauung verloren gehen, werden Lebensräume isoliert. Der genetische Austausch zwischen Populationen nimmt ab, was langfristig die Widerstandsfähigkeit von Arten schwächt.
Verstärkung klimatischer Stressfaktoren
Mit dem Klimawandel nehmen Starkregenereignisse zu. Gleichzeitig führen längere Trockenperioden zu zusätzlichem Stress für Ökosysteme. Wenn Böden ihre Wasserspeicherfunktion verlieren, verschärfen sich sowohl Dürre- als auch Hochwasserphasen. Diese Extremdynamik setzt viele Arten unter Druck, da sie auf ausgeglichene Bedingungen angewiesen sind.
Ganzheitliche Lösungen für Wasser- und Artenschutz
Ein nachhaltiger Umgang mit Niederschlagswasser dient nicht nur dem Hochwasserschutz, sondern auch dem Erhalt der Biodiversität. Wichtige Maßnahmen können sein:
- Wiedervernässung von Mooren und Feuchtgebieten
- Schaffung und Erhalt von Retentionsräumen
- Entsiegelung geeigneter Flächen im urbanen Raum
- Dezentrale Regenwasserversickerung
- Schutz und Renaturierung von Auen
Hochwasserschutz beginnt in der Fläche – und Biodiversitätsschutz ebenso. Naturnahe, wasseraufnahmefähige Landschaften sind widerstandsfähiger gegenüber extremen Wetterereignissen und bieten zugleich vielfältige Lebensräume für Pflanzen und Tiere.
In der Aufnahme
- Das Tauwetter der vergangenen Tage führte auch dazu das zahlreiche Bereiche überflutet wurden. Einen Beitrag kann das rasche Abführen von Wasser aus landwirtschaftlichen Flächen leisten. Auch für die Biodiversität zeigen sich immense Herausforderungen.
Artenschutz in Franken®
Zwergmaus (Micromys minutus)
Die Zwergmaus (Micromys minutus)
20/21.02.2026
Zwischen den Samenständen balanciert es scheinbar schwerelos. Für einen Moment verharrt es, die schwarzen Knopfaugen wachsam in die Umgebung gerichtet. Kaum größer als ein Daumen, aber perfekt angepasst – die Zwergmaus lebt verborgen im Dschungel der Wiesen.
20/21.02.2026
- Im ersten Licht des Morgens biegt sich ein Halm im hohen Gras. Behutsam klettert ein winziges Tier daran empor, mit geschickten Bewegungen und einem langen, greifenden Schwanz als Stütze.
Zwischen den Samenständen balanciert es scheinbar schwerelos. Für einen Moment verharrt es, die schwarzen Knopfaugen wachsam in die Umgebung gerichtet. Kaum größer als ein Daumen, aber perfekt angepasst – die Zwergmaus lebt verborgen im Dschungel der Wiesen.
Artbeschreibung: Die Zwergmaus (Micromys minutus)
Die Zwergmaus (Micromys minutus) ist die kleinste heimische Mausart Europas. Mit einer Körperlänge von etwa 5–7 Zentimetern und einem Gewicht von nur 5–10 Gramm gehört sie zu den zierlichsten Nagetieren der Region. Auffällig ist ihr relativ langer Greifschwanz, der fast körperlang werden kann und beim Klettern als zusätzliche „Hand“ dient.
Ihr Fell ist oberseits warm braun bis rötlich gefärbt, die Bauchseite deutlich heller. Die Augen sind groß, die Ohren klein und rund. Diese Merkmale verleihen ihr ein charakteristisches, fast „kindliches“ Aussehen.
Die Zwergmaus besiedelt vor allem strukturreiche Lebensräume wie Röhrichte, Hochstaudenfluren, Getreidefelder, Feuchtwiesen und dichte Grasbestände. Besonders bemerkenswert ist ihr kugelförmiges Nest, das sie geschickt aus Grashalmen in erhöhter Position zwischen Stängeln baut. Dort zieht sie ihre Jungen geschützt vor Bodenfeinden auf.
Ihre Nahrung besteht hauptsächlich aus Samen, Gräsern, Kräutern und gelegentlich kleinen Insekten. Als dämmerungs- und nachtaktives Tier bleibt sie dem Menschen meist verborgen.
Perspektive der Zwergmaus im Wandel von Lebensraum und Klima
Die Zwergmaus ist stark an strukturreiche, deckungsreiche Vegetation gebunden. Veränderungen in der Landschaft wirken sich daher unmittelbar auf ihre Bestände aus.
Lebensraumveränderung
Die Intensivierung der Landwirtschaft, häufige Mahd, der Verlust von Feldrainen und Hecken sowie die Trockenlegung von Feuchtwiesen führen zu einem Rückgang geeigneter Lebensräume. Besonders problematisch ist der Verlust von Altgrasstreifen und ungemähten Randbereichen, die der Zwergmaus Schutz, Nahrung und Nistmöglichkeiten bieten.
Großflächige, strukturarme Agrarlandschaften erschweren Wanderbewegungen und isolieren Populationen. Dadurch kann der genetische Austausch eingeschränkt werden.
Klimawandel
Der Klimawandel beeinflusst Niederschlagsmuster, Vegetationsperioden und die Häufigkeit extremer Wetterereignisse. Längere Trockenphasen können Feuchtgebiete und Röhrichte zurückgehen lassen – wichtige Lebensräume der Zwergmaus. Starkregen oder Überschwemmungen können hingegen Nester zerstören, insbesondere wenn diese in niedriger Vegetation angelegt wurden.
Gleichzeitig können mildere Winter die Überlebensrate erhöhen, sofern ausreichend Nahrung und Deckung vorhanden sind. Die Anpassungsfähigkeit der Zwergmaus ist grundsätzlich vorhanden, doch sie bleibt auf vielfältige, strukturreiche Landschaften angewiesen.
Langfristig hängt ihre Perspektive davon ab, ob extensiv bewirtschaftete Flächen, Gewässerrandstreifen, Brachen und naturnahe Wiesen erhalten oder neu geschaffen werden. Eine kleinräumige, biodiversitätsfördernde Landnutzung kann entscheidend zur Stabilisierung ihrer Bestände beitragen.
In der Aufnahme von Hubertus Zinnecker
Die Zwergmaus (Micromys minutus) ist die kleinste heimische Mausart Europas. Mit einer Körperlänge von etwa 5–7 Zentimetern und einem Gewicht von nur 5–10 Gramm gehört sie zu den zierlichsten Nagetieren der Region. Auffällig ist ihr relativ langer Greifschwanz, der fast körperlang werden kann und beim Klettern als zusätzliche „Hand“ dient.
Ihr Fell ist oberseits warm braun bis rötlich gefärbt, die Bauchseite deutlich heller. Die Augen sind groß, die Ohren klein und rund. Diese Merkmale verleihen ihr ein charakteristisches, fast „kindliches“ Aussehen.
Die Zwergmaus besiedelt vor allem strukturreiche Lebensräume wie Röhrichte, Hochstaudenfluren, Getreidefelder, Feuchtwiesen und dichte Grasbestände. Besonders bemerkenswert ist ihr kugelförmiges Nest, das sie geschickt aus Grashalmen in erhöhter Position zwischen Stängeln baut. Dort zieht sie ihre Jungen geschützt vor Bodenfeinden auf.
Ihre Nahrung besteht hauptsächlich aus Samen, Gräsern, Kräutern und gelegentlich kleinen Insekten. Als dämmerungs- und nachtaktives Tier bleibt sie dem Menschen meist verborgen.
Perspektive der Zwergmaus im Wandel von Lebensraum und Klima
Die Zwergmaus ist stark an strukturreiche, deckungsreiche Vegetation gebunden. Veränderungen in der Landschaft wirken sich daher unmittelbar auf ihre Bestände aus.
Lebensraumveränderung
Die Intensivierung der Landwirtschaft, häufige Mahd, der Verlust von Feldrainen und Hecken sowie die Trockenlegung von Feuchtwiesen führen zu einem Rückgang geeigneter Lebensräume. Besonders problematisch ist der Verlust von Altgrasstreifen und ungemähten Randbereichen, die der Zwergmaus Schutz, Nahrung und Nistmöglichkeiten bieten.
Großflächige, strukturarme Agrarlandschaften erschweren Wanderbewegungen und isolieren Populationen. Dadurch kann der genetische Austausch eingeschränkt werden.
Klimawandel
Der Klimawandel beeinflusst Niederschlagsmuster, Vegetationsperioden und die Häufigkeit extremer Wetterereignisse. Längere Trockenphasen können Feuchtgebiete und Röhrichte zurückgehen lassen – wichtige Lebensräume der Zwergmaus. Starkregen oder Überschwemmungen können hingegen Nester zerstören, insbesondere wenn diese in niedriger Vegetation angelegt wurden.
Gleichzeitig können mildere Winter die Überlebensrate erhöhen, sofern ausreichend Nahrung und Deckung vorhanden sind. Die Anpassungsfähigkeit der Zwergmaus ist grundsätzlich vorhanden, doch sie bleibt auf vielfältige, strukturreiche Landschaften angewiesen.
Langfristig hängt ihre Perspektive davon ab, ob extensiv bewirtschaftete Flächen, Gewässerrandstreifen, Brachen und naturnahe Wiesen erhalten oder neu geschaffen werden. Eine kleinräumige, biodiversitätsfördernde Landnutzung kann entscheidend zur Stabilisierung ihrer Bestände beitragen.
In der Aufnahme von Hubertus Zinnecker
- Dank ihres Greifschwanzes ist die Zwergmaus in der Lage sich rasch zwischen den Schilfhalmen zu bewegen.Was der Regenwald für andere Tierarten - ist für die Zwergmaus der Schilfgürtel manch fränkischer Weiher.
Artenschutz in Franken®
Zwischen Konfliktdebatte und ökologischer Realität
Gänsesäger (Mergus merganser) und Fischbestände – Zwischen Konfliktdebatte und ökologischer Realität
20/21.02.2026
Immer wieder wird die Frage gestellt, welchen Einfluss dieser fischfressende Wasservogel auf Fischbestände hat und ob er zur Gefährdung bestimmter Arten beiträgt. Eine differenzierte Betrachtung zeigt jedoch, dass die Zusammenhänge komplexer sind, als es auf den ersten Blick scheint.
20/21.02.2026
- Der Gänsesäger (Mergus merganser) steht seit vielen Jahren im Mittelpunkt einer kontroversen Diskussion – insbesondere dort, wo Fischerei und Naturschutz aufeinandertreffen.
Immer wieder wird die Frage gestellt, welchen Einfluss dieser fischfressende Wasservogel auf Fischbestände hat und ob er zur Gefährdung bestimmter Arten beiträgt. Eine differenzierte Betrachtung zeigt jedoch, dass die Zusammenhänge komplexer sind, als es auf den ersten Blick scheint.
Nahrung und Jagdverhalten
Der Gänsesäger (Mergus merganser) ist ein spezialisierter Fischjäger. Mit seinem schlanken, gezähnten Schnabel – der wie eine Greifzange funktioniert – hält er glitschige Beute sicher fest. Er jagt tauchend, oft in klaren Flüssen oder Seen, und erbeutet vor allem kleinere bis mittelgroße Fische. Dabei handelt es sich häufig um häufig vorkommende Arten oder um Individuen, die leicht erreichbar sind.
Wichtig ist: Der Gänsesäger ist kein selektiver „Bestandsvernichter“, sondern Teil eines natürlichen Räuber-Beute-Systems. Er entnimmt dem Gewässer Biomasse, wirkt aber gleichzeitig regulierend auf Fischpopulationen. Vor allem kranke, geschwächte oder besonders häufige Individuen werden erbeutet – ein Mechanismus, der zur Stabilisierung von Beständen beitragen kann.
Bedeutung im Ökosystem
Als natürlicher Prädator erfüllt der Gänsesäger mehrere ökologische Funktionen:
Ökosysteme sind komplexe Gefüge, in denen jede Art eine Rolle spielt. Der Gänsesäger ist seit vielen Jahrtausenden Teil dieser Systeme. Er existierte lange bevor moderne Fischerei, Gewässerausbau oder industrielle Eingriffe stattfanden. In dieser Zeit hat er keine Fischart ausgerottet. Natürliche Räuber und Beutetiere entwickeln über evolutionäre Zeiträume hinweg ein dynamisches Gleichgewicht.
Menschliche Einflüsse als entscheidender Faktor
Erst mit dem zunehmenden Einfluss des Menschen geraten viele Fischarten unter Druck. Zu den entscheidenden Faktoren gehören:
Wenn Fischbestände zurückgehen, liegt die Ursache meist in einer Kombination dieser Faktoren. In ökologisch belasteten Systemen kann der Eindruck entstehen, dass natürliche Prädatoren stärker ins Gewicht fallen. Tatsächlich wirken sie jedoch innerhalb der Rahmenbedingungen, die maßgeblich durch menschliche Eingriffe verändert wurden.
Eine isolierte Betrachtung des Gänsesägers greift daher zu kurz. Nachhaltiger Fischartenschutz erfordert vielmehr die Wiederherstellung naturnaher Gewässerstrukturen, Durchgängigkeit von Flüssen, Schutz von Auenlandschaften und eine angepasste Fischereiwirtschaft.
Historische Perspektive
Der Gänsesäger lebt seit vielen Zehntausenden Jahren auf diesem Planeten. Während Eiszeiten, Warmphasen und natürliche Klimaschwankungen hat er sich immer wieder angepasst. Über diesen langen Zeitraum sind keine Fälle bekannt, in denen er eigenständig stabile Fischpopulationen ausgelöscht hätte.
Arten geraten vor allem dann in Bedrängnis, wenn Lebensräume drastisch verändert oder zerstört werden. Mit dem großflächigen Eingreifen des Menschen in Gewässerökosysteme hat sich das ökologische Gleichgewicht vieler Regionen grundlegend verschoben. Der Gänsesäger ist dabei nicht Ursache, sondern Teil eines veränderten Systems.
Ausblick: Klimawandel und Anpassungsfähigkeit
Der Klimawandel stellt auch den Gänsesäger vor neue Herausforderungen. Steigende Wassertemperaturen verändern die Zusammensetzung von Fischgemeinschaften. Manche Kaltwasserarten geraten unter Druck, während wärmeliebende Arten zunehmen.
Der Gänsesäger zeigt eine gewisse Anpassungsfähigkeit:
Dennoch hängt seine Zukunft – wie die vieler Arten – eng mit dem Zustand der Gewässer zusammen. Klimaanpassungsstrategien im Naturschutz müssen daher immer Gewässerrenaturierung, Strukturvielfalt und die Stabilisierung natürlicher Nahrungsketten einbeziehen.
Fazit:
Der Gänsesäger ist kein isolierter Verursacher von Fischrückgängen, sondern ein natürlicher Bestandteil aquatischer Ökosysteme. Seit Jahrtausenden lebt er im Gleichgewicht mit seinen Beutetieren. Erst durch tiefgreifende menschliche Veränderungen geraten viele Arten unter Druck. Ein nachhaltiger Umgang mit unseren Gewässern erfordert daher eine ganzheitliche Perspektive, in der Prädatoren wie der Gänsesäger als integraler Bestandteil funktionierender Ökosysteme verstanden werden.
In der Aufnahme von Andreas Gehrig
Der Gänsesäger (Mergus merganser) ist ein spezialisierter Fischjäger. Mit seinem schlanken, gezähnten Schnabel – der wie eine Greifzange funktioniert – hält er glitschige Beute sicher fest. Er jagt tauchend, oft in klaren Flüssen oder Seen, und erbeutet vor allem kleinere bis mittelgroße Fische. Dabei handelt es sich häufig um häufig vorkommende Arten oder um Individuen, die leicht erreichbar sind.
Wichtig ist: Der Gänsesäger ist kein selektiver „Bestandsvernichter“, sondern Teil eines natürlichen Räuber-Beute-Systems. Er entnimmt dem Gewässer Biomasse, wirkt aber gleichzeitig regulierend auf Fischpopulationen. Vor allem kranke, geschwächte oder besonders häufige Individuen werden erbeutet – ein Mechanismus, der zur Stabilisierung von Beständen beitragen kann.
Bedeutung im Ökosystem
Als natürlicher Prädator erfüllt der Gänsesäger mehrere ökologische Funktionen:
- Regulation von Fischpopulationen: Er verhindert lokale Überpopulationen bestimmter Arten oder Jahrgänge.
- Gesundheitsfaktor: Durch die Entnahme geschwächter Individuen kann er indirekt zur genetischen Stabilität beitragen.
- Nährstoffkreislauf: Über Kot und organisches Material werden Nährstoffe zwischen Gewässer und Uferzonen transportiert.
- Indikatorart: Sein Vorkommen weist auf ausreichend strukturierte, fischreiche und relativ intakte Gewässer hin.
Ökosysteme sind komplexe Gefüge, in denen jede Art eine Rolle spielt. Der Gänsesäger ist seit vielen Jahrtausenden Teil dieser Systeme. Er existierte lange bevor moderne Fischerei, Gewässerausbau oder industrielle Eingriffe stattfanden. In dieser Zeit hat er keine Fischart ausgerottet. Natürliche Räuber und Beutetiere entwickeln über evolutionäre Zeiträume hinweg ein dynamisches Gleichgewicht.
Menschliche Einflüsse als entscheidender Faktor
Erst mit dem zunehmenden Einfluss des Menschen geraten viele Fischarten unter Druck. Zu den entscheidenden Faktoren gehören:
- Gewässerbegradigungen und Staustufen
- Verlust von Laichplätzen
- Verschmutzung und Nährstoffeinträge
- Klimabedingte Erwärmung von Flüssen und Seen
- Überfischung oder intensive Bewirtschaftung
Wenn Fischbestände zurückgehen, liegt die Ursache meist in einer Kombination dieser Faktoren. In ökologisch belasteten Systemen kann der Eindruck entstehen, dass natürliche Prädatoren stärker ins Gewicht fallen. Tatsächlich wirken sie jedoch innerhalb der Rahmenbedingungen, die maßgeblich durch menschliche Eingriffe verändert wurden.
Eine isolierte Betrachtung des Gänsesägers greift daher zu kurz. Nachhaltiger Fischartenschutz erfordert vielmehr die Wiederherstellung naturnaher Gewässerstrukturen, Durchgängigkeit von Flüssen, Schutz von Auenlandschaften und eine angepasste Fischereiwirtschaft.
Historische Perspektive
Der Gänsesäger lebt seit vielen Zehntausenden Jahren auf diesem Planeten. Während Eiszeiten, Warmphasen und natürliche Klimaschwankungen hat er sich immer wieder angepasst. Über diesen langen Zeitraum sind keine Fälle bekannt, in denen er eigenständig stabile Fischpopulationen ausgelöscht hätte.
Arten geraten vor allem dann in Bedrängnis, wenn Lebensräume drastisch verändert oder zerstört werden. Mit dem großflächigen Eingreifen des Menschen in Gewässerökosysteme hat sich das ökologische Gleichgewicht vieler Regionen grundlegend verschoben. Der Gänsesäger ist dabei nicht Ursache, sondern Teil eines veränderten Systems.
Ausblick: Klimawandel und Anpassungsfähigkeit
Der Klimawandel stellt auch den Gänsesäger vor neue Herausforderungen. Steigende Wassertemperaturen verändern die Zusammensetzung von Fischgemeinschaften. Manche Kaltwasserarten geraten unter Druck, während wärmeliebende Arten zunehmen.
Der Gänsesäger zeigt eine gewisse Anpassungsfähigkeit:
- Er kann unterschiedliche Gewässertypen nutzen.
- Er reagiert flexibel auf saisonale Veränderungen im Nahrungsangebot.
- Als Zugvogel kann er sein Verbreitungsgebiet teilweise verschieben.
Dennoch hängt seine Zukunft – wie die vieler Arten – eng mit dem Zustand der Gewässer zusammen. Klimaanpassungsstrategien im Naturschutz müssen daher immer Gewässerrenaturierung, Strukturvielfalt und die Stabilisierung natürlicher Nahrungsketten einbeziehen.
Fazit:
Der Gänsesäger ist kein isolierter Verursacher von Fischrückgängen, sondern ein natürlicher Bestandteil aquatischer Ökosysteme. Seit Jahrtausenden lebt er im Gleichgewicht mit seinen Beutetieren. Erst durch tiefgreifende menschliche Veränderungen geraten viele Arten unter Druck. Ein nachhaltiger Umgang mit unseren Gewässern erfordert daher eine ganzheitliche Perspektive, in der Prädatoren wie der Gänsesäger als integraler Bestandteil funktionierender Ökosysteme verstanden werden.
In der Aufnahme von Andreas Gehrig
- Gänsesäger im schnellen Flug dicht über der Wasseroberfläche.
Artenschutz in Franken®
Baumfalke (Falco subbuteo)
Der Baumfalke (Falco subbuteo)
20/21.02.2026
Mit eleganten Flügelschlägen und rasanter Wendigkeit verfolgt er seine Beute. Ein kurzer Moment, ein gezielter Zugriff – dann steigt der Jäger wieder empor. Hoch oben zieht er seine Kreise, scheinbar schwerelos. Der Baumfalke ist unterwegs, ein Meister der Luft.
20/21.02.2026
- Es ist ein warmer Sommerabend. Über einer weiten Wiese tanzen Libellen im goldenen Licht. Plötzlich durchschneidet ein schlanker Schatten die Luft – schnell, präzise und lautlos.
Mit eleganten Flügelschlägen und rasanter Wendigkeit verfolgt er seine Beute. Ein kurzer Moment, ein gezielter Zugriff – dann steigt der Jäger wieder empor. Hoch oben zieht er seine Kreise, scheinbar schwerelos. Der Baumfalke ist unterwegs, ein Meister der Luft.
Artbeschreibung: Der Baumfalke (Falco subbuteo)
Der Baumfalke (Falco subbuteo) ist ein mittelgroßer Greifvogel aus der Familie der Falken (Falconidae). Er ist in weiten Teilen Europas, Asiens und Nordafrikas verbreitet und zählt zu den Langstreckenziehern. Den Winter verbringt er überwiegend im südlichen Afrika.
Mit einer Körperlänge von etwa 29–36 Zentimetern und einer Flügelspannweite von rund 70–85 Zentimetern wirkt der Baumfalke schlank und sichelflügelig. Sein Gefieder ist oberseits dunkelgrau bis schieferfarben. Die Unterseite ist hell mit dunkler Längsstreifung. Besonders auffällig sind die rostroten „Hosen“ an den Unterschenkeln sowie der dunkle Bartstreif im Gesicht.
Der Baumfalke ist ein ausgesprochener Luftjäger. Seine Nahrung besteht hauptsächlich aus fliegenden Insekten wie Libellen und Käfern sowie aus kleinen Singvögeln, die er oft im schnellen Flug erbeutet. Dabei erreicht er hohe Geschwindigkeiten und zeigt beeindruckende Flugmanöver.
Als Brutplatz nutzt er meist alte Nester von Krähen oder anderen Vögeln in hohen Bäumen. Eigene Nester baut er nicht. Die Brutzeit beginnt im späten Frühjahr oder Frühsommer. In der Regel legt das Weibchen zwei bis drei Eier, die etwa vier Wochen bebrütet werden.
Bevorzugte Lebensräume sind halboffene Landschaften mit Waldrändern, Feldgehölzen, Flussauen oder auch größere Parks – immer in Kombination mit offenen Flächen, die als Jagdgebiet dienen.
Perspektive des Baumfalken im Wandel von Lebensraum und Klima
Der Baumfalke ist stark auf strukturreiche Landschaften angewiesen. Veränderungen in seinem Lebensraum wirken sich daher unmittelbar auf seine Bestände aus.
Lebensraumveränderung:
Die Intensivierung der Landwirtschaft, das Verschwinden von Feldgehölzen und alten Baumbeständen sowie der Rückgang von Feuchtgebieten reduzieren geeignete Brut- und Jagdgebiete. Der Mangel an hohen Bäumen mit alten Krähennestern kann die Brutmöglichkeiten einschränken. Gleichzeitig führt der Einsatz von Pestiziden zu einem Rückgang großer Insekten – einer wichtigen Nahrungsquelle.
Klimawandel:
Veränderte Temperatur- und Niederschlagsmuster beeinflussen das Auftreten von Insekten und Zugvögeln, also potenzieller Beute. Mildere Frühjahre können zwar zu einem früheren Nahrungsangebot führen, doch wenn Ankunft aus den Überwinterungsgebieten und Nahrungsverfügbarkeit zeitlich nicht mehr zusammenpassen, kann dies den Bruterfolg beeinträchtigen. Zudem können extreme Wetterereignisse wie Starkregen oder langanhaltende Hitzeperioden während der Brutzeit die Aufzucht der Jungvögel erschweren.
Langfristig hängt die Zukunft des Baumfalken davon ab, ob vielfältige Kulturlandschaften mit alten Baumbeständen, Hecken und artenreichen Wiesen erhalten bleiben. Schutz von Feuchtgebieten, nachhaltige Landwirtschaft und der Erhalt strukturreicher Landschaften tragen dazu bei, diesem eleganten Jäger auch künftig geeignete Lebensräume zu sichern.
In der Aufnahme von Johannes Rother
Der Baumfalke (Falco subbuteo) ist ein mittelgroßer Greifvogel aus der Familie der Falken (Falconidae). Er ist in weiten Teilen Europas, Asiens und Nordafrikas verbreitet und zählt zu den Langstreckenziehern. Den Winter verbringt er überwiegend im südlichen Afrika.
Mit einer Körperlänge von etwa 29–36 Zentimetern und einer Flügelspannweite von rund 70–85 Zentimetern wirkt der Baumfalke schlank und sichelflügelig. Sein Gefieder ist oberseits dunkelgrau bis schieferfarben. Die Unterseite ist hell mit dunkler Längsstreifung. Besonders auffällig sind die rostroten „Hosen“ an den Unterschenkeln sowie der dunkle Bartstreif im Gesicht.
Der Baumfalke ist ein ausgesprochener Luftjäger. Seine Nahrung besteht hauptsächlich aus fliegenden Insekten wie Libellen und Käfern sowie aus kleinen Singvögeln, die er oft im schnellen Flug erbeutet. Dabei erreicht er hohe Geschwindigkeiten und zeigt beeindruckende Flugmanöver.
Als Brutplatz nutzt er meist alte Nester von Krähen oder anderen Vögeln in hohen Bäumen. Eigene Nester baut er nicht. Die Brutzeit beginnt im späten Frühjahr oder Frühsommer. In der Regel legt das Weibchen zwei bis drei Eier, die etwa vier Wochen bebrütet werden.
Bevorzugte Lebensräume sind halboffene Landschaften mit Waldrändern, Feldgehölzen, Flussauen oder auch größere Parks – immer in Kombination mit offenen Flächen, die als Jagdgebiet dienen.
Perspektive des Baumfalken im Wandel von Lebensraum und Klima
Der Baumfalke ist stark auf strukturreiche Landschaften angewiesen. Veränderungen in seinem Lebensraum wirken sich daher unmittelbar auf seine Bestände aus.
Lebensraumveränderung:
Die Intensivierung der Landwirtschaft, das Verschwinden von Feldgehölzen und alten Baumbeständen sowie der Rückgang von Feuchtgebieten reduzieren geeignete Brut- und Jagdgebiete. Der Mangel an hohen Bäumen mit alten Krähennestern kann die Brutmöglichkeiten einschränken. Gleichzeitig führt der Einsatz von Pestiziden zu einem Rückgang großer Insekten – einer wichtigen Nahrungsquelle.
Klimawandel:
Veränderte Temperatur- und Niederschlagsmuster beeinflussen das Auftreten von Insekten und Zugvögeln, also potenzieller Beute. Mildere Frühjahre können zwar zu einem früheren Nahrungsangebot führen, doch wenn Ankunft aus den Überwinterungsgebieten und Nahrungsverfügbarkeit zeitlich nicht mehr zusammenpassen, kann dies den Bruterfolg beeinträchtigen. Zudem können extreme Wetterereignisse wie Starkregen oder langanhaltende Hitzeperioden während der Brutzeit die Aufzucht der Jungvögel erschweren.
Langfristig hängt die Zukunft des Baumfalken davon ab, ob vielfältige Kulturlandschaften mit alten Baumbeständen, Hecken und artenreichen Wiesen erhalten bleiben. Schutz von Feuchtgebieten, nachhaltige Landwirtschaft und der Erhalt strukturreicher Landschaften tragen dazu bei, diesem eleganten Jäger auch künftig geeignete Lebensräume zu sichern.
In der Aufnahme von Johannes Rother
- Ruhender Baumfalke auf einem hohen Ansitz am Waldrand.
Artenschutz in Franken®
Igelstäubling oder Igelbovist (Lycoperdon echinatum)
Der Igelstäubling oder Igelbovist (Lycoperdon echinatum)
19/20.02.2026
Wer genauer hinschaut, entdeckt keinen Seeigel des Waldes, sondern einen Pilz. Vorsichtig berührt, gibt er bei Reife eine feine Staubwolke frei. Der Igelstäubling zeigt sich nur dem aufmerksamen Blick – unscheinbar und doch faszinierend.
19/20.02.2026
- Nach einem warmen Sommerregen liegt der Waldboden noch feucht und duftet nach Laub und Erde. Zwischen Moos und herabgefallenen Ästen ragt ein kleines, rundes Gebilde hervor – übersät mit weichen, dunklen Stacheln.
Wer genauer hinschaut, entdeckt keinen Seeigel des Waldes, sondern einen Pilz. Vorsichtig berührt, gibt er bei Reife eine feine Staubwolke frei. Der Igelstäubling zeigt sich nur dem aufmerksamen Blick – unscheinbar und doch faszinierend.
Artbeschreibung: Der Igelstäubling oder Igelbovist (Lycoperdon echinatum)
Der Igelstäubling oder Igelbovist (Lycoperdon echinatum) ist ein Vertreter der Stäublinge innerhalb der Bauchpilze. Er wächst vor allem in Laub- und Mischwäldern, bevorzugt auf kalkhaltigen Böden, und erscheint meist vom Sommer bis in den Herbst hinein.
Typisch für diese Art ist die kugelige bis birnenförmige Fruchtkörperform mit einer Größe von etwa 3 bis 7 Zentimetern. Die Oberfläche ist dicht mit auffälligen, gebogenen, zunächst dunklen Stacheln besetzt, die an kleine Igelstacheln erinnern – daher der deutsche Name. Mit zunehmendem Alter können diese Stacheln teilweise abfallen.
Im Inneren befindet sich zunächst festes, weißes Fleisch. Mit der Reife verfärbt sich dieses oliv- bis braun und zerfällt schließlich zu einem feinen Sporenpulver. Bei Druck oder Erschütterung entweichen die Sporen in einer kleinen Staubwolke durch eine Öffnung an der Oberseite – ein typisches Merkmal vieler Stäublinge.
Der Igelstäubling lebt saprobiontisch, das heißt, er ernährt sich von abgestorbenem organischem Material und trägt damit wesentlich zum Abbau von Laub und zur Nährstoffrückführung im Wald bei.
! Wichtiger Hinweis zur Bestimmung !
Wir geben auf unserer Internetpräsenz keinerlei Bestimmungsgarantien oder Verzehrempfehlungen. Alle hier dargestellten Informationen dienen ausschließlich der allgemeinen Wissensvermittlung. Zur sicheren Bestimmung von Pilzen ist ausnahmslos eine professionelle Beratungsstelle (z. B. geprüfte Pilzsachverständige oder offizielle Pilzberatungsstellen) aufzusuchen. Eine eigenständige Bestimmung anhand von Fotos oder Textbeschreibungen kann zu gefährlichen Verwechslungen führen.
Perspektive des Igelstäublings im Wandel von Lebensraum und Klima
Der Igelstäubling ist an bestimmte Standortbedingungen gebunden. Veränderungen im Waldökosystem wirken sich daher unmittelbar auf sein Vorkommen aus.
Lebensraumveränderung:
Die Umwandlung naturnaher Wälder in monotone Forstbestände, Bodenverdichtung durch schwere Maschinen sowie der Verlust von Laub- und Mischwäldern können geeignete Standorte verringern. Da der Pilz auf abgestorbenes organisches Material angewiesen ist, spielt auch die Menge an Totholz und Laub eine wichtige Rolle. Eine intensive „Aufräumwirtschaft“ im Wald kann seine Lebensgrundlage einschränken.
Klimawandel:
Veränderte Niederschlagsmuster und längere Trockenperioden beeinflussen das Pilzwachstum stark. Pilze reagieren empfindlich auf Feuchtigkeit und Temperatur. Längere Hitze- und Dürrephasen können das Myzel im Boden schwächen oder Fruchtkörperbildung verhindern.
Andererseits können mildere Temperaturen in bestimmten Regionen eine Ausbreitung in bislang kühlere Gebiete ermöglichen – vorausgesetzt, geeignete Boden- und Waldstrukturen sind vorhanden.
Langfristig hängt die Zukunft des Igelstäublings von naturnah bewirtschafteten Wäldern, ausreichender Bodenfeuchte und einem funktionierenden Ökosystem mit reichlich organischem Material ab.
In der Aufnahme von Dieter Zinßer
Der Igelstäubling oder Igelbovist (Lycoperdon echinatum) ist ein Vertreter der Stäublinge innerhalb der Bauchpilze. Er wächst vor allem in Laub- und Mischwäldern, bevorzugt auf kalkhaltigen Böden, und erscheint meist vom Sommer bis in den Herbst hinein.
Typisch für diese Art ist die kugelige bis birnenförmige Fruchtkörperform mit einer Größe von etwa 3 bis 7 Zentimetern. Die Oberfläche ist dicht mit auffälligen, gebogenen, zunächst dunklen Stacheln besetzt, die an kleine Igelstacheln erinnern – daher der deutsche Name. Mit zunehmendem Alter können diese Stacheln teilweise abfallen.
Im Inneren befindet sich zunächst festes, weißes Fleisch. Mit der Reife verfärbt sich dieses oliv- bis braun und zerfällt schließlich zu einem feinen Sporenpulver. Bei Druck oder Erschütterung entweichen die Sporen in einer kleinen Staubwolke durch eine Öffnung an der Oberseite – ein typisches Merkmal vieler Stäublinge.
Der Igelstäubling lebt saprobiontisch, das heißt, er ernährt sich von abgestorbenem organischem Material und trägt damit wesentlich zum Abbau von Laub und zur Nährstoffrückführung im Wald bei.
! Wichtiger Hinweis zur Bestimmung !
Wir geben auf unserer Internetpräsenz keinerlei Bestimmungsgarantien oder Verzehrempfehlungen. Alle hier dargestellten Informationen dienen ausschließlich der allgemeinen Wissensvermittlung. Zur sicheren Bestimmung von Pilzen ist ausnahmslos eine professionelle Beratungsstelle (z. B. geprüfte Pilzsachverständige oder offizielle Pilzberatungsstellen) aufzusuchen. Eine eigenständige Bestimmung anhand von Fotos oder Textbeschreibungen kann zu gefährlichen Verwechslungen führen.
Perspektive des Igelstäublings im Wandel von Lebensraum und Klima
Der Igelstäubling ist an bestimmte Standortbedingungen gebunden. Veränderungen im Waldökosystem wirken sich daher unmittelbar auf sein Vorkommen aus.
Lebensraumveränderung:
Die Umwandlung naturnaher Wälder in monotone Forstbestände, Bodenverdichtung durch schwere Maschinen sowie der Verlust von Laub- und Mischwäldern können geeignete Standorte verringern. Da der Pilz auf abgestorbenes organisches Material angewiesen ist, spielt auch die Menge an Totholz und Laub eine wichtige Rolle. Eine intensive „Aufräumwirtschaft“ im Wald kann seine Lebensgrundlage einschränken.
Klimawandel:
Veränderte Niederschlagsmuster und längere Trockenperioden beeinflussen das Pilzwachstum stark. Pilze reagieren empfindlich auf Feuchtigkeit und Temperatur. Längere Hitze- und Dürrephasen können das Myzel im Boden schwächen oder Fruchtkörperbildung verhindern.
Andererseits können mildere Temperaturen in bestimmten Regionen eine Ausbreitung in bislang kühlere Gebiete ermöglichen – vorausgesetzt, geeignete Boden- und Waldstrukturen sind vorhanden.
Langfristig hängt die Zukunft des Igelstäublings von naturnah bewirtschafteten Wäldern, ausreichender Bodenfeuchte und einem funktionierenden Ökosystem mit reichlich organischem Material ab.
In der Aufnahme von Dieter Zinßer
- Igelstäubling zwischen Moos und herabgefallenem Laub.
Artenschutz in Franken®
Gimpel (Pyrrhula pyrrhula)
Der Gimpel (Pyrrhula pyrrhula)
19/20.02.2026
Sein Gefieder leuchtet zart rosarot im ersten Licht der Sonne. Während ringsum alles still wirkt, knackt er geschickt eine Samenknospe und schaut aufmerksam in die klare Luft. Ein leiser, melancholischer Pfiff durchbricht die Stille – es ist der Gimpel, der hier seit Tagen Nahrung findet. Für die Beobachterin am Fenster ist er ein seltener Farbtupfer im Grau des Winters, für sich selbst jedoch ist er vor allem eines: ein Überlebenskünstler.
19/20.02.2026
- An einem frostigen Wintermorgen sitzt ein kleiner, rundlicher Vogel im Apfelbaum eines verschneiten Gartens.
Sein Gefieder leuchtet zart rosarot im ersten Licht der Sonne. Während ringsum alles still wirkt, knackt er geschickt eine Samenknospe und schaut aufmerksam in die klare Luft. Ein leiser, melancholischer Pfiff durchbricht die Stille – es ist der Gimpel, der hier seit Tagen Nahrung findet. Für die Beobachterin am Fenster ist er ein seltener Farbtupfer im Grau des Winters, für sich selbst jedoch ist er vor allem eines: ein Überlebenskünstler.
Artbeschreibung: Der Gimpel (Pyrrhula pyrrhula)
Der Gimpel (Pyrrhula pyrrhula), auch Dompfaff genannt, gehört zur Familie der Finken (Fringillidae). Er ist in weiten Teilen Europas und Asiens verbreitet und bevorzugt strukturreiche Landschaften mit Hecken, Feldgehölzen, Mischwäldern und Gärten.
Charakteristisch ist das auffällige Gefieder des Männchens: Brust und Bauch zeigen ein kräftiges Karminrot bis Rosarot, während Kopf, Flügel und Schwanz schwarz gefärbt sind. Der Rücken ist grau, der Bürzel weiß. Weibchen wirken insgesamt matter und eher bräunlich-rosa gefärbt. Beide Geschlechter besitzen einen kräftigen, kegelförmigen Schnabel – ideal zum Knacken von Samen und Knospen.
Gimpel erreichen eine Körperlänge von etwa 14–16 Zentimetern und wirken durch ihre rundliche Gestalt besonders kompakt. Ihr Flug ist wellenförmig, begleitet von leisen, weichen Ruflauten. Die Nahrung besteht überwiegend aus Samen, Knospen, Beeren und im Sommer ergänzend aus kleinen Insekten.
Die Brutzeit beginnt meist im späten Frühjahr. Das Weibchen baut ein napfförmiges Nest in dichten Sträuchern oder niedrigen Bäumen. In der Regel werden vier bis sechs Eier gelegt, die etwa zwei Wochen bebrütet werden.
Perspektive des Gimpels im Wandel von Lebensraum und Klima
Wie viele Vogelarten steht auch der Gimpel vor Herausforderungen durch Lebensraumveränderungen und den Klimawandel.
Lebensraumveränderung:
Die Intensivierung der Landwirtschaft, das Entfernen von Hecken und Feldgehölzen sowie die zunehmende Versiegelung von Flächen führen zu einem Rückgang geeigneter Brut- und Nahrungsräume. Besonders strukturreiche Landschaften mit abwechslungsreicher Vegetation sind für den Gimpel wichtig. Der Verlust solcher Strukturen kann lokale Bestände schwächen.
Klimawandel:
Steigende Temperaturen und veränderte Niederschlagsmuster beeinflussen die Vegetation und damit das Nahrungsangebot. Wenn sich Knospenbildung und Brutzeit zeitlich verschieben, kann es zu sogenannten „phänologischen Entkopplungen“ kommen – also zu einer zeitlichen Verschiebung zwischen Nahrungsverfügbarkeit und dem Nahrungsbedarf der Jungvögel.
Gleichzeitig ermöglicht ein milderes Klima dem Gimpel in manchen Regionen, weiter nördlich zu brüten oder den Winter besser zu überstehen. Dennoch können extreme Wetterereignisse wie Spätfröste oder lange Hitzeperioden negative Auswirkungen haben.
Langfristig hängt die Perspektive des Gimpels stark davon ab, ob ausreichend strukturreiche Lebensräume erhalten oder neu geschaffen werden. Naturnahe Gärten, Heckenpflanzungen und vielfältige Waldränder können dazu beitragen, stabile Populationen zu sichern.
In der Aufnahme von Klaus Sanwald
Der Gimpel (Pyrrhula pyrrhula), auch Dompfaff genannt, gehört zur Familie der Finken (Fringillidae). Er ist in weiten Teilen Europas und Asiens verbreitet und bevorzugt strukturreiche Landschaften mit Hecken, Feldgehölzen, Mischwäldern und Gärten.
Charakteristisch ist das auffällige Gefieder des Männchens: Brust und Bauch zeigen ein kräftiges Karminrot bis Rosarot, während Kopf, Flügel und Schwanz schwarz gefärbt sind. Der Rücken ist grau, der Bürzel weiß. Weibchen wirken insgesamt matter und eher bräunlich-rosa gefärbt. Beide Geschlechter besitzen einen kräftigen, kegelförmigen Schnabel – ideal zum Knacken von Samen und Knospen.
Gimpel erreichen eine Körperlänge von etwa 14–16 Zentimetern und wirken durch ihre rundliche Gestalt besonders kompakt. Ihr Flug ist wellenförmig, begleitet von leisen, weichen Ruflauten. Die Nahrung besteht überwiegend aus Samen, Knospen, Beeren und im Sommer ergänzend aus kleinen Insekten.
Die Brutzeit beginnt meist im späten Frühjahr. Das Weibchen baut ein napfförmiges Nest in dichten Sträuchern oder niedrigen Bäumen. In der Regel werden vier bis sechs Eier gelegt, die etwa zwei Wochen bebrütet werden.
Perspektive des Gimpels im Wandel von Lebensraum und Klima
Wie viele Vogelarten steht auch der Gimpel vor Herausforderungen durch Lebensraumveränderungen und den Klimawandel.
Lebensraumveränderung:
Die Intensivierung der Landwirtschaft, das Entfernen von Hecken und Feldgehölzen sowie die zunehmende Versiegelung von Flächen führen zu einem Rückgang geeigneter Brut- und Nahrungsräume. Besonders strukturreiche Landschaften mit abwechslungsreicher Vegetation sind für den Gimpel wichtig. Der Verlust solcher Strukturen kann lokale Bestände schwächen.
Klimawandel:
Steigende Temperaturen und veränderte Niederschlagsmuster beeinflussen die Vegetation und damit das Nahrungsangebot. Wenn sich Knospenbildung und Brutzeit zeitlich verschieben, kann es zu sogenannten „phänologischen Entkopplungen“ kommen – also zu einer zeitlichen Verschiebung zwischen Nahrungsverfügbarkeit und dem Nahrungsbedarf der Jungvögel.
Gleichzeitig ermöglicht ein milderes Klima dem Gimpel in manchen Regionen, weiter nördlich zu brüten oder den Winter besser zu überstehen. Dennoch können extreme Wetterereignisse wie Spätfröste oder lange Hitzeperioden negative Auswirkungen haben.
Langfristig hängt die Perspektive des Gimpels stark davon ab, ob ausreichend strukturreiche Lebensräume erhalten oder neu geschaffen werden. Naturnahe Gärten, Heckenpflanzungen und vielfältige Waldränder können dazu beitragen, stabile Populationen zu sichern.
In der Aufnahme von Klaus Sanwald
- Besonders der männliche Gimpel fällt im Winter häufig an den Vogelfütterungsstellen auf. Lebt der Dompfaff während der Sommermonate gerne in höhere Regionen zieht es diesen Vogel im Spätherbst in die Niederungen wo man ihn dann häufiger antrifft. Ende April baut der weibliche Part bevorzugt auf Nadelbäumen unweit des Erdbodens sein Nest. In dieses setzt es seine 5 Eier ab. Bebrütet wird das Gelege 14 Tage ausnahmslos vom Weibchen. Gefüttert werden die kleinen Gimpel 16 Tage von beiden Elternteilen, im Frühstadium mit Insekten, später mit Beeren und Knospen. Dompfaffe erreichen Körperlängen von etwa 12,5 - 13 cm, sowie ein Gewicht von bis zu 41 Gramm. Also von der Statur etwa vergleichbar wie der Haussperling.
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Wasserläufer (Gerridae)
Die Wasserläufer – Akrobaten der Wasseroberfläche
19/20.02.2026
Plötzlich ziehen feine, kreisförmige Wellenlinien über die spiegelglatte Oberfläche. Wie schwerelos gleiten kleine, langbeinige Insekten über das Wasser, stoßen sich ab, drehen, stoppen abrupt – ohne jemals einzusinken.
Für einen Moment scheint es, als hätten sie die Gesetze der Physik überlistet. Doch was wie Magie wirkt, ist das perfekte Zusammenspiel von Körperbau und Oberflächenspannung: Es sind Wasserläufer.
19/20.02.2026
- Ein windstiller Sommertag am Dorfteich. Libellen schwirren über dem Wasser, Schilfhalme wiegen sich sanft.
Plötzlich ziehen feine, kreisförmige Wellenlinien über die spiegelglatte Oberfläche. Wie schwerelos gleiten kleine, langbeinige Insekten über das Wasser, stoßen sich ab, drehen, stoppen abrupt – ohne jemals einzusinken.
Für einen Moment scheint es, als hätten sie die Gesetze der Physik überlistet. Doch was wie Magie wirkt, ist das perfekte Zusammenspiel von Körperbau und Oberflächenspannung: Es sind Wasserläufer.
Artbeschreibung der Wasserläufer
Die Wasserläufer gehören zur Familie Gerridae innerhalb der Ordnung der Wanzen (Heteroptera). Weltweit existieren mehrere hundert Arten, die vor allem auf stehenden oder langsam fließenden Gewässern zu finden sind.
In der Aufnahme von Klaus Sanwald
Die Wasserläufer gehören zur Familie Gerridae innerhalb der Ordnung der Wanzen (Heteroptera). Weltweit existieren mehrere hundert Arten, die vor allem auf stehenden oder langsam fließenden Gewässern zu finden sind.
In der Aufnahme von Klaus Sanwald
- Beutegreifer auf der Wasserfläche - Hochempfindliche Vibrationssinnesorgane ,die sich in den Beinen befinden, befähigen den Wasserläufer seine Beute zu orten. Er ernährt sich "räuberisch" von Insekten die ins Wasser gefallen sind.
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